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Fühlen Sie häufig die Gegenwart einer Wesenheit, obwohl da scheinbar gar niemand ist? Nehmen Sie Ihre Umgebung anders wahr als Ihre Mitmenschen? Stoßen Sie auf Unverständnis, wenn Sie mit jemandem darüber sprechen wollen? Dieses im deutschen Sprachraum einzigartige Buch hilft Ihnen dabei, Ihre Medialität anzunehmen und weiter zu entwickeln. Doch es leistet ungleich mehr, denn es beinhaltet auch eine Geschichte der Medialität. Viele Menschen vor Ihnen machten nämlich ähnliche Erfahrungen - sie akzeptierten jedoch ihre besondere Gabe. Ein Who's who medial-spiritistischer Größen wie die Britin Estelle Roberts, das physikalische Medium Einar Nielsen oder der amerikanische Geistheiler Edgar Cayce wird in diesem Nachschlagewerk in packenden Porträts beschrieben. Die Abläufe von Séancen und Heilsitzungen sind hier so dargestellt, dass keine Fragen mehr offenbleiben. Wirklich einmalig auf dem hiesigen Buchmarkt ist auch das anregende Kapitel über die Geschichte der Medialität in Deutschland. Für alle medial und spiritistisch Interessierte ist eine spannende Lektüre garantiert! Dass Medialität nicht nur eine Gabe ist, sondern etwas, das man bewusst schulen kann, erfährt man im praktischen Teil des Buches. In einzelnen Kapiteln werden übersinnliche und mediale Fähigkeiten wie Remote Viewing, Channeling, Trancereading und Psychometrie vorgestellt und erläutert. Natürlich dürfen auch Beschreibungen außersinnlicher Wahrnehmungsformen wie Hellsehen, Hellfühlen, Hellhören u.a. nicht fehlen. Die Autorin Amara Yachour ist selbst ein erfahrenes Medium. Europaweit durchlief sie mehrere Ausbildungen in den Bereichen Heilung, Jenseitskontakte, Trance und physikalische Medialität. Es war die geistige Welt, die sie schließlich zur Eröffnung eines eigenen Ausbildungszentrums drängte. Täglich unterstützt Amara Yachour medial in Beratungen und Sittings Hilfe suchende Menschen in allen Lebensbereichen.
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Seitenzahl: 424
Veröffentlichungsjahr: 2014
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„Liebe ist die einzige Wahrheit.“
Amara Yachour
Dieses Buch widme ich in Liebe meinem Mann Marko Yachour und meinen Töchtern Jennifer, Jessica, Vanessa und Lisa. Doch die wichtigsten Personen sind meine Enkelkinder Melia, die die anmutigste aller Prinzessinnen ist und dem unerschrockenen Krieger Noah. Möge Ihr Lebensweg sich sanft vor ihnen entfalten, damit Ihre Seele zur Blüte gelangt. Ich bin stolz auf Euch und ich danke der geistigen Welt, dass ihr meine Begleiter in diesem Leben seid.
Amara Yachour
Medialität
Das Unsichtbare wird sichtbar … und die Toten sprechen doch
© 2014 Amara Yachour
Erste Auflage
Herausgeber: Amara Yachour
Autor: Amara Yachour
Umschlaggestaltung: www.myprintdesign.tk
Lektorat, Korrektorat: www.lektorat-beyer.de
Verlag: salutano Verlag
ISBN: 978-3-943878-11-0
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Medialität und physikalische Phänomene in der Bibel
Die Geschichte der Medialität in Deutschland
Geschichte der physikalischen Medialität in Deutschland
Schamanismus – Tanz mit den Geistern
Die Fox Sisters – Die geistige Welt klopft an
Charles Richet – Nobelpreis und Medialität
Andrew Jackson Davis – Pionier des Spiritismus
Verschiedene Arten der Medialität
Unterschiedliche Formen der Medialität
Was ist mediales Malen bzw. automatisches Schreiben?
Was ist physikalische Medialität?
Schulung der medialen Fähigkeiten
Übersinnlichkeit versus Medialität
Hellsehen
Hellfühlen
Hellhören
Hellwissen
Hellriechen und Hellschmecken
Intuition
Jenseitskontakt
Remote Viewing – Übersinnliches Sehen in die Ferne
Psychometrie – Lesen aus Energiefeldern von Gegenständen
Trance – Die verschiedenen Bewusstseinszustände eines Mediums
Channeling – Das gesprochene Wort
Spiritual Assessment und Trancereading
Tranceheilung – Verstorbene Ärzte im Dienst der Heilung
Tranceheilung
Erfahrene Berater leiten in Trance sachkundig durch die geistige Welt
Heilsame Kräfte aus der geistigen Welt
Warum helfen die toten Ärzte aus der geistigen Welt den Lebenden?
Bei Unsicherheit: Eine Probesitzung kann bei der Entscheidung helfen
Edgar Cayce – Diagnosen aus der geistigen Welt
Harry Edwards – Heilen in englischer Tradition
Joao de Deus – John of God
Medialität durch Inspiration
Spirit Arts – Bilder aus einer anderen Welt
Coral Polge – Die Gesichter der Toten
Mediale Tradition – Die Bangs Sisters
Gegen alle Konventionen – Die Campbell Brothers
Im Geiste mit Monet, Renoir und Gauguin – José Medrado, der Trancemaler
Frank Leah – ein erstaunlicher spiritueller Künstler
Auragraphen – mediale Spiegelbilder der Seele
Inspiration durch Musik – Das Musikmedium Rosemary Brown
Inspiration durch Schreiben – Chico Xavier – Das brasilianische Schreibmedium
Berühmte Medien und ihr Leben
Albert Best – Das Postmedium
Alec Harris – Ein Leben für die Medialität
Allan Kardec – Die Bibel des Spiritismus
Daniel Douglas Home – Das Psychokinesemedium
Einer Nielsen – Das physikalische Medium aus Dänemark
Emanuel Swedenborg – Die Welten des Himmels
Estelle Roberts – Ein halbes Jahrhundert im Dienst der geistigen Welt
Emma Hardinge Britten – Die sieben Prinzipien des Spiritismus
Florence Cook – Die Erscheinung Katie King
Gordon Higginson – Ein Leben für die geistige Welt
Helen Duncan – Als Hexe verurteilt
John Campbell Sloan – Ein schottisches Medium unter den Fittichen von Arthur Findlay
Keith Milton Rhinehart – Apporte aus dem Jenseits
Leslie Flint – Direkte Stimmen aus dem Dunkel
Margery Crandon – Die Geisterbeschwörerin
Maurice Barbanell – Wenn der Geist von Silver Birch spricht
Minnie Harrison – Der Saturday Night Club
Mediale Kultgegenstände und Rituale
Ouija Board – Das Hexenbrett
Vom Tischrücken über die Planchette bis zum sprechenden Brett
Die Planchette – Wenn die geistige Welt schreibt
Die Erfindung der Planchette
Gläserrücken – Okkulte Sitzungen in Deutschland
Tischrücken – eine Anleitung
Table Tilting – Wenn Tische sich wie von Zauberhand bewegen
Das geistige Team
Geistführer – Führung aus der Ebene Gottes
Verbindungen mit dem Geistführer
Guides, die beim Erwachen helfen
Persönliche Geistführer
Heilende Guides
Kreative, inspirierende Geistführer
Engel und Lichtwesen
Der Doorkeeper
Die Séance – Manifestation aus dem Dunkeln
Das Kabinett und der Séanceraum
Die Trumpet
Apporte
Physikalische Phänomene im Séanceraum
Ektoplasma – Der Baustoff Gottes
Ektoplasma – Die Odkraft des Mediums
Transfiguration – Gesichter von Verstorbenen
Materialisation – Wenn das Unsichtbare sichtbar wird
Levitation – Wenn Dinge wie von Zauberhand schweben
Spirituelle Fotografie – wenn das Unsichtbare sichtbar wird
EVP Elektronische Stimmen Phänomene – Wenn Geister sich melden
Die Definition EVP – warum elektronische Stimmen ein Phänomen sind
Der Ursprung der Tonbandstimmen
Die unterschiedlichen Methoden zur Herstellung von Tonbandstimmen
Die Phonem-Synthese Methode oder Sprachsynthese Methode
Der geschichtliche Hintergrund
Weitere Experimentatoren, die sich mit den Tonbandstimmen befassten
Physiker Johannes Hagel befasst sich intensiv mit den Tonbandstimmen und den Elektronische Stimmen Phänomenen
Berühmte Persönlichkeiten im Dienst des Spiritismus
Sir Arthur Conan Doyle – Botschafter des Spiritismus
Sir Oliver Lodge – Präsident der Society for Psychical Research
Mediale Zirkel
Robin Foy – Der legendäre Scole Circle
Spiritismus als Religion
Divine Service – Gottesdienst im Spiritismus
Und die Toten sprechen doch
Nachwort
Über die Autorin
Weitere Bücher von Amara Yachour
Grüße aus dem Jenseits
Stimmen des Himmels
Vita und Homepage der Autorin
Quellnachweis
Vorwort
Viele fleißige Hände und Buchstabenzauberer haben die Entstehung dieses Buch möglich gemacht. Nicht alle Texte habe ich selbst geschrieben, da ich in mehreren Buchprojekten gleichzeitig stecke und dennoch musste dieses Werk genauso veröffentlicht werden. Denn als ich über Medialität recherchierte, fiel mir auf, dass wir wenig profundes niedergeschriebenes Wissen über Medialität in Deutschland bzw. in deutscher Sprache haben. Fast alle Grundlagenwerke sind in englischer Sprache verfasst und werden für den kleinen deutschsprachigen Markt nicht gedruckt. Dieses Buch soll die Lücke schließen und den Zauber der Anfangstage des Spiritismus auch zu uns bringen. Nur Wenige wissen, dass wir bis zum Zweiten Weltkrieg eine mediale Szene in Deutschland hatten, die sehr rege war. Hitler und seine Schergen machten all dem den Garaus. In anderen Ländern wie den USA, England und Brasilien konnte sich dagegen der Spiritismus ausweiten.
Wir können Medialität nicht verstehen, ohne die Anfänge zu kennen und wer auch immer sich berufen fühlt, den Weg eines Mediums zu gehen, sollte die großen Medien der Vergangenheit kennen. Ihre Leben sind ein Beispiel für Inspiration und einige davon wie z.B. Alec Harris sind meine größten Vorbilder. Wir können so viel durch ihre Geschichte lernen und kein Medium unserer Zeit hat je wieder diese Größe erreicht. Das sollte allen, die medial arbeiten, ein Ansporn sein.
Nicht immer hatte die Medialität einen guten Ruf. Betrüger waren unterwegs und der Erfolgsdruck, unter dem ein professionell arbeitendes Medium stand, war unbeschreiblich hoch. Dennoch gab es immer wieder Ausnahmen und das Unsichtbare wurde sichtbar.
Seit fast zweihundert Jahren sind die Stimmen der vermeintlich Toten nicht mehr verstummt in unserer Welt. Wann werden wir endlich erkennen, dass niemand je stirbt und der Tod nur ein Erwachen in ein neues Leben ist? Dass jeder, der stirbt, nach wie vor Anteil am Leben der Hinterbliebenen hat und in Jenseitskontakten immer wieder von den Stimmen der vermeintlich Toten auf aktuelle Dinge Bezug genommen wird?
Michael Beckwith, ein amerikanischer spiritueller Führer, formulierte es wie folgt:
„Es gibt drei Arten des Erwachsens. Das Erwachen eines Individuums aus einem langen nächtlichen Schlaf, das Erwachen, wenn ein Individuum einen Wandel durchlebt und erkennt, dass es keinen Tod gibt und letztendlich das Erwachen eines Individuums, das erkennt, dass es nie geboren wurde und nie sterben wird und dass es ein ewiges unsterbliches Wesen ist.“
Ich hoffe, dass Sie nach der Lektüre dieses Buches einen Hauch der Ewigkeit verspüren und erkennen, dass uns nur eine Bewusstseinsveränderung in das Licht der Erkenntnis und des Lebens zurückbringen kann. Medialität ist ein Weg, den man beschreiten kann, doch es gibt viele Wege, die aus dem Nebel unserer Unwissenheit herausführen.
All diese Leben in diesem Buch sind eine Quelle der Inspiration für mich und meinen Mann. Möge dieses Buch Sie und Ihr ganzes Sein inspirieren und die Vergangenheit der großen Medien wie ein Leuchtfeuer in Ihrem Leben wirken. Hingabe und Demut waren ihr Schlüssel. Liebe, Hoffnung und Glauben ihr Antrieb.
Wann gehen Sie los und verabschieden sich von der Angst des Todes? Diese Illusion haben wir erschaffen und wir können sie nur gemeinsam wieder entschaffen.
Das Unsichtbare wird sichtbar. Lassen wir nun die Stimmen der Vergangenheit sprechen und hoffen, dass auch wir in der Zukunft zu solchen Taten wieder fähig werden, denn eins ist sicher …und die Toten sprechen doch.
Ich lege dieses Werk in Ihre Hände und in Ihr Herz, damit es den Samen der Hoffnung sät in Ihrem Leben. Gottes Liebe und der Segen der geistigen Welt sei mit Ihnen und denen, die Sie lieben.
Ihre
Die Ursprünge der Medialität
„Jede Wahrheit durchläuft drei Phasen: Zuerst wird sie verhöhnt, danach wird sie wild bekämpft, schließlich wird sie als selbstverständlich akzeptiert.”
Arthur Schopenhauer
Durch viele Jahrhunderte menschlicher Entwicklung hindurch haben glaubten Menschen an das Übersinnliche und an unsichtbare Welten und spirituelle Wesenheiten wie Götter, Engel, Verstorbene und Lichtwesen. Die Ereignisse, die sich 1848 im Hause der Geschwister Fox in Hydesville, New York, zutrugen, läuteten den Beginn des Spiritismus ein.
Die Fox Familie wurde durch seltsame Geräusche und Aktivitäten so gestört, dass sogar die Betten begannen zu wackeln. Schließlich gelang es Kate Fox, die unsichtbare Wesenheit dazu zu bringen, mit ihr über Klopfzeichen eine intelligente Unterhaltung zu führen. Der Rest ist Geschichte. 1853 wurde dann die erste spiritistische Kirche gegründet Keighley in Yorkshire, die heute noch existiert. In den folgenden 150 Jahren bis heute hat die geistige Welt Tausende von sogenannten physikalischen Phänomenen durchgebracht, die alle verifiziert und als echt bewiesen wurden.
Zwischen 1900 und 1990 erlebte die Medialität eine neue Blüte in den USA und in England. Wunderbare Medien wie Estelle Roberts, Maurice Barbanell, Helen Duncan, Gordon Higginson, Alec Harris und viele andere hinterließen eine Spur. Allein Estelle Roberts schaffte es für einen medialen Jenseitskontakte-Demonstrationsabend 7.000 Menschen in der Royal-Albert-Hall in London zu begeistern. Alec Harris, ein Volltrancemedium, gab legendäre Séancen, in denen sich die Verstorbenen dreidimensional aus Ektoplasma zeigten und durch das Phänomen der direct voice direkt mit ihren Angehörigen sprechen konnten. Ektoplasma ist ein Stoff nebelartiger Konsistenz, der aus den Schleimhäuten des Mediums und im Raum vorhandenen Fasern und Staub hergestellt wird und aus den Öffnungen (Mund, Nase, Ohren etc.) des Mediums kommt. Bei der „direkten Stimme“ braucht es ein Volltrancemedium und man hört die Stimme eines Verstorbenen aus dem Raum und nicht aus dem Mund des Mediums. Die geistige Welt brachte Geschenke in Form von sogenannten Apporten durch. Münzen und Schmuck wurden irgendwo dematerialisiert und erschienen vor den Augen der Anwesenden praktisch aus dem Nichts. Viele solcher Apporte füllen noch heute das Museum des Arthur Findlay Colleges, wo auch wir viele Wochen ausgebildet wurden. Geistige Lehren über den Himmel und die Engel wurden von Emmanuel Swedenborg gechannelt, der 1772 verstarb.
In England ist der Spiritismus eine Religion, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Brücke zwischen der Welt Gottes und uns zu sein. Die Philosophie des Spiritismus als Religion gründet sich auf folgende Prinzipien, die 1871 von Emma Hardinge Britten durch den Geist von Robert Owen empfangen wurden.
• Die Vaterschaft Gottes
• Die Brüderlichkeit aller Menschen
• Die Gemeinsamkeit mit der geistigen Welt sowie die Unterstützung der Engel
• Die ewige Existenz der menschlichen Seele
• Persönliche Verantwortung eines jeden einzelnen
• Ausgleich und Vergeltung für alle guten und schlechten Taten, die zu Lebzeiten begangen wurden
• Ewiger Fortschritt und Evolution, offen für jede menschliche Seele
Im Bereich der Medialität gibt es viel zu wenige seriös arbeitende Menschen in Deutschland. Ein Medium zu werden ist die beste Entscheidung, die man für sein Leben treffen kann. Wenn man die grenzenlose Liebe spüren kann, die die geistige Welt für uns bereithält, dann verspürt man nie mehr Angst vor dem Tod.
Medialität und physikalische Phänomene in der Bibel
Die Bibel ist für die weltweit über zwei Milliarden Christen das „Buch der Bücher„. Sie gliedert sich in die Teile „Altes Testament„ und „Neues Testament„‚ wobei Letzteres das moderne Christentum entscheidend geprägt hat. Eine zentrale Rolle spielte dabei Jesus von Nazareth, dessen wundersames Wirken eben dort beschrieben wird. Vom Standpunkt der Medialität aus würde man Jesus heute als physikalisches Medium bezeichnen. Vielen Menschen ist diese Facette der Bibel nicht geläufig. Für sie sind es wundersame Geschichten und Gleichnisse, die uns zu einem besseren, liebevolleren Leben führen sollen. Doch für jemanden, der mediale Kenntnisse hat, ist die Bibel wirklich ein „Exkurs in Wundern„. Wunder, die durch physikalische Medialität entstanden sind und das bei Tageslicht. Heutzutage sind diese „Wunder„ nur noch im Dunkeln möglich.
Um ein solches Wunder zu bewerkstelligen, braucht es auch in der Bibel Energien. Fast bei jedem dieser Wunder sind Menschen anwesend, die Apostel und Jünger Christi oder zumindest Ektoplasma, das oft als Odenergie, Odwolke, Wolke oder ähnliches bezeichnet wird. Mehr zu diesen Begriffen erfahren Sie später. Damit sind Energiequellen anwesend, die die geistige Welt benutzen kann.
Im Folgenden werden unterschiedliche Bibelstellen des Alten und des Neuen Testaments aufgeführt und mithilfe von Teildisziplinen der Medialität einer Neuinterpretation unterzogen.
Jenseitskontakte
Nur wenige wissen, dass in der Bibel von spiritistischen Sitzungen die Rede ist. So sucht Saul, der erste König Israels, ein Medium („Weib mit Wahrsagegeist“) auf, um mit dem verstorbenen Propheten Samuel in Kontakt zu treten. Im 1. Buch Samuel, Kapitel 28, Vers 11 steht dazu geschrieben: „Da sprach das Weib: Wen soll ich dir denn heraufbringen? Er sprach: Bringe mir Samuel herauf.“
Darüber hinaus gibt es viele Menschen, die sagen, dass Jenseitskontakte in der Bibel verboten seien. Hier möchte ich auf den Korintherbrief verweisen, in dem die Gaben verteilt werden. Hier wird unter anderem die Gabe der Trance (in mancherlei Sprachen oder in fremden Zungen), die Gabe des Heilens sowie die Gabe Geister zu unterscheiden verteilt und damit ist eindeutig von Verstorbenen, Engeln und anderen Wesenheiten im Jenseits die Rede.
1. Korinther – Kapitel 12 –viele Gaben – ein Geist
1 Von den geistlichen Gaben aber will ich euch, liebe Brüder, nicht verhalten. 2 Ihr wisset, daß ihr Heiden seid gewesen und hingegangen zu den stummen Götzen, wie ihr geführt wurdet. (Habakuk 2.18-19) 3 Darum tue ich euch kund, daß niemand Jesum verflucht, der durch den Geist Gottes redet; und niemand kann Jesum einen HERRN heißen außer durch den heiligen Geist. (Markus 9.39) (1. Johannes 1.3) (1. Johannes 4.2)
4 Es sind mancherlei Gaben; aber es ist ein Geist. (Römer 12.6) (Epheser 4.4-13) 5 Und es sind mancherlei Ämter; aber es ist ein HERR. (1. Korinther 12.28) 6 Und es sind mancherlei Kräfte; aber es ist ein Gott, der da wirket alles in allem. 7 In einem jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum allgemeinen Nutzen. (1. Korinther 14.26) 8 Einem wird gegeben durch den Geist, zu reden von der Weisheit; dem andern wird gegeben, zu reden von der Erkenntnis nach demselben Geist; 9 einem andern der Glaube in denselben Geist; einem andern die Gabe, gesund zu machen in demselben Geist; 10 einem andern, Wunder zu tun; einem andern Weissagung; einem andern, Geister zu unterscheiden; einem andern mancherlei Sprachen; einem andern, die Sprachen auszulegen. (Apostelgeschichte 2.4) (1. Korinther 14.1) 11 Dies aber alles wirkt derselbe eine Geist und teilt einem jeglichen seines zu, nach dem er will. (Römer 12.3) (Epheser 4.7)
Jenseitskontakte mit „Trompete“
Insbesondere bei einer Séance mit einem direct voice-Medium liegt bisweilen die sogenannte Trompete bereit - ein spitz zulaufender Kegel, der zur Verstärkung einer Geisterstimme eingesetzt wird. Auch in der Bibel taucht diese spezielle Art der Verständlichmachung körperloser Stimmen im 2. Buch Mose, Kapitel 19, Vers 19 auf: „Und der Posaune Ton ward immer stärker. Mose redete, und Gott antwortete ihm laut.“
Nichts von all den Dingen, die in der Medialität passieren sind gottlos oder nicht bibelgetreu. Die Frage, die sich stellt, lautet vielmehr, wann man tiefer in die Materie eingetaucht ist, inwieweit diese Phänomene heute noch stattfinden und in welchem Ausmaß die Kirche hiervon Kenntnis hat.
Channeling
In Kapitel 4, Vers 18 des Lukasevangeliums steht geschrieben: „Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, zu verkündigen das Evangelium den Armen; er hat mich gesandt, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen sollen, und den Zerschlagenen, dass sie frei und ledig sein sollen.“ Channeln heißt, ein Kanal zu sein für Wesen aus höheren Dimensionen. Jesus war ein vollendeter Kanal, der die Botschaft des Schöpfers nicht nur verkündete, sondern auch umsetzte. Darüber hinaus verweisen wir auch auf das Zungenreden:
1. Korinther –Kapitel 14 – Zungenrede und prophetische Rede
1 Strebet nach der Liebe! Fleißiget euch der geistlichen Gaben, am meisten aber, daß ihr weissagen möget! 2 Denn der mit Zungen redet, der redet nicht den Menschen, sondern Gott; denn ihm hört niemand zu, im Geist aber redet er die Geheimnisse. (Apostelgeschichte 2.4) (Apostelgeschichte 10.46) 3 Wer aber weissagt, der redet den Menschen zur Besserung und zur Ermahnung und zur Tröstung. 4 Wer mit Zungen redet, der bessert sich selbst; wer aber weissagt, der bessert die Gemeinde. 5 Ich wollte, daß ihr alle mit Zungen reden könntet; aber viel mehr, daß ihr weissagt. Denn der da weissagt, ist größer, als der mit Zungen redet; es sei denn, daß er’s auch auslege, daß die Gemeinde davon gebessert werde. (4. Mose 11.29) (1. Korinther 12.10)
Geistiges Heilen
Geistiges Heilen ist ein eminent wichtiges Teilgebiet der Medialität. Es geht dabei um eine Erhöhung der Heilkraft durch die Rückverbindung mit dem ureigenen Wesenskern. Im folgenden Bibelvers bei Matthäus, Kapitel 8, Verse 2 bis 3 ist passenderweise vom „Reinigen“ die Rede: „Und siehe, ein Aussätziger kam, fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, wenn du willst, kannst du mich reinigen. / Und Jesus streckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach: ICH WILL; sei gereinigt! Und alsbald ward er von seinem Aussatz rein.“
Wenn wir diesen Text weiterverfolgen, dann ist allen Christen die Gabe verliehen worden, Besetzungen oder Anhaftungen zu entfernen. Obwohl die Kirche im neu geschaffenen Studienzentrum so viele Exorzisten wie nie zuvor ausbildet, so hört man dennoch nicht davon, dass die Kirche ihrem Auftrag gerecht wird, das Böse aus der Welt zu entfernen. Selbst Gabriele Amorth, der Chefexorzist des Vatikans, prangert in seinen Büchern das Gebaren und dieses Fehlverhalten der katholischen Kirche an.
Direct voice und Hören
Die mediale Fähigkeit des Hellhörens ist eine übersinnliche Wahrnehmung, bei der Stimmen o.ä. gehört werden. Zuweilen findet ein echter Dialog mit der jenseitigen Wesenheit statt. Im 2. Buch Mose, Kapitel 3, Vers 4 wird dieses Zwiegespräch beschrieben: „Als aber der Herr sah, dass er hinging, um zu sehen, rief Gott ihn aus dem Busch und sprach: Mose, Mose! Er antwortete: Hier bin ich.“
Hier ist Gott als Stimme in der Verkörperung einer Pflanze zu hören. Es gibt viele weitere Quellen, in denen Gott selbst erscheint und spricht oder in denen Jesus nach seinem Tod voll ausgebildet in Ektoplasma mit den Frauen am Grab oder den Jüngern spricht. Diese sind dann allerdings physikalische Phänomene.
Evangelium nach Markus, Kapitel 16 – Erscheinungen des Auferstandenen und Himmelfahrt
9 Jesus aber, da er auferstanden war früh am ersten Tag der Woche, erschien er am ersten der Maria Magdalena, von welcher er sieben Teufel ausgetrieben hatte. (Lukas 8.2) (Johannes 20.11-18) 10 Und sie ging hin und verkündigte es denen, die mit ihm gewesen waren, die da Leid trugen und weinten. 11 Und diese, da sie es hörten, daß er lebte und wäre ihr erschienen, glaubten sie nicht. 12 Darnach, da zwei aus ihnen wandelten, offenbarte er sich unter einer anderen Gestalt, da sie aufs Feld gingen. (Lukas 24.13-35) 13 Und die gingen auch hin und verkündigten das den anderen; denen glaubten sie auch nicht.
14 Zuletzt, da die Elf zu Tische saßen, offenbarte er sich und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie nicht geglaubt hatten denen, die ihn gesehen hatten auferstanden. (1. Korinther 15.5) 15 Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur. (Matthäus 28.18-20) (Markus 13.10) 16 Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden. (Apostelgeschichte 2.38) (Apostelgeschichte 16.31) (Apostelgeschichte 16.33) 17 Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: in meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden. (Apostelgeschichte 10.46) (Apostelgeschichte 16.18) (Apostelgeschichte 19.6) 18 Schlangen vertreiben; und so sie etwas Tödliches trinken, wird’s ihnen nicht schaden; auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wird es besser mit ihnen werden. (Lukas 10.19) (Apostelgeschichte 28.3-6) (Jakobus 1.5-15) (Jakobus 5.14)
19 Und der HERR, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel und sitzt zur rechten Hand Gottes. (Psalm 110.1) (Apostelgeschichte 1.2) (Apostelgeschichte 7.55) 20 Sie aber gingen aus und predigten an allen Orten; und der HERR wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. (Apostelgeschichte 14.3) (Hebräer 2.4)
Apport-Phänomen
In den biblischen Psalmen, Kapitel 78, Vers 24 ist Folgendes zu lesen: „Er ließ Manna auf sie regnen als Speise, er gab ihnen Brot vom Himmel.“ Als Apport-Phänomen bezeichnet man gemeinhin das Auftauchen von Gegenständen aus dem Nichts. Dieser Brot-Regen für die hungrigen Israeliten mitten in der ausgedörrten Wüste ist also ein ganz klassischer Apport. Wiederum sollte man bedenken, dass, wenn die Quellen stimmen, hier fünftausend Menschen versammelt waren, also eine unglaubliche Anzahl Sitter, um es einmal in der medialen Sprache auszudrücken.
Levitation
Levitation ist das wissenschaftlich unerklärliche freie Schweben eines Menschen oder eines Gegenstandes. Die bekannteste Bibelstelle, die ein derartiges Mysterium beschreibt, findet sich bei Matthäus, Kapitel 14, Verse 25 bis 26, wenn es heißt: „In der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen; er ging auf dem See. / Als ihn die Jünger über den See kommen sahen, erschraken sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst, und sie schrien vor Angst.“
Traumvisionen
Medial geschulte Menschen können im Schlaf sogenannte Traumvisionen empfangen. Diese meist verschlüsselten Botschaften teilen sich über starke, real wirkende Bilder mit. Der Träumende hat auch nach dem Aufwachen das Gefühl, eine tiefe Wahrheit geschaut zu haben – so wie Jakob und sein Himmelsleiter-Traum, der im 1. Buch Mose, Kapitel 28, Vers 12 vorkommt: „Und ihm träumte; und siehe, eine Leiter stand auf der Erde, die rührte mit der Spitze an den Himmel, und siehe, die Engel Gottes stiegen daran auf und nieder.“
Astrales Reisen
Beim astralen Reisen verlässt der feinstoffliche Körper meistens während des Schlafes die grobstoffliche Hülle und dringt in andere Dimensionen vor. Eine der bekanntesten Bibelstellen, die eine außerkörperliche Erfahrung schildert, findet sich bei Hesekiel, Kapitel 8, Vers 3: „Und er streckte etwas wie eine Hand aus und ergriff mich bei dem Haar meines Hauptes. Da führte mich der Geist fort zwischen Himmel und Erde und brachte mich nach Jerusalem in göttlichen Gesichten zu dem Eingang des inneren Tores.“
Dieser Überblick soll als Anregung dienen, die Bibel zeitgemäßer und vor allen Dingen medialer zu interpretieren. Viele andere Passagen dieser Schrift führen dann letztlich zu der spannenden Erkenntnis, dass die dort beschriebenen „Wunder“ eher als mediale Phänomene zu begreifen sind.
Transformation
Es gibt weit über 100 Bibelstellen, die diese Phänomene beschreiben. Eins der bekanntesten Phänomene ist die Transformation eines Gegenstandes in einen anderen. Hierzu finden wir folgende Bibelstellen:
Johannes –Kapitel 2 –Die Hochzeit zu Kana
1 Und am dritten Tag ward eine Hochzeit zu Kana in Galiläa; und die Mutter Jesu war da. 2 Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen.
3 Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben nicht Wein. 4 Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. (Johannes 19.26) 5 Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut. 6 Es waren aber allda sechs steinerne Wasserkrüge gesetzt nach der Weise der jüdischen Reinigung, und ging in je einen zwei oder drei Maß. (Markus 7.3-4)
7 Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis obenan. 8 Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun und bringet’s dem Speisemeister! Und sie brachten’s. 9 Als aber der Speisemeister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, woher er kam (die Diener aber wußten‘s, die das Wasser geschöpft hatten), ruft der Speisemeister den Bräutigam 10 und spricht zu ihm: Jedermann gibt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken geworden sind, alsdann den geringeren; du hast den guten Wein bisher behalten. 11 Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat, geschehen zu Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. (Johannes 1.14)
12 Darnach zog er hinab gen Kapernaum, er, seine Mutter, seine Brüder und seine Jünger; und sie blieben nicht lange daselbst. (Matthäus 13.55) (Johannes 7.3)
Hier ist der Glaube der Kirche selbst zu überprüfen, denn heutzutage trinken die Priester kein Wasser mehr, sondern Wein. Was wäre, wenn sie in der Tiefe ihres Herzens an diese Transformation Glauben würden? Wäre es dann wirklich nötig Wein zu trinken? Würde dann nicht einfach Wasser ausreichen und das Ritual der Wandlung im tiefen Glauben vollzogen vor der Menge der Gläubigen (Energien) das Wasser in Wein verwandeln? Hier sollten sich alle Priester überprüfen, warum sie nicht an diese Wandlung glauben und warum nicht auch reines Wasser in der Wandlung ausreichend ist.
Dies sind nur kurze Ausschnitte, die ein Denkanstoß sind. Ich beschäftige mich seit Jahren intensiv mit der Bibel und jedes Mal, wenn ich sie lese, entdecke ich neue mediale Facetten. Es gibt hunderte von Stellen, die eindeutig einen medialen Charakter tragen. Dieser Exkurs dient lediglich all jenen, die ständig die Bibel zitieren und als Verbotsschild in die Höhe halten. Die Bibel ist das Buch, was jeden Menschen befreit, wenn er sie sorgsam zu lesen versteht.
Die Geschichte der Medialität in Deutschland
„Wer die spirituelle Wahrheit kennt und die Fähigkeit hat sie zu verbreiten, muss es auch tun: Tut er es nicht, so begeht er spirituellen Verrat.“
Ostad Elahi
Als Medialität wird gemeinhin die Fähigkeit bezeichnet, mit Geistwesen zu kommunizieren und die Botschaften dieser Wesen an Außenstehende zu vermitteln. Wahrscheinlich besitzen alle Menschen diese Begabung. Aber nur eine Person, die ihre Medialität bewusst schult und entwickelt, wird als Medium charakterisiert. Die nachfolgende Übersicht beschäftigt sich mit der Geschichte der Medialität in Deutschland.
18. Jahrhundert – Aufklärung und Geisterschau
Es ist schon Ironie der Geschichte, dass sich der Spiritismus, wie wir ihn heute kennen, im Zeitalter der Aufklärung und am Ende des 18. Jahrhunderts im Kontext der Industriellen Revolution zu entwickeln begann. Diese Art von Gegenbewegung wandte sich gegen die intellektuellen Spitzfindigkeiten einer verkopften Elite und ihrem weltlichen Materialismus. Zugleich verurteile sie den dogmatischen und zweckorientierten christlichen Glauben dieser Zeit. Durch ihn wurden alte Sitten und Gebräuche, die einen Schatz an Geheimwissen bargen, an den Rand der „aufgeklärten“ Gesellschaft gedrängt. Eine Reformbewegung innerhalb der damaligen lutherischen Kirche war immerhin der Pietismus, der sich auch auf die Mystiker des Mittelalters berief.
In dieser bewegten Zeit des Umbruchs tauchte ein Mann in Europa auf, der als Urheber des europäischen Spiritismus gilt – und der ausgerechnet der Sohn eines Bischofs war: Emanuel Swedenborg (1688–1772). Der hochgebildete schwedische Naturwissenschaftler und gläubige Christ wurde in der Mitte seines Lebens von Träumen und Visionen heimgesucht, die seine weitere Existenz völlig veränderten. Von 1745 an nahm er die ihn umgebende Geistwelt im Wachzustand wahr und verfasste darüber mehrere Bücher. Da er als mentales Medium Verstorbene sehen konnte und mit ihnen kommunizierte, erweckte er auch das Interesse von deutschen Pietisten wie dem Theologen Friedrich Christoph Oetinger (1702–1782) aus Göppingen.
Oetinger war fasziniert von Swedenborgs Medialität und schrieb 1765 ein Buch über dessen Lebensphilosophie. Die regionale Kirchenleitung war empört und ließ alle Exemplare von Oetingers Buch beschlagnahmen. Diese Reaktion der Kirche sollte auch in den kommenden Jahrzehnten typisch bleiben, machte ihr doch der Spiritismus die Deutungshoheit über den Himmel und alles Jenseitige streitig.
Einen unbestreitbaren Einfluss auf die spiritistische Bewegung übte der deutsche Arzt Friedrich Anton Mesmer (1734–1815) aus. Mesmer postulierte, dass dem Weltall eine spezielle Kraft innewohne. Er bezeichnete diese geheimnisvolle Wirkkraft als „animalischen Magnetismus“. Alle Erkrankungen führte Mesmer auf eine Zirkulationsstörung dieser Kraft zurück. Seine Therapie bestand darin, die Patienten zu „magnetisieren“. Dabei bewegte er seine Hände über den Körper, ohne ihn jedoch zu berühren. So setzte er die Zirkulation der Kraft wieder in Gang. Während dieser Prozedur befanden sich die Kranken meist in einem tranceartigen Zustand. Nicht zuletzt deswegen gilt Mesmer als Urvater der Hypnose.
Selbst rationale Zeitgenossen wie der deutsche Arzt und Schriftsteller Johann Heinrich Jung-Stilling (1740–1817) sahen in den Erfolgen Mesmers einen Beweis für das Vorhandensein einer übersinnlichen Welt. Jung-Stilling riet jedoch weltlich orientierten Menschen davon ab, mediale Fähigkeiten zu entwickeln. Einige Schüler Mesmers – der selbst gar kein Spiritist war – nutzten den Zustand der hypnotisierten Kranken, um mit der Geisterwelt in Kontakt zu treten. Aus diesen unregelmäßigen Zusammenkünften erwuchs langsam jenes Ritual, das man ab dem 19. Jahrhundert als „Séance“ bezeichnete.
Namentlich sind aus dem 18. Jahrhundert kaum deutsche Medien bekannt. Es ist davon auszugehen, dass Angst vor kirchlicher Verfolgung der Grund war, seine medialen Fähigkeiten nur einem kleinen Kreise von Vertrauten zugänglich zu machen. Spektakulär im deutschen Bewusstsein verankert ist hingegen ein Poltergeist-Spuk, das sogenannte Klopfding von Dibbersdorf. Auf dem Bauernhof von Anton Kettelhut in Dibbersdorf bei Braunschweig sorgte ein Klopfgeist in den Jahren 1767/1768 für große Verwirrung. Als man ihm zum Beispiel einen Beutel mit Münzen präsentierte, gab er die genaue Anzahl der Geldstücke über Klopflaute wieder. Bald geriet das Kindermädchen des Hofes in Verdacht, ein physikalisches Medium zu sein, das den Spuk auslöste. Eine Beteiligung dieser Angestellten konnte aber letztlich nie nachgewiesen werden. Die Behörden hatten so viel Angst vor den Auswirkungen dieses Falles auf die Bevölkerung, dass die Akten des Spukes ganze 40 Jahre unter Verschluss blieben.
19. Jahrhundert – Mensch im Jenseits
Im 19. Jahrhundert begann die Psychologie vorsichtig, erste Theorien von einem unbewussten Anteil der menschlichen Psyche zu formulieren. Die Vorrangstellung der Vernunft geriet einmal mehr ins Wanken. Eine Renaissance der schöpferischen Kreativität setzte ein. Entscheidende Impulse zu dieser neuen Einsicht kamen sicher auch von der sich immer schneller entwickelnden parapsychologischen und spiritistischen Bewegung dieser Zeit. Deren Hauptakteure waren jedoch hauptsächlich in den USA und England aktiv, was aber den Einfluss auf die deutsche Kulturwelt nicht schmälerte.
Durch den Ludwigsburger Arzt und Schriftsteller Justinus Kerner (1786–1862) erfuhr eine breite Öffentlichkeit erstmalig von dem Medium Friederike Hauffe (1801–1829). In zwei Büchern beschrieb der Mesmer-Biograph die junge Friederike aus dem baden-württembergischen Prevorst, die an Depressionen litt. Sie verfiel immer wieder in seltsame Dämmerzustände, die mit Geistersehen einhergingen. Als die damals üblichen Behandlungsmethoden wie Aderlässe gegen diese „akute Hysterie“ nicht mehr anschlugen, übernahm Kerner die Behandlung des Mädchens. In seinem berühmten Buch „Die Seherin von Prevorst“ beschrieb Kerner, dass Friederike jeden Abend um 19 Uhr in eine Art Trance geriet. In diesem Zustand stellte sie unbekannten Patienten Diagnosen und empfahl zugleich entsprechende Therapien. Kerner stellte verblüfft fest, dass sie mit allen Diagnosen und Heilmethoden richtig lag. Der Gesundheitszustand der jungen Frau dagegen verschlechterte sich zusehends. Sie nahm Geistwesen war und kommunizierte nach eigenen Angaben mit der „anderen“ Welt. Sogar anwesende Besucher konnten gelegentlich jene Geisterscheinungen spüren. In Friederikes direkter Umgebung bewegten sich von nun an auch Gegenstände. Sie sagte die Todeszeitpunkte von Bekannten voraus und entwickelte Theorien über das Jenseits. Als sie schließlich 28-jährig starb, soll sie einen Freudenschrei ausgestoßen haben. Die Stunde ihres Todes hatte sie zudem exakt prognostiziert. Durch Kerners akribische Dokumentation wurde Friederike Hauff in ganz Europa bekannt. Sie war im Übrigen nicht nur ein physikalisches Medium, sondern auch ein Trance- und Mentalmedium.
Eine Zeitgenossin der „Seherin von Prevorst“ war die Nonne Anna Katharina Emmerick (1774–1824). Schon als Kind soll Anna Katharina religiöse Offenbarungen gehabt haben. Bis 1811 lebte sie als Nonne im Kloster des Augustinerordens. Als dieses Kloster im westfälischen Dülmen unter französischer Herrschaft aufgehoben wurde, lebte sie fortan unter ärmlichen Verhältnissen, hielt jedoch weiter an ihrem Ordensgelübde fest. 1813 zeigten sich erstmals Wundmale Jesu auf dem Körper der einstigen Nonne. In diesem Zustand empfing sie Visionen, sprach mit Geistwesen und nahm so gut wie keine Nahrung mehr zu sich. Schnell verbreitete sich der Ruf dieses Mediums und selbst der preußische König Friedrich Wilhelm III. fand sich am Wohnort der Emmerick ein.
Der große romantische Dichter Clemens Brentano (1778–1842) verbrachte schließlich fünf Jahre an der Seite der Mystikerin und schrieb ihre Visionen von biblischen Gestalten in mehreren Büchern nieder. Zuletzt verfasste er noch eine Biografie über sie, die jedoch unvollendet blieb. Anna Katharina Emmerick ist sowohl als physikalisches als auch als Trance-Medium zu betrachten.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verbreitete sich der Spiritismus in Deutschland trotz vieler Widerstände weiter. Ein Franzose namens Hippolyte Léon Denizard Rivail (1804–1869), der sich später Allan Kardec nannte, prägte die spiritistische Lehre dieser Zeit nachhaltig und ist auch heute noch geistiger Übervater vieler medialen Vereinigungen. Das mechanistische Weltbild spielte aber hierzulande nach wie vor eine zentrale Rolle, sodass sich – anders als in den USA oder England – nur sehr wenige Akademiker oder Naturwissenschaftler positiv über Medialität äußerten. Auch der politische Einfluss der Kirche war nach wie vor groß. Alles, was sich den christlichen Lehren zu widersetzen schien, wurde als „Teufelszeug“ gebrandmarkt. Das hielt aber einige Gläubige nicht davon ab, an den immer beliebter werdenden Séancen teilzunehmen, die zu einem Element des gesellschaftlichen Lebens wurden.
Bei einer Séance ging es darum, einen Kontakt in die jenseitige Welt herzustellen. Häufig stand auch die Kontaktaufnahme zu ganz bestimmten Geistern im Mittelpunkt, die sich verschiedenartig manifestierten. Meist geschah dies durch ein Medium als Sprachrohr, durch sogenanntes automatisches Schreiben, durch Pendeln und durch Gläseroder Tischrücken. Beim Tischrücken berührten sich die Hände der an einem runden Tisch sitzenden Anwesenden. Der Tisch geriet in Bewegung, Klopfgeräusche waren zu vernehmen. Das Medium – oder einer der Teilnehmer – begann dem Geist Fragen zu stellen, die mit „Ja“ oder „Nein“ zu beantworten waren. Geantwortet wurde mit einem Klopfen, wobei ein einmaliges Klopfen in der Regel „Ja“, ein zweimaliges hingegen „Nein“ bedeutete.
Im Laufe der Zeit wurde eigens für Séancen ein spezielles Klopfalphabet entwickelt. Der Astronom und Mathematiker Carl Friedrich Gauß (1777–1855) versuchte für das Tischrücken und andere Phänomene, die während einer Séance auftraten, wissenschaftliche Erklärungen zu finden. Andere Gelehrte wie der Philosoph und Arzt Carl Gustav Carus (1789–1869) verteidigten den Spiritismus vehement gegen seine Kritiker. Sie griffen das herrschende akademische Weltbild an, da es den feinstofflichen Geist und die unsterbliche Seele unberücksichtigt ließ.
Eine spektakuläre Versuchsreihe hochkarätiger Wissenschaftler an der Universität Leipzig untersuchte schließlich das Phänomen der spiritistischen Sitzungen. Leiter der Prüfungskommission war der respektierte Physikprofessor Johann Karl Friedrich Zöllner (1834–1882). Insgesamt untersuchte man die auftretenden Vorkommnisse bei 30 Séancen. Dabei wurde das Medium – ebenso wie die anderen Teilnehmer – genauestens kontrolliert und observiert. Es kam mehrmals zu telekinetischen Vorfällen, die im Untersuchungsbericht akribisch dokumentiert sind. Die anschließend veröffentlichten Berichte von Zöllner und seinen Kollegen verhalfen dem Spiritismus in Deutschland zu ganz neuem Ansehen – vor allem in gelehrten Kreisen.
20. Jahrhundert – Materie und Geist
Mit dem Aufkommen der Tiefenpsychologie und namentlich der Psychoanalyse zu Beginn des 20. Jahrhunderts existierte plötzlich eine Wissenschaft, die sich selbst in esoterischen Gefilden nicht fremd zu fühlen schien. Da passte es gut, dass ihr Begründer Sigmund Freud (1856–1939) mit der spiritistischen Bewegung zumindest sympathisierte.
Im Unterschied zu Freud, der als treibende psychische Kraft den Sexualtrieb ansah, charakterisierte sein Schüler Carl-Gustav Jung (1875–1961) den Menschen als eine Art magisches Wesen. Beider Zeitgenosse, der Oldenburger Arzt und Psychologe Albert Freiherr von Schrenck-Notzing (1862–1929), ging jedoch weiter und widmete sich bald ausschließlich der wissenschaftlichen Erforschung übersinnlicher Phänomene. Zu dieser Zeit traten immer mehr Medien in Erscheinung, von denen die Sächsin Anna Rothe (1850–1907) eines der bekanntesten war. Sie hielt im Berliner Stadtteil Schöneberg spiritistische Sitzungen ab, die sehr viel Zulauf erfuhren. Während der Séancen geschahen oftmals sogenannte Apporte – diverse Gegenstände materialisierten sich wie durch Geisterhand. Im Falle von Frau Rothe waren es meistens Blumen, weswegen sie Anhänger oft als „Blumenmedium“ bezeichneten. Ihr Ruf war zu dieser Zeit so herausragend, dass sie spiritistische Zirkel sogar nach Paris und in andere Städte einluden. Später wurde sie in Berlin wegen Betruges angeklagt, obwohl viele Zeugen zu ihren Gunsten aussagten und die übernatürlichen Erscheinungen von Geistern Verstorbener glaubhaft bestätigten.
Rothe war sowohl ein mentales als auch ein physikalisches Medium. Weiteren Einfluss auf die Akzeptanz der spiritistischen Bewegung jener Zeit übte der Begründer der Anthroposophie Rudolf Steiner (1861–1925), der selbst oft an Séancen teilnahm und ab 1916 sogar gelegentlich als Medium praktizierte, aus.
Während der NS-Diktatur von 1933 bis 1945 waren alle spiritistischen Vereinigungen in Deutschland verboten. Zuvor hatte die Kirche die Spiritisten in den Untergrund getrieben, nun war es die Politik. Ausgerechnet Adolf Hitler äußerte sich schon sehr früh abfällig über Spiritisten und hielt sie allesamt für Wirrköpfe. Dies veranlasste viele spiritistisch Tätige, entweder ganz auf Zusammenkünfte mit Gleichgesinnten zu verzichten oder sie unter Sicherheitsvorkehrungen in kleinstem Kreise stattfinden zu lassen. Die Gefahr der Entdeckung war dabei erheblich und die daraus resultierenden Folgen nicht absehbar. NS-Größen wie Rudolf Heß oder Heinrich Himmler beschäftigten sich aber sehr wohl mit okkulten Weltanschauungen, benutzten diese jedoch, um ihre Gräueltaten zu rechtfertigen.
In der Nachkriegszeit war die deutsche Bevölkerung mit der Bewältigung des Kriegstraumas und dem Wiederaufbau des zerstörten Landes beschäftigt. Das Wirtschaftswunder der 1950er-Jahre war jedoch nicht nur das Resultat großen Fleißes, sondern auch eine Verdrängungsleistung angesichts der mitverschuldeten Verbrechen im Dritten Reich. Parawissenschaften wie der Spiritismus hatten es in diesen materialistischen Jahren des Neuanfangs schwer und führten eine Schattenexistenz. Gleichwohl eröffnete 1950 der Psychologe Hans Bender (1907–1991) in Freiburg im Breisgau das „Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene“ (IGPP), das fortan den gesellschaftlichen Diskurs über Okkultismus in Deutschland wesentlich mitprägte. Bundesweit bekannt wurde das Institut durch die Untersuchung des „Spuks von Rosenheim“.
In einer Anwaltskanzlei dieser bayerischen Stadt bewegten sich 1967 ohne menschliches Zutun diverse Gegenstände, außerdem ertönten laute Knallgeräusche – eine geregelte Arbeit unter diesen Umständen war unmöglich geworden. Mitarbeiter des Freiburger Instituts stellten fest, dass während des Auftretens aller Phänomene stets die 19-jährige Anwaltsgehilfin Annemarie Schneider zugegen war. Sie wurde als sogenannte Fokusperson identifiziert, also eine Art unbewusstes physikalisches Medium. Medien dieser Art sind meistens jung, labil und können durch ihre Anwesenheit Poltergeist-Phänomene auslösen. Die Gehilfin bestritt ihre Beteiligung an den Vorkommnissen, doch als sie kurz darauf kündigte, hörte der Spuk auf.
Die studentischen Protestströmungen der 1960er-Jahre waren nicht nur gegen Kriegspolitik und Konsum gerichtet, sondern traten auch für eine Neuerforschung des menschlichen Bewusstseins ein. Dabei spielten anfänglich auch psychotrope Drogen wie Haschisch und LSD eine große Rolle, die aber in späteren Jahren ihre Bedeutung in diesem Bereich verloren. Mit dem Aufkommen der sogenannten New-Age-Bewegung, die zu Beginn der 1970er Jahre aus den USA auch nach Deutschland schwappte, rückten einstige Randgebiete der Psychologie plötzlich in den Fokus. Auch fernöstliche Techniken wie Meditation oder Yoga fanden immer stärkeren Anklang.
In diesen Zeiten besaßen Grenzwissenschaften wie der Spiritismus ungeheure Anziehungskraft. Séancen fanden jetzt nicht mehr konspirativ in Hinterzimmern statt, sondern am WG-Tisch in der Studentenbude. Später verbreitete sich in Deutschland zudem ein umstrittenes Hilfsmittel, um mit Geistwesen in Kontakt zu treten: das Ouija-Board. Dieses „Hexenbrett“ trat einen kleinen Siegeszug durch deutsche Kinderzimmer an und erregte damit die Aufmerksamkeit der Jugendschützer. Eine Zeit lang war sogar von „Jugendokkultismus“ die Rede, mittlerweile sind die Mahner jedoch verstummt.
21. Jahrhundert – Geist in der Maschine
Kaum ein Ereignis der vergangenen Jahrhunderte hat den Alltag des Menschen so nachhaltig beeinflusst wie die digitale Revolution. Informationen aller Art sind nun nicht mehr umständlich über analoge Kanäle zu beschaffen, sondern können per Mausklick sofort aufgerufen werden. Die Folgen dieser Demokratisierung des Wissens sind immer noch nicht abschätzbar. Auch einst geheime oder verfemte Lehren aus dem Bereich des Spiritismus sind heutzutage für jeden Suchenden mit Internetanschluss zugänglich. Der Interessierte hat selbst in Bezug auf spirituelle Medien aller Art eine große Auswahl, denn viele von ihnen sind mittlerweile via Homepage im Netz vertreten.
Dabei bieten sie nicht nur an, tröstende Botschaften aus der jenseitigen Welt an trauernde Angehörige zu vermitteln. In Workshops und Seminaren kann man sowohl brachliegende mediale Fähigkeiten als auch die eigene Sensitivität entwickeln lernen. Die Marginalisierung der menschlichen Medialität durch Kirche und Politik scheint damit endgültig der Vergangenheit anzugehören.
Geschichte der physikalischen Medialität in Deutschland
Unter den Begriff der physikalischen Medialität fallen Phänomene, die sich meistens im Umfeld einer spiritistischen Sitzung ereignen: Materialisationen von Geistwesen und Ektoplasma, Apporte, Levitationen von Gegenständen und Menschen, direct voices und Leuchterscheinungen.
Im Mittelpunkt solcher Erscheinungen steht oft ein Medium, das in der Lage ist, Kontakte zu Geistern herzustellen und Mitteilungen aus der jenseitigen Welt zu empfangen. Oft manifestieren sich dabei o.g. physikalische Phänomene. Die Geschichte der physikalischen Medialität in Deutschland lässt sich zwar nicht mit jener in England oder den USA vergleichen, aber sie verdient eine nähere Betrachtung.
Die Begründung der Parapsychologie
Inmitten der aus England herüberschwappenden Industriellen Revolution und der Epoche der rationalisierenden Aufklärung entstand bei den Menschen dieser Zeit bald die Sehnsucht nach einer Welt jenseits aller materialistischen Anforderungen und Gesetze. Die zweckorientierten Vertreter des christlichen Glaubens konnten das Bedürfnis nach Mystik und Entgrenzung nicht mehr stillen.
Wie eine Lichtgestalt erschien daher der Naturwissenschaftler Emanuel Swedenborg (1688–1772) inmitten einer von jeglicher Spiritualität befreiten Gesellschaft. Unbeeindruckt von kirchlicher Repression berichtete er von Visionen einer Geistwelt, die neben der materiellen Welt existiert und Beachtung einforderte. Swedenborg berief sich defätistisch auf die Bibel und fasste die Beschäftigung mit dem Jenseits nicht als Widerspruch zur christlichen Lehre auf.
Auch der deutsche Mediziner Anton Mesmer (1734–1815) ging nach jahrelangen Forschungen davon aus, dass es eine übersinnliche Welt gab, mit der jeder Kontakt aufnehmen konnte. Mesmer, der als Wegbereiter der Parapsychologie gilt, hielt die Behandlung von Kranken bei verändertem Bewusstseinszustand am förderlichsten für eine schnelle Genesung. Beim Handauflegen fand durch den sogenannten menschlichen Magnetismus eine Energieübertragung statt. Die Patienten befanden sich während der Heilungssitzung in einem schlafartigen Zustand. Sie berichteten danach, dass ihre Sinnesorgane ungewöhnlich geschärft waren und sie die üblichen körperlichen Grenzen weit überschreiten konnten. Ja, sie nahmen zum Teil eine andere Welt wahr.
Zu jenen Zeiten wurde ausgerechnet von christlichen Geistlichen oftmals von spukähnlichen Erscheinungen berichtet. So erzählte der Konstanzer Abt Calmet von Vorkommnissen in einer Druckerei, in der 1747 schwere Maschinen von einem Poltergeist durch die Luft geschleudert wurden seien. Der unsichtbare Störenfried schubste sogar Menschen von einer steilen Treppe hinunter. Einige Jahre später trieb ein Klopfgeist in der Nähe Braunschweigs sein Unwesen. Das laute Scheppern, das er in einem ländlichen Anwesen versursachte, rief die Behörden auf den Plan. Diese konnten jedoch keine natürlichen Ursachen für den Spuk feststellen. Heute geht man davon aus, dass eine Bedienstete des Hauses als unbewusste Auslöserin für die übernatürlichen Erscheinungen verantwortlich war.
Blütezeit des modernen Spiritismus
Mitte des 19. Jahrhunderts gründete sich in England und den USA eine Vielzahl an spiritistischen Gruppen, die in Privathäusern Séancen zur Geisterbeschwörung veranstaltete. Dabei wurden mittels Klopfalphabet oder Gläser-und Tischerücken Geister befragt. In Deutschland steckte der Spiritismus hingegen noch in den Kinderschuhen. Trotzdem gab es dank des großen Einflusses Mesmers immer mehr Menschen, die sich mit den Phänomenen der geistigen Welt auseinandersetzen wollten. Der deutschstämmige Spiritist und medial begabte Baron Ludwig von Güldenstubbe (1820–1873) hörte von der wachsenden spiritistischen Bewegung in den USA und begann aus Neugierde, selbst Séancen zu veranstalten. Schon bei seinen ersten Versuchen manifestierten sich laute Klopfgeräusche und einige seiner Möbel bewegten sich durch das Zimmer.
Eine Séance bei Baron Ludwig von Güldenstubbe
In die Mitte eines großen abgedunkelten Raumes stellte er einen Tisch. Am Ende dieses Tisches saß das Medium, zusätzlich platzierte er sechs Personen um den Tisch herum. Die sensibelste dieser Personen nahm den Platz rechts neben dem Medium ein, die positivste links neben dem Medium. Nun legten die Beisitzer jeweils die rechte Hand auf den Tisch, die linke Hand lag derweil auf der Hand des Nachbarn. So war eine magnetische Kette gebildet, während sich das Medium außerhalb dieser Kette befand. Nach einiger Zeit bewegte sich der Tisch ruckartig. Die Person, die links vom Medium saß, versuchte telepathischen Kontakt zu dem betreffenden Geist herzustellen. Ein anderer Teilnehmer spürte, wie seine Hand gegen seinen Willen einen bereitliegenden Stift ergriff und etwas auf ein Blatt Papier kritzelte. Von Güldenstubbe stellte nach der Séance fest, dass es der anwesende Geist gewesen war, der seine Gedanken hatte niederschreiben lassen. Im Laufe der Sitzung manifestierten sich Lichterscheinungen, die irgendwann die Form einer menschlichen Gestalt annahmen. Zugleich spürten die Anwesenden einen kühlen Hauch im Raum. Im Laufe der nächsten Jahre verstärkten sich die medialen Fähigkeiten des Barons von Güldenstubbe. So traten bei einer Séance unter seiner Leitung riesige Gestalten auf, die durch den mit 30 Kerzen hell erleuchteten Raum gingen. Auch Möbel verschoben sich immer wie von Geisterhand und gruppierten sich um.
Angespornt durch diese Erfolge widmete sich von Güldenstubbe nun einem Phänomen, das in England und den USA als „Direct Writing“ bekannt war. Von Güldenstubbe legte Papier und Stift in eine kleine Schachtel, verschloss diese und bewahrte den Schlüssel an einem sicheren Ort auf. Als er die Schachtel nach 13 Tagen öffnete, entdeckte er unzusammenhängende Buchstaben auf dem Papier. Er wiederholte dieses Experiment mehrmals und fand bald folgende Worte auf dem unberührten Papier vor: „Ich bin das Leben“. Eine weitere Botschaft, die unter diesen Umständen entstand, enthielt die Worte einer kürzlich verstorbenen Frau. Von Güldenstubbe zeigte deren Familie und Freunden den Text. Alle bezeugten übereinstimmend, dass diese Notiz von jener Toten stammen müsse, denn Handschrift und Sprachduktus seien deutlich wiederzuerkennen. 2000 ähnliche Experimente auf dem Gebiet des automatischen Schreibens folgten. Immer häufiger berichteten Zeugen dieser übernatürlichen Vorgänge von eigenen Erfahrungen mit den „Direct Writings“.
Auch die Wissenschaft konnte nicht mehr ihre Augen vor dem in Deutschland populärer werdenden Spiritismus verschließen. Der Psychologe und Physiker Gustav Theodor Fechner (1801–1887) sah in der Medialität keinen Widerspruch zu seiner akademischen Weltsicht. Er betrachtete das Universum als beseelt und die Materie nur als sichtbare Hülle. Mit Wissenschaftskollegen untersuchte er 1877 an der Universität Leipzig unter strengen Kontrollbedingungen einige Séancen. Mehrmals kam es dabei zu physikalischen Phänomenen wie Apporten oder auch Telekinese.
Ein Versuch aus den diversen Testreihen lieferte ein besonders interessantes Ergebnis. Ein tagheller Raum an der Leipziger Universität. Unter einem Tisch wurde eine vorher gesäuberte und überprüfte Schiefertafel postiert, daneben legte man ein Stück Kreide. Am Tisch saß das Medium, links und rechts davon zwei Forscher, die die Hände des Mediums fest umklammerten. Die seitwärts gerichteten Beine des Mediums waren gut sichtbar und befanden sich in einiger Entfernung zu der Schiefertafel. Nach wenigen Minuten hörten alle Anwesenden laut und deutlich ein Geräusch, als würde jemand etwas auf die Schiefertafel schreiben. Schnell hoben die Versuchsleiter die Tafel auf und waren völlig erstaunt, dass darauf etwas geschrieben stand: „Die Wahrheit wird allen Irrtum überwinden.“
Der spiritistischen Bewegung in Deutschland gab die Aufmerksamkeit und das Wohlwollen respektierter Zeitgenossen ein seriöses Renommee. Selbst der bekannte Schriftsteller Thomas Mann besuchte aus Neugierde eine Séance mit dem Vorsatz, diese später in einem seiner Werke zu karikieren. Letztlich bezeichnete er die Vorgänge dort als „unmöglich“, doch er fügte hinzu: „Sie geschehen aber trotzdem.“ Es ist außerdem kaum bekannt, dass die Bauhaus-Architekten ihre revolutionären Ideen während diverser Besuche von spiritistischen Sitzungen entwickelten.
Das Dritte Reich und die Folgen der Austreibung des Spiritismus
Adolf Hitler war Zeit seines Lebens ein vehementer Gegner des Spiritismus. Im Dritten Reich waren deshalb Séancen und alles, was damit zusammenhing, verboten. Viele Medien wurden verhaftet und landeten in Konzentrationslagern. Eine lebendige spiritistische Szene wurde somit in den Untergrund gedrängt und verblühte schließlich zum Ende des Zweiten Weltkrieges nahezu vollständig. Was der christlichen Kirche all die Jahre zuvor nicht gelungen war, erledigten die Nationalsozialisten. Viele Medien fühlten sich in diesen für sie gefährlichen Zeiten an die kirchliche Hexenverfolgung im Mittelalter erinnert. Die Zeit nach dem Krieg war natürlich dem Wiederaufbau gewidmet. Doch während privater, fast konspirativer Séancen nahmen viele untröstliche Witwen mit ihren im Krieg gefallenen Männern Kontakt auf.
Die Umbrüche in den 1960er Jahren erweckten ein neues Interesse an Spiritismus und Okkultismus. Als der Israeli Uri Geller Anfang der 1970er Jahre in einer deutschen TV-Show durch Geisteskraft physikalische Phänomene zu bewirken schien, löste das in Deutschland eine richtiggehende Okkultismus-Welle aus. Geller schien nur durch Handauflegen kaputte Uhren zu reparieren und massives Besteck zu verbiegen. Tausende Menschen riefen noch während der Sendung bei der Fernsehanstalt an und behaupteten, jahrzehntelang nicht funktionierende Uhren gingen plötzlich wieder bzw. Besteck in der Schublade hätte sich verbogen.
Sicher trugen diese Ereignisse dazu bei, das Verhältnis der Deutschen zu paranormalen Vorgängen zu entspannen. In den letzten Jahren hat sich auch dank der New-Age-Welle der späten 1970er und frühen 1980er Jahre eine große esoterisch-spirituelle Bewegung in Deutschland gebildet. Mittlerweile bieten viele Medien ihre Dienste im Internet an. Auch Workshops und Ausbildungen, um die eigene brachliegende Medialität zu erwecken, werden heutzutage überall offeriert. Vielleicht ist es deswegen nur noch eine Frage der Zeit, bis Deutschland einmal eine ähnlich vitale Szene der physikalischen Medialität hervorbringt, für die England so berühmt ist.
Schamanismus – Tanz mit den Geistern
Im Schamanismus liegt die Wiege der Medialität. Bereits vor 30.000 Jahren waren Menschen in der Lage zur Geistwelt Kontakt aufzunehmen. Ich bin selbst über sechs Jahre im Schamanismus ausgebildet worden und nutze diese Möglichkeit auch heute noch. Dabei hatte ich die große Chance indigene Schamanen aus allen Kulturen arbeiten zu sehen, selbst mit ihnen zu arbeiten und von ihnen zu lernen.
Kennzeichnend für die Kraft eines Schamanen ist seine Fähigkeit, sich in Trance zu versetzen. Trance ist ein bewusstseinsveränderter Zustand. Er ermöglicht dem Schamanen, sich eine Zeit lang von der alltäglichen Wirklichkeit zu lösen um in die nichtalltägliche Wirklichkeit zu reisen, wie der Schamane es nennt. Das schamanische Weltbild ist geprägt durch eine Aufteilung in drei Welten. Die untere, mittlere und obere Welt stehen dabei für die Welt der Seele, die wirkliche Welt im Hier und Jetzt und die obere Welt steht für den Bereich der Ahnen, Götter und Geister.
Mithilfe von Trancetechniken, selten auch bewusstseinsverändernden Pflanzen, kann er in die Wirklichkeit der anders kaum wahrnehmbaren Phänomene wie Geister, Götter, von Tieren und Pflanzen eintreten. In diesem Zustand kann auch eine schamanische Diagnostik stattfinden oder es können Informationen abgerufen werden. Während dieser Trancezustände ist oft das Krafttier der Führer. Dieses nimmt also die gleiche Position wie im medialen Bereich der Geistführer ein.
Es gibt mehrere schamanische Methoden, den Trancezustand zu erreichen. Viele Schamanen benutzen berauschende Pflanzen und Pilze. Fast alle Schamanen erreichen den Trancezustand mithilfe von rhythmischen Musikinstrumenten, Tanz und Gesang. Besonders bekannt ist hier der schamanische Ekstase Tanz.
Den Schamanen zeichnet dabei die Fähigkeit aus, willentlich zwischen Bewusstseinszuständen zu wechseln. Auf diesen Reisen durch die Anderswelt kann er Ursachen von Geist, Körper und Seele wahrnehmen oder die Verletzung von göttlichen Gesetzen erkennen.
Als Träger und Vermittler von hilfreichen Informationen erkennt der Schamane die Zusammenhänge zwischen der Menschenwelt und der geistigen Welt und kann in sie eingreifen und wieder zum Positiven wenden.
Die Fox Sisters – Die geistige Welt klopft an
„Tauchen Sie tief in Ihr Herz ein und lauschen Sie seinem Rhythmus. Die Wesen, die Sie eingeladen haben, verfügen über eine eigene Sprache und werden zu Ihnen sprechen. Wenn Sie nicht aufmerksam zuhören, werden Sie diese Sprache nicht verstehen.“
Somè (Dagara)
Medialität ist keine Erfindung der Neuzeit. Schon immer existierten Menschen, die eine bestimmte Gabe hatten, Dinge in ihrem Umfeld klarer wahrzunehmen als andere. Dafür lassen sich viele Beispiele in der Geschichte finden. Erscheinungen, Prophezeiungen und Vorahnungen sind genauso bekannt wie Déjà-vu Ereignisse und unerklärbare Vorkommnisse. Sie gehörten zum alltäglichen Leben. An den alten Fürsten- und Königshöfen gab es Wahrsager, viele Religionen gründen sich auf Prophezeiungen und wohl jeder hat schon einmal vom berühmten Orakel von Delphi gehört. Der einzige Unterschied zu früheren Zeiten ist heute, dass Menschen mit besonderen Fähigkeiten von großen Teilen der Bevölkerung akzeptiert werden und sie nicht mehr im Geheimen arbeiten müssen.
Ein neues Grundverständnis der Welt
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