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W A N D Z E I C H N U N G . Vielleicht sind sie auch so neugierig wie Charlotte. Ein Leben kann man suchen, wenn es nichts zu suchen gibt, auch nur genießen. Könnte sein, dass es für ein Leben immer eine Fortsetzung gibt, oder immer jemand der etwas zu erzählen hat.
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Seitenzahl: 54
Veröffentlichungsjahr: 2017
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2. Kapitel
3. Kapitel
4. Kapitel
5. Kapitel
6. Kapitel
7. Kapitel
8. Kapitel
9. Kapitel
Die Handtasche fest unter den Arm geklemmt, ging sie den Fluss entlang, ruhig floss es.
Einen bestimmten Betrag hatte Charlotte noch zur Verfuegung, schon lange war sie beratend unterwegs. Ihr Steckenpferd war die Wirtschaft, ein Programm entwickelt das jedoch auf anhieb keiner verstand. Bei jedem Geschaeft das sie bisher taetigte setzte sie einen gewissen Betrag. Sollte dieser ueberschritten sein, legte sie es erst mal auf Eis. Nicht weiter tragisch. Weil sie staendig neue Ideen hatte, die Arbeit niemals ausging. Florenz die letzte Station.
Eine Uebernachtung, dann erst mal ruhen lassen, ihr Plan. Vor dem Haus mit den goldenen Schildern, blank geputzt. Niemand das Potenzial zu erkennen.
Zweifellos konnte es daran gelegen haben, dass sie immer nur Fragmente preis gab. Denn schuetzen konnte man geistiges Eigentum nur bedingt. Auch der letzte nicht verstanden.
Denn nach wenigen Minuten war auch dieses Gespraech beendet.
So tauchte sie ein in die Menge der Touristen. Obgleich sie aus allen Laendern nach Florenz stroemten. Ihre Kleidung unterschied sich nicht sehr vom Land. Die kniehohe Mauer entlang die Silhouette vom Stadtzentrum bereits im Blick.
Sollte sie die uebrig gebliebene Zeit nutzen und auch mal ein Museum besuchen? Niemals konnte sie mitreden wenn sich Kollegen von Bruno ueber Kunstobjekteunterhielten. Das Wissen hatte sie einfach nicht. Aber wenn man es genau nahm wusste sie mehr von den Kuenstlern als von der Kunst an sich. Auf dem Platz auf dem die riesige weiße Maennerstatue steht, stehend, tummelten sich Menschen. Ab und an konnten Strukturen erkannt werden. Entweder an Fahnen oder Regenschirmen, daran, Mensch an Mensch in Reihe und Glied, vor den Kassenhaeuschen standen. Charlotte wild entschlossen Eintritt zu bezahlen, auch einer Fahne im Museum zu folgen, die ihr etwas beibrachte.
Die Stimme kraechzend, die Anmut des Gesichts Lichtjahre von dem der Statue hinter ihr entfernt.
"Bar oder mit Karte!"
In einem Ton der erschaudern liess.
"Ueberhaupt nicht!"
Selten bloedes Arschloch, dieser Typ. In Panini, Sandwich oder Torten war das Geld besser investiert. So sass Charlotte, die Menge beobachtend da. Auffallend die knappen Kleider, es hatte manchmal den Anschein als wuerden die Schneider einfach zu wenig Stoff verwenden. Doch die Mode ist wohl so, oder vielleicht liegt es am Stoffpreis. Neben ihr eine Klasse mit Lehrerin, sie brachte den Kindern das bei, was ihr fehlte.
Wann geboren! Wo die Werke erschaffen! Wo gestorben! Wann gestorben!
Niemals ein Wort was der Kuenstler mit seinen Werken der Welt mitteilen wollte.
Charlotte: "Zahlen!!"
Kellner: "Bar oder mit Karte!!"
Noch einige Schritte ging sie weiter bis zu einem Gebaeude eingendlich sah man nur den Eingang. Maechtig, rund gebaut, nach oben hin spitz, von aussen nach innen gebaut. Irgendwie golden war es. Unzaehlige kleine Figuren waren in den Stein, oder auch Holz geschnitzt.
Richtig konnte man nicht ran, zu viele Menschen standen vor ihm.
Trat einige Schritte zurueck, betrachtete es aus einer gewissen Entfernung, und erschrak.
Es sah aus als seih es ein Schlund, also wie eine Mundhoehle, der Gaumen und Rachen.
Schnell ging sie weiter an den kleinen Imbissbuden vorbei, ein Wohngebiet schloss sich ihnen an. Ein Blick zurueck, da sah sie, dass es die Kirche sein musste deren runden Kuppeln gruen waren, und auf Ansichtskarten oft das Motiv.
Einen Turban aus Handtuch einen Bademantel, so inspizierte sie das Apartement in Berlin. Eher war es ein Loft. Ein Balkon, Berlin zu ihren Fueßen. Das Loft hatte Bruno's Firma vermittelt. Etwas Probleme sich einzufinden, denn das Loft hatte eine Kueche, und kein Telefon an dessen Ende ein Kellner sass um die Roomservicebestellung aufzunehmen. Lange war sie gereist.
Die Eindruecke von Florenz liessen sie nicht mehr los, einerseits als auch andererseits. Vor der Abreise betrat sie das Haus, wo die Maennerskulptur davor steht, keine Ahnung was es fuer eines war. Doch es gab dort eine Ballustrade mit Wandzeichnungen, die sich aneinander reihten, aehnlich von Filmnegativen und diese erzaehlten eine Geschichte. Frostig war das Gebaeude, zu gerne haette sie gewusst wer frueher darin wohnte.
Das wohl schrulligste Kleid hatte sie an, als es hinabging, die Stufen zur U-Bahn. Dass es schrullig genug war, merkte sie schnell. Berlin hatte sich veraendert, gar nicht bemerkt was die ganzen Jahre geschah. Viele Blicke ruhten auf ihr.
Station Friedrichstrasse war stop. Ein Gewussel an der Station die einmal Niemandsland war. In Journalen gabe es Beilagen mit Empfehlungen, hier sollte die Avantgard der Republik sein, genau dort wollte sie hin. Im Flugzeug lagen die Journale in der Bordzeitung.
Einige Klamottenlaeden durchstoebert, die Schaufenster betrachtet, hob sie den Arm, das Taxi hielt.
"Zum Patentamt bitte."
"Vordereingang oder Hintereingang."
"Na was ist denn wohl der Haupteingang."
"Na Vorne."
"Na also."
Welch eine selten bloede Frage, wer geht denn schon zum Hintereingang in ein Gebaeude.
"Ich frage nur weil,......."
"Ja Ja, interessiert mich nicht."
Grosses Gebaeude, kalt, wenig Menschen, ein Empfang.
Ein junger Mann mit blondem lockigem Haar, etwas laenger, wie Korkenzieher hingen sie herunter.
"Wo kann man hier ein Geschmacksmuster anmelden?"
"Kommt drauf an."
Charlotte hob die Hand.
"Stop, bevor Sie weiter reden, sagen Sie mir einfach nur die Abteilung, mehr nicht."
"Stockwerk 3 Zimmer 153."
"Danke."
Nach 20 Minuten stand sie wieder am Emp
fang.
"Wo ist die Kasse, bitte?"
"Sie gehen den Gang entlang rechts, dann an der Fensterfront vorbei, folgen Sie den gruenen Punkten, dann ist sie dort."
"Danke."
Als sie die Halle betrat stand der junge Mann an der Tuere in die sie zuvor gegangen war.
"Entschuldigen Sie bitte, aber wie schafft man es ein Geschmacksmuster innerhalb zwanzig Minuten anzumelden? Man muss doch Formulare ausfuellen, und dann dauert das bis man schriftlich benachrichtigt wird."
"Was!"
"Aber natuerlich."
"Was fuer ein Quatsch."
Wusste sie es doch, dass hier was falsch laeuft.
"Also das geht so. Man oeffnet die Tuere, informiert den Beamten davon dass er im Dienste der Bevoelkerung, also in dem Fall von mir steht. Dann gibt man dem netten Herrn einen Umschlag der versiegelt ist. Bekommt eine Nummer, dann geht es zum bezahlen."
"Was!!"
"Aber natuerlich so war es, Sie glauben doch nicht wirklich dass ich mich aufsolch einen Formularquatsch einlasse. Sie sollten sich vielleicht auch mal mit solch einer Methode befassen!"
"Wie kommen Sie denn darauf?"
"Ich glaube nicht, dass Sie hier als angestellter Pfoertner arbeiten, oder beschaeftigt sich ein Pfoertner mit Wurzelrechnung und Konstruktion!"
"Nein, ich bin Student der Ingenieurswissenschaft, arbeite auf 450 Basis neben dem Studium."
