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Revolutionieren Sie Ihren Gemüsegarten! Mit mehrjährigem Gemüse sparen Sie Zeit, Kosten und Mühe, denn mit nur einmaligem Anbau ernten Sie jedes Jahr aufs Neue Ihr eigenes, frisches Gemüse. Ob im Garten oder auf dem Balkon – mit den hilfreichen Anleitungen und Praxistipps der erfahrenen Autoren steht der Planung Ihres eigenen Dauernutzgartens nichts mehr im Wege. Entdecken Sie nicht nur vergessene oder kaum bekannte Gemüsearten, sondern auch mehrjährige Früchte und Kräuter, und bereichern Sie Ihren Garten mit ägyptischen Zwiebeln, Oka oder Baumtomaten. Mit diesem Buch erleben Sie Jahr für Jahr maximalen Gemüsegenuss bei garantiert minimalem Aufwand!
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Seitenzahl: 147
Veröffentlichungsjahr: 2021
Philippe Collignon | Bernard Bureau
Aus dem Französischen von Sabine Hesemann
Acker-Lauch (oder Sommer-Lauch, Allium ampeloprasum) ist eine sichere Bank: Schneiden Sie ihn mehrfach in der Saison ab, er wird wieder wachsen!
In der heutigen Zeit sind wir hin- und hergerissen zwischen Zeitmangel und dem Wunsch nach besseren, weil selbst angebauten Nahrungsmitteln und möchten dafür natürlich keine Unsummen aufwenden. Es existiert eine kaum bekannte Kategorie von Gemüse, die man nur einmal anbauen muss, um sie viele Jahre lang ernten zu können: die mehrjährigen Gemüse. Mit ihnen kann man einen „Dauernutzgarten“ anlegen, der sowohl Zeit als auch Geld spart. Eine gute Nachricht in Zeiten knapper Kassen. In diesem Buch stellen wir die besagten Gemüsearten und ihren Anbau vor.
Diese Gemüse haben viele Vorzüge. Erstens muss man nicht besonders viel Geld ausgeben. Für eine vierköpfige Familie genügen weniger als 200 Euro. Zweitens verringert sich der gärtnerische Aufwand um das Zehnfache. Das liegt zum einen daran, dass die meisten Arten alljährlich zur Ihrer Freude von selbst wieder aufgehen. Wenn Sie dazu noch unsere Empfehlungen für die minimale Pflege befolgen, vor allem das Mulchen mit Stroh, dann reduzieren sich Ihre Gartenarbeit im Sommer sowie der Einsatz von gesundheitsschädlichen Unkrautvernichtungsmitteln merklich. Dadurch werden Ihre Gemüse besser im Geschmack und gesünder. Schmalblättriger Doppelsame (Wilde Rauke) schmeckt besser und ist reicher an Vitamin C und Kalzium als der gewöhnliche Rucola, den man im Supermarkt-Regal findet. Schon wenige Stunden nach dem Schnitt ist der Letztgenannte welk und fade.
Ein Gemüsegarten sorgt außerdem für Spaß, Blüten und Individualität. Egal, wie groß die Anbaufläche im Garten oder auf dem Balkon ist, man kann darauf einen dauerhaften Gemüsegarten anlegen, die mehrjährigen Gemüse mit den gewöhnlichen einjährigen Gemüsen kombinieren oder sie in die Zierpflanzenbeete integrieren. Also dann: Stürzen Sie sich nun zusammen mit uns in dieses wunderbare Abenteuer.
Ziel dieses Buches ist die maximale Minimierung der Gartenarbeit unter dem Motto „Pflanzen, um nicht wieder pflanzen zu müssen“. Dazu sind die mehrjährigen Gemüse der Schlüssel und ebenso das Mulchen. Wie Sie später sehen werden, ist dies ein wichtiger und unverzichtbarer Teil unserer Philosophie.
Wir möchten Sie dazu einladen, mit den üblichen Überlegungen zu brechen. Legen Sie ihren Nutzgarten nicht irgendwo am Rand des Gartens an, wo Sie ihn nicht sehen. Einen Gemüsegarten sollte man tagtäglich im Blick haben. Heutzutage ist er zudem ein hübscher Anblick, weil wir darin unser Gemüse gemeinsam mit Zierblumen und essbaren Blüten anpflanzen können.
Wählen Sie daher eine Stelle nahe am Haus, an der Sie täglich vorbeikommen werden und das Wachsen des Gemüses beobachten können. Wenn nötig, können Sie dann auch rasch helfend eingreifen. Denken Sie auch an den möglichst unkomplizierten Einsatz und Transport von Material wie Pflanzerde und Mulch. Ein Beet weitab von Gartenwegen macht viele unnötige Arbeitsschritte erforderlich. Legen Sie den Gemüsegarten auch in der Nähe eines Wasseranschlusses an. Es ist kein Vergnügen, wenn man unendliche Meter Gartenschlauch ausrollen muss …
Die Stelle sollte mindestens sechs Stunden täglich in der Sonne liegen, gerne länger. Je schattiger Ihre Schützlinge stehen, desto schwächer und anfälliger werden sie gegenüber Parasiten und Krankheiten. Eine gute Standortwahl bedeutet Vorbeugung. Um gesunde Gemüsepflanzen anzubauen, sollte man alle Vorteile auf seiner Seite haben. In nördlicheren Regionen wird der Gemüsegarten am besten auf der Süd- oder Südwestseite des Hauses angelegt. Hier herrscht optimale Wärme und im Frühling wärmt sich der Boden gut auf. Sonne sollte man haben, Wind jedoch kaum! Andernfalls muss man eine Hecke pflanzen, die vor allem im Frühling die zerstörerischen Kräfte des Windes (Frost, Austrocknung, Umbrechen) im Zaum hält. Der Boden sollte gesund und tief sein. Ein Tipp: Wenn Sie irgendwo Brennnesseln im Garten entdecken, reißen Sie diese mit der Wurzel aus und wählen Sie diese Stelle für ihr erstes Gemüsebeet. Beobachten Sie auch, was „die Alten taten“ oder der Nachbar, denn oft ist das der gute Rat, den man beim Abenteuer Garten braucht.
Platzieren Sie den Gemüsegarten nicht in der Nähe hoher Bäume, da diese viel Wasser und Nährstoffe zehren. Meiden Sie auch Senken oder Vertiefungen, weil diese sich nur schwer erwärmen und im Frühling oder Herbst oft zu feucht sind. Nutzen Sie für gutes Pflanzenwachstum den Vorteil von sich leicht nach Süden neigenden Hängen.
Ein Gemüsegarten in unmittelbarer Nähe des Hauses lässt sich leicht pflegen. Auf jeden Fall sollte er sehr sonnig gelegen sein.
Vor Ihrem ersten Spatenstich muss klar sein, welche Art Boden Sie unter den Füßen haben. Nehmen Sie eine Handvoll Erde, pressen Sie sie in Ihrer Faust zusammen und öffnen Sie sie wieder:
– Wenn der Boden leicht auseinanderrieselt, dann ist er zweifelsfrei sandig und muss mit organischem Material (Kompost) angereichert werden, damit er das Wasser und die Nährstoffe besser speichert.
– Wenn er normal krümelt, dann besteht die Möglichkeit, dass sich Ihre Gemüsepflanzen darin wohlfühlen.
– Wenn er einen kompakten Klumpen bildet, dann ist er vermutlich lehmig und muss gelockert werden, damit er wasserdurchlässiger wird. Auch hier empfiehlt sich die Zugabe von Kompost, auf kleiner Fläche kann man Sand untermischen. Wir werden zudem sehen, dass man bei lehmigen Böden den Gemüsegarten besser in erhöhten Beeten unterbringt, um den Ablauf des Wassers und die Erwärmung des Bodens im Frühling zu begünstigen.
Zu viel Wasser ist der größte Feind Ihrer zukünftigen Pflanzungen, vor allem bei Wurzelgemüse. Um festzustellen, ob der Boden ausreichend wasserdurchlässig ist, kann man ein einfaches Experiment durchführen: Man hebt ein 25 cm tiefes Loch aus und füllt es innerhalb von zwei Tagen komplett zweimal mit Wasser auf. Am dritten Tag füllt man es erneut und nimmt die Zeit: Wenn sechs Stunden später am Grund des Lochs noch Wasser steht, dann sollte man die Drainage des Bodens verbessern oder den Standort wechseln.
Wenn Sie unsicher sind, können Sie auch eine Bodenanalyse durchführen lassen, um einen Steckbrief Ihres Gartenbodens zu erhalten (Durchlässigkeit, Struktur, Textur, organische Zusammensetzung). Danach können Sie den Standort Ihres künftigen Gemüsegartens festlegen. Viele Gärtnereien bieten diese Dienstleistung in Kooperation mit Speziallaboren des Agrarsektors an. Je nach Analyse kostet dieser Service zwischen 50 und 100 Euro.
Bei der Beetanlage ist oft die Zugabe von Kompost nützlich: Er verbessert schwere und sandige Böden gleichermaßen.
Egal ob sandig oder lehmig, die Anreicherung mit gut zersetztem, organischem Material, also Kompost, verbessert die Bodenqualität. Sie können entweder den eigenen Kompost aus Baum- und Rasenschnittgut sowie Nahrungsmittelabfall verwenden oder einfach Kompost im Gartenfachhandel kaufen.
Mischen Sie das zersetzte, organische Material unter den Boden. Für einen erfolgreichen Start empfiehlt sich eine Schicht von 5–8 cm, also 5 m3 auf 100 m2 Fläche. Arbeiten Sie das Material etwa 15 cm tief ein, um den bodenlebenden Mikroorganismen zu einem guten Start zu verhelfen.
Bei der Bodenbearbeitung gibt es zwei Methoden: Der Boden wird mittels Motorpflug oder durch Umgraben völlig umgewälzt oder man bricht nur seine Oberfläche auf und reichert ihn von Zeit zu Zeit mit organischen Stoffe an.
Gesichert ist, dass durch das Umwälzen der Bodenschicht bis in 20 cm Tiefe die Mikroorganismen gestört werden. Ebenso sicher ist, dass das reine Aufkratzen weniger Zentimeter an der Oberfläche zu einer starken Verdichtung des Bodens darunter führen kann.
Wir bevorzugen bei der Anlage des dauerhaften Gemüsegartens die Arbeit mit einem Motorpflug, den man sich dafür borgt. Sie können aber auch mit dem Spaten, oder einer Grabgabel graben, das ist ökologischer und sportlicher. Empfehlenswert sind Spaten mit zwei verschiedenen Blattlängen, vor allem bei der Pflanzung von Wurzelgemüse. Diese gedeihen dann besser.
Es gibt zahlreiche Vorteile:
– Bessere Bewurzelung
– Ausgeglichene Durchmischung des Bodens und der Bodenverbesserer Bessere Beurteilung der Bodenqualität, vor allem die Entdeckung vieler Steine (einen Gemüsegarten sollte man keinesfalls in steinigem Boden anlegen).
Beim Anlegen eines Gemüsegartens wäre es sinnvoll, wenn man einen Motorpflug leiht oder mit anderen Gärtnern gemeinsam nutzt.
Einen Gemüsegarten kann man jederzeit anlegen, doch sollte man den Boden nach Möglichkeit mindestens eine Saison vorher bereiten. Legen Sie den Standort für die Beete beispielsweise im Herbst fest, wenn Sie im folgenden Frühjahr Gemüse anbauen möchten. Entscheidet man sich von jetzt auf gleich, dann besteht die Gefahr, dass das Unkraut wenige Tage nach der Aussaat oder Pflanzung die Beete überwuchert.
Unkräuter sind das Schreckgespenst unserer künftigen Dauerbeete. Wir betonen das, weil sie sich auf die Dauerhaftigkeit unserer Geschmacksoase auswirken.
Sie werden Jahr für Jahr der Quecke begegnen oder dem schwer herauszureißenden Hundszahngras (Cynodon).
Mulch ist unersetzlich, wenn man sich Arbeit sparen möchte!
Das Jäten von Hand gelingt ganz gut, indem man so viele Wurzeln wie möglich herausreißt. Doch oft bleiben unterirdisch noch Wurzeln zurück, so dass man schier verzweifelt.
Um das Auflaufen von Unkraut weitestgehend einzuschränken, wenden vorausschauende Gärtner die „Kartontechnik“ an. Dabei breitet man auf der Fläche, die man bestellen möchte, flachgelegte Pappkartons aus, und nach einem Monat Wartezeit hat die Finsternis ihr Vernichtungswerk getan. Dann hebt man die Abdeckung ab, wartet auf das neuerliche Aufgehen des Unkrauts und harkt es heraus. Diese Methode wird im ökologischen Anbau sehr häufig angewendet. Man kann auch eine schwarze Plastikfolie oder einen alten Teppichrest verwenden, was wirkungsvoll ist, aber ziemlich hässlich.
Es gibt aber auch und vor allem die Methode des Mulchens, die wir an anderer Stelle ausführlich erläutern werden. Sie bietet eine der wirkungsvollsten Lösungen im Kampf gegen unerwünschte Pflanzen. Zugleich schafft der Mulch optimale Bodenverhältnisse und Lebensbedingungen für seine Bewohner.
Fangen Sie klein an und stürzen Sie sich nicht in riesige Beetanlagen. Im Freiland genügen anfänglich 25 bis 50 Quadratmeter. Und auf dem Balkon erfüllen Pflanzgefäßen aus Terrakotta mit einer ausgewogenen Mischung von Garten- und Pflanzerde ihren Zweck, um zu beginnen. Nichts hindert Sie jedoch, Großes zu planen und klassische Gemüsearten zusammen mit den Dauergemüsen anzubauen. Man kann den Gemüsebedarf einer vier- bis fünfköpfigen Familie aus einem Gemüsegarten von 100 m2 Fläche durchaus bestreiten.
Die meistverkauften Gemüse mit Dauerertrag
1
Acker-Lauch
15,00 %
2
Stauden-Kohl
14,00 %
3
Etagenzwiebel
13,00 %
4
Bärlauch
12,00 %
5
Berg-Lauch
7,60 %
6
Guter Heinrich (Gänsefuß)
6,50 %
7
Safran
4,40 %
8
Englischer Spinat
3,80 %
9
Zucker-Merk
3,60 %
10
Austernpflanze
3,60 %
11
Melonenbirne
3,50 %
12
Liebstöckel
3,50 %
13
Topinambur
3,50 %
14
Rockenbolle
3,00 %
15
Rapunzel-Glockenblume
3,00 %
Die Etagenzwiebel muss man einfach im mehrjährigen Gemüsebeet haben.
Ein kleiner, traditioneller Gemüsegarten mit Reihenbeeten vor einer Kulisse aus Topinambur.
Traditionell in Reihen, heutzutage auch in Quadratbeeten, bei unebenem Gelände geschichtet oder sogar in Kübeln auf dem Balkon, mehrere Techniken sind möglich. Ein Gemüsegarten kann auch zur Zierde angelegt werden. Zögern Sie nicht, Blumen zu integrieren, das habe ich bei mir auch getan.
Um den Umriss des künftigen Gemüsegartens abzustecken, spannen Sie zur Markierung der Beete einfach Schnüre oder Kordeln. Für runde Formen verwenden Sie den Gartenschlauch.
Diese traditionelle Methode hat sich seit Generationen bewährt. Man sät oder pflanzt die Gemüse dabei reihenweise nebeneinander. Die Anbaufläche ist in Rechtecke aufgeteilt, die durch schmale Wege getrennt sind. Die Beete sind etwa 80–100 cm breit.
Eine Pflanze ist noch gut erreichbar, wenn sie höchstens auf Armeslänge entfernt steht – also maximal 60 cm. Bedenken Sie dies, wenn Sie die Beetbreite festlegen.
Bei lehmigen Böden kann man die Beete etwa 20 cm anheben, damit das Wasser gut abläuft und sie sich im Frühling besser erwärmen. Bei sandigen Böden hingegen sollte man maximal 10 cm Höhe vorsehen, weil sie sonst im Sommer zu rasch austrocknen.
Nachteil dieser Methode ist, dass man den Boden verdichtet, wenn man immer zwischen den Beeten hindurchgeht. Das wirkt sich ungünstig auf die Entwicklung der Mikroorganismen im Boden, die Wurzeln und die Wasserführung aus. Es kann aber auch von Vorteil sein, wenn die Beete deutlich abgegrenzt sind und die Wege erkennbar. Will man die Verdichtung gering und die Füße trocken halten, bedeckt man die Wege mit Brettern (zum Beispiel von Paletten) oder unbehandelten Holzfliesen.
Verringern Sie die Verdichtung der Wege durch einen Belag aus Brettern, Holzfliesen, eine dicke Mulchschicht oder Gründünger (Klee).
Gemüse in Quadratbeeten sind für den Anfang ein guter Kompromiss. Hübsch und verspielt beanspruchen sie wenig Fläche und eignen sie sich für jedes Gelände. Das Prinzip ist einfach: Das Gemüse wird nicht in Reihen sondern in quadratischen Beeten von 1,2 x 1,2 Metern angebaut, die von allen Seiten zugänglich sind. Das vereinfacht die Pflege und die Ernte. Mit einem dauerhaften Gemüsegarten in Quadratform genießt man den Vorteil, dass mehrjährige Gemüse und Gewürzkräuter für die Küche immer zur Hand sind.
Quadratbeete sind sowohl dekorativ als auch leicht zu pflegen.
Quadrat Nr. 1: Anfängermischung
Quadrat Nr. 2: Gewürze
Quadrat Nr. 3: Suppeneinlagen
Quadrat Nr. 4: Wurzelgemüse
Quadrat Nr. 5: Blattgemüse
Quadrat Nr. 6: Obst
Ein Gemüsegarten mit sechs Quadratbeeten genügt, um den jährlichen Gemüsebedarf von zwei Personen zu decken (siehe Beispiel).
Pflege: Je nach Jahreszeit regelmäßig gießen, rasch wachsende Pflanzen regelmäßig schneiden, bei Reife ernten.
Ob Bausatz oder selbst gebaut, füllen Sie Ihr Quadratbeet mit einer Mischung aus Garten- und Pflanzerde. Auf dem Balkon muss man eine Teichfolie unterlegen und diese mit einer 5-cm-Schicht Blähton bedecken. Vergessen Sie das Loch für den Wasserablauf nicht. Schließlich teilt man das Beet in 9 oder 12 kleine Quadrate zum Bepflanzen auf. Seitlich könnten Sie auch ein Rankgitter anbringen, um Stangenbohnen, Erbsen oder Tomaten daran ranken zu lassen.
Planen Sie im Nutzgarten auch Blumen ein. Sie locken bestäubende Insekten an, die zur Fruchtbildung unbedingt nötig sind.
Wenn sich der Gartenboden nicht zum Freilandanbau von Gemüse eignet, weil er zu steinig oder zu lehmig ist, dann wählen Sie das Schichtbeet. Diese „Lasagne“-Technik ist relativ neu, hat sich aber bereits bewährt.
Dabei werden Lagen unterschiedlichen Materials wie bei einer Lasagne abwechselnd übereinander geschichtet: holzige, sogenannten kohlenstoffreiche Schichten aus Astwerk und Zweigschnittgut sowie grüne, also stickstoffhaltige Schichten aus beispielsweise Rasenschnittgut.
Diese Technik kann man an jeder beliebigen Stelle anwenden und damit jeden Platz von Unkraut befreien. Man schichtet mehrere Lagen bis zu einer Höhe von insgesamt gut 30 cm übereinander, wie im Schema unten dargestellt. Über die gesamte Standzeit setzt sich der Mini-Hügel unaufhörlich und misst am Ende noch gut 10 cm Höhe. Das Geheimnis ist jedoch, dass man den Hügel nach dem Aufschichten ausreichend, etwa zwei Wochen lang, durchnässt. Man kann diese Schichten auch in die Quadratbeete einbringen. Alle Gemüsesorten gedeihen gut mit dieser Anbautechnik, doch ist sie aufwändig und zeitraubend, bis der Boden reif ist. Daher wendet man sie bevorzugt bei schlechten Böden an.
Gemüsegarten mit ausdauernden Arten, Château du Pin.
Gut 20 Kilometer von Angers entfernt, in der Gemeinde Champtocé-sur-Loire, beherbergt das Château du Pin seit 2012 ein Gemüsegarten mit ausdauernden Arten. Ziel der Anlage ist es, alte Gemüsesorten zu zeigen und diese in einer Versuchspflanzung anzubauen, damit die breite Öffentlichkeit sie wiederentdecken kann. Außerdem sammelt man dort die alten Sorten, um sie zu erhalten und uns Geschmackserlebnisse neu entdecken zu lassen, die wir durch die intensive moderne Anbaukultur vergessen haben. Zu dem Gemüsegarten mit ausdauernden Sorten gehören auch Gewürzpflanzen, Heilkräuter und Blumen.
Jedes Jahr kommen dank der Sachkenntnis einiger leidenschaftlicher Wohltäter, zu denen auch wir selbst gehören, neue Pflanzungen hinzu. Zudem bietet der Garten die Möglichkeit, unterschiedliche Mulchmaterialien auszuprobieren, die von einem Partnerbetrieb namens Terre et nature St. Mars du Désert geliefert werden.
1) Schwarzer Liebstöckel
9) Berg-Sauerampfer
17) Knollenkümmel
2) Etagenzwiebeln
10) Erdmandel
18) Austernpflanze
3) Estragon
11) Topinambur
19) Acker-Lauch
4) Oka
12) Liebstöckel
20) Stauden-Kohl
5) Süßdolde
13) Zucker-Merk
21) Knollen-Ziest
6) Guter Heinrich
14) Amerikanische Erdbirne
22) Beinwell
7) Englischer Spinat
15) Rockenbolle
23) Berg-Lauch
8) Wilde Rauke
16) Meerrettich
24) Acker-Lauch
Sie werden auf einem Boden angebaut, der mit Kiefernrinde gemulcht ist. Das schützt vor Unkraut und hält Nacktschnecken fern.
Mein ausdauernder Gemüsegarten: Im Vordergrund wachsen Stauden-Kohl, Acker-Lauch und links Taglilien, deren gelbe Blüten essbar sind (Hemerocallis esculenta).
Ein Garten, in dem ausdauernde Gemüse und Blumen zusammen angebaut werden, verbindet das Angenehme mit dem Nützlichen. Die Idee für alle, die nur eine kleine Anbaufläche haben!
Meinen Garten von 50 m2 Größe habe ich auf verschiedenen Ebenen angelegt, damit ich mich nicht so viel bücken muss. Ich habe unter anderem Melonenbirne, Topinambur, Stauden-Kohl, Rockenbolle sowie Rauke angebaut und Blumen der Saison zum Aufhellen dazwischen gesetzt. Für die Mitte hatte ich die Idee zu einem Sammelbecken für Regenwasser zum Gießen. Obgleich ich diese Vorkehrung getroffen habe, durfte ich feststellen, dass ich dank einer 5 cm dicken Mulchschicht aus Kakaofasern seit Bepflanzung der Beete im März 2015 nicht gießen musste. Der Garten überstand sogar die Hundstage im Juni und Juli. An dieser Stelle sei daher ausdrücklich auf den großen Nutzen hingewiesen, Mulch mit ausdauernden Pflanzen zu kombinieren – seltener Gießen und Abwehr von Unkraut. Außerdem schützt die dekorative Mulchschicht die Wurzeln der Pflanzen auch vor winterlichem Frost. Nach der zweiten Anbausaison wird der Mulch untergegraben, sofern er sich ausreichend zersetzt hat. Dadurch werden organische Stoffe und Nährstoffe in den Boden eingebracht.
