Mein Freund hat ein Boot in Venedig - Walter Kowarik - E-Book

Mein Freund hat ein Boot in Venedig E-Book

Walter Kowarik

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Beschreibung

Hier erwarten Sie Geschichten, Erlebnisse und Pannen auf den Wegen zwischen San Marco und Rialto, dem Lido und Murano, Arsenale und San Michele, aber auch Gedanken über Glück und Unglück, Katzen und Klopapier, Hirschkäfer und Stromausfälle (und noch einiges mehr). Sollten Sie Venedig kennen lernen, dabei aber manche Probleme vermeiden wollen, dann lesen Sie am besten dieses Buch und beherzigen die wohlgemeinten Ratschläge.

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Seitenzahl: 123

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Walter Kowarik

Mein Freund hat ein Boot in Venedig

Eine Erzählung mit Illustrationen

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

1 Ankunft

Was ist Zeit?

2 „Unsere“ Wohnung

Hirschkäfer

Orientierung

Die Hühnerleberwurst

Die tote Katze

3 Das Boot

Die Brille

Das Brett

Wasser im Boot

Der neue Motor

Ein Unglück kommt selten allein

4 Eine faszinierende Stadt

Markusplatz

San Marco

Dogenpalast

Rialto

Oper

Das Los der Künstler

Ein Traum

Politik

Geschichte

Religion

Wie wir auf die Katze kamen

Unsere anderen Katzen

Tiere und Menschen

Öffentlicher Verkehr

Das Ende eines Paradieses

36.999

Esoterik

Glück

Verlorene Liebe

San Michele

Lido

Schi fahren

Murano

Verhandlung

Englischstunde

5 Weitere Ereignisse: Das Backrohr

Tipps fürs Restaurant

Klopapier

Aqua alta

Es könnte noch schlimmer sein

Hausbau

Badezimmer

Die Sicherung

Dick und dünn

Liftspiele

Langeweile

6 Abreise

Impressum neobooks

1 Ankunft

Venedig – lange hatte ich es nicht mehr gesehen. Als Kind kam ich einmal mit meinen Eltern und Großeltern auf dem Schiff von Mestre für einen Tag hierher, wir liefen begeistert durch die Stadt, sogen begierig ihre Atmosphäre, ihre Bilder, Gerüche und Klänge auf, gingen über unzählige Brücken, besichtigten tolle Paläste, sahen schwarze Katzen in den abendlichen Hintergassen. Viele bleibende Eindrücke.

Wie lange ist das her, denke ich, als ich mich nun mit meiner Frau Hannah – diesmal im Auto – der Stadt nähere.

Nach etlichen Stunden Fahrt auf gut ausgebauten Autobahnen und über den Damm, der Venedig mit dem Festland verbindet, finden wir das uns von unseren Freunden beschriebene öffentliche Parkhaus auf der Piazzale Roma und werden am Einfahrtschranken sofort per Lautsprecher auf Deutsch aufgefordert, einen Platz auf der 10. Etage aufzusuchen. Davor hatte man uns bereits gewarnt, da dieses 10. Stockwerk das Dach darstellt, und somit den ganzen Tag über die Sonne auf das Auto brennt.

Wir versuchen also, wie uns empfohlen, weiter unten unterzukommen, aber auf der uns angeratenen 4. Ebene gibt es eine Absperrkette mit der Beschriftung „Nur reservierte Plätze“, und dies wiederholt sich auch in den darüber liegenden Stockwerken. Im 8. Stock gibt es endlich eine Möglichkeit einzufahren – doch hier sitzt ein Bewacher, der uns gleich wieder weiter schickt. Im 9. wieder nur reservierte Plätze – so landen wir nun doch im 10. Stock und sind nach längerem Suchen sogar froh, überhaupt noch einen Platz gefunden zu haben.

Wir trösten uns auch damit, dass es im 10. Stock möglich ist, das Auto abzusperren, was sonst nicht erlaubt ist. Zweck ist wahrscheinlich, das Auto durch das Parkhauspersonal hin- und herschieben zu können, Ergebnis manchmal auch (wie uns erzählt wurde), dass man am Ende ohne Benzin dasteht, wenn der Tank per Schlauch entleert wurde.

Allgemein wurde uns geraten, bei einem abgestellten Auto die Fenster nicht zu schließen, damit erspare man sich bei der Rückkehr, sie eingeschlagen vorzufinden. „Italiener schließen nie ihre Fenster“, hieß es. Am sichersten sei es weiters, ein Säckchen mit Lebensmitteln oder Klopapier sichtbar liegen zu lassen. Dann würde vermutet, dass der Besitzer bald zurückkehrt.

Apropos Klopapier – aber davon später.

Das Parkhaus ist praktisch voll – ein Bombengeschäft, wenn man bedenkt, dass es pro Tag etwa soviel kostet, wie 13 Straßenbahnfahrscheine in Wien. Trotzdem ist es noch die günstigste Möglichkeit hier zu parken, in den umliegenden Parkhäusern kostet es noch mehr. Prinzipiell kann man das Auto mittels Fähre auch auf den Lido bringen, ich habe aber bisher nicht wirklich ergründen können, ob bzw. wo man auf dem Lido überhaupt länger als wenige Stunden parken darf.

Dieses Parkhaus könnte viele Geschichten erzählen. Verwandte berichteten zum Beispiel vor kurzem, sie seien am Wochenende in Venedig gewesen. „Wie seid ihr gefahren? War es schön? Was habt ihr alles gesehen?“

„Nun, wir waren mit dem Auto unterwegs. Da gibt es so ein Parkhaus, wir sind bis hinauf in den 10. Stock gefahren, weil nirgends Platz war. Oben war aber auch nichts frei.“

„Und, wo habt ihr dann geparkt?“

„Gar nicht. Wir haben umgedreht und sind wieder nach Hause gefahren.“

Nun, wir jedenfalls haben doch noch einen Parkplatz gefunden, und so geht es jetzt von der Piazzale Roma mit dem Vaporetto Richtung Zentrum mitten ins Herz von Venedig. Hier fährt unter anderen die Linie 1, die den Canal Grande entlang zockelt, einen prachtvollen Blick auf all die Palacci bietend, die diese Haupt(wasser)straße säumen.

Das Vaporetto ist eine Art Wasser-Autobus, viele Linien durchmessen Venedig in alle Richtungen und sorgen für rasche Verbindungen. Rasch im Sinne dieser Stadt, denn als Erstes, wenn man mit dem 1er losfährt, erkennt man, dass die Uhren hier anders gehen. Es ist wunderschön, den Canal Grande entlang zu fahren, im Zickzack immer wieder anzulegen, all die prachtvollen Sehenswürdigkeiten zu betrachten, die Atmosphäre dieser Stadt einzuatmen – doch man fürchtet bald, nicht mehr lebend am Ziel anzukommen. Das Vaporetto benötigt fast eine Stunde für die gar nicht lange Strecke bis zu San Marco. Ohne Gepäck wäre man zu Fuß wohl nicht langsamer.

Doch hier läuft das ganze Leben in diesem Tempo, getriggert davon, dass alles über das Wasser transportiert werden muss.

Von Station zu Station im Zickzack weiter gleitend kommt man rasch ins Grübeln. Nicht, dass man nicht im Vorüberfahren die großartigen Palacci bewundern würde, aber durch den allgegenwärtigen Verfall schweifen die Gedanken immer wieder ab zur Vergänglichkeit, zu der Einsicht, dass nichts, so schön es auch sein mag, Bestand hat.

Venedig wird laufend erneuert und wirkt trotzdem immer verfallen. So, wie man täglich in einen neuen Fluss steigt, der doch derselbe bleibt, ändern die Renovierungen eigentlich nichts an der fast unwirklichen Kulisse, die einerseits voll von Ästhetik und Harmonie die Seele erfreut und andererseits doch auch einen morbiden Zug beinhaltet. Aber das ist ja die wahre Kunst, durch Veränderungen das Schöne nicht zu zerstören – eine Kunst, die in vielen Gegenden leider nicht (mehr) beherrscht wird.

Sehen Sie sich um in Ihrer Stadt – gibt es dort ein spannendes Zusammenspiel von Alt und Neu? Hat man Kulturbauten errichtet und erhalten, oder sind nur Wellblech-, Platten- und Garagensilos übrig geblieben? In Venedig ist es anders als in vielen anderen Städten, und falls Venedig versinkt, dann wirklich prachtvoll und mit Stil...

Was ist Zeit?

 Vor kurzem habe ich ein Haus wieder angesehen, das gute Bekannte vor vielen Jahren errichtet haben. Ich erinnere mich noch an die Ideen zum Bau, zur Ausführung der Räume, an die Pläne, die zur Ausgestaltung geschmiedet wurden. Viele Vorstellungen waren nicht sofort und leicht umsetzbar, etliches musste aus Kostengründen vereinfacht oder auf später verschoben werden.

Dann schlug bei dem Mann plötzlich ein Herzinfarkt zu, und auch trotz weitgehender Rehabilitation waren die großen Zukunftsträume verflogen. Alles ging nur mehr langsamer, die Möglichkeiten und Mittel waren nun noch stärker beschränkt als zuvor, viele Wünsche wurden erst gar nicht mehr ausgesprochen.

Es ergaben sich bald weitere Einschränkungen, der langsame Verfall des Körpers schritt weiter fort, bis der Tod ein gänzliches Ende setzte. Zwei Jahre später folgte auch seine Frau, die das Haus bis dahin bewohnt und soweit es ihr möglich war erhalten hatte.

Weitere zwei Jahre waren seither vergangen, das Haus, nun nicht mehr bewohnt, verfiel. Ohne Pflege, ohne dass laufend Energie in Erneuerung gesteckt wird, ist alles auf Zerstörung ausgerichtet – die Entropie, die Unordnung, nimmt zu. Strukturen gehen zugrunde, Beton zerbröckelt, Rohre brechen, Formen zerfließen, Farben verbleichen, Schönheit vergeht.

Das ist die Zeit – – – und wo wären solche Überlegungen angebrachter als in Venedig?

Versunken in solch philosophische Betrachtungen haben wir unser Ziel S. Zaccharia nahe San Marco erreicht. Wir steigen aus.

Nach der genauen Beschreibung durch unsere Freunde finden wir mühelos die schmale Gasse, die sich dann nach etwa 100 Metern zu einem Platz erweitert, und gelangen über eine der vielen Brücken zu einem Haus, das tatsächlich die angegebene Hausnummer trägt. Das verschafft uns Erleichterung, da wir gehört hatten und nun auch sehen können, dass Hausnummern hier keine wirkliche Orientierungshilfe darstellen, da sie keine Systematik erkennen lassen. Wahrscheinlich sind die Nummern historisch vergeben worden, so wie es bei uns in manchen Dörfern ja auch durchaus üblich ist, dass die Häuser bunt durcheinander nummeriert sind. Für eine Stadt erscheint es dennoch ungewöhnlich, und wie ein Briefträger je die richtige Adresse finden kann, bleibt Fremden rätselhaft.

Wir läuten, unsere Freunde öffnen und führen uns in den ersten Stock des Hauses, wo sie eine Wohnung besitzen.

Der erste Stock ist wirklich die beste Lage für eine Wohnung in Venedig, da das Erdgeschoß meist durch immer wieder auftretende Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen wird. Man sieht an den Außenwänden deutlich, wie hoch das Wasser bereits gestiegen war, und die Schäden, die das Hochwasser hervorgerufen hat. Aber mehr über „Aqua alta“ später.

Hans, ein Rechtsanwalt aus Wien, seine Frau Sabine, eine Unternehmerin, die kauft und verkauft und immer im Stress ist, und ihre Tochter Miriam, Studentin der Technischen Chemie, klug und hübsch, kommen jeden Sommer mehrmals nach Venedig. Meist reisen sie mit dem Auto an, mit einem Van, der, vollgepackt bis zum Dach, von Hans mit kräftigem Gasfuß durch die Kolonnen gepresst wird. Schließlich möchte man meist noch die Fähre zum Lido erreichen, und die fährt nur alle zwei Stunden.

Manchmal ist aber die Zeit noch knapper als gewöhnlich, und Sabine hat oft auch gar keine. Dann fliegt Hans bisweilen auch allein nur fürs Wochenende rasch hierher.

Jedes Mal aber genießen sie die Stadt und dass sie nicht aus dem Koffer leben müssen, sondern quasi „nach Hause“ kommen, auch wenn sie sich manchmal über die erheblichen Kosten beklagen, die solch eine Wohnung in Venedig mit sich bringt. Und ab und zu laden sie sich Freunde wie uns für einige Tage ein.

Die Wohnung ist hell und trocken, wir besichtigen sie und ziehen ein.

2 „Unsere“ Wohnung

Rasch gewöhnen wir uns an die hier gebotenen Annehmlichkeiten. Es gibt Steinfußböden, die, wie wir merken, selbst im heißen Sommer kühl sind, Markisen vor den Fenstern, die auf venezianische Art konstruiert sind, also über das ganze Fenster reichen und am unteren Ende durch Stangen weg gespreizt werden. Das ganze Fenster liegt somit im Schatten und die Sonnenstrahlung bleibt draußen, wobei die Luft aber dennoch zirkulieren kann.

Die Wohnung besitzt Dusche und Bad, Fernsehen mit Satellitenempfang, Telefon und Internetanschluss und ist groß genug, dass in einem der Räume ein Gästebett aufgestellt werden kann. Das tun wir denn auch gemeinsam mit unseren Freunden, richten uns soweit häuslich ein und bereiten uns auf den ersten Bummel vor.

Dabei entdecken wir gleich weitere Vorzüge: Es gibt gleich ums Eck ein Geschäft mit Gebäck und Käse, ferner auch eine Trafik. Wir schlendern über den wunderschönen Platz, den wir auch schon von den Wohnzimmerfenstern aus sehen konnten, und genießen das Flair dieser faszinierenden Stadt.

Allerdings gibt es, wie wir im Lauf der Tage merken, an diesem Ort auch Dinge, die man gemeinsam mit den Annehmlichkeiten eben auch in Kauf nehmen muss: Eine Kirche auf dem wunderschönen Platz vor dem Haus mit dem dazu gehörenden Läuten der Glocken zu den unmöglichsten Zeiten, zwei sich kreuzende Kanäle mit Stoßzeit für die Motorboote ab fünf Uhr früh direkt vor den offenen Fenstern, das Wasser, das nur sehr langsam aus den Armaturen fließt, und die Markisen, die spätestens jeden zweiten Tag kaputt gehen. Die Konstruktion ist zwar genial, aber auf venezianische Art zart und filigran ausgeführt, dadurch verbiegen sich die Schrauben oder brechen ab, und die Stangen fallen bisweilen aus dem Fenster und damit ins Wasser.

Jedenfalls machen die Markisen laufende Reparaturarbeiten erforderlich, die uns eigentlich fast täglich beschäftigen. Denn erstens ist es schon keine Kleinigkeit, in Venedig die richtigen Schrauben aufzutreiben. Und zweitens ist das vorhandene Werkzeug nicht unbedingt passend. Und drittens sorgt der Versuch, mit aus dem Fenster gelehntem Oberkörper kleine verbogene Schrauben aus den Löchern in den Verstrebungsstangen zu ziehen, immer wieder für lustige Einlagen. Das trübe Wasser des Kanals übt eine starke Anziehungskraft auf das ohnedies rare Werkzeug aus, und die verbogenen Schrauben haben die Tendenz, erst gar nicht, dann aber heimtückisch mit einem Ruck aus den Löchern zu springen und einen selbst dem Absturz nahe zu bringen. So haben wir täglich zusätzliche kleine Abenteuer und müssen uns auch immer wieder mit dem Auftreiben von Ersatzteilen und Ersatzwerkzeug beschäftigen.

In der Früh werden wir heftig geweckt – es klingt, wie wenn ein Motorboot quer durchs Zimmer fährt. Bei offenen Fenstern an einer Kreuzung von Kanälen zu wohnen, wo ab fünf Uhr früh der Verkehr so richtig loslegt (ich erwähnte es bereits), ist eine Herausforderung für alle, die nicht bereits um 21 Uhr im Bett liegen. Der Verkehr ist in den meisten Kanälen durchaus belebt, da ja alles übers Wasser transportiert werden muss, und die Geräusche werden in den engen Kanälen durch Reflexion an den Gebäuden so verstärkt, dass man nicht lärmempfindlich sondern besser schwerhörig sein sollte. Oder man stopft sich Gehörschutzstöpsel in die Ohren.

Unausgeschlafen und mürrisch vom unsanften Wecken erweisen sich Dusche und Bad ebenfalls nicht als ganz so komfortabel wie gedacht – ich werde noch darauf zurück kommen.

Trotzdem, die Wohnung ist super, gut gelegen, recht nahe an San Marco und an Arsenale, nicht direkt im touristischen Zentrum und doch in bester Ausgangsposition für die Stadt.

Als weiteren Komfort bietet ein Digitalklaviers die Möglichkeit künstlerischer Betätigung, und der Hausherr, der Johann Sebastian Bach zu seinem Lieblingskomponisten erwählt hat, spielt vortrefflich eine Fuge nach der anderen. Mein Können als Amateur, der sich gerne in der Art der Bar-Pianospieler an vielerlei Melodien erfreut, ist zwar bescheidener, dennoch gefällt mir mein Spiel und es macht mir Spaß. Auf Wunsch würde ich durchaus auch – für andere unhörbar – mit Kopfhörern spielen, diese Bitte wird jedoch nicht geäußert. Vielleicht fürchten meine Zuhörer, dass es noch nerviger sei, statt der Melodien nur mehr das Klappern meiner Fingernägel auf den Tasten zu hören.

Außerdem gibt es noch eine Yogamatte, die als Unterlage zur Übung von Körper und Geist dient. Hier betreibt Miriam ihr Yoga, sie macht am Morgen ihre Asanas und erzählt jedem, wie angenehm und gesund das sei.

Dass auch ich einiges an Yoga beherrschen würde, ruft vorerst nur ungläubige Bemerkungen von Miriam hervor. Erst als ich mich im Lotossitz niederlasse und anschließend einen perfekten Kopfstand ausführe, glaubt man mir meine Befähigung zu Meditation und Asanas. Es ist hier wirklich auch höchst angebracht, die Meditationskünste zu pflegen, um die innere Ruhe zu stärken. Denn so kann man vielleicht lernen, die vielen Stechmücken zu vergessen, die nach unserem Blut lechzten.

Wir haben zwar Gelsenstecker, die ihre Angriffslust etwas reduzieren, aber bei offenen Fenstern – und wenn man die Fenster geschlossen hält, kommt man wirklich um – gibt es immer wieder liebe Tiere, die es trotzdem bis zur nackten Haut schaffen. Man gewöhnt sich nicht daran, und selbst die Begeisterung über die außergewöhnlichen Leistungen der Insekten – wie sie ihre Beute riechen und ansteuern, wie sie fliegen und wie rasch sie ausweichen können, wenn man sie zu ermorden versucht – macht das Jucken nicht erträglicher.

Die vielen Insekten erinnern mich an ein unvergessliches Erlebnis zu Hause:

Hirschkäfer