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Der Seele in Not eine Sprache geben Warum fühle ich mich ständig im Stress? Wieso bekomme ich immer wieder Erkältungen, chronische Entzündungen oder allergische Reaktionen? Was belastet meinen Rücken? Systemische Aufstellungen geben Gefühlen eine Sprache. Jede körperliche Erkrankung und seelisches Unwohlsein haben eine Ursache. Wird diese gefunden und geklärt, verschwinden Körpersymptome oft verblüffend schnell. Wohlbefinden stellt sich ein. Es ist möglich fit und gesund zu leben und kraftvoll zu arbeiten. 100 Aufstellungsbeispiele geben dem Laien sowie dem fachkundigen Leser eine Idee, welche Lösungswege körperliche Symptome und emotionalen Stress zum Verschwinden bringen.
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Seitenzahl: 240
Veröffentlichungsjahr: 2013
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Impressum
Mein Körper erinnert sich© Verlagshaus Alex, Gollenshausen 2013
Seitengestaltung: Bookworm Buchproduktion, Eichenau Coverfoto und Coverlayout: Regine Richter Abbildungen S. 30: Benjaminet/www.fotolia.comCartoon S. 190: Karl-Heinz Brecheis
ISBN 978-3-942840-02-6 ebook (epub)
Kristine Alex
MEIN KÖRPERERINNERT SICH
Symptomaufstellungen lassenGefühle sprechen
INHALT
DANK
VORWORT
METHODE DER AUFSTELLUNGSARBEIT
Ursprung der Methode
Aufstellungsformen
Familienaufstellungen
Familienaufstellungen
Organisationsaufstellungen
Symptomaufstellungen
In welchem Setting finden Aufstellungen statt?
Gruppen
Einzelarbeit
Fernaufstellung
Nacharbeit
Verdecktes Arbeiten
Aufstellungsablauf (Kurzform)
Aufstellungsablauf
Das Anliegen
Wieviel Information ist notwendig?
Die Auswahl der Stellvertreter
Die Stellvertreter suchen ihren Platz
Das erste Aufstellungsbild
Die Lösungsschritte
Das Lösungsbild
Widerstände gegenüber Lösungen
Die Wirkung
LÖSUNGSEBENEN
‚Tragen‘ aus falsch verstandener Liebe
Glaubenssätze
Eigene Spiel-/Verhaltensmuster im Leben
Karma
Seelenanhaftung/Fremdenergien
Traumata
Der richtige Platz
Gefühle
Ortsresonanzen
Zeitgeschehen
WISSENSCHAFT
Der Einfluss von Bewusstseinsarbeit auf die Zelle
Das bisherige Weltbild
Neuer Erkenntnisstand
Die Zelle
Zellintelligenz
Wie funktionieren Gene?
Zellmembran
Was erforscht die Epigenetik?
Wie steuert der Geist den Körper?
Prinzipien der epigenetischen Medizin
DIE ‚NEUE‘ ZEIT
Welche Wandlungsprozesse stehen an?
Der aktuelle Zeitgeist
DIE EIGENEN MÖGLICHKEITEN
Kann ich selbst die Hintergründe für meine aktuellen Symptome herausbekommen und Lösungswege finden?
BEISPIELE
KÖRPERSYMPTOME, DIE LEBENSQUALITÄT UND ARBEITSFÄHIGKEIT BEEINTRÄCHTIGEN
ORGANE
Herz (Blutkreislauf)
Der Bluthochdruck macht mich schlapp
Welche Probleme hat mein Herz?
Warum leide ich an Krampfadern?
Lunge
Was hat der Husten mit meiner Lebenssituation zu tun?
Niere/Blase
Was ist zu klären, damit meine Niere wieder normal funktioniert?
Ich bin übersäuert
Blasenentzündung
Bettnässen
Milz
Meine Milz schmerzt mich
Rachen/Magen/Darmtrakt
Warum habe ich ständig Brechreiz?
Ich fühle mich immer gebläht
Verdauungsprobleme
Ich will das Sodbrennen loswerden
Leber
Erhöhte Gammaglobulinwerte
Meine Leber
Haut
Meine Hautabsonderungen sind mir in der Öffentlichkeit peinlich
Die Hautrötungen auf meiner Nase stören mich extrem
Meine Haut brennt
Wie bringe ich meine Hautwarzen zum Verschwinden?
Warum habe ich Schuppenflechte?
Neurodermitis
Lipome oder was macht mich wirklich verrückt?
Galle
Warum habe ich immer wieder Gallensteine?
Ohr
Tinnitus
Schilddrüse
Die Schilddrüse funktioniert nicht mehr richtig
BEWEGUNGSAPPARAT
Rücken/Glieder
Körperliche Verspannungen
Ich kann mich kaum noch bewegen
Unspezifische Gliederschmerzen
Ich möchte mich wieder bewegen
Rückenschmerzen
Rückenprobleme
Meine Rückenschmerzen sind so stark, dass ich kaum noch arbeiten kann
Fuß/Beine
Schlaganfall: Ich will wieder laufen
Meine Beine oder die Angst vor den eigenen Möglichkeiten
Wie bekomme ich meinen Fersensporn wieder los?
Brennende Füße
Kopf/Nacken
Warum habe ich Migräne?
Der anhaltende Spannungskopfschmerz beeinträchtigt mich
Mir sitzt etwas im Nacken
Mein Atlas
Kiefer/Zähne
Kieferverspannungen
Warum habe ich plötzlich so stark Karies?
SONSTIGE (KÖRPERLICHE) SYMPTOME
Allergie/Unverträglichkeit
Die Allergie verhindert Körperkontakt und begrenzt die Arbeitsflexibilität
Zölliakie
Entzündungen
Rheuma schränkt meine Lebensqualität ein
Warum habe ich ständig Entzündungen im Mundraum
Krebs/Knoten
Warum habe ich einen gutartigen Knoten in der Brust?
Haare
Warum habe ich chronischen Haarausfall?
Ich muss mit Perücke zur Arbeit
Nase
Meine Nase läuft immer
Übergewicht
Ich möchte mein Übergewicht loswerden
Ich hätte gerne wieder Normalgewicht
Epilepsie
Diagnose: Epilepsie
Immunabwehr (Bakterien, Pilze, Viren)
Warum habe ich eine so heftige Grippe?
Fußpilz
Was braucht mein fieberndes Kind?
Schlaf
Ich wache nachts immer auf, dadurch bin ich bei der Arbeit unkonzentriert
Ich kann schon nicht mehr schlafen
Einschlafprobleme
Durchschlafen
Wie bekomme ich mein Schnarchen los?
GEFÜHLE
Erschöpfung/Burnout
Ich bin oft sehr erschöpft
Ich bin erschöpft, wütend, kraftlos – warum?
Arbeiten für zwei
Kraft
Wie komme ich in meine Kraft?
Meine Kraft für Neues
Wie kann ich meine Kraft beruflich einsetzen?
Schwächeanfälle
Wut/Agression/Ärger/Trotz
Die Aggression der Männer: Wenn die richtigen Herausforderungen fehlen
Den eigenen Platz einnehmen
Auf was oder wen bin ich wirklich ärgerlich?
Irgendetwas fehlt mir im Leben
Spannung/Stress/Druck/Sorge/Angst
Ich stehe ständig unter Spannung
Ständige Anspannung
Was macht mir ständig Druck?
Die Bankenkrise: ‚Der Scheinriese‘
Vertrauen
Das Vertrauen, dass alles gut wird
Neid
Warum sind meine Kollegen neidisch?
Lustig/Traurig sein
Ich bin traurig und bedrückt
Wie Trauer blockiert
Ich und ‚das Leben‘
Unfall
Unfalltrauma
Der umgeknickte Fuß
Verhaltensauffälligkeiten
Fingerlutschen bei der Arbeit
Ich kann mich schlecht entscheiden
Ständig tritt mir jemand über meine Grenzen
Was kann ich machen, damit mein Haus in gute Hände kommt?
Sprachstörung
Schule
Wo geht es für meine Tochter lang?
Schulstress
Arbeit
Der erhöhte Krankenstand in der Firma
DANK
Mein herzlicher Dank gilt allen Teilnehmern, die ihre persönlichen Themen in meine Seminare mitgebracht haben und deren Suchen und Erfahren neuer, individueller Lösungswege das Buch inspiriert und bereichert hat. Sie geben nun dem Leser Mut und wertvolle Anregung, eigene neue Wege zu gehen.
Für das intensive Durcharbeiten und Lesen der Rohfassung und die eingebrachten wertvollen Anregungen möchte ich mich insbesondere herzlich bei Christine Frey und Sabine von der Ahe bedanken, sowie bei Karl Hörmann und Sylvia Grunwald für einen prüfenden Blick auf Text und klare Struktur.
Allen Lehrern und weiteren Impulsgebern, die mir den Zugang zur Aufstellungsmethode gezeigt und zur Reaktivierung von altem Wissen verholfen haben, möchte ich herzlich danken.
Eine besondere Freude ist es mir, dass zeitgleich mit der Fertigstellung meines dritten Buches mein Seminarhaus gebaut wurde. Es wurde 2010 mit viel Leichtigkeit und in erstaunlich kurzer Zeit fertiggestellt. Mein Dank gilt allen, die daran positiv mitgewirkt haben – insbesondere meinem Mann, der beim Innenausbau mit viel Liebe zum Detail und handwerklichem Geschick selbst Hand anlegte.
Seit Herbst 2010 finden darin meine Seminare am Chiemsee statt. Die Räume strahlen viel Ruhe, Kraft und Klarheit aus. Eine heilsame Erdung und eine angemessene Verbindung nach oben, die eine authentische und intensive Bewusstseinsarbeit ermöglichen, sind präsent.
VORWORT
Körperlich gesund zu sein und es zu bleiben ist jedem Menschen sehr wichtig. Geistig fit zu sein, erfüllt zu arbeiten, Fähigkeiten und Lebensträume verwirklichen können, ein großer Wunsch von vielen.
Nun erlebt jeder in seinem Leben Phasen, in denen sich der eigene Körper besonders meldet und unterschiedlichste Gefühle und Verhaltensweisen Stress erzeugen. Beim einen ist dies selten der Fall, beim anderen häufiger, bei manchem sogar chronisch. In extremen Fällen gilt es sogar, in lebensbedrohlichen Situationen umzudenken. Jeder sucht dafür auf seine Weise Unterstützung, z. B. durch Schul- oder Alternativmedizin und vollzieht auf seine Weise die dazugehörigen Lernschritte.
Immer mehr Menschen machen die Erfahrung, dass sie bei ihren körperlichen, chronischen Leiden oder immer wieder aufflackernden Körpersymptomen mit schulmedizinischen oder auch alternativen Heilmethoden alleine nicht geheilt werden. Beschwerden können verringert, Symptome unterdrückt werden. Oft zeigen sie sich jedoch in anderer Form oder mit Zeitabstand wieder.
Sie erkennen: Für eine nachhaltige Gesundung ist das Wissen um die seelischen Hintergründe einer Erkrankung und das Durchschreiten eines Wandlungsprozesses wichtig. Besonders bei Kindern ist immer wieder zu beobachten, dass die Genesungsphasen einer Kinderkrankheit wertvolle Reifungs- und Wachstumsschritte beinhalten.
Im Prinzip trägt jeder Mensch jegliches Wissen über das, was ihm gut tut, in sich. In früheren Zeiten wurde damit häufig bewusster umgegangen. Heutzutage sind sehr viele Menschen auf die Benutzung ihres Verstandes trainiert. Generell wichtig jedoch ist bei Entscheidungen, insbesondere die Heilung unterstützende Maßnahmen, die eigene Intuition einzubeziehen und im Einklang mit Kopf, Herz und Verstand zu handeln.
Immer mehr Menschen bemerken dies und sind bereit, sich selbst bewusst wahrzunehmen, zu erspüren und schlummernde Fähigkeiten zu reaktivieren.
Systemische Aufstellungen unterstützen auf achtsame und respektvolle Weise eigene Bewusstwerdungsprozesse.
Mein Anliegen ist, mit diesem Buch den Menschen anhand vieler Beispiele aus der Aufstellungspraxis, nahezubringen, welche ungelösten Konflikte sich hinter einer Vielfalt von Körpersymptomen verbergen können. Immer wieder zeigt sich dabei: Jeder Gesundungsprozess benötigt einen individuellen Lösungs- und Erkenntnisweg.
Der erste Schritt ist jeweils, das verursachende Thema des Körpersymptoms zu erkennen. Dies zeigt sich normalerweise zu Beginn einer Aufstellung. Im darauf folgenden Prozess werden Wandlungsschritte eingeleitet. Der Klient verfolgt dabei den Ablauf des Lösungsweges. Wichtig für jede Etappe ist ‚das ehrliche Erkennen und Benennen von dem, was wirklich ist.‘
Notwendige Lernschritte können sein:
übernommene Lasten zurückzugeben und Lebensmuster von Vorfahren nicht mehr unbewusst zu übernehmen
eigene Spielmuster im Leben wie: ‚Opfer sein, über den Dingen stehen, sich belustigen über andere, nicht hinschauen wollen, Schuldzuweisungen, andere abwerten, um sich selbst aufzuwerten, Machtspiele spielen …‘ zu erkennen
assoziatives Folgeverhalten von traumatischen Erlebnissen aufzulösen; ausgeschlossenen eigenen Gefühlsanteilen ihren richtigen Platz zu geben (z. B. Dunkelheit muss nicht automatisch die Gefühle Angst oder Panik hervorrufen)
Überlagerungen von Gefühlsebenen aufzulösen, d. h. anstatt Wut wieder Trauer empfinden, anstatt Hass einen Verlustschmerz spüren …
karmische Ursachen und Verstrickungen zu erkennen
sich von Fremdenergien zu lösen
Ortsresonanzen zu klären
Körperlich gesund zu sein, es zu werden oder zu bleiben, steht eng in Verbindung mit einer eigenen kompletten Gefühlswelt, d. h. es ist optimal, wenn in jeder Lebenssituation die dazu passende Emotion empfunden und zugelassen werden kann. Gefühle, die aufgrund traumatischer Erlebnisse abgespaltenen wurden, wollen wieder angemessen wahrgenommen und integriert werden.
Oft brauchen gar nicht mehr alle alten Verstrickungen aufgelöst werden. Es genügt die Entscheidung: »Ich lasse das Alte und schlage einen neuen Weg ein.«
Das Schlussbild einer Aufstellung vermittelt dem Klienten, wie es sich anfühlt und was sich ändert in seinem Leben, wenn er die vorgeschlagenen Veränderungsschritte geht. Er selbst entscheidet sich dann dafür oder dagegen.
Bei Körpersymptomaufstellungen ist ein besonderes Vertrauen des Klienten erforderlich, Veränderungsprozesse zuzulassen, Mut, in Ruhe Stress verursachende Gefühle bewusst zu spüren, sie zu hinterfragen und ‚neu zu sortieren‘. Manchmal lähmt die Angst ‚ins Nichts‘ zu fallen, wenn das Körpersymptom, z. B. die Migräne, die seit 20 Jahren ein vertrauter Begleiter ist, plötzlich nicht mehr die Gedanken-und Gefühlswelt beherrscht. Oder: Der Gewinn durch das ‚Kranksein‘, z. B.: »Wenn ich krank bin, bekomme ich Aufmerksamkeit, werde ich umsorgt …« muss erst bewusst verabschiedet werden. Manchmal ist das Staunen groß, wie einfach es wiederum ist, einen schon lange störenden ‚Stressfaktor‘ zu verabschieden. Oft werden dabei ungeahnte, bisher nicht wahrgenommene Ressourcen entdeckt, die es ermöglichen – oft auf ganz einfache weise – das Leben anders zu gestalten.
Je größer der Leidensdruck zu Beginn einer Prozessarbeit ist, desto größer ist oft die Bereitschaft, etwas zu ändern und Neues auszuprobieren.
Eine Motivation für den Klienten, den ersten Schritt zu gehen, ist oft das Erkennen, wieviel Neues dadurch im eigenen Leben möglich ist und wie unerwartet gut es sich anfühlt.
Manchmal kommen Kommentare von aufgestellten Stellvertretern oder vom Klienten selbst, wenn eine Bewegung stattgefunden hat, wie: »So schlimm war es gar nicht, wenn ich schon früher gewusst hätte, wie einfach es geht, ich habe mir das viel schwieriger vorgestellt.«
Sobald das Ausmaß des eigenen Handlungsspielraums, der eigenen Macht im positiven Sinne erkannt ist, ergibt sich viel Freiheit und Freiraum, das Leben neu zu gestalten.
Im Gesundheitsbereich ist sehr häufig zu beobachten, dass die Verantwortung für das Gesundwerden abgegeben wird.
Aufstellungen vermitteln dem Einzelnen, was er selbst dazu beitragen kann, gesund zu sein, es zu werden und es zu bleiben. Er erkennt in ihm schlummerndes, altes Wissen und findet das Vertrauen, wie er aus eigener Kraft gut für sich sorgen kann.
Wesentlich dabei ist, die Verantwortung und Fürsorge für sich, den eigenen Anteil an krankheitsverursachenden Mustern zu erkennen, zu übernehmen, in Demut anzunehmen und bereit zu sein, sich zu ändern.
Forschungsergebnisse aus der Epigenetik
METHODE DER AUFSTELLUNGSARBEIT
Aufstellungen haben ihren Ursprung im familientherapeutischen Bereich und werden heute in Coachings und Therapie überall dort eingesetzt, wo es darum geht, systemische1 Verstrickungen ‚sichtbar‘ zu machen und ggf. zu entkoppeln und aufzulösen. Mittlerweile werden Aufstellungen in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt.
werden seit ca. 30 Jahren für familiäre Themen eingesetzt. Es werden z. B. Konflikte und systemische Verstrickungen in Familien mit Vorfahren geklärt. Steht jeder am richtigen Platz, beruhigt sich ein System oft überraschend schnell.
Seit ca. 15 Jahren werden auch berufliche Themen mit Hilfe von Aufstellungen bearbeitet. Die Methode wird vermehrt eingesetzt, um Konflikte am Arbeitsplatz zu klären. Zu beachten ist hier, dass Themen aus der Berufs- und Arbeitswelt sehr oft weitaus komplexer angelegt sind, als Themen aus dem familiären Bereich, da hier die individuelle Ebene, sowie die Gruppen- und Organisationsebene zusammentreffen. ‚Sichtbar‘ ist zunächst jedoch nur das, was gerade am Arbeitsplatz passiert. Doch die individuelle Ebene wird im Hintergrund oft entscheidend durch die familiären Themen beeinflusst.
Häufige wiederkehrende Themen sind hier z. B.:
Glaubenssätze
Häufig ist zu beobachten, dass Nachkommen sehr oft noch nach alten Glaubenssätzen leben, die von Vorfahren geprägt wurden und in den Familien noch sehr präsent sind. Sie beinhalten die etwas »zwanghafte« Vorstellung: »Wenn ich A mache, passiert automatisch B« oder »wenn ich C vermeide, passiert D nicht«. Verbreitete Glaubensmuster sind zum Beispiel: »Nur wenn ich schwer schufte, bekomme ich was« oder »Mir nimmt ja doch jemand alles wieder weg.«
Der Platz im System
Gerade junge Erwachsene suchen und gestalten sich gerne genau den Platz, den sie auch in ihrem Urspungsfamiliensystem eingenommen haben: Eine junge Krankenschwester wechselte innerhalb kürzester Zeit ständig ihren Arbeitsplatz, an dem sie dann aber jedesmal wieder eine Außenseiterrolle einnahm. Erst die Aufstellung der Familienebene zeigte, dass die junge Frau in ihrem Ursprungssystem auch eine Außenseiterin war und systemisch mit einer ausgeschlossenen Vorfahrin verbunden war. Nachdem diese Dynamik geklärt war, konnte sie ihren eigentlichen Platz wieder einnehmen.
Schuldübertragungen und Spielmuster
Manche Menschen wechseln oft den Arbeitsplatz und jammern: »Ich werde schlecht behandelt, die anderen mobben mich …« Meist ist die Bereitschaft, die eigene Verantwortung für erlebte Konflikte zu übernehmen erst einmal nicht vorhanden und ‚das Spiel‘: »Die anderen sind Schuld, dass es mir schlecht geht« wird gespielt.
Erst in jüngerer Zeit werden auch körperliche und seelische Symptome mit Hilfe von Aufstellungen bearbeitet. Die jeweiligen dazugehörigen Hintergründe können durch Aufstellungen häufig innerhalb kürzester Zeit identifiziert und geklärt und die entscheidenden Lösungswege beschritten werden.
Themenbereiche sind häufig:
Körpersymptome
z. B.: Warum leidet jemand an Migräne und welche Lösungswege gibt es, um wieder frei von Kopfschmerzen zu sein.
Auffällige oder zwanghafte Verhaltensweisen
z. B.: Nägelkauen, ständiger Waschzwang usw.
Gefühlszustände
z. B.: Angst in bestimmten Situationen, diffuse Schmerzen, punktuelle Symptome (»Ich muss mich immer kratzten, wenn …, meine Haut juckt mich immer, wenn … usw.«)
Am effektivsten ist die Arbeit, wenn in der Gruppe gearbeitet wird. Hier ist es möglich, dass unbeteiligte Gruppenteilnehmer, die gar nichts über den Klienten wissen müssen – nicht mal die Fragestellung – sich in die einzelnen Rollen begeben, die für die Lösungsentwicklung notwendig sind. Man nennt dies auch repräsentierende oder stellvertretende Wahrnehmung.
In der Einzelarbeit nimmt der Klient die einzelnen Positionen seiner Fragestellung selbst wahr. Er kann sich entweder z. B. auf dafür von ihm ausgelegte Blätter stellen, oder es wird mit Figuren gearbeitet.
Auf Anfragen von Klienten, die gerade nicht in der Lage sind, an einer Aufstellung selbst teilzunehmen, kann ein Lösungsauftrag aufgestellt werden, ohne dass der Klient selbst dabei ist. Wichtig ist dabei eine klare Auftragserteilung.
Oft wurde mir berichtet, dass während oder nach der erfolgten Arbeit, sich bei dem Klienten ‚der Nebel lichtete‘, er sich plötzlich wieder in seiner Kraft befand oder bei Kindern ein anderes Verhalten wahrzunehmen war.
Immer wieder taucht die Frage auf, ob nach der Aufstellung eine ‚Begleitung‘ notwendig ist. Im Normalfall klärt sich ein Thema während einer Aufstellung auf.
Manche Themen sind mehrschichtig, oder es tauchen während der Aufstellung neue Themen auf, die bearbeitet werden wollen/sollten. In solchen Fällen empfiehlt es sich, diese zu klären, sobald Impuls und Klärungswunsch ernsthaft verspürt werden und es nach einer Lösung drängt.
Es ist auch möglich, eine Aufstellung zu machen, ohne dass die Stellvertreter wissen, worum es geht. Das Vorgespräch findet zwischen dem Klienten und dem Aufstellungsleiter unter vier Augen statt. Manchmal wünschen dies Klienten, wenn es z. B. um schambesetzte Themen geht. Vorteil ist, dass die Stellvertreter absolut unvoreingenommen das Thema erspüren können. Es besteht nicht die Gefahr, die vorher ‚erzählte Geschichte‘ im Kopf zu haben. Manchmal melden die Stellvertreter zurück: »Mir ist es sogar lieber, gar nicht zu wissen, um was es geht.«
Der Klient beschreibt sein Anliegen bzw. seinen Lösungswunsch
Notwendige Informationen werden ausgetauscht
Das Hauptanliegen wird formuliert
Die benötigten Positionen für die Aufstellung werden festgelegt
Der Klient wählt die Stellvertreter für die einzelnen Positionen aus
Er berührt sie kurz und setzt sich
Die Stellvertreter suchen sich ihren Platz im Aufstellungsfeld
Der Klient beobachtet den Ablauf von außen
Die Stellvertreter beschreiben ihre aktuellen körperlichen Wahrnehmungen und gefühlsmäßigen Empfindungen
Die Stellvertreter nehmen neue Plätze ein
Klärende Dialoge, (Rückgabe-)rituale finden statt
Fehlende Positionen werden ergänzt
Der Klient nimmt das Lösungsbild entweder von außen wahr oder stellt sich selbst an den Platz seines Stellvertreters ins Lösungsbild
In einem kurzen Vorgespräch klärt der Klient seine Fragestellung bzw. seinen Problemlösungswunsch mit dem Aufstellungsleiter. Oft reicht eine Frage wie: »Ich will das klären, was zu klären ist, damit ich schmerzfrei bin.« Manchmal kann dies der Klient sehr klar benennen und formulieren und es kann sofort mit der Aufstellungsarbeit gestartet werden.
Was ist das Ziel der Aufstellung?
Was soll gelöst werden?
Weitere Fakten, z. B. zur Historie eines Themas oder zur Familienstruktur, werden im Vorfeld nur abgefragt, wenn es wichtig erscheint. Zuviel Information, zu lange Gespräche können unnötig verwirren bzw. die Zuschauer beeinflussen. Je weniger Informationen die Stellvertreter haben, desto unvoreingenommener können sie sich oft aufs Spüren einlassen.
Ist weiteres Detailwissen sinnvoll, wird der Klient während der Aufstellung kurz nach Fakten befragt. Wenn es wichtig ist, reagiert das aufgestellte System sofort – noch während der zuschauende Klient aufzählt – darauf.
Manchmal wirken Klienten in Bezug auf ihr aktuelles Thema sehr unklar, verwirrt oder beschreiben ihren Zustand in der Form »Ich stehe gerade im Nebel«. Dann ist es hilfreich, wenn sie Formulierungen für einen Arbeitsauftrag vorgeschlagen bekommen. Manchmal hilft es auch die Klarheit oder den Nebel aufzustellen. Oft wird das Feld dadurch sofort klar. Typische Reaktionen der Stellvertreter sind z. B.: »Jetzt sehe ich klar.«
Generell gilt: Je klarer die Frage an die Aufstellung formuliert wird, desto klarer die Antwort der Aufstellung.
Sobald die Fragestellung formuliert ist und der Arbeitsauftrag (am besten prägnant in einem Satz) formuliert werden kann, beginnt die Prozessarbeit in Form einer Aufstellung.
Der Aufstellungsleiter benennt die für die Fragestellung benötigten Positionen. Aus der anwesenden Gruppe sucht sich der Klient Stellvertreter für die einzelnen Rollen in der anwesenden Gruppe aus. Dabei gilt: Jeder kann jede Rolle einnehmen.
Die Stellvertreter müssen nicht unbedingt wissen, wen oder was sie darstellen oder um was es geht. Manchmal ist sogar verdecktes Arbeiten ohne Information bei delikaten Fragestellungen sehr entlastend. Der Klient klärt die Fragestellung mit der Aufstellungsleitung und die Stellvertreter wissen dadurch nicht, um was es geht. So ist es möglich, ohne Beeinflussung des Kopfes/Verstandes zu arbeiten. Oft wird zurückgemeldet: »Ich fand es entlastend, dass ich vorher nicht wusste, um was es ging. So konnte ich mich voll auf meine Wahrnehmung konzentrieren.«
Intuitiv wird meist der am Besten geeignete Gruppenteilnehmer ausgewählt. Oft berichten die Stellvertreter auch im Nachhinein, dass sie zu diesem Zeitpunkt für sich selbst wichtige Lernerfahrungen in der repräsentierten Rolle machen konnten.
Der Klient berührt die ausgewählten Stellvertreter kurz von hinten an der Schulter. Nun folgen die Stellvertreter intuitiv ihrem Impuls und suchen sich im Raum den für sie passenden Platz. Der Klient setzt sich und schaut von außen zu. Von nun an ist er Beobachter des ablaufenden Prozesses. Die Stellvertreter ‚schlüpfen‘ in die Gefühlswelt des Klienten. Man spricht auch von ‚stellvertretender Wahrnehmung‘ im unbewussten oder phänomenologischen Feld.
Haben alle Stellvertreter ihren Platz im aufgestellten System gefunden, wird jeder von der Aufstellungsleitung nach seinem aktuellen Befinden befragt. Antworten sind dann z. B., »Mir ist schwer«, »Mir ist leicht«, »Ich spüre nichts«, »Ich schaue gerade aus dem Fenster«, »Meine linke Schulter tut mir weh …«
Das so gefundene erste Aufstellungsbild spiegelt dem Klienten üblicherweise den Status quo seiner aktuellen Situation.
Wandlungsschritte in Richtung Lösung werden durch unterschiedliche Maßnahmen eingeleitet.
Zum einen ist es wichtig, dass jeder Stellvertreter das in Worten ausdrückt, was er gerade ehrlich empfindet. Ist es schwierig für ihn, werden die betreffenden Sätze vom Aufstellungsleiter, der das Feld sehr sensitiv erfasst, vorgeschlagen.
Manchmal bewirken räumliche Veränderungen – ein oder mehrere Stellvertreter suchen sich einen neuen Platz im Raum – wichtige Änderungsimpulse.
Manchmal ist es hilfreich, Rituale einzusetzen, z. B. ‚übernommene Lasten‘ werden zurückgegeben oder ‚Verantwortlichkeiten‘ werden symbolisch mit Gegenständen geklärt.
Verbale, visuelle, gestische Interaktionen
Stellung im Raum
Rituale
Sind die notwendigen Prozessschritte durchlaufen und geht es den Stellvertretern in ihren Positionen gut, ist man beim sogenannten Lösungsbild angelangt.
Der Klient beobachtet dieses entweder von außen oder stellt sich selbst an den Platz seines Stellvertreters.
Manchmal werden Teillösungsetappen zum entsprechenden Thema erarbeitet. Meist kann das Thema komplett aufgelöst werden.
Es zeigt sich sozusagen, wie viel Vorarbeit der Klient schon in Bezug auf das zu lösende Thema geleistet hat. Außerdem spielen der Wille und die seelische Bereitschaft des Klienten, etwas zu ändern, eine tragende Rolle.
Manchmal gibt es Widerstände gegenüber Heilungsprozessen, so z. B.
Nicht glauben können und wollen
Widerstand gegenüber Lösungsschritten
Unkonzentriertheit beim Wahrnehmen
Ich-Bezogenheit
Zweifelsucht (Kann das so stimmen? …)
Selbstquälerei
Negative Glaubenssätze
Ungeduld
Angst und Furcht
Geht es um Krankheiten, ist natürlich auch der Krankheitsgewinn (z. B.: »Ich bekomme über meine Krankheit Zuwendung, Aufmerksamkeit; kann mich aus dem Alltagsgeschehen ausklinken …«) zu berücksichtigen, der wegfällt, sobald man gesund ist.
Die körperliche Wirkung einer Aufstellung kann sofort während der Aufstellung spürbar werden, so sind z. B. die Schulterschmerzen des Klienten verschwunden, seit fünf Jahren ausgeblieben Menstruationsblutungen setzten bei einer Klientin beim Zuschauen wieder ein, Kopfweh verschwindet, der Kloß im Magen ist weg.
Manchmal benötigen die notwendigen Lösungsschritte Zeit, bis sie integriert werden. Unter Umständen sind weitere Bewusstseinsschritte notwendig bis zur endgültigen Auflösung eines Themas. So berichtete eine Klientin, dass ihre Blasenentzündung nach einer ersten Aufstellung erst mal weg war. Sie flackerte nochmal auf, worauf sie das noch zu klärende Thema in einer weiteren Aufstellung bearbeite. Danach hatte sie keine Blasenentzündung mehr.
Das Anfangsbild und die Prozessschritte können vom Klienten wieder vergessen werden. Es gilt: Man muss den Hausstaub nicht analysieren, um ein Haus zu reinigen.
Wichtig ist das Lösungsbild. Es ist eine Kraftquelle, an die man sich immer erinnern kann.
LÖSUNGSEBENEN
Jedes Symptom hat seine eigene Entstehungsgeschichte. Eine Krankheit kann z. B. zusammenhängen mit:
Übernommenen Themen, Verhaltensweisen, schwerem Schicksal aus der Ursprungsfamilie
Der Haltung einer Person zu sich selbst
Dem Leben nach Glaubenssätzen
Vorstellungen etc.
Unerledigtem aus früheren Inkarnationen
Einer Fremdenergie/Seelenanhaftungen
Einem unverarbeiteten Trauma
Dem Nichteinnehmen des eigenen Platzes
Blockierten Gefühlen
Der Resonanz auf die Energie eines Ortes
Einem alten Fluch/Bann
Starker Verbundenheit mit dem Leid einer Epoche, einer Zeitgeschichte (Krieg, Flucht)
Manchmal sind die Ursachen einer Erkrankung multifaktoriell und es zeigen sich immer wieder neue Themen hinter dem ursprünglichen Thema. In anderen Fällen ist nur ein konkretes Problem zu lösen.
Viele Menschen neigen dazu, Päckchen/schweres Schicksal aus der Ursprungsfamilie, vom (Ehe-)partner, zu übernehmen. Diese Haltung gegenüber Vorfahren wurde meist von Generation zu Generation weitergegeben. Der Nachfahre nimmt diese Haltung unbewusst ein und denkt z. B. über die Ahnen: »Ich bin stärker als du, ich regle es für euch, ihr tut mir so leid … oder ich werde nur geliebt, wenn ich Schweres trage … «
Manche Personen sind richtige ‚Lastensammler‘ im Alltag von Geschäftspartnern, Arbeitskollegen, Bekannten. Die Gründe dafür können Vorstellungen sein, wie: »Wenn ich jemandem etwas abnehme, werde ich gemocht, wenn ich eine Last trage, gibt sie mir Halt …«
Es steht jedoch niemandem zu, sich in fremdes Schicksal einzumischen. Es schwächt sowohl den Tragenden als auch denjenigen, dem etwas abgenommen wurde. Im Außen werden die ‚tragenden‘ Menschen als anmaßend und unnahbar wahrgenommen.
Im Arbeitsleben wird diese Haltung oft wiederholt, indem z. B. ein Angestellter meint, seinem Chef viel abnehmen zu müssen, um Anerkennung zu bekommen – in Wirklichkeit erntet er Widerstand von z. B. Kollegen oder ein Berater übernimmt z. B. immer die Aufgabe, den Chef zu ersetzten.
Wenn jemand zu extremen Sammeln neigt, spricht man auch vom ‚Michelinmännchen‘-Effekt. Jemand wirkt viel größer, als er tatsächlich ist.
Das Übernommene hindert daran, den eigenen Weg zu gehen, sowie den eigenen Lebensfluss wahrzunehmen und zu leben.
Eltern können sehr gut für ihre Kinder arbeiten. Meist sind die Kinder Symptomträger für ihre Eltern.
Arbeiten die Eltern, war immer wieder zu beobachten, dass sich die Lösungen über die Eltern umgehend auf das eigene Kind übertragen. Klärt eine Mutter z. B. das Schlafproblem ihres Kindes systemisch, schläft es noch in der gleichen Nacht durch.
Körperliche und seelische Erkrankungen können durch fest verankerte Glaubenssätze entstehen, z. B.: »Nur wenn ich schwer schufte, habe ich Erfolg.« oder »Wenn ich vertraue, bin ich verloren. Das Leben ist bedrohlich …«Werden sie bewusst, können sie verabschiedet werden.
Jeder hat sich im Leben ein Verhaltensmuster zugelegt, mit dem er bewusst/unbewussst auftritt, sobald er sich in einer Gruppe befindet.
Es kann
selbst kreiert worden sein (z. B. durch Erfahrungen aus der Kindheit: »Wenn ich trotzig bin, bekomme ich, was ich will.«)
von Vorfahren (Eltern, Großeltern, Urgroßeltern …) übernommen worden sein (z. B. Täter-/Opferspiel, Macht-/Ohnmachtspiel, Schwach/Stark-Spiel, sich naiv stellen/ahnungslos tun, sich niederträchtig verhalten, keine Verantwortung übernehmen … )
Die Einnahme einer ehrlichen Haltung bewirkt Heilung, z. B.: »Ich übernehme meinen Teil der Verantwortung, ich überlasse dir deinen Teil der Verantwortung; Es stimmt, ich wollte den Schmerz nicht spüren und war lieber wütend; Es war so schlimm, ich wollte nicht spüren.«
Stellvertreter spüren meist sehr genau, wie lange die Entstehung eines Themas zurück liegt.
Sehr bewährt hat sich, das Alter des Klienten zu erfragen und sich mit folgender Frage an den Stellvertreter zu wenden: »Liegt das Thema 50 Jahre, kürzer oder länger zurück?« Kommt nun z. B. folgende Antwort: »Es ist länger als 50 Jahre oder viel länger her … aber nicht aus der Familie«, ist dies ein Hinweis auf karmischen Ursprung.
Sie können seit einem Zeitpunkt in diesem Leben, aber auch schon in früheren Leben, unbewusst eingeladen und seither beherbergt worden sein.
Der Gastgeber hat einen Grund dafür, dass eine verstorbene Seele zu Gast ist. Manche Menschen sammeln Fremdenergien ein, da sie das Gefühl haben, sie geben ihnen Halt. Der Grund dafür muss gewürdigt werden. Manchmal sind sehr energische Loslassprozesse notwendig. Typische Lösungssätze sind z. B.: »Ich lebe und du bist tot. Ich entlasse dich dahin, wo du hingehörst, ins Licht. Dein Platz ist im Licht.« Meist stellt sich sofort eine überraschend große Erleichterung ein.
Traumata können selbst erlebt worden sein. Erinnert etwas daran, erfolgt z. B. eine panische, für andere nicht nachvollziehbare Reaktion.
Traumatische Reaktionen von Vorfahren werden manchmal übernommen. Erinnert ein Außenreiz an eine Situation, wird entsprechend darauf (über-) reagiert. Die Ursprungsthemen der Vorfahren stammen z. B. aus Kriegserlebnissen (Schützengraben), Flucht, Missbrauch, erlebter oder nichtanerkannter Schuld, Verlust eines Kindes …).
Systemgeheimnisse können traumatische Wirkung entfalten und über mehrere Generationen wirken.
Steht jemand schon in der Ursprungsfamilie am falschen Platz, z. B. am Platz eines verstorbenen, nicht betrauerten Kindes oder einer ausgeschlossenen, nicht-gewürdigten Vorfahrin, nimmt er diesen auch im richtigen Leben ein.
Handelt jemand vom falschen Platz aus, stellt sich bei neutralen Beobachtern gerne das Gefühl ein: »Da ist etwas verrückt.« Die Ursache ist dann im wahrsten Sinn des Wortes, dass etwas nicht an seinem richtigen Platz steht. Es ist im wahrsten Sinne von seinem Platz ‚ver-rückt‘ worden.
Der normale Zugang zu einem Gefühl kann z. B. durch karmische Umstände, Kindheitserlebnisse, eigene traumatische Erfahrung oder Erlebnisse der Vorfahren unterbrochen sein. Manche Gefühle sind bedrohlich und werden unterdrückt. In manchen Situationen entscheidet sich jemand, insbesondere bei heftigen Kriegsund Missbrauchssituationen dafür, nicht zu spüren.
Dies war in dieser Situation vielleicht eine notwendige Überlebensstrategie, hindert jedoch später in anderen Situationen lebendig zu sein.
Bei betonter Fröhlichkeit und ‚lustig sein‘ verbirgt sich oft etwas Trauriges dahinter. In die eigene Macht/Kraft zu gehen, kann durch frühere Ohnmachtserlebnisse blockiert worden sein. Hinter wütend/aggressiv sein verbirgt sich ein nicht eingestandener Schmerz.
Für die eigene Heilung ist es wichtig, das ausgeschlossene, aber angemessene Gefühl wieder zulassen zu können. Dadurch kann jemand wieder adäquat auf das Leben reagieren.
Plätze und Häuser haben eine Art Erinnerungsfeld. Ist Schönes passiert, spüren das alle späteren Bewohner. Wurde in einem Haus viel musiziert, kann sich z. B. bei einer neu einziehenden Familie auch der Wunsch einstellen, ein Musikinstrument zu lernen oder plötzlich viel Klavier zu spielen.
