Orte erinnern sich - Kristine Alex - E-Book

Orte erinnern sich E-Book

Kristine Alex

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Beschreibung

Die Kraft der Orte. Warum fühle ich mich in meiner Wohnung nicht zu Hause? Wieso hat mein Restaurant so wenig Kundschaft? Warum gestaltet sich mein Hausbau als so schwierig? Fragen, die Kristine Alex mit systemischen Ortsaufstellungen auf der energetischen Ebene betrachtet, damit sich Lösungen zeigen. Denn Orte, Plätze und Häuser sind Träger von besonderen Energien. Oft stellt sich heraus, dass es eine Art unbewusstes Feld gibt, in dem alles was sich auf einem Grundstück oder in einem Haus zu früheren Zeiten abgespielt hat, gespeichert wird. Die Aufstellungsarbeit macht dieses Phänomen sichtbar und bietet oft ganz konkrete Hinweise auf Lösungsschritte. Ist der Orte erst einmal von Störungen befreit, kann in den geklärten Energiefeldern wieder harmonisch gelebt und gearbeitet werden: Bauprozesse verlaufen reibungsloser, Erbstreitigkeiten werden beigelegt, Ruhe und Zufriedenheit stellen sich wieder ein.

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Seitenzahl: 112

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Kristine Alex

Orte    erinnern sich

Häuser, Wohnungen und Plätze von Störungen befreien Systemische Arbeit

Inhalt

Einleitung

Methodik der Aufstellungsarbeit

Aufstellungsablauf

Die Klärung des Anliegens

Der Aufstellungsprozess

Die Rolle der Stellvertreter

Die Wirkung von Aufstellungen

Die phänomenologische Haltung

In welchem räumlichen Rahmen stellt man am besten auf?

Die Vielfalt der Ebenen

Orte, Plätze, Häuser

Die Suche nach dem richtigen Platz

Warum fühle ich mich nirgendwo zu Hause?

Es zerreißt mich zwischen zwei Wohnsitzen

Meine Wurzeln

Wo ist beruflich mein richtiger Platz?

Ich möchte endlich wieder meinen Platz einnehmen

In welcher Stadt geht es mir und meiner Familie privat und beruflich am besten?

Was hat die Flucht meiner Vorfahren mit mir und meinem Beruf als Immobilienmakler zu tun?

Was ist bei Kauf, Verkauf und Vermietung von Grundstücken, Häusern und Wohnungen zu beachten?

Kauf eines Objektes

Eigentumsverhältnisse und ihr Einfluss auf Objekte

Warum finde ich keine Wohnung?

Hausverkauf

Das geliebte Haus meiner Mutter

Was steht nach dem Hausverkauf für mich an?

Soll ich mein Mietshaus verkaufen oder nicht?

Der letzte Schritt zum Hausverkauf

Woran hängt mein Herz?

Hausverkauf wegen Scheidung

Vermietung

Mein geerbtes Haus lässt sich nur schlecht vermieten

Meine Wohnung findet keinen Mieter

Warum lassen sich meine Praxisräume nicht vermieten?

Rund um Hausbau und Umbau

Ehestreit während der Bauphase

Genius Loci – Der Geist des Ortes

Das »verfluchte« Grundstück

Wie baue ich?

Mein frisch renovierter Altbau

Der Bauplan

Der Architektenentwurf erinnert an ein Gefängnis

Warum drücken mich meine Schulden so stark?

Gesund, glücklich und zufrieden leben und arbeiten

Das Zuhause

Leben im Doppelhaus – woran erinnert die Wohnsituation?

Ich möchte Ordnung schaffen und mich zu Hause fühlen

Wieso fühle ich mich in meinem Haus so unlebendig?

Ich fühle mich nicht zu Hause

Was bedeutet mir mein Bild?

Was hat das Chaos in meinem Arbeitszimmer mit einer früheren Liebe zu tun?

Der ewige Streit mit den Vermietern

Warum ist mein Nachbar so komisch?

Der Geschäftsstandort

Meine Praxis soll wahrgenommen werden

Was stimmt in meinem Restaurant nicht?

Warum kann sich ein Restaurant trotz guter Lage nicht halten?

Was stört den Erfolg?

Woher stammt die Unruhe im Seminarraum?

Was stört die Klarheit im Kursraum?

Körpersymptome in Verbindung mit Orten und Häusern

Alle Angestellten bekommen ähnliche Körpersymptome

Was hat der Platz mit meinem Herzen zu tun?

Die Krankheitsrate im Kindergarten

Das Erbe

Das geerbte Geld zum Wohnungskauf

Ist mein geerbtes Häuschen verhext?

Erbschaft – Warum gibt es so viele Schwierigkeiten beim Hausverkauf?

Besondere Orte

Was geben uns Kraftorte?

Der besondere Platz

Die Kraft des Ortes

Opferplätze – altes Wissen will genutzt werden

Der Geburtsort

Die alten Ereignisse auf dem Platz

Natur

Was will mein Baum?

Der Nussbaum

Leben im Ausland

Wie komme ich gut im Ausland an?

Afrika

Wandlungsmechanismem

Zusammenfassung

Dank

Literaturempfehlungen

Die Autorin

Einleitung

Immer mehr Menschen nehmen bewusst wahr, dass Orte, Häuser und Plätze sehr unterschiedliche Energiefelder haben. Sie stellen sich Fragen wie: Warum geht es mir an diesem Platz so anders? Liegt es an der Energie des neuen Hauses, dass ich mich so unruhig fühle – oder an etwas anderem? Welchen Einfluss haben Ereignisse, die an diesem Platz in früheren Zeiten passierten, auf mich?

Ich habe vor einiger Zeit damit begonnen, auch ortsbezogene Fragen aufzustellen und dabei viele neue Systemebenen entdecken können. Es zeigte sich, dass sich Ereignisse aus früheren Jahrhunderten in alten Häusern beziehungsweise auf Grundstücken im Aufstellungsfeld abspielen, dass es eine Art »Haushaltsseele« gibt, die zu einer Familie gehört und auch mit ihr umzieht – oder dass sich ein Platz beschwert, weil der Bewohner die Energie, die er ihm geben will, nicht annimmt.

Dabei habe ich vielfach erlebt, dass Menschen über Orte, an denen sie leben, in Resonanz zu früheren Konflikten treten. Dazu gehören Kriege, Unfälle, Naturkatastrophen, aber auch Mord und der Missbrauch von Macht. Vieles wird unbewusst nacherlebt. Dadurch entstehen neue Konflikte, bei manchen Bewohnern sogar Krankheiten. Oft ist erstmal nicht klar, warum ein Mensch in einer bestimmten Weise handelt und fühlt. Die Ursache ist nicht bekannt und wird auch nicht über die klassischen systemischen Aufstellungen wie Familien- und Organisationsaufstellung gelöst. Diese beleuchten vor allem alte, meist unbewusst übernommene und nachgelebte Familienmuster und aktuelle Berufssituationen. Über Stellvertreter, die sich in das unbewusste, morphogenetische Feld einspüren, werden Ursachen von Problemen erkannt und gelöst. Somit kommt es zur eigenen Entscheidungsfreiheit und Wahlmöglichkeit für das Leben des Klienten.

Besonders faszinierend bei dieser Aufstellungsarbeit ist, dass die Orte und Gebäude durch die repräsentative Wahrnehmung der Stellvertreter eine Stimme bekommen. Diese spüren sich in die Befindlichkeit eines Platzes und die Wünsche und Anliegen eines Hauses ein. Dabei wird deutlich, dass Häuser und Orte ein ausgeprägtes Erinnerungsfeld haben. Der Geist des Ortes, auch Genius Loci genannt, wird sichtbar. Die Seele eines Hauses erinnert sich an die Vergangenheit und hat Wünsche für die Gegenwart und die Zukunft.

Mit diesem Genius Loci treten die Bewohner – meist sehr sensible Menschen mit einem weit entwickelten Bewusstsein – in Resonanz. Manche erahnen die früheren Ereignisse sogar unbewusst und wundern sich, warum sie an einem bestimmten Ort mit ungewöhnlichen Problemen konfrontiert werden. Die früheren Geschehnisse können natürlich auch positiv wirken. So berichtete eine Familie, dass nach dem Umzug in ein neues Haus plötzlich alle gerne auf dem Klavier spielten. Früher war das Haus von einer Klavierlehrerin bewohnt worden.

Die Fragestellungen, die man durch diese Art der Aufstellungsarbeit beleuchten kann, beschränken sich dabei keineswegs auf den privaten Bereich. Es lässt sich sogar prüfen, ob ein Objekt durch einen Makler oder eher in Eigeninitiative verkauft werden sollte, oder warum sich ein Restaurant trotz guter Lage nicht halten kann. Auch bei Bauprojekten lohnt es sich, die Wünsche des Ortes zu kennen und zu respektieren. Lässt man sich darauf ein, laufen Bauvorhaben reibungsloser und kosteneffizienter. Wird dagegen gehandelt, kommt es häufiger zu Baumängeln, Kräfte zehrenden Verzögerungen, Ärger und unnötigen Kosten, was ja gerade für das Bau- und Grundstücksgewerbe ein heikler Punkt ist, denn hier geht es oft um finanziell sehr weitreichende Entscheidungen.

Aber auch wichtige Fragen der Stadtplanung, architektonische Vorhaben und die Suche nach dem richtigen Geschäftsstandort können durch eine Ortsaufstellung geklärt werden.

Systemaufstellungen helfen dabei, Problembereiche schnell zu identifizieren. Es bleibt nicht allein bei der Analyse. In oft erstaunlich kurzer Zeit finden sich Lösungswege für Problemsituationen. Verborgenes kommt ans Licht. Oft will altes Schicksal früherer Bewohner gesehen und gewürdigt werden. Manchmal sind auch Seelenanteile Verstorbener noch sehr präsent und wollen erlöst werden. Die Besonderheiten der Aufstellungsmethode sind die Schnelligkeit, die Transparenz für den Kunden und die Möglichkeit, Themen nicht nur zu diagnostizieren, sondern umgehend zu klären. Klienten berichten immer wieder von der erstaunlich raschen Umsetzung der aufgestellten Lösungen – besonders bei Häuser- und Grundstücksfragen. Verblüfft erzählen sie vom schnellen Verkauf eines Objektes, sobald eine energetische Klärung stattgefunden hat.

Ich möchte mich mit meinem Buch sowohl an Menschen wenden, die diese Themen bereits mit offenem Herzen wahrnehmen, als auch an solche, die einfach neugierig sind und für die vieles noch sehr unwahrscheinlich klingt. Vielleicht kann meine Arbeit dazu beitragen, dass auch sie sich auf diesen etwas ungewöhnlicheren Weg einlassen.

Die hier ausgewählten Beispiele erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ich habe typische und auch einige außergewöhnliche Fragestellungen ausgewählt. Die beschriebenen Lösungswege geben lediglich einen kleinen Überblick über die enorme Vielfalt der systemisch und energetisch betroffenen Ebenen. Dabei wird die eine oder andere Fallgeschichte sicherlich an die eigene Situation erinnern und Anregungen für das eigene Thema geben können. Wichtig ist jedoch, dabei stets zu bedenken, dass jede Situation individuell ist und deswegen auch eigene Lösungen verlangt. Jedes Aufstellungsthema zeigt einzigartige Erkenntnisse in Aussagen, Beschreibungen, Bildern und Gesten, die gar nicht vollständig in Worte zu fassen sind. Ich habe hier bewusst darauf verzichtet, intensiv auf andere Methoden, die sich mit energetischen Themen zu Plätzen und Orten auseinandersetzen, einzugehen, obwohl sicherlich einige Berührungspunkte zur Ortsaufstellung bestehen.

Eine spannende Lektüre wünscht Ihnen Ihre Kristine Alex

Methodik der Aufstellungsarbeit

Aufstellungsablauf

Die Klärung des Anliegens

Bevor eine Aufstellung beginnen kann, muss zuerst das genaue Anliegen des Klienten geklärt und formuliert werden. Je klarer der Auftrag, desto kraftvoller und lösungsorientierter fällt die Antwort der Aufstellung aus. Am besten ist es, wenn der Klient seinen Arbeitsauftrag in einem Satz zusammenfasst, zum Beispiel: »Was muss geklärt werden, damit ich mich zu Hause fühlen kann?«

Um dabei auf eine möglichst klare Formulierung zu kommen, unterstützen den Klienten Fragen wie: »Was soll morgen für dich anders sein?« oder »Was soll sich lösen?«

Sobald die Fragestellung des Klienten geklärt ist, schlägt der oder die Aufstellungsleiterln die benötigten Positionen vor. Der Klient sucht aus der Gruppe der Aufstellungsteilnehmer Stellvertreter für sich und die anderen benötigten Positionen, z. B. für ein Haus, den Bruder, einen Kaufinteressenten oder Entscheidungsalternativen aus. Danach beobachtet der Klient den Ablauf der Aufstellung, ohne daran teilzunehmen. Wichtig ist, dass er dabei sitzt, damit er nicht selbst Teil des energetischen Aufstellungsfeldes wird.

Eine Klientin beschrieb diese Beobachterposition einmal so: »Das ist wie auf einen Berg zu steigen und die momentane Situation aus der Vogelperspektive zu betrachten.«

Ideal ist es, mit neutralen Stellvertretern zu arbeiten; Namen und persönliche Daten sind nicht wichtig, Kollegen und Familienmitglieder sollten beziehunsgweise können nach besonderer Absprache und auf Wunsch aller Beteiligten dabei sein. Nach besonderer Absprache und auf Wunsch aller Beteiligten macht es jedoch in manchen Situationen Sinn.

Der Aufstellungsprozess

Die Stellvertreter suchen sich nun einen Platz im Raum. Dabei handeln sie nach den spontanen Gefühlen ihrer übernommenen Stellvertreterposition. Der oder die Aufstellungsleiterln befragt jeden Stellvertreter nach seinem aktuellen Befinden. Die Arbeit findet in einem phänomenologischen Feld statt, in dem Stellvertreter Wahrnehmungen für die eingenommenen Positionen erspüren. Dies ist jedoch nicht mit einem Rollenspiel zu verwechseln.

Das spontane Anfangsbild spiegelt üblicherweise den Status quo einer Situation wider. Es zeigt die Empfindungen des Klienten und seine momentane Situation.

Die Aufstellungsleitung gibt im weiteren Verlauf den Stellvertretern das Vertrauen, sich und die eingenommene Position wahrzunehmen. Sie vermittelt passende Lösungsmöglichkeiten zum aufgestellten Thema, indem sie oder er durch räumliches Umstellen der Stellvertreter und verbale Interaktionen Wandlungsschritte einleitet und so Lösungen aufzeigt. Dies ist beispielsweise über Rituale, die Rückgabe übernommener Lasten und das Aussprechen von Sätzen, welche die tiefsten und wahren Gefühle zum Ausdruck bringen, möglich. Dabei ist es bei jedem Vorschlag von enormer Wichtigkeit, dass er auf Stimmigkeit überprüft wird, indem die Reaktionen der Stellvertreter genau beobachtet werden.

Der Klient selbst bleibt während des gesamten Prozesses als Betrachter an seiner Position außerhalb des Aufstellungsfeldes. Bei Bedarf kann er wichtige Hintergrundinformationen beisteuern. Ist eine Lösung für das aufgestellte Thema gefunden, nimmt er oder sie das sogenannte Lösungsbild auf und lässt es mit allen Sinnen auf sich wirken. Manchen reicht es, das Bild von außen direkt zu betrachten und zu fühlen, andere Klienten bevorzugen es, sich persönlich ins Schlussbild – an den Platz, den der Stellvertreter erarbeitet hat – zu stellen.

Die Rolle der Stellvertreter

Stellvertreter lernen durch das Einnehmen unterschiedlicher Rollen sehr viel für sich selbst. Oft werden dabei sogar eigene Themen mitgelöst, und ein Verständnis für neue, unbekannte Gefühle stellt sich ein.

Eine Teilnehmerin wollte in einem Seminar beispielsweise aufstellen, warum sie sich in ihrer Wohnung nicht zu Hause fühlte. Als Stellvertreterin in einer anderen Aufstellung wurden ihr wichtige Erkenntnisse für ihre Fragestellung bereits klar: »Die Aufstellung war wie für mich gemacht Jetzt brauche ich mein Thema gar nicht mehr aufzustellen!«, war ihr Resümee.

Es gibt allerdings auch das umgekehrte Beispiel. Manchmal haben die während einer Aufstellung erlebten Gefühle eine »klebrige Qualität«, bleiben sozusagen an den Stellvertretern haften, beschäftigen sie fortwährend und lassen sie gar nicht mehr los. Sie erinnern an eigene Themen, die der Stellvertreter selbst noch nicht für sich geklärt hat. Dadurch erhält er oder sie einen Hinweis, auf das anstehende Thema.

Die Wirkung von Aufstellungen

Die Zeitachse der Umsetzung der Aufstellung ist unterschiedlich: Es kam durchaus schon vor, dass noch während der Aufstellung zum Thema »Ich finde keine passende Wohnung« eine Handynachricht mit einem Maklerangebot für die Traumwohnung eintraf, oder dass eine Maklerin berichtete: »Vier Wochen nach der Aufstellung war das Haus, das zwei Jahre keinen Käufer fand, endlich verkauft.«

In einem anderen Fall dagegen ging der Traum vom aufgestellten Wunschgrundstück erst nach einigen Jahren in Erfüllung.

Manchmal wundert man sich auch, warum eine eigentlich sehr klare Aufstellung gar nicht zum Tragen kommt. Nach dem englischen (Geist-)Heiler und Lehrer Harry Edwards (1892 – 1976) erschweren einige typische Hindernisse einen Heilungsprozess:

Negative Glaubenssätze

Widerstand gegenüber Lösungsvorschlägen Stress

Unkonzentriertheit und Oberflächlichkeit

Überlagerte Gefühle

Ich-Bezogenheit

Zweifelsucht

Selbstquälerei

Nicht glauben können

Ungeduld

Furcht und Angst

Die phänomenologische Haltung

Jeder Mensch erlebt die Aufstellungsarbeit im »unbewussten Feld« auf eine andere Weise. Die einen sehen Bilder vor ihrem inneren Auge, andere hören, manche haben Körperreaktionen wie Gänsehaut oder ein erhöhtes Wärmeempfinden, wenn sich etwas als besonders stimmig erweist. Andere wiederum wissen intuitiv, was stört und was getan werden kann, damit es zu einer Lösung kommt. Auch eine Kombination verschiedener Sinneswahrnehmungen ist möglich. Eine Wahrnehmung ist dann am authentischsten, wenn sie spontan auftaucht. Das bedeutet in der Praxis: Man stellt sich dem Feld, ohne einen inneren Plan im Kopf zu haben, und ist offen für das, was sich zeigt.

Das Wesentliche erscheint oft ohne Ankündigung, blitzartig ist es im Raum. Plötzlich wird es von einem oder mehreren wahrgenommen. Es kommt sozusagen ans Licht.

In der Praxis zeigt sich die phänomenologische Grundhaltung zur Aufstellungsarbeit darin, dass der Leiter oder die Leiterin nicht die Absicht hat, etwas in eine bestimmte Richtung zu lenken, sondern sich von dem überraschen lässt, was während der Arbeit an die Oberfläche kommt und was hilft. Sie machen Vorschläge und entscheiden anhand der Reaktionen, wie es weitergeht. Wichtig ist, das eigene Ego herauszuhalten.