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Das sind meine Erfahrungen, lustig beschrieben, von A-Z sortiert schnell wiederzufinden. Sowohl die Erziehung aber auch besonders der Umgang mit anderen Menschen sind aus meiner Sicht in meiner Welt in meinen Worten einfach beschrieben. Vielleicht ist das meiste davon für dich nicht relevant, aber wenn du nur eins davon für dich nutzen kannst, ist es für mich schon ein voller Erfolg.
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Seitenzahl: 353
Veröffentlichungsjahr: 2022
Daniela Berg
Mein persönliches Hundelexikon
Gesammelte Erfahrungen aus meiner Welt
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
VORWORT
A
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
P
Q
R
S
T
U
V
W
Z
Tipps, Tricks, Zufälle
Was denkt eigentlich Lumpi darüber?
EPILOG
Impressum neobooks
Es begann alles mit einer Frage: „Sag mal, wie machst du das, dass deine Hunde so gut hören?“
Dann fing ich an, zu erklären. Im Endeffekt wie in einer Schule, in der man immer wieder neuen Schülern den gleichen Stoff erklärt. Also begann ich, alles aufzuschreiben, damit das bereits Erklärte anderen leichter zugänglich war. So entstand das Lexikon zuerst online auf einer Internetplattform, bis letztendlich dieses Buch entstanden ist.
Ich habe keinen Lektor, Profi oder eine Agentur hinter mir. Darum bitte ich um Nachsicht, wenn sich doch ein paar Fehler eingeschlichen haben, sei es inhaltlich oder auch in der Form.
Darum würde ich mich sehr freuen, wenn du mir eine Nachricht schickst. Kritik, Lob, Ideen oder einfach nur ein Hallo - schreib mir bitte gerne:
Ich beantworte jede Frage, stelle auch verschiedene Plattformen für Diskussionen zur Verfügung. In dieser schnelllebigen Zeit möchte ich diese jedoch hier nicht notieren, denn sie können morgen ja schon wieder inaktiv sein.
Bis dann, deine Daniela, einfach nur ein Mensch, der mit Hunden zusammenlebt (ok, auch mit Menschen).
Der Schlüssel zu allem ist letztendlich RESPEKT. Das Schlüsselloch ist BINDUNG. D.Berg. 2021
BEDEUTUNG/ZIEL
Ich blocke einen fremden Hund ab und beschütze dadurch meinen, was auch das Vertrauen zu mir stärkt
WARUM
Der Grund ist eigentlich völlig egal, aber fürs allgemeine Verständnis nehme ich jetzt mal den schlimmsten Fall, damit klar ist, warum das wichtig ist.
Mein Hund ist frisch operiert, seit gestern. Die Naht ist nicht verbunden, weil das nicht geht, somit sieht es auch keiner. Mein Hund ist logischerweise an der Leine.
Nun rennt mir ein Hund entgegen, volle Kanne auf uns zu. Ich weiß nicht, ob er in meinen Hund reinkrachen wird, aber eine 1%ige Chance reicht mir schon. Wenn er auf uns zu rennt, kann ich auch nicht mit dessen Menschen rechnen, der ihn zurückruft. Aus meiner Sicht gibt es nur eine einzige Chance, meinen Hund zu schützen:
Ich rufe STOP, und zwar so laut und so präsent wie nur möglich, mein Hund ist dabei hinter mir.
Das sollte nun bewirken, dass der andere Hund entweder in eine Starre verfällt oder sich verpisst. Die Diskussion mit dessen Menschen kannst du dann später führen.
Das bewirkt:
Dem Hund passiert nix
Der Hund vertraut mir wieder mehr
Der Hund weiß, ich regel Situationen, muss er nicht machen
Der andere Mensch weiß, wenn er mich wieder sieht, die hat einen Knall, der gehen wir lieber aus dem Weg
ZIEL ERREICHT
WIE
Hier querverweise ich jetzt auf STOP. Allerdings mit Variationen.
Weiter unten ein Auszug aus dem Vorgehen für ein STOP
Aber: man löst nicht auf! Denn ich verscheuche ja den anderen Hund, das ist dann erledigt, wenn er entweder geht oder stehen bleibt.
Es ist egal, ob ich in diesem Fall STOP rufe oder HAU AB oder VERPISS DICH oder was dir sonst noch einfällt. Denn du hast das mit dem anderen Hund ja nicht trainiert, also muss man sich nicht an irgendwelche eintrainierten Regeln halten
Wichtig ist NUR, dass du ein deutliches Signal setzt, das dem anderen Hund ganz deutlich zeigt, was du (nicht) möchtest, nämlich, dass er weiter in deine Richtung läuft
Je lauter, je deutlicher - verbal und körperlich - umso effektiver
Ein STOP signalisiere ich sehr deutlich. Umso deutlicher, umso besser funktioniert das: * ein ausgestreckter Arm, die Hand zeigt mit der Handfläche zum Hund * zeitgleich geht der andere Fuß nach vorne, nicht zu weit, um einen sicheren Stand zu haben, und stampft idealerweise noch am Boden auf (der andere Fuß, damit die gegenüberliegende Schulter der Hand sich nicht nach vorne schiebt, so wirkt man bedrohlicher, weil man mehr Fläche zeigt) * zeitgleich ein lautes, sehr lautes, deutliches und energisches STOP verbal
BEDEUTUNG
Eine Übung abbrechen, die nicht funktioniert hat
ZIEL
Ich signalisiere meinem Hund, dass er nicht gemacht hat, was ich wollte. Allerdings ohne ihn zu bestrafen.
WIE
Ich überlege mir ein Abbruchsignal. Bei mir ist das je nach Art der Übung:- kommentarlos anleinen, kommentarlos weitergehen- die Übung abbrechen, nix sagen, 1 Minute warten, wiederholenMan kann natürlich auch ein Wort verwenden wie: schade oder leider oder das war nix - oder man schüttelt ganz leicht den Kopf. Das sollte dann aber immer nur dafür verwendet werden und immer das Gleiche sein. Solange man nicht sagt: du bist vielleicht doof - ich klatsch dich an die Wand - was kannst du eigentlich - ist alles in Ordnung!
BEISPIEL:
Ich sage "Sitz", der Hund legt sich ins Platz. Das ist NICHT, was ich möchte. Also breche ich ab, indem ich ihn vom Platz wegbringe und die Übung wiederhole. Oft hilft es, tief durchzuatmen und eine kurze Pause zu machen, damit beide nicht nervös werden. Es hilft nicht nur, sondern ist sehr wichtig. Wenn er dann endlich sitzt, wird er belohnt, als wäre nichts gewesen (und nicht: na endlich, das ging schon mal besser).
Ich rufe ihn ab, er hört nicht. Ich habe aber schon das Rückrufkommando gegeben, das kann ich jetzt nicht so stehen lassen. Also geh ich wortlos zu meinem Hund, leine ihn an, gehe mit ihm eine Weile wortlos an der Leine. So weiß er, er hat was falsch gemacht. Damit meiner nicht meint, Leine ist immer schlecht, lächle ich ihn kurz an, wenn ich ihn aus einem "normalen" Grund anleine, immer!
ÜBUNGEN:
Man übt sowas natürlich wieder zuerst in einer ruhigen Umgebung. Falls der Hund aber in Ruhe immer das macht, was ich möchte, dann mach ich das mal unter ein wenig Ablenkung.WICHTIG bei der ganzen Sache:
IMMER positiv aufhören, wenn möglich! Also nie mit einem Abbruchsignal nach Hause gehen. Außer, der Hund war so rotzfrech, dass du ihn nur noch an der Leine nach Hause bringst. Dann hilfts ja nix. Das muss der Rotzlöffel dann lernen.
KONSEQUENT sein. Es hilft nix, wenn ich eine Übung mal abbreche, das nächste Mal aber belohne. Da kennt sich ja kein Hund mehr aus. Das zerstört das Vertrauen.
BEDEUTUNG
Die Seite, die der Gefahr gegenüberliegt
ZIEL
Es scheint so, als kennen die wenigstens Menschen diesen Begriff, weil mir dauernd Hunde auf „meiner“ Seite entgegenkommen. Also möchte ich das hier noch einmal ausführen. Denn man kann das nicht oft genug sagen und auch weiterverbreiten.
WANN
Bei Begegnungen mit: Hunden, Kindern, Fußgängern, Joggern, Radfahrern, Katzen, einfahrenden U-Bahnen …
Dabei ist es egal, ob mein Hund an der Leine geht oder Fuß oder bei mir. Das gehört zum einen zum Respekt anderen gegenüber vor allem aber zur Sicherheit meines Hundes (Beispiel: rasende Radfahrer)
WARUM
Damit der eigene Hund keinen Stress mit der Situation hat. Gibt meinem Gegenüber Sicherheit (gut, der U-Bahn jetzt nicht, aber den anderen). Die Aufmerksamkeit meines Hundes zu bekommen, ist auf der nicht abgewandten Seite fast unmöglich. Denn die Reize sind auf der "falschen" Seite viel zu groß, man macht es ihm und sich selbst dadurch unnötig schwer.Und selbst wenn mein Hund ein ganz braver ist, dann weiß ich ja nicht, ob mein Gegenüber auch ein braver Hund oder ein braves Kind oder ein netter Mensch ist… Oder ob das Kind eine Breze in der Hand hält.
Oder aber der entgegenkommende Hund ist ein Angsthund und ich verursache dadurch erheblichen Stress, den man vermeiden könnte.
Nach einer Weile weiß mein Hund das, weil es sich festigt. Er geht dann ganz von alleine auf die richtige Seite, wenn er jemanden kommen sieht. Dazu braucht es aber schon ein paar Jahre.
Der Hund meint nämlich auf der Seite, auf der ihm ein anderer Hund entgegenkommt, dass er die Situation nun regeln muss. Er ist ja näher dran am „Problem“.
WIE
Begegnet mir auf meiner linken Seite jemand, mein Hund ist auch links, veranlasse ich einen Seitenwechsel.
BEISPIEL
Mein Hund geht links, links kommt mir ein anderer angeleinter Hund entgegen, beide haben 50 cm Leine, ich denke, 1,5 m reichen ja dann. Kann ja nix passieren. Jetzt zieht mein Hund rüber, der andere auch, und schon merke ich, ohje, da hätte ich ja 2,5 Meter Abstand gebraucht, der Hund hängt ja auch noch an der Leine. Und wenn ich jetzt Pech habe, dann wird mein Hund gebissen...
ÜBUNGEN:
Wenn wenig Menschen unterwegs sind, suche ich mir einfach Übungsobjekte wie Bäume oder Pfosten und vollziehe dann einen Seitenwechsel zu der anderen Seite.
Wichtig dabei ist, dass man das sehr sehr oft übt, wenn überhaupt gar nix los ist, denn sonst schaut der Hund immer, wenn er einen Seitenwechsel machen muss, wo denn der Grund dafür ist und konzentriert sich nicht so gut auf den Menschen. Das ist wie beim Rückruf.
Wenn dann die Vollpfosten daherkommen, deren Hunde auf der falschen Seite gehen, kann der Hund das schon und es ist für ihn ganz normal. Wichtig dabei, dass ich das wirklich immer mache. Erstens geh ich so der „Gefahr“ aus dem Weg, zweitens bekomm ich so schneller meine 1000 Wiederholungen hin.
BEDEUTUNG
Wann, warum und wie lenke ich meinen Hund ab
ZIEL
Mein Hund ist auf mich fixiert, anstatt auf das für ihn stressige Objekt
WARUM
Es gibt Momente, in denen ich vorher schon weiß, dass mein Hund gleich Stress haben wird. Das kann verschiedene Gründe haben:
spielende, wild durcheinander tobende oder kläffende Hunde in Sicht
ein Hubschrauber, falls mein Hund darauf reagiert
eine Drohne
der Hund, den er überhaupt gar nicht leiden kann
der Hund, der eventuell voll in meinen reindonnern wird
ein Jogger, ein Radfahrer, Fußgänger beim Hund in Ausbildung
Hier heißt die Devise: Prävention. Dazu gibt es schon einen Eintrag, jedoch möchte ich hier mehr auf die Ablenkung an sich eingehen.
WIE
Ich muss VORHER sehen, dass gleich etwas passiert, sonst wird es schwierig, aber nicht unmöglich. Also kann ich auch in einer bereits entstandenen Situation noch ablenken
Stelle ich mich jetzt auf die Seite und warte, bis das Hindernis vorbei ist achte ich darauf, dass mein Hund das Hindernis nicht in voller Sichtweite hat und vor allem, dass er nicht einfach auf der Seite das Regeln anfängt. Also versperr ich ihm die Sicht
Der größte Fehler allerdings, den die meisten machen ist, dass sie selber die ganze Zeit zum Hindernis hin gaffen. Es ist aber irgendwie logisch, dass der Hund genau da dann auch hin gafft. Also, ich wende mich mit meinem Hund ab, schaue aber irgendwo anders hin. Das kann ein Baum sein, ein Grasbüschel, oder irgendwas hinter meinem Hund, so dass die Aufmerksamkeit woanders hingelenkt wird.
Was ich auch beobachten konnte: stell ich mich einfach auf die Seite, kläfft der Hund eventuell dann einfach mit mehr Abstand. Gebe ich ihm aber ein Kommando wie Sitz oder Platz (auf alle Fälle, was er lieber macht, damit man es sich nicht kaputt macht), dann ist plötzlich Ruhe im Karton. Oder ich lasse mir die Pfote geben, er sollte einfach nur beschäftigt sein. Das funktioniert aber nur ab einem gewissen Grad. Ein gestresster Hund in Ausbildung wird jetzt keine Rolle rückwärts mit Doppel-Salto machen während er jongliert, wenn er grade mal ein paar Monate alt ist und außer Sitz noch gar nicht so viel leisten kann.
Ablenken kann man mit Tempowechsel, Spieli, Leckerli oder was dir sonst so einfällt. Hauptsache, du bist interessanter für den Hund als alles drum herum.
ERGEBNIS
Wenn dein Hund auf dich aufmerksam geworden ist und du diese Aufmerksamkeit halten kannst, dann wird belohnt, als wäre Weihnachten. So lernt der Hund schnell, dass es viel lohnenswerter ist, auf dich zu achten als auf das Hindernis. Wenn er keinen Erfolg hat, das Hindernis anzukläffen, wird es auch nicht zur Gewohnheit.
ACHTUNG
Man muss unbedingt unterscheiden, ob es eine wirkliche Ablenkung erfordert oder ob man einfach souverän sein muss. Denn bei manchen Dingen sollte man kein Brimborium veranstalten sondern einfach souverän weitergehen, damit das Hindernis langweilig erscheint und nicht zu einem Problem wird.
Beispiel: Ein Feuerwehrauto mit Sirene. Wenn ich jetzt ablenke und mich zum Affen mache, dann merkt der Hund eventuell, da stimmt was nicht und bleibt stehen und kläfft. Hier sollte man einfach seinen Hund an der Leine packen und weiter gehen, und gut ist. Denn vorher hat er ja gar nicht gewusst, dass da jetzt was Komisches kommt, das meinst ja nur du und implizierst das. Nur WENN dein Hund eine schlechte Erfahrung mit Sirenen gemacht hat, dann kannst du durch Ablenkung dieses Problem abschwächen, aber mach es nicht zu einem Problem, wo gar keins ist.
BEDEUTUNG
Was genau bedeutet „abrufbar sein“
WARUM
Sehr oft hört man unterwegs (oder liest man auch in meinen Texten):
Was aber bedeutet eigentlich genau „abrufbar“.
Also abrufbar bedeutet nicht, dass man in der Lage ist, den Namen seines Hundes schön schrill, laut oder wütend zu rufen. Abrufen heißt ja eigentlich sowieso überhaupt nicht, den Namen zu rufen. Denn seinen Namen müsste der Hund zwischenzeitlich kennen. Und der Name ist kein Kommando.
Abrufbar bedeutet, dass der Hund herkommt, wenn man ihn ruft. Oder pfeift. Oder ein Handzeichen gibt. Egal was man macht, egal, wer nebenher um ihn herum unterwegs ist, egal, was auf dem Weg von ihm zu mir interessantes passiert, er MUSS auf direktem Wege zu mir kommen.
Sowas trainiert man erstmal alleine, ohne Ablenkung. Dafür gibt es ja den Beitrag „Rückruf“. Dort steht auch, wie man das aufbaut. Ich möchte hier nur erklären, was damit gemeint ist, man soll den Hund erst frei in der Gegend rumlaufen lassen, wenn er abrufbar ist. Denn wenn ein Auto kommt, ein Reh über den Weg läuft, oder wieder dieses Kind mit der Breze in der Hand unterwegs ist, dann ist es enorm wichtig, dass der Hund 100% abrufbar ist.
Natürlich ist ein Hund nicht nach dem ersten Mal ohne Ablenkung sofort draußen im Getümmel 100% abrufbar, das wäre ja unlogisch. Also muss man das üben, und wenn er nicht hört, einen Schritt zurück und wieder an die Leine. Jedoch probiert man sowas nicht neben einer Autobahn oder aber, wenn man an einer Gruppe mit angeleinten Hunden vorbeigeht. Sondern man probiert das bei Gelegenheiten, bei denen es nicht schlimm ist, wenn der Hund ganz aus Versehen einen Rückfall hat.
BEDEUTUNG
Es ist halt manches einfach, wie es ist♥
ZIEL
Ich ändere Dinge, die ich nicht akzeptieren kann und ich akzeptiere Dinge, die ich nicht ändern kann
WARUM/WIE/BEISPIEL
Jeder Hund ist anders. Auch innerhalb einer Rasse. Jeder kommt von woanders, jeder entwickelt sich anders, jeder wird zu Hause anders behandelt. Also gibt es nicht DAS ERGEBNIS und alle sind gleich. Ich möchte einfach nur mal sagen, dass es Dinge gibt, die man besser akzeptiert, anstatt sie auf Biegen und Brechen ändern zu wollen und dadurch zum Hund ein gespanntes Verhältnis entsteht.
Mein Hund hatte einen Tumor. Der ist weg. Aber der Weg von Blase zu Hirn funktioniert nicht mehr richtig. Also pinkelt er manchmal aufs Sofa. Ich kann es nicht ändern. Ich hab ihn trotzdem lieb und lege halt einfach eine Inkontinenz-Unterlage unter das Leintuch auf der Couch. Und ich lasse öfter den Wischer durch die Wohnung laufen, weil er ab und zu mal ein Tröpfchen verliert, wenn er ein bisschen aufgeregt ist
Mein anderer Hund bellt, wenn es klingelt oder jemand vorbeigeht draußen. Ich mag das nicht. Ich kann es nicht abschalten, wir haben alles probiert (was nicht weh tut). Also haben wir es etwas einschränken können, indem er nun immer Sitz neben mir machen muss, wenn er bellt, dann hört er sofort auf. Mehr geht einfach nicht. Ich akzeptiere das und bin froh, dass er meldet, wenn jemand ums Haus schleicht. Dann hab ich halt einen Hund der zweimal bellt, bis er neben mir sitzt. Ich lass meine Hunde ja sowieso nie alleine im Garten also passt das schon.
Manche Hunde jagen. Alles. Rehe, Füchse, Hasen, Eichhörnchen, Katzen. Man hat schon Anti-Jagd-Training absolviert, es hat nix gebracht. Also akzeptiert man das und geht nur noch angeleint Gassi. Was ist denn so schlimm daran? Ist halt so. Akzeptiert man das, ist alles wieder ganz entspannt.
Ich muss akzeptieren, dass die Beziehung zu meinem Hund nur mit einem lebenslangen Training funktioniert. Immer wieder trainieren, wiederholen, üben. Dann wird aus meinem Hund ein treuer Wegbegleiter, der nicht nur Firlefanz im Kopf hat. Ich hab keinen Bock auf Hundeschule und Training? Auch gut, dann akzeptier ich halt einen Hund, der macht was er will und nicht kontrollierbar ist. Hauptsache, man akzeptiert, was man bekommt oder dann halt eben hat.
Manche Hunde vertragen bestimmte Lebensmittel nicht. Dann geb ich sie ihnen halt nicht (das kann man doch auch ganz leicht akzeptieren....).
Murphy verschlingt seine Knochen, lässt sie sich dann oft später noch einmal durch den Kopf gehen, hat auch gerne mal Durchfall davon. Also hat sein Herrli mir verboten, ihm Rinderhaut zu geben. Dann bekommt Monty vor ihm auch keine mehr, das wäre gemein, sondern nur noch heimlich. Ich akzeptiere das. Macht doch nix.
Manche Hunde fressen draußen alles, was rumliegt. Egal wie vergammelt, eklig oder tot das ist. Egal, was man bis jetzt probiert hat, es ändert sich nichts. Mein Gott, dann akzeptiert man halt, dass der Hund nur noch mit Maulkorb rausgeht (hat auch den Vorteil, dass anderen einem paradoxerweise ausweichen, weil man einen gefährlichen Hund hat). Man probiert es alle halbe Jahre mal wieder, ob es aufhört, wenn nicht, dann halt weiter Maulkorb. Es gibt Schlimmeres.
Dein Hund will auf die Couch, und dein Mann will das nicht? Tja, dann soll er mal lernen, das zu akzeptieren..... Also ich meine jetzt schon den Mann.....
Der Labrador ist ja vom Wesen her eher distanzlos und geht super gerne immer zu jedem Menschen hin. Also, begegnen wir einem Menschen, muss ich IMMER darauf achten, dass er bei mir bleibt. IMMER. Mei, ist halt so, ist doch nicht schlimm.
Kann ich etwas rassebedingt oder umgebungsgeschuldet nicht ändern, dann akzeptiere ich es halt. Machen wir doch mit dem unbedeutenden Teil unseres Lebens, der ohne Hund ist, auch so.
Wenn ich bestimmte Dinge nicht akzeptieren MÖCHTE, dann gibt es bei Obletter im Erdgeschoss eine Abteilung mit Tieren, die einen Knopf im Ohr haben.
Im Gegenzug muss mein Hund aber auch akzeptieren, wenn ich mal unterwegs in den Ratschmodus verfalle und er einfach neben mir warten muss oder ich für ihn jetzt eben keine Zeit zum Spielen habe. Oder aber wenn er an der Leine gehen muss, obwohl er das jetzt nicht lustig findet. Dinge, die der Hund akzeptieren muss, könnte man jetzt hier ellenlang weiterführen. Das erspar ich uns aber.
BEDEUTUNG/ZIEL
Mein Hund bleibt alleine, ohne etwas zu zerstören oder zu jaulen/bellen.
WIE?
Also in diesem Fall kann ich jetzt ausschließlich von Welpen sprechen, denn so war das bei uns.Jedoch glaube ich, wenn man das mit älteren Hunden macht, dann geht das schätzungsweise genauso, nur mit noch viel mehr Zeit, Geduld und Verständnis.
BEISPIEL/ÜBUNGEN
Wichtig, wirklich das aller wichtigste ist, dass man das Ganze langsam angeht. Wir haben das sekundenweise aufgebaut
Auch ganz wichtig dabei, wenn der Hund was anstellt, ihn nicht schimpfen, wenn man nach Hause kommt, denn da weiß der schon lange nicht mehr, wofür man ihn schimpt. Das kann super nach hinten los gehen, weil er meint, er wird für das Hier und Jetzt bestraft.
Also, man geht ganz kurz aus dem Raum, offene Türe, kommt wieder. Alles ganz normal. Kein Brimborium. Er soll wissen, dass man hier ist und wiederkommt.
Dann verlässt man mal den Raum für ein paar Sekunden so, dass er nicht mit kann. Ich bin danach sofort wieder rein, und hab ihn belohnt. Das hab ich meterweise und zeitlich ganz langsam aufgebaut, aber nie einen Hype daraus gemacht, denn er soll ja nicht meinen, dass das jetzt immer so gemacht wird.
Wenn man es dann mal schafft, einkaufen zu fahren und wieder zu kommen, ohne dass was passiert ist, dann hat man eh schon gewonnen und kann das weiter ausbauen. Falls der Hund aber was kaputt macht, dann ist es auch kein Unglück, wenn man ihn in eine schöne, große Box einsperrt, in der er es super gemütlich hat. Bevor er alles kaputt macht.... Und dann fängt man einfach wieder von vorne an. Er kann ja keine Verlustängste haben, wenn man ihn nie wirklich verlässt. Und er lernt unglaublich schnell, dass er vertrauen kann und man wiederkommt.
Im Auto funktioniert das im Prinzip genauso, nur dass man ihn erstmal im offenen Auto an seinen Platz gewöhnen sollte.
Er braucht zu Hause Plätze, an denen er sich wohlfühlen kann, vor allem aber sowas wie eine Box, in die er sich zurückziehen kann
Wenn der Hund nicht auf die Couch darf, kann ich nicht helfen.
Nicht zu früh anfangen, damit er keine Angst bekommt. Nicht zu spät anfangen, damit er nicht meint, man ist jetzt immer da. Wenn man also zu viel daheim ist, geht man halt einfach mal vor die Türe, auch, wenn man gar nicht weg muss.
Bellt der Hund wen man weggeht, dann - so schwierig es auch ist - kommt man erst wieder, wenn er aufhört zu bellen. Damit er weiß, hier kommt keiner, wenn ich Randale mache sondern nur, wenn ich leise bin.
BEDEUTUNG/ZIEL
Wie verhindere ich, dass mein Hund Menschen anspringt
PROBLEM
Hier muss ich jetzt leider mit dem Problem anfangen. Denn es liegt meistens nicht in der Hand des Hundemenschen, das zu trainieren. Am Anfang. Meint man.
Man geht mit seinem neuen Hund (klar, dass es beim Welpen am schlimmsten ist, danach kommt der Wuschelhund, danach der schöne Hund, am Ende der Kette dann der schwarze Hund) Gassi. Das erste Mal, man denkt sich nix dabei. Frau Nachbarin ist bereits die erste, die uns über den Weg läuft. Oh Mann, ist die entzückt. Sie kann aber ihre Entzückung leider nicht für sich behalten, sondern muss sie auch noch körperlich äußern, indem sie sich bückt und den Hund fast ohnmächtig knuddelt. Dann steht sie auf, reißt die Arme hoch, der Hund springt nach oben, und schon hab ich einen Hund, der Menschen anspringt.
Begegnen uns jetzt noch die Omi mit Hund, die Bekannte aus dem Supermarkt, der Onkel des Bruders vom Heinz seiner Schwägern, und alle machen genau das Gleiche, landet man hier wieder bei W wie WIEDERHOLUNGEN. So, nun springt der Hund jeden an, dem er begegnet, auch völlig wildfremde Leute mit Kindern und auch Frauen, die in ihrem schicken, weißen Kostüm gerade auf dem Weg in die Oper sind (für das Kopfkino: es regnet und wir sind durch nasse Erde gelatscht). Weil man hat ja gelernt, anspringen ist schön, da quietschen die Menschen immer so lustig. Dass der Hundemensch völlig entnervt und - Entschuldigung - angepisst ist, das merkt der Hund erstmal nicht.
LÖSUNG
Eine mögliche Lösung wäre, man redet mit den Menschen. Man erklärt ihnen, dass man das nicht möchte und unbedingt trainieren muss, dazu bräuchte man dringend ihre Hilfe. Sie kommen sich dann wichtig vor und drehen sich idealerweise weg, wenn der Hund auf sie zukommt oder verscheuchen ihn sogar. Das machen dann 10% der Leute. Bleiben aber noch die anderen 90%.
Eine andere Lösung wäre, man sagt, der Hund habe Flöhe. Schwierig, wenn man nicht lügen kann und außerdem fassen ja viele Menschen die Hunde schon an, bevor man überhaupt realisiert hat, dass man jetzt was sagen müsste. Manche von denen sind echt schnell. Sie schleichen sich auch manchmal von hinten an und Zack, reden sie den Hund an und du hast verloren.
Meine Lieblingslösung: Wenn ich auf jemanden zugehe, der ein potentieller Hundeanfasser ist, dann rede ich mit meinem Hund so intensiv, dass man meinen könnte, wir führen gerade sehr wichtige, wirklich sehr wichtige private Gespräche über den Sinn von was auch immer. Und zwar so intensiv, dass das Gegenüber das Gefühl hat, er würde sich unhöflich in ein wichtiges Gespräch einmischen, wenn er jetzt irgendwas sagt.
Und wenn das auch noch nicht hilft, dann kann man zum Beispiel sagen: Nein, Lumpi, heute gehen wir mal nicht zu dem Menschen da hin und beißen ihn in die Hand. Der letzte liegt immer noch im Krankenhaus. Langsam schmeißt uns die Versicherung raus, wenn du immer jeden beißt. Und das so laut, dass es dein Gegenüber auf jeden Fall rechtzeitig hört. Dazu müsstest du allerdings wirklich ein dickes Fell haben. Aber wenn du deinem Gegenüber dann ganz kurz ins Gesicht schaust und dabei siehst, wie er ganz schnell einen Bogen um euch macht, war es das wert.
Überraschenderweise hab ich erlebt, dass wenn man Kindern sagt: nein, bitte nicht streicheln, denn mein Hund mag das einfach nicht (dann kann er auch nicht springen, denn das Kind kommt ja gar nicht erst her), akzeptieren sie das und schauen sie dann nur an. Das lernen die Eltern ihren Kindern von klein an. Vorher fragen. Allerdings vergessen sie das dann anscheinend irgendwann und werden rückfällig.
BEDEUTUNG
Mein Hund schaut mich an, ich schau ihn an. Kurz. Bei Bedarf. Kein Starren, nicht lange, nur so lange, wie es die Übung braucht.
ZIEL
Aufmerksamkeit, Bindung, sich gegenseitig lesen.Mein Hund ist auf mich konzentriert.Ich hab ihn viel schneller wieder bei mir, egal, was außen rum passiert.
WANN
Im Straßenverkehr, beim Gassi gehen, im Training, im Spiel oder auch zu Hause.
WIE
Ganz einfach, wir schauen uns an! Das geht aber nur, wenn ich keine Sonnenbrille trage! Sonst sieht mein Hund ja meine Augen nicht, was bei ihm zu Verwirrung führen kann.
Aber Achtung: er sollte schon dem Menschen in die Augen schauen und nicht auf den Leckerli-Beutel… Das kann man ganz leicht verwechseln.
BEISPIEL
Vor dem Auflösen eines Kommandos wie Sitz, Fuß und Platz oder vor dem Kommando Such.
ÜBUNGEN:
Am besten geht das mit einem "Klicker" oder mit einem Marker-Wort. Immer, wenn mich mein Hund anschaut, Klick, Leckerli. So weiß der Hund, wenn ich meinen Menschen anschaue, dann gibts was Leckeres.WICHTIG: Der Hund soll mich anschauen, ich ihn aber auf keinen Fall anstarren!!! Denn dann drücke ich ihn von mir weg! Immer aus dem Augenwinkel beobachten, wann er herschaut, dann ZACK, Leckerli oder Lob.
BEDEUTUNG
Wenn ich meinem Hund ein Kommando gebe, in dem er bleiben soll, dann löse ich dieses Kommando auch wieder auf.
WANN
Immer, ohne Ausnahme, wenn mein Hund etwas machen soll, was aufgelöst werden kann.Für mich ist das einer der 5 wichtigsten Kommandos überhaupt!
WICHTIG hierbei ist die Reihenfolge:
Loben / Belohnen / Auflösen. Das MUSS in Fleisch und Blut übergehen. Das braucht man immer, ständig, andauernd und man sollte während der Übung gar nicht mehr darüber nachdenken müssen.
Kommando Sitz / Hund sitzt / Braver Monty / (Leckerli geben) / Auflösen (z.B. Fertig).
Denn wenn ich meinen Hund erst NACH dem Auflösen belohne, dann belohne ich ihn nicht für das, was er getan hat oder ausgehalten hat, sondern nur fürs Auflösen. Und das ist ja Quatsch. Nach dem Auflösen gibt es auch kein Lob mehr, denn das Lob gab es ja schon kurz vor dem Auflösen.
ZIEL
Niemals entscheidet der Hund selbst, wann eine Aktion zu Ende ist. Sicherheit. Vertrauen. Für beide Seiten.Ausnahme: Wenn mein Hund sitzen soll, und auf einem Erdwespennest sitzt, dann darf er selbstverständlich sofort wieder aufstehen und wegrennen (ist uns schon passiert).
WIE
Ich suche mir ein Wort und/oder eine Geste um meinem Hund zu signalisieren, jetzt kannst du damit aufhören, du bist "frei". Mein Wort ist: Fertig. Manche nehmen auch OK. Es muss nur immer das Gleiche sein. Man sollte kein Wort nehmen, das man dauernd zu anderen oder sich selbst sagt (wie z.B. So...)
BEISPIEL:
Sitz. Platz. Hier. Vor dem Fressen.Fertig. OK (finde ich bedenklich, sagt man zu oft). Daumen hoch. Handfläche nach oben.Idealerweise nach Augenkontakt.
ÜBUNGEN:
Kommando: Sitz. Hund sitzt. Bleibt so lange sitzen, bis ich "Fertig" sage. Egal, was in der Zeit passiert. Egal, wie lang es dauert, egal, was außen rum passiert. Diese Übung wird in ruhiger Umgebung ganz langsam aufgebaut, idealerweise bereits im Welpenalter.Hund setzt sich hin, man wartet 1 Sekunde, lobt, belohnt, löst auf. Das wird dann langsam gesteigert, sehr langsam, aber man sieht ja, wie lange es der Hund schon aushält. Wird er unruhig, SOFORT auflösen. Dabei ist loben und belohnen manchmal ein und dasselbe, je nachdem, ob man mit Leckerlis arbeitet oder nicht.Wenn mein Hund dann später lang im Platz liegen soll, wird er erst für das Platz an sich belohnt, und dann noch einmal kurz vor demAuflösen. Man vergisst sehr oft bei dieser Übung, dass man auch mal die eigentliche Übung selber belohnen sollte (also das Platz an sich) und nicht immer nur das Aushalten bis zum Auflösen.
BEDEUTUNG
Wie bekomme ich die Aufmerksamkeit meines Hundes und wofür.Allerdings: Aufmerksamkeit gilt für beide Seiten!
ZIEL
In Situationen, in denen es erforderlich ist, ist mein Monty ganz bei mir.
BEISPIEL
Ich möchte Fuß trainieren. Das geht unmöglich, wenn mein Hund in der Gegend rumgafft.
Ein Hund muss in einer brenzligen Situation abgelenkt werden (Angsthunde, Rambos).
Um Augenkontakt zu erreichen
Ich begegne einem doofen Menschen, mit dem ich auf keinen Fall reden möchte. Dann schau ich, dass mein Hund mich anschaut und ich tue so, als würde ich tiefgreifende Gespräche mit ihm führen.
WIE
Monty wurde mit quietschenden Geräuschen oder Richtungswechsel auf mich aufmerksam, dann konnte ich ihn sofort belohnen (verbal oder mit Leckerli).Wenn ich beim Gassi gehen nicht mit mindestens einem Auge und einem Ohr bei meinem Hund bin, dann fängt der an, Quatsch zu machen. Dadurch belohnt er sich selber und falsches Verhalten wird gefördert.Er kann dadurch auch in gefährliche Situationen geraten. Auch neue Eindrücke kann ich nicht trainieren. Prävention finde ich persönlich eines der wichtigsten Bestandteile bei der Erziehung, und die geht einher mit Wachsamkeit. Auch, wenn ich mir manchmal dabei vorkomme wie James Bond, wenn ich überall um mich Ausschau halte nach potenziellen Gefahren.
ÜBUNGEN:
Ich nehme mir Zeit, in einer ruhigen Umgebung und versuche, meinen Hund auf mich aufmerksam zu machen. Dabei kann ich quietschend reden, einfach einen Schritt rückwärts gehen, ihn ansprechen, ein Spieli zeigen, je nach Level des Hundes. Und immer, wenn er auf mich aufmerksam wird, belohne ich ihn.Dann kann ich so etwas mit Ablenkung - also in einer nicht so ruhigen Umgebung üben.Später ist das nur noch die Voraussetzung für weitere Übungen.Ich sollte jederzeit in der Lage sein, meinen Hund auf mich aufmerksam zu machen. Je weniger ich dafür aufbringen muss, umso erfolgreicher ist es.
BEDEUTUNG
Das Kommando "Aus". Man kann es auch "gib das her" "lass es fallen" "spucks aus" "tauschen" oder "Rumpelstilzchen" nennen. Bei uns heißt es "Aus".Nicht zu verwechseln mit "Nein" oder "Pfui". Bei "Nein" soll mein Hund etwas nicht nehmen oder machen, BEVOR er es nimmt oder macht.Bei "Aus" hat er es schon und soll es wieder hergeben.
ZIEL
Falls ich mit meinem "Nein" wirklich mal zu spät bin und mein Hund, der eigentlich niemals was vom Boden fressen darf das Hackbällchen doch interessanter findet als meinen Vorschlag, es nicht zu nehmen, vermeide ich, dass er vergiftet wird.Oder dass ihm schlecht wird oder er den Ball vom Rüden auf der Wiese nimmt, der das gar nicht lustig findet.
WIE?
Eben mit dem Kommando oder mit Handzeichen: eine ausgestreckte, flache Hand ist bei uns gleichbedeutend.
Es geht auch, wenn ich Monty fest in die Augen schaue, während er an seinem Spieli zupft.
BEISPIEL
Egal, was mein Hund gerade im Mund hat, er lässt es entweder sofort fallen oder er legt es in meine Hand. Auch Spielzeug, Knochen, Würstel oder Pizzareste, die er im Busch findet.Und das ganze dann auch noch ohne Zögern und ohne Knurren und ohne es hinunterzuschlingen (gut, dann kann er es ja auch nicht mehr hergeben, außer, er spuckt es).
ÜBUNGEN:
Ganz am Anfang muss ich meinem Hund etwas nehmen, das ihm nicht wichtig ist und ihm etwas dafür geben, was er unbedingt haben möchte. Also tauschen. Man kann dazu das Kommando tauschen einführen, aber ich verwende das für eine ganz andere Übung, also hab ich es nicht gemacht.
Sagen wir mal, mein Hund hat ein Spieli im Mund, das er nicht über alles liebt. Und ich habe eine Wiener in der Hand. Ohne Worte. Also, ich nähere mich mit der Wiener seinem Spieli, und es müsste jetzt schon viel schief gehen, wenn er das Spieli nicht fallen lässt, um die Wiener zu essen (außer, er ist überzeugter Veganer, dann nimm einen Löwenzahn).
Das wiederhole ich ein paarmal mit verschiedenen Dingen, Rangfolge genau so (also das gute mit dem nicht so guten austauschen). Dazu benutze ich relativ schnell das Wort "Aus", denn für diese Übung haben wir nicht jahrelang Zeit, die kann Leben retten.
Nun lernt mein Hund, wenn ich etwas hergebe, bekomme ich dafür etwas viel besseres. Dann lernt er, wenn der Mensch "Aus" sagt, und ich spucke es sofort aus, bekomme ich was anderes (wenn du jetzt keine Wiener auf dem Feld dabei hast, dann gib ihm halt statt ein Leckerli 5 davon und freu dich dazu wie ein Irrer). Zum Üben ist es aber immer ratsam, Wurst, Käse oder sonst ein Superleckerli dabei zu haben.
Wenn das Ganze dann super funktioniert, dann kannst du auch einfach "Aus" üben und ihn normal belohnen. Wenn nicht, dann zurück und nochmal 100 Wiederholungen.
In unserem speziellen Fall ist das sogar so:- Wenn Monty den Ball durch ein "Aus" fallen lässt, und wir gehen weiter, dann weiß er, ich schicke ihn, den Ball zu holen. Wenn ich aber möchte, dass er ihn auslässt, und der liegenbleibt (weil er stinkt), dann sag ich: "lass ihn liegen", dann weiß er, ok, den lass ich jetzt liegen und sehe ihn nie wieder. Dann belohn ich mit Leckerli, beim Aus ja dadurch, dass er ihn wieder holen darf.
Wenn das alles super klappt, dann kann man ihm die Wiener, die er fallen gelassen hat, auch wieder geben. Ansonsten gibt man ihm immer etwas anderes als das, was er fallen gelassen hat. Am besten macht man nicht immer das gleiche, damit keine Konditionierung eintritt.
ANMERKUNG
Wenn dein Hund dich anknurrt, weil du etwas haben möchtest, was er im Mund hat, dann läuft gehörig was schief. Das darfst du auf keinen Fall durchgehen lassen!Sowohl Monty als auch Murphy haben mich als Welpe angeknurrt, weil ich ihnen den Rinderknochen wieder wegnehmen wollte. Beiden hab ich gehörig die Meinung gesagt und ihnen mit meiner Körpersprache zum Ausdruck gebracht, dass ich mir das nicht gefallen lasse und mir den Knochen genommen. Das hab ich dann jeden Tag ein paarmal geübt, aber es blieb bei dem einen anknurren. Beim Welpen wichtig, aber einfach.Passiert dir das mit einem ausgewachsenen Hund mit ausgewachsenen Zähnen, dann hol dir ganz schnell professionelle Hilfe! Das darf nicht sein!
BEDEUTUNG
Wie laste ich meinen Hund aus
ZIEL
Meinen Hund genügend, aber auf keinen Fall zu viel auslasten
WARUM
Es ist nicht einfach, die richtige Balance zu finden. Es gibt auch keine Formel. Alleine schon, weil nicht nur jede Rasse eine andere Auslastung braucht, sondern auch, weil innerhalb einer Rasse nicht jeder Hund gleich drauf ist. Nicht nur körperlich, sondern auch mental.
Wenn man einen Mann nicht richtig auslastet, dann geht er in die Kneipe und lässt sich sinnlos volllaufen. Wenn man eine Frau nicht richtig auslastet, dann kauft sie halt Schuhe.
PROBLEM
Viele Menschen gehen stundenlang Gassi. Jeden Tag. Kilometerweit. Immer dasselbe. Keine Abwechslung.Oder sie gehen jeden Tag 3 x um den Block, bis der Hund seine Geschäfte gemacht und seine Daily News gelesen hat.Beide Hunde sind definitiv NICHT ausgelastet.
Und wenn ein Hund nicht richtig ausgelastet ist, dann fällt ihm lauter Blödsinn ein, wie Löcher buddeln, bellen, in die Leine beißen oder Hasen jagen.
BEISPIEL
Wenn wir Gassi gehen, dann möchte Monty suchen, spielen, sausen, arbeiten.Murphy möchte das auch, aber nur ein paar Minuten, und dann möchte er eigentlich nur noch Gras fressen.Ich laste also beide Hunde nicht gleich aus, denn der eine will das und der andere eben nicht. Dafür geht Murphy beim Training in der Rettungshundestaffel voll auf, das ist halt seins.
LÖSUNG
Man sollte auf jeden Fall wenigstens mal über ein paar Dinge nachdenken:
EintönigkeitJeden Tag immer der gleiche Ablauf. Langweilig. Schlecht für den Körper und den Geist. Da reicht es oft schon, wenn man mal „durch die Beine“ übt oder eine Impulskontrolle. Hauptsache, immer mal was anderes oder auch mal was Neues.
ZuvielTäglich 8 km joggen mit dem Hund oder 17 km Radfahren, vor allem aber 1 Stunde einen Ball werfen (siehe Gelenke).
ZuwenigMal eben runter auf die Wiese. Was für ein ödes Leben.
Mit anderen Hunden spielenEs ist wirklich kein Gesetz, dass jeder Hund mit jedem Hund spielen muss. Soziale Kontakte bedeutet auch, dass man einfach in einer Runde ruhig beieinander sitzen kann. Und vielleicht will mein Hund gar nicht mit jedem Affen spielen, nur, weil ich mit dessen Frauchen ratschen möchte. Außerdem verstehen sehr viele Menschen (und ich gehöre da dazu) nicht, ob das jetzt spielen oder Dominanzgerangel ist. Bei manchen Menschen hat man das Gefühl, sie sind erst zufrieden, wenn deren Hund mit 10 Hunden um die Wette gelaufen ist und sich dabei wie auch immer gegenseitig bespaßt haben. Ob sie das wollen oder dabei Stress hatten. Viele Menschen sehen dabei auch nicht, dass Ihr Hund schon 5 x um Hilfe gebeten hat, nun die Situation aber selber lösen muss, was den Menschen dazu bringt zu sagen: „Das regeln die schon untereinander“. Ups, jetzt hab ich mich glatt in diesem Absatz etwas verzettelt….
RuheEgal, ob man einen faulen Tag einlegt, bei dem die Geschäfte nur in den Garten verlegt werden oder ob man eine Wanderung auf die Zugspitze vornimmt, der Hund braucht Ruhe. Danach, während dessen, stattdessen, immer wieder, und davon ganz viel. Je mehr ein Hund ausgelastet wird, umso hibbeliger ist er dann oft, weil er nie innerlich zur Ruhe kommt. Meiner schnarcht übrigens gerade neben mir, während ich das schreibe.
AbwechslungMan sollte auch nicht jeden Tag dasselbe, stupide Programm ablaufen lassen. Auch, wenn man montags das, dienstags jenes und so weiter macht, ist es ein wiederkehrender Ablauf (aber immer noch besser, als jeden Tag immer wieder gleich).So könnte eine Woche aussehen:- Tag 1: nur 3 x Gassi, mit Freilauf- Tag 2: wandern, hinauf auf den Berg, oben Brotzeit machen, dann wieder runter- Tag 3: heute legen wir einen Ruhetag ein- Tag 4: wir gehen im Rudelspaziergang, alle moderat und angeleint- Tag 5: heute machen wir mal Dummy Training- Tag 6: es wird gespielt, mit Scheibe oder Ball- Tag 7: wir fahren U-Bahn und BusDas war jetzt mal ein Beispiel, wie der Hund Abwechslung bekommt. Dabei sollte man ihn aber auch zu Hause mal ein wenig kopfmäßig auslasten, mal mit ihm rumblödeln und vor allem: ihn in Ruhe lassen.
GangartDie gesündeste Gangart für den Hund ist ja der Trab. Also sollte man nicht beim Radfahren so schnell fahren, dass der Hund eine halbe Stunde im Galopp läuft oder er eine Stunde Fuß neben einem hergeht, denn beides ist für ihn nicht besonders gut für die Gelenke. Auch das Hüpfen nach dem Ball – aber das hatten wir ja schon.
Hundeschule bzw. TrainingNatürlich ist es schon cool, wenn er immer wieder neue Sachen lernen kann. Entweder, in der Hundeschule oder aber im Training mit anderen.
Was ich persönlich bei der Auslastung extrem wichtig finde (um das Ganze jetzt mal abzuschließen) ist, ausgiebig mit seinem Hund zu kuscheln. Das ist zwar jetzt für den Hund vielleicht nebenwichtig, aber für den Menschen ganz extrem lebensnotwendig.
In diesem Sinne, auf ein abwechslungsreiches Leben mit deinem Hund. Er wird es dir danken.
BEDEUTUNG
Gründe, warum mein Hund macht, was er macht.Gründe, warum mein Hund nicht macht, was er machen soll.
Viele der nachfolgenden "Ausreden" sind bestimmt wahrheitsgetreu. Wenn ich jetzt sage: mein Monty tut nix, dann weiß wirklich jeder, der ihn kennt, dass das der harmloseste Hund ist, den man sich vorstellen kann.Trotzdem möchte ich hier mal eine Liste von Ausreden reinstellen, die viele Leute parat haben, und meine Übersetzungen davon.Bevor jetzt jemand austickt, MANCHE davon sind Quatsch. MANCHE davon bedeuten das, was ich verstehe.
Der tut nix"Sie brauchen keine Angst haben, mein Hund hat bis jetzt noch nie jemanden gebissen, aber ich habe ihn nicht im Griff, also lasse ich ihn einfach auf sie zulaufen".Kann man sich vorstellen, dass jemand panische Angst vor Hunden hat und es für die Person schon der blanke Horror ist, wenn ihn der Hund nur anschaut, ganz zu schweigen davon, dass er ihm zu nahe kommt und ihn bedrängt?
Das hat er ja noch nie gemachtZugegeben, bei allem, was mein Hund das erste Mal gemacht hat, hab ich das natürlich auch gesagt, wer nicht.Aber wenn jemand das zum wiederholten Male sagt, dann sollte er sich eine Liste schreiben, zu wem er das in welcher Situation schon einmal gesagt hat, sonst wird er unglaubwürdig.Richtig wäre: oh, das kenn ich nicht von meinem Hund, ich werde mich informieren und daran arbeiten. Gut, das ist jetzt schon ein etwas höheres Niveau
Die wollen sich doch nur begrüßen (einer oder beide an der Leine)"Ich pfeife auf Respekt, ich pfeife auf Richtlinien, Trainings, Hundeschulen, Empathie, Verständnis und mache einfach was ich möchte, mein Hund dadurch auch. Es ist mir auch egal, was mit deinem Hund passiert, Hauptsache, ich muss mich nicht in irgendeiner Weise um irgendwas kümmern. Und schließlich hat ja ihr Hund das Problem und nicht meiner".
Der will nur spielen."Ich bin nicht in der Lage, meinen Hund vernünftig auszulasten, also übernimmt das jetzt bitte ihr Hund."
Die regeln das unter sich."Auf mich hört ja mein Hund sowieso nicht, dann werden die das schon irgendwie selber regeln".
Hier stört es doch keinen."Ich bin viel zu faul, den ekligen Haufen aufzuheben und beurteile jetzt einfach mal selber, dass man den hier liegenlassen kann".
Ich habe keine Zeit.Darum geh ich nicht in die Hundeschule, übe nix mit meinem Hund, kümmere mich nicht um soziale Kontakte, überlasse die Erziehung anderen Hunden.
Mein Hund soll Hund sein."Ich bin viel zu undiszipliniert und erziehe deshalb meinen Hund nicht. Ihr erzogener Hund, der so brav neben Ihnen hergeht, hat ja schließlich keinen Spaß im Leben".
Wenn ein Reh auf den Weg kackt, macht es ja auch keiner weg (mein Bestseller)."Ich mach doch die Kacke meines Hundes hier nicht weg, sollen doch die Rehe damit anfangen".
BEDEUTUNG
Hund im Auto
ZIEL
Hund fährt gerne Auto. Hund stirbt nicht im Auto.
WIE?
Wie bringe ich meinen Hund dazu, gerne Auto zu fahren
Wann darf ich meinen Hund auf keinen Fall im Auto lassen
In einer stabilen Box
