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Verlauf und Auswirkungen der Coronapandemie, politische und sportliche Ereignisse, Naturkatastrophen und alltägliche Geschehnisse im Jahr 2021 sind in einem "Tagebuch" festgehalten.
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Seitenzahl: 97
Veröffentlichungsjahr: 2021
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© 2022
Eckhard Duhme
Verlag und
Druck tredition GmbH, Halenreie 40 - 44 22359 Hamburg
ISBN:
978-3-347-48733-8 (Paperback)
978-3-347-48734-5 (Hardcover)
978-3-347-48735-2 (e-Book)
Eckhard Duhme
Tagebuch 2021
Coronapandemie, die Welt und ich
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1 Januar
2 Februar
3 März
4 April
5 Mai
6 Juni
7 Juli
8 August
9 September
10 Oktober
11 November
12 Dezember
Anhang
Bücherliste und Daten des Autors
Vorwort
2020 hatte ich erstmals ein „Tagebuch“ geschrieben, weil die Corona-Pandemie keine Reiseerlebnisse zuließ, über die ich hätte berichten können. Die Hoffnung, das würde sich im Jahr 2021 ändern, erfüllte sich leider nicht. Mit „Lock down, Inzidenzwerten und Impfaktionen“ war Corona weiterhin ein ständiges Tagesthema. Also machte ich mir wieder Notizen zum Thema „Weltgeschehen“ und schrieb ein weiteres „Tagebuch“. Das Schreiben über kulturelle, schöne und lustige Reiseerlebnisse macht mir zwar mehr Spaß, aber das schriftliche Festhalten von besonderen Tagesereignissen ist auch interessant. Beim Lesen wird man erinnert: „Ach ja, so ist das in dem Jahr gewesen.“ Die ergänzende Schilderung persönlicher Erlebnisse soll das Ganze so auflockern, dass die Lektüre nicht nur informativ, sondern auch noch unterhaltsam ist - das wünsche ich den Leserinnen und Lesern jedenfalls.
Eckhard Duhme
1 Januar
Das Jahr 2021 begann mit Vorgaben wegen der Corona-Pandemie: Man sollte zu Hause bleiben und Feuerwerke waren verboten. Wir, Angelika und ich, gingen um 00:03 Uhr mal kurz auf die Straße und stellten fest, dass außer uns dort niemand zu sehen war, sich also alle Nachbarn an die Vorgaben hielten. Feuerwerke wurden in der weiteren Umgebung nur wenige gezündet. Na, das war doch ein „vernünftiger“ Start ins neue Jahr. Wir sahen uns im Fernsehen dann noch den Silvesterklassiker „Dinner for one“ an. Obwohl wir ihn schon etliche Male genossen hatten, konnten wir manches Mal wieder herzlich lachen.
Für die ersten Schlagzeilen des Jahres sorgte zunächst einmal wieder US-Präsident Trump. Zunächst wurde ein hochrangiger Regierungsbeamter des Staates Georgia von ihm unter Druck gesetzt, 11780 Wählerstimmen zu beschaffen, um das Wahlergebnis doch noch zu seinen Gunsten zu korrigieren. Der Beamte weigerte sich aber und veröffentlichte den Mitschnitt des Anrufes. Als nächstes verlangte Trump von seinem Stellvertreter Mike Pence, dafür zu sorgen, dass Biden vom Kongress nicht als Wahlsieger ernannt würde. Pence leitete am 06.01. die Sitzung des Kongresses. Als auch er Trumps Forderung ablehnte, rief der seine Anhänger zum Marsch auf das Kapitol in Washington auf. Dem folgten viele und es kam zur Eskalation. Gewaltbereite Republikaner stürmten das Kapitol und drangen dort ein. Die Senatoren flüchteten. Nachdem sich die Polizei zunächst unerklärlich zurück gehalten hatte, fielen dann Schüsse.
Es gab fünf Tote und über 60 Festnahmen. Zwei gefundene Rohrbomben wurden entschärft. Trump twitterte irgendwann später, man möge jetzt doch friedlich bleiben und nach Hause gehen. Er fügte hinzu: „Ihr seid besondere Menschen, wir lieben Euch!“ Er unterließ es, die Nationalgarde zum Schutz des Kongresses einzusetzen. Erst Mike Pence veranlasste deren Einschreiten. Nachdem das Gebäude schließlich von den Eindringlingen geräumt worden war, setzten die Abgeordneten die Sitzung fort und bestätigten Bidens Wahl zum Präsidenten. Insofern hielt Pence sich an Recht und Ordnung; er konnte sich jedoch nicht dazu durchringen, die sofortige Amtsenthebung des Präsidenten zu initiieren. Dessen Aufruf zum Marsch auf das Kapitol konnte eigentlich nur als der Versuch eines Staatsstreiches bewertet werden, aber dafür wurde Trump nicht sofort zur Verantwortung gezogen. Bestraft wurde er allerdings dadurch, dass bei einer Wahl der Senatoren in Georgia erstmals zwei Demokraten gewannen und dadurch zugleich die Republikaner ihre Mehrheit im Senat verloren.
In Deutschland beherrschte weiterhin die Corona-Pandemie das Geschehen. Weil die Zahlen der Infektions- und Todesfälle nicht zurückgingen, wurde der festgesetzte Lock Down über den 10.01. hinaus bis zum 31.01. verlängert. Einige Maßnahmen wurden sogar noch verschärft. Da nun Impfaktionen starteten, bestand die Hoffnung, dann doch eine Trendwende zu erreichen.
Am 11.01. brachten die Demokraten im US-Repräsentantenhaus eine Resolution ein, um ein zweites Amtsenthebungsverfahren gegen Trump einzuleiten. Es war zwar unwahrscheinlich, dass eine Entscheidung noch vor dem 20.01., dem Tag der Amtsübernahme durch Biden, getroffen werden konnte, aber neben der Amtsenthebung sah die Resolution auch vor, dass Trump für künftige Regierungsämter gesperrt werden sollte. Damit würde ihm eine etwaige Kandidatur 2024 verwehrt. Wie beim ersten Amtsenthebungsverfahren war aber nicht damit zu rechnen, dass es im Senat eine Zwei-Drittel-Mehrheit geben würde, auch wenn sich aktuell mehrere republikanische Senatoren von Trump lossagten.
Bei der CDU fand am 16.01. zur Wahl eines neuen Vorsitzenden wegen Corona ein „digitaler“ Parteitag statt. Die drei Kandidaten, Laschet, Merz und Röttgen, konnten nur per Videobotschaften abschließend für sich werben. Friedrich Merz hatte sich zuvor in Interviews wiederholt als siegessicher geäußert, gewählt wurde dann aber Arnim Laschet. Nach der Niederlage erklärte Merz seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit, indem er ab sofort Wirtschaftsminister werden wollte. Das sorgte für großes Erstaunen und die Kanzlerin lehnte das Angebot natürlich ab.
Vielleicht wollte ein Wettergott die CDU-Gemüter abkühlen - am nächsten Tag schneite es in ganz Deutschland. Ich wurde kurz nach 06:00 Uhr wach. Beim Blick aus dem Fenster stellte ich fest: „Oh, Du musst Schnee schippen.“ Ich zog mich warm an und war dann gegen 06:30 Uhr „allein auf weiter Flur“ beim Säubern des Bürgersteiges.
An dem Tag kehrte der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny nach Russland zurück. Auf ihn war im August 2020 ein Giftattentat verübt worden. Im Berliner Charité-Krankenhaus wurde er behandelt. Nach jetzt fünf Monaten wollte er seinen „Kampf gegen Putin“ in Russland fortsetzen. Die Drohung, er würde in Russland sofort verhaftet, hielt ihn nicht von der Rückkehr ab. Die russischen Behörden beließen es aber nicht bei der Drohung. Zunächst wurde das Flugzeug, in dem Nawalny saß, in Moskau zu einem anderen Flughafen umgeleitet, weil ihn zu viele Anhänger empfangen wollten. Dann wurde er gleich bei der Passkontrolle verhaftet. Begründet wurde das damit, dass er sich während des Aufenthaltes in Deutschland nicht bei Behörden in Moskau gemeldet hatte, wie es eine „Maßnahme zur Bewährung“ nach seiner letzten Verurteilung vorgesehen hatte. Nun wurde er in einem Schnellverfahren zunächst einmal zu 30 Tagen Haft verurteilt.
Die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten beschlossen nach stundenlangen Verhandlungen, den bis zum 31.01. vorgesehenen Lock Down bis zum 14.02. zu verlängern. Zwar waren die Infektionszahlen leicht rückläufig, aber die Experten warnten vor einer Virus-Mutation, deren Ansteckungsrisiko viel höher lag.
Joe Biden wurde am 20.01. als neuer amerikanischer Präsident in Washington vereidigt. Nach den Krawallen am 06.01. am Kapitol herrschte große Sorge, ob der Festakt ungestört verlaufen würde. Es wurde ein enormer Sicherheitsaufwand betrieben, obwohl wegen der Corona-Pandemie nur ganz wenige Teilnehmer zugelassen waren. Tatsächlich verlief dann auch alles angemessen und friedlich. Biden feierte nicht lange, sondern begann sofort mit Regierungsmaßnahmen. Gleich am ersten Tag erließ er Dekrete, mit denen umstrittene Entscheidungen von Trump aufgehoben wurden. Biden initiierte insbesondere die Rückkehr Amerikas zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die zum Pariser Klimaabkommen. Auch stoppte er den Bau einer Ölpipeline, die durch Naturschutzgebiete führen sollte sowie den Weiterbau der Grenzmauer nach Mexiko.
2 Februar
Am 01.02. gab es in Myanmar (Südostasien, mit Grenzen nach China, Indien und Thailand) einen Militärputsch. Das Militär hatte früher dort schon viele Jahre geherrscht. 1991 hatte Sun Kyi für ihren Freiheitskampf gegen das Militär den Friedensnobelpreis bekommen. Sie erhielt vom Militär Hausarrest, der erst 2010 endete. 2012 wurde sie Parlamentsabgeordnete, 2013 Parteivorsitzende. 2015 gewann dann die Partei Nationale Liga für Demokratie die Parlamentswahlen. Sun Kyi konnte aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht für das Amt der Präsidentin kandidieren, weil sie mit einem Ausländer (Brite) verheiratet war; sie führte aber die politischen Geschäfte. Dabei geriet sie international zunehmend in die Kritik, weil sie nichts gegen einen Völkermord an Rohingyas unternahm. Ihr wurde außerdem vorgeworfen, mehr und mehr selber diktatorische Maßnahmen zu ergreifen. Bei Wahlen im November 2021 gewann ihre Partei wieder die absolute Mehrheit. Das Wahlergebnis gefiel den Generälen nicht, sie sprachen von einem Wahlbetrug. Am 01.02. wurden Sun Kyi und der Parlamentspräsident vom Militär verhaftet. Es wurde ein „Ausnahmezustand für ein Jahr“ verkündet.
In Moskau wurde der Oppositionspolitiker Nawalny nun zu 3 ½ Jahren Haft verurteilt. Damit sollte eine früher verhängte Haftstrafe vollzogen werden, weil er (s.o. S. 10) gegen Bewährungsauflagen verstoßen hätte. Seine Frage, wie er sich hätte melden sollen, während er nach Vergiftung im Koma lag, blieb unbeantwortet. Es wurde in etlichen Städten für ihn demonstriert; dabei wurden mehrere tausend Teilnehmer unter Anwendung von Gewalt festgenommen.
Im Süden von Deutschland gab es in der Woche zusätzlich zu Corona ein anderes Schwerpunktthema: Hochwasser. Schneeschmelze und Dauerregen hatten bei Rhein und Mosel dafür gesorgt, dass etliche Straßen überflutet und manche Keller vollgelaufen waren. In Neuwied bewährte sich wieder der im Rheintal einzigartige Deich; er wurde in diesem Jahr 90 Jahre alt. Vom Deich aus konnte man das Hochwasser bestaunen.
Am Wochenende kam zum Hochwasser im Süden dann noch eine Schneekatastrophe im Norden Deutschlands hinzu. Örtlich wurden bis zu 50 cm Schnee gemessen und stürmischer Wind verursachte sogar Schneewehen bis zu einem Meter Höhe. Die Bundesbahn stellte zahlreiche Zugverbindungen ein. Auf Autobahnen gab es kilometerlange Staus, kam der Verkehr oft ganz zum Erliegen. Landstraßen mussten wegen umgestürzter Bäume gesperrt werden. Noch viel gefährlicher aber war die Wetterlage in der Mitte des Landes, wo die Kalt- und Warmfronten aufeinander trafen. Dort gab es Eisregen und vielerorts Glatteis, das viele Unfälle verursachte. In Nachrichtensendungen wurde intensiv gewarnt: „Bleiben Sie, wenn es irgendwie möglich ist, zu Hause!“ Na, das kannte man doch schon von den Corona-Warnungen.
Wir zogen vorsorglich eine „Garagenplane“ über das Auto. Zwar wurde Neuwied dann von Schnee und Eis verschont, aber die Temperaturen „gingen in den Keller“, zunächst auf -5, dann sogar auf -10 Grad. Es war aber eine „trockene“ Kälte, so dass wir, warm angezogen, gut spazieren gehen konnten. Die Autos am Straßenrand froren nicht zu. Schwierig war es für Vögel, etwas zum Trinken zu finden, weil alles Wasser vereist war. Auch die Wasserschalen, die ich auf die Terrasse stellte, waren jeweils in kurzer Zeit zugefroren.
In Australien begannen am 08.02., einen Monat später als üblich, die „Australian Open“. Besonderheit bei diesem Tennisturnier war, dass es mit Zuschauern stattfand. In Melbourne waren die Corona-Infektionszahlen seit einiger Zeit auf niedrigem Niveau. Trotzdem bestanden gegen solch eine „Massenveranstaltung“ erhebliche Zweifel. Die Spielerinnen und Spieler mussten sich regelmäßig testen lassen, fanden es verständlicherweise toll, mal wieder vor Zuschauern zu spielen, aber wie würde sich das Virus bei denen verhalten?
Am 09.02. begann in Amerika das zweite „Impeachment“ gegen Donald Trump. Zunächst wurde im Senat darüber abgestimmt, ob ein solches „Abwahlverfahren“ rechtlich überhaupt zulässig wäre, da Trump doch gar nicht mehr im Amt war. Es ging den Demokraten aber darum, dass er zukünftig nicht mehr kandidieren könnte. Zwar stimmte eine Mehrheit dann für die Durchführung, aber sie wurde von nur sechs republikanischen Senatoren unterstützt. Für ein „Impeachment“ war eine Zweidrittelmehrheit erforderlich. Dafür würden mindestens 17 Stimmen von Republikanern nötig sein. Obwohl noch alle über den „Sturm auf den Kongress“ (s.o. S. 7/8) entsetzt waren, konnten sich wohl nicht so viele Republikaner gegen ihren Ex-Präsidenten entscheiden. Es deutete sich somit schon an, dass auch dieses Verfahren scheitern würde. Oder sollten Bilder und Zeugenaussagen zum Geschehen am 06.01. doch noch die Schrecken des Tages zu sehr in Erinnerung rufen und Wirkung zeigen?
Einen Tag später konferierte Bundeskanzlerin Merkel mal wieder mit den Ministerpräsidenten. Zwar sanken im Lock Down die Infektionszahlen, aber man machte sich große Sorgen wegen der stark erhöhten Ansteckungsgefahr bei der Virusmutation. Andererseits nahm der Druck aus
