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Bei Renovierungen "kann man was erleben" - irgendetwas geht schief, wird teurer als geplant, kommt zeitlich nicht hin, erfordert Nachbesserungen und gute Nerven. Viele haben solche Erfahrungen gemacht; hier sind welche aufgeschrieben worden. Beim Lesen erinnert man sich: "So ähnlich ist das bei uns auch gewesen." Sofern in absehbarer Zeit Renovierungsmaßnahmen vorgesehen sind, kann man sich hier Tipps zum Vermeiden von Fehlplanungen und Ärger holen.
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Seitenzahl: 113
Veröffentlichungsjahr: 2015
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© 2015
Eckhard Duhme, tredition GmbH
Verlag:
tredition GmbH, Hamburg
Umschlaggestaltung:
Eckhard Duhme
© Cartoon:
Johannes Kretzschmar / http://blog.beetlebum.de/2006/07/19
ISBN:
978-3-7323-1427-0 (Paperback) 978-3-7323-1429-4 (e-Book)
Eckhard Duhme
Augen zu und durch
Renovierungslektüre
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1
Vorgeschichte
2
Dachisolierung
3
Kelleraußentreppe
4
Planung der Renovierung im OG
5
Azul Imperial fürs Badezimmer
6
Glaswände für die Dusche
7
Achtung: Glasfasertapete
8
Renovierung des Badezimmers Teil 1
9
Neue Heizungsanlage
10
Renovierung des Badezimmers Teil 2
11
Es geht weiter im OG
12
Erneute Planungsphase
13
Alles muss raus
14
Es passiert etwas
15
Möbeltransport
16
Tapezieren
17
Teppich wird verlegt
18
Neugestaltung des Arbeitszimmers
19
Apothekerschrank im Arbeitszimmer
20
Ein neuer Schubladenschrank
21
Einräumen
22
Auch das noch
23
Nachbesserung
24
Noch eine Renovierung
25
Und noch eine
26
Und noch eine Nachtrag
Nachtrag
Vorwort
In den Büchern „Mir passiert so etwas doch nicht“ (Bände I – III) habe ich Urlaubserlebnisse in den Jahren 2011 / 2012 / 2013 geschildert. Am Ende von Band III steht: „…für 2014 nehme ich mir vor, keine Notizen für eine Urlaubslektüre zu machen …“ Daran habe ich mich dann auch (weitgehend) gehalten, aber ein völlig anderes Thema hat mir genügend Stoff zum Schreiben gegeben: „Renovierungsarbeiten“. Das verstehen Sie, weil Sie damit selber auch reichlich eigene Erfahrungen gemacht haben? Nun, im Unterschied zu Ihnen habe ich nun darüber etwas geschrieben und vielleicht interessiert es Sie, wie es uns ergangen ist.
1 Vorgeschichte
Meine Frau und ich haben vor etwa zwanzig Jahren ein Haus gekauft und „im leeren Zustand“ vor unserem Einzug Teppichböden und Tapeten erneuern lassen. Die Voreigentümerin hat bei den Tapeten ein Faible für „rosa“ gehabt; das hat gar nicht unserem Farbgeschmack entsprochen. Die Teppichböden hingegen haben wir eigentlich, aus Kostengründen, noch einige Jahre nutzen wollen. Im Haus ist aber ein „komischer“ Duft gewesen, den wir weder durch intensives Lüften noch mit Einsatz von Raumspray haben beseitigen können. Dann hat der Malermeister gefragt: „Ist vorher ein Hund im Haus gewesen?“ „Ja!“ „Von dem stammt der Duft; den werden sie nur los, wenn sie alle Teppichböden erneuern.“ Er hat Recht gehabt.
Viele Jahre sind danach keine größeren Renovierungen notwendig gewesen, weil bei uns weder geraucht wird noch kleine Kinder Flecken machen; aber irgendwann ist es wohl doch angebracht, eine neue Grundrenovierung vorzunehmen.
2 Dachisolierung
Allerdings haben wir im Laufe der Jahre einiges am Haus investiert. Dazu gehört zum Beispiel die Isolierung des Dachbodens. Der Voreigentümer hat darauf wohl keinen großen Wert gelegt und nur dünne Styropor-Platten und Pappe eingebaut. Die haben wir im Do-it-yourself-Verfahren entfernt. Die Dämmung des Dachbodens haben wir dann durch eine Fachfirma machen lassen. Das kann ich aufgrund unserer Erfahrung nur empfehlen. Die Dachsparren haben nämlich nicht alle exakt ein und denselben Abstand voneinander, sondern der weicht irgendwo so zwischen 0,5 und 2,5 Zentimeter von Sparre zu Sparre ab. Dementsprechend müssen die Streifen des Isolationsmaterials in unterschiedlichen Breiten, aber jeweils sehr genau zugeschnitten werden. Außerdem ist uns warnend gesagt worden, dass der Transport von Dämmwolle durchs Haus ziemlich staubig sei und sich dabei lösende Fasern gesundheitlich riskant sein können. Die beauftragte Fachfirma hat diese Probleme super gelöst. Sie hat einige Dachziegel entfernt und die zugeschnittenen Rollen per Transportband außerhalb des Hauses zum Dach befördert. Die Maße haben gestimmt, es hat im Haus nicht gestaubt und innerhalb eines einzigen Tages ist das Dach toll isoliert worden. Klar, das hat einiges gekostet, aber die folgende Ersparnis bei den Heizkosten hat die Ausgabe schnell wieder eingespart. Und im Sommer hat sich die Dämmung im Haus auch angenehm spürbar, nämlich Hitze vermeidend bemerkbar gemacht. Als Heimwerker „nach Feierabend und am Wochenende“ hätte ich für die Arbeit garantiert viele Stunden aufwenden müssen und sicherlich etliche Male laut geflucht. Durch den Einsatz einer Fachfirma sind somit meine und die Nerven meiner Frau sehr geschont worden.
3 Kelleraußentreppe
Das kann ich so für eine „Kelleraußentreppe“, die wir haben bauen lassen, nicht uneingeschränkt schreiben. Immerhin, der mit der Treppe hergestellte „direkte Weg“ zwischen Keller und Garten erspart manche Diskussion über verschmutzte Schuhe, die, zum Beispiel nach der Gartenarbeit, eigentlich stets vor der Wohnzimmertür ausgezogen werden sollen. Nun ja, wenn man es zwischendurch aber eilig hat, weil das Telefon klingelt oder man schnell mal aufs Klo muss, dann wird das Schuhausziehen vergessen oder nicht für unbedingt nötig angesehen – platsch, sind Abdrücke auf dem Teppich und Reinigungsaktionen erforderlich. Keller-Außentreppen vermeiden solchen Ärger, sind damit also irgendwie auch „Energie einsparend“. Der Bau der Kellertreppe verlief bei uns aber längst nicht so zeit- und problemlos wie das Dachisolieren. Von mehreren Angeboten wollten wir uns verständlicherweise für das günstigste entscheiden. Da es deutlich günstiger als andere war, hatten wir aber einige Zweifel, ob die Entscheidung richtig wäre. Im Gespräch mit dem Anbieter erhielten wir eine plausible Erklärung. Seine Firma hatte wirtschaftliche Schwierigkeiten, war vom 30-Mann- auf einen 5-Mann-Betrieb geschrumpft. Technische Großgeräte, zum Beispiel Bagger, hatte er nicht mehr, sondern mietete sie von Fall zu Fall nach Bedarf. „Bei mir arbeitet der Chef wieder selber“, sagte er. Zugleich wies er darauf hin, dass er häufig bei terminlichen Notfällen zum Einsatz käme, deshalb Baustellen wie unsere dann vorübergehend ruhen lassen müsste. Nur unter dieser Voraussetzung könnte er das Angebot abgeben. Nun, er machte beim Gespräch einen sehr ordentlichen Eindruck. Auch die Klarstellung seiner Lage fanden wir in Ordnung. Da wir „kein Zeitproblem“ hatten, also eine eventuelle Verzögerung der Bauarbeiten in Kauf nehmen konnten, erteilten wir ihm den Auftrag, zumal der Anbieter bereit war, mit uns einen „Festpreis“ zu vereinbaren, unabhängig davon, ob es während der Bauphase „unvorhergesehene Überraschungen“ gäbe. Er war offensichtlich auf solch einen Auftrag finanziell angewiesen. Beim Ausschachten des Treppenabgangs wurde dann festgestellt, dass dort ein Regenrohr verlief, das nun anders verlegt werden musste. Dazu wurde es erforderlich, entlang des Rohres einen nicht eingeplanten Graben zu schaffen. Es bewährte sich so zwar, dass wir einen „Festpreis“ vereinbart hatten, die Erweiterung bedeutete jedoch, dass mehr Zeit benötigt wurde. Das hatte wiederum zur Folge, dass zwischenzeitlich einige der angesprochenen „Notfalleinsätze“ kamen, die zu weiteren Zeitverzögerungen führten, wir statt einiger Tage mehrere Wochen eine Baustelle hatten. Es dauerte schließlich sogar so lange, dass sie nicht mal rechtzeitig vor unserer geplanten Urlaubsreise fertig wurde. „Hätten wir doch einen anderen Anbieter genommen! Dann wäre es zwar teurer geworden, aber die Sache wäre längst erledigt“, zweifelten wir an unserer „Billiglösung“. „Machen Sie sich keine Sorgen und fahren ruhig in Urlaub, ich kann ja aufs Grundstück, ohne durchs Haus zu müssen. Wenn Sie zurückkommen, ist alles in Ordnung“, bekamen wir zu hören. Was blieb uns auch anderes übrig? Nun, der inzwischen bestehende Kontakt hatte durchaus eine Vertrauensbasis geschaffen, aber ganz wohl fühlten wir uns bei der Absprache nicht. Andererseits war es ja durchaus irgendwie auch reizvoll, nicht mehr täglich die Baustelle vor Augen zu haben. Immerhin gelang es noch vor unserem Urlaub, den für die neue Kellertür erforderlichen Mauerdurchbruch zu schaffen. Ich hatte dabei den großen Vorteil, im Büro zu sein. Meine Frau und die Nachbarn mussten einen Tag lang das Getöse des Presslufthammers ertragen. Beim Ausstemmen der Wand hielt sich der Meister exakt an die von mir vorgegebenen Maße. Die Handwerker, die dann die einbruchsichere neue Kellertür einbauten, lobten die Passgenauigkeit. „Hat unser Chef das ausgemessen?“ wurde meine Frau gefragt. „Nein, das hat mein Mann gemacht.“ „Toll, sehr gut gemessen!“ Wir waren erleichtert, dass die Tür noch vor unserem Urlaub angebracht worden war. Und als wir, richtig gut erholt, zurückkamen, waren tatsächlich die Kellertreppe fertig und alle Baugruben beseitigt. Bei der „Bauabnahme“ hieß es: „Ich habe die Treppe noch stabiler als ursprünglich geplant gebaut. Da könnte jetzt sogar ein Panzer hoch- und runterfahren.“ Das ist natürlich übertrieben gewesen, denn die Stufen sind ja nur 1,10 Meter breit. Die 20 cm breite Betonwand daneben macht aber wirklich einen sehr soliden Eindruck. Allerdings wurden wir belehrt, dass wegen der Höhe unbedingt noch ein Geländer angebracht werden müsste, um der sonst bestehenden Absturzgefahr entgegenzuwirken. Das leuchtete uns ein, aber die Kosten dafür hatten wir bei der Kalkulation der Baumaßnahme nicht eingeplant. Das kennt man ja, es wird immer irgendwie teurer als geplant. Wir ließen uns dementsprechend dann auch noch davon überzeugen, dass zum schönen Aluminiumgeländer ein optisch passender Handlauf an der Treppe sinnvoll wäre. Nun denn, als alles fertig war, stellten wir fest: „Ende gut, alles gut!“
Beides, Dachisolierung und Außenkellertreppe, haben sich inzwischen bestens bewährt. Die Zweifel an der Vergabe des Treppenbaus an den günstigsten Anbieter wegen der zu erduldenden „Dauerbaustelle“ sind längst vergessen. Und nochmal: aufgrund unserer Erfahrung mit dem reibungslosen Ablauf der Dachisolierung kann ich empfehlen, dabei auf das Do-it-yourself-Verfahren zu verzichten.
4 Planung der Renovierung im OG
Ach, ich will hier ja nicht von Investitionen sondern von Renovierungsarbeiten berichten. Nun, ich habe bereits erwähnt, dass sie etliche Jahre überhaupt nicht nötig gewesen sind. Wenn es dann irgendwann aber doch so weit ist, stellt sich die Frage, ob klotzen besser als kleckern ist, also ob man alles auf einmal machen oder Schritt für Schritt eines nach dem anderen abarbeiten soll. Und: Was macht man selber, was lässt man machen? Nun, ich bin dafür bekannt, dass ich „Kompromisse“ bevorzuge. Dementsprechend haben meine Frau und ich uns auf Folgendes geeinigt: Erst wird das OG, zwei Jahre später das EG renoviert, das Jahr dazwischen dient der schöpferischen Pause. Tapezieren machen wir selber, Teppich bzw. Fliesen lassen wir verlegen.
Im OG befinden sich vier Zimmer: Schlaf-, Ankleide-, Gäste- und Badezimmer. Ankleide- und Gästezimmer sind früher Kinderzimmer gewesen, aber die Söhne kommen inzwischen nur noch gelegentlich als „Gäste“ auf Kurzbesuche. Die Nutzung eines Raumes als Ankleidezimmer hat den großen Vorteil, dass der Transport „Sommer-/Wintersachen“ vom OG zum alten Kleiderschrank im Keller und von dort zurück nach oben entfällt; das ist im fortgeschrittenen Alter recht praktisch. Unsere Renovierungsüberlegungen sind dann noch vom Schornsteinfeger gefördert worden: „In absehbarer Zeit benötigen Sie einen neuen Brenner, um die geänderten gesetzlichen Abgaswerte einhalten zu können.“ Daraus kann man folgern, dass wir eine Gasheizung haben. Unser Voreigentümer des Hauses ist beim Bauen „seiner Zeit voraus“ gewesen und hat den Brenner 1990 auf dem Dachboden installieren lassen. Das ist zu der Zeit noch recht unüblich gewesen. Es hat den Vorteil, dass im Keller oder sonst wo kein Platz für die Heizungsanlage verloren geht; außerdem wird nur ein kurzes Stück Schornstein vom Dachboden nach außen benötigt. Das hat allerdings den Nachteil, dass man keinen Kamin legen lassen kann oder dafür ein langes Außenrohr benötigt. Da wir im Erdgeschoss aber Fußbodenheizung haben, können wir gut auf einen Kamin verzichten. Das knisternde Feuer darin ist zwar recht anheimelnd; ein paar aufgestellte und angezündete Kerzen schaffen im Wohnzimmer jedoch auch Kuschelatmosphäre.
Bei der Zeitplanung für die Renovierungsarbeiten haben wir natürlich unsere Urlaubspläne und „Tennisspielerei“ einerseits, die Auftragslage der Handwerker andererseits berücksichtigt. Wir haben „den Baustellendreck“ und die Heizungserneuerung weder in der (Vor-) Weihnachtszeit noch im Winter gewollt. So hat sich das Frühjahr als Idealzeit ergeben. Das wiederum hat vorausgesetzt, dass spätestens im Herbst mit der Planung hat begonnen werden müssen. Es ist ratsam, wenn man so etwas vor sich hat, frühzeitig mit den Überlegungen zu beginnen! Man benötigt wesentlich mehr Zeit für die Vorbereitung als für die Ausführung. Kaufmännisch sinnvoll haben wir für die verschiedenen Gewerke mehrere Angebote eingeholt und dabei gestaunt, wie unterschiedlich hoch sie gewesen sind. „Vergleichen lohnt sich!“ Uns haben allerdings nicht nur die Preise interessiert, sondern genauso wichtig ist uns der „Ruf“ der Anbieter gewesen. Da ist es vorteilhaft, wenn man Mitglied in einem Verein ist und verschiedene Leute fragen kann: „Habt Ihr schon mal von der Firma bei Euch was machen lassen?“ Ganz wichtig ist auch, sich nicht nur in den Geschäften beraten zu lassen, sondern Details „vor Ort“, im Haus, in der Wohnung zu besprechen. Bei uns ist zum Beispiel wegen der Lage der Heizungsanlage „auf dem Boden“ die Breite der Dachbodentreppe (Ausziehleiter) für die Maße des Brenners und Wassertanks ausschlaggebend gewesen; das hat der Installateur sehen und ausmessen müssen. Wir selber haben uns mehrmals gewundert, wie unterschiedlich Teppichfarben im Geschäft und im Zimmer wirken. Es ist gut gewesen, dass wir etliche Muster probeweise mit nach Hause genommen haben. Es kommt außerdem noch hinzu, dass solche Muster von den begutachtenden Eheleuten unterschiedlich bewertet werden. Es dauert also, bis man „die gemeinsam richtige Wahl“ getroffen hat. Das ist uns bei den Teppichen noch in einem vertretbaren Zeitrahmen gelungen, aber für die Neugestaltung des Badezimmers haben wir ein paar Monate „Vorlaufzeit“ benötigt. Bei den Fliesen ist es wie bei den Teppichen: im Geschäft wirken sie ganz anders als im eigenen Badezimmer. Es kommt hinzu, dass die Boden- und Wandfliesen aufeinander abgestimmt sein sollen; mal gefallen die Boden-, mal die Wandfliesen, oft jedoch nicht beides zusammen. Und haben Sie schon einmal mit dem Ehepartner gemeinsam Waschbecken, WC und Dusche ausgesucht? Das Thema birgt ähnliche Risiken wie Mixed spielen beim Tennis – es gelingt nur, wenn man den / die Partner /in mitspielen lässt. Wir haben zwar den Ausnahmevorteil, fast immer harmonisch Mixed zu spielen, aber bei der Gestaltung des Badezimmers haben wir uns längere Zeit nicht einigen können.
5Azul Imperial fürs Badezimmer
