Mein Tagebuch 2020 - Eckhard Duhme - E-Book

Mein Tagebuch 2020 E-Book

Eckhard Duhme

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Beschreibung

Die Coronapandemie hat im Jahr 2020 die Tagesthemen beherrscht. Der Autor hat den Verlauf der Pandemie, deren Folgen und andere interessante Nachrichten (u.a. Wahlen in Amerika, Nawalny-Affäre, Sportereignisse) festgehalten. Begleitend dazu erzählt er eigene Erlebnisse.

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Seitenzahl: 144

Veröffentlichungsjahr: 2021

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© 2021

Eckhard Duhme

Verlag und Druck

tredition GmbH, Halenreie 40 - 44

 

22359 Hamburg

ISBN:

978-3-347-21029-5 (Paperback)

 

978-3-347-21030-1 (Hardcover)

 

978-3-347-21031-8 (e-Book)

Eckhard Duhme

Mein Tagebuch 2020

Coronapandemie,die Welt und ich

Inhaltsverzeichnis

Jahreswechsel 2019 / 2020

1 Januar

2 Februar

3 März

4 April

5 Mai

6 Juni

7 Juli

8 August

9 September

10 Oktober

11 November

12 Dezember

Nachtrag

AnhangBücherliste und Daten des Autors

Jahreswechsel 2019 / 2020

Das Jahr 2020 begann für uns mit einem, wie sich später herausstellte, orakelhaftem Feuerwerk. Das Hotel, in dem wir zum Jahreswechsel waren, hatte ein spektakuläres Feuerwerk vorbereitet, aber in der Nacht zum 01.01. herrschte ein solch dicker Nebel, dass die Leuchtraketen darin spurlos verschwanden. Statt bunte Lichter sehen zu können, verursachte der Zündungsqualm der Raketen Smog, so dass das Feuerwerk abgebrochen werden musste. „Gehen Sie bitte wieder ins Haus“, forderte die Hotelleitung die Gäste auf, die noch auf eine Fortsetzung des Feuerwerkes hofften. Tja, im Laufe des Jahres wiederholte sich dann die Aufforderung, sich nicht mit anderen draußen aufzuhalten …

Wir, Angelika und ich, waren zusammen mit einem befreundeten Ehepaar nach Attendorn gefahren. Das „Programm zum Jahreswechsel“ des Hotels im Sauerland war vielversprechend: Besuch der gegenüber dem Hotel liegenden Atta-Höhle, Besichtigung der Krombacher Brauerei, dreimal abends Tanz mit Live-Musik, Kaffee- und Kuchenbar, Themenbuffets und Silvestergala. Die Fahrt nach Attendorn verlief völlig problemlos, kein Schnee, kein Stau, keine Umleitung. Für Stimmung sorgte dann kurz vor Attendorn ein „Blitzgerät“: ca. 90 km/h statt erlaubter 80 km/h wurde wohl gemessen. Na ja, die Gebühr dafür würde sich in Grenzen halten. Die genaue Höhe erfuhr ich nicht, weil ich nicht gefahren war. Ein Kabarettist formulierte einmal in einer Fernsehsendung eine solche Verwarnungsgebühr so: „Ich habe mir eine zusätzliche Geschwindigkeit gekauft.“ Mit dem Hinweis darauf versuchte ich den Fahrer zu trösten.

Nach einem Begrüßungscocktail, Begutachtung des Hotelzimmers und dem Genießen der Kaffee-/Kuchenbar besuchten wir die Atta-Höhle - ein empfehlenswertes Erlebnis. Bei dem Rundgang bekamen wir zu hören:

„… Die Atta-Höhle ist eine der größten und schönsten Tropfsteinhöhlen Deutschlands. Wir haben jährlich etwa 150.000 bis 200.000 Besucher, damit die meisten in einer deutschen Schauhöhle. Das liegt an der Mannigfaltigkeit und Farbigkeit, die es hier zu bestaunen gibt …

… Die Höhle wurde am 19. Juli 1907 beim Abbau von Kalkstein entdeckt und schon im selben Jahr vom Besitzer der Kalksteingrube touristisch erschlossen. Sie gehört den Erben des damaligen Steinbruchbesitzers …

… Eine Höhlenforschergruppe entdeckte 1986 weitere Teile der Höhle. Die bisher erforschte Gesamtlänge beträgt 6000 Meter. Für Besucher steht ein etwa 1800 Meter langer Rundweg zur Verfügung …

… Die Führung dauert etwa 40 Minuten. Dabei beträgt die Temperatur in der Atta-Höhle konstant 9°C …

… In einem Teil der Höhle wird Käse gelagert, der als Atta-Käse verkauft wird …“

Für Besucher war Fotografieren in der Höhle verboten. Um aber trotzdem eine optische Erinnerung an deren Schönheit zu bekommen, wandte ich mich später an die Verwaltung der Höhle. Dankenswerter Weise erhielt ich von ihr einige Bilder zur Verfügung gestellt. Hier kann man beispielhaft sehen, wie prachtvoll es in der Höhle ist:

Das Buffet am Abend im Hotel war sehr lecker, die Live-Musik eines Duos gekonnt, unser lange Zeit ungeübtes Tanzen zwar keine Spitzenleistung, aber doch noch besser und intensiver als bei den meisten anderen Teilnehmern.

Nach dem Frühstück fuhren ca. 100 Hotelgäste per Bus zu einer der größten deutschen Privatbrauereien nach Krombach. Unterwegs gab der Fahrer „unseres“ Busses launig interessante Informationen über Besonderheiten der Region. Per Busfahrt bekamen wir bei der Brauerei zunächst einen Eindruck von der riesigen Lagerhalle und den Transportwegen. Auf dem Weg zur Vortragshalle, in der ein Film über die Firmengeschichte zu sehen war, fiel uns diese Wandgestaltung auf:

Für den dann folgenden 90-minütigen Rundgang durch verschiedene Produktionshallen wurden fünf Gruppen gebildet und zum guten Verstehen der Erläuterungen Kopfhörer verteilt. Wir lernten die große Produktpalette kennen und erfuhren, dass mit knapp über 8 Millionen Hektolitern im Jahr 2019 ein Produktionsrekord erzielt worden war. Der Besuch endete mit freier Bierauswahl und einer sehr leckeren Vespermahlzeit (Brot, Käse, Schinken und Gurken).

Am Nachmittag spazierten wir zu viert durch die City von Attendorn (ca. 25.000 Einwohner). Dabei lernten wir:

Da es im Hotel wegen der „Vesper-Mahlzeit“ keine Kaffee-/Kuchenbar gegeben hatte, kehrten wir ins Stadtcafé ein. Angelika und ich staunten darüber, dass dort „Pharisäer“ (Kaffee mit Rum und Sahne) angeboten wurde. Na, dieses „Nordseegetränk“ mussten wir uns natürlich gönnen. Ja, es schmeckte wie im Norden. Das Stück hausgemachte Torte, das dazu bestellt worden war, wurde auch gelobt.

Am Abend wurde wieder gut gespeist und fleißig getanzt. Bei dem vielen Essen war dieser Kalorienverbrauch dringend nötig, um das Gewicht einigermaßen zu halten.

Für den 31.12. war von uns geplant, nach Olpe, der Kreisstadt, zu fahren. Beim Frühstück informierte der Hoteldirektor: „Es hat vergangene Nacht zunächst geregnet, dann gefroren. Die Straßen sind sehr glatt. Ich empfehle, keine Autotour zu unternehmen.“ Das wurde natürlich befolgt und beschlossen, nochmal in die City von Attendorn zu gehen. Infolge der Einkehr ins Stadtcafé hatten wir am Vortag ja längst nicht alles dort gesehen. Da nun mehr Zeit zur Verfügung stand, konnten wir in aller Ruhe noch andere Wege gehen und dabei auch den Schaufensterbummel intensivieren. Die beiden Frauen befanden einige Male: „Ach, das sieht doch interessant aus, da gehen wir mal rein und schauen, ob uns was besonders gefällt.“ Na, es wurde gestöbert, aber nichts Passendes gefunden.

Im Hotel gab es mittags eine leckere Suppe und am Nachmittag wieder ein tolles Kaffee-/Kuchenbuffet. Dazu gehörten auch Waffeln mit heißen Kirschen, Vanilleeis und Sahne, mhmmm. Danach war „ruhen“ sinnvoll; der Abend würde ja noch lang werden. Nach einem erholsamen Stundenschlaf begannen die Vorbereitungen auf die Silvesterfeier. Zunächst wurde zur Erfrischung geduscht. Dann brachte Angelika ihre Haare „in Form“. Natürlich hatten wir für den Jahreswechsel besondere Garderobe mitgenommen. Nachdem wir uns für die Feier zurecht gemacht hatten, stellten wir beim gegenseitigen Begutachten zufrieden fest: „Ja!“

Die Menükarte war vielversprechend:

Das Essen zog sich bis Mitternacht hin. Zwischen den Gängen gab es künstlerische Darbietungen. Die Sängerin des Live-Musik-Duos war gut, eine junge Hotelangestellte bewies bei einem Show-Auftritt großes Gesangstalent und ein Zauberer trat auf. Zwischendurch konnte schon getanzt werden, so dass man Durst und erneut Hunger bekam. Das Essen war so köstlich, wie es die Karte hatte erwarten lassen.

Nachdem mit Sekt auf das neue Jahr angestoßen worden war, begaben wir uns zum angekündigten Feuerwerk nach draußen. Tja, (s.o.) starker Nebel verhinderte ein Spektakel. Bis kurz nach 02:00 Uhr wurde noch fleißig getanzt. Als dann Sekt- und Weinflaschen leer waren, hatten wir genügend Bettschwere.

Zum Frühstück war der Festsaal bereits wieder neu dekoriert. Zur Begrüßung erhielt jede Dame eine weiße Rose. Für die Herren lagen auf den Tischen jeweils „Glücksbringer“.

Nach ausgiebigem Frühstück fuhren wir gegen 12:00 Uhr zurück nach Neuwied. Dort machten wir einen „Abstecher zum Schwanenteich“. Eigentlich wollten wir um den See spazieren gehen, aber der Rundweg war derart matschig, dass wir darauf zur Vermeidung von Rutschgefahren und im Interesse unserer Schuhe verzichteten. Im Restaurant des Hotels „Zum Schwanenteich“ genossen wir leckeren Cappuccino und hausgemachten Kuchen - das war ein schöner Abschluss unserer Silvestertour.

1 Januar

Im Januar gab es einen Themenschwerpunkt für mich: Der Vorsitzende des Tennisclubs gab bekannt, dass er aus gesundheitlichen Gründen im März auf der JHV (Jahreshauptversammlung) nicht mehr kandidieren werde. Er hatte das Ehrenamt 18 Jahre ausgeübt und wäre auch ganz sicher für zwei weitere Jahre gewählt worden. Es galt, einen Nachfolger zu finden - und das war schwer. Alle Clubmitglieder hatten sich daran gewöhnt, dass „der Bernd das macht“. Er hatte sich stets um (fast) alles gekümmert. Jetzt kam noch hinzu, dass auch der Sport- und der Jugendwart aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung standen.

Es wurde ein „Vorstandsfindungsteam“ gegründet. Das bestand aus dem bisherigen Vorsitzenden, seinem Stellvertreter, einem Beiratsmitglied und mir. Ich war früher selber mal acht Jahre im Vorstand gewesen, seit zwanzig Jahren als Mannschaftsführer, ausgebildeter Schiedsrichter und juristischer Berater für den Verein tätig. Das Findungsteam traf sich nun mindestens einmal wöchentlich. Es bestand von Anfang an Einigkeit: „Wie der Bernd macht das keiner, so einen finden wir nicht, wir müssen die Aufgaben auf mehr Schultern verteilen.“ Dazu fiel mir als ein erster Lösungsweg ein, dass das in der Satzung vorgesehene Amt des „Schriftführers“ seit Jahren nicht besetzt war. Historisch war das jemand, der von den Sitzungen handschriftlich die Protokolle fertigte und die damit gefüllten Akten betreute. Inzwischen gab es Laptops und elektronische Dateien; da hatte der Bernd diese Aufgaben miterledigt. Er wies jetzt in diesem Zusammenhang darauf hin, man könnte den neuen Vorsitzenden bei der „Kommunikation“ entlasten. Dazu gehörten Presseberichte, interne Schreiben und das Nutzen „sozialer Netzwerke“. Es hieß: „Wir müssen für den Verein in Facebook aktiv werden.“ Okay, wir hatten also eine Idee, etwas neu zu organisieren. Das bedeutete aber zugleich, auch für diese Funktion jemanden zu finden, somit dann also einen Vorsitzenden, einen Sportwart, einen Jugendwart und einen Leiter der Kommunikation. Selbstverständlich kamen dafür jeweils auch Frauen in Betracht. In der Satzung war klar geregelt, dass Frauen und Männer gleichberechtigt waren und die männliche Schreibweise im Text ausschließlich nur aus redaktionellen Gründen gewählt wurde.

Unser Team ging die Mitgliederliste von A bis Z durch und notierte für die vier zu besetzenden Ehrenämter jeweils fünf Namen, von denen wir meinten, die Mitglieder könnten für eine der Funktionen in Betracht kommen. Dann legten wir fest, wer mit wem darüber sprechen sollte. Bei den wöchentlichen Treffen lauteten die Meldungen: „Der hat abgesagt, die hat abgesagt.“ Wir ließen uns nicht entmutigen, nahmen neue Namen in unsere „Funktionslisten“ und vereinbarten, auch mit den „Neinsagern“ nochmal zu sprechen. Außerdem kamen wir auf die Idee, die Stelle des Vorsitzenden im Verein „auszuschreiben“. Ich entwarf dafür einen Text, der Vorsitzende verteilte ihn an die Mitglieder per E-Mail. Auch beim „Neujahrsempfang“ im Clubhaus wies er nochmal auf das zu besetzende Ehrenamt hin. Wir erhielten aber keine einzige Rückmeldung, waren recht enttäuscht und einer meinte: „Ich bin frustriert.“

Ein erstes Erfolgserlebnis ergab sich zufällig. Ich fuhr zusammen mit einem Teamkollegen zu einem Spiel der laufenden Winter-Hallenrunde. Dabei kamen wir am Gelände seines Arbeitgebers vorbei. Ich fragte: „Bis wann musst Du denn noch arbeiten?“ „Ich habe einen Aufhebungsvertrag in der Tasche, höre im August mit 63 Jahren auf.“ „Oh, dann hast Du ja wahrscheinlich Zeit für ein Anschlussprogramm. Was hältst Du davon, bei uns den Sportwart zu machen?“ „Mhm, da kann ich ja mal drüber nachdenken.“ Beim nächsten Treffen des Findungsteams erzählte ich das und wies darauf hin: „Er hat nicht spontan nein gesagt!“ Daraufhin sprachen der Vorsitzende und das Beiratsmitglied auch mit ihm. Schließlich sagte er: „Ja, in Ordnung, aber erst ab September.“ Im Findungsteam waren wir uns sicher, bis dahin irgendwie eine Übergangslösung zu schaffen.

Als nächstes erklärten sich zwei Spielerinnen der Damen 30 - Mannschaft bereit, die Kommunikation gemeinsam zu übernehmen. Na, nachdem wir erst nur Absagen bzw. keinerlei Rückmeldungen erhalten hatten, freuten wir uns über diese Erfolgserlebnisse.

Inzwischen hatten uns drei Gesprächspartner für das Amt des Vorsitzenden gesagt: „Im Prinzip kann ich mir das durchaus vorstellen, aber in diesem Jahr passt das beruflich leider überhaupt nicht.“ Wir nahmen nochmal Kontakt mit ihnen auf und wiesen auf „Sportwart und Kommunikationsdamen“ hin. Ein Kandidat äußerte: „Wenn Ihr die Aufgaben auf mehr Schultern verteilen wollt, dann müsst Ihr noch eine Stelle dafür im Vorstand schaffen. Es ist sinnvoll, einen weiteren Vertreter des Vorsitzenden zu haben. Der ist mal dienstlich unterwegs, der Stellvertreter ist krank oder in Urlaub oder sonst wie verhindert und genau dann ist ein wichtiger Termin wahrzunehmen.“ Das Beiratsmitglied nahm diesen Gedanken sofort auf und lockte: „Wenn Du den Vorsitz übernimmst, komme ich mit in den Vorstand für diese neue Funktion.“

Das erörterten wir beim nächsten Vierer-Treff und überlegten, welche Aufgaben einer solch neuen Funktion denn sinnvoll zugeordnet werden könnten. Der Vorsitzende erläuterte, dass das Überwachen des Budgets, das Vorbereiten der Konten für die steuerlichen und Gemeinnützigkeitsprüfungen und das Zuweisen von Geldern zu den eingerichteten Wirtschaftsbetrieben (Stromerzeugung mit der Photovoltaik-Anlage, Clubhaus, Tennishalle) Zeit in Anspruch nähmen. Daraufhin schlug ich vor, dafür das Amt eines „Controllers“ zu schaffen. Ich ergänzte: „Mit den Bezeichnungen Controlling und Kommunikation haben wir dann zeitgemäße, moderne Funktionsnamen. Es bietet sich an, zugleich auch noch die anderen Altbezeichnungen anzupassen.“ So wurde aus Kassenwart Leiter der Finanzen, aus Sportwart Leiter des Sportbetriebes und aus Jugendwart Leiter der Jugendarbeit. Das las sich gut, aber brachte zum Thema „Vorsitz“ keine Lösung.

Der Kandidat X., der uns auf die Idee mit dem Controlling gebracht hatte, lobte im weiteren Gespräch unsere Überlegungen, lehnte aber leider die Übernahme des Vorsitzes endgültig ab. Auch die weiteren Versuche, die Gesprächspartner Y und Z nun doch noch zu überzeugen, scheiterten. Wir mussten uns schließlich auf „Lösung B“ konzentrieren. Sie bezog sich auf Mitglieder, die nicht mehr berufstätig waren und, wie wir nun hofften, vielleicht eher für ein Ehrenamt zu motivieren waren. Jedoch erhielten wir auch jetzt wieder nur Absagen. Eines Tages bedauerte der Trainer im Gespräch mit Frau S. diese Situation und bekam zu hören: „Mein Mann und ich sind durchaus zur Unterstützung bereit.“ Diese Information gab der Trainer an mich weiter. Obwohl ich zuvor schon einmal vergeblich mit S. gesprochen hatte, rief ich umgehend nochmal an. Es meldete sich Frau S. und bestätigte mir die grundsätzliche Hilfsbereitschaft, äußerte aber Zweifel, ob ihr Mann für den Vorsitz bereit wäre. Sie selber schloss das für sich aus. Wir vereinbarten, dass ich später erneut anrufen würde. Als sich dabei dann Herr S. meldete, wies ich ihn auf die von seiner Frau zugestandene Hilfsbereitschaft hin. Dann erläuterte ich ihm all die Neuerungen, die sich das Findungsteam inzwischen hatte einfallen lassen. Nachdem ich ihm auch noch die Namen des Controllers und Leiters der Sportbetriebe nannte, war er zu einem ausführlicheren Gespräch bereit, um weitere Details zu erörtern. Das organisierte ich kurzfristig zusammen mit dem 2. Vorsitzenden und dem angedachten Controller. Danach erbat sich S. ein paar Tage Bedenkzeit. Hurra, er gab uns dann eine „Zusage mit Vorbehalten“. Er wollte, durchaus verständlich, zunächst das vorgesehene Vorstandsteam kennenlernen, um abzuklären, ob alle miteinander harmonierten. Ja, auch das ging klar.

Endlich hatte das Findungsteam es geschafft, für den Vorstand die „Nach-Bernd-Regelung“ zu finden – so dachten wir. Ein paar Tage später meldeten sich die zwei Damen, die das Amt „Kommunikation“ übernehmen sollten: „Es tut uns leid, Euch nun doch eine Absage erteilen zu müssen. Nach reiflicher Überlegung sind wir zu dem Ergebnis gekommen, für die Funktion nicht die richtige Lösung zu sein. Es ist besser, jetzt die Notbremse zu ziehen, damit ihr noch jemanden findet, der geeigneter ist.“ Tja, und dann kündigte die „Damenwartin“ ihre Mitgliedschaft und wechselte den Verein. Also musste das Findungsteam erneut Gespräche führen. Ich schlug vor, statt einer „Damenwartin“ eine „Frauenbeauftragte“ zu suchen. „Na, dann find mal eine“, bekam ich zu hören. Nach sechs oder sieben vergeblichen Versuchen gab ich auf und befand: „Das Thema verschieben wir; das ist eine Aufgabe für den neuen Vorstand.“

Der zukünftige Controller hatte erfreulicherweise bei der Suche zum Thema „Kommunikation“ Erfolg. Nach einem neunzig minütigen Gespräch „am Küchentisch“ hatte er eine Dame, die beruflich u.a. für die Kommunikation zuständig war und in diesem Jahr bald zu arbeiten aufhörte, überredet, kommunikativ weiter zu agieren. Jetzt stellte das Findungsteam endgültig fest: „Wir haben fertig!“

2 Februar

Der Februar brachte für Angelika und mich ein ganz anderes Thema. Ich hatte ihr zu Weihnachten für Februar „Fahrt nach Paris und Besuch der Leonardo da Vinci - Ausstellung im Louvre“ geschenkt. Laut Werbung sollte es die „größte Leonardo-Ausstellung aller Zeiten“ sein. Die Freude darauf war bei Angelika groß. Na, drei Tage „Paris“ waren ja auch noch vielversprechend. Abgerundet wurde mein Programm mit einem Tag Zwischenstopp in Metz. Zum einen sollte, so war zu lesen, die Altstadt sehr schön sein, zum anderen gab es dort mit dem „Centre Pompidou“ auch ein besonderes Museum zu besichtigen.

Am 19. Februar fuhren wir nach Metz. Eigentlich verlief die 2 ½-Stunden-Fahrt völlig problemlos. Es gab keinen Stau, keinen Zeitdruck, trockenes Wetter und bei uns gute Laune. Die wurde dann allerdings auf der Höhe von Schweich, also kurz vor Trier, beim Abbiegen von der A 1 auf die A 602 für kurze Zeit gestört. Ich stellte fest: „Wir sind gerade geblitzt worden!“ Der Blick aufs Tacho ergab: „Na, entweder war es nicht besonders schlimm oder ein Wagen neben uns ist betroffen gewesen.“ Letzteres war jedoch nicht der Fall, wie ich im März schriftlich erfuhr.

Da wir beim Hotel erst ab 14 Uhr einchecken konnten, fuhren wir in Metz zunächst zum Museum „Centre Pompidou“. Dessen Bau war recht ungewöhnlich und dementsprechend beeindruckend. Wir erfuhren, dass nur ein relativ kleiner Teil für eine Dauer-, der größere Teil für Wechselausstellungen genutzt wird.

Aktuell war der russische Filmemacher Sergej Eisenstein Hauptthema. Der Stummfilm „Panzerkreuzer Potemkin“ war sein bekanntester Film. Wir bekamen einen Eindruck von seinem Schaffen, aber die überwiegend düsteren Darstellungen gefielen uns nicht besonders. In der Dauerausstellung war es dann viel farbenfreudiger und interessanter. Zum Schmunzeln war der Blick in eine „Spiegelwelt“, den wir erhielten, nachdem wir im Museum mit einem Aufzug ganz nach oben gefahren waren.