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Dieses Buch ist die Geschichte einer Frau, die sich mitten im Leben stehend für einen geistigen Weg entschieden hat. Es ist die Beschreibung eines Weges individueller Entwicklung, der fest im Alltag verankert dessen Sinngebung ist und die Verinnerlichung universeller Schöpfungsgesetze zum Ziel hat. Und es ist das Zeugnis einer Lehrer-Schüler-Beziehung, die in großer Freiheit und Unabhängigkeit gelebt diesen Weg geistiger Vervollkommnung überhaupt erst ermöglicht.
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Seitenzahl: 137
Veröffentlichungsjahr: 2017
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„Ein wahrer Lehrer ist der Stellvertreter der
göttlichen Gesetze in der Vermittlung von Weisheit“
Kurt Walchensteiner in Verbindung mit Hosun,
einem Genius der Erdgürtelzone
Botschaften und Weisheiten
von geistigen Wesenheiten der kosmischen Hierarchie
Meine Geschichte
Das Ende der Fahnenstange
Entscheidung in der Wüste
Der etwas andere Weg zum Glück
Erlebnis am anderen Ende der Welt
Der Blick nach innen
Mein neuer Anfang
Richtungswechsel
Literarische Suche
Die bunte Welt der Lehrer
Eine besondere Begegnung
Stolpersteine
Der Weg und ich
Eine Zahl auf Papier
Die Erfahrung des eigenen Willens
Wandel und der geistige Weg
Der Aufbruch zu Neuem
Die Abschiede einer Lehre
Authentizität und geistige Entwicklung
Die richtige Unterscheidung
Mystische Erfahrungen
Die Macht der Bindung
Das Buch der Wandlungen
Die hermetische Bibliothek
Ein Ausflug in die Welt der Logen
Die Auswirkungen einer Heilung
Schülerin der Einweihung
Wahre Bescheidenheit
Der Schlüssel zur Seele
Die Entwicklung wahrhaftiger Individualität
Besondere Erfahrungen und das Alles in Allem
Hilfe auf dem Weg
Das Ende meines Weges durch die Anlage
Fernöstliche Einweihung
Außergewöhnliche Fähigkeiten
Die Rückkehr des Lichts
Einweihung in die Erdgürtelzone
Ein Segen auf der Autobahn
Der Beginn einer Aufgabe
Die Freude am Fortschritt
Die zwölf Manifestationen Göttlicher Liebe
Die Bindungen des Geistes
Der Aufstieg durch die Sphären
Die planetaren Schlüssel der Befreiung
Der unsterbliche Körper
Meister Michael aus der Ordnung Melchisedek
Epilog
Bibliographie
Mein Name ist Martina Maier und heute mit meinen vierzig Jahren blicke ich auf ein Leben, welches ich mir in seiner täglichen Ausgestaltung großartiger wohl kaum hätte wünschen können.
Ich bin umgeben von Menschen, die mich ebenso aufrichtig lieben wie ich sie, beschäftige mich mit Themen, die mich zutiefst faszinieren, und erfreue mich hervorragender Gesundheit. Ich bin finanziell unabhängig, trage keine ernstzunehmenden Lasten vergangener Fehler mit mir herum und erfreue mich der Tatsache, bisher weder Krieg noch Hunger erlebt zu haben.
Doch wer nun glaubt, dieses aus tiefstem Herzen empfundene Glück läge einzig an einer privilegierten Geburt, einem gut bezahlten Job oder gar der Milde eines wohlgesonnenen Schicksals, der könnte mehr nicht irren.
Jeden Moment dieses Glücks – und wirkt er auch noch so klein und unbedeutend – verdanke ich allein den unter der Anleitung meines Lehrers vollzogenen Anstrengungen und Geschenken eines Weges geistiger Entwicklung, der in seiner Einzigartigkeit mit Worten kaum zu beschreiben ist.
Wo andere in ihrer Freizeit in den Urlaub fahren oder sich mit ihren Hobbies beschäftigen, reise ich an Orte jenseits der Welt, an denen die Gesetze der Schöpfung ihren Ursprung haben; wo andere gerne einmal über die Stränge schlagen, sitze ich – den Blick zumeist nach innen gewandt – übend oder meditierend in meiner Wohnung und suche nach Vollendung; wo andere in ihrem Alltag nur Materie sehen, sehe ich vor allem Geist.
Und so normal dieser faszinierende Alltag für mich inzwischen auch ist, so ungewöhnlich und fremd ist er für andere. Geschichten gehörter Befürchtungen und Ängste wohlmeinender Ratschläge geben sich dann die Klinke in die Hand und rufen auf zu jenem Feldzug vermeintlichen Einblicks, dem ich nun die Wahrhaftigkeit meines Weges entgegensetzen möchte.
Mein Name ist Martina Maier.
Und dies ist meine Geschichte.
Die Realität meiner Kindheit und Jugend kann man wohl am besten so beschreiben, dass ich zwar das große Glück hatte, in eine Familie hineingeboren zu werden, der es finanziell und in Bezug auf Bildung sehr gut ging, ich mich allerdings in diesem auf Konformität und Wahrung des öffentlichen Rufs bedachten Umfeld stets unwohl fühlte.
Hin- und hergerissen zwischen dem aufrichtigen Bestreben, es in meiner kindlichen Liebe meinem Umfeld recht zu machen, und der in meinem Inneren unauslöschlichen Suche nach wirklichem Sinn, gestalteten sich die ersten Jahrzehnte meines Lebens nicht gerade so, wie ich es mir gewünscht hätte.
Hinzu kam, dass ich mich nicht nur bezüglich meiner generellen Lebensvorstellung deutlich von meinem Umfeld zu unterscheiden schien, sondern damit einhergehend auch ernstzunehmende Schwierigkeiten hatte, mich vollständig in dieses zu integrieren.
Erste Versuche, mich dem Diktat der wohltemperierten Unauffälligkeit unterzuordnen, scheiterten kläglich, und so wählte ich nach dem misslungenen Versuch gewissensbedenklicher Rücksichtslosigkeit den inneren Rückzug, der mir im Vergleich sozialverträglicher erschien. Innerlich jedoch blieb ich Rebell, stets hinterfragend, was andere versuchten, mir als Wahrheit zu verkaufen, und begehrte in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen gegen all die mich umgebenden Konventionen auf. Dies brachte mir zwar immer wieder Ärger ein, doch lange Jahre gelang es mir so zumindest kurzzeitig, jenen unstillbaren Wunsch nach Erfüllung zum Schweigen zu bringen.
Die Jahre vergingen und ich kletterte – lediglich unterbrochen von kurzen Platzregen sozialer Unverträglichkeit – langsam, aber sicher die Gesellschaftsleiter wie für mich vorgesehen hinauf.
Alles hätte so schön sein können, wäre da nicht dieser unstillbare Hunger nach einem wirklichen Sinn gewesen und einem Leben, das mich jenseits ausgetretener Pfade von dieser vorhersagbaren Gleichförmigkeit befreite.
Doch die Zeit war noch nicht reif und so fühlte ich mich verpflichtet, mich auch weiterhin zumindest oberflächlich an die Gegebenheiten meines Umfeldes anzupassen.
Meine Wahrheit war jedoch eine andere!
Denn statt wirklicher Erfüllung durchdrang mich nach jeder dieser Anpassungen erneut jene seit Kindertagen empfundene Aussichtslosigkeit unendlich wirkender Tristesse, deren konstruierte, einzig von schicksalsbedingten Einschnitten durchbrochene Stumpfsinnigkeit mir schon damals unerträglich erschien.
Und dabei war das große Problem noch nicht einmal die nicht zu mir passen wollende Welt materieller Eindimensionalität, in der allein der gesellschaftliche Status zu zählen schien, sondern vor allem die über all die Jahre in meinem Inneren gewachsene Erkenntnis, in meinem Streben nach Erfüllung durch diese mir von anderen auferlegten Vorgaben stets am Ziel meiner Wünsche vorbeizuschießen.
In meinem Versuch, diesem inneren Dilemma ein Ventil zu verschaffen, projizierte ich dieses allgegenwärtige Unwohlsein mit mir und meinem Leben der Einfachheit halber auf meinen Körper, dem ich zunehmend mit Abwehr begegnete.
Die sich daraufhin einstellende Essstörung beeinträchtigte mein Leben nachhaltig und wurde über fast ein Jahrzehnt zum stillen Beobachter meines Kampfes mit mir selbst.
Gewinnen konnte ich diesen Kampf zum damaligen Moment jedoch noch nicht, und so verstand ich irgendwann, dass es an der Zeit war, nach anderen Lösungen zu suchen.
Ich brauchte Hilfe und wies mich deshalb kurzerhand selbst in eine Klinik ein.
Doch bis es soweit war, führte mich mein Weg erst einmal in die Ferne und ich trat jene lange geplante Reise nach Afrika an, die – ohne dass ich es geahnt hätte – meinem Leben eine wunderbare Wendung gab.
Um die Tragweite dessen erkennen zu können, was mir dann an einem schönen Donnerstagvormittag in der Wüste Namibias widerfuhr, muss man verstehen, in welcher Gemütsverfassung ich mich befand.
Ich war erschöpft von dem dauernden Kampf um Ansehen, überfordert von der Verzweiflung, die mich in meinem Inneren umgab, sowie zerrissen zwischen dem Versuch einerseits, nicht vollständig unterzugehen, und der Versuchung andererseits, um des lieben Friedens willen einfach aufzugeben.
Also ging es mir nicht besonders gut, als ich in einer Pause etwas abseits stehend mich plötzlich zu fragen begann, warum es mich überhaupt gab.
Was half es mir, zumindest im Groben zu wissen, wohin ich wollte, wenn ich mich dann doch immer wieder nur nach den anderen richtete?
Ich merkte, dass ich genug hatte.
Genug davon, mich anzupassen und dabei doch immer irgendwie zu scheitern, genug davon, es anderen auf meine Kosten recht machen zu wollen, und noch viel mehr als genug davon, mich letztendlich dann doch wieder nur auf das zu beschränken, was andere für erstrebenswert hielten.
Es war Zeit, eigene Wege zu gehen.
Und plötzlich wusste ich, was zu tun war.
Ich musste mein Leben wählen anstatt einfach nur ein Leben!
Und zum ersten Mal, seit ich denke konnte, fühlte ich mich frei.
Nach diesem Urlaub kehrte ich gerne nach Deutschland zurück und sah von da ab meinem Aufenthalt in der Klinik noch zuversichtlicher entgegen als zuvor.
Als der Tag der Einweisung dann endlich gekommen war, machte ich mich voller Enthusiasmus in Richtung Süden auf und war gespannt, welche Möglichkeiten der Meisterung sich mir in den folgenden Wochen bieten würden. Einmal in der Klinik angekommen stellte ich überrascht fest, welch besonderer Ort eine Einrichtung wie diese war, denn einem Mikrokosmos gleich galten dort ganz eigene Gesetze, ja es existierte sogar eine gewisse Form hierarchischer Ordnung.
Banalitäten des normalen Alltags schwangen sich in dieser abgeschiedenen Atmosphäre zu wahren Dramen auf und wirkliche Tragödien gehörten mit einer ebenso großen Selbstverständlichkeit zur tagtäglichen Routine wie der Gang zur Medikamentenausgabe, dem ich mich konsequent verweigerte.
In den folgenden Wochen durchlief ich also eine Vielzahl von Therapien und analysierte mein Leben. Ich lernte über mich und meine Probleme zu sprechen und endlich wieder normal zu essen.
Doch so sehr ich mich in meinen Anstrengungen auch bemühte, von wirklichem Sinn und einem Leben in Erfüllung vernahm ich in all diesen Stunden der Beschäftigung mit mir selbst wenig. Selbst mein Versuch, durch konkretes Ansprechen tiefergehende Weisheiten für mich zutage zu fördern, scheiterte kläglich.
Es dauerte nicht lange, bis ich verstand, dass ich hier auch nicht weiterkam und es in einer Klinik wie dieser leider wenig Konstruktives für ein Leben in der von mir angestrebten Individualität zu finden gab.
Also trennten sich unsere Wege und ich machte mich auf, mein Glück woanders zu suchen.
Meine Suche nach Erfüllung führte mich – wie bereits in der Klinik geplant – erst einmal zurück nach Afrika. Denn inspiriert durch jene wunderbare Erfahrung in der Wüste, hatte ich es mir in meiner Suche nach Sinn nun zum Ziel gesetzt, die nächsten beiden Semester meines Hauptstudiums irgendwo dort zu absolvieren.
Einem Zufall war es geschuldet, dass meine Wahl auf Kapstadt fiel.
Also organisierte ich mir ein speziell dafür ausgelobtes Stipendium, vermietete meine Wohnung in Regensburg, packte meine Koffer und war kurze Zeit später weg.
Die Realität meiner Entscheidung holte mich ein, als ich mich in einem winzigen Zimmer unmittelbar neben Bahngleisen sitzend wiederfand. Weder die meterhohen Mauern noch der darauf drapierte Stacheldraht konnten ein Gefühl der Sicherheit in mir wachrufen und auch die gelblich-blauen Kalkablagerungen im Bad erleichterten mir das Einleben nicht sonderlich.
Hinzu kam, dass sich mancher Professor trotz meines Stipendiums und einiger Gespräche hartnäckig weigerte, mich zu den von mir angemeldeten Kursen zuzulassen. Auch tat ich mich vor allem anfangs schwer, mich in diesem neuen und noch ungewohnten Umfeld zurechtzufinden, und musste mich bei all dem Herumgerenne auch noch mit einem äußerst schmerzhaften Sonnenbrand herumschlagen, den ich mir in Unterschätzung der Kraft der afrikanischen Sonne bei einem meiner Ausflüge aus Unachtsamkeit zugezogen hatte.
Am anderen Ende der Welt und allein auf mich gestellt begann ich mich zu fragen, ob ich es in meinem Streben nach Befreiung nicht doch etwas übertrieben hatte.
Ernsthafte Zweifel bemächtigten sich meiner.
Doch gerade, als diese es sich in meinem Inneren gemütlich machen wollten, meldete sich erneut mein Wille zu Wort und überschwemmte mein Bewusstsein mit Erinnerungen an meine Zeit in der Wüste.
Aufgeben war keine Option für mich!
Und so beschloss ich, mich nicht unterkriegen zu lassen, und trat die Flucht nach vorne an.
Als Ersatz für meinen Mietwagen kaufte ich mir ein schickes und vor allem auch schnelles Auto, mietete ein Penthouse mit Blick auf den Tafelberg und erwirkte für das kommende Semester einen Wechsel an die benachbarte Universität von Stellenbosch. Ich organisierte mir mit dem Tauchen ein Hobby, das mich erfüllte, verbrachte meine Freizeit mit Gleichgesinnten und baute mir so innerhalb kürzester Zeit einen für meine Verhältnisse recht stattlichen Freundeskreis auf, in dem ich mich überaus wohl und geborgen fühlte.
Damit nun vollständig in den Alltag der Menschen vor Ort integriert und ausgestattet mit den richtigen Kursen für meinen Studienabschluss zu Hause, war für mich der Knoten geplatzt, und die sich daran anschließenden Monate wurden die glücklichsten meines Lebens.
Mein Vorankommen in der Karriere – bis dahin der Hauptgrund meines Aufenthalts – rückte dabei immer häufiger in den Hintergrund und mit Begeisterung und großem Engagement widmete ich mich dem Reisen und Tauchen.
Doch so heilsam diese vielen herausragenden Tage in Afrika auch waren, irgendwann kam der Moment, an dem ich wusste, dass es Zeit war, weiterzuziehen.
Zwar liebte ich diesen Kontinent mit all dem wunderbar Menschlichen und genial Improvisierten, mit dieser einzigartigen Natur und seiner unvergleichlichen Ursprünglichkeit – doch leider gehörte ich nicht hierher.
Ich wusste, dass ich zurück nach Hause musste, zurück zu meinem eigentlichen Leben, in dem es nun meine Aufgabe wurde, dieses unfassbare Gefühl durchdringenden Glücklichseins erneut für mich zu verwirklichen.
Ohne große Wehmut und mit dem festen Vorsatz, irgendwann noch einmal zurückzukehren, packte ich nach diesem Jahr erneut meine Koffer und machte mich auf den Heimweg.
Meine Ankunft in Deutschland geriet etwas holprig, denn inzwischen an afrikanische Langsamkeit gewöhnt stellten mich bereits die auf Effizienz getrimmten Abläufe eines europäischen Flughafens vor ungeahnte Herausforderungen.
Doch ich blieb fest in meinem Vorsatz, frohen Mutes zu sein, und ließ mir nichts anmerken.
In der Hoffnung, jenes in Afrika gefundene Glück auch weiterhin für mich aufrechterhalten zu können, startete ich motiviert in meinen Alltag. Unter Anrechnung der von mir in Afrika erbrachten Leistungen machte ich mich nun daran, mein Studium möglichst unkompliziert abzuschließen und bemühte mich bei der Abschlussarbeit sehr.
Aufrichtig überzeugt, mit meinem Start in den Job meinem Leben nun wirklich einen Sinn geben zu können, entschied ich mich für den Beruf der Unternehmensberaterin, glaubte ich so doch, im Wirtschaften unserer Zeit einen Unterschied machen zu können.
Also bewarb ich mich in diesem vermeintlich auf Entwicklung ausgerichteten Bereich unserer Wirtschaft und freute mich sehr, als dies erfreulicherweise recht schnell Erfolge zeitigte.
Doch das große Glück, das ich dort für mich vermutet hatte, blieb aus, ja es schien dort sogar nicht einmal im Ansatz zu existieren.
Und so wurde das, was in meiner Vorstellung eines Strebens nach Sinn einst so schön begonnen hatte, zu einem Albtraum kapitalistischer Hartherzigkeit sowie moralischer Verwerflichkeit.
Für mich brach eine Welt zusammen!
Denn alles, was ich bisher als Ziel meiner Entwicklung betrachtet hatte, zerfiel unter meinen Augen zu Staub. Zum ersten Mal in meinem Leben verstand ich, dass es keinen Sinn machte, sich im Außen zu verwirklichen. Denn dies führte zu nichts.
Ich musste tiefer blicken, in mein Inneres sehen.
Und genau dies hatte ich vor nun zu tun.
Meine Suche nach Verwirklichung führte mich also erneut auf Wanderschaft und dabei stieß ich (wenig überraschend) auf jene Welt der Glaubens- und Religionssysteme, die diesen anderen Blick auf sich selbst und somit auch auf die Welt seit jeher für sich reserviert zu haben schienen.
Um in diesem Dschungel aus Angeboten nicht von Anfang an den Überblick zu verlieren oder gar bei meiner Suche in Ecken gedrängt zu werden, aus denen ich mich nur schwerlich wieder würde befreien können, konzentrierte ich mich deshalb auf die eher konservative Sparte dieses überaus reichen Betätigungsfeldes.
In meinem Bemühen wie immer zielstrebig, zeitigten meine Anstrengungen auch bald schon erste Erfolge und ich wurde auf Vipassana aufmerksam, einer bis heute unverfälscht erhaltenen Meditationsmethode buddhistischen Ursprungs, die frei von religiösem Dogma in einem Zentrum auch hier in Deutschland gelehrt werden sollte – und das zudem kostenlos.
Froh, damit einen einfachen Einstieg in mein Vorhaben gefunden zu haben, meldete ich mich bereits kurze Zeit später zu einem der dort angebotenen 10-Tages-Kurse an und machte mich auf den Weg nach Thüringen.
Kaum war ich im Zentrum angekommen und hatte mein Auto geparkt, teilte man mich relativ unkompliziert einem Mehrbettzimmer zu.
Handys, Bücher, Schreibzeug oder Laptops – kurz jede Form der Ablenkung – waren untersagt und wurden freundlich, aber bestimmt einkassiert.
Am selben Abend noch ging es los und ich bekam – ausgestattet mit gemütlicher Kleidung, Kissen und Decken – einen Platz in der Meditationshalle zugewiesen.
Diese war in ihrer Ausstattung angenehm hell und mit blauen, einen Quadratmeter großen Kissen ausgelegt. Die Kissen selbst boten dabei nur wenig Freiraum, denn zwischen ihnen war gerade genug Platz, um einen Fuß vor den anderen setzend durch die Reihen gehen zu können.
Wie ein Gartenzwerg in seiner Schachtel saß ich also mit all den anderen voller Vorfreude auf meinem Platz und wartete auf die Einweisung: Aufstehen um 4:30 Uhr, jeden Tag zehn Stunden meditieren, ausschließlich vegetarisches Essen, ein den Tag abschließender Vortrag am Abend, Schweigen bis einschließlich Tag neun und um zehn Uhr gingen die Lichter aus.
Erleuchtung war wohl wirklich kein Ponyhof!
