Mein Wildkräuterbuch - Monika Wurft - E-Book

Mein Wildkräuterbuch E-Book

Monika Wurft

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Beschreibung

Wildkräuter statt Unkräuter: In diesem Buch finden Sie 30 der besten Wildkräuter und Wildfrüchte. Das Besondere: Monika Wurft, erfahrene Kräuterpädagogin, weiß, welche Fragen Einsteiger haben. Sie porträtiert jede Wildpflanze ausführlich - so brauchen Sie zum Erkennen und Nutzen der Wildkräuter nur dieses eine Buch. Die Bestimmung der Pflanzen wird mit genauen Beschreibungen und zahlreichen Detailfotos kinderleicht. Heilpflanzenwissen, Natur- und Gartentipps, Hinweise zur Ernte, zur Verwendung in der Küche und feine Rezepte, dazu über 200 Fotos - nützlicher geht es nicht! Kommen Sie mit zur Kräuterwanderung und lernen Sie Löwenzahn, Spitzwegerich, Schlehe & Co. näher kennen.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 146

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Monika Wurft

MEINWILDKRÄUTERBUCH

30 essbare Pflanzen entdecken, sammeln & genießen

Das steckt im Buch

Mein Weg zu den Wildkräutern

Tipps und Tricks

30 Wildkräuter

Blütenfarbe

Vogelmiere

Garten-Schaumkraut

Gänseblümchen

Knoblauchsrauke

Wiesen-Labkraut

Schafgarbe

Bärlauch

Taubnessel

Giersch

Bärwurz

Wiesen-Bärenklau

Mädesüß

Schlehe

Schwarzer Holunder

Vogelbeere

Scharbockskraut

Löwenzahn

Johanniskraut

Nachtkerze

Königskerze

Gundermann

Sauerampfer

Rotklee

Echter Dost, Oregano

Hundsrose

Wegwarte

Spitzwegerich

Kleiner Wiesenknopf

Große Brennnessel

Hopfen

Service

Zum Weiterlesen

Mein Weg zu den Wildkräutern

Wildkräuter sind für mich zum Wegbegleiter geworden. Sie wachsen in unseren Gärten, auf unseren Wiesen und begegnen uns in der Natur auf Schritt und Tritt. Mein Großvater brachte Waldmeister mit nach Hause und hatte seine geheimen Bärlauch-Plätze. Meine Mutter bereitete einen „Rund-ums-Haus-Salat“ von der Wiese zu. Das Johanniskrautöl meiner Großmutter stand immer griffbereit in unserer Hausapotheke. Und trotzdem waren in meiner Kindheit Gartenarbeiten wie das Jäten im Hausgarten mit mehr Frust als Lust verbunden.

Als ich dann meinen eigenen Garten bewirtschaftete und bemerkte, wie gut diese sogenannten „Unkräuter“ für die Ernährung und als Heilpflanze genutzt werden können, wandelte sich meine Einstellung zu ihnen völlig. Heute dürfen Giersch und Gundermann wachsen und blühen und die Brennnessel wird genauso gebraucht wie der Löwenzahn. Sie sehen schön aus, liefern Nahrung für Insekten und bieten uns so viel. Man braucht nur zuzugreifen und aus Frust wird endlich Lust!

Mit diesem Buch möchte ich Sie für diese Wildkräuter begeistern. Ich stelle ihnen 30 Wildpflanzen, die häufig zu finden sind, detailliert vor. Das Besondere an diesem Buch ist, dass Sie zu jeder Pflanze sehr viele Informationen in der Hand halten und nicht mehrere Quellen befragen müssen. Meine eigenen Fotos begleiten diese Mischung aus Pflanzenbestimmung, Heilpflanzenwissen, Geschichten und Tipps rund um Wildpflanzen einschließlich kulinarischer Verwendung sowie Natur- und Gartentipps. Wichtig sind mir die praktischen Hinweise zur Ernte und die leicht umsetzbaren Rezepte und Ideen. Es soll für Sie ganz leicht sein, die Wildkräuter für sich zu nutzen.

Als Hauswirtschaftsleiterin interessiere ich mich schon berufsbedingt für gesunde Nahrungsmittel und ihre wertvollen Inhaltsstoffe. Die Qualifizierung zur Kräuterpädagogin brachte mich den heimischen Wildpflanzen noch näher. Darüber hinaus arbeite ich als Schwarzwald-Guide und fühle mich in der Region verwurzelt.

Viele interessante Begegnungen mit Menschen bei meinen Kräuterführungen, Wildkräuterkochkursen, Kräuterseminaren und Vorträgen haben mich schon 2012 veranlasst, das Buch „Wildkräuter als Wegbegleiter“ zunächst mit 14 Pflanzen im Eigenverlag herauszubringen. Das Interesse war sehr groß, und der Verlag Eugen Ulmer hat mir bei einer Begegnung an einem meiner Wildkräutervorträge Mut gemacht: Darum habe ich mich dazu entschlossen, dieses neue Buch mit 30 Wildpflanzenarten auf den Weg zu bringen. Bedanken möchte ich mich bei allen, die mich dabei unterstützt haben: Bei meiner Familie, ganz lieben Kolleginnen, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern meiner Kräuterveranstaltungen und besonders bei Ina Vetter vom Verlag Eugen Ulmer.

Ich freue mich über diese zweite Auflage und wünsche Ihnen viel Freude mit den Wildkräutern als Wegbegleiter!

Tipps und Tricks zu Wildkräutern

Bewusst habe ich für dieses Buch 30 häufig vorkommende Wildpflanzen ausgewählt, die Sie mit Sicherheit einfach entdecken können. Damit Sie sich gut zurechtfinden, sowohl im Buch als auch bei der Suche nach Wildkräutern in der Natur, habe ich hier einige praktische Informationen für Sie zusammengestellt.

Sommerliche Kräuterernte: Die Schafgarbe lädt ein.

Die 30 Wildpflanzen in diesem Buch sind nach Blütenfarben, von Weiß über Gelb und Rosa / Violett / Blau bis Grün / Braun und innerhalb einer Blütenfarbe nach ihrem Erscheinen vom frühen Frühjahr bis zum späteren Sommer sortiert. Auch die Wildfrüchte, ob rot oder schwarz, habe ich nach den Farben ihrer Blüten eingeordnet.

Die Rezepte bestehen ganz bewusst aus regionalen Zutaten und sind leicht nachzumachen. Sie lassen sich aber auch gut variieren und sollen Ihnen Raum für Kreativität geben. Mein Tipp: Versuchen Sie, Ihre familieneigenen Lieblingsrezepte mit Wildkräutern zu erweitern – das bringt ganz neue Geschmackserlebnisse.

Wo erntet man am besten?

Am einfachsten ist es natürlich, wenn Sie die Wildkräuter in Ihrem direkten Wohnumfeld sammeln können: Rund ums Haus oder im eigenen Garten. Dazu gibt es bei den einzelnen Pflanzenporträts spezielle Natur- und Gartentipps. Falls das nicht möglich ist, können Sie sich in der Umgebung umschauen. Auf Wiesen und an Waldrändern werden Sie viele Arten finden – achten Sie darauf, dass Sie nicht an Hundestrecken oder in der Nähe gespritzter Felder ernten. Manche Wiesen werden extensiv genutzt, also nicht gedüngt oder beweidet, um sie als Freifläche zu erhalten – hier gibt es eine größere Artenvielfalt. Hören Sie sich um, fragen Sie bei den Gemeinden, bei Obst- und Gartenbauvereinen und bei Landwirten und Förstern nach – oder gehen Sie einfach auf Wanderschaft und entdecken sie die besten Plätze für sich.

Was kann geerntet werden?

Ernten Sie nur, was Sie sicher erkennen. Wenn Sie bei der Bestimmung unsicher sind, fragen Sie jemanden, der sich auskennt, verwenden Sie ein gutes Bestimmungsbuch oder, noch besser, schließen Sie sich einer Kräuterführung an.

Die in diesem Kräuterbuch beschriebenen Pflanzen sind häufig und stehen nicht unter Naturschutz. Trotzdem ist nachhaltiges Ernten wichtig, um die Bestände zu schonen.

Wie ernte ich nachhaltig?

Ernten Sie nur, was Sie für ihren Eigenbedarf brauchen. Lassen Sie jeder Pflanze immer genügend Reserven, um ihr weiteres Wachstum und ihre Vermehrung nicht zu stören. Graben sie aus diesem Grund auch keine Pflanzen mit Wurzeln aus, sondern beschränken sie sich gerade bei der Wurzelernte auf Pflanzen in Ihrem Garten. Löwenzahnwurzeln, wie später in einem traditionellen Rezept beschrieben, können in Ihrem Garten sicher zur Genüge geerntet werden. Andere Pflanzen, die Sie für die Wurzelernte nutzen wollen, pflanzen Sie am besten gezielt an, wie zum Beispiel die Wegwarte. Schlagen Sie Ihre Kräuterernte zum Heimtransport in feuchte Tücher ein, damit sie frisch bleibt. Transportiert wird sie am besten luftig in Stoffbeuteln oder in einem Korb, nicht in Plastiktüten.

So werden Kräuter zum Teegenuss.

Der beste Erntezeitpunkt

Weil einige Arten sogar im Winter vorhanden sind, können Sie frische Wildkräuter das ganze Jahr über sammeln. Zur Blütezeit haben duftende Kräuter wie Dost und Gundermann über Mittag den höchsten Gehalt an ätherischen Ölen, denn durch das Verdunsten dieser Stoffe entsteht Kälte, die die Pflanzen vor Überhitzung schützt. Achten Sie bei der Ernte auf einen hohen Gehalt an Inhaltsstoffen, vor allem wenn Sie die Pflanzen für den Wintervorrat trocknen wollen. Nach längeren Regenperioden warten Sie einfach einige Tage Sonnenschein ab, da die Produktion von Wirkstoffen in der Pflanze erst wieder hochgefahren werden muss.

Das Trocknen

Gut und sicher trocknen Sie Ihre Pflanzen drinnen. Direkte Sonneneinstrahlung ist zu intensiv, das Trockenmaterial würde innerhalb kurzer Zeit schwarz und unbrauchbar werden. Legen sie die Kräuter locker und von unten belüftet aus. Die Blätter werden von den Stängeln gestreift, aber ganz gelassen. Das sichert einen schnellen Trocknungsprozess und verhindert einen Rückfluss der Inhaltsstoffe in die Stängel. Details zu den einzeln Pflanzen finden Sie unter der Rubrik Ernten.

Tee herstellen

Die Rezepte in diesem Buch beziehen sich vorwiegend auf die getrockneten Pflanzenteile, da sie oft über einen längeren Zeitraum oder im Winter gebraucht werden. Wenn Sie die Pflanzen im frischen Zustand direkt verwenden, empfiehlt sich meist die doppelte Menge. Genaue Angaben zur Teeherstellung finden Sie bei den jeweiligen Wildkräutern.

FÜR EINEN VOLLENDETEN TEEGENUSS werden die getrockneten Kräuter erst kurz vor der Teezubereitung in entsprechender Menge zerkleinert. So bleiben die Inhaltsstoffe so lang wie möglich im Blatt und verflüchtigen sich nicht. Das Teewasser zum Kochen bringen und die Kräuter mit nicht mehr kochendem Wasser übergießen. Da die ätherischen Öle leicht verdampfen, sollte man den Tee immer zugedeckt ziehen lassen, um den am Deckel kondensierten Wasserdampf in den Tee abtropfen zu lassen.

Vogelmiere

Stellaria media

HÖHE: 5 bis 10 cm

BLÜTEZEIT: März bis Oktober

SAMMELKALENDER:

GANZE PFLANZE: ganzjährig

Jan

Feb

Mär

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Von links nach rechts: Haarleiste am Stängel | behaarte kleine Knospe | 5 Blütenblätter, die aussehen wie 10.

Kleine Pflanzenkunde

Überall ist die anpassungsfähige und robuste Vogelmiere aus der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae) zu finden. Sie wächst in Gärten und Parks, auf Äckern und Waldlichtungen, vorzugsweise auf bearbeiteten, offenen Böden und besonders gut auf nährstoffreichen Flächen. Von Region zu Region ist sie unter verschiedenen Namen wie Hühnerdarm, Hühnermiere, Vogelkraut oder Vogelbiss bekannt. Wie ein Netz überwächst dieser stark verästelte Bodendecker ganze Gartenbeete, wenn man ihn lässt.

Gut zu erkennen ist die Vogelmiere an ihren sattgrünen, eiförmigen Blättchen und den kleinen, leuchtend weißen, sternförmigen Blüten. Bei einem flüchtigen Blick werden meist zehn Blütenblätter gezählt. Wer genau hinschaut erkennt jedoch, dass es sich nur um fünf Blütenblätter handelt, die fast bis zum Grund geteilt sind. Die runden fadenartigen Stängel mit der charakteristischen Haarleiste strecken sich von der Hauptwurzel aus in alle Richtungen. Entlang der Haarleiste werden Tautropfen zu den Wurzeln geleitet. Wenn man an den am Boden liegenden Stängeln zieht, zeigt sich ihre Zähigkeit – man hat dann gleich die ganze Wurzel mit in der Hand.

Die Vogelmiere ist ein Archäophyt, das heißt sie erschloss sich vor 1492 (also vor den Entdeckungsreisen des Christoph Columbus) durch den Einfluss des Menschen neue Lebensräume und dehnte ihr Verbreitungsgebiet aus. Dies hängt mit dem Beginn des Ackerbaus zusammen. Neophyten nennt man all die Pflanzen, die sich nach 1492 ausbreiteten, wie das Indische Springkraut und der Japanische Staudenknöterich.

Was steckt drin?

Gut zu wissen, dass die Vogelmiere wesentlich mehr Kalzium, Kalium, Magnesium und Eisen enthält als Kopfsalat, ein willkommener Vitamin-A, -C- und -B-Lieferant ist und darüber hinaus Saponine, Schleimstoffe, Flavonoide, Kieselsäure und Gamma-Linolensäure bietet. In der Volksheilkunde wird die Vogelmiere wegen ihrer verdauungsfördernden, harntreibenden und schleimlösenden Wirkung unter anderem bei Husten, Verdauungsbeschwerden und Blasenproblemen eingesetzt. Äußerlich kommt Vogelmieretee als Umschlag oder Waschung bei Verbrennungen, Hautentzündungen und Wunden zum Einsatz, weil er kühlend, entzündungshemmend und juckreizlindernd wirkt.

ZUR TEEHERSTELLUNG 2 TL frische Vogelmiere mit ¼ l kochendem Wasser übergießen, 5–10 Minuten ziehen lassen, abseihen und 2-mal täglich 1 Tasse warm trinken. Bei Husten ist eine Kombination mit Spitzwegerichblättern empfehlenswert.

Natur- und Gartentipp

Die widerstandsfähige Vogelmiere findet man fast in jedem Garten. Sie breitet sich wie von Zauberhand aus und lässt sich auch von Minusgraden und einer Schneedecke nicht abschrecken. Viele kennen sie nur als Vogelfutter für Käfigvögel. Zu neuem Glanz erstrahlt sie aber, wenn man bedenkt, dass mit ihr ein gesundes Wildkraut ganzjährig zur Verfügung steht. Als essbare Mulchdecke im Garten schlägt sie zwei Fliegen mit einer Klappe, da sie den Boden vor Austrocknung im Sommer und starker Kälteeinwirkung im Winter schützt. Auch als besonderer Unterbewuchs in Blumentrögen leistet sie gute Dienste. Zudem ist sie mit ihren vielen Kapselfrüchten eine ergiebige Futterquelle für Wildvögel.

Vogelmiere wächst als Bodendecker.

Ernten

Vogelmiere kommt oft in flächendeckenden Beständen vor. Meist sind mehrere Pflanzen miteinander verwachsen und man erntet sie am besten in ganzen Büscheln. Da sich die Wurzel leicht mit herausziehen lässt, verwenden Sie zur Schonung der Bestände besser eine Schere.

Kulinarisch

Vogelmiere erinnert mit ihrem mildwürzigen Geschmack an rohe Maiskolben. Sie setzt Akzente in Spinat, Suppen, Gemüsegerichten, „Grünen Brötchen“ (siehe unten), Kräuterbutter, Pfannkuchen (siehe Bärlauch), Pestos und Smoothies. Für die Kräuterküche werden die abgeschnittenen Büschel komplett verwendet und kreuz und quer klein geschnitten.

Grüne Brötchen

2 Handvoll Vogelmiere, ¼ l Buttermilch oder Milch, 500 g Mehl, 20 g Hefe, 100 g Butter, Salz

Vogelmiere waschen, klein schneiden und in der Milch pürieren. Diese Milch mit den übrigen Zutaten zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Kleine Brötchen formen, mit dem Messer einschneiden und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech setzten. 20 Minuten gehen lassen. Dann bei 200 °C etwa 20–25 Minuten im Backofen backen.

Grüne Brötchen

TIPP: Die Brötchen vor dem Backen mit Wasser bepinseln und mit zerstoßenen Samen von Knoblauchsrauke, Sauerampfer oder Giersch bestreuen.

Kartoffelgratin „Wiesenglück“

2 Handvoll Wildkräuter wie Vogelmiere, Brennnessel, Sauerampfer, Löwenzahn oder Schafgarbe, 500 g Kartoffeln, 1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, Salz, Pfeffer, Muskatnuss, Butterflöckchen FÜR DEN GUSS: 2 Eier, 1 Becher saure Sahne, Salz, Pfeffer, 80 g geriebener Käse Kartoffeln schälen, in dünne Scheiben schneiden und würzen. Wildkräuter verlesen, waschen und fein hacken. Zwiebel und Knoblauchzehe schälen, ebenfalls fein hacken. Alle Zutaten schichtweise in eine gefettete Auflaufform legen. Für den Guss Eier, Sahne und Gewürze miteinander verrühren und über die Kartoffelmischung gießen. Die Butterflöckchen darauf verteilen und bei 200 °C im Backofen 40 Minuten backen. Den Käse kurz vor Ende der Garzeit über das Gratin streuen und dieses fertigbacken.

TIPP: Dazu passt ein Wildkräutersalat (siehe Königskerze, Seite 95) sehr gut.

Garten-Schaumkraut

Cardamine hirsuta

HÖHE: 5 bis 25 cm

BLÜTEZEIT: März bis Juni

SAMMELKALENDER:

GANZE PFLANZE: September bis Mai

Jan

Feb

Mär

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Von links nach rechts: Blattrosette mit Blütenknospen | unpaarig gefiederte Blätter | Blüten mit 4 Blütenblättern | Blüten und „Schleuderschoten“

Kleine Pflanzenkunde

Mit dem schmackhaften Garten-Schaumkraut, auch Viermänniges, Vielstängeliges oder Behaartes Schaumkraut genannt, wird die Wildkräuterküche vom Herbst bis in den Frühling bereichert. Besonders im zeitigen Frühjahr fällt es auf dem Ackersalat-Beet ins Auge. Mit einer Größe von 5–15 cm überziehen die kleinen Rosetten schnell den ganzen Garten. Vom Aussehen her erinnert es an Brunnenkresse im Kleinformat. Jedes Blatt ist unpaarig gefiedert, das heißt, es setzt sich aus sechs bis acht Einzelblättchen zusammen und schließt am Ende mit einem größeren Einzelblatt ab. Aus der Mitte der Rosette sprießt ein kleiner Blütenstängel, der zahlreiche Blüten mit vier über Kreuz angeordneten, weißen Blütenblättern trägt. Auffallend sind die reifen Samen, die bei Berührung aus ihren Schoten geschleudert werden, um sich so neue Standorte zu erschließen.

Das Garten-Schaumkraut gehört mit seinem kresseartigen Geschmack zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) und ist mit Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata), Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis) und Brunnenkresse (Nasturtium officinale) eng verwandt. Seit den 1960er Jahren macht es sich überall auf offenen Böden breit. Erfahrene Gärtner sind sich einig: „Diese Pflänzchen gab es früher nicht in unseren Gärten!“ Es liegt die Vermutung nahe, dass es durch Versandgärtnereien und Baumschulen ungewollt verbreitet wurde, wobei ihm der zunehmende Stickstoffeintrag in unsere Böden zugutekommt.

Wer das Garten-Schaumkraut bisher als Unkraut betrachtet hat, kann sich entspannt zurücklehnen und den Dingen seinen Lauf lassen. Auszupfen und aufessen ist die Devise! Wer es bisher gar nicht weiter beachtet hat, bekommt vielleicht Lust darauf, zu ernten ohne zu säen.

Was steckt drin?

In der Volksheilkunde wird Garten-Schaumkraut ähnlich wie Brunnenkresse und Wiesen-Schaumkraut verwendet. Es enthält wie diese Senfölglykoside, die für seinen leicht scharfen Geschmack zuständig sind. Durch seine Scharfstoffe, Bitterstoffe, Mineralstoffe und viel Vitamin C ist das schmackhafte Garten-Schaumkraut eine gesunde Bereicherung des Speiseplans und gleichzeitig zur Anregung der Verdauung, bei rheumatischen Beschwerden, Krankheiten der Atemwege und zur Stimulierung des Immunsystems wertvoll. Nicht von ungefähr entwickelt man gerade im zeitigen Frühjahr einen regelrechten Heißhunger auf etwas Grünes und Scharfes, dem man unbedingt nachgeben sollte.

Natur- und Gartentipp

Beinahe in jedem Garten macht sich das Garten-Schaumkraut breit. Nicht nur im zeitigen Frühjahr, sondern auch im Herbst kann es fast nahtlos bis in die nächste Kräutersaison geerntet werden. Es wird schnell zum „Lieblings-Unkraut“, wenn man bedenkt, dass diese leckere und gesunde Bereicherung des Speiseplans ganz von selbst heranwächst. Ein Loblied auch den Senfölglykosiden, denn sie schmecken Schnecken nicht! Werden mit zunehmender Bodenwärme viele ausgesäte oder angepflanzte Nutzpflanzen von gefräßigen Schnecken niedergemacht, bleibt das Garten-Schaumkraut verschont.

Üppig blühendes Garten-Schaumkraut

Ernten

Zur Ernte werden die jungen zarten Rosetten mit dem Messer, wie man es von der Ackersalat-Ernte her kennt, abgeschnitten. Bleiben die Wurzeln im Boden, wachsen die Pflanzen rasch wieder nach. Das Garten-Schaumkraut kann im Frühjahr und nochmals im Herbst geerntet werden. Die Knospen- bzw. Blütenstände und sogar die Blütenstängel – solange sie noch nicht zäh sind – werden mitverwendet.

Kulinarisch

Für die Wildkräuterküche sind senfölhaltige Frühlingskräuter wie das Schaumkraut eine geschmackliche Bereicherung. Garten-Schaumkraut kann mit Ackersalat und anderen Wintersalaten kombiniert werden. Allein oder mit anderen Kräutern gehackt, macht es sich gut als Brotbelag, zu Käse, in Kräuterquark und Kräuterbutter, als Würze in Suppen, Eintöpfen, Pestos, Smoothies und im Kartoffelsalat.

Grüne Smoothies

1 Handvoll erste zarte Wildkräuter wie Garten-Schaumkraut, Vogelmiere, Wiesenknopf, Schafgarbe oder Löwenzahn, ¼ l Fruchtsaft, etwas klein geschnittenes Obst wie z. B. Apfel oder Birne

Die gewaschenen und grob gehackten Kräuter werden mit allen anderen Zutaten in einem Mixer so lange gemixt, bis ein cremiger Trunk entstanden ist.

TIPP: Dieses Rezept kann mit Kräutern, Obst und Beeren je nach Jahreszeit variiert werden.

Grüne Smoothies

Garten-Schaumkraut mit Frischkäse

1 Handvoll Garten-Schaumkraut, 100 g Frischkäse, etwas Öl, Salz, Pfeffer

Gewaschene und grob gehackte Blättchen des Garten-Schaumkrauts mit dem Frischkäse vermischen und mit den restlichen Zutaten abschmecken.

TIPP: Zum Beispiel auf einer Scheibe getoastetem Brot mit einigen Blättchen dekoriert servieren.

Kräuterquark

2 Handvoll Kräuter wie Garten-Schaumkraut, Giersch, Löwenzahn, Wiesenknopf, Sauerampfer oder Vogelmiere, 250 g Quark, etwas Joghurt oder Olivenöl, 1 Knoblauchzehe, Kräutersalz, Pfeffer

ALS DEKO: Gänseblümchen

Die Kräuter waschen, verlesen, trockenschleudern und fein hacken. Den Quark mit Joghurt oder Olivenöl glatt rühren. Die Kräuter unter den Quark mischen, mit den Gewürzen abschmecken und mit Gänseblümchen dekoriert servieren.

TIPP: Schmeckt gut zu Pellkartoffeln oder auf frisch gebackenen „Grünen Brötchen“ (siehe Seite 15).

Gänseblümchen

Bellis perennis

HÖHE: 5 bis 15 cm

BLÜTEZEIT: Februar bis November

SAMMELKALENDER:

BLÄTTER: