Meine Reise - Dirk Prager - E-Book

Meine Reise E-Book

Dirk Prager

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Beschreibung

Der Autor erlitt mit 28 Jahren aus heiterem Himmel einen schweren Herzinfarkt und entschloss sich daraufhin, sein Leben zu verändern. Er kündigte seinen Job, räumte seine Wohnung aus und brach auf, um Abenteuer zu erleben. So kam es, dass er durch zwanzig Länder reiste und dort weißen Haien, Löwen, Gorillas, Walhaien und den größten Echsen der Erde in die Augen schaute, sich ein Boot kaufte, damit hunderte von Kilometern über den Mekong fuhr, durch Höhlen krabbelte und auf Berge stieg. Außerdem fuhr er auf der gefährlichsten Straße der Welt, lief tagelang durch tiefste afrikanische Wildnis, war an einem der heißesten Orte auf der Welt und fuhr tausende Kilometer mit seinem Fahrrad. Begleitet wurde er dabei stets von seiner Kamera, mit der er auf seiner Reise beeindruckende Bilder schoss, von denen er einige, neben seinen Erlebnissen, auf über 250 Seiten zeigt. Neben seinen Erlebnissen beschreibt er die genaue Planung seiner Weltreise und geht dabei auch auf die Bereiche Ausrüstung, Organisation und Kosten ein.

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Seitenzahl: 347

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Für meine Familie

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Planung meiner Weltreise

Die Route

Verträge kündigen

Haushalt auflösen

Versicherungen

Die Ausrüstung

Die Heimatbasis

Zahlen, Daten, Fakten

Zahlen, Zahlen, Zahlen

Kosten

Die Reise kann beginnen

Südafrika

Der weiße Hai

Der König der Löwen

Olifants River Backpacktrail

Die ersten Probleme

Laos

Mei of the Mekong - Bootstrip

Zurück in den Norden

Vietnam

Hanoi

Halong Bay

Hoi An

Ho Chih Minh City

Thailand

Back in Phuket

Floating Bungalows

Tauchen

Der Affenberg

Kambodscha

Auf den Spuren von Indianer Jones - Angkor Wat

Zombiefrau

Siem Reap

Auf die Ladefläche

Horror-Busfahrt

Phnom Penh

Indonesien

Bali

Die Gilis

Die letzten Drachen - Komodowarane

Abenteuer Unterwasserwelt

Philippinen

Die geflügelten Gladiatoren

Abenteuer Walhai

Armut auf Reisen

Neuseeland

Roadtrip

Bruch & Verlust

Umsteigen

Sternenhimmel

Was macht man in Neuseeland? Wandern!

Mit anderen reisen

Namibia & Botswana

Etosha Nationalpark

Das Volk der San

Khaudum Nationalpark

Den Elefanten ganz nah

Mosi-oa-Tunya - Viktoria Fälle

Chobe Nationalpark

Mit dem Mokoro in die Wildnis

Mit dem Flugzeug übers Okavango Delta

Central Kalahari Game Reserve

Ab in die Wüste

Festgefahren

Sandboarden

Uganda

Autofahren in Uganda

Die Nshongi Gorilla Familie

Schulbesuch

Queen Elizabeth Nationalpark

Die Affen sind los

Brasilien

Rio de Janeiro

Ihla Grande

Paraty

Bolivien

El camino a los yungas - die Todesstraße

Knast ohne Wärter

Salar de Uyuni

Schon wieder Copacabana

Die Insel der Sonne

Peru

Die Inkastadt

Im Herzen des Amazonas

Belem Market

USA

Stadt in der Wüste

Das Tal des Todes

Der größte Baum der Erde

L.A. - Arm und Reich

Der Küstenhighway

San Francisco

Redwoods

New York, New York

Auf in den Norden

Der Zeitraum

Der Plan

Die Ausrüstung

166 Stunden auf dem Sattel

Aurora Borealis - Nordlicht

Klogeschichten

Schlusswort

Einleitung

Man sagt, dass ein Abenteuer eine risikoreiche Unternehmung oder auch ein Erlebnis bezeichnet, dass sich stark von seinem Alltag unterscheidet. Es geht dabei um das Verlassen des gewohnten Umfeldes und des sozialen Netzwerkes, um etwas Wagnishaltiges zu unternehmen, das interessant, faszinierend oder auch gefährlich sein könnte und bei dem der Ausgang ungewiss ist.

In meinem Kopf begann mein Abenteuer Anfang 2012. Ich lief gerade mit zwei Freunden durch die Straßen von Kuala Lumpur. Alles kam mir hektisch vor. Wir überquerten eine Straße. Die ganzen Fahrzeuge neben uns warteten schon sehnsüchtig darauf, wieder losfahren zu können. Die Geräusche der Motoren und der Menschen, der Geruch der Abgase und der Kanalisation lagen in der Luft. Es war bereits dunkel. Mit uns überquerten auch noch ein paar dutzend anderer Leute die Straße. Viele joggten regelrecht rüber. Und das war scheinbar auch angebracht, denn sogar das rote Männchen auf der Ampel fing plötzlich an zu rennen.

Warum auch immer, aber hier fragte ich mich das erste Mal: "Warum erlebe ich eigentlich nicht mal ein Abenteuer?" Ein richtiges Abenteuer. So eins, wie die Leute im Fernsehen oder in Zeitschriften und Büchern. Für mich war klar, ein Abenteuer musste her. Ich dachte daran zum Südpol zu laufen, auf Ski mit einem großen Schlitten hinter mir. Tausend Kilometer durch Schnee und Eis. Eisige Kälte, starke Winde und nichts außer dem gnadenlosen Weiß und der schier unendlichen Weite. Noch heute denke ich daran, und das Einzige was mich davon abhält, ist die Tatsache, dass man für solch eine Expedition mindestens 40.000 Euro berappen muss.

Es ist gar nicht so, dass ich nicht schon das eine oder andere Abenteuer erlebt hätte. So war ich bisher zum Beispiel schon mit dem Zug durch China gereist, habe in Norwegen Trekkingtouren unternommen, Wildwasserrafting, Juving und einen Kunstflug gemacht, mit dem Fallschirm aus einem Flugzeug gesprungen, mich beim Houserunning abgeseilt, durch Singapur, Thailand, Malaysia, Indien inklusive den Andamanen gereist, habe bei Wind und Wetter in Island im Schnee gezeltet, bin in Felsspalten geklettert, um in unterirdischen, heißen Quellen zu baden, habe Geysire und Gletscher gesehen und war außerdem noch in einigen anderen Ländern Europas unterwegs. Aber mir wurde klar, dass die Welt einfach zu groß ist, um all ihre Abenteuer entdecken zu können. Na klar! Eine Weltreise musste her! Eine Weltreise mit einem Hauch Abenteuer.

Ich war mir lange Zeit nicht sicher, ob ich es wirklich tun sollte. Ich hatte ja so viele unnötige Ängste und quälte mich mit so vielen Fragen. "Was wird mein Chef dazu sagen? Was mache ich mit meiner Wohnung? Mit meinem Auto? Sollte ich wirklich so viel Geld ausgeben? Reichen meine Englischkenntnisse? Oder ist es vieleicht sogar zu gefährlich?" Doch die meisten dieser Fragen und Zweifel verloren an Wichtigkeit, als mein bisher größtes Abenteuer stattfand.

*

Dicke Tränen kullerten meine Wangen herunter und tropften auf das Bettlaken. Ich erinnere mich an meine erste Nacht wieder zuhause, als wäre es gestern. Meine Freundin schlief neben mir in meinem Bett. Ich weinte still und heimlich neben ihr und hörte Musik über meinen MP3 Player, "Over the Rainbow" und "Halleluja", als all die Last und all die Spannungen der letzten Tage von mir abfielen. Ich weinte nicht, weil ich traurig war. Nein, ich war dankbar noch hier sein zu dürfen. Plötzlich sah ich alles ganz klar und mir war so, als ob es nur einen richtigen Weg für mich geben würde. "Ich mache nur noch das, was ich will!", sagte ich mir.

Montag, der 17. Dezember 2012 veränderte alles. Ich weiß es noch genau, es war vier Uhr morgens, als ich mit starken Schmerzen in der Brust und mit kaltem Schweiß bedeckt, aufwachte. Abwechselnd kotzte und schiss ich mir die Seele aus dem Leib. Ich krümmte mich vor Schmerzen, dachte, diese würden vom Magen her kommen. Nacheinander schlug ich mir mit der Faust in den Magen und auf die Brust, ich versuchte etwas zu essen und zu trinken, nahm mehrere Schmerztabletten und dachte in meiner Verzweiflung sogar daran zu rauchen, alles in der Hoffnung, die Schmerzen würden nachlassen. Nichts half.

Ich weiß noch, dass ich auf meinem Bett lag und es kaum noch ausgehalten habe. Ich hätte schreien können, diese Schmerzen übertrafen alles, was ich bisher erlebt hatte.

Plötzlich kam ich wieder zu mir. War ich bewusstlos gewesen? Bin ich vor Erschöpfung eingeschlafen? Leider war der Schmerz und die Verzweiflung noch da. "Was ist hier bloß los?", fragte ich immer wieder. Mittlerweile war es acht Uhr und ich war völlig kraftlos. Da ich immer noch keinen Schimmer hatte, was hier gerade passierte, entschloss ich mich dazu ins Krankenhaus zu fahren. Ich sagte das geplante Frühstück mit meinen Eltern ab, unterrichtete meinen Chef, dass es heute vielleicht etwas später werden könnte und setzte mich in mein Auto. Tolle Idee am Montagmorgen um acht Uhr durch Hamburg zu fahren. Natürlich stand ich im Stau.

"Ich kann nicht mehr", dachte ich, als ich zwei Autos vor mir den Krankenwagen entdeckte und kurz überlegte, ob ich umsteigen sollte. Es ging weiter und ich tat es nicht. Zusätzlich verfuhr ich mich und konnte am Krankenhaus auf Anhieb keinen Parkplatz finden. 15 Minuten später kam ich dann endlich schwer atmend, schwitzend, blass und mit dicken Augenringen in der Notaufnahme an. Man empfing mich nicht besonders freundlich. Die Empfangsdame musterte mich und tat so, als ob ich ein Junkie wäre, der sich nur seine Schmerzmittel abholen wollte. Zum Glück war nicht viel los und nach zehn Minuten saß ich schon in der Behandlung. Ich schilderte meine Beschwerden erneut und eine Schwester guckte mich an und fragte arrogant, warum ich nicht zu meinem Hausarzt gegangen wäre und sagte, dass ich hier aber keinen gelben Schein bekommen würde. Nun dachte sie wohl: "Der Junkie will auch noch krank machen", oder so. Ich war so fertig, dass ich es nicht mehr schaffte, ihr die verdiente Antwort darauf zu geben. Fünf Minuten später sagte man mir, was los war und rollte mich sofort in den OP. Ich schaffte es noch gerade so der arroganten Krankenschwester den Mittelfinger zu zeigen. Leider nur in meinen Gedanken.

Auf einem Monitor konnte ich mit ansehen, wie man mir durch die Hauptschlagader in der Hüfte einen Schlauch bis zum Herzen schob. Mir war es scheißegal, das Morphium knallte ordentlich rein. Man setze mir einen Stent und nach einer schmerzhaften Nacht noch einen zweiten.

Ich war 28 Jahre alt und hatte gerade einen schweren Herzinfarkt überstanden. Der Arzt sagte, dass ich wohl einen sehr guten Schutzengel an meiner Seite gehabt haben muss. Wäre ich körperlich nicht so fit gewesen, hätte ich es nicht überlebt.

Keiner konnte mir sagen, wie es dazu gekommen war, hatte ich doch nie Probleme mit dem Herzen, nicht übermäßig viel geraucht oder getrunken, nie Übergewicht oder einen zu hohen Blutdruck und meine Blutwerte waren alle in Ordnung. Scheinbar hatte ich einfach nur Pech. Eventuell hatte sich ein Fettteilchen gelöst und die Blutbahn verstopft, hieß es. Sowas kommt zwar nur sehr selten vor, aber naja, es kommt eben vor. Ich hatte Glück im Unglück und verlor dabei nur etwa zehn Prozent meines Herzmuskels. Der Arzt erklärte es mir später so: "Sie sind wie ein hundert PS Auto, was nur noch mit neunzig PS unterwegs ist." Alles klar, mit neunzig PS kann ich trotzdem noch sehr weit kommen!

Rückblickend hat dieses Erlebnis letztendlich auf jeden Fall kräftig dazu beigetragen, meinen, und wie ich jetzt weiß, richtigen Weg zu gehen. Ich habe gelernt, dass das Leben mitunter kürzer sein kann, als einem lieb ist und man gerade deshalb nichts aufschieben sollte. So bescheuert es sich anhört, aber ich bin geradezu dankbar für den Herzinfarkt, da er mir Erkenntnisse gebracht hat, die ich ohne ihn sicherlich nicht gehabt hätte.

Trotz alledem machte ich mir immer noch Sorgen es meinem Chef zu sagen. Er könnte ja denken, dass ich ihn im Stich lassen würde, immerhin arbeitete ich mittlerweile seit fast 13 Jahren für dieses Unternehmen. Gerade jetzt wurde doch ein Mitbewerber übernommen, was für alle viel Arbeit bedeutete. Und genau jetzt kam ich mit meiner Idee zu kündigen.

Schwachsinn, sich hierum Sorgen zu machen! Es gibt immer einen, der dich ersetzen kann. Und selbst wenn nicht, ist es nicht dein Problem. Schlussendlich hatte mein Chef es dann sogar positiv aufgenommen. Er sagte mir, dass es schließlich mein Leben sei. Und das stimmt. Es ist völlig egal, was andere Leute denken. Es ist mein Leben und nur ich entscheide was ich tue. Richtig oder falsch entscheide ich, und zwar nur ich!

Es gibt aber eine ganze Menge Leute, die es einem ausreden oder schlecht machen wollen. Einige, die es einem einfach nicht gönnen und neidisch sind, oder andere, wie etwa Familienmitglieder, die es unbewusst tun, da sie sich große Sorgen machen. Es gab sogar Leute, die es nicht verstanden haben: "Wozu willst du das machen?"

Ich musste mir ja so viele Dinge anhören. "Das ziehst du nicht durch!", "Willst du echt die Sicherheit aufgeben?", "In vier Wochen bist du eh wieder hier!", "Das ist doch viel zu gefährlich!", "Dafür bist du nicht der Typ!", oder sogar: "Ich weiß, dass etwas Schlimmes passieren wird!", und noch viele andere Dinge. Einige davon haben mich allerdings nur noch mehr motiviert. "Denen zeig ich's!" Andere Dinge wiederum haben mich leider dazu gebracht, ängstlicher zu werden und zum Anfang sogar meine Route zu ändern. Später habe ich dann aber begriffen, dass diese Leute gar keine Ahnung von der wirklichen Situation vor Ort hatten, da sie ja selbst nie dort waren und meistens immer nur die schlechten Nachrichten über diese Länder gelesen und diese dann im Kopf hatten. Es ist ja auch kein Wunder, da sich solche nun mal viel schneller verbreiten als positive. Wenn man beispielsweise einfach "Afrika gefährlich" oder "Uganda Ebola" in eine Internet-Suchmaschine eingibt, dann ist der Gedanke, man könne ja gar nicht lebend zurückkehren, auch nicht sonderlich verwunderlich,

Selbstverständlich wäre ich nicht in ein Kriegsgebiet oder ein von Ebola befallenes Land gereist. Aber um dieses zu vermeiden gibt es ja zuverlässige Quellen im Internet, bei denen man sich sehr gut informieren kann. Ein Land, für das eine Reisewarnung ausgesprochen wurde, würde ich meiden. Aber selbst bei Teilreisewarnungen kann man meistens noch ohne Probleme in dieses Land reisen. Nur weil zum Beispiel im Süden gerade Unruhen sind, heißt das noch lange nicht, dass man nicht den Norden besuchen kann, wo man mit großer Wahrscheinlichkeit nichts davon mitkriegen würde.

Eines weiß ich mittlerweile genau, ich kann nicht über ein Land oder dessen Menschen urteilen, in dem ich nicht gewesen bin oder die ich nie selbst kennengelernt habe.

Planung meiner Weltreise

Lange Zeit bevor es losging, fing ich mit meiner Planung an. Hier gab es jede Menge zu beachten und man sollte sicher sein, dass man an alles gedacht hat.

Als aller wichtigsten Punkt, so hatte ich gehört, sollte man sich auf keinen Fall vorher verlieben. Was soll ich sagen, ich tat es natürlich trotzdem und es war deshalb vor und während der Reise nicht immer einfach. Aber wir haben es geschafft und wenn ich es genau betrachte, verstehen wir uns letztendlich besser als jemals zuvor.

Die Route

Als erstes besorgte ich mir eine Pinnwand und befestigte darauf eine Weltkarte. Mit Pinnadeln steckte ich ab, was ich alles sehen wollte. Dabei geholfen hat mir ein Buch mit Abenteuern dieser Welt. Zusätzlich erkundigte ich mich, wann die beste Reisezeit für die jeweiligen Länder und Regionen wäre. Auf kleine Zettel geschrieben, steckte ich auch diese Infos an die Pinnwand. Die vorläufige Route stand recht schnell. Ich würde nach Südafrika fliegen, mir dort ein Auto, besser gesagt einen 4x4 Geländewagen kaufen und damit durch Namibia, Botswana, Sambia, Tansania bis hoch nach Uganda fahren. Danach würde ich weiter nach Südamerika fliegen. Ins Auge gefasst hatte ich Bolivien, Peru und Venezuela. Weiter nach Australien und Neuseeland. Hier eventuell die Urlaubskasse durch Arbeit aufbessern und dann die restliche Zeit in Südostasien verbringen. Genauer gesagt in Laos, Kambodscha und Vietnam.

Der beste Startpunkt hierfür wäre September, rechnete ich mir aus. Erstens, weil dann das Wetter fast überall auf meiner Seite wäre und zweitens musste ich auch daran denken, dass man das Work und Travel Visum für Neuseeland und Australien nur bis zu einem bestimmten Alter bekommt.

Das Wichtigste stand also. Jetzt gab es nur noch ein paar Kleinigkeiten zu klären...

Verträge kündigen

Ich nahm mir alle meine Unterlagen vor und schrieb auf, was ich für Verträge laufen hatte. Man wundert sich, was da alles zusammenkommt. Dazu schrieb ich die Kündigungsfristen auf und zu wann ich kündigen musste. Natürlich überlegte ich mir vorher, was ich behalten sollte. Meine Haftpflichtversicherung zum Beispiel deckte auch Schäden im Ausland ab. Klar, dass ich diese nicht kündigte. Diese Termine behielt ich genau im Auge. Nur mein Mobilfunkanbieter machte mir große Probleme, da ich den Kündigungstermin gerade verpasst hatte. Auf meine Frage, ob es irgendeine andere Möglichkeit gäbe aus dem Vertrag zu kommen, gab es als Antwort ein klares Nein. Man könne mir aber anbieten, dass ich anstatt der monatlichen 25 Euro nur noch 15 Euro zahlen müsste, sagte man mir. Ich dachte, dies komme dadurch, dass mein jetziger Vertrag bereits zwei Jahre alt war und es mittlerweile bessere Angebote geben würde. Telefonisch sagte ich zu. Dies hätte ich natürlich nicht gemacht, wenn ich gewusst hätte was das heißt. Plötzlich zahlte ich 60 bis 120 Euro im Monat für die gleiche Leistung. Es waren zwar die versprochenen 15 Euro Grundgebühr, allerdings hatten sich die Freiminuten geändert und dadurch entstanden nun die hohen monatlichen Zusatzkosten. Mit keinem Wort hatte man dies erwähnt. Ebenfalls vergaß man wohl zu erwähnen, dass sich die Vertragslaufzeit zusätzlich noch um einen weiteren Monat nach hinten verschieben würde. Ich habe für den Vertrag noch weitere sieben Monate gezahlt, obwohl ich gar nicht mehr in Deutschland war und ihn auch nicht mehr nutzte. Naja, hinterher ist man immer schlauer. Wenn man es genau nimmt, hatte ich selber schuld. Ich hätte mich halt noch früher an die Arbeit machen müssen.

Haushalt auflösen

Man muss sich entscheiden, ob man seine Wohnung oder sein Haus untervermieten oder kündigen will. Wenn man nicht weiß, ob man nach der Reise wieder in die gleiche Stadt ziehen wird, wäre eine Untervermietung natürlich Blödsinn. Und bei Eigentum stellt sich die Frage der Kündigung nicht. Aber trotzdem muss man eventuell bei beiden seinen Haushalt auflösen. Wohin damit? Einlagern oder verkaufen? Wegschmeißen oder verschenken?

Viele Dinge habe ich bei eBay versteigert. Darunter sogar Möbel, die ich eigentlich weggeschmissen hätte. So musste ich mich nicht um die Entsorgung kümmern und bekam auch noch eine Kleinigkeit dafür. Meine Küche, mit der ich schon dreimal umgezogen war, konnte ich an meine Nachmieterin verkaufen.

Ich hatte Glück und meine Schwester ließ mich den Großteil der noch übergebliebenen Sachen in ihrem Keller unterstellen. Sogar mein Auto fand Platz in ihrer nicht genutzten Garage. Ich bockte es auf und meldete es ab. Der Rest meiner Habseligkeiten kam auf den Dachboden meiner Eltern.

Dinge, die ich sowieso nicht mehr benutzte, wie zum Beispiel meine Hanteln und meinen Boxsack, verschenkte ich im Vorwege an meine Neffen und hatte damit dann keinen Stress mehr beim eigentlichen Auszug.

Versicherungen

Ein wichtiges Thema sind natürlich auch die Versicherungen, die man während der Reise haben sollte. Hiermit befasste ich mich ganz zum Schluss. Ich behielt meine Haftpflichtversicherung, da diese im Ausland aufgetretene Schäden mit abdeckte.

Zusätzlich wollte ich mir eine Berufsunfähigkeitsversicherung zulegen, die ich aber auf Grund meines Herzinfarktes nicht erhielt. Daher schloss ich die abgespeckte Version ab, eine Unfallversicherung.

Am wichtigsten ist aber natürlich eine Langzeit-Auslandsreisekrankenversicherung, die wirklich jeder unbedingt haben sollte. Ich informierte mich und guckte mir Testberichte an, bevor ich mich entschied. Wichtig war mir, dass sie einen Rücktransport enthielt, wenn er als sinnvoll erachtet würde. Bei mir deckte sie Nordamerika nicht mit ab, da sie sonst ungefähr zweieinhalb mal so teuer gewesen wäre. Das war aber auch in Ordnung, da ich dort zum Anfang ja sowieso nicht hin wollte. Auf der Reise änderte ich meine Entscheidung aber nochmal und sah, dass es laut der Versicherungsbedingungen aber doch möglich war, für zwei Wochen dorthin zu reisen.

Eigentlich sind das schon die wichtigsten Versicherungen die man haben sollte. Worüber man noch zusätzlich nachdenken kann, ist die Reisegepäckversicherung. Ich persönlich hörte aber nichts Gutes darüber und entschied mich dagegen, obwohl mein Gepäck einen recht hohen Wert hatte.

Ebenfalls musste ich mir Gedanken über die Rentenversicherung und über die gesetzlichen Krankenversicherung machen. Ich rief bei der Rentenversicherung an und fragte nach, ob es Sinn machen würde, wenn ich für die Zeit, die ich auf Reisen bin, selbst etwas einzahlen würde. Man sagte mir, dass es nur dann Sinn machen würde, wenn abzusehen sei, dass ich mit 67 Jahren keine 45 Jahre eingezahlt haben würde. Das war bei mir aber nicht der Fall, da ich früh angefangen hatte zu arbeiten.

Wenn ich mich trotzdem dazu entschieden hätte, für das Jahr selbst zu zahlen, wären es bei mir ziemlich genau eintausend Euro gewesen; meine Rente wäre dadurch monatlich um 67 Cent gestiegen. Ich hätte also 125 Jahre Rente beziehen müssen, um das überhaupt wieder raus zu bekommen. Ist ja klar, dass ich es nicht gemacht habe.

Nicht ganz so einfach war es bei meiner gesetzlichen Krankenversicherung. Hier habe ich mit mehreren Beratern gesprochen. Sie hatten mir eine Anwartschaft empfohlen, da es nicht sicher wäre, dass man mich wieder als Mitglied aufnehmen könne, wenn ich wieder da wäre. Natürlich hatte ich mich vorher schlau gemacht und konterte damit, dass sie dazu aber gesetzlich verpflichtet seien. "Wer weiß, ob sich bis dahin nicht die Gesetze wieder ändern. Und denken sie an ihre Pflegeversicherung", entgegnete man mir darauf. Pflegeversicherung? Keiner konnte mir genau sagen was es damit auf sich hatte. Ich war so verunsichert, dass ich mich dazu entschloss eine Anwartschaft abzuschließen. 700 Euro hätte es gekostet, wäre da nicht die nette Telefonberaterin gewesen, die ich noch mal rein zufällig, eigentlich wegen einer anderen Sache am Telefon hatte. Sie erklärte mir, dass eine Anwartschaft nur dann Sinn machen würde, wenn ich bis zur Rente, ohne dieses Jahr auf keine 45 Beitragsjahre kommen würde, also genau wie bei der Rentenversicherung. Ich verzichtete und sparte mir die 700 Euro.

All diejenigen die lange zur Schule gegangen sind, Studenten oder diejenigen, die längere Zeit "unentschlossen" waren, sollten sich genau ausrechnen, ob es nicht besser wäre die Beiträge selbst zu zahlen. Für mich machte es aber keinen Sinn.

Die Ausrüstung

Jeder muss für sich entscheiden, wie er reisen möchte. Ob mit Koffer, Tasche oder Trekkingrucksack. Man muss dabei natürlich beachten, was seine Vorlieben sind. Gehe ich gern in die Wildnis, mache mehrtägige Wanderungen und schlafe auch mal draußen? Oder bin ich eher der Typ der sich eine Stadt anguckt, nachmittags vielleicht im Café sitzt und abends in einer Bar etwas trinken geht? Je nachdem packt man seinen Koffer und braucht eben mehr oder aber weniger. Für mich traf auf jeden Fall ersteres zu.

Eigentlich sagt man ja "weniger ist mehr" und ich traf Leute unterwegs, die das auch so lebten. In Vietnam traf ich in einem Schlafsaal beispielsweise einen Typen, der insgesamt mit nur acht Kilo Gepäck unterwegs war. Aber es geht mit noch weniger. Im gleichen Zimmer war auch eine junge Frau, die nicht mehr als sechs Kilo dabei hatte. Sie zeigte uns ihren Klamottensack, der ungefähr fünf Liter Volumen fasste. "Und davon ziehe ich nur die Hälfte an", sagte sie mit einem überzeugtem Nicken.

Dazu muss man aber auch ehrlicherweise sagen, dass die beiden nur in warmen Ländern unterwegs waren und immer in Hostels schliefen. Ich hörte sogar von einer Person, die jedes Kleidungsstück genau zweimal dabei hatte. Und zwar einmal am Körper und einmal im Rucksack. Während sie das eine trug, wurde das andere gewaschen.

Bei mir sah das ganze natürlich völlig anders aus. Ich hatte einen 75 Liter Trekkingrucksack und dazu noch einen zwanzig Liter Tagesrucksack vollgepackt, die zusammen etwa 25 Kilo gewogen haben. Und das sogar nur, weil ich mir vorher nach und nach fast nur die leichtesten Sachen mit dem kleinsten Packmaß gekauft hatte. Denn wenn man sich einmal anschaut, was ich alles dabei hatte, ist es eigentlich nicht wirklich viel Gewicht...

Schlafen

Zelt

Ich hatte anfangs mein nur 1900 Gramm schweres 1,5 Personen-Zelt dabei, welches ich letztendlich öfters nutzte, als ich zuvor gedacht hatte.

Isomatte

Es war eine der kleinsten und leichtesten Isomatten in einer vernünftigen Qualität. Diese brachte knapp 500 Gramm auf die Waage.

Schlafsack

Ich nahm meinen Daunenschlafsack für wärmere Gebiete mit. Dieser hatte neben dem sehr geringen Gewicht, natürlich ebenfalls ein geringes Packmaß. Nur in Neuseeland bei vier Grad gab es damit leichte Probleme. Es war doch etwas frostig in dieser Nacht.

Inlet

Ein dünner Baumwollschlafsack, in dem man im Daunenschlafsack liegt oder auch einfach ohne.

Kissen

Ein aufblasbares Kissen macht sich immer gut und nimmt kaum Platz ein.

Moskitonetz

Tennisballgroß, aber sehr hilfreich gegen Mücken. Doch vor allem habe ich mich unter ihm besser gefühlt, wenn hin und wieder Kakerlaken durch das Zimmer oder sogar durchs Bett krabbelten.

Hygiene

Kulturbeutel

Hier hinein kam folgendes:

Seife

Meistens nahm ich Seifenstücken aus Hotels mit, wenn es denn mal welche gab. Insgesamt kaufte ich mir in der ganzen Zeit genau viermal Seife und gab dafür höchstens zwei Euro aus. Man wundert sich, wie lange man mit einem Stück auskommt und wie wenig Platz es wegnimmt. Außerdem hatte ich ein Seifenkonzentrat dabei, also ein biologisch abbaubares Mittel, um Kleidung zu waschen und Geschirr zu spülen. Notfalls war es auch zum Waschen des Körpers geeignet.

Zahnpflege

Klar, Zahnbürste und Zahnpasta.

Nassrasierer

Läuft auch ohne Strom.

Kamm

Nur selten benutzt.

Kleine Schere

Mit dem Kamm zum Barttrimmen benutzt.

Nagelknipser

Sogar ein großer - ich kann nicht anders.

Deo

Auch nicht oft gebraucht.

Pinzette

War eigentlich überflüssig, da an dem Schweizer Messer auch eine kleine dran war.

Creme

Eine für alles.

Küche

Topf

Mit einem Liter Volumen.

Kocher

Mein leichter Titankocher, den man mit Gas, Benzin, Diesel, Kerosin und wahrscheinlich auch mit Wodka befeuern kann, kam zusammengefaltet in den Topf. Der ultraleichte Alu-Windschutz kam auch zusammengefaltet mit in den Rucksack.

Benzinpumpe

Kleine 0,35 Liter Flasche, inklusive Pumpe für den Kocher.

Teller / Tasse

Zusammenfaltbar.

Besteck

Natürlich aus Titan.

Messer

Mit dem Messer an meinem Leatherman wurde das Gemüse geschnitten.

Flaschen

Eine ein Liter Aluflasche und zwei zusammenfaltbare ein Liter Plastikflaschen, die kaum Platz kosteten. Oft kaufte ich mir Wasser in 5-Liter-Kanistern und füllte diese um. Wenn man das

Wasser aus der Leitung trinken konnte, nutzte ich das natürlich. In einem kleinen Dorf in Laos konnte man sich für sechzig Cent eine 1,5 Liter-Flasche kaufen, oder aber für zehn Cent seine eigene gegenüber vom Hotel auffüllen. Eine Flasche sollte man immer dabei haben, natürlich auch, weil man so die Umwelt ein Stück weit schützen kann.

Technik

Kopflampe

Sollte man immer dabei haben. Habe ich auch schon einmal als Fahrradlicht benutzt. In Kambodscha war es zum Beispiel sehr dunkel ohne Straßenbeleuchtung und Licht am Fahrrad.

Kamera

Das war mir ziemlich wichtig, so kaufte ich mir ein Kameramodell, welches klein, aber von sehr guter Qualität war. Außerdem war sie spritzwassergeschützt und staubdicht, was bedeutet, dass ein Regenschauer oder Wanderungen durch die Wüste kein Problem darstellte. Zum Anfang nahm ich nur das 12 - 40 mm Objektiv mit einer durchgehenden Blende von 2,8 mit. Allerdings bestellte ich mir später für Tieraufnahmen noch ein 40 - 150 mm Objektiv, welches die gleiche Blende besaß und ich mir mitbringen ließ. Beide waren ebenfalls gegen Staub und Spritzwasser geschützt und waren außerdem noch frostsicher. Zusätzlich nahm ich meine Actionkamera mit, welche ich gut zum Tauchen nutzen konnte, aber natürlich auch in vielen anderen Situationen. Mein ziemlich leichtes und kleines, aber völlig ausreichendes Kohlefaser-Reisestativ, welches nur knapp 500 Gramm wiegt und zusammengeklappt so groß wie eine 1,5 Liter-Flasche ist, kam auch noch mit. Allerdings benutzte ich es auf der gesamten Reise höchstens zehnmal.

Kabel / Adapter

Ladegeräte für alle Geräte braucht man natürlich. Ich hatte nur einen Eurostecker mit USB-Anschluss dabei und dazu zwei verschiedene USB-Kabel. Damit konnte ich dann alles aufladen. Ein Reiseadapter ist zwingend nötig. Ich hatte fast immer eine Steckdose im Zimmer, die ich auch gern benutzen wollte. Außerdem ist ein Adapter für den Zigarettenanzünder sehr nützlich.

Zusatzakku

Damit man auch auf langen Bustouren mal das Handy aufladen konnte.

Tablet

Ein sieben Zoll Tablett mit kleiner Tastatur, ist ganz hilfreich, wenn man mal was schreiben möchte. Außerdem habe ich mir einige Reiseführer auf das Tablett geladen.

Smartphone

Hat mir oft geholfen, wenn ich Sprachprobleme hatte oder mit der Währung nicht klar kam. Da gibt es einige gute Apps. Zum Skypen nutzte ich es auch oftmals.

GPS-Geräte

Einmal das Wander-GPS, welches ich nicht nur zum Navigieren mit dem Auto benutzte, sondern auch zu Fuß durch Städte. Und vor allem, um wieder zum Hotel zu finden. In Bangkok hätte ich ohne dieses einige Probleme gehabt. Zum anderen hatte ich einen SOS-Messenger dabei, mit dem ich fast von überall auf der Welt meinen Standort an ausgewählte Leute schicken konnte.

Batterien

Ersatzbatterien für alle Geräte.

Werkzeug

Panzertape

Ein bisschen um einen Stift gewickelt, nimmt es kaum Platz ein.

Nähset

Wiegt wahrscheinlich nur drei Gramm und ich habe es des Öfteren benutzt.

Taschenmesser

Eigentlich war es eine Taschenkarte, also ein Taschenmesser in Form einer Kreditkarte.

Seil

Das wohl nützlichste Utensil auf meiner Reise. Ich nutzte es ständig, und nicht nur um Wäsche daran aufzuhängen. Es diente zum Beispiel auch als Gardinenstange oder Aufhängung für das Moskitonetz.

Kleidung

Unterwäsche

Fünf Boxershorts. In Neuseeland kaufte ich mir noch eine lange Unterhose und für Bolivien ließ ich mir meine lange Merinowolle-Unterhose von meiner Freundin mitbringen.

Hosen

Eine schnelltrocknende, mit Insektenschutz imprägnierte Hose, zwei kurze Hosen und eine Badehose. Für Bolivien besorgte ich mir noch eine leichte Wanderhose, die schnell trocknete und an der ich die Beine abnehmen konnte - zum Reisen perfekt!

T-Shirts

Vier Stück.

Pullover

Ein Longsleeve, also einen dünnen, schnelltrocknenden Pullover.

Hemd

Ein gegen Mücken imprägniertes Hemd, welches zu meinem Adventure-Hemd wurde und ich gerne in Situationen trug, bei denen man auch mal dreckig werden konnte.

Mützen

Ein Cappy mit herunterklappbarem Nackenschutz. In Neuseeland kaufte ich mir auch noch eine Wollmütze, die ich ab sofort immer dabei haben werde, wenn es mal kälter werden kann.

Halstuch

Klein und leicht und man kann es sich auch mal vor das Gesicht ziehen, wenn es entweder zu kalt oder besonders staubig ist.

Schuhe

Je ein Paar leichte Wanderschuhe und sehr leichte Turnschuhe. Außerdem Flip Flops.

Jacken

Eine Fleecejacke und eine Regenjacke.

Kniebandage

Brauchte ich bei Wanderungen.

Apotheke

Tabletten

Man glaubt ja nicht wie viele Tabletten man mitschleppen muss, wenn man einen Herzinfarkt hatte. Natürlich hatte ich neben dieser Medizin auch Malariatabletten, Tabletten gegen Durchfall, Reisetabletten und Antibiotika dabei.

Notfallset

Kleines Erste Hilfe Set mit Pflastern, Verbänden und Wund- und Heilsalbe.

Portemonnaie

Diente zuerst als Fake-Portemonnaie, also für den Fall, dass ich ausgeraubt werde. Es enthielt immer etwa dreißig Euro der jeweiligen Währung und eine abgelaufene Kreditkarte.

Tresorgürtel

Beinhaltete eine Kopie vom Reisepass und 500 US Dollar. Beides wasserdicht mit Folie eingeschweißt.

Kreditkarte

Besser wäre es sogar gewesen, wenn ich zwei mitgenommen hätte. Im Falle eines Verlustes, wäre man dann nicht vollkommen aufgeschmissen.

Führerscheine

National und international.

Reisepass

Ohne den geht gar nichts.

Sonstiges

Sonnenbrille

Immer gut!

Tagebuch

Ganz wichtig!

Mappe

Meine Organisationsmappe! Hier hatte ich Flugtickets, Hotelbuchungen, später meinen Tauchschein, Kopien von wichtigen Unterlagen, Passfotos und Fotos von meinen Liebsten drin.

Transport

Rucksäcke

Meinen geliebten 75-Liter Trekkingrucksack und einen normalen zwanzig Liter Rucksack. Für letzteren hatte ich einen Karabinerhaken mit, um alle Reißverschlüsse sichern zu können.

Packtaschen

Drei Kompressionssäcke für die Kleidung, einen für den Schlafsack und einen wasserdichten Packsack für die ganze Medizin.

Kameratasche

Mit Drahtgewebe im Stoff und Draht im Schultergurt. Die Reißverschlüsse konnte man zusätzlich sichern.

Hardcase

Für die GoPro mit Zubehör und auch das Tablet fand seinen Platz hier drin.

Vorhangschloss

Ich werde nie wieder ohne eines reisen.

Fahrradreise

Fahrrad

Crossfahrrad mit einem Gepäckträger hinten und einem vorne. Gute Beleuchtung, mit der ich elektronische Geräte über einen USB-Anschluss laden konnte.

Taschen

Ortliebtaschen für hinten, vorne und den Lenker.

Zelt

Für die Fahrradreise legte ich mir dann ein etwas größeres, drei Personen-Zelt zu.

Fahrradhelm

Sicher ist sicher!

Auch wenn es mir einige Leute auf der Reise nicht glauben wollten, aber ich habe alles benutzt!

Die Heimatbasis

Ich fertigte Ordner mit Kopien von allen wichtigen Unterlagen an. Dies beinhaltete zum Beispiel die Anmeldung für die gesetzliche Krankenversicherung, die soweit vorbereitet war, dass sie nur noch gefaxt hätte werden müssen, Versicherungsunterlagen für die Langzeit-Auslandsreisekrankenversicherung, die Haftpflicht- und die Unfallversicherung, Kontovollmacht und Generalvollmacht, die ich meinen Eltern vorher ausstellte. Diese berechtigten sie dazu, alle Angelegenheiten in meinem Namen durchzuführen, wie zum Beispiel Vertragsunterzeichnungen. Auch Kopien von Reisepass, Kreditkarte und Führerschein enthielten die Ordner.

Meine Ordner mit allen anderen Vertragsunterlagen, samt Kündigungsschreiben, deponierte ich gut zugänglich in der Heimatbasis, damit, falls irgendwelche Rückfragen kämen, schnell geantwortet werden könnte.

Es ist sehr praktisch und erleichtert vieles enorm, wenn man jemanden zuhause hat, der sich um deine Angelegenheiten kümmert und dazu auch berechtigt ist, wenn du vielleicht gerade auf der anderen Seite der Welt auf einen Berg kletterst oder irgendwo im Jungle sitzt.

Natürlich meldete ich mich auch auf diese Adresse um und teilte allen ehemaligen Firmen und Versicherungen, bei denen ich noch vertraglich gebunden war, die neue Adresse mit. Zusätzlich stellte ich bei der Post noch einen Nachsendeantrag.

Als abschließendes Wort zum Thema Planung möchte ich noch sagen, dass man sich auch überplanen kann. Jedenfalls was die eigentliche Reise angeht. Die ganzen administrativen Arbeiten zuhause würde ich wieder genauso machen. Das wär es dann aber auch schon. Denn einfach losfahren und sich treiben lassen, ohne alles vorher geplant zu haben, ist unglaublich befreiend. Ich hörte von Leuten, die wirklich alles vorher planten. So buchten sie beispielsweise alle Hotels für jeden Tag der Reise bereits im Voraus. Sie waren somit immer gebunden und hatten kaum Möglichkeiten spontan zu sein.

Zahlen, Daten, Fakten

Mit folgender Übersicht kann sich jeder einmal ein Bild davon machen, was so eine Reise eigentlich bedeutet und was, neben den vielen unvergesslichen Eindrücken, noch dahinter steckt.

Wenn man ein Ziel vor Augen hat, ist kein Weg zu beschwerlich und keine Anstrengung zu groß. Am Ende kommt man an, egal wie viele Steine im Weg liegen, oder anders gesagt, egal wie viele Stunden, Tage und Wochen man dafür in Booten, an Flughäfen, in Autos oder auch auf dem Fahrradsattel verbringt. Und letztendlich ist doch auch immer schon der Weg das Ziel...

Zahlen, Zahlen, Zahlen...

330

Tage war ich insgesamt unterwegs, das sind über

47

Wochen und knapp

11

Monate.

146.150

Kilometer legte ich dabei zurück, gut

600

Kilometer zu Fuß,

20.500

Kilometer in Autos und auf Motorrollern, über

10.600

Kilometer in Bussen und Zügen, fast

4500

Kilometer auf Schiffen und Booten,

2750

Kilometer mit dem Fahrrad und

107.200

Kilometer mit dem Flugzeug.

3,65

mal hätte ich mit den zurückgelegten Gesamtkilometern die Erdkugel am Äquator umrunden können.

184

Stunden verbrachte ich in Flugzeugen und hinterließ damit einen riesigen ökonomischen Fußabdruck. Denn alleine dabei wurden nur für mich über

21

Tonnen CO2 freigesetzt.

21

Buchen müssten

80

Jahre wachsen, um dies wieder zu kompensieren. (Versteht sich eigentlich von selbst, dass ich da nicht besonders stolz drauf bin!)

200

Stunden saß ich sogar in Bussen.

20

Länder bereiste ich in der ganzen Zeit.

28

waren es mit den Flughafenaufenthalten

5

Kontinente habe ich bereist

6

waren es mit den Flughafenaufenthalten

21

verschiedene Währungen hatte ich in der Zeit in den Fingern, bei denen ich oftmals durcheinander kam.

103

mal schlief ich in Zelten, insgesamt waren es

67

verschiedene Hostels und Hotels und

15

Nächte verbrachte ich in Hängematten.

21.413

Euro gab ich insgesamt für das alles aus. Hierzu aber im nächsten Abschnitt etwas mehr.

Kosten

Viele meinen ja, dass so eine Reise 50.000 Euro und mehr kosten würde und sicherlich kann man das auch dafür ausgeben. Die Kosten für eine Weltreise halten sich aber in Grenzen, wenn man nicht gerade in teuren Hotels schläft und keine, teilweise viel zu teuren, Pauschalangebote kauft. Ich hatte für das Jahr 15.000 Euro eingeplant. Auf der Reise merkte ich dann aber schnell, dass dieses Ziel etwas zu tief gesteckt war. Das lag aber eher an meinem Reisestil, also an den Dingen die ich unternahm, außer zu essen und zu schlafen, an meinem Zickzack-Gefliege und zu guter Letzt auch an den Ländern, die ich bereiste. Wenn man sich vorher einen genauen Plan macht und eventuell ein Around the World Ticket kauft, kann man sicherlich mit 15.000 Euro oder weniger überleben. Darüber, dass ich letzteres nicht tat, bin ich mittlerweile aber ganz froh, da man mit so einem Flugticket sehr unflexibel gewesen wäre. Ich buchte meine Flüge immer kurz bevor ich flog, beziehungsweise wenn wirklich feststand, wohin es gehen sollte. Dies verursachte allerdings manchmal Extrakosten für Flüge, die ich gar nicht antrat. Für Südafrika buchte ich einfach einen One Way Flug nach Kapstadt, keinen Rückflug oder Weiterflug. Die Botschaft in Berlin teilte mir dann mit, dass ein Rückflugticket zurück nach Deutschland zwingend erforderlich sei, da man mich sonst nicht in ihr Land lassen würde. Auch die Tatsache, dass ich gar nicht zurück nach Deutschland fliegen würde, änderte nichts daran. Ohne mich noch groß zu informieren, rief ich meine Fluggesellschaft an und buchte noch einen Rückflug dazu, den ich dann natürlich nicht antrat. Hätte ich mich frühzeitig richtig informiert und dies gleich bei der ersten Buchung getan, würde ich jetzt noch 300 Euro mehr auf dem Konto haben. Mal abgesehen davon, ist es natürlich Blödsinn, dass man ein Rückflugticket ins Heimatland benötigt. Ein Weiterflugticket hätte es auch getan.

Es kommt natürlich auch darauf an, in welchen Ländern man unterwegs ist. Indonesien, Laos oder Kambodscha zum Beispiel sind wesentlich günstiger als Neuseeland, Botswana oder die USA.

Auch wie man unterwegs ist, spielt eine Rolle. In Südafrika war ich mit meiner Freundin unterwegs und wir schliefen nicht in den billigsten Absteigen und hatten die ganze Zeit einen Mietwagen. In Namibia und Botswana hatte allein der Geländewagen für vier Wochen 2850 Euro gekostet. Hier war ich allerdings mit zwei Freunden unterwegs und man teilte sich die Kosten. Das Gorilla-Permit in Uganda schlug mit 350 US-Dollar für einen Tag zu Buche und das nur, weil ich in der Nebensaison dort war. In der Hauptsaison hätte es 600 US-Dollar gekostet. Und tauchen oder mit Löwen zu spielen, ist eben auch nicht ganz billig.

Je länger man an einem Ort bleibt, desto geringer werden die Kosten in der Regel. Man kennt sich nach einiger Zeit aus, und weiß, wo man gut und günstig Essen gehen, schlafen, oder einkaufen kann. Und natürlich gibt man wesentlich weniger für den eigenen Transport aus. Ich habe von Leuten gehört, die mittlerweile zwei Jahre in Asien unterwegs waren und pro Person und Jahr nicht mehr als 2000 Euro ausgegeben haben. Im Norden von Laos war ich in einem kleinen Dorf hinter Bergen und Reisfeldern, zu dem keine Straße führte. Man musste mit dem Boot fahren, um hinzukommen. Nicht besonders viele Touristen verliefen sich hier hin. Das machte sich bemerkbar, eine Nacht für ein Doppelzimmer kostete hier umgerechnet einen Euro. Wohlgemerkt für ein Doppelzimmer! Wenn man sich an so einem Ort eine gewisse Zeit niederlässt, gibt man natürlich sehr wenig Geld aus.

In vielen Ländern ist es üblich das man auf Märkten oder Basaren um den Preis handelt. Dies klappt erstaunlich gut, auch wenn es manchmal ein harter Kampf ist. Das erste Mal wurde ich damit in China 2009 konfrontiert. Mein Kumpel, der in Peking studierte, gab mir hier wertvolle Tipps. Ich hatte damals ja keinen blassen Schimmer, wie viel Spielraum man dabei hat, da sich die Preise im Vergleich zu Deutschland meistens immer noch günstig anhörten. Mittlerweile handel ich nach Bauchgefühl. Oftmals klappt es aber, wenn ich als Gegenangebot vom genannten Preis zehn Prozent nenne und auch bis zum Schluss dabei bleibe. Schritt für Schritt gehen die Händler dann mit dem Preis runter. Es gehört dazu, dass ich ein- oder zweimal "nein danke" sage, mich umdrehe und ein paar Schritte weggehe. Fast immer rufen sie einem dann hinterher, um ein besseres Angebot zu machen. Ich war immer damit zufrieden, wenn man sich dann am Ende auf etwa zwanzig Prozent, des zuerst genannten Preises einigte. Wenn man sich da nicht durchsetzt, wird man zwangsläufig viel zu viel Geld ausgeben. Vorausgesetzt natürlich, dass man auf diesen Märkten überhaupt etwas kauft. Aber auch bei Tourenanbietern kann es nicht schaden, mal die Fühler auszufahren und zu handeln. Auch hier habe ich schon erstaunliche Rabatte erhalten.

Ich hielt mich mit Käufen extrem zurück, da ich erstens den Platz nicht im Rucksack hatte und zweitens lieber meine Dinge reparierte, wenn sie mal beschädigt wurden. Hierfür hatte ich ein kleines und sehr leichtes Nähset und natürlich immer ein bisschen Panzertape, also starkes Gewebeklebeband dabei. Auch Sekundenkleber, welchen ich mir allerdings erst unterwegs kaufte, half unter anderem dabei meine Sonnenbrille zu reparieren, die ich dann aber kurze Zeit später ganz verlor.

Auf der Reise wusch ich meine Klamotten meistens selbst, doch in Asien war dies so günstig, dass es nicht unbedingt Sinn gemacht hat.

Dass Sparen vielen nicht leicht fällt, ist ja bekannt. Es ist aber umso leichter, wenn man ein Ziel vor Augen hat. Es machte mir immer richtig Spaß hier und da noch etwas einzusparen und so meinem Ziel, eine Weltreise zu machen, immer näher kam.

Um das Geld für so eine Reise aufzubringen, sollte man sich erst einmal einen Überblick verschaffen wie viel und welche Einnahmen und Ausgaben man überhaupt hat. Ich hatte mir einen richtigen Sparplan erstellt, an den ich mich strikt hielt. Alles wofür man zahlt, aber es nicht richtig nutzt, wie etwa Mitgliedschaften in Vereinen, Fitnessclubs, im Sonnenstudio oder auch unnötige Versicherungen, kann man getrost kündigen.

Auch ein Vergleich von Banken kann bares Geld bringen. Muss ich Kontoführungsgebühren zahlen? Bietet meine Bank eine kostenlose Kreditkarte? Ist das Abheben an Geldautomaten im Ausland kostenlos oder werden mir die Kosten erstattet? Erhalte ich Zinsen auf mein Guthaben? Hier gibt es mitunter große Unterschiede und ein Vergleich kann sich durchaus bezahlt machen.

Auf der Arbeit sah ich Leute, die sich jeden Tag Pizza oder ähnliches bestellten und dafür viel Geld ausgaben. Ich hingegen aß immer mein Brot oder das mitgebrachte selbstgekochte Essen. Später auch in der Kantine des Nachbarunternehmens, da ich dort für den halben Preis essen konnte. Man könnte in Deutschland ja sogar ohne Probleme das Wasser aus der Leitung trinken und so noch den einen oder anderen Euro sparen.

Ich fuhr immer mehr mit dem Fahrrad und ließ das Auto stehen. Ich tat was für meinen Geldbeutel und obendrein noch für meine Gesundheit. Zwei Fliegen mit einer Klatsche sozusagen.

Ich guckte meine Schränke und meinen Keller durch und verkaufte, wie ja schon erwähnt, alles was ich nicht mehr gebrauchen konnte bei eBay.

Mein Herzinfarkt half mir quasi auch dabei zu sparen. Ich hörte auf zu rauchen und ging nur noch selten feiern.