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Fünf Dinge über Persönlichkeit, die man wissen muss! Dieser Ratgeber erklärt das weltweit bekannte Persönlichkeitsmodell der Big Five anschaulich und leicht verständlich, mit Tipps und Beispielen aus dem Alltag. Mit dem Typentest können Sie Ihr individuelles Persönlichkeitsprofil erstellen. So erfahren Sie, welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten Sie mit Ihren Mitmenschen haben, warum es dadurch zu Konflikten kommen kann und wie Sie mit allen Typen von Menschen besser umgehen können. Der Typentest ist überall anwendbar: in Beruf, Familie und zur Selbsterkenntnis. - Fünf Dinge zur Persönlichkeit: Worauf richten Sie Ihre Energie, wie denken Sie, wie leben Sie, wie interagieren Sie und wie empfindlich sind Sie? - Warum verhalten wir uns so, wie wir es tun, was sind Unterschiede und Gemeinsamkeiten mit anderen Menschen? - Hintergründe: wissenschaftliche Erkenntnisse aus Psychologie, Verhaltens- und Hirnforschung - So bereiten Sie sich auf Persönlichkeits- und Einstellungstests vor.
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Veröffentlichungsjahr: 2015
Fünf Dinge über Persönlichkeit, die man wissen muss!
Dieser Ratgeber erklärt das weltweit bekannte Persönlichkeitsmodell der Big Five anschaulich und leicht verständlich, mit Tipps und Beispielen aus dem Alltag. Mit dem Typentest können Sie Ihr individuelles Persönlichkeitsprofil erstellen.
So erfahren Sie, welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten Sie mit Ihren Mitmenschen haben, warum es dadurch zu Konflikten kommen kann und wie Sie mit allen Typen von Menschen besser umgehen können.
Der Typentest ist überall anwendbar: in Beruf, Familie und zur Selbsterkenntnis.
Fünf Dinge zur Persönlichkeit: Worauf richten Sie Ihre Energie, wie denken Sie, wie leben Sie, wie interagieren Sie und wie empfindlich sind Sie?
Warum verhalten wir uns so, wie wir es tun, was sind Unterschiede und Gemeinsamkeiten mit anderen Menschen?
Hintergründe: wissenschaftliche Erkenntnisse aus Psychologie, Verhaltens- und Hirnforschung
So bereiten Sie sich auf Persönlichkeits- und Einstellungstests vor.
Lars Lorber betreibt seit 2002 unter www.typentest.de die größte deutsche Internetseite zum Thema Persönlichkeit & Typen. Seine Faszination für Persönlichkeit entstand aus dem Wunsch, sich selbst und andere besser zu verstehen, herauszufinden, warum Menschen so unterschiedlich sind und was sie antreibt. Angefangen bei den alten Typologien ist er schließlich zur wissenschaftlichen Seite und den modernen Big Five gekommen und hat beides im Typentest vereint. Sie können ihn erreichen unter [email protected].
So entschlüsseln Sie die Stärken und Schwächen
von
Lars Lorber
2. Auflage, 2015
Um Ihnen das Lesen und Arbeiten mit diesem Buch zu erleichtern, hat der Autor verschiedene Stilelemente verwendet, die Ihnen das schnellere Auffinden bestimmter Texte ermöglichen.
Hier finden Sie Tipps, Aufzählungen und Checklisten.
So sind „Merksätze“ gekennzeichnet.
Hier finden Sie Beispiele, die das Beschriebene plastisch erläutern und verständlich machen.
Die Zielscheibe kennzeichnet Zusammenfassungen und ein Fazit zum Kapitelende.
Hier finden Sie Übungen und Selbsttests.
Menschenkenner werden – eine Einführung
1. Kapitel Persönlichkeit erklärt
I. Worauf wir unsere Energie richten
1. Introvertiert und extrovertiert
2. Prominente Introvertierte und Extrovertierte
3. Schüchternheit und die Komfortzone
4. Hintergrund: die Suche nach Belohnung (Extraversion)
II. Wie wir denken
1. Praktisch und theoretisch
2. Kreativität
3. Prominente Praktiker und Theoretiker
4. Hintergrund: Neugier auf die Welt (Offenheit für neue Erfahrungen)
III. Wie wir interagieren
1. Hart und kooperativ
2. Altruismus
3. Prominente Harte und Kooperative
4. Hintergrund: Rücksichtnahme (Verträglichkeit)
IV. Wie wir leben
1. Spontan und geplant
2. Prokrastination
3. Prominente Spontane und Geplante
4. Hintergrund: locker lassen und Kontrolle (Gewissenhaftigkeit)
V. Wie empfindlich wir sind
81. Resistent und empfindlich
2. Prominente Resistente und Empfindliche
3. Hintergrund: von negativen Gefühlen (Neurotizismus)
VI. Wissenschaftlicher Persönlichkeitstest
VII. Ein Typentest-Profil erstellen
1. Der Kapitän des Verhaltens: die deutlichste Eigenschaft
2. Zehn Kapitäne – zehn deutliche Eigenschaften
3. Wie man andere Menschen einschätzt
4. Woran man Persönlichkeitseigenschaften erkennt
VIII. Evolution und warum wir überhaupt unterschiedlich sind
1. Warum es verschiedene Typen gibt
2. Menschen verändern und Berge versetzen
2. Kapitel Persönlichkeit stärken
I. Die Muskeln der Persönlichkeit trainieren
II. Introvertiert und extrovertiert
1. Stärken und Schwächen
2. Team- oder Soloarbeit?
3. Schüchternheit überwinden
4. Reibungspunkte und der Umgang mit anderen
III. Praktisch und theoretisch
1. Stärken und Schwächen
2. Heureka! – Kreativität steigern
3. Problemlösung
4. Reibungspunkte und der Umgang mit anderen
IV. Hart und kooperativ
1. Stärken und Schwächen
2. Kritik und Teamarbeit
3. Reibungspunkte und der Umgang mit anderen
V. Spontan und geplant
1. Stärken und Schwächen
2. Prokrastination und Planung
3. Reibungspunkte und der Umgang mit anderen
VI. Resistent und empfindlich
1. Stärken und Schwächen
2. Einen Ausgleich finden
3. Reibungspunkte und der Umgang mit anderen
93. Kapitel Hintergründe und was noch zur Persönlichkeit gehört
I. Die dunkle Seite der Persönlichkeit: Ehrlichkeit und Bescheidenheit
1. Kurztest
2. Prominente Beispiele für Ehrlichkeit und Bescheidenheit
3. Hintergrund: Vorteile und Fairness
4. Tugendhaftigkeit: der dunklen Seite widerstehen
II. Das Gesamtbild: mehr als nur Eigenschaften
1. Frauen und Männer
2. Kultur
3. Unsere persönliche Geschichte
4. Abseits der Norm: Persönlichkeitsstörungen
5. Mehr als ein Test
III. Für Bewerber und Arbeitgeber
IV. Entdeckung der Persönlichkeit: einmal rund um die Welt
1. Vergleich zu den Big Five
Quellenverzeichnis
Danksagung
Profilvorlagen
Impressum
So wie keine Schneeflocke der anderen gleicht, so hat jeder Mensch eine einzigartige Persönlichkeit.
Liebe Leserin, lieber Leser,
meine Faszination für die menschliche Persönlichkeit reicht viele Jahre zurück. Schon immer war ich begeistert von den zahlreichen Möglichkeiten, unser Verhalten zu erklären – woher „typisches“ Verhalten kommt und was die Hintergründe davon sind. Dieses Buch wird Sie anstecken: Anstecken mit einer Begeisterung und Faszination für die menschliche Persönlichkeit. Es wird Ihnen zeigen, warum Sie sich so verhalten, wie Sie es tun, was Ihr individuelles Persönlichkeitsprofil ist und das es dieses nur einmal auf der ganzen Welt gibt – so wie Ihren Fingerabdruck.
Sie werden klare Muster in Ihrem Verhalten erkennen. Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu anderen Menschen. Um dieses Verhalten zu verstehen, gebe ich Ihnen ein besonderes Werkzeug in die Hand, sozusagen den Schlüssel zur Menschenkenntnis: den Typentest. Er wird Ihnen Ihre eigene Persönlichkeit und die Ihrer Mitmenschen erklären – ohne Firlefanz und unnötige Fachwörter, aber dennoch mit der nötigen Tiefe. Sie werden spielerisch mehr über sich selbst 12und andere erfahren: wie Sie Ihre Persönlichkeit stärken und daran arbeiten können, wie Sie besser mit Menschen umgehen können, die ganz anders sind als Sie. Dazu nutze ich die Erkenntnisse vieler Jahrzehnte wissenschaftlicher Forschung und bereite sie so auf, dass sie im Alltag anwendbar sind.
Lassen Sie sich dabei nicht von dem Wort „Test“ abschrecken. Bei den Tests in diesem Buch können Sie nur gewinnen: Es gibt keine guten oder schlechten Ergebnisse, sondern Sie werden viel über sich selbst und andere erfahren. Im ersten Teil des Buches werden grundlegende Persönlichkeitseigenschaften anschaulich erklärt. Ich helfe Ihnen dabei, Menschen einzuschätzen, und zeige Ihnen, wie Sie ein Profil für sich und andere erstellen können – unter anderem anhand eines wissenschaftlichen Persönlichkeitstests. Im zweiten Teil des Buches finden Sie praktische Ratschläge für den Umgang mit diesen Eigenschaften und Ihren Mitmenschen. Der dritte Teil enthält schließlich einen Rundumblick, was sonst noch alles zur Persönlichkeit gehört: Geschlecht, Kultur, persönliche Erfahrungen und vieles mehr. Kommen Sie mit auf eine spannende Reise in Ihre Persönlichkeit.
Fürstenfeldbruck, Dezember 2014
Lars Lorber
Angela Merkel gilt als zurückhaltend und ruhig, zeigt wenig Emotionen. Das liegt an einem Persönlichkeitsmerkmal, das man introvertiert nennt. Stefan Raab gilt als das Gegenteil davon. Er wirkt sehr kontaktfreudig, energiegeladen und gesellig, zeigt seine Emotionen deutlich. Dieses Persönlichkeitsmerkmal nennt man extrovertiert. (Eigentlich heißt es in der Fachsprache extravertiert mit „a“, aber umgangssprachlich wird meist extrovertiert mit „o“ verwendet. Deshalb benutze auch ich diese gängigere Form.) Wir haben es hier mit zwei unterschiedlichen Verhaltenstypen zu tun, von denen es sowohl deutliche, als auch leichte Ausprägungen gibt. Von diesen Typen existieren noch viele mehr. Wenn Dieter Bohlen schräg singende Teilnehmer von Castingshows zusammenstaucht, zeigt das ein typisches Verhalten von ihm: Er zieht sie auf, ist sehr direkt und kritisch. Ganz anders dagegen Günther Jauch: Immer rücksichtsvoll mit seinen Gästen umzugehen, Geduld und ein offenes Ohr zu haben, sind seine typischen Verhaltensweisen. Beide sind bekannt und beliebt für ihre ganz unterschiedliche Art: der eine für seine kritischen, direkten Worte, der andere für seine sanften, verständnisvollen. Lässt Hape Kerkeling sich im Fernsehen Verrücktheiten einfallen und schreibt in seinen Büchern über spirituelle Erlebnisse, dann zeigt uns das, dass er offen ist für Neues, für Ungewöhnliches, dass er kreativ und ein richtiger Querdenker ist – Eigenschaften, die er mit der Autorin J. K. Rowling oder dem Regisseur Quentin Tarantino gemeinsam hat. Im Kino sehen wir gerne aufregende Geschichten und Abenteuer. Filmcharaktere wie James Bond und Actionhelden in Gestalt von Bruce Willis oder Arnold Schwarzenegger kennen darin keine Ängste, Zweifel oder Unsicherheit: Sie sind resistent gegen nahezu alle Widrigkeiten. Doch im echten Leben sieht das anders aus: Unsereins 14macht sich Sorgen, ist vorsichtig oder zweifelt. Auch das gehört zur Persönlichkeit. Ein Teil dieser Eigenschaften ist fest in uns verankert, ein anderer Teil verändert sich durch Einflüsse und Ereignisse in unserem Leben.
Doch es braucht gar keine Prominenten, um Beispiele für verschiedene Persönlichkeiten zu finden. Solche Beispiele können Sie ganz leicht überall in Ihrer Umgebung sehen. Sicher kennen Sie Menschen, die alles ordentlich und penibel machen, oder andersherum welche, die alles auf den letzten Drücker erledigen und wahre Chaoten sind. Vielleicht sind Sie selbst einer von diesen beiden Typen – oder liegen in der Balance dazwischen? Verschiedene Typen von Menschen finden sich überall: Partylöwen und Einzelgänger, Kreative und Konservative, Hart- und Warmherzige, Chaoten und Ordnungsfanatiker, Angsthasen und Helden sowie Allrounder und Ausgeglichene. Ich zeige Ihnen, wie Sie diese Persönlichkeiten ganz leicht erkennen und auseinanderhalten können. Finden Sie heraus, wie wir Menschen ticken, welche Gemeinsamkeiten wir haben, warum wir uns voneinander unterscheiden, was diese Gegensätze bedeuten und weshalb wir uns oft deswegen streiten. Werfen Sie mit mir einen Blick in Ihre Persönlichkeit.
Ein ungleiches Paar
Susanne ist ständig auf Achse, scheint tausend Leute zu kennen. Peter – ihr Partner – braucht dagegen mehr Zeit für sich allein. Zeit, in der er seine Ruhe hat und seine Batterien wieder aufladen kann. Es fällt ihm schwerer als Susanne, mit fremden Menschen ins Gespräch zu kommen. Das sorgt immer wieder für Konflikte: Susanne will unter Leute gehen, Peter jedoch lieber zu Hause bleiben. Susanne macht die Dinge am liebsten so, wie sie es kennt und gelernt hat, Peter mag dagegen gerne Veränderungen und Kreatives. Daheim setzt sich jedoch Susanne durch: Sie hat die Hosen an und vertritt fest ihre Meinung. Peter dagegen ist stets kompromissbereit und hört auf Susannes Vorschläge. Dabei verzichtet er oft auf die Umsetzung seiner eigenen Ideen. Das sorgt dann für Zoff, da sich Peter übergangen fühlt. Was Ordnung angeht, ist Peter ein relaxter Typ: Wen stört schon ein bisschen Chaos? Und an den Terminplan hält sich doch sowieso keiner! Außer Susanne. Für sie ist Ordnung das halbe Leben. Alles hat seinen Platz und die Wohnung wird jeden Sonntagmorgen zielstrebig auf Vordermann gebracht, während Peter noch im Bett liegt und schläft.
15Dort träumt er von positiven Dingen: einer tollen gemeinsamen Zukunft, Glück und Erfolg. An negative Gedanken verschwendet er keine Zeit und meist ist er recht selbstsicher. Susanne wird dagegen oft von Ängsten geplagt und der Stress im Beruf belastet sie merklich.
Es ist, als wären die beiden das komplette Gegenteil voneinander …
Am liebsten möchte man in den Kopf des anderen hineinschauen können, sehen, wie sich die Zahnräder dort drehen, was sie oder ihn antreibt, warum die andere Person so ist, wie sie ist. Kennen Sie das: Mit vielen Menschen liegen Sie auf einer Wellenlänge, verstehen sich ohne viele Worte und teilen die gleichen Ansichten. Mit manch anderen Menschen dagegen ist es wie mit einem Wesen von einem fremden Stern: Sie verhalten sich komplett anders als Sie. Es ist, als würden sie eine fremde Sprache sprechen. Für einen großen Teil davon ist unsere Persönlichkeit verantwortlich.
Das eigentliche Problem sind aber nicht die anderen Menschen. Das eigentliche Problem liegt vielmehr darin, dass viele Menschen denken, alle anderen wären genauso gestrickt wie sie selbst. Sie unterteilen Charaktereigenschaften in gute und schlechte: Ihr eigenes Verhalten ist gut, alles andere unverständlich. Sie erwarten, dass alle Menschen sich genauso verhalten wie sie. Aber das geht nicht, genauso wenig wie alle Menschen gleich aussehen können. Denn jeder Mensch denkt und handelt anders. Dabei gibt es kein Gut oder Schlecht, kein Schwarz oder Weiß, sondern eine Vielfalt an Farben. Wer diese Farben der Persönlichkeit kennt, der bemerkt auch die unterschiedlichen Typen von Menschen, ihre Feinheiten und Abstufungen und sieht, dass jede Eigenschaft ihren Sinn und ihren Wert hat.
Manche von uns bemerken dies schnell, sind natürliche Menschenkenner. Sie können andere Personen leicht einschätzen und gut mit allen Sorten von Persönlichkeiten umgehen. Für sie ist die Erkenntnis über verschiedene Verhaltenstypen so selbstverständlich wie der Geschmacksunterschied zwischen süß und salzig. Anderen dagegen fällt es schwer, ihre Mitmenschen zu verstehen. Das mag der Chef sein, der etwas anderes will als die Mitarbeiter, der Kunde, der seine Wünsche und Bedürfnisse nicht erklären kann, die Kinder, deren Verhalten wir nicht nachvollziehen, oder der Partner, in den wir uns nicht hineinversetzen können. Oft kommt es zu Streit oder Missverständnissen, weil wir die Persönlichkeit des anderen nicht 16verstehen. Es fällt schwer, Geduld und Verständnis für jemanden zu zeigen, der die Dinge fundamental anders macht, als wir das kennen. Um Persönlichkeit zu verstehen, braucht es aber nur eine ganz simple Sache: den Blick in den eigenen Kopf. Viele Menschen sind sich jedoch unsicher, was ihre eigene Persönlichkeit, ihre Ziele und Fähigkeiten angeht. Wer bin ich eigentlich? Was sind meine Stärken und Schwächen? Worauf kann ich aufbauen, woran sollte ich arbeiten? Was unterscheidet mich von anderen Menschen? Antworten auf diese Dinge liefert uns die Persönlichkeit.
Da Persönlichkeitseigenschaften im Lauf unseres Lebens relativ konstant bleiben, können wir sie in verschiedene Verhaltensmuster unterteilen. Natürlich gibt es auch Situationen, in denen wir uns entgegen unserer gewohnten Natur verhalten. Aber meistens bleibt unser Verhalten relativ gleich: Angela Merkel ist nicht nur aktuell introvertiert und zurückhaltend, sie war es auch in der Vergangenheit und wird es ziemlich sicher auch in Zukunft sein. Das liegt daran, dass ein großer Teil unserer Persönlichkeit genetisch festgelegt ist: Ähnlich wie körperliche Merkmale (z. B. die Haarfarbe oder Gesichtsform) sind auch Charaktereigenschaften zu einem guten Teil vererbt und durch die Gene gesteuert. Unsere Verhaltensmuster werden zwar auch von der Umgebung und individuellen Erlebnissen beeinflusst. Dass jemand im Lauf seines Lebens vom zurückhaltenden Mauerblümchen zum großen Partylöwen wird, ist jedoch sehr unwahrscheinlich. Persönlichkeit kann sich aber dennoch im Lauf des Lebens in einem gewissen Rahmen verändern. Doch warum sind wir überhaupt verschieden?
Auf dem Fußballfeld gibt es Angreifer und Verteidiger. Alle werden gleichermaßen gebraucht: Ohne Angreifer werden keine Tore geschossen, ohne Verteidiger – oder gar ohne Torwart – hält niemand den Gegner auf. Jeder Spieler hat seine besondere Ausprägung und Spielposition. Mit den verschiedenen Typen ist es da nicht anders, denn erst durch die Verschiedenheit wird das Leben spannend. Im Spiel des Lebens gibt es
extrovertierte
Partylöwen, die vorausgehen und den Kontakt aufbauen.
introvertierte
Leise, die ruhig sind und sich auf etwas konzentrieren.
theoretische
Kreative, die neugierig sind und Hintergründe entdecken.
17
praktische
Bewahrer, die das Vorhandene pflegen und erhalten.
harte
Kritiker, die sich gegen andere durchsetzen können.
kooperative
Diplomaten, die Rücksicht und Unterstützung zeigen.
geplante
Ordentliche, die gewissenhaft und zielstrebig sind.
spontane
Flexible, die auch einmal locker lassen können.
empfindliche
Angsthasen, die auf Gefahren achten.
resistente
Helden, die Ärger und Stress bekämpfen.
Aber haben wir bei diesen zehn nicht jemanden vergessen? Werfen wir noch einmal einen Blick auf das Fußballfeld: Ja, natürlich – die vielen Mittelfeldspieler! Die sind vielseitig, haben keine deutliche Ausprägung, sondern spielen ausgeglichen vorne und hinten, achten darauf, dass nirgends etwas anbrennt. Sie haben eine Balance aus zwei verschiedenen Eigenschaften. Alle diese Typen werden gebraucht für ein gutes Spiel und eine funktionierende Gesellschaft. Denn wenn eine Mannschaft oder ein Team nur aus einer Sorte Typen besteht – z. B. nur aus Stürmern –, funktioniert es nicht. Natürlich wehrt auch einmal ein Stürmer einen Ball ab oder ein Verteidiger schießt ein Tor. Aber die meisten Spieler wie Typen haben einen Bereich, in dem sie sich am wohlsten fühlen.
Der Grund für die verschiedenen Ausprägungen der Persönlichkeit ist die Evolution: Wären wir Menschen alle genau gleich, gäbe es niemanden, der spezielle Probleme lösen und Herausforderungen überwinden kann, keinen, der auch einmal Risiken eingeht, und keinen, der immer die sichere Karte spielt. Daher haben wir im Lauf der Menschheitsgeschichte verschiedene Fähigkeiten entwickelt. Wir alle sind sehr unterschiedlich – nicht nur in unserem Aussehen, sondern auch in unserer Persönlichkeit. Während die einen mutig voranschreiten und Risiken eingehen, gehen die anderen lieber auf Nummer sicher und bleiben bei dem, was sie kennen. Jedes Verhalten bringt Vor- und Nachteile mit sich. Erfahren Sie, was diese Vor- und Nachteile sind und warum sie sich in unserer Evolution entwickelt haben.
Sie werden beim Lesen des Buches die fünf deutlichsten Eigenschaften der Persönlichkeit kennenlernen. Diese basieren auf einem wissenschaftlichen Modell, das als das bestmögliche gilt, um unsere Persönlichkeit einzuschätzen. Die Rede ist von den Big Five. Die Big Five sind das seit mehr als 20 Jahren weltweit am weitesten verbreitete 18und anerkannte Persönlichkeitsmodell. Sie sind quasi das Einmaleins unseres Verhaltens, der Standard zur Menschenkenntnis. Wie funktionieren sie? Kurz gesagt hat man aus einem Wörterbuch alle Eigenschaftswörter herausgeschrieben, die etwas mit unserem Verhalten zu tun haben, und dann Menschen sich selbst und andere anhand dieser Adjektive einschätzen lassen. Dabei wurde festgestellt: Bestimmte Wörter werden immer wieder zusammen genannt, z. B. ordentlich, pünktlich und zielstrebig. Aus diesen Gruppen von Wörtern ließen sich fünf große Charaktereigenschaften bilden:
Extraversion
Offenheit für neue Erfahrungen
Verträglichkeit
Gewissenhaftigkeit
Neurotizismus (emotionale Empfindlichkeit)
Diese fünf Faktoren der Persönlichkeit wurden in Wissenschaft und Forschung in Tausenden von Studien über unser Verhalten eingesetzt (keine Übertreibung, es sind wirklich Tausende) und immer wieder bestätigt, auch in verschiedenen Kulturen und Sprachen rund um die Welt.1 Was in der Wissenschaft gut funktioniert, ist aber für uns Normalbürger oft nicht verständlich und nicht immer im Alltag anwendbar. Daher fasse ich im Typentest diese Erkenntnisse mit eigenen Begriffen zusammen und zeige, wie aus komplexer Wissenschaft im Alltag nutzbares Wissen wird.
Doch weshalb verwende ich für den Typentest eigene Begriffe, anstelle der Big-Five-Begriffe wie Verträglichkeit oder Gewissenhaftigkeit? Bei den Big Five besteht jede Persönlichkeitseigenschaft aus einem sogenannten Faktor mit einer Seite für hohe und einer für niedrige Ausprägungen. Doch wer hat schon gerne eine niedrige Ausprägung – z. B. bei Extraversion, die mit Beschreibungen wie „nicht gesellig“, „nicht kontaktfreudig“ oder „nicht gesprächig“ einhergeht? Diese Darstellungsweise suggeriert, dass es besser sei, eine hohe, „gute“ Ausprägung zu haben und niedrige Ausprägungen schlecht wären. Das schreckt jedoch nicht nur viele Menschen ab, sondern widerspricht auch meinem Grundprinzip, die Persönlichkeit und ihre Eigenschaften nicht wertend, sondern neutral zu betrachten. Deswegen verwende ich eigenständige Namen für beide Seiten einer Ausprägung und stelle sie möglichst ausgeglichen dar. Dazu nutze ich grundlegende psychologische Konzepte, die dem aktuellen Forschungsstand 19entsprechen. Wie sich in Studien gezeigt hat, können durch diese neutralere Herangehensweise die Big Five genauso gut gemessen werden wie mit weniger neutralen Tests.2 Daher zeige ich in diesem Buch von allen Eigenschaften Vor- und Nachteile, Stärken und Schwächen. Denn eine perfekte Persönlichkeit gibt es nicht. Jeder Mensch und jede Persönlichkeit ist einzigartig.
Die Steuererklärung machen oder Chinesisch lernen – vieles im Leben ist kompliziert. Wie oft haben Sie sich schon gewünscht, dass etwas leichter verständlich wäre? Egal ob Ihr Partner, Ihr Chef, Eltern, Kinder oder Sie selbst: Im Typentest wird die Persönlichkeit für jedermann verständlich erklärt. Denn Psychologie und Wissenschaft müssen kein Fachchinesisch sein. Dieses Buch zeigt Ihnen, wie Sie in Ihren eigenen und in den Kopf anderer Menschen hineinblicken können. Tauchen Sie ein in die spannende Welt von Typen und Persönlichkeit. Sie werden Ihre Mitmenschen mit neuen Augen sehen. Sie werden Zusammenhänge bemerken, die Ihnen bisher verborgen geblieben sind. Und Sie werden sehen, wie Sie dieses Wissen im Alltag nutzen und die Persönlichkeit anderer Menschen erkennen können. Kommen Sie mit auf eine Reise in die Persönlichkeit – finden Sie Ihren Typ!
Was ist ein Typ? Anleitung für den Typentest
Typen dienen dazu, die verschieden starken Ausprägungen der Persönlichkeit einfach beschreiben zu können. Ein Typ ist die Zusammenfassung mehrerer Persönlichkeitsmerkmale und entspricht einer deutlichen Ausprägung in einer Eigenschaft. Verhält sich jemand zum Beispiel kontaktfreudig, aktiv und gesellig, schätzen wir diese Person als extrovertierten Typen ein – ist jemand eher zurückhaltend und ruhig, als introvertierten Typen. Liegt jemand in der Mitte von beidem, ist die Person in der Balance.
Ähnlich der Skala auf einem Thermometer gibt es auch eine Skala unserer Persönlichkeit. Wir können darauf sowohl genaue Angaben machen, z. B. Ergebnisse beim Test, als auch Vereinfachte: die Typen. Der Typ sagt etwas über die ungefähre Ausprägung der Persönlichkeit, aber nichts über die Details. Es ist vergleichbar mit den Begriffen warm und kalt: Man kann z. B. alles über 20 °C als warm bezeichnen und alles unter 10 °C als kalt. Eine exakte Aussage über die Temperatur kann man mit diesen Begriffen allerdings nicht treffen. Denn „warm“ kann dann z. B. +24 °C oder auch +42 °C bedeuten. Wir können genauer werden, indem wir 20z. B. „sehr warm“, „ein bisschen warm“ oder „heiß“ sagen. Bei der Persönlichkeit können wir z. B. sagen, jemand ist „ein bisschen extrovertiert“, „sehr extrovertiert“ oder „extrem extrovertiert“. Anders als die Temperatur schwankt unser Verhalten allerdings nicht ständig, sondern ist relativ stabil. Es bewegt sich meist in einem gewissen Rahmen: Jemand, der „sehr extrovertiert“ ist, ist dies mal etwas mehr und mal etwas weniger – oder anders gesagt: liegt zwischen 25 °C und 30 °C. Ein Typ ist eine Vereinfachung, um die genaue Einschätzung einer Person oder eines Verhaltens schnell und anschaulich beschreiben zu können.
Auf den Punkt gebracht:
Wir alle unterscheiden uns durch individuelle Verhaltensweisen: Wie wir denken, fühlen und mit unserer Umwelt umgehen, ist unsere Persönlichkeit. Sie ist größtenteils konstant und in unseren Genen verankert, aber nicht unveränderlich. In der Wissenschaft teilt man diese Persönlichkeit in fünf große Bestandteile ein – die Big Five. Diese können wir wie beim Thermometer auf einer Skala einschätzen. Darauf haben wir eine Ausprägung in eine der beiden Richtungen – oder liegen im mittleren Bereich in der Balance. Der Typentest erklärt diese Persönlichkeitseigenschaften anhand leicht verständlicher Typen und zeigt, was sie im Alltag bedeuten.
Wer kennt das nicht: Während die einen Menschen jeden ansprechen, ununterbrochen wie ein Wasserfall reden und dabei Geschichten und Details aus ihrem Leben zum Besten geben, sind andere lieber für sich allein oder in einer kleinen Gruppe, hören zu und erzählen nur wenig Privates. Und dann gibt es noch sehr viele Menschen dazwischen, die mal kontaktfreudiger und mal zurückhaltender sind. Den meisten Menschen merkt man diese Eigenschaften deutlich an, da sie leicht im Verhalten sichtbar sind.
Wie verhalten Sie sich, worauf richten Sie Ihre Energie?
Welche Spalte trifft eher auf Sie zu:
Introvertiert
Extrovertiert
zurückhaltend
kontaktfreudig
lerne vorsichtig neue Menschen kennen
lerne schnell neue Menschen kennen
bin ruhig und brauche oft Zeit für mich
bin sehr aktiv und oft ruhelos
habe lieber nur wenige Menschen um mich
bin gesellig, gerne und viel unter Menschen
rede wenig
rede viel
Sind Sie eher introvertiert oder extrovertiert oder haben Sie eine Balance aus beidem?
22Nun haben Sie einen ersten groben Eindruck davon, zu welcher Seite Sie eher neigen, oder ob Sie ausgeglichen in der Balance sind. In der Mitte des Buches finden Sie einen ausführlichen Persönlichkeitstest, der eine genauere Einschätzung ermöglicht. Aber betrachten wir zuerst die beiden Eigenschaften im Detail.
Die Charakterzüge introvertiert und extrovertiert sind die bekanntesten Persönlichkeitseigenschaften und auch die, die man am leichtesten im Verhalten erkennt. Fast jeder hat schon einmal von diesen Begriffen gehört und kann etwas damit anfangen: Extrovertiertes Verhalten steht dafür, auf andere Menschen zuzugehen, lebhaft und gesprächig zu sein, also seine Energie nach außen zu richten. Introvertiertes Verhalten steht dafür, sich auf sich selbst zu konzentrieren, zurückhaltend und ruhig zu sein, seine Energie also nach innen zu richten. Hinter diesem Verhalten steckt, dass Extrovertierte einen stärkeren Drang nach sozialen Kontakten und Belohnungen haben, während bei Introvertierten dieser Drang nicht so stark ausgeprägt ist.
Dabei ist es nicht so, dass jemand ausschließlich introvertiert oder extrovertiert ist, sondern jeder Mensch nutzt beide Seiten gemischt: zum Beispiel, wenn jemand auf der Arbeit eher zurückhaltend ist, sich aber privat oft kontaktfreudig verhält. Oder wenn jemand größtenteils ruhig ist, aber immer mal wieder laut und fröhlich in geselliger Runde. Entscheidend ist, wie oft und wie stark jemand zur einen oder zur anderen Seite neigt. Stellen Sie sich dazu eine Linie vor. Ganz auf der linken Seite dieser Linie ist extreme Introversion, ganz auf der rechten Seite extreme Extraversion.
Die meisten Menschen liegen ungefähr in der Mitte davon, das heißt, sie sind leicht auf der einen oder anderen Seite. Viele Menschen sind auch in der Balance zwischen beiden Eigenschaften, neigen mal zur einen und mal zur anderen in etwa gleicher Häufigkeit. Es gibt auch Menschen mit einer extrem starken Ausprägung in eine der beiden Richtungen, aber das ist eher selten und dann sehr deutlich im Verhalten sichtbar. Später mehr dazu.
23Verschiedene Ausprägungen
Susanne ist im Büro sehr extrovertiert: Sie redet ständig mit Kollegen und Kunden, geht dabei aus sich heraus, zeigt viele Emotionen und organisiert häufig Aktivitäten inner- wie außerhalb der Firma, z. B. Feiern und Ausflüge. Daheim oder mit Freunden ergreift sie zwar auch häufig das Wort und steht im Mittelpunkt, hat dort aber auch ab und zu ihre ruhigen Momente, in denen sie lieber nur zuhört oder für sich allein ist. Zusammengefasst ist sie recht deutlich auf der extrovertierten Seite, also ein E-Typ.
Peter dagegen ist im Büro introvertiert: Er arbeitet am liebsten für sich allein und redet meist nur in den Pausen, per Telefon oder bei Meetings mit den Kollegen. Daheim ist er auch eher ruhig, aber unter guten Freunden steht er öfter im Mittelpunkt oder macht Späße. In seinem Kegelklub ist er Vorsitzender und leitet die Treffen, zeigt sich dort also extrovertierter. Zusammengefasst ist er leicht auf der introvertierten Seite, also ein I-Typ.
Beide können sowohl intro- als auch extrovertiert sein, allerdings in unterschiedlicher Häufigkeit. Susanne ist meist deutlich extrovertiert, Peter meist leicht introvertiert.
Die Stärke der Ausprägung zur einen oder anderen Seite hängt damit zusammen, wie stark ausgeprägt der Drang nach Aktivität, Aufregung, Kontakten und Geselligkeit ist. Ist er hoch, so ist dies ein Zeichen für extrovertiertes Verhalten – ist er niedrig, ein Zeichen für introvertiertes.
Introvertiertes und extrovertiertes Verhalten lässt sich in vier Kategorien unterteilen:
Geselligkeit:
I-Typen verbringen ihre Freizeit lieber allein oder mit einigen wenigen ausgewählten Personen und konzentrieren sich auf ihre eigenen Aktivitäten. E-Typen verbringen ihre Freizeit am liebsten unter Menschen, lernen schnell neue Leute kennen und unternehmen häufig etwas mit anderen zusammen.
Ausdrucksstärke:
I-Typen behalten ihre Gefühle mehr für sich, reden weniger und hören eher zu. E-Typen zeigen ihre Gefühle offener – besonders positive Gefühle wie Freude –, reden viel und heitern häufig andere auf.
Aktivität und Aufregung:
I-Typen fühlen sich schneller müde nach anstrengenden Aktivitäten, bei denen sie aus sich herausgehen
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müssen. Sie bevorzugen ruhigere Aktivitäten und Ruhepausen dazwischen, um ihre Energie wieder aufzuladen. E-Typen haben einen höheren Energielevel: Sie suchen aktiv nach Stimulation, aufregenden und abenteuerlichen Aktivitäten, machen nur selten Ruhepausen und scheinen durch diese Aufregung erst richtig Energie zu bekommen.
Selbstbehauptung:
I-Typen lassen sich von anderen ansprechen, übernehmen eher nicht die Führung und arbeiten lieber für sich allein. Sie bleiben im Hintergrund. E-Typen sprechen andere von sich aus an, übernehmen gerne die Führung und haben kein Problem damit, im Mittelpunkt zu stehen.
Diese vier Kategorien hängen zusammen: Wer z. B. eine extrovertierte Ausprägung bei Geselligkeit hat, ist höchstwahrscheinlich auch in den anderen drei Kategorien extrovertiert oder zumindest ausgeglichen. Dass jemand z. B. eine deutliche Ausprägung bei Selbstbehauptung hat, also gern die Führung übernimmt und im Mittelpunkt steht, aber nur eine sehr geringe bei Geselligkeit, also nicht so gern unter Menschen geht, ist möglich, aber unwahrscheinlich. Hat z. B. jemand eine geringe, also introvertierte Ausprägung bei Geselligkeit, ist es wahrscheinlich, dass dies auch in den anderen Bereichen ähnlich ist, die Person also auch dort eine introvertierte Ausprägung hat.
Susanne & Peter
Peter ist ausgeglichen in der Balance bei Geselligkeit – braucht also mal mehr und mal weniger davon –, ist nur wenig ausdrucksstark, braucht nicht allzu viel Aktivität und Aufregung, übernimmt ab und zu die Führung und hat eine durchschnittliche Selbstbehauptung. Zusammengefasst ist er leicht introvertiert.
Susanne dagegen ist sehr gesellig, unternimmt häufig etwas mit anderen, hat eine hohe Ausdrucksstärke, eine nur leicht ausgeprägte Tendenz zu Aktivität und Aufregung – braucht diese also mal mehr und mal weniger häufig – und eine starke Selbstbehauptung, da sie sehr direkt auf andere zugeht. Zusammengefasst ist sie sehr deutlich extrovertiert.
25Frauen & Männer
Wie unterscheiden sich Frauen und Männer in Bezug auf die beiden Charakterzüge introvertiert und extrovertiert? Frauen zeigen im Durchschnitt mehr emotionale Wärme und Nähe als Männer, also mehr Zuneigung, Emotionen und gehen offener mit Gefühlen um. Männer dagegen sind im Durchschnitt entschlossener und waghalsiger bzw. abenteuerlustiger.3 Für die meisten von uns ist dieses Ergebnis wahrscheinlich keine Überraschung. Bedenken Sie aber, dass diese Klischees zwar auf viele, aber bei Weitem nicht auf alle Frauen und alle Männer zutreffen. Es ist völlig in Ordnung, dem Klischeebild nicht zu entsprechen. Mehr zu den Persönlichkeitsunterschieden zwischen den Geschlechtern finden Sie auch in den nächsten Kapiteln und im dritten Teil des Buches.
