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Meist sind es kleine Hindernisse oder Ärgernisse, die Menschen fast täglich das Gefühl von Ärger erleben lassen. Menschen versuchen dann, mit dem erlebten Ärger auf unterschiedliche Art und Weise umzugehen. Das Ärgergefühl an sich ist nicht das Problem! Die Art und Weise, wie eine Person in einer bestimmten Situation reagiert, kann jedoch unpassend sein und zu negativen sozialen, beruflichen sowie auch zu gravierenden gesundheitlichen Konsequenzen führen. Dieser Ratgeber wendet sich an Personen, die sehr häufig intensiven Ärger erleben und sowohl das Ausmaß als auch ihre eigene Reaktion auf Ärgergefühle als unangenehm erleben. Der Ratgeber informiert über die Entstehung von Ärger und über Möglichkeiten, Ärgergefühle angemessen zu verarbeiten. Das Buch liefert eine Vielzahl von Vorschlägen dazu, wie Menschen selbst Einfluss auf ihren Ärger nehmen, dessen Auftreten verringern und lernen können, ihn sozial verträglich sowie gesundheitsförderlich auszudrücken. Anhand von Beispielen und Übungen wird Schritt für Schritt aufgezeigt, wie Betroffene in unterschiedlichen Situationen konstruktive Formen der Ärgerbewältigung einsetzen können. Angehörige von Personen mit Ärgerproblemen erhalten Hinweise, wie sie Betroffene dabei unterstützen können, ihren Ärger sozial-konstruktiv auszudrücken.
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Veröffentlichungsjahr: 2016
Georges Steffgen
Claudia de Boer
Claus Vögele
Mit Ärger konstruktiv umgehen
Ein Ratgeber für Betroffene und Angehörige
Ratgeber zur Reihe Fortschritte der Psychotherapie
Band 34
Mit Ärger konstruktiv umgehen
von Prof. Dr. Georges Steffgen, Dipl.-Psych. Claudia de Boer und Prof. Dr. Claus Vögele
Herausgeber der Reihe:
Prof. Dr. Kurt Hahlweg, Prof. Dr. Martin Hautzinger,
Prof. Dr. Jürgen Margraf, Prof. Dr. Winfried Rief
Begründer der Reihe:
Dietmar Schulte, Klaus Grawe, Kurt Hahlweg, Dieter Vaitl
Prof. Dr. rer. nat. Georges Steffgen, geb. 1961. Seit 2002 Professor für Sozial- und Arbeitspsychologie an der Universität Luxemburg.
Dipl.-Psych. Claudia de Boer, geb. 1962. Seit 1997 Psychotherapeutin in eigener Praxis in Luxemburg.
Prof. Dr. phil. Claus Vögele, geb. 1958. Seit 2010 Professor für Klinische Psychologie und Gesundheitspsychologie an der Universität Luxemburg.
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Satz: ARThür Grafik-Design & Kunst, Weimar
Format: EPUB
1. Auflage 2016
© 2016 Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG, Göttingen
(E-Book-ISBN [PDF] 978-3-8409-2653-2; E-Book-ISBN [EPUB] 978-3-8444-2653-3)
ISBN 978-3-8017-2653-9
http://doi.org/10.1026/02653-000
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Einleitung
Wie nutze ich dieses Buch?
Als betroffene Person
Als Angehöriger einer betroffenen Person
1 Ärger – Was ist das eigentlich?
1.1 Was genau ist unter Ärger zu verstehen?
1.2 Wie äußert sich Ärger?
1.2.1 Die erste Phase: Die Ärgerauslösung
1.2.2 Die zweite Phase: Der Ärgerzustand und die Ärgerbewältigung
1.2.3 Die dritte Phase: Die Ärgerstabilisierung
1.3 Wie entwickelt sich das Ärgergefühl?
1.4 Wer ärgert sich häufiger und intensiver?
1.5 Hat Ärger positive Funktionen?
1.6 Was sind die Folgen von Ärger?
2 Wie kann ein Ärgerproblem erkannt und wann sollte es verändert werden?
2.1 Wann spricht man von einem Ärgerproblem?
2.2 Wie erkennt man ein Ärgerproblem?
2.3 Ist ein Ärgerproblem gleichzusetzen mit einer Ärgerstörung?
2.4 Wann ist es sinnvoll den Ärger zu verändern?
3 Was kann bei einem Ärgerproblem getan werden?
3.1 Was kann ich selbst gegen mein Ärgerproblem unternehmen?
3.2 Welche psychotherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten werden bei Ärgerproblemen angeboten?
3.3 Wie können Angehörige oder Freunde bei einem Ärgerproblem helfen?
4 Sechs Schritte hin zu einem konstruktiven Umgang mit Ärger
4.1 Erster Schritt: Wie motiviere ich mich meinen Ärger zu ändern?
4.2 Zweiter Schritt: Ärger unter der Lupe! Wann und wie ärgere ich mich?
Zur Situation
Zu Ihrem Organismus
Zu Ihren körperlichen Begleiterscheinungen (Rkörp)
Zu Ihren Gefühlen (Remot)
Zu Ihren Gedanken (Rged)
Zu Ihrem Handlungsimpuls
Zu Ihrem Verhalten (Rverh)
Zu Ihren kurzfristigen Konsequenzen (Kkurz)
Zu Ihren langfristigen Konsequenzen (Klang)
4.3 Dritter Schritt: Nur nicht aufregen! Aber wie?
Die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson
Kurzentspannungsmethoden
Entspannung in Ärgersituationen mittels Drehbuch
4.4 Vierter Schritt: Ärger entsteht durch die eigenen Gedanken! Was tun?
4.4.1 Auslösegedanken verändern
4.4.2 Denkfehler erkennen und abbauen
4.5 Fünfter Schritt: Wie sage ich es dem anderen? Ärger angemessen ansprechen
Ärger selbstbewusst ansprechen
Kompromisse aushandeln
Grenzen setzen und Nein sagen
Umgang mit Kritik
4.6 Sechster Schritt: Was ist das Problem? Ärger individuell angemessen bewältigen
Zum Abschluss
Anhang
Zitierte Literatur
Literaturempfehlungen
Arbeitsblätter
Kennen Sie diese oder ähnliche emotionale Reaktionen von sich oder von anderen?
Beispiel:
Herrn H. platzt immer wieder der Kragen. Sowohl in seinem beruflichen als auch im privaten Bereich bleiben seine Mitmenschen nicht von seinen Ärgerausbrüchen verschont. Immer dann, wenn Dinge sich nicht nach seinen Vorstellungen entwickeln, oder er sich in seinen Handlungen oder Zielen behindert fühlt, merkt er, wie der Ärger mehr und mehr in ihm hochkommt bis er diesen nicht mehr kontrollieren kann und einen Wutausbruch erlebt. Mitmenschen haben sich von ihm schon abgewendet, so dass er sich zunehmend isoliert fühlt. Er erlebt immer häufiger Phasen der Mutlosigkeit und Depression.
Beispiel:
Frau S. ärgert sich immer wieder über andere und weiß dann nicht, wie sie reagieren soll. Um Konflikten mit anderen aus dem Weg zu gehen, schluckt sie den Ärger dann meistens runter. Aber der Ärger wird dadurch nicht weniger, vielmehr rumort er in ihr weiter und sie wird ihn nicht los. Ihr „Dauerärger“ führt zu hoher „Daueranspannung“ und zu Kopfschmerzen. Sie hat dadurch einen hohen Konsum von Schmerzmitteln, was sie sehr stört. Zudem belastet es sie, dass sie manchmal dann doch ihrem Ärger „Luft“ macht und das dann leider oft in unpassenden Situationen und gegenüber Personen in ihrer Umgebung, die mit dem eigentlichen Ärgernis nichts zu tun haben. Im Nachhinein fühlt sie sich schlecht und macht sich Vorwürfe.
Menschen erleben fast täglich das Gefühl von Ärger. Meist sind es die kleinen Hindernisse oder Ärgernisse, die den Ärger scheinbar hervorrufen. Verschiedene Situationen können dabei den Ärger mit auslösen, der dann in unterschiedlicher Stärke und Dauer erlebt wird.
Menschen versuchen dann mit dem erlebten Ärger auf unterschiedliche Art und Weise umzugehen. Typische Ärgerreaktionen zeigen sich darin, dass |8|jemand seinen Ärger lautstark gegen andere richtet, z. B. wie Herr H. laut schimpft oder herum schreit, oder aber, dass eine Person den Ärger unterdrückt, quasi „runterschluckt“, beispielsweise wie Frau S. Beide Verhaltensweisen sind Reaktionen, die jeder Mensch zeigen kann.
Merke:
Das Ärgergefühl an sich ist nicht das Problem! Problematisch wird es erst, wenn eine Person immer nur auf eine Art reagiert, und sie diese Reaktion auch in unpassenden Situationen immer wieder zeigt. Häufig und intensiv erlebter Ärger kann dann sowohl zu negativen sozialen, berufsbezogenen als auch zu gravierenden gesundheitlichen Konsequenzen führen.
Dieser Ratgeber wendet sich an Personen, die sehr häufig intensiven Ärger erleben und sowohl das Ausmaß als auch ihre eigene Reaktion auf Ärgergefühle als unangenehm erleben. Wenn Sie zu diesen Personen gehören, können Sie sich hier über die Entstehung von Ärger und über Möglichkeiten einer für Sie angemessenen Verarbeitung von Ärgergefühlen informieren.
In diesem Buch finden Sie eine Vielzahl von Vorschlägen, wie Sie selber Einfluss auf ihren Ärger nehmen können. Zum einen, um dessen Auftreten zu verringern und zum anderen, um zu lernen, ihn sozial verträglich sowie gesundheitsförderlich auszudrücken.
Bedingt dadurch, dass Ärger individuell sehr variabel erlebt und bewältigt wird, ist es nicht sinnvoll eine standardisierte Vorgehensweise mit Ärger vorzugeben, welche jeder Betroffene verwenden sollte. Vielmehr ist nach dem Motto zu verfahren: Viele Wege führen nach Rom, d. h. Betroffene sollen lernen, in unterschiedlichen Situationen auch unterschiedliche, jedoch hilfreiche und sinnvolle Formen der Ärgerbewältigung zu nutzen.
Im ersten Teil des Buches wird erklärt, was Ärger eigentlich ist und wie er funktioniert. Im zweiten Teil wird dann erläutert, wann Ärger zu einem Pro|9|blem wird, und im dritten Teil, was bei einem Ärgerproblem getan werden kann.
Im vierten Teil dieses Bandes werden dann konkrete Ansatzpunkte und Übungen aufgezeigt, die Betroffenen ermöglichen erste Schritte zu unternehmen, um in Zukunft konstruktiv und angemessen mit ihrem Ärger umzugehen.
Der Ratgeber bezieht sich dabei durchgängig auf den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand über Ärger und dessen Bewältigung.
Angehörige von Personen mit Ärgerproblemen können diesen Ratgeber dazu nutzen, mehr über die Entstehung und den Ablauf von Ärger und Ärgerproblemen zu erfahren. Auch wenn bei der Ärgerbewältigung primär der Betroffene selber gefordert ist, so können Angehörige doch lernen, betroffene Personen, die ihnen nahestehen, zu unterstützen mit Ärger sozial konstruktiv und angemessen umzugehen. Hierzu gibt der vorliegende Ratgeber ebenfalls Hinweise.
Luxemburg, Januar 2016
G. Steffgen, C. de Boer und C. Vögele
