Mit dem Motorrad in Skandinavien - Anja Jarosch - E-Book

Mit dem Motorrad in Skandinavien E-Book

Anja Jarosch

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Beschreibung

Dieses eBook richtet sich speziell an Motorradreisende, die eine Tour nach Skandinavien planen. Neben dem persönlichen Reisebericht der beiden Autoren enthält das Buch viele nützliche Tipps und Informationen darüber, wie ein Motorrad-Urlaub in Norwegen und Schweden zum Erfolg wird - als Ergänzung zu den üblichen Reiseführern.

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Seitenzahl: 103

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Einleitung

Lieber Leser,

um einem etwaigen Missverständnis vorzubeugen, möchten wir eines gleich zu Beginn klarstellen: Dies ist keinReiseführer. Falls Sie also umfassende und detaillierte Informationen über die Länder Norwegen und Schweden suchen, so ist diese eBook nicht das richtige für Sie.

Wenn Sie jedoch planen, mit dem Motorrad und einem Zelt nach Norwegen und Schweden zu fahren, dann könnte dieses Buch für Sie sehr nützlich sein. Neben den einzelnen Berichten über die Etappen unserer Skandinavien-Tour im Juni/Juli 2015 enthält es nämlich viele Informationen und Tipps speziell für Motorradfahrer, die wir auf unserer Reise zusammengetragen haben.

Konkret handelt es sich hierbei um eine Zusammenfassung der Skandinavien-Artikel unserer Website – www.in-fremden-Gefilden.de – im praktischen Mitnahmeformat. Falls Sie also im Urlaub über einen guten Internet-Zugang verfügen, können Sie die Artikel auch jederzeit online abfragen und brauchen dieses Buch nicht zu kaufen. Auch sonst könnte sich ein Besuch auf unserer Website für Sie lohnen, denn dort finden Sie nicht nur weitaus mehr Fotos, als wir in dieses eBook packen konnten, wir ergänzen die Website auch regelmäßig um weitere Tests, Informationen und Berichte. Schauen Sie doch einmal vorbei, wir freuen uns!

Der Aufbau dieses Buches

Auf den nächsten Seiten finden Sie zuerst einmal einen kurzen Überblick darüber, wer wir überhaupt sind.

Gleich danach haben wir die Artikel eingefügt, die eher allgemeiner Natur sind – also Informationen über die verschiedenen Fährverbindungen nach Skandinavien, über diverse landestypische Besonderheiten, über das „Überleben“ im teuren Norwegen und ähnliches. Dabei liegt der Schwerpunkt der Berichte vorwiegend auf Norwegen, doch für Schweden gilt weitestgehend das gleiche.

Zu guter Letzt schließlich finden Sie die einzelnen Reiseberichte über die von uns gefahrenen Etappen, samt genauer Routenführung, Länge und Dauer sowie jeweils mindestens einer empfehlenswerten Übernachtungsmöglichkeit (wobei es sich hierbei ausnahmslos um Campingplätze handelt).

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen. Und falls Sie während einer eigenen Skandinavien-Tour mit dem Motorrad Erkenntnisse sammeln können, die wir hier oder auf unserer Website noch nicht veröffentlicht haben, dann teilen Sie uns diese doch mit! Wir veröffentlichen sie gerne unter Angabe Ihres Namens auf unserer Site.

München, im Januar 2016

Anja Jarosch und Marvin Tobisch

Über uns

Anja

Wenn ihr auf den Fotos in diesem eBook oder auf unserer Website unsere Gesichter seht, so wird euch vielleicht auffallen, dass ich ein klitzeklein wenig älter aussehe als Marvin.

Nun, das liegt nicht an meinem ungesunden Lebenswandel, sondern daran, dass ich es tatsächlich bin. Deutlich älter sogar. Da diese Altersstruktur jedoch eher ungewöhnlich ist, sorgt das bei den Leuten, die uns neu kennenlernen, meist für eine gewisse Irritation. Doch nach kurzer Zeit haben sie sich daran gewöhnt und stellen fest, dass wir eigentlich ein ganz normales (und sehr glückliches) Paar sind. Zum ersten Mal begegnet sind Marvin und ich uns 2008, seit Anfang 2010 leben wir zusammen – und wir haben auch nicht vor, in absehbarer Zukunft etwas daran zu ändern. Gut. Nachdem das jetzt geklärt ist, weiter im Text :-).

Wie ich ja soeben zugegeben habe, habe ich ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel als Marvin. Und diese Jahre habe ich unter anderem damit verbracht, die verschiedensten Motorradreisen in nähere und weiter entfernte Länder zu organisieren und auszuführen. So war ich zum Beispiel mit meinem Motorrad in den Pyrenäen, auf Sizilien, auf Korsika, bin von St. Petersburg quer durch die Baltenstaaten Estland, Lettland und Litauen nach Berlin gefahren, und so weiter – vielleicht werde ich irgendwann einmal davon berichten.

Umso toller war es für mich natürlich, dass Marvin diese Leidenschaft von Anfang an mit mir geteilt hat. So konnte ich mittlerweile einige meiner Erfahrungen mit ihm zusammen wiederholen (was die Reisen jedes Mal enorm aufgewertet hat) und auch schon einige neue Gefilde erobern.

Welche Hobbys ich außerdem noch habe? Nun, ich liebe Computer (habe nicht ohne Grund Informatik studiert), lese, schreibe, spiele gerne (letzteres sowohl digital als auch analog), treibe regelmäßig Sport und koche (und esse) am liebsten ideen- und abwechslungsreiche Küche. Regelmäßige Treffen mit Familie und Freunden, Kinofilme und diverse handwerkliche Tätigkeiten dürfen natürlich auch nicht fehlen – kurz: Mir ist nie langweilig!

So. Ich denke, mehr Details aus meinem Privatleben brauche ich hier nicht zu verraten, schließlich geht es primär um unsere Reisen. Und nun lasse ich Marvin auch noch mal zu Wort kommen ;-).

Marvin

Fremde Menschen und Kulturen kennenlernen, reichlich Motorrad fahren und das digitale Leben erforschen – würde man mich nach meinen Hobbys fragen, würde man diese Dinge vermutlich recht schnell in keiner bestimmten Reihenfolge zu hören bekommen (also na gut, viel Zeit mit Computerspielen verbringe ich wohl auch, aber das hört sich nicht ganz so edel an, also psst!).

Umso mehr freut es mich, dass ich mit Anja und unserer Website www.in-fremden-gefilden.de eine Möglichkeit gefunden habe, zumindest die ersten drei Freizeitbeschäftigungen in einem Projekt zu vereinen: Eine Gelegenheit, aus den heimischen vier Wänden auszubrechen, um mit dem Motorrad neue Welten zu erkunden und die Abenteuer voller Elan auf unserer selbstgebastelten Webseite mit anderen zu teilen. Ich hoffe, das Ganze macht euch beim Zuschauen und Mitlesen genau so viel Spaß wie mir beim Erleben und Erstellen!

Wenn nicht auf der Website, so verbringe ich meine Freizeit oft mit dem Lesen von unsäglich langen Buchbänden bzw. dem Spielen von unsäglich langen Rollenspielen, gehe aber auch ab und an mit zunehmender Begeisterung ins Fitnessstudio. Auch entwickle ich immer mehr eine gewisse Wertschätzung für gute Küche und befinde mich seit geraumer Zeit auf der scheinbar ewig-währenden Suche nach dem perfekten Pizza-Rezept (nein ehrlich, wenn ihr eins kennt, bitte sofort mailen!).

Im Vergleich zu Anja habe ich die Welt mit dem Motorrad noch nicht ganz so ausführlich bereist, sitze aber schon seit ich denken kann im motorisierten Sattel – auch wenn der damals mit einer 80cmm-Maschine noch wirklich klein war. Tatsächlich international wurde das Hobby dann aber erst mit unserer Italien-Reise in 2010, die auch unser erster gemeinsamer Urlaub und für mich ein absolut faszinierendes Erlebnis war. Spätestens als ich in 2000 Metern Höhe über enge Bergpässe gefahren und aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen bin, wusste ich: Das wird wiederholt! Und was aus diesem Vorhaben geworden ist, seht ihr ja nun in aller Ausführlichkeit vor euch :-]

Überleben im teuren Skandinavien

Norwegen – auch mit kleiner Reisekasse möglich

Norwegen ist berüchtigt dafür, besonders teuer zu sein. Hier ein paar Tipps, wie man dort auch ohne zusätzlichen Bankkredit einen Urlaub verbringen kann.

Geschrieben am 14. Januar 2016 von Anja

Das Einkaufen in Skandinavien wird umso teurer, je weiter man nach Norden kommt. Unterscheidet sich Dänemark preislich nur wenig von Deutschland, so muss man in Schweden schon etwas tiefer in die Tasche greifen. Wer jedoch z.B. die Lebenshaltungskosten einer Stadt wie München gewöhnt ist, den kann auch das noch nicht sonderlich beeindrucken. So richtig heftig wird es aber in Norwegen. Da haben selbst wir, als chronische Bioladen-Einkäufer, häufiger mal geschluckt.

In einem der Reiseführer, die ich gelesen habe, hieß es, man solle die Norweger nicht auf diese Preisproblematik ansprechen, schließlich wären sie selbst genauso davon betroffen. Nun, das hatte ich auch gar nicht vor (das Ansprechen meine ich), aber unabhängig davon glaube ich, dass die Bewohner Norwegens sich trotzdem nicht so schwer dabei tun, ihre hohen Lebenshaltungskosten zu bezahlen – ist doch ihr Einkommen ungleich höher als unseres.

A Song of Oil and Money

Der Wohlstand des Landes Norwegen resultiert vorrangig aus den reichen Öl- und Gasvorkommen und das schlägt sich auch im allgemeinen Einkommensniveau nieder. Laut dem Internationalen Währungsfonds hatten die Norweger 2013 ein durchschnittliches Einkommen von mehr als 4.800 Euro monatlich (zum Vergleich: in Deutschland waren das im selben Jahr rund 2.600 Euro im Monat).

Ich neide den Norwegern ihr ansehnliches Einkommen nicht. Aber konkret bedeutet das für uns nicht ganz so betuchte Reisende, doch ein wenig genauer hinzusehen, wenn der Urlaub nicht übermäßig teuer werden soll. Hier ein paar Tipps, wie das Überleben in finanzieller Hinsicht leichter wird.

Campingplätze sind günstig

Bis auf eine Ausnahme waren die Campingplätze, die wir besucht haben, allesamt billiger als z.B. in Italien oder Frankreich. Im Durchschnitt kostete uns eine Übernachtung 25,00 Euro (2 Personen, 2 Motorräder, ein kleines Zelt, kein Strom) bei durchwegs guter Ausstattung und schönen Plätzen. Da kann man nicht meckern, in Italien sind wir dafür meist um die 35,00 Euro losgeworden.

Eine Besonderheit auf norwegischen Campingplätzen ist jedoch, dass man so gut wie immer für das Duschen extra bezahlen muss. Meist kauft man sich beim Check-in einen besonderen Token dafür. Mit so einem Duschchip für um die 10 – 20 NOK kann man dann zwischen 3 und 10 Minuten (je nach Campingplatz) duschen. Am besten erkundigt man sich, wie lange der Token das Duschen erlaubt, und kauft ggf. ein paar mehr. Nicht benötigte Token können beim Verlassen des Platzes wieder zurückgegeben werden (und man erhält sein Geld wieder), was allemal besser ist, als voll eingeseift plötzlich ohne warmes Wasser dazustehen :-). Ganz Hartgesottene können natürlich auch von vorneherein auf warmes Wasser beim Duschen verzichten – Kaltwasser gibt es nämlich immer kostenlos.

Ein Tipp für Paare: Viele Plätze haben auch eine oder mehrere Familienduschen, die man gemeinsam benutzen kann. Neben den dadurch gesparten Duschmarken hat das auch einen nicht zu vernachlässigenden sozialen Faktor. Darüber hinaus sind diese Familienduschen angenehm geräumig. Man sollte jedoch darauf achten, einer „echten“ Familie mit Kleinkindern nicht unbedingt die einzig vorhandene Familiendusche vor der Nase wegzuschnappen.

Auch der Strom kostet extra – doch das ist in Italien, Frankreich, etc. ja auch nicht anders. Wir haben unsere ladebedürftigen Elektrogeräte (insbesondere Handys und Helm-Funk) daher grundsätzlich an unseren Motorradsteckdosen geladen (passende Adapter gibt es in Elektro- und Outdoor-Läden), die Helm-Interkoms über Nacht, die Handys während des Fahrens in der Jackentasche, mit entsprechend langem USB-Kabel. Hat wunderbar funktioniert. Nur einmal hatte ich Startprobleme mit meiner BMW, weil ich nicht nur die Interkoms, sondern auch zwei Fotoapparate in derselben Nacht geladen habe. Das hat mir meine Motorrad-Batterie dann doch ein wenig übel genommen und die BMW ist nur sehr unwillig angesprungen.

In ca. der Hälfte der von uns besuchten Campingplätze musste man auch für das Benutzen der Kochplatten extra bezahlen – doch darauf komme ich im nächsten Abschnitt zurück.

Selbst kochen spart enorm viel Geld

In unseren Italien-Urlauben haben wir nie Kochgeschirr dabei, sondern gehen jeden Tag in eine Pizzeria. Das Essen ist dort so günstig, da lohnt sich das Kochen kaum. Anders in Norwegen, hier gehören Restaurantbesuche mit zum Teuersten, was man sich antun kann. In der Pizza-Kette „Peppes Pizza“ in Bergen z.B. kostet eine einzelne Pizza im Schnitt 30,00 Euro.

Uns war schon von vorneherein bewusst, dass die Skandinavien-Tour keine Schlemmerfahrt wird. Daher haben wir Kochtöpfe, Teller und Besteck eingepackt und uns während unseres Aufenthaltes in Norwegen nahezu ausschließlich von aufgewärmten Dosen ernährt. Die kann man in ausreichender Vielfalt (wobei Fleischklöpse in irgendwelchen Soßen auf alle Fälle vorherrschend sind) in den Supermärkten vor Ort kaufen (Öffnungszeiten beachten – an Sonntagen haben sie mancherorts geschlossen). Auch Brot für das Frühstück und halbwegs haltbaren Brotbelag gibt es dort, ganz toll für uns Motorradfahrer ist z.B. die Erdbeermarmelade in der Quetschflasche :-). Die Preise sind ähnlich denen in Deutschland – wenn auch keine Discounterpreise.

Jeder Campingplatz, den wir besucht haben, hatte eine ausreichend ausgestattete Küche für die Campinggäste, wo man sich das Essen aufwärmen konnte. Bei ungefähr der Hälfte der Plätze mussten wir für das Benutzen der Kochplatten jedoch auch einen Token erwerben, ähnlich wie beim Duschen. Meist war das billig (so um die 2 Euro für eine halbe Stunde oder länger), aber wer sich das ebenfalls sparen möchte, sollte einen eigenen Kocher mitbringen. Oder sich die Kochplatte mit anderen Gästen teilen, oft reicht die Zeit, um mehrere Mahlzeiten zuzubereiten.

Zum Frühstück haben wir uns immer je eine Tüte Instant-Cappuccino mit heißem Wasser aufgegossen. Hierfür benötigt man keine Kochplatte, das Heißwasser aus dem normalen Wasserhahn war eigentlich immer heiß genug. Und die Trinkwasserqualität ist sehr gut – mit dem kalten Wasser kann man sich auch die Wasserflaschen füllen und spart teure Limonaden.

Ein paar Schokoriegel für unterwegs sind gut gegen den schnellen Hunger. Hat man Lust auf etwas Warmes, so kann man in den größeren Tankstellen oder in den an manche Tankstellen angeschlossenen Supermärkten Hotdogs und Sandwiches für umgerechnet um die 6,00 Euro kaufen. Das ist nicht gerade ein Schnäppchen, aber die Dinger schmecken gar nicht mal so schlecht und halten eine Weile satt. Auch die an vielen Stellen erhältlichen Waffeln sind günstig und schmecken gut. Alternativ kann man sich beim Frühstück natürlich auch ein paar Brote schmieren und diese unterwegs verspeisen.

Auf Alkohol verzichten