Mit der großen Armee 1812 - Julius Hahn - E-Book
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Julius Hahn

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Beschreibung

In "Mit der großen Armee 1812" schildert Julius Hahn die Ereignisse des Russlandfeldzugs von 1812. Russlandfeldzug von 1812 stellt die erste Phase des Sechsten Koalitionskriegs dar, in dem sich Frankreich und Russland mit ihren jeweiligen Verbündeten gegenüberstanden. Der Feldzug endete nach anfänglichen französischen Erfolgen in einer der größten militärischen Katastrophen der Geschichte. Nach der vollständigen Vertreibung der Grande Armée vom russischen Territorium mündete der Feldzug Anfang 1813 in die zweite Kriegsphase: In den Befreiungskriegen gingen zunächst Preußen, dann Österreich und später die von Frankreich dominierten deutschen Rheinbundstaaten auf die antinapoleonische Seite über, die 1814 Frankreich besiegte und Napoleon zur Abdankung zwang.

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Veröffentlichungsjahr: 2023

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Julius Hahn

Mit der großen Armee 1812

Nach dem Bericht eines Mitkämpfers
e-artnow, 2023 Kontakt: [email protected]

Inhaltsverzeichnis

I. Die Schicksale der großen Armee.
II. Die Erlebnisse eines Mitkämpfers.
Auf dem Marsche nach Moskau.
Moskau.
Im Quartier.
Der Rückzug.
Der Übergang über die Beresina.
Hunger und Kälte.
Trennung und Wiederfinden.
Beinahe am Ziel.
Wenn die Not am höchsten ...
Ein Asyl.
Geborgen.

Es gibt wenige Ereignisse in der Weltgeschichte von so folgenschwerer, erschütternder Bedeutung wie Napoleons unglücklichen Feldzug gegen Rußland. Der Günstling des Glücks erlebte hier, nachdem er bis zur Sonnenhöhe des Ruhmes emporgestiegen war, einen niederschmetternden Mißerfolg, der den gänzlichen Zusammenbruch seines Reiches nach sich zog. Es war keine unmögliche Aufgabe noch die Übermacht der Elemente, die den Eroberer zugrunde richtete, sondern er selbst beging im Laufe des Feldzuges eine Reihe verhängnisvoller Fehler, die sein Heer um den Erfolg betrogen und schließlich dem Verderben auslieferten. Er selbst vernichtete die Waffe, mit der er bisher die Völker unterjocht hatte. Zu allen Mißerfolgen kamen dann zuletzt noch die Schrecken des russischen Winters hinzu, und was dem Schwerte entronnen war, wurde von Kälte und Hunger hinweggerafft. So vollendete sich bei den Zeitgenossen der Eindruck eines ungeheuren Gottesgerichtes, das den frechen Verächter göttlicher und menschlicher Gebote auf den Schneefeldern Rußlands ereilte, und dieser Glaube gab den Befreiungskriegen ihre religiöse Weihe. Es wäre heilsam, wenn er auch in der Nachwelt lebendig bliebe. Wir wollen in dieser Schrift die Erinnerung an das Jahr 1812 wieder wachrufen und ein Gemälde der großen Tragödie entwerfen, das durch die persönlichen Erlebnisse eines Mitkämpfers an Lebenswahrheit gewinnen wird.

I. Die Schicksale der großen Armee.1

Inhaltsverzeichnis

Napoleon hatte bereits im Jahre 1807 mit Rußland die Waffen gekreuzt, als es mit dem schwerbedrängten Preußen verbündet war. Im Frieden zu Tilsit überließ er dem Zar Alexander das schwedische Finnland und ein Stück von Preußisch-Polen, das dem neugebildeten, Herzogtum Warschau verloren ging. Dafür trat Rußland der Kontinentalsperre bei und hielt Frieden, während er sich mit Spanien und Österreich auseinandersetzte. Als Napoleon aber auf der Höhe seiner Macht stand, schwand die Rücksicht auf seinen russischen Freund, dessen Machtstellung seinem Ehrgeiz unerträglich war. Überdies wurde sein Ansehen durch Mißerfolge gegen England und Spanien vor dem eigenen Volke und dem Ausland erschüttert. Das trieb ihn zu der neuen Unternehmung, die allen bisherigen Ruhm überstrahlen sollte. Im Dezember 1810 verjagte Napoleon ohne jeden Grund den Herzog von Oldenburg aus seinem Lande, obwohl er mit dem Zaren eng verwandt war. Die Antwort ließ nicht auf sich warten: Alexander hob die Kontinentalsperre auf. Er war für immer mit Napoleon fertig.

Das Jahr 1811 verlief auf beiden Seiten mit gewaltigen Kriegsrüstungen. Auf diplomatischem Gebiet ließ Napoleon sich mehrere Vorteile entgehen: Schweden, der natürliche Feind Rußlands, wurde vom Zaren durch die Zusicherung Norwegens gewonnen. Die Türken, nicht minder feindselig gesinnt, schlossen im Mai 1812 mit Rußland Frieden. So wurden im Laufe des Feldzuges zwei bedeutende russische Heere gegen die Franzosen frei. Überdies zahlte England seit dem Juli 1812 bedeutende Hilfsgelder.

Doch Napoleon trotzte auf die Stärke seines Heeres. Abgesehen von den bedeutenden Streitkräften, die er in Spanien, Frankreich und Italien zurückließ, brachte er etwa 600 000 Mann, wovon zwei Drittel Verbündete der Franzosen waren, zum Kampfe gegen Rußland auf. Diese ungeheure Masse wälzte sich im Frühjahr 1812 der russischen Grenze zu. Proviant für vierzig Tage wurde auf 6000 Fahrzeugen nachgeführt. In Rußland sollte dann die weitere Verpflegung aus Magazinen stattfinden, die von Danzig und Thorn aus womöglich auf dem Wasserwege gefüllt werden konnten. Wegen der ungeheuren Menge von Pferden (330 000), die zur Hälfte unterwegs aus Deutschland einfach weggenommen worden waren, wurde der Feldzug hinausgeschoben, bis im Mai die Grasfütterung begann. Doch waren bereits an der Grenze zahllose Reiter unberitten: ein böses Vorzeichen für die kommenden Strapazen. Die Russen brachten während des ganzen Krieges nur 430 000 Mann ins Feuer, die zum großen Teil nicht einmal militärisch ausgebildet waren. Indessen ersetzten sie diese Mängel durch glühende Vaterlandsliebe und den gemeinsamen Glauben. Auch bekamen sie im eigenen Lande bessere Verpflegung und bedeutende Verstärkungen, während das französische Heer rasch zusammenschmolz.

Am 12. Juni kam Napoleon von Dresden, wo er alle »verbündeten« Fürsten noch einmal um sich versammelt hatte, in Königsberg an. Sein Heer war bis zum Njemen vorgerückt, der die Grenze zwischen Rußland und dem Herzogtum Warschau bildete. Er wußte, daß die Russen seinen Angriff in Litauen erwarteten und in einem sehr verfehlten Kriegsplan zwei sog. Westarmeen gebildet hatten. Die erste, unter dem Kriegsminister Barclay de Tolly, einem Livländer (110 000 Mann), stand bei Wilna, der alten Hauptstadt von Litauen, und konnte sich bei einem Angriff hinter die Düna in das befestigte Lager von Drissa zurückziehen. Die zweite viel kleinere Westarmee unter dem Fürsten Bagration (40 000 Mann) stand zwanzig Meilen weiter südlich bei Wolkowisk und sollte den Franzosen in den Rücken fallen. Die übrigen Heere waren noch in der Sammlung begriffen oder weit entfernt in Finnland und an der Donau. So waren die russischen Streitkräfte in gefährlicher Weise zersplittert und einer ungeheuren Übermacht preisgegeben.

Napoleon gedachte seine Vorteile auszunutzen. Er selbst übernahm den Oberbefehl über das Hauptheer, das aus den Kaisergarden unter Lefebvre, Mortier und Bessières, dem I., II., III. Armeekorps unter Davout, Oudinot und Ney und aus den ersten beiden Kavalleriekorps unter Nanfouty und Montbrun zusammengesetzt war. Mit dieser Heeresmacht wollte er den Gegner bei Wilna schlagen und sich wie ein Keil Zwischen die beiden russischen Heere schieben. Sein Stiefsohn Eugen Beauharnais, der Vizekönig von Italien, befehligte das IV. Armeekorps. Außerdem war ihm Gouvion St. Cyr mit dem VI. (bayrischen) Korps und Grouchy mit dem III. Kavalleriekorps zugeteilt. Dieses kleinere Heer sollte den Kaiser unterstützen und seine rechte Flanke decken. Noch weiter rechts rückwärts bei Warschau stand sein Bruder Jérôme mit dem V. (polnischen), VII. (sächsischen), VIII. (westfälischen) Armeekorps und dem IV. Kavalleriekorps, die von den Generälen Poniatowski, Reynier, Vandamme und Latour-Maubourg befehligt wurden. Dieses Heer stand in der Erwartung eines russischen Angriffs weit zurück und sollte später gegen Bagration Verwendung finden. Das IX. Korps des Marschalls Victor war noch in der Bildung begriffen. Den linken gegen die Festung Riga bestimmten Flügel bildete Macdonald mit dem X. Korps, zu welchem die Preußen gehörten. Endlich auf dem rechten Flügel des Riesenheeres in der Gegend von Lemberg befehligte Fürst Schwarzenberg die Österreicher.

Am 24. und 25. Juni überschritt Napoleon auf mehreren Brücken bei Kowno den Njemen, den sechs Monate später nur die wenigsten wiedersehen sollten, und rückte in Eilmärschen auf Wilna. Doch die Russen, in deren Mitte der Zar weilte, warteten die Schlacht nicht ab, die ihr sicherer Untergang gewesen wäre, sondern zogen sich noch rechtzeitig zurück und retteten sich vor der drohenden Umklammerung. Nun hoffte Napoleon, wenigstens Bagration abfangen zu können. Davout eilte nach Minsk, um ihn im Osten abzuschneiden; Schwarzenberg näherte sich von Süden, und Jérôme wurde von Westen gegen die zweite Westarmee gehetzt. Allein als er den Befehl erhielt, hatte er noch nicht einmal Grodno erreicht, dann kam er nicht rasch genug vorwärts. Kurz, es gelang Bagration, nach Bobruisk zu entkommen, Napoleons Zorn war groß: Jérôme verließ gekränkt das Heer, nachdem der tüchtige Vandamme ihm bereits den Gehorsam gekündigt hatte und dem unfähigen Junot gewichen war. So endete Napoleons erste groß angelegte Unternehmung mit einem völligen Mißerfolg. Dazu kam, daß infolge der glühenden Hitze und nachfolgender endloser Regengüsse sich die französischen Reihen außerordentlich gelichtet hatten. Die riesigen Entfernungen stellten an die Kräfte der überanstrengten Soldaten unerhörte Anforderungen. Außerdem fehlte es an Verpflegung, weil die Proviantwagen auf den schlechten Wegen den rasch vordringenden Truppen nicht folgen konnten. Auf der Straße nach Wilna waren allein 10 000 Pferde liegen geblieben, auch mußten in dieser Stadt 80 Geschütze zurückgelassen werden.

Fast drei Wochen hielt sich Napoleon in Wilna auf, wo er als Befreier mit einem festlichen Empfang begrüßt worden war. Der größte Teil von Litauen samt Kurland, Wolhynien und Podolien gehörte ja erst seit 19 bezw. 21 Jahren zu Rußland, während der Teil jenseits der Düna und des Dnjepr mit der Hauptstadt Witebsk schon bei der ersten polnischen Teilung 1772 russisch geworden war, Napoleon hegte natürlich den Wunsch, diese Bevölkerung zum Abfall von Rußland zu bewegen; allein er wollte auch dem Freiheitsdrang der Nationalitäten nicht zu weit entgegenkommen, da sein eigenes Reich ja eine Fremdherrschaft ohnegleichen bedeutete. Als daher der polnische Reichstag in Warschau feierlich die Wiederherstellung Polens und die Wiedervereinigung mit Litauen beschloß, fand die polnische Gesandtschaft mit diesen Beschlüssen bei ihm kein besonders gnädiges Gehör. Auch wollte Napoleon es nicht ganz mit Alexander verderben, auf dessen Friedensliebe er baute. Er gab daher den Polen eine ausweichende Antwort und dämpfte so den Eifer seiner neuen Freunde.

Als die Zeit verstrich und der Zar nichts von Friedensanerbietungen hören ließ, raffte sich Napoleon zu einem zweiten Vorstoß auf. Sein Plan war, die erste Westarmee von ihren Verbindungen abzuschneiden und womöglich zu vernichten. Die Russen hatten ursprünglich die Absicht gehabt, sich im Lager von Drissa zu behaupten; aber zu ihrem Glück ließen sie an der Düna nur ein kleines Heer unter Wittgenstein zurück, wahrend die Hauptarmee über Polozk nach Witebsk zurückging, wo sie Bagration erwartete. Der Zar aber verließ das Heer und eilte nach Moskau, der am meisten bedrohten alten Hauptstadt seines Reiches. Dort begeisterte er die Bevölkerung, Adel und Bürgerschaft, zu den größten Opfern für das Vaterland; dann eilte er nach Petersburg. Der Krieg wurde nun erst recht ein Volkskrieg, und in Scharen strömten die Rekruten, größtenteils Leibeigene, zu Alexanders Fahnen, um Rußlands heilige Erde zu schützen. Napoleon, der auf den Beistand des unzufriedenen Moskauer Adels und der auf niedrigster Stufe stehenden Klassen gerechnet hatte, bekam es mit beiden zu tun. Wie sollte er die entfesselten nationalen und religiösen Leidenschaften des jungen, kräftigen Volkes überwinden? Indessen, noch stand das russische Hauptheer auf litauischem Boden bei Witebsk und brannte, des beständigen Rückzuges müde, ebenso auf die Schlacht wie Napoleon, der in Eilmärschen von Westen heranzog. Da erhielt der russische Feldherr die entscheidende Nachricht, daß Bagration bei Mohilew nicht zu ihm habe durchbrechen können. Nun gab Barclay die Schlacht auf und ging zum Ärger Napoleons, gerade als er ihn erreicht hatte, weiter über die alte russische Grenze nach Smolensk zurück.

Ohne Zweifel verdankten die Russen ihre späteren großen Erfolge diesem beständigen Rückzuge; denn vereinzelt und vielleicht auch vereinigt wären sie, solange noch die kolossale Übermacht Napoleons bestand, geschlagen worden. Diese ging aber in den ersten Monaten des Feldzuges unrettbar verloren. Denn während die Feinde Napoleons sich täglich verstärkten, kostete ihm jeder Marsch in diesen öden Gegenden, in die er immer mehr hineingelockt wurde, bei der übermäßigen Hitze und dem schlechten Trinkwasser Tausende von Soldaten und zahllose Pferde. Die Proviantwagen waren weit zurückgeblieben, und Magazine gab es nicht in diesen endlosen Waldungen, Und doch durfte Napoleon nicht in Witebsk stehen bleiben und sich mit der Eroberung Litauens begnügen. Abgesehen davon, daß die Düna und der Dnjepr im Winter zufroren und keine Verteidigungslinie für seine Winterquartiere geboten hätten, verlangte der Ruf des großen Schlachtenkaisers glänzende Siege und Vernichtung des Feindes. Stillstehen wäre für ihn eine Niederlage gewesen. Eigentümlich erscheint es uns jetzt, daß die Russen gar nicht ahnten, wie klug ihre Taktik war, sondern über den Fremden an ihrer Spitze murrten, der es nicht zur Schlacht kommen ließ und tatsächlich auch nur die Vereinigung der beiden Westarmeen erstrebte. Im letzten Grunde ist also auch nicht Barclays kluge Überlegung, sondern die fehlerhafte Aufstellung der Russen in zwei weit getrennten Heeren die Ursache ihres Rückzuges gewesen, durch den sie unbewußt ihren besten Bundesgenossen, die ungeheure Ausdehnung des Kriegstheaters, zur Geltung brachten.

Napoleon folgte seinem Gegner, der ihm zum zweitenmal entronnen war, nicht auf den Fersen, sondern er ließ die beiden so lange getrennten russischen Heere sich westlich von Smolensk vereinigen und ihm zur Schlacht entgegenrücken. Inzwischen umging er in weitem Bogen ihre Flanke, indem er nahe bei Orsza über den Dnjepr ging und, durch den Fluß von dem nichts ahnenden Feinde getrennt, auf Smolensk eilte. Er wollte sich also zwischen den Feind und Moskau schieben, um ihn von allen Seiten zu erdrücken und des weiteren Rückzuges zu berauben. Doch dieser geniale Plan wurde vereitelt. Eine russische Division war nämlich bei Krasnoi auf dem linken Ufer zurückgeblieben und zog sich beim Herannahen der Franzosen langsam auf Smolensk zurück, in das sich nun auch andere Truppen hineinwarfen. Noch hätte Napoleon vor der Ankunft der russischen Hauptkräfte die Stadt nehmen können, doch verlor er einen ganzen Tag (den 16. August) mit unnützem Warten auf seine Verstärkungen. Auch am folgenden Tage zögerte er, weil er ein Hervorbrechen der Russen erwartete. Erst als die zweite Westarmee abzog, begann er den Sturm auf die südlich vom Fluß gelegene Festung – die breite Furt oberhalb der Stadt fand er nicht. Der Angriff wurde abgeschlagen. In der Nacht räumte Barclay die Zitadelle, brach die Brücken ab und folgte mit seiner Armee, obwohl diese auf den Kampf brannte, Bagration nach. Tiefer, aufs höchste über Barclays vermeintliche Feigheit erbittert, der Rußlands heilige Grenze preisgab, war auf der Moskauer Straße am nördlichen Flußufer abgezogen, ohne sie irgendwie zu sichern. Die zurückgebliebene erste Westarmee war durch diesen Verrat in Napoleons Hand gegeben. Aber obwohl er die Schlacht so lange gesucht hatte und sein Schicksal davon abhing, wagte er nicht, oberhalb der Stadt den Dnjepr zu überschreiten und Barclay abzuschneiden. Vielmehr ließ er den 18., der ihn in den Besitz der brennenden Stadt brachte, verstreichen und erst am folgenden Tage seine Truppen bei Smolensk übersetzen. Die abziehenden Russen waren immer noch in gefährlichster Lage; sie hatten falsche Wege eingeschlagen und wurden nur durch Barclays Geistesgegenwart gerettet. Ihre Nachhut entging mit Not in einer engen Schlucht bei Walutina-Gora auf der Moskauer Straße dem Untergang. Napoleon war diesem blutigen Gefecht ganz fern geblieben. Der Sieg war ihm bei Smolensk aus den Händen gewunden, und er hatte zum dritten Male das Nachsehen.