Modellbahn-Betriebswerke - Markus Tiedtke - E-Book

Modellbahn-Betriebswerke E-Book

Markus Tiedtke

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Beschreibung

Wirklich komplett ist eine Modellbahnanlage erst mit einem Bw oder – bei wenig Platz – einer kleinen Lokstation. Die Anlagen für die Behandlung von Dampflokomotiven sind komplex und erfordern eine sorgfältige Planung. Wie die vorbildgetreue Umsetzung ins Modell gelingt, zeigt dieser umfassende Praxis-Leitfaden: mit aussagekräftigen Fotos, vielen Gleisplänen kleiner und großer Betriebswerke, detaillierten Anleitungen und Profitipps.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 117

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Große Behandlungsanlagen mit Brückenkran und einem Hochbunker sind eine willkommene Kulisse für die eigene Lokomotivsammlung. Ein vorbildgerechtes Umfeld erfordert allerdings Einiges an Platz.

Markus Tiedtke · Dirk Rohde · Michael U. Kratzsch-Leichsenring

MODELLBAHN

BETRIEBSWERKE

Profi-Tipps für die vorbildgetreue Umsetzung · Von der Lokstation bis zum Groß-Bw

IMPRESSUM

Verantwortlich: Andreas Ritz

Redaktion: Markus Tiedtke

Lektorat: Helga Peterz, München

Layout: Gaby Herbrecht, Mindelheim

Satz: Michael Kratzsch-Leichsenring, Markus Tiedtke

Coverentwurf: Kaj Ritter

Repro: ScannerService, Markus Tiedtke, LUDWIG:media

Herstellung: Julia Hegele

Printed in Poland by CGS

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Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Alle Angaben dieses Werkes wurden von den Autoren sorgfältig recherchiert und auf den neuesten Stand gebracht sowie vom Verlag geprüft. Für die Richtigkeit der Angaben kann jedoch keine Haftung übernommen werden, weshalb die Nutzung auf eigene Gefahr erfolgt. Insbesondere bei GPS-Daten können Abweichungen nicht ausgeschlossen werden.

Sollte dieses Werk Links auf Webseiten Dritter enthalten, so machen wir uns die Inhalte nicht zu eigen und übernehmen für die Inhalte keine Haftung.

In diesem Buch wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit das generische Maskulinum verwendet. Weibliche und anderweitige Geschlechteridentitäten werden dabei ausdrücklich mitgemeint, soweit es für die Aussage erforderlich ist.

© 2024 GeraMond Media GmbH, Infanteriestraße 11a, 80797 München

1. Auflage des Titels ISBN 978-3-96453-674-7

und aktualisierte Neuauflage des Titels ISBN 978-3-86245-521-8

VORWORT

Faszination Technik – Deutsche Bahnbetriebswerke im Modell

Das Thema Bahnbetriebswerke im Modell ist bereits Gegenstand einiger Bücher gewesen, allerdings hat sich bislang kaum eine Publikation fundiert mit dem Aufbau und der Technologie der Bahnbetriebswerke und der entsprechenden konsequenten vorbildorientierten Modell-Umsetzung beschäftigt.

Letzteres soll jedoch Hauptanliegen dieses im Vergleich zum Vorgängerband gründlich überarbeiteten Buches sein, denn noch immer haben die wenigsten Bahnbetriebswerke auf den Modellbahnen und Dioramen diese Bezeichnung wirklich verdient. Zu oft werden dem Vorbild nach wichtige Stationen der Lokbehandlung völlig falsch dimensioniert und platziert oder fehlen gänzlich. Ein Lokschuppen mit Drehscheibe und Kohlenkran allein macht eben noch kein Bahnbetriebswerk

Zu einem solchen gehören neben den recht umfangreichen Behandlungsanlagen zur Versorgung einer Dampf- oder Diesellok auch die Entsorgung der Betriebs- und Reststoffe Kohle, Schlacke, Wasser und Sand. Nicht zu vergessen die Anlagen zur Unterhaltung der Lokomotiven sowie zur Wasseraufbereitung – und natürlich gleichfalls die beim Vorbild nötigen sozialen Einrichtungen für das Bw- und Lokpersonal.

Das vorliegende Buch möchte dem interessierten und vorbildorientierten Modellbahner Wege aufzeigen, sein Traum-Bw in den ihm vorgegebenen Räumlichkeiten und Grenzen zu verwirklichen. Zahlreiche Bildbeispiele von gelungenen Modellanlagen verschiedener Modellbahnfreude – an dieser Stelle sei ausdrücklich herzlichster Dank für die aufgebrachte Geduld während des Fotografierens gesagt – geben genügend Anregungen. Zusätzliche Praxisbeispiele in Form von Tipps und historischen Vorbildfotos erweitern das vielschichtige Werk und verraten Tricks namhafter Modellbauer, um so seinen oft anspruchsvollen Sammlungsstücken den richtigen Laufsteg zu geben.

Zum besseren Verständnis enthalten die Kolumnentitel der rechten Seiten einmal eine Inhaltsangabe der jeweiligen Doppelseite sowie einen Hinweis zum technischen Umfeld. Allem vorangestellt ist ein Kapitel mit grundlegenden Definitionen, wobei anhand des perfekt nachgebildeten Modell-Bw Ottbergen mit seinen legendären 44ern der Brakeler Modellbundesbahn deutlich wird, wie komplex selbst eine nur mittelgroße Dienststelle aufgebaut sein kann.

In den folgenden Abschnitten zur Dimensionierung sollen neben den obligatorischen Fotografien die zahlreichen Lagepläne samt ausführlicher Legenden bei der Planung des eigenen Betriebswerkes behilflich sein. Die meisten sind exakte Wiedergaben des Vorbildes, lediglich im Kapitel zu den Groß-Bw finden sich fiktive, aber dennoch vorbildgerechte Entwürfe.

Das Autorenteam wünscht Ihnen viel Freude beim Betrachten und Lesen dieser sicherlich fesselnden Lektüre.

Köln, im Juli 2023

Michael Kratzsch-Leichsenring, Markus Tiedtke, Dirk Rohde

Inhalt

1Impressionen

Was macht die Faszination eines Betriebswerkes aus?

2Was ist ein Bahnbetriebswerk?

Definition von Bahnbetriebswerken

Aufgaben und Anlagen

Dimensionierung

Strukturwandel im Bw

3Lokstationen

Aufgaben von Lokstationen

Bauliche Anlagen von Lokstationen

Lokstationen im Modell

4Kleine Bahnbetriebswerke

In Größe und Vielfalt ideal für Anlagen mit Nebenbahnen

Kleine Betriebswerke im Modell

Verschiedene und typische Lösungen in ihrer Ausgestaltung

5Mittlere Bahnbetriebswerke

Wünschenswerte Anlagen für Heimanlagen

Verschiedene und typische Lösungen in ihrer Ausgestaltung

Werkstätten in mittelgroßen Betriebswerken

Mittlere Bahnbetriebswerke im Modell

6Große Bahnbetriebswerke

Konzepte und Beispiele von markanten Großanlagen

Große Bahnbetriebswerke im Modell

Dioramen-Vorschlag: Lokschuppen als Kulisse

7Bekohlungsanlagen

Weit verbreitete Anlagen und ihre Gestaltung

Formen von Greiferkränen

Modellbau-Tipp: Kohlenbühne aus Weißmetall

Modellbau-Tipp: Bekohlungsaufzug System Teudloff

8Wasserversorgung

Wasserkräne und -türme in ihren unterschiedlichen Bauarten

Platzierung und Dimensionierung von Wasserkränen

Gestaltung eines Wasserturms: Wasserturm Bielefeld

9Schlacke und Lösche

Tätigkeiten und verschiedene technische Anlagen

Ausschlackanlagen im Modell

10Besandungsanlagen

Unterschiedliche Möglichkeiten zum Nachfüllen der Bremssandvorräte

Besandungsanlagen im Modell

11Kohlenstaubanlagen

Eine Reichsbahnspezialität mit Tipps für die Modellnachbildung

Kitbashing: Kohlenstaubbunkeranlage Senftenberg

12Schwerölbetankung

Betankungsanlagen und Vorratsbehälter bei der DB sowie der DR-Ost

Kitbashing: Nachbildung der DR-Ölbetankungsanlage Saalfeld

13Drehen und Verschieben

Verschiedene Bauarten von Drehscheiben und Schiebebühnen

Modellnachbildungen von Drehscheiben

Digitalisierung: Lichtsignale für die Märklin-Schiebebühne

14Lokomotiven abstellen

Lokschuppenformen

Lokschuppen und Freigleise in ihren vielfältigen Ausführungen

Gestaltung: Der Lokschuppen Havelberg erhält eine Inneneinrichtung

Faszinierende Ergänzung: Untersuchungsgruben mit Licht

Gestaltung von Böden in Lokschuppen

Selbstbau: Erstellen eines vorbildgerechten Einzelrauchabzugs

15Fristen und Wartung

Nötige Tätigkeiten des Personals an der Dampflok

Materiallager als wichtigstes Werkstattzubehör

Darstellung von Fristarbeiten im Modell

Modellangebot an Werkstattausstattungen

Aufgaben und Angebot an Radsatzwagen

16Nebengebäude

Sozialgebäude und andere wichtige Einrichtungen im Bahnbetriebswerk

Modellangebot an Nebengebäuden

17Moderne Traktionen

Der Traktionswandel und sein Einfluss auf die Bw-Anlagen

Bandbreite von Dieseltankstellen

Modellangebot für moderne Betriebswerke

18Modell-Betriebswerke gestalten

Beispiele für die vorbildgerechte Gestaltung von Behandlungsanlagen

Die verschiedenen Kohlelager und -sorten

Ausschlackanlagen und die Nachbildung der Verbrennungsrückstände

Umfeldgestaltung von Behandlungsanlagen

Notwendige Ergänzungen beim 3-Leiter-System

Anhang

Modellhersteller für Bahnbetriebswerke-Produkte

Glossar

Bildnachweis, Nachweis der Anlagengestalter

Impressionen

Die Aufgaben eines Bahnbetriebswerkes waren vielfältig. Je nach Anzahl der beheimateten Loks dimensionierte man die Abstellplätze und die Behandlungsanlagen fuhren zusätzlich auch Gastloks an.

Schon früh am Morgen erwacht die Schmalspurlokstation zum Leben; die über Nacht abgestellte Lok wird im Schuppen (Auhagen) angeheizt.

Den Mittelpunkt eines Dampflok-Bw bildet die Drehscheibe. Sie ersetzt auf engstem Raum eine Weichenstraße und wendet Schlepptenderloks bei Richtungswechsel.

Mit der Motorisierung und Digitalisierung der bekannten Faller-Kombination setzte Märklin Akzente und bot als Sondermodell auch weniger erfahrenen Modellbauern viel Bewegung im eigenen H0-Dampflok-Bw.

Kleinbahnromantik: Der Lokschuppen wurde bewusst im Reparaturstadium aufgebaut, damit der Blick auf das Innenleben frei bleibt. Die pausierende, leicht vor sich hinsäuselnde Maschine kommt so noch besser zur Geltung.

Die Entladung von mit feiner Kohle beladenen Waggons in die Vorratsbansen oder direkt in den Wiegebunker sorgt für Kurzweil beim Spiel mit der Modellbahn.

Weil der Märklin-Tender der BR 50 kein empfindliches Innenleben aufweist, kann echtes Wasser vom Wasserkran (Kullmann) hindurchfließen, welches sich im Modell im Schlackensumpf wieder sammelt und dem Wasserkreislauf per Pumpe zugeführt wird.

Vorwärts in den Schuppen gefahren, bleibt am anderen Schuppenende mehr Raum für Reparaturen an der Lok.

Was ist ein Bahnbetriebswerk?

Die Aufgaben eines Bahnbetriebswerkes waren vielfältig. Je nach Anzahl der beheimateten Loks dimensionierte man die notwendigen Behandlungsanlagen und Abstellplätze.

Unter den zahlreichen Anhängern der Dampflokomotiven hatten sie einen besonderen Ruf – die Bahnbetriebswerke, kurz Bw genannt, als Heimstätte der stählernen schwarzen Giganten des Schienenstranges. Dort ergänzten diese ihre Wasser- und Kohlenvorräte, sie wurden gereinigt und warteten schließlich im oder vor dem Lokschuppen auf die nächsten Aufgaben.

Allerdings hatten nur die wenigsten Bahnfreunde einen kompletten Einblick in den facettenreichen Arbeitsalltag der Bw, mit dem wegen des jahrzehntelang stark eingeschränkten Zuganges auch zahlreiche Geheimnisse verbunden waren. Hinzu kommt, dass auch die letzten Überreste derartiger Anlagen beim Vorbild infolge der Veränderungen der Reichweite der Lokomotiven, ihrer Wartungsintervalle sowie der Zugförder-Technologien seit mehr als 15 Jahren verschwunden sind. Lediglich anhand der Behandlungsanlagen und Betriebsprozesse der noch immer vorhandenen Werke bei den regelmäßig eingesetzten Schmalspurbahnen oder ausgewählter Museumsstandorte (Chemnitz, Staßfurt, Bochum-Dahlhausen) lässt sich erahnen, was seinerzeit alles mit dem Begriff Bw umschrieben war. Angesiedelt wurden Bahnbetriebswerke an wichtigen Knoten- und Endpunkten im Bahnnetz, so auch das Bw Ottbergen im Weserbergland, eines der letzten Bw der DB mit kräftigen 44ern.

Betrieblicher Mittelpunkt eines Bw sind zweifelsohne die Lokbehandlungsanlagen zur Wasser- und Kohleversorgung samt Ausschlackanlage (Ottbergen 1975).

Obwohl nur ein Teil, ist der Ringschuppen mit Drehscheibe für die meisten der Inbegriff eines Betriebswerkes.

Die Lokleitung, in der sich Personale vor und nach dem Dienst melden, befindet sich in Ottbergen direkt neben dem Ringlokschuppen.

Bahnbetriebswerk Ottbergen

1.Mehrteiliger Lokschuppen

2.Werkstatt mit doppelgleisiger Achssenkanlage, auch Abstellplatz

3.Werkstatt mit einem Auswaschgleis

4.Umkleide- und Waschräume

5.20,5-m-Drehscheibe

6.Radsatzlager

7.Lokleitung

8.Wasserturm

9.Einheits-Wasserkran

10.Entschlackung mit Hunten und Bockkran

11.Luftkompressor und Energieversorgung

12.Ortsfester Kohlenkran für Hunte

13.Kohlenbansen mit mobilem Bagger für Kohleumschlag

14.Schuppen für Köf

15.Dieseltankstelle mit Tanklager

16.Lehrwerkstatt

17.Verwaltung mit Übernachtungsräumen

18.Lager für Altmaterial

19.Besandungsturm mit Sandlagerhaus

20.Indusi- und Wagenwerkstatt

21.Fahrradschuppen

22.Schmiede (später Signalmeisterei)

23.Werkführer

24.Bahnsteig

25.Stellwerk

Anlagen-Info

Die Modellbundesbahn in Brakel zeigt Ottbergen mit den ausgehenden Strecken in seiner letzten Blütezeit zwischen 1974 und 1976 als DB-Auslauf-Bw der kohlegefeuerten BR 44.

Modellbundesbahn, Rieseler Feld 1b, 33034 Brakel

Telefon: +49/52 72 / 39 39 850

E-Mail: [email protected]

Internet: www.modellbundesbahn.de

Die Lagerflächen für Kohle nehmen in jedem Bw einen beachtlichen Platz ein – laut Vorschrift muss der Brennstoffvorrat sechs bis neun Wochen reichen.

Aufgaben und Anlagen

Anhand dessen meisterhafter Original-Nachbildung der Modellbundesbahn in Brakel in der Nenngröße H0 wollen wir zeigen, wie sich normalerweise Betriebswerke baulich und organisatorisch zusammensetzen.

Ihre Aufgabe war neben der Versorgung der Lokomotiven auch deren Instandhaltung sowie die zugehörige Einsatzplanung. Neben wahrnehmbaren Anlagen wie Kohle- und Wasserversorgung sowie Lokschuppen gehörten auch, je nach Größe, zahlreiche Werkstätten für Metall-, Holz- und Elektroarbeiten dazu. Zu Ersteren zählten auch kleinere Gießereien, etwa für Stangenlanger, und Schmieden für Stangen und Tragfedern. Größeren Betriebswerken oblag in einem separat abgegrenzten Bereich auch die Wartung von Waggons bezüglich der Radsätze, Bremsen und der Kupplungen und Puffer.

Unverzichtbar sind im Bw stets Gleise mit Untersuchungsgruben zur Kontrolle und Instandhaltung von Fahrwerk und Bremse.

Eine massive Betonwand sollte im engen Bw Ottbergen ein Überfahren der Drehscheibe in Richtung Bahnhofsgleis sicher verhindern.

Lösche aus der Rauchkammer wurde in einer separaten Grube entsorgt.

Nicht vergessen werden darf die Notfalltechnik, also Hilfs- und Kranzüge. Diese gehörten ebenso zu einigen Bw wie die winters oft nötige Schneeräumtechnik.

Unabhängig von der räumlichen Ausdehnung oder geografischen Lage besaßen Bw vergleichbare Anlagen. Deren Lage im Bw Ottbergen ist im Plan der Doppelseite 16/17 ersichtlich. Dieses Betriebswerk wurde seinerzeit sehr kompakt aufgebaut und ist deshalb Modellbahnern und -bauern ein Vorbild. Das Beispiel bietet zahlreiche Anregungen, wie alle zur Behandlung auch größerer Dampfloks notwendigen Anlagen sogar auf engem Raum untergebracht werden können.

Der Abgabeturm der druckluftbetriebenen Besandungsanlage stand im Betriebswerk Ottbergen direkt neben der Entschlackungsanlage und dem Wasserturm.

Hinter dem Lokschuppen drängten sich oft weitere Werkstätten sowie Versorgungsanlagen für Druckluft und Ähnliches.

Das Sandlager hat ein eigenes Versorgungsgleis, über das regelmäßig Rohsand geliefert und kräftezehrend von Hand umgeladen wird.

Bw-Bestandteile

Unabhängig von der Anzahl der beheimateten oder untergestellten Lokomotiven verfügten alle Bw zur Dampflokzeit über die gleichen baulichen und technischen Anlagen zur Behandlung der betriebsfähigen Loks, wenngleich in unterschiedlicher Bauform und Größe:

Wasserkräne mit Speicher

Bekohlungsanlage

Entschlackungsanlage

Besandung

Lokschuppen mit Werkstatt

Abstellanlagen für kalte Loks

Hilfsfahrzeuge

Materiallager und Schuppen

Sozialgebäude

Eine zentrale Rolle spielt die Wasserversorgung mit Wasserturm und Wasserkran, hier rechts neben dem für Ottbergen markanten Schlacke-Bockkran.

Dimensionierung

Zuerst war die Größe eines Bw natürlich direkt abhängig von der Anzahl der dort unterzubringenden Lokomotiven. Neben der Anzahl der Schuppenstände beeinflusste sie ebenso die Dimension der Wassertürme, Bekohlungs- sowie Besandungsanlagen, denn das Ergänzen der Vorräte durfte nicht zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Sowohl bei der Anlage als auch bei späteren Erweiterungen versuchte man stets, die baulichen und technischen Anlagen durch Gleisverlegung in verschiedenen Ebenen weitgehend der vorhandenen Geografie anzupassen, das Bw dabei dennoch kompakt anzulegen und so Grunderwerbskosten einzusparen. Deshalb ist auch auf der Modellbahn ein Verbauen eines Bw durchaus erlaubt. Achten sollte man aber auf eine ausreichende Dimensionierung der Kohlebansen – beim Vorbild lagerte darin der Vorrat für mindestens sechs Wochen, weshalb seine Ausmaße beachtlich waren. Zudem verfügte man in der Regel über verschiedene Kohlesorten.

Gepflegte und teils ausgeschmückte Grünanlagen sollten Arbeitspausen verschönern.

In Verlängerung der Werkstatt liegt das Sozialgebäude mit Umkleide- und Duschräumen für das Werkstattpersonal.

Gleichfalls vom Betriebsbestand an Loks beeinflusst war die Zahl der Ladestellen für Kohle. Genügte in kleineren Bw oft eine, besaßen viele größere Bw Einrichtungen zur parallelen Versorgung von bis zu drei Lokomotiven, dann aber in Form eines oder zweier Wiegebunker nebst Kran.

Ein weiterer wichtiger Zusammenhang besteht zwischen der Höhe des Wasserturmes und der Rohrleitungslänge im Bw: Je länger selbige und je mehr Wasserkräne, desto höher fiel der Wasserturm für einen ausreichenden Betriebsdruck aus. Gleiches galt auch für Wasserkräne mit großen Durchmessern oder Gelenkwasserkräne, denn sie sollten innerhalb kürzester Zeit große Mengen abgeben können. Mancherorts versorgte der in Bw-Nähe stehende Wasserturm auch den Bahnhof mitsamt Wasserkränen und fiel im Vergleich zu den restlichen Anlagen deutlich größer aus. Insgesamt sparte man beim Vorbild so Kosten für einen zweiten Wasserturm ein. Sinnvoll und zur dominierenden Architektur stimmig kombiniert, muss ein großer Wasserturm neben kleinem Schuppen nicht immer ein Fauxpas sein.

Hinter den Werkstattständen lagert etliches Material geschützt im Freien.

Die Ottbergener Bahnhofs-Köf findet im eigenen Schuppen am Bw-Rand Platz.

Wagenreparaturgleise mit Hubanlagen gehören zu vielen Bw.

Nebengebäude

Zu den wichtigsten Nebengebäuden im Bahnbetriebswerk Ottbergen gehören die Verwaltung sowie eine Lehrwerkstatt. Erstere ist selbst bei kleineren Bw wegen der Vielzahl der Aufgaben in der Umlaufplanung und Instandhaltung der Lokomotiven sowie in der Personalplanung für Fahrdienst und Werkstatt unverzichtbar.

Die Ottbergener Bw-Verwaltung besaß ein stattlichenes Gebäude.

Die Lehrwerkstatt des Bw Ottbergen ist ein schlichter Flachbau.

Strukturwandel im Bw