Moderne Makrobiotik - Ika Schier - E-Book

Moderne Makrobiotik E-Book

Ika Schier

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Beschreibung

Makrobiotische Kochkunst vom Feinsten! Ika Schier zeigt, wie man vegane und makrobiotische Köstlichkeiten zubereitet und zusammenstellt. Yin und Yang im Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Mit ausführlichem Glossar zu den makrobiotischen Zutaten, Literatur- und Adressenliste und einem Kapitel zur Körperpflege.

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Seitenzahl: 58

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Ika Schier

Moderne Makrobiotik

Vegane Rezepte aus dem Wohnzimmerrestaurant

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Einleitung

Suppen

Shiitake-Kombu-Dashi mit Kräuter-Pfannkuchen-Streifen

Shoyu-Kräuterbouillon mit Rettichstern

Cremige Topinambursuppe mit Shiro Miso

Gemüse

Steckrüben-Kohlrabi-Möhren-Nishime

Pastinaken-Nitsuke mit Fleur de Sel oder Ume-Su

Klettenwurzel-Möhren-Kinpira

Saucen, Dressing und Dips

Salat-Dressing

Ume-Tahin-Dip

Herzhafte Tekka-Kuzu-Sauce

Scharfe Senfsauce

Tomatensauce ohne Tomaten

Kokosfett, Nüsse und Kerne

Mairübenblätter in Kokosfett

Geröstete Kerne

Geröstete Walnüsse mit Gerstenmalz

Tamari Mandeln

Getreide

Warenkunde: Hirse

Grundrezept Hirsebrei für morgens

Grundrezept Buchweizen

Mochi Waffel für die schnelle Küche

Gomoku Reis

Grundrezept Reis

Meeresgemüse

Gelee von Lauch und Pfeffer

Grüne Röllchen

Mandel-Dip

Meeresgemüse zu rösten oder zu frittieren ist eine sehr schmackhafte Art, Algen zu sich zu nehmen.

Dulse

Mekabu

Kombu

Nori

Proteine

Azukibohnen

Tempeh-Chips

Tofudreieck mit Orangen-Ahorn-Sauce

Warenkunde: Salz

Meersalz

Sesamsalz oder Gomasio

Shoyu

Tamari

Miso

Ume-Su

Tischgewürze und Pickles

Gomasio

Pickles

Langzeitpickles: Mixed Pickles

Kurzzeitpickles: Chinakohl-Ume-Pickles

Dessert

Erdbeereis

Kokos-Aprikosen-Gelee mit warmer Kokos-Reissirup-Sauce

Reis-Mais-Crispy-Pralinen

Marzipankartoffeln

Kokospralinen

Getränke

Apéritifs

Salbeitee mit marokkanischen Rosenblättern

Ingwer-Limetten-Drink

„Kaffee“

Yannoh Getreidekaffee instant

Lupinenmokka

Löwenzahnkaffee

Ume-Sho-Kuzu

Körperpflege

Ingwerwickel

Die Fünfminutenmassage

Menue

Frühlingsmenue

Sommergartendinner

Herbstmenue

Wintermenue

Glossar

Literatur

Adressen

Über die Autorin

Impressum

Impressum neobooks

Einleitung

Ika Schier

Moderne Makrobiotik

Vegane Rezepte aus dem Wohnzimmerrestaurant

Meine Großmutter Maria hat noch auf einem gusseisernen Herd gekocht, den sie mit Holz und Kohlen beheizte, auch im Sommer. Sie schob darauf die Töpfe hin und her. Ich habe das sehr geliebt. Meine Großmutter Emma kochte nur Gemüse aus dem eigenen Garten. Ich kann mich nicht erinnern, dass sie jemals mit Marktgemüse oder gar Gemüse aus dem Supermarkt nach Hause kam. Sie hatte einen Vorratskeller wie auch meine Großmutter Maria mit geheimnisvollen Gläsern und Bottichen. Meine Großmütter waren Frauen der Mangelwirtschaft, ich wurde ein Kind der Konsumgesellschaft. Doch wollte es mir nie so recht einleuchten, was an dem Essen aus Dosen, Packungen und Tüten so begehrenswert sein sollte.

Schon früh habe ich angefangen, mich biologisch zu ernähren. Die ersten Bioläden hatten mich sofort als Kundin gewonnen, und ich liebe es, auf dem Markt von regionalen Biobauern Gemüse, Obst und frische Kräuter zu kaufen. Seit vielen Jahren beziehe ich mein Gemüse bei einem Demeter-Gärtner aus dem Oderbruch, den ich stellvertretend für alle Demeter-Bauern bewundere wegen seiner aufreibenden, hingebungsvollen Arbeit, von der seine Hände immer Bände sprechen. Wir haben seinen Hof besucht, er war Gast in meinem Wohnzimmerrestaurant, ich bin sehr dankbar, dass ich frisch geerntete Zutaten Woche für Woche an seinem Marktstand finden kann.

In unserer Küche stehen zwei große Säcke mit Naturreis und Hirse. Wir haben ein dunkles, kühles Vorratsregal mit großen Tüten diverser getrockneter Algen, Behälter mit den verschiedenen Sorten Miso, Flaschen und Kanister mit fermentierter Sojasauce, Shoyu oder Tamari, mit Mirin, dem japanischen Kochsüßreiswein, und Ume-Su, einer Art Salzaprikosenessig. Behälter mit Meersalz stehen neben einem Bottich mit Umeboshi, den Salzpflaumen. Das kleine Glossar am Endes dieses EBooks, das die wichtigsten Begriffe aus der japanisch-makrobiotischen Kochtradition erklärt, ist auch ein Blick in unser Vorratsregal.

Als ich vor sechs Jahren die makrobiotische Küche kennen lernte, begann meine Faszination: all diese wunderbaren Speisen und Getränke, naturbelassen, einfach gekocht, aber kunstvoll kombiniert, aus allen Ernährungstraditionen der Welt! Während einer makrobiotischen Urlaubswoche ließen wir uns drei Mal täglich mit all diesen Herrlichkeiten verwöhnen. Und ich konnte die energetische Wirkung dieser Ernährungsweise beobachten, sowohl an mir selbst, als auch an meinem Mann, der sich mit der Makrobiotik heilte, unterstützt durch die klassische Homöopathie.

Unsere bis dahin biologische Vollwerternährung wandelten wir in 100 % makrobiotische Ernährung um. Im Makrobiotikversand bestellten wir die wichtigsten makrobiotischen Produkte. Wir kauften gusseiserne Töpfe und Pfannen und – wichtig fürs Getreide kochen in größeren Mengen – einen Dampfdrucktopf. Ein japanisches Messer war nötig für die schonenden Schneidetechniken, ein japanischer Mörser, Suribachi, für das Herstellen der Tischgewürze (Kondimente). Zuletzt schafften wir einen Gaskocher an, denn ohne echtes Feuer makrobiotisch zu kochen, ist nur der halbe Weg.

Natürlich las ich am Anfang die makrobiotischen Kochbuchklassiker von Aveline Kushi und Cornellia Aihara, aber schon bald wurde mir klar, dass es vor allem auf eine feine Beobachtung ankommt. Als Heilpraktikerin mit einer Praxis für Klassische Homöopathie seit 1998 war ich damit vertraut, in dynamischen und energetischen Prozessen zu denken. Von der Anthroposophie und Eurythmie war mir das Ballen und Spreizen bekannt. Auf der feinen Beobachtung dieser Kräfte beruht die Makrobiotik: yang – die Kraft, die alles zusammen- ballt, konzentriert, unter Spannung setzt oder verdichtet, das Ballen; yin – die Kraft, die alles auseinander spreizt, entspannt, verflüchtigt, ausdehnt, Leichtigkeit hat, das Spreizen. Es war aufregend zu lernen, wie sich diese Kräfte und Energien in den Pflanzen und Lebensmitteln, von denen wir uns ernähren, zeigen. Mit der Zeit stellte sich beim Zubereiten und Kochen ein Gefühl für diese Energien und Formen ein. Als mittlere, ausgleichende Kraft erscheint das Getreide: die kleinen, goldgelben Hirsekörner, der Lang- oder Rundkornreis, die Pyramidenform der Buchweizenkörner... Und das sind nur ganz anfängliche Beobachtungen.

Schon bald wurden unsere Freundinnen, Freunde und Bekannten neugierig und fragten dauernd nach, was wir da eigentlich essen. So entstand die Idee, ein Wohnzimmerrestaurant zu eröffnen. Statt unter die Leute zu gehen und zu essen, was uns nicht mehr schmeckte, lud ich an der Makrobiotik interessierte Leute zu uns ein. Die Termine veröffentlichte ich in meinem Makrobiotik-Blog. Das Geschirr meiner Großmutter Emma reichte für 12 Personen. Die Adresse bekamen die angemeldeten Gäste kurz vorher. Am Ende stand ein Kästchen auf dem Tisch, in das jeder Gast eine freiwillige Spende für die Kosten legen konnte. Es war eine schöne Herausforderung für uns Köche, das, was wir alltags in einfacher Form über den Tag verteilt aßen, nun fein abgestimmt und kulinarisch komplexer in einem Festessen zu servieren. In meinem Buch finden sich jahreszeitliche Beispiele unserer Menues. Ich habe nie erleben müssen, dass es einem Gast nicht geschmeckt hat und die Leute nicht inspiriert und gut gelaunt nach Hause fuhren.

Interessierte konnten dann in meinen Kochkursen lernen, wie all diese wunderbaren Speisen fabriziert werden. Am Anfang stand immer die Einfachheit, zum Beispiel auch der Maße: wir messen in Tassen durchschnittlicher Größe und mit Esslöffeln(EL) und Teelöffeln(TL), benötigen keine Waage. Nicht nur die handwerklichen und küchentechnischen Fertigkeiten sind von Bedeutung, auch die bedachte und aufmerksame Art. Es war immer ein schöner Moment, wenn die Teilnehmer nach längeren vorbereitenden Arbeiten wie Gemüse waschen, schneiden, pressen, panieren, blanchieren etc. ruhig und nachdenklich in der Küche standen, und die gusseisernen Töpfe und Pfannen auf dem Herd ein gemütliches Zischen und Knistern von sich gaben. Am nächsten Tag habe ich die Menuefolge und einige Rezepte im Blog veröffentlicht.