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Für Anfänger und Fortgeschrittene: Dieses Buch erklärt, wie man die klassischen Karten zeitgemäß interpretiert Jedes Mal, wenn du eine Tarotkarte ziehst, eröffnet sich dir eine Vielzahl an Möglichkeiten. Was wird sich dir zeigen? Welche Lehren könnten die Karten bieten? Welche Aspekte von dir werden sie offenbaren? Im Grunde ist das Tarot ein Kartenspiel aus Symbolen und Erzählungen, die das gesamte Spektrum menschlicher Erfahrung abbilden. Jede Karte aus den großen und kleinen Arkana kann zu Ideen anregen und neue Perspektiven aufzeigen. Und du musst kein*e Hellseher*in sein, um es zu benutzen: Es ist eine Praxis, die jeder und jedem offensteht. In diesem illustrierten Leitfaden stellen die Tarot-Expertinnen Jen Cownie und Fiona Lensvelt jede der 78 Karten vor, tauchen in die Geschichten ein, die das Tarot erzählt, und zeigen die modernen Deutungsmöglichkeiten. Bei der Deutung der Karten stützen sie sich auf bekannte Beispiele aus der Literatur (z.B. Narnia und Harry Potter), der Popkultur und ihre eigenen Erfahrungen und ermutigen dich, diese jahrhundertealte Tradition für deinen Alltag zu nutzen. Egal, ob du zum ersten Mal in die Welt des Tarot eintauchst, dein Wissen auffrischen möchtest oder einfach nur neugierig bist, Modernes Tarot zeigt dir, wie die Karten deinem Leben ein wenig Magie verleihen können.
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Seitenzahl: 392
Veröffentlichungsjahr: 2023
Jen Cownie | Fiona Lensvelt
Was die Symbolik der Karten über dich und dein Leben verrät
Aus dem Englischen von Christa Broermann
Knaur eBooks
Für Anfänger und Fortgeschrittene: Dieses Buch erklärt, wie man die klassischen Karten zeitgemäß interpretiert
Jedes Mal, wenn du eine Tarotkarte ziehst, eröffnet sich dir eine Vielzahl an Möglichkeiten. Was wird sich dir zeigen? Welche Lehren könnten die Karten bieten? Welche Aspekte von dir werden sie offenbaren?
Im Grunde ist das Tarot ein Kartenspiel aus Symbolen und Erzählungen, die das gesamte Spektrum menschlicher Erfahrung abbilden. Jede Karte aus den großen und kleinen Arkana kann zu Ideen anregen und neue Perspektiven aufzeigen. Und du musst kein*e Hellseher*in sein, um es zu benutzen: Es ist eine Praxis, die jeder und jedem offensteht.
In diesem illustrierten Leitfaden stellen die Tarot-Expertinnen Jen Cownie und Fiona Lensvelt jede der 78 Karten vor, tauchen in die Geschichten ein, die das Tarot erzählt, und zeigen die modernen Deutungsmöglichkeiten. Bei der Deutung der Karten stützen sie sich auf bekannte Beispiele aus der Literatur (z. B. Narnia und Harry Potter), der Popkultur und ihre eigenen Erfahrungen und ermutigen dich, diese jahrhundertealte Tradition für deinen Alltag zu nutzen. Egal, ob du zum ersten Mal in die Welt des Tarot eintauchst, dein Wissen auffrischen möchtest oder einfach nur neugierig bist, Modernes Tarot zeigt dir, wie die Karten deinem Leben ein wenig Magie verleihen können.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.droemer-knaur.de
Einführendes Zitat
Kapitel 1: Hallo Freundin, hallo Freund …
Kapitel 2: Die Geheimnisse des Tarots
Kapitel 3: Die Sätze
Kelche, Stäbe, Schwerter und Münzen
Malen nach Zahlen
Kapitel 4: Die Kelche
Das Ass der Kelche
Die Zwei der Kelche
Die Drei der Kelche
Die Vier der Kelche
Die Fünf der Kelche
Die Sechs der Kelche
Die Sieben der Kelche
Die Acht der Kelche
Die Neun der Kelche
Die Zehn der Kelche
Der Bube der Kelche
Der Ritter der Kelche
Die Königin der Kelche
Der König der Kelche
Kapitel 5: Die Münzen
Das Ass der Münzen
Die Zwei der Münzen
Die Drei der Münzen
Die Vier der Münzen
Die Fünf der Münzen
Die Sechs der Münzen
Die Sieben der Münzen
Die Acht der Münzen
Die Neun der Münzen
Die Zehn der Münzen
Der Bube der Münzen
Der Ritter der Münzen
Die Königin der Münzen
Der König der Münzen
Kapitel 6: Die Stäbe
Das Ass der Stäbe
Die Zwei der Stäbe
Die Drei der Stäbe
Die Vier der Stäbe
Die Fünf der Stäbe
Die Sechs der Stäbe
Die Sieben der Stäbe
Die Acht der Stäbe
Die Neun der Stäbe
Die Zehn der Stäbe
Der Bube der Stäbe
Der Ritter der Stäbe
Die Königin der Stäbe
Der König der Stäbe
Kapitel 7: Die Schwerter
Das Ass der Schwerter
Die Zwei der Schwerter
Die Drei der Schwerter
Die Vier der Schwerter
Die Fünf der Schwerter
Die Sechs der Schwerter
Die Sieben der Schwerter
Die Acht der Schwerter
Die Neun der Schwerter
Die Zehn der Schwerter
Der Bube der Schwerter
Der Ritter der Schwerter
Die Königin der Schwerter
Der König der Schwerter
Kapitel 8: Lerne die Familie kennen
Die Buben: Wilde Kinder
Die Ritter: Was für ein Ritt!
Die Königinnen: Man selbst sein
Die Könige: Große Energie (der Sätze)
Höfische Etikette
Kapitel 9: Das Verhalten der Großen Arkana
Geschwisterkarten und die Verbindung zu den Sätzen
Die Reise des Narren
Die Großen Arkana kennenlernen
Kapitel 10: Die Großen Arkana
Der Narr (0)
Der Magier (I)
Die Hohepriesterin (II)
Die Herrscherin (III)
Der Herrscher (IV)
Der Hierophant (V)
Die Liebenden (VI)
Der Wagen (VII)
Kraft (VIII)
Der Eremit (IX)
Rad des Schicksals (X)
Gerechtigkeit (XI)
Der Gehängte (XII)
Tod (XIII)
Mäßigkeit (XIV)
Der Teufel (XV)
Der Turm (XVI)
Der Stern (XVII)
Der Mond (XVIII)
Die Sonne (XIX)
Gericht (XX)
Die Welt (XXI)
Kapitel 11: Einfache Legungen
Zwei Karten ziehen
Drei Karten ziehen
Das Keltische Kreuz
Deine eigenen Legemuster erfinden
Kapitel 12: Praktische Magie
Teile des Decks deuten
Ein Tarot-Tagebuch führen
An anderen Menschen üben
Muster, Trends, Nachbarn
Dein Tarotdeck aussuchen
Die Karten mischen
Deine Karten aufbewahren
Kapitel 13: Und jetzt?
Tarotdecks
Weitere Informationen
Fragen an dich selbst
Die Karten auf einen Blick
Die Kleinen Arkana
Die Großen Arkana
Quellenverzeichnis
Dank
Über die Autorinnen
I was always afraid
of the next card
the psychic would turn
over for us –
Forgive me
for not knowing
how we were
every card in the deck.
Timothy LiuAus: Don’t Go Back To Sleep(Saturnalia Books 2014)
Ich hatte immer Angst
vor der nächsten Karte,
die das Medium für uns
umdrehen würde –
verzeih mir,
dass ich nicht wusste
wir waren ja
jede Karte im Spiel.
Kapitel 1
Was empfindest du, wenn du an Tarotkarten denkst? Falls du Angst bekommst: Brauchst du nicht. Falls du neugierig wirst: Schon besser. Der Schein dieser Karten trügt. Wahrscheinlich entsprechen sie überhaupt nicht dem, was man dir erzählt hat – sie prophezeien in Wirklichkeit kein Unheil und verheißen auch keine glanzvolle Zukunft. Aber sie sind auf ihre ganz eigene Weise magisch im Kleinen. Jede von ihnen erzählt eine Geschichte: Dreh eine Karte um, und sie kann dich in die Vergangenheit versetzen, ein Licht auf die Gegenwart werfen oder Fragen an die Zukunft stellen. Sie kann dir helfen, dem Flüstern deines Unbewussten zu lauschen, oder als Linse dienen, durch die du noch einmal genauer auf die Erfahrungen blicken kannst, die dich zu dem gemacht haben, was du bist. Jede Karte im Tarot ist ein Stellvertretersymbol, ein Tor zum Unerwarteten. Jedes Mal, wenn du Karten ziehst, eröffnest du dir Möglichkeiten. Was wird erscheinen, und was wirst du darin sehen? Welche Lehren kannst du aus ihnen ziehen? Welche Aspekte deiner selbst könnten sie dir offenbaren?
Das Tarot ist schon sehr alt. Die frühesten erhaltenen Kartensätze stammen aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, und wahrscheinlich waren die allerersten Decks, die man herstellte und nutzte, sogar noch älter. Ursprünglich war Tarot ein Spiel (und ist es unter dem Namen Tarock in manchen Kulturen noch heute), und in der Standardform unterscheidet sich seine Struktur kaum von der anderer, gewöhnlicher Kartenspiele. Es hat vier Sätze, vom Ass bis zur Zehn, mit Hofkarten für König, Königin und ihr Gefolge, dazu 22 Trumpfkarten – das sind die berühmten, von denen du wahrscheinlich schon einmal gehört hast, auch wenn du noch nie Tarotkarten in der Hand hattest. Das eigentlich Besondere an diesen Tarotkarten ist aber, dass im Laufe der mehr als 600 Jahre, die es sie schon gibt, jede dieser 78 Karten mit Sinn und symbolischer Bedeutung aufgeladen wurde. Jede von ihnen steckt voller Geheimnisse, Geschichten und Fragen.
Breite die Karten vor dir aus, und du wirst mythische Bilder finden, die dich in eine Welt von Königen und Königinnen hineinziehen, von Gehängten und Magiern, Sternenhimmeln, Kronen aus Mondsicheln, Teufeln in Ketten und Frauen, die Löwen zähmen. Diese Karten sind »wild«, und zwar nicht nur in dem Sinn, dass sie Überraschungen bieten und Unerwartetem die Tür öffnen, sondern auch in dem Sinn, dass sie immer noch ungezähmt sind. Tarot ist etwas, das wächst und sich verändert. Es gibt unzählige, verschieden gestaltete Kartendecks und so viele subtile Deutungsnuancen für jede dieser Karten, wie es Menschen gibt, die sie auslegen. Diese Karten enthalten eine ganze Enzyklopädie von Erfahrungen und Emotionen, Archetypen und Narrativen, die jedem Menschen begegnen können und die jeder auf den Prüfstand stellen kann – sei es, indem er sie annimmt, infrage stellt oder eine neue Linse findet, durch die er sie betrachten und verstehen kann.
In ihrem Buch Storming the Gates of Paradise schreibt Rebecca Solnit: »Die Sterne sind uns gegeben. Die Konstellationen machen wir selbst. Das heißt, die Sterne existieren im Kosmos, aber die Konstellationen sind die imaginären Linien, die wir zwischen ihnen ziehen, unsere Deutungen des Himmels, die Geschichten, die wir erzählen.« Genauso kannst du dir das Tarot vorstellen: Es gibt einen festgelegten Grundstock von Bedeutungen für die gängigen Tarotkarten, aber was den Umgang mit ihnen so lohnend macht, ist der Tanz der Muster dieser Karten, die Assoziationen, die sie bei unterschiedlichen Menschen auslösen, und die einzigartigen Verbindungen, die sie im Geist eines jeden Einzelnen schaffen.
Das Tarot in der uns heute bekannten Form wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von einer Gesellschaft namens Hermetic Order of The Golden Dawn (Hermetischer Orden der Goldenen Dämmerung) kodifiziert – was für ein Name, nicht wahr? Aus dieser Vereinigung, zu deren Mitgliedern auch W.B. Yeats zählte, ging auch das bekannteste Tarotdeck, das Rider Waite Smith Tarot (RWS) hervor. Auf ihm beruhen fast alle modernen Versionen. Manchmal nennt man es einfach das Rider-Waite-Deck, nach dem Rider-Verlag, der es herausbrachte, und dem Urheber der Konzeption, Arthur Waite, aber wir bevorzugen entschieden den Namen, der den äußerst wichtigen – für manche sogar entscheidenden – Beitrag der Künstlerin würdigt, die die Karten gemalt hat: Pamela Colman Smith. Die Bilder und die Bedeutungen dieses Decks sind häufig der Ausgangspunkt einer Tarotdeutung, aber sie sind bei Weitem noch nicht alles. Wir werden dich nicht nur mit der geläufigen Ikonographie und Interpretation des RWS bekannt machen, sondern dir auch helfen, auf eigene Faust mit dem Tarot umzugehen, unabhängig von der Version der Karten, die du für deine Auslegung wählst.
Gar nichts werden wir dagegen über die Praxis der divinatorischen Deutung sagen, weil wir ganz einfach nichts darüber wissen und die Karten auch nicht in dieser Weise nutzen. Tarot auch ohne hellseherische Fähigkeiten zu deuten, nimmt ihm nichts von seiner Kraft. Für uns liegt der Zauber dieser Karten nicht im Wahrsagen, sondern im Geschichtenerzählen. Die Deutung der Tarotkarten hat uns und denen, für die wir sie legen, neue Perspektiven für den Umgang mit verschiedenen Bereichen unseres Lebens und uns selbst eröffnet. Sie können helfen, Orten, Gefühlen und Handlungen in einer oft chaotischen Welt Sinn zu verleihen. Manchmal bieten sie uns die Chance, uns für Themen zu öffnen, die sonst vielleicht nicht angesprochen würden, und zwar auf eine Weise, die sonst nicht gewählt würde. Die Karten liefern keine Ja-Nein-Antworten, aber sie können Verständnis ermöglichen, zu Gesprächen anregen, Menschen auf neue Wege führen und manchmal einfach nur Raum bieten, die eher schwierigen Gefühle und Momente des Lebens anzuerkennen.
Tarot wurde lange mit verschiedenen mystischen, religiösen und okkulten Praktiken assoziiert, von Astrologie bis Wicca – aber das ist nicht zwangsläufig ein Gesamtpaket. Wenn man sich einen Punkt herausgreift, unterschreibt man nicht automatisch alles andere mit. In unserer Ausbildung zum Tarotlesen bekamen wir auch eine Einführung in die Arbeit mit Magie und sollten im Rahmen einer Gruppe entsprechende Rituale vollziehen. Es war faszinierend, ein bisschen unheimlich … und definitiv nichts für uns. Wir wissen nichts Hilfreiches über Kristalle, können dein Sternzeichen nicht erraten und haben nie eine Astralreise gemacht (bekennen uns allerdings beide zu einem ungewöhnlich starken Interesse am Mond). Tarotdeutung überschneidet sich mit vielen verschiedenen Disziplinen, Kunstfertigkeiten und Glaubenssystemen. Diese Überschneidungen können wertvoll und bereichernd sein, aber sie sind nicht obligatorisch – und wenn du dir eine zusätzliche Praxis aneignen möchtest, ist es am besten, dich erst einmal von einem geeigneten Lehrer unterweisen zu lassen. Aber die Wahrheit ist, dass die Karten keiner einzelnen Gruppierung gehören und dass es nicht nur eine Möglichkeit gibt, sie zu nutzen. Jeder kann Tarotkarten deuten, und jeder sollte sich auch so frei fühlen, das zu tun.
Für uns ist die stärkste Verbindung nicht die zwischen den Karten und der Magie, sondern die zwischen dem Tarot und der Tradition der mündlichen Überlieferung von Geschichten: Märchen und Folklore, Mythen und Legenden. Jahrtausendelang haben Menschen auf der ganzen Welt versucht, ihr Schicksal dadurch zu begreifen, dass sie uralte Erzählungen und Geschichten in ihre Betrachtung mit einbezogen, die viel mehr umfassen als ein einzelnes Menschenleben. Das geschriebene Wort war sehr lange Zeit einer Elite vorbehalten, und selbst das Konzept der Autorschaft gibt es erst seit relativ Kurzem, sodass es nur einen kleinen Teil der Menschheitsgeschichte umfasst. Geschichten durften sich früher frei bewegen, wurden von einem Erzähler zum nächsten weitergereicht und an neue Umgebungen und wechselnde Umstände angepasst. Selbst diejenigen, die aussehen, als besäßen sie eine festgelegte Form – Märchen, die Charles Perrault oder die Brüder Grimm gesammelt und aufgezeichnet haben, oder die klassischen Mythen, wie sie uns Ovid oder Homer erzählen –, geben in Wahrheit nur einen Eindruck der Geschichte wieder, die eine einzelne Person in einem bestimmten Moment innerhalb einer Kultur erzählt hat. Diese Geschichten gibt es auch in Myriaden von anderen Versionen und Erzählformen, alten und neuen, die aus unterschiedlichen Köpfen, Gemeinschaften und Kontexten hervorgegangen sind – und sie sind nicht weniger wichtig oder bedeutsam, weil sie nicht in der Schule gelehrt wurden. Die langlebigsten Geschichten, diejenigen, die wir alle kennen, kann man weder besitzen noch zähmen. Sie haben immer Wege gefunden, neue Ranken sprießen zu lassen und eine neue Gestalt anzunehmen, wenn die Welt um sie herum sich verändert hat.
Beim Tarot ist es genauso wie bei diesen alten, ewig jungen Geschichten. Es besteht aus Archetypen und vertrauten Narrativen, die über Jahrhunderte hinweg von Tausenden von Stimmen geformt und wieder umgeformt wurden, und die ständig reicher und schöner werden, indem sie neue Bedeutungsebenen dazugewinnen. Es gibt nicht die eine Lesart – kein Richtig oder Falsch –, sondern nur ein kollektives Verständnis ihrer Symbolik, zu dem wir alle unsere eigenen Nuancen und unsere eigenen Interpretationen beisteuern dürfen.
Angela Carter schrieb in der Einleitung zu ihrer Märchensammlung1, diese Erzählungen zeigten »die außerordentliche Fülle und Vielfalt der Reaktionen auf das gleiche, geteilte Los – lebendig zu sein.« Damit hätte sie ebenso gut über das Tarot schreiben können: Ein Kartenspiel, das irgendwie all die merkwürdigen, wunderbaren, traurigen und köstlichen Dinge des Lebens in sich trägt – und in dem immer noch Raum für neue Entdeckungen ist. Das Tarot kann dir helfen, das, was du erlebst, in einen größeren Kontext zu stellen, es kann dir helfen, dich weniger allein zu fühlen, und es kann dir helfen, Zugang zu Weisheit und Ratschlägen zu bekommen, die durch die Jahrhunderte menschlicher Erfahrung hindurch wertvoll und gültig geblieben sind.
Wenn wir die Karten für andere Menschen deuten, sagen wir ihnen, dass es keine Karte gibt, die sich nicht in irgendeiner Weise vertraut anfühlt. Du bist in jeder Karte des Spiels, und jede Karte des Spiels steckt auch in dir. Das Tarot bietet dir eine Chance, von deinem Leben zurückzutreten und es nicht als eine zusammenhanglose Folge von Momenten und Erfahrungen zu betrachten, sondern als eine durchgängige Geschichte. Und das kann sehr stärkend sein: Wenn du dein Leben als eine Erzählung ansiehst, mit Bogen und Mustern und wiederkehrenden Figuren, dann erkennst du, dass du vielleicht in Wahrheit mehr Kontrolle darüber hast, als dir bisher bewusst war. Du kannst nicht immer bestimmen, was dir zustößt, und es schon gar nicht vorhersehen, aber du kannst auf jeden Fall darüber nachdenken, wie du darauf reagieren willst und wie es dein Selbstgefühl formen soll. Ganz wie Joan Didion in Das weiße Album geschrieben hat: »Wir erzählen uns Geschichten, um zu leben.«2
Im Kern ist das Tarot ein Hilfsmittel zum Geschichtenerzählen, ein Weg, eine Frage oder eine Erfahrung durch Symbole und Archetypen zu formulieren. Die Geschichten sind alle bekannt, und das Tarot hilft, die Lehren und das kollektive Wissen zu offenbaren, das in einer jeden von ihnen steckt. Es ist zeitlos, alterslos und fließend. Mit diesem Buch möchten wir dir einen Einstieg anbieten und dir zeigen, was diese Karten mit dir und deinem Lebensweg zu tun haben könnten, ganz gleich, wie speziell oder schwierig deine Geschichte gewesen sein mag. Wir werden darlegen, welcher Sinn den einzelnen Karten üblicherweise zugeschrieben wird, ihre Bedeutung erklären und die Fragen erläutern, die sie am häufigsten an jemanden richten, der sie deutet. Außerdem werden wir euch an einigen persönlichen Assoziationen und Geschichten teilhaben lassen, die uns dabei einfallen – gerade so, als säßen wir mit einem Kartendeck vor dir. Und genauso, wie wir das in diesem Szenario tun würden, laden wir dich ein, auf dem Weg auch über deine eigenen Interpretationen nachzudenken.
Karten zu ziehen und den Mustern nachzugehen, die sie bilden, kann zum Ausgangspunkt eines Gesprächs werden. Es ist eine Gelegenheit zu Selbstreflexion und Selbsterkenntnis und vielleicht auch eine Möglichkeit, deine eigene Geschichte zu verstehen. Hab keine Angst, auf das zu hören, was sich dir eröffnet, wenn du die Karten näher kennenlernst und anfängst, die potenziell Millionen von verschiedenen Kombinationen und Anordnungen zu sehen, die auftreten können, wenn du sie wiederholt ziehst. Notiere dir, woran die Muster dich erinnern und was du sonst noch in ihnen siehst. Genau das heißt es im Kern, das Tarot zu lesen.
Schließlich wird dir aufgefallen sein, dass wir hier zu zweit am Werk sind. Manchmal wird die eine Stimme »ich« sagen, manchmal die andere, und manchmal sprechen wir gemeinsam, wie jetzt gerade. An manchen Stellen wirst du herausfinden können, wessen Geschichte du liest, an vielen anderen nicht. Im Hinblick auf das, was wir dir gerade über die essenzielle Natur des Tarot erläutert haben – seine Vielfalt und Komplexität, die Tatsache, dass es aus einer Tradition entstanden ist, in der viele Stimmen im Chor sprechen und durch die Jahrhunderte hallen –, hoffen wir, dass du uns diese Eigenheit verzeihst. Und wir hoffen, dass du mit der Zeit den Wunsch entwickelst, deine eigene Stimme hinzuzufügen und diese Geschichten auf deine eigene Art zu erzählen.
Kapitel 2
Zu unseren Lieblingsmerkmalen des Tarots gehört, dass es voller Überraschungen steckt. Wie lange du es auch praktizieren magst, es gibt immer noch Neues dazuzulernen, weitere Geschichten zu entdecken, andere Möglichkeiten, die Karten zu interpretieren. Es ist ein Spiel ohne Ende, ein Gespräch, das nie langweilig wird. Tarot lässt sich nicht leicht in eine Schublade stecken – es entzieht sich einer Festlegung, jeder benutzt es auf seine ganz eigene Weise. Das ist wunderbar … macht es aber auch schwer, zu lernen, wie man die Karten benutzt, wo sie ihre Grenzen haben und wie eine ethische Tarot-Praxis aussehen könnte.
Bevor wir dir also die Karten selbst vorstellen, möchten wir einige der Fragen beantworten, die uns immer wieder zum Tarot gestellt werden – und auf die wir auch gerne selbst eine Antwort bekommen hätten, als wir noch Anfänger waren.
Das ist die Frage, die wir am allerhäufigsten zu hören bekommen. Und die unbefriedigende Antwort darauf lautet, dass du das ein Stück weit selbst entscheiden musst – Jen sagt den Fragestellern immer, dass sie keine Vorhersagen macht; Fiona ist eher offen dafür, je nach Situation. Einig sind wir uns beide darüber, dass ein Vorhersagen der Zukunft mit dem Tarot keine Wahrsagung im traditionellen Sinn ist: Es geht nicht darum, schon vorab mal einen verstohlenen Blick auf Künftiges zu erhaschen. Vielmehr ist eine Zukunftsdeutung mithilfe des Tarots eher etwas Psychologisches als etwas Übersinnliches.
Der Tiefenpsychologe Carl Gustav Jung hat gesagt, wir könnten die Zukunft dann vorhersagen, wenn wir wüssten, wie sich der gegenwärtige Moment aus der Vergangenheit entwickelt hat. Oft schauen wir – sei es im persönlichen Leben, bei der Arbeit oder in der Science Fiction – in die Kristallkugel und stecken unsere ganze Energie in den Versuch, vorherzusagen, was sich in Zukunft so verändern und wandeln wird, dass es für uns nicht wiederzuerkennen ist. Dabei vergessen wir, dass die Zukunft immer das Ergebnis der Vergangenheit ist, und dass sich zwar manche Dinge verändern mögen, viele aber auch gleich bleiben. Es gibt langfristig gültige Wahrheiten, Bedürfnisse, Erfahrungen und Entwicklungsverläufe – sonst würde natürlich niemand ein jahrhundertealtes Hilfsmittel zum Wahrsagen nützlich finden.
Anders gesagt: Wenn man Tarotkarten legt, um vorherzusagen, was künftig geschehen wird, heißt das in Wahrheit, dass man das extrapoliert, was in der Gegenwart vor sich geht. Wenn sich jemand auf eine bestimmte Weise verhält oder eine bestimmte Einstellung hat, dann können ihm über buchstäblich Jahrtausende gesammelte, ähnliche Geschichten eine ziemlich genaue Vorstellung davon geben, was als Nächstes geschehen wird – oder was er tun könnte, um den Kurs zu verändern. Auf den Teppich geholt und von der Assoziation der Wahrsagerei befreit, ist eine gute Tarotdeutung ein Weg, die Gegenwart noch einmal neu zu beleuchten, von der Vergangenheit zu erzählen und die Zukunft zu diskutieren. Nicht wer die Tarotkarten liest, hat die Kontrolle, und auch nicht die Karten, sondern die fragende Person.
Es wäre wunderbar und natürlich äußerst praktisch, wenn ein Kartendeck verborgene Wahrheiten offenbaren, künftige Partner oder Partnerinnen ausfindig machen, vielleicht ein wenig zwanglose Kommunikation mit Verstorbenen ermöglichen und uns die Lottogewinnzahlen für nächste Woche verraten könnte. Wenn du dich vor den Pfeilen des Schicksals duckst, sei es wegen einer Herzensangelegenheit oder ganz allgemein wegen der bangen Frage, was du mit deinem Leben anfangen sollst, könnte es nichts Beruhigenderes geben als ein Zeichen des Universums, dass du auf dem richtigen Weg bist. Es wäre schön, eine Bestätigung zu bekommen, dass jegliche Schwierigkeit, vor der du stehst – ob du zu deinem hundertsten suboptimalen Date gehen sollst, ob du den Job wechseln sollst oder dahinterkommen willst, warum es bei dir irgendwie nie so zu laufen scheint wie bei anderen –, einem höheren Zweck dient. (Das wird doch um Gottes willen so sein!)
Betrüblicherweise gibt das Tarot keine direkten Antworten. Tatsächlich beantwortet es Fragen meistens mit weiteren Fragen. Manchmal beantwortet es Fragen sogar mit Rätseln (danke, Tarot). Aber es ist auch nicht so, dass es dir keine Lösungen bietet. Damit meinen wir, dass das Tarot keine passive Übung ist, sondern eine aktive. Es zeigt dir Möglichkeiten, Dinge vielleicht anders zu sehen. Es könnte einen Vorschlag machen, wie du ein Problem angehen kannst. Es kann dich zum Nachdenken darüber anregen, was genau du denn machst, dass es bei dir nicht funktioniert. Es kann dich auffordern, dich mit etwas auseinanderzusetzen, das dir Sorgen gemacht hat, vor dem du aber die Augen verschlossen und den Kopf in den Sand gesteckt hast. Es könnte etwas sagen, das dir zutiefst gegen den Strich geht. Oder es könnte dir helfen, mit mehr Vertrauen deinem Instinkt zu folgen.
Wenn du detaillierte Anweisungen dazu erwartest, was du mit deinem Leben anfangen sollst, wirst du enttäuscht werden. Die Karten sind Symbole, keine Wegweiser – und, ehrlich gesagt, gibt es höchstwahrscheinlich schon mehr als genug Menschen, Bücher und unsichtbare Kräfte, die versuchen, deine Entscheidungen zu beeinflussen. Doch wenn du nach neuen Perspektiven und Hinweisen Ausschau hältst, die dir helfen, dein eigenes Handeln, deine Überzeugungen und Verhaltensweisen zu reflektieren, dann bist du bei diesen Karten richtig.
Deute sie für dich selbst, deute sie für andere, deute sie für zwei Menschen und ihre Beziehung zueinander, wenn du willst. Ziehe eine Karte, die dir helfen soll, deine Gefühle in Bezug auf einen anderen Menschen zu verstehen, selbst wenn du ihn jahrelang nicht gesehen hast – oder ziehe zehn Karten als Hilfsmittel, um deine Gefühle für zehn andere Menschen auseinanderzudividieren. Der zentrale Punkt dabei ist: Es sind deine Gefühle.
Tarotkarten für jemanden zu legen, der nicht da ist und nicht mit dir darüber sprechen kann, ist ein bisschen merkwürdig und wird dir – ganz ehrlich – auch nicht viel an nützlichen Erkenntnissen einbringen. Es wird dir nichts über die Perspektive des oder der anderen sagen; es wäre lediglich eine Übung in Projektion, und das ist niemals etwas Gesundes.
Kurz gesagt, es gibt keinen festgeschriebenen ethischen Code für Tarot, aber wenn es einen gäbe, würde er sagen: Nein, das solltest du nicht machen.
Die Antwort darauf lautet »jein«, und dafür gibt es einen sehr guten Grund. Viele Klagen, die man über das Tarot hört – und ebenso über jede Art von Wahrsagerei oder Hellseherei –, drehen sich um den Vorwurf, wer so etwas praktiziere, sei im Grunde nur gut darin, die Körpersprache von Ratsuchenden und ihre Reaktionen auf Fragen und Aussagen zu analysieren. Die Wahrheit ist, dass solche Leute das wahrscheinlich wirklich gut können.
Aber ich meine, das kann man auch anders sehen. Tarot kann ein Weg sein, den Menschen etwas anzubieten, das die meisten im täglichen Leben nicht oft erleben: Aktives und unterstützendes Zuhören. Wenn ich für dich Tarotkarten deute, dann kannst du dir sicher sein, dass ich sehr sorgfältig auf alles höre, was du sagst, und dass ich mich auf den Klang deiner Stimme, deinen Tonfall und all deine subtilen nonverbalen Signale einstelle, denn das ist meine Aufgabe. Die Deutung von Tarotkarten hat nichts mit der Person zu tun, die die Karten interpretiert. Sie ist keine Chance, groß rauszukommen oder zu beweisen, wie clever oder magisch begabt man ist. Sie ist eine Gelegenheit, einen Dialog zu eröffnen: manchmal zwischen Kartenlegerin und Fragestellerin, manchmal auch nur zwischen der Fragestellerin und ihr selbst.
Und wenn man als Deutender nicht sorgfältig zuhört und beobachtet, um zu sehen, wie der Fragende sich fühlt und was in ihm vielleicht hochkommt, wenn man nicht mit Freundlichkeit und Sorgfalt und Empathie reagiert, dann macht man mit Sicherheit etwas falsch. Niemand möchte zu hören bekommen, dass seine neue Beziehung zum Scheitern verurteilt sei, weil eine Karte das sagt: Es ist nicht hilfreich, und es ist nicht wahr. Und es braucht auch niemand eine tolle Zukunft angedichtet zu bekommen, damit er sich besser fühlt. Man sollte mit dem Fragesteller darüber sprechen, was eine Karte bedeutet, und ihn dann fragen, was sie bei ihm auslöst – besonders, wenn es eine schwierige Karte ist –, nicht, weil man beweisen muss, dass das Tarot funktioniert, sondern weil der Fragende verdient, eine hilfreiche Erfahrung zu machen, und keine, die ihn deprimiert und schwächt. Schäme dich nie, genau zuzuhören.
Es gibt drei Dinge, die du wirklich wissen musst, um dich vertrauensvoll am Tarot versuchen zu können. Erstens brauchst du ein solides Wissen darüber, was die Karten bedeuten. Das ist ohne Frage das Schwerste daran, Tarotkarten lesen zu lernen. Aber wenn du wirklich Freude am Auslegen haben willst, musst du einfach ins kalte Wasser springen und anfangen, die Kernbedeutungen auswendig zu lernen. Ganz wie bei der Lektüre einer Zeitung in einer Fremdsprache macht es einen Unterschied, ob ich nur flüchtig lese oder ob ich sorgfältig jedes einzelne Wort im Wörterbuch nachschlage. Zum Glück ist das Tarot ja ein illustriertes Kartenspiel, sodass wir bei jeder Karte ein Bild vor Augen haben, das unserem Gedächtnis auf die Sprünge hilft.
Zweitens musst du in der Lage sein zu erkennen, wie der Kontext einer Deutung sich darauf auswirkt, welche der subtilen Bedeutungsnuancen einer Karte gerade in den Vordergrund rückt. Sobald du ein gutes Gefühl für die grundlegende Symbolik der Karte hast, kannst du anfangen, dich an Legungen mit zahlreichen Karten zu versuchen. Legungen sind Muster, bei denen jede Position etwas Bestimmtes repräsentiert: So kann eine Karte etwa deine aktuelle Situation symbolisieren und eine andere eine Herausforderung, vor der du stehst. An dieser Stelle kommen die Tiefe und die Komplexität der Tarotsymbolik voll zur Geltung: Du siehst dir jede Karte einzeln an und erkundest dann ihre Bedeutung mittels ihrer Position im Muster. Deine Aufgabe ist dabei ganz wörtlich, zu lesen: dir anzuschauen, wie die Karten gefallen sind, und zu sehen, was das für eine Geschichte erzählt. Das ist eher eine Kunst als eine Wissenschaft – eine Kunst, die sich auf unsere Intuition und Kreativität stützt.
Und schließlich musst du dir ausmalen, wie die Karten miteinander interagieren. Das mag vielleicht merkwürdig klingen, aber du musst dir vorstellen, dass deine Tarotkarten in Beziehung zueinander stehen, und dann herausfinden, wie diese Beziehungen beschaffen sind, wenn du sie in einer Legung siehst. Manche Karten gehören zur gleichen Familie, andere sind geschworene Feinde. Manche haben eine sehr ähnliche Energie, die in unterschiedlicher Intensität ausgedrückt wird; andere bilden krasse Gegensätze. Karten können sich gegenseitig verstärken oder einander annullieren. Wenn du nach und nach mit dem Deck vertrauter wirst, werden diese Beziehungen allmählich deutlicher hervortreten.
Ich habe einmal für eine Bekannte eine Legung mit drei Karten gemacht, die sich einen düsteren Blick aufs Leben als persönliche Note zugelegt hatte. »Wahrscheinlich bekomme ich die ganzen schrecklichen Karten«, sagte sie mit ihrer charakteristischen Schwarzseherei und zog dann den Tod, den Turm und die Zehn der Schwerter, die in den Augen der meisten Menschen tatsächlich die schrecklichsten Karten sein dürften. Aber es war okay – sie fand das sogar urkomisch. Die Moral von dieser Geschichte – und die kurze Antwort auf die Frage – ist, dass manche Karten zwar den Ruf haben, Grimmiges anzukündigen, oder schwierige Wahrheiten ausdrücken, dass aber keine einzige von ihnen dich verletzen kann.
Die längere Antwort gibt der Ursprung der Karten. Beim Tarot muss man immer bedenken, dass es schon mindestens seit dem 15. Jahrhundert existiert. Und das 15. Jahrhundert war in Europa in jeder Hinsicht ganz anders als unsere heutige moderne Welt. So spielte etwa Religion für alle eine enorm große Rolle und der Tod stand eigentlich immer vor der Tür. Schwerter und diverse andere Waffen wurden bei einem Teil der Bevölkerung als akzeptierter Bestandteil der Tagesbekleidung angesehen. Das heißt, dass die optische Symbolik des Tarots ihre Grundlage und Wurzeln in kulturellen Normen hat, die von den unseren sehr verschieden sind, und daher sollte sie nicht immer von unseren eigenen, modernen Standards her beurteilt werden.
Einige Karten sehen ziemlich beängstigend aus: Der Schnitter Tod hoch zu Pferd auf einem Acker mit Toten; ein Mann, der mit dem Gesicht nach unten flach auf der Erde liegt und zehn (jawohl, zehn!) Schwerter im Körper stecken hat; ein Bildnis von Satan. Für all diese Bilder gilt, dass sie visuelle Metaphern sind und immer schon waren – nur sind sie Menschen nicht mehr vertraut, die in einer Welt mit Mobiltelefonen, Flugreisen und wissenschaftlicher Medizin leben. (Aus diesem Grund interpretieren so viele Künstler und Designer das Tarot durch eine moderne Linse neu.) Manche Karten mögen oberflächlich positiver, manche eher negativ erscheinen, aber in Wahrheit ist eine jede von ihnen fähig, sowohl von guten als auch von schlechten Zeiten zu erzählen. Ich kann nicht versprechen, dass sie nicht manchmal ein Nachdenken über Verletzungen, Ängste und Traumata hervorrufen. Aber ich kann mit absoluter Sicherheit sagen, dass keine einzige Karte eine Warnung vor Schrecklichem ist, das auf dich zukommt, und keine von ihnen sollte gefürchtet werden.
Manche Deutende schreiben der Umkehrung eine Bedeutung zu – die Lage der Karte entscheidet darüber, ob man die positiven oder die negativen Aspekte der Karte hervorhebt – und manche nicht. Wir machen es beide nicht, weil sich das für uns zu sehr nach Vorschrift und Einschränkung anfühlt. Jede Karte hat sowohl Gaben als auch Herausforderungen zu bieten, eine Licht- und eine Schattenseite, und man sollte immer beide Elemente betrachten, wenn man ihre Bedeutung ausloten will.
Manchmal ist es ganz offensichtlich, in welche Richtung die Karte tendiert. In anderen Fällen sollten die Position der Karte in der Legung und der Kontext der Deutung als Entscheidungshilfe dafür genügen, welcher Aspekt die Oberhand hat. Wenn beispielsweise bei einer Legung das Ass der Kelche auftaucht, bei der es um emotionales und kreatives Potenzial geht, gibt es zwei Hauptrichtungen der Deutung. Eine ist positiv: Man hat enorm viel zu bieten und ist bereit, sich auf die Welt einzulassen. Die andere ist ein bisschen pessimistischer: Sie gilt in Zeiten, in denen du vielleicht viel Herzblut in eine Beziehung oder eine Sache steckst, die nirgendwohin führt und dir vielleicht schadet oder deine Kräfte aufzehrt.
Eine Person, die beim Tarot Umkehrungen deutet, würde nur die zweite Bedeutung berücksichtigen, wenn das Ass der Kelche bei einer Legung auf den Kopf gestellt erscheinen würde, während wir dir raten würden, deine Deutung auf den Kontext zu stützen. Wenn beispielsweise deine Fragestellerin das Ass als herausfordernde Karte empfindet, ist das ein guter Zeitpunkt, sich deren Schattenbedeutung anzusehen – nicht dann, wenn du die Karten einfach nur so gemischt hast, dass das Ass umgekehrt zu liegen kommt.
Gelegentlich wirst du nicht unmittelbar ein Gefühl dafür haben, welche Seite der Karte heute dominiert – und es gibt auch Karten, die besonders leicht zwischen ihren beiden Seiten hin und her pendeln. In einem solchen Fall ist es am besten, offen zu bleiben. Spüre in die verschiedenen Möglichkeiten hinein und schau, welche eine Resonanz erzeugt. Das Tarot ist ein bisschen wie der Rorschachtest: Wenn du in einem Tintenklecks etwas siehst, dann wahrscheinlich deshalb, weil dein Unbewusstes weiß, dass dieses Etwas ausgedrückt werden will. Wenn ein Fragesteller stark auf einen bestimmten Aspekt einer Karte reagiert, dann heißt das wahrscheinlich ganz ähnlich, dass sie etwas angesprochen hat, mit dem er sich beschäftigen sollte.
Wenn du dir die Karten näher anschaust, wirst du feststellen, dass die Geschichten im Tarot sich mit einigen sehr schwierigen und bedrückenden Aspekten des Lebens befassen. Gespräche über geistige und seelische Gesundheit sind dabei nicht selten. Darin liegt ein großer Trost des Tarots: Deutungen schaffen Raum für die damit verbundenen Emotionen. Das Ritual des Legens und Deutens, des aktiven Hörens auf sich selbst oder der wirklichen Verbindung mit jemand anders, all das ist sehr wertvoll. Es kann sich therapeutisch anfühlen; es kann ein Weg sein, Achtsamkeit und Erdung zu üben, und für manche ist es auch eine gute Möglichkeit, ihre seelische Gesundheit zu prüfen. Aber nein, wer Tarotkarten deutet, ist kein Therapeut, keine Therapeutin und sollte auch nicht als Ersatz für professionelle Hilfe angesehen werden. (Und ich spreche hier als jemand, der sowohl Tarotkarten deutet als auch eine langjährige Therapieerfahrung hat und das Verhältnis zwischen Tarot und Therapie ausgiebig diskutiert hat.)
Auf der praktischen Ebene bringt das einige Implikationen für den Gebrauch der Karten mit sich. Wenn du sie für jemand anders legst, und ganz besonders, wenn du diese Menschen nicht kennst, solltest du auf ein bestimmtes Szenario vorbereitet sein. Tarotdeutungen können eine Menge schwieriger Gefühle hervorrufen. Manchmal bittet dich jemand im vollen Bewusstsein dessen um eine Deutung, dass er etwas Schwieriges zu verarbeiten hat, und hofft, dass das Tarot ihm vielleicht hilft, es zu verstehen.
Und manchmal kommt jemand zu einer Legung, um ein bisschen Spaß zu haben, und ist dann überrascht über die Tiefe und Intensität der Gefühle, die in ihm ausgelöst werden. Wenn du die Karten für andere legst, wirst du auch irgendwann einmal erleben, dass jemand in Tränen ausbricht, ob Freund, Kollegin oder Fremder. Das kann ziemlich bestürzend sein. Und noch bestürzender ist es vermutlich für die Person, die weint, daher ist es das Beste, sich in einem solchen Fall einfach wie ein Mensch zu verhalten, der die Traurigkeit eines anderen mitbekommt. Frag nach, ob alles in Ordnung ist, ob die Person eine Umarmung oder eine Tasse Tee braucht oder ob es etwas gibt, über das sie sprechen möchte. Sei wie ein Freund, eine Freundin, selbst, wenn du die Person gar nicht kennst, und sei es auch nur für zehn Minuten. Du erfährst vielleicht nie (oder manchmal auch erst Jahre später), wie wohltuend deine Freundlichkeit war und was sie bewirkt hat.
Es gibt ein untrügliches Zeichen, das dir verrät, ob du richtig mit dem Tarot umgehst: Ist es eine hilfreiche und beglückende Erfahrung für dich und für die Person, der du die Karten legst (und das bist vielleicht ebenfalls du), oder nicht? Wenn jemand jede Sekunde der Veranstaltung hasst, ist es vielleicht an der Zeit, dein Vorgehen zu überprüfen. Aber wenn sie Spaß macht, interessant ist oder zum Denken anregt, dann spielt es keine Rolle, ob du eine erfahrene Kartenlegerin mit jahrelanger Erfahrung bist, oder ein blutiger Anfänger, der nur ein rudimentäres Wissen über Tarot hat. Wenn es für dich funktioniert, dann ist es in Ordnung.
Und wenn es nicht funktioniert, zeigt sich das meist sehr deutlich. Meine erste professionelle Deutung war ein Beispiel dafür. Die Kartenlegerin ließ mich Platz nehmen und fing dann ohne große Vorrede an: »Die letzte Zeit war besonders schwer für dich, und ich fürchte, es wird auch nicht leichter.« Sie redete pausenlos weiter und war nicht zu bremsen, nicht einmal, als ich sagte, derzeit wäre in meinem Leben nichts sonderlich Dramatisches los. Ich fühlte mich nur ein bisschen orientierungslos. Ich war in den Zwanzigern, und alles in meinem Leben fühlte sich unsicher an und war es auch. Verwechselte sie meine Vergangenheit mit meiner Gegenwart? Sie gab nicht nach: Nein, ich stand kurz vor dem Tiefpunkt meines Lebens und sollte mich auf harte Zeiten einstellen. Wunderbar. Und, wie sich herausstellte, auch vollkommen falsch.
Die Kartenlegerin von damals versuchte, mir eine Geschichte über mein Leben zu erzählen und mich in den Mittelpunkt zu stellen – sie fing das nur ganz verkehrt an und hat mir damit Kraft und Mut genommen. Diese Erfahrung war eine von vielen, die meinen eigenen Umgang mit dem Tarot zunehmend prägten: Für mich liefert es keine Zaubertricks, sondern ist eher eine Navigationshilfe – eine Landkarte, die mir zeigt, welche Wege Menschen lange vor unserer Zeit eingeschlagen haben und wohin diese Wege sie geführt haben. Ich praktiziere nach dem Prinzip, dass man nicht alles sagen muss, was man in einer Tarotlegung sieht. Stelle Fragen, statt Vermutungen auszusprechen. Es ist wesentlich besser, sich auf die Subjektivität einzulassen. Lass die Karten eher als Stichwortgeber fungieren denn als Handlungsanweisung, und sorge dich weniger über die Frage, ob du es »richtig« machst, als darüber, ob du genug Raum lässt, dass sich die ganze Geschichte entfalten kann.
Haben wir das nicht alle? Wir tauchen jetzt gleich in die Struktur des Kartendecks ein und vor allem in die Bedeutung jeder einzelnen Karte. Aber keine Sorge – am Ende des Buches werden wir zu weiterer praktischer Anleitung dazu zurückkommen, wie man Tarot erlernt und deutet, und dir auch eine Liste von Ressourcen an die Hand geben, die dir helfen können, deine Praxis weiterzuentwickeln.
Kapitel 3
Willkommen zu den Karten der Kleinen Arkana. Lass dich nicht von dem Wort »klein« hinters Licht führen: Die vier Sätze der Kleinen Arkana machen den Löwenanteil des Tarotdecks aus – und in diesen 56 Karten steckt das ganze Leben.
Wenn du gerade erst mit dem Tarot anfängst, hast du vielleicht das Gefühl, es wäre das Beste, direkt zu den Großen Arkana zu springen: Diese Karten sind am leichtesten wiedererkennbar und ihre Bezeichnungen hören sich meist ziemlich eindeutig an. Aber der erste Eindruck kann täuschen. Die 22 Karten der Großen Arkana sind bedeutungsschwer, jede Karte hat eine vielschichtige Symbolik und Metaphorik – es sind die »wildesten« Karten im Spiel. Wir empfehlen dir dringend, zuerst einmal die zahmeren Geschöpfe der Kleinen Arkana gut kennenzulernen.
Das soll nicht heißen, dass nicht auch sie recht respekteinflößend sein können. Die Kleinen Arkana umfassen viele Karten, und ihre konventionellen Bezeichnungen geben dir auf den ersten Blick kaum einen Hinweis auf ihre Bedeutung. Selbst wenn alle Karten Bilder tragen, wie in den meisten Tarotdecks, kann man im Allgemeinen nicht behaupten, sie würden sich von selbst erklären. Stößt du beispielsweise auf die Zwei der Münzen – eine Karte, auf der traditionell eine Person mit einem sehr hohen und poppigen Hut dargestellt ist, die am Strand tanzend jongliert –, magst du dich zu Recht fragen, was in aller Welt das soll. Und die Karten der Kleinen Arkana sind fast alle so: viele Bilder von kleinen Figuren, die begeistert irgendetwas völlig Obskures treiben. Aber wenn du erst einmal einen Blick dafür entwickelt hast, bekommen die Miniaturtableaus auf jeder Karte allmählich einen Sinn. (Wenigstens meistens.)
Die gute Nachricht zu den Kleinen Arkana ist, dass sie zunächst einmal einem Muster folgen, in eine Art Raster passen. Jede Karte hat eine Farbe – wie in einem Spielkartendeck, nur dramatischer – und eine Zahl oder Hofposition. Die Bedeutung einer jeden Karte ist eng mit ihrer Reihe und ihrem Zahlenwert verbunden; wenn du also erst einmal das Muster einer Reihe erlernt hast, wirst du die drei anderen wesentlich schneller in den Kopf bekommen. Die weniger gute Nachricht ist, dass jede Regel auch ihre Ausnahmen hat und dass es bei der Interpretation oft um Feinheiten geht. Aber diese Finessen entschlüsseln zu lernen, ist schon der halbe Spaß beim Tarot. Hier also nun für den Anfang die Grundmuster der Kleinen Arkana.
Die vier Sätze des Tarots werden in verschiedenen Kartendecks manchmal auch anders benannt – ein Künstler entscheidet sich vielleicht dafür, eine Farbe mit Schmetterlingen oder Blumen darzustellen, wenn das zu seinem kreativen Konzept besser passt. Doch am häufigsten werden die Bezeichnungen der Rider-Waite-Smith-Tradition verwendet: Kelche, Stäbe, Schwerter und Münzen. Und unabhängig davon, mit welchem Deck du arbeitest, sollte es dir ohne Weiteres möglich sein, die Entsprechungen der Sätze festzustellen.
Jedem Satz ist ein Element zugeordnet: den Kelchen das Wasser, den Stäben das Feuer, den Schwertern die Luft und den Münzen die Erde. In fast allen Decks ist die Ikonographie der Karten mit der Einteilung nach Elementen verknüpft. Wenn du das Element eines Satzes weißt, kannst du ihn leichter verstehen: Das Element der Reihe ist die Grundlage ihrer Metaphern, das Rohmaterial, aus dem die Geschichten zusammengesetzt sind. Die vier Sätze und die vier Elemente stehen für unterschiedliche Aspekte des Lebens, wobei jedes Element einem anderen Teil des Selbst und einer anderen Art des Handelns entspricht. Wenn du anfängst, Kartenlegungen zu machen, achte darauf, ob Karten eines bestimmten Satzes vorherrschend sind, was darauf hindeuten könnte, dass dieser Teil des Lebens des Fragestellers bei dieser Sitzung im Vordergrund stehen sollte.
Es folgt noch eine detailliertere Einleitung zu jedem Satz in den Kapiteln zu den jeweiligen Karten, aber es lohnt sich, eine Übersicht über das Ganze zu bekommen, ehe du etwas über die einzelnen Karten erfährst:
Die Kelche sind die Reihe des Herzens. Wenn man ihnen ein Verb zuordnen kann, dann »fühlen«. Sie sind eine Enzyklopädie der Emotionen, hängen mit allen möglichen Arten von Beziehung und auch mit Kreativität und Inspiration zusammen.
Die Münzen sind der erdhafte Satz des Körpers, der realen und handfesten Dinge. Sie haben mit Gesundheit, Wohlstand, Heim und Herd zu tun. Bei ihnen geht es um Sein und Machen: was man hat und was einem fehlt.
Die Schwerter sprechen das Mentale an. Sie stehen für Gedanken: unsichtbar und unberührbar wie ihr Element, die Luft, aber dennoch außerordentlich mächtig. Das Verb zu dieser Reihe ist »denken« (und, wie manche sagen würden, auch sein naher Verwandter »überdenken«).
Die Stäbe stehen für Energie im ursprünglichsten Sinne – die Seele oder den Geist. Bei ihnen geht es vorrangig ums Handeln: wohin du deine Willenskraft lenkst, ob und wie du dein inneres Feuer nähren und in deinem Leben zur Geltung bringen kannst.
Als Nächstes geht es um die Position der Karte innerhalb des Satzes. Wenn du mit normalen Spielkarten vertraut bist (und ehrlich gesagt, selbst wenn nicht), sollte das ein leicht verständliches Konzept sein. Jeder Satz hat 14 Karten: vom Ass bis zur Zehn gefolgt von den vier Hofkarten Bube, Ritter, Königin und König. Durch alle vier Reihen hindurch spielen die Karten mit der gleichen Position auch eine ähnliche Rolle und haben eine ähnliche Geschichte zu erzählen – wenn du also erst einmal eine kennst, kannst du dir oft die Entsprechungen in den anderen Sätzen erschließen.
Es gibt drei wichtige Dinge, die du wissen solltest, ehe du die Bedeutung einer jeden Position lernst.
Erstens erzählen in allen Sätzen die nummerierten Karten eine Geschichte, der du von Anfang bis Ende folgen kannst. Diese Geschichte ist keine traditionelle und würde wahrscheinlich auch keinen sehr guten Roman ergeben, aber sie ist geradlinig: Am Anfang besteht die Möglichkeit zu etwas und dann wird es Schritt für Schritt mehr. Anders ausgedrückt: Die Energie eines jeden Satzes baut sich immer weiter auf, bis du am Ende eine ganze Menge davon hast. In vielen Decks, besonders im Rider-Waite-Smith-Deck, siehst du das ganz direkt auf den Karten abgebildet. Welches Element auch immer zum jeweiligen Satz gehört, du siehst mehr und mehr davon in den Illustrationen, während du dich durch den Satz arbeitest. So beginnst du bei den Münzen mit einer leeren Landschaft, und am Ende siehst du eine ganze Stadt voller Leben. Die Position einer Karte im Satz kann ein Indikator dafür sein, wie weit eine Fragestellerin auf ihrem Weg gekommen ist, was bei einer Deutung hilfreich sein kann.
Zweitens solltest du wissen, dass zwar die Struktur der Wege in den nummerierten Karten gleich ist, aber was erreicht wird, geht in zwei verschiedene Richtungen. Die Kelche und die Münzen haben ein ähnliches Ziel; die Schwerter und die Stäbe ein ganz anderes. Und das Ergebnis hat mit der Natur des Satzes zu tun. Als Faustregel gilt: Du kannst nie zu viele Kelche und Münzen haben, aber weniger Schwerter und Stäbe ist im Allgemeinen besser. Wenn etwas rund ist, dann setze alles darauf, versuche so viel wie möglich zu erhaschen usw. Wenn etwas spitz ist … nähere dich mit Vorsicht.
Als Drittes und letztes solltest du wissen, dass die Hofkarten (Bube, Ritter, Königin und König) eigenartig sind. Sie sind so eigenartig, dass wir ihnen später ein eigenes Kapitel mit weiteren Einzelheiten darüber widmen, wie sie zu deuten sind. Aber grob gesagt repräsentieren diese anthropomorphen Karten entweder Aspekte von dir selbst oder Menschen in deinem Leben.
So, hier folgen jetzt ohne weitere Vorrede die Positionen der Kleinen Arkana, eine nach der anderen:
Die Asse sind Quelle und Ausgangspunkt eines jeden Satzes, sie stehen für die Möglichkeiten und das Potenzial seiner Energie. Sie sind noch roh und unfokussiert: Sie fordern dich auf, dir zu überlegen, was du anzubieten hast, und was du willst.
Die Zweien sind der einfachste, unkomplizierteste Ausdruck der Energie des Satzes. Sie stehen für die Grundsubstanz, liefern die Alltagsaufgaben des Satzes. Sie fragen danach, ob die Energie ausgeglichen ist und fließt, oder ob sie blockiert ist.
Die Dreien sind Erfahrungen, die die Kraft des Satzes verkörpern. Sie sprechen oft Dinge an, die du tun musst, um stärker zu werden und zu wachsen, und zeigen, wie du mit anderen interagierst.
Die Vieren sind eine Chance, einmal tief Luft zu holen auf deinem Weg. Sie sind eine kleine Pause – sichere Räume, stabil und geruhsam, wenn auch manchmal ein bisschen fad. Sie fordern dich auf, Bilanz zu ziehen, zu schauen, wo du stehst und wie es dir geht.
Die Fünfen sind die ungemütlichen Stellen innerhalb des Satzes. Sie sind Herausforderungen, Konflikte und Schwierigkeiten, vor denen du stehst. Sie rufen dich normalerweise nicht dazu auf, etwas zu tun – vielmehr fordern sie dich auf, bei einem Gefühl zu bleiben.
Die Sechsen sind Verschiebungen des Gleichgewichts und Momente des Übergangs. Sie haben oft mit dem Zusammenspiel von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu tun. Sie fragen, was du bis jetzt gelernt hast und was du mit diesem Wissen anfangen willst.
Die Siebenen stehen für Augenblicke der Bewertung und Entscheidung. Sie fordern dich auf, deine Handlungen, Überzeugungen und Gefühle ernsthaft auf den Prüfstand zu stellen. Sie sprechen die Ehrlichkeit an – und weisen manchmal auf deren Fehlen hin.
Die Achten
