Mongolei per Bike - Gerd Schüller - E-Book

Mongolei per Bike E-Book

Gerd Schüller

0,0
4,95 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Ein Buch voller Erlebnisse, vom Start in Deutschland über Österreich, Slowenien, Bulgarien, Griechenland bis zum ersten Etappenziel - der Türkei / Istanbul. Dann geht es weiter am "Schwarzen Meer" entlang bis in die Hauptstadt Georgien´s nach Tiflis. Alsdann grobe Richtung Russland - Wolgograd - Ufa - oberhalb Kasachstan nach Omsk und Novosibirsk. Das erste Große Ziel ist der Baikalsee. Weiter gen Osten in den letzten Zipfel Sibirien´s über Ulan Ude nach Ulan Batar in die Hauptstadt der Mongolei. Hier sind etliche Abstecher zur Wüste Gobi, sowie ins Alteigebirge in winterliche Gefilde. Auf der Rückreise werden etliche schöne Städte besucht, wie z.B. Kazan, Moskau - und über die europäischen Länder, Lettland, Litauen und Polen, wieder zurück nach Deutschland. Insgesamt werden 17 Länder unter die Räder genommen, etliches an Material verschlissen und nach über zwei Monaten zurück in den Heimathafen. Mit vielen farbigen Fotos untermalt. Ein Lesegenuss der besonderen Art. Für den echten Biker ein "Muss"

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 145

Veröffentlichungsjahr: 2020

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Gerd Schüller

Mongolei per Bike

Mit dem Motorrad zumBaikalsee und zur Mongolei

© 2020 Gerd Schüller

Autor:

Gerd Schüller

Umschlaggestaltung, Illustration:

Gerd Schüller

Lektoriat:

Sarah Schüller

Verlag & Druck: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg

e-mail: info (at) tredition.de

ISBN :

Paperback

978–3-347–03382-5

 

Hardcover

978–3-347–03383-2

 

e-Book

978-3-347-03384- 9

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig.

Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Vorwort

Zur Erklärung spezifischer Gegebenheiten bzgl. Fachausdrücken über Bike’s und andere Sachen:

a) Gummi-Kuh

Der Begriff Gummi-Kuh stammt aus den 50er-Ende 70er Jahren. Er wurde extra für BMW-Motorräder vergeben. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass dieser Begriff von unserem ex-Club „MC-Hürth“ vergeben wurde. Aber irgendwann hörte man dies in ganz Deutschland. BMW’s verliehen beim Fahren in der vorbezeichneten Zeit 50/60/70-er, der eines Gummi-Bandes, da alles so schön weich und schaukelig vonstatten ging. Kuh kam dann noch dazu, als man feststellte: Bei liegenden Zylindern bewegte sich der Kolben immer in der Horizontalen, d.h. er suchte die Wiese links und rechts der Fahrbahn auf, um „Gras“ zu fressen. Das alles zusammen fungierte dann als „Gummi-Kuh“. Heute sieht das bei weitem extrem anders aus. BMW hat seine Hausaufgaben mehr als gemacht und RICHTIGE Bikes entwickelt. Hier schaukelt nichts mehr. Doch der Begriff ist in abschätzenden Erzählungen, oder auch hier und da als Spaßeinwurf, immer wieder auf dem Tisch, wenn’s um BMW geht. - Leider -

b) Enduro-Elefant

Die BMW GS-Modelle, insbesondere die Boxer-Modelle vermitteln auf Grund ihrer enormen Breite die Optik eines Elefanten. Sind sie dann auch noch beladen, so wie unsere „Kühe“, ist dieser Begriff nachvollziehbar.

Namen wurden teilweise aus Datenschutzgründen geändert.

Eine sep. Genehmigung von Mr. David Pickering liegt vor.

Der Name Heino ist frei erfunden und ist nicht mit lebenden Personen in Verbindung zu bringen.

Originalausgabe

# 2020 Tredition Verlag - Hamburg

Zur Geschichte

Vorgesehen war eine wunderschöne Sommertour bis ins letzte Eckchen Asiens, den Baikalsee.

Um das Ganze zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen, drehten wir die ursprünglich geplante Route über den Norden: Polen – Lettland – Litauen - Russland – einfach um und wählten zur Anreise die Südvariante, über den Balkan, die Türkei und Georgien.

Geplant haben wir den Kilometermarathon schon vor fast einem Jahr. Dass bei der Packerei solche irrsinnigen Kilos zusammengekommen sind, hätte keiner für möglich gehalten. Doch um für alle Situationen das richtige Equipment zur Verfügung zu haben, d.h. Zelt, Kocher u.u.u, waren wir der Motorradmäßigen Max-Angabe bzgl. Gesamtbelastung ziemlich nahe gekommen. Die 1200er GS von meinem Begleiter kam über 400 kg und meine kleine 800er GS lag bis auf ein paar Pfund knapp darunter. Von Fahren im Motorrad ursprünglichen Sinne waren wir weit entfernt. Nie im Leben habe ich solch eine Fuhre bewegt. Im laufe der nächsten Tage, dachte ich mir, schleicht sich der Gewöhnungseffekt ein und man ergibt sich seinem Schicksal.

Am 04. Mai, einem mit dunklen Wolken behangenem Montag, gingen wir das Abenteuer an. Die ersten wackligen Übungen waren schon nach 100 km Autobahn zum Alltag geworden und jetzt schon nichts Besonderes mehr. Als Treffpunkt, da wir halt aus verschiedenen Richtungen gekommen sind, haben wir die BAB-Rastanlage Medenbach / Frankfurt, auf der A3 ausgemacht. Mein Mitfahrer war schon eine Zigarettenlänge vor mir dort angekommen.

Auf der Fahrt Richtung München-Salzburg, war nichts was der Erwähnung bedarf. Den ersten Regentest durften wir kurz hinter München durchführen. Die allabendlichen Schauern begleiteten uns von nun an jeden Tag. Im Nachhinein kann man den alten Spruch anwenden: „so wie’s anfängt, so hört es auch auf“. Ich ahnte an diesem ersten Tage jedoch noch nicht, was uns Wassermäßig so alles erwartete. Wenn ich’s gewusst hätte, was Wettertechnisch so alles kommt, wäre ich auf der Stelle umgekehrt und hätte eine weltweite Trockenperiode abgewartet. Den Starttermin mit Anfang Mai hatten wir extra Frau Sonne wegen, so gewählt. Hinter Salzburg, nach knapp 800 km waren wir für den ersten Tag schon recht weit voran und sahen uns nach einer Unterkunft um. Wir wollen ja nichts übertreiben. Im schönen Kuchl, im Salzburger Land wurden wir bei einer netten Pension, abseits vom Rummel der Stadt, fündig und starteten früh am nächsten Morgen in Richtung Zagreb / Slowenien. Leider wieder nur Autobahn, doch wir wollen ja erst mal Kilometer machen. Abends standen wir in Brod, kurz vor der Kroatischen Grenze bei „Antonio“, einer sauberen Pension mit allem drum und dran. Bei Eintreffen in Brod haben wir zunächst weder ein Restaurant, Hotel oder Pension ausmachen können. Erst durch unsere guten „Slawischen Sprachkenntnisse“ konnten wir mit Händen und Füßen besagten Antonio ausmachen. Antonio hatte auch Bier und Schnitzel – also……alles gut.

Gegen nächsten Mittag sind wir schon an der serbischen Grenze und dreschen unsere BMW’s gegen 16: 00Uhr durch den bulgarischen Zoll. Ab jetzt wird alles etwas chaotischer, bulgarischer, südländischer. Die Löcher in den Straßen sind von ungeahnter Größe und bereiten uns schon ein wenig auf die kommenden Wochen vor. Ab hier machten wir uns keinen Hehl draus: Straßentechnisch besser wird’s bestimmt nicht mehr.

Sofia, die Hauptstadt, – ist schon nicht mehr mit dem normalen Europa messbar. Ein Einziges durcheinander. Demnach fällt auch unsere erste Fehlplanung aus, meine im Navi, Heino’s, in seinem eigens angefertigten, hausgemachten Roadbook, ins Gewicht. Mein noch, dachte ich, guter Freund ist 20 Meter vor mir und fährt stur in die eine Richtung, während mein Navi eine ganz andere Route vorschlägt.

Da nun halt ein Navi immer mehr weiß als jedes Roadbook und vor allen Dingen als jeder herkömmliche BMW-Fahrer, überhole ich die 1200er ca.100 m vor der Autobahngabelung und folge meinem Navi – in Richtung Sofia Innenstadt, in der Hoffnung mein Heino folgt mir schon. Schei….., schreie ich in meinen Helm. Hat unser Roadbook-Heino doch recht gehabt, oder?

Was nun wieder mies war, er folgte als Hinterherfahrender nicht mir, sondern hielt sich, wie schon erwähnt in die andere Richtung.

Kleines Missverständnis. Was machen. Ich halte mich auf einer 4-spurigen Autostrada in Richtung Sofia - Innenstadt und weiß im Moment nicht, wie ich wieder auf die Gegenfahrbahn komme. Kein Mitfahrer mehr zu sehen. Es kommen unzählige Abfahrten und Autobahnverzweigungen mit guten Hinweistafeln. Leider nicht in einer mir verständlichen Sprache. Hitze entsteht im Helm.

Tropfen laufen mir in die Augen. Es herrschen gefühlte 50 Grad C Inside. Hier ist handeln angesagt. Als die Mittelleitplanke auf ca. 1- 1,50 m offen war, bzw. bei einem kurzen Stück ganz fehlte, nahm ich mir ein Herz. Innerhalb einer gefühlten halben Sekunde, passierte eine Folge von absolut unerlaubten Aktionen. Rückspiegel schauen, Verkehr vorne und hinten checken, Vollbremsung und – links in den Gegenverkehr auf die entgegengesetzte Autobahnspur und wieder zurück. Die Schweißtropfen laufen mir nun schon den Helm runter. Wenn das einer gesehen hat, na dann Mahlzeit. - Denke mal: Lappen weg. - Es kocht. 55 Grad C. Nach gut einer viertel Stunde rumkurven, sehe ich meinen, nun nicht mehr guten Freund Heino, auf der nächsten Rastanlage lässig eine Zigarre rauchen. Na ja, er hat sich wenigstens herabgelassen und gewartet. Ein guter Mensch. Der erste, sehr ernste Meinungsaustausch und das für die Zukunft neue festlegen von Regeln, was normalerweise jedem Biker im Blut liegen sollte, bleibt nicht aus. Ab hier sollte es nun „gemeinsam“, besser laufen. Wir bewegen uns, ich mit Groll in der Magengegend, er fröhlich in seinen Helm pfeifend. Es schien für Ihn eine lustige Sache gewesen zu sein. Die gesamte Stimmung war ab hier schon sehr getrübt.

Unter Freunden sollte solch einen Sache erst gar nicht vorkommen, zumal bei einer Kilometermäßig mehr als halben Weltumkreisung. Nach nicht mal einer Woche fahren, die erste richtige miese Stimmung.

Fazit: Glücksgefühle für eine Weile im Eimer.

Wir rollen bis gegen 19: 00h durch Bulgarien, in Richtung Türkei. Unterkunft suchen, scheint hier schwierig. Wir finden leider im Landesinnern keine angemessene Bleibe und landen wieder irgendwo auf der Autobahn in einem „Motel“.

Kein Essen mehr – nur ein widerliches, kaltes Sandwich, das ich zum Schluss noch zu dreiviertel den hier streunenden Katzen verfüttere, bleibt uns, zum Hunger stillen. Wir beschließen früh wieder abzureisen, da es auch mit Vorwarnung der Rezeption, kein Frühstück gibt. Zumindest nicht um die Abreisezeit 6: 00 Uhr.

Leckeres Diner-selbst Katzen mögen’s nicht

Morgen gedenken wir Istanbul zu erreichen, wo wir uns mal ein oder zwei Tage Ruhe gönnen wollen.

Den Donnerstag morgen, beginnen wir, wie geplant, kurz vor 6: 30Uhr ohne Frühstück.

Nach ein paar Autostradakilometer geht es auf der Landstraße weiter. Wir halten nach ca. 100 km an einer kleinen Tankstelle mitten in der bulgarischen Pampa an und gönnen uns ein leckeres Tankstellenfrühstück mit viel „Süß“, wie’s halt ab hier für den Süden immer normaler und immer süßer wird. Das uns morgens in der Früh keine Bonbons angeboten werden, wundert uns.

Das nächste Abenteuer, die Bulgarisch / Türkische Grenze kommt uns entgegen. Nach guten vier intensiven Kontrollen und einigen blöden Bemerkungen der Zöllner, was wir denn so alles mit uns rumschleppen, lässt man uns endlich in die Türkei. Bei der Kontrolle Checkpoint 4, will man uns mit den Reifen noch ein Problem konstruieren. Ein überaus eifriger Jungzöllner meinte, er müsste uns für die Pneu’s Zoll abzwacken. Nach längerer Erklärung, dass die für den Eigenbedarf sind, konnten wir den Schlagbaum endlich passieren. Und so kamen auch hier gute 2 % Stunden zusammen.

Dann Chaos Istanbul. Von weitem die Skyline der Riesenstadt ist schon sehr beeindruckend. Schon beim Einfahren in die 12-13 Millionen Metropole erleben wir beide uns selbst wieder als „echte“ Kumpel. Die Nervosität steigt.

Alle 5 oder 6 Fahrspuren im Stop and Go Verkehr weisen ins „Ungewisse“. Des Türkischen sind wir noch mächtiger als einer der Balkansprachen. Folglich verstehen wir nur noch XXX. Ein Hotelzimmer suchen, artet in Glück aus. Wohin wollen wir überhaupt? Mein ehemaliger Helmlächler lächelt nun sichtbar nicht mehr und kann sich bei einer Gabelung nicht entscheiden ob rechte Spur oder doch besser die Linke. Meine Lebensweisheit und meine Reiseerfahrung in solchen Fällen, mein Fazit: man muss hier auf jeden Fall dran bleiben, am besten im 2 Meter Abstand, sonst sieht man sich in diesem Leben wahrscheinlich nicht mehr. Als mein Guter nun nach langem links fahren, doch im allerletzten Moment (50 cm vor der Planke) die rechte Spur wählt und auch noch in die Bremse haut, schießt es mich fast vom Motorrad. Unsere Koffer berühren sich leicht, was meinem Heino nicht wiederzugebende Flüche entlockt und er mir mit Anwalt schon auf der Autobahn droht. Stimmung noch mehr gegen „0“. Als die Koffer seiner BMW im späteren Reiseverlauf Richtung Mongolei, nach mehreren zig…1.000den Kilometern etliche male Sichtkontakt mit dem Boden nehmen, ist die Sache für mich abgetan und die Anwaltskosten gerettet. Muß man so was haben?

Wir finden kein Hotel. Schließlich halten wir einen Taxifahrer an und bitten Ihn, uns eine gute Unterkunft zu empfehlen. Für 15 Euro, lotst dieser uns nun zu einem kleinen Innenstadt-Hotel wo vermutlich seine Familie die Hand im Spiel hat. Wie sonst?

Es sieht sehr schummrig aus, doch irgendwie auch wie Mitten drin. Sind wir ja auch. Die Häuser der näheren Umgebung haben bei der Farbwahl vor 100 Jahren keine besonderen Schattierungen und Nuancen gefordert. Alles sieht nun grau, alt, verwaschen und vor allem schmutzig aus. Es wurde seid der Umbenennung von Konstantinopel in Istanbul keine neue Farbe mehr verwendet.

Dann die Frage: wo stellen wir die edlen Transportgeräte, eines der Beiden, die von Heino, leider mit einer Millimetergroßen Schramme, hin?

Wir mieten beim Hotel einen Parkplatz. Die Beschwörungen des Hotelliers lauten ganz eindeutig: Ist auf jeden Fall sicher, da sehr, sehr dunkel. Unser Lacher kommt sofort.

Wir mußten schon beim reinfahren in die Höhle, alles an Bike-Beleuchtung einschalten, sonst hätten wir mit unseren Köpfen die Spinngewebe an der tiefen Decke mitgenommen. Es ist nicht dunkel, es ist gar kein Licht hier, d.h. „sehr dunkel“. Hier findet die Dinger bestimmt keiner.

Der Nachteil: Nur leider mal wieder mind. 250300 m vom Hotel-Portal weg. O weh, wieder Schweiß. Alles abpacken war angesagt, denn hier in der alten City garantiert keiner für das drauf bleiben unseres Gepäcks, trotz Dunkel.

Eine mörderische Maloche beginnt. Zu Hause haben wir hier Tage für gebraucht, den Mist schön aufzubauen und das jetzt alles bei 32’ C und alles im Motorradanzug. Wir schleifen den ganzen Kram erst mal die viertel Meile, dann die drei Stockwerke hoch.

Warenlager in Istanbul

Meine dumme Frage nach einem Elevator, wird mit einem smarten Lächeln quittiert und mit breiten Mundwinkeln, stillschweigend ad Acta gelegt. Ist kaputt.

Wir bekommen für 50 Euro pro Nacht ein 3m x 3m großes, nein, kleines schmuddeliges Zimmerchen, mit durchgebrochener Klobrille und sonstigen Annehmlichkeiten, wie z.B. mit „ohne Vorhang in der Dusche“. Bezahlt wird natürlich in bar – und vor allem, sofort. Rechnung? Könnte ich jetzt Smilies vergeben, jeder wüsste, welchen ich hier nehmen würde. Geld in Tasche – Chef sofort damit ab zum Einkaufen in den Bazar. Wir sind natürlich nicht nur „Ehrengäste“, nein wir sind zunächst mal, abgesehen von einem jungen Paar, die einzigen Gäste. Lach.

Und nun kommt der Hit: unser Rezeptionist der 2.Chef des Hauses, beordert uns auf einen Willkommensdrink zu seiner Dachterrasse. Also nochmals zwei Stockwerke rauf. Wir sind jetzt auf der 5. Etage.

Doch: – Ein Traum – mit Blick auf den Bosporus. Wir kommen aus dem Staunen nicht mehr raus. Also: wir haben doch alles richtig gemacht.

Nach einem kleinen Spaziergang durch die Downtown Istanbuls, beenden wir den hektischen Tag und lassen uns bei einem orkanartigen Gewitter auf unserer Dachterrasse mit dem Klang des Muezzins verwöhnen und vergessen den „Stresstag“.

Freitag morgen: Istanbul. Regen, was sonst? Der erste Regentesttag. Es schüttet aus Eimern. Ausruhen ist nun angesagt. Lange halten wir das allerdings auf den 9-10 qm Zimmern nicht aus. Um 9: 30Uhr hauen wir uns das reichhaltige Frühstück rein. Natürlich auf der Dachterrasse, die in einem auch als Hotel-Frühstücksraum dienen muß. Es gibt halt nur diesen einen Gästeraum und es regnet, natürlich wie fast schon erwartet, durch.

Das mutiert den Inhaber allerdings nicht zum groß aufhorchen. Zunächst läßt er sich die „Cumhuriyet“ des Tages nicht versauern. Nach einigen Minuten, als er uns nun mal gelangweilt wahrgenommen hat, bewegt ersich. Mit wenigen Handgriffen wird aus dem Sektempfangsraum der verregnete Frühstücksraum.

Vor allem Seelenruhe ist ihm auf’s Lastenheft tätowiert. Alles in allem, ein richtig mieser Laden, der normalerweise keine 10 Euro wert wäre, aber voll im türkischen Trend liegt, da halt überall Wasserpfeifen rumstehen und auch sonst auf westeuropäischen Komfort keine Rücksicht genommen wird. Muss er ja auch nicht. Wir sind ja in der Türkei und nicht in Europa.

Als die Regenschauern nicht abziehen wollen, kleiden wir uns entsprechend mit unseren wasserdichten Motorradjacken und trollen in Richtung Innenstadt – zum „Großen Bazar“. Zu diesem Highlight in Istanbul, dem großen Bazar wollen natürlich auch alle anderen Touries. Dementsprechend ist die Stimmung dort sehr gemütlich. Wir sehen wirklich alles, was man so braucht und nicht braucht.

Was wir dort bekommen, hätte ich nie für Möglich gehalten: eine 10er Schraube für meinen Hauptständer, den ich in Bulgarien fast verloren hätte. Nach mehreren Dönern und etlichen Cay’s erreichen wir gg. 16: 00Uhr irrlaufend durch die Gegend, unser Hotel wieder. Es ist im alten Innenstadtgewühl gar nicht so einfach, die Straßen wiederzuerkennen. Alles sieht irgendwie gleich verfallen aus. Unsere Bleibe haben wir bestimmt 2x umkreist, bis wir mal davorstanden und den Wiedererkennungseffekt wahrnehmen durften.

Der nächste Klopfer kommt. Meint unser Hotelier zu mir, ob ich bereit wäre, das Zimmer für eine viertel Stunde zu verlassen. Er würde gerne mal kurz eine neue Duschabtrennung montieren lassen. Ich habe Ihn, verschwitzt und nackt, da ich nämlich schon „duschbereit“ war, rausgeschmissen. Gegen 18: 00Uhr machen wir uns auf, Istanbul’s interessantestes Gebiet, den Galata Turm und den Taksim-Platz zu erkunden.

Man stelle sich die Schildergasse und die Hohe Straße in Köln, breitenmäßig, zusammen vor, dazu ca. 3-4 km lang. Bis zum Taksim-Platz hin haben wir gute 2 ½ Stunden einen sehr strammen Gang vorgelegt. Dazu sind einige Höhenmeter zurück zu legen. Also, nüchtern und fit sollte man schon für diesen Gewaltakt sein, man ist schließlich geizig genug, ein Taxi – was halt so gut wie nix kostet, zu ordern.

Der erste Anblick – gewaltig. Ich bin schon in vielen Millionenmetropolen des Erdballs gewesen, ob in L.A., NewYork, Hongkong, San Francisco usw, doch für diese Menschmassen habe ich keinen Vergleich parat. Irre Atmosphäre. Istanbul ist halt eine Reise wert. Dann – der 4. Döner am heutigen Tag, natürlich auf dem Taksim-Platz, muss noch rein. Ehrensache.

Die können’s richtig – Bester Döner ever

Langsam machen sich die Füße bemerkbar. Nach gefühlten 14-17 Kilometer, die ganze Strecke, bis auf die letzten 4 Kilometer und wieder zurück. Es fühlte sich an, als ob meine Füße nicht mehr an ihrem alten Platz waren. Kurz vor unserem netten Innenstadtdomizil halten wir einen Gelben Wagen mit der Beschriftung TAKSI an und gondeln den Rest zurück. Trotz Hundemüde, wie wir sind, versammeln wir uns nochmals auf der Dachterrasse, die jetzt wieder als Abendcafe hergerichtet ist und wo sich mittlerweile auch der Rest des Hotels eingefunden hatte zu einem Cay. Cay geht hier immer und überall. Kostet meistens nix, bzw. nicht viel. Hier jedoch 1 TL ( ca. 0,34 Ct.) – also doch nix.

Irgendwann ruft der Muezzin zum Abendgebet auf. Wir nehmen den Anstoß wörtlich und verschwinden ins Bett. Ich muss gleich ins Koma gefallen sein, rechts und links nichts mehr wahrnehmend, in Tiefschlaf.

Samstag, 09.05.2015 – Aufstehen 05: 00h – Aktion ist angesagt.

Wir wollten normalerweise um 5 Uhr per eigenem Wecker geweckt werden, haben uns die Zeitmesser natürlich auch auf diesen Ablauf eingestellt. Doch absolut blödsinnig.