Mord in der High Society - Rhys Bowen - E-Book
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Mord in der High Society E-Book

Rhys Bowen

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Beschreibung

Lady Georgies und Darcys Flitterwochen werden von einem Mord getrübt …
Staffel 3 der charmanten Cosy-Krimi-Reihe von Rhys Bowen beginnt

Georgie ist entzückt, als Darcy ihr aus heiterem Himmel Flitterwochen in einer Luxus-Villa in Kenia vorschlägt. Erst als sie dort ankommen, ahnt sie, dass er eigentlich mit einem Auftrag dorthin geschickt wurde. In London gab es einige spektakuläre Diebstähle und man vermutet, dass der Dieb aus Adelskreisen stammt und nach Kenia geflohen ist. Doch Georgie ist nicht nur darüber schockiert, sondern auch über den dekadenten und unmoralischen Lebenstil in den Ferienresorts. Einer der Gäste versucht sogar sie zu verführen, doch natürlich lässt sie ihn abblitzen. Wenig später wird er tot an einer einsamen Straße gefunden. War er wirklich wie vermutet Opfer eines Löwenangriffs? Warum scheint man den Fall so schnell wie möglich abschließen zu wollen? Als Georgie und Darcy nachforschen, hat fast jeder ein Motiv, Lord Cheriton tot sehen zu wollen …

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Erste Leserstimmen
„Ich freue mich nach diesem Auftakt sehr auf Staffel drei der Cosy Crime-Reihe!“
„Lady Georgie ermittelt humorvoll und liebenswert wie eh und je.“
„spannend, historisch akkurat und flüssig erzählter Krimi“
„Für meine Lieblingsermittler gibt es mörderische Flitterwochen … unbedingt lesen!“

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Seitenzahl: 492

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Über dieses E-Book

Georgie ist entzückt, als Darcy ihr aus heiterem Himmel Flitterwochen in einer Luxus-Villa in Kenia vorschlägt. Erst als sie dort ankommen, ahnt sie, dass er eigentlich mit einem Auftrag dorthin geschickt wurde. In London gab es einige spektakuläre Diebstähle und man vermutet, dass der Dieb aus Adelskreisen stammt und nach Kenia geflohen ist. Doch Georgie ist nicht nur darüber schockiert, sondern auch über den dekadenten und unmoralischen Lebenstil in den Ferienresorts. Einer der Gäste versucht sogar sie zu verführen, doch natürlich lässt sie ihn abblitzen. Wenig später wird er tot an einer einsamen Straße gefunden. War er wirklich wie vermutet Opfer eines Löwenangriffs? Warum scheint man den Fall so schnell wie möglich abschließen zu wollen? Als Georgie und Darcy nachforschen, hat fast jeder ein Motiv, Lord Cheriton tot sehen zu wollen …

Impressum

Deutsche Erstausgabe Juni 2021

Copyright © 2022 dp Verlag, ein Imprint der dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH Made in Stuttgart with ♥ Alle Rechte vorbehalten

E-Book-ISBN: 978-3-96087-929-9

Copyright © 2019 by Janet Quin-Harkin Titel des englischen Originals: Love and Death Among the Cheetahs

Published by Arrangement with Janet Quin-Harkin. c/o JANE ROTROSEN AGENCY LLC, 318 East 51st Street, NEW YORK, NY 10022 USA.

Dieses Werk wurde vermittelt durch die Literarische Agentur Thomas Schlück GmbH, 30161 Hannover.

Übersetzt von: Sarah Schemske Covergestaltung: Buchgewand unter Verwendung von Motiven von stock.adobe.com: © Veronika, © paul, © artjafara shutterstock.com: © Raftel, © Vectorpocket depositphotos.com: © brebca, © inarik Korrektorat: Dorothee Scheuch

Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.

Sämtliche Personen und Ereignisse dieses Werks sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen, ob lebend oder tot, wären rein zufällig.

Abhängig vom verwendeten Lesegerät kann es zu unterschiedlichen Darstellungen des vom Verlag freigegebenen Textes kommen.

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Mord in der High Society

Gewidmet zwei krimiliebenden Frauen, die bei der Malice-Wohltätigkeitsauktion das Recht gewonnen haben, eine Buchfigur zu benennen: der echten Diddy Ruocco und der echten Angel Trapp. Ich hoffe, ihnen gefällt, wer sie geworden sind!

Danksagung

Wie immer danke ich meinem genialen Team: der Lektorin Michelle Vega, den Agentinnen Meg Ruley und Christina Hogrebe und meinem Erstleser und kritischsten Lektor, meinem Ehemann John.

Anmerkung der Autorin

Es war schwierig, dieses Thema zu behandeln, weil so vieles daran für uns, unserem modernen Empfinden nach, abstoßend ist. Mir ist klar, dass einige von Ihnen es vielleicht als beleidigend empfinden, wie meine Figuren über die einheimischen Kenianer sprechen. Ich fürchte, das liegt an meinem Versuch, realistisch zu sein. Ich schildere eine Zeit, in der Großbritannien praktisch ein Drittel der Welt beherrschte. Das Gefühl der Überlegenheit war weit verbreitet, man glaubte, man hätte das Recht zu herrschen, weil die Briten Gesellschaften, die sie für primitiv erachteten, Frieden, Krankenhäuser, Eisenbahnen und westliche Kultur brachten. Die weißen Kolonisten behandelten die einheimischen Stammesangehörigen unbestreitbar wie minderwertige Wesen; in vielerlei Hinsicht wurden sie wie Kinder behandelt. Sie ließen erwachsene Männer in ihren Häusern arbeiten und nannten sie "Jungen". In der Kikuyu- und Maasai-Gesellschaft verrichteten die Männer keine Hausarbeit, sodass dies eine ultimative Beleidigung war. Aber um in der Kolonie zu überleben, benötigten sie nun Geld anstelle von Ackerbau und Tauschhandel. Kein Wunder, dass es schließlich in den 1950er-Jahren zum Mau-Mau-Aufstand kam, als die Kikuyu einen brutalen Guerillakrieg führten, viele Farmen angriffen und Kolonisten töteten, was schließlich das Ende der Kolonialzeit in Kenia einleitete.

Kapitel 1

31. Juli 1935

Auf einem Hausboot vor Marlow, Bucks

Dies ist mein erster Tagebucheintrag als Mrs Darcy O'Mara. Ich kann es kaum glauben. Wir sind jetzt schon ganze drei Tage verheiratet und ehrlich gesagt habe ich nicht viel Zeit gefunden, um in mein Tagebuch zu schreiben. Wir waren wohl sehr beschäftigt …

„Weißt du, worauf ich jetzt wirklich Lust habe?" Ich setzte mich auf und stieß mir dabei fast den Kopf am Dach der kleinen Kajüte unseres Hausbootes.

Ich sah auf Darcy hinunter, der neben mir lag. Eigentlich lag er nackt neben mir, aber ein Laken war diskret über die wichtigen Stellen drapiert. Es war ein heißer und schwüler Nachmittag und wir hatten uns eine Pause von anstrengenderen Aktivitäten gegönnt (es war immerhin der vierte Tag unserer Flitterwochen).

Darcy öffnete langsam die Augen, in denen die verführerische Verwegenheit aufblitzte, die ich schon immer so unwiderstehlich gefunden hatte. „Wirklich? Noch mal? Jetzt schon?"

Ich gab ihm einen Klaps auf die nackte Schulter. „Nein, Dummerchen. Nicht darauf. Worauf ich im Moment wirklich Lust habe, ist ein Gurkensandwich."

„Aber wir haben keine Gurken. Und auch kein frisches Brot."

„Eben." Ich seufzte. Wir hatten dieses Hausboot, das an einem verlassenen Abschnitt der Themse vor Marlow in Buckinghamshire lag, geliehen und waren gleich nach der Hochzeit hierher geflohen. Darcys Freund, der uns sein Boot zur Verfügung gestellt hatte, hatte es außerdem mit allen möglichen feinen Dingen bestückt – Austern, geräuchertem Lachs, Weichkäse, Schokolade, Pfirsichen und viel Champagner. Kurz gesagt, alles, was man sich nach dem Stress einer Hochzeitsfeier mit dem König und der Königin, ganz zu schweigen von den beiden kleinen Prinzessinnen, unseren Brautjungfern, wünschen konnte. Erstaunlicherweise war die Zeremonie ohne Zwischenfälle verlaufen. Ich hatte mir nicht den Fuß in der Schleppe verheddert und war auf halber Höhe des Ganges auf die Nase gefallen. Ich hatte mich nicht mit Torte bekleckert. Es war wunderbar, magisch, der perfekte Start in ein Leben voller Glückseligkeit. Und auch das Hausboot war eine geniale Idee gewesen. Weit und breit war kein Mensch zu sehen. Keine Bediensteten, die in delikaten Momenten hereinplatzten. Die Einzigen, die uns ausspionieren konnten, waren ein paar Kühe hinter einem Zaun. Wir hatten gegessen, getrunken, uns geliebt – Letzteres wieder und wieder. Wir hatten auf dem Oberdeck gelegen und mit einem Glas Champagner in der Hand die Sterne beobachtet. Wir hatten sogar Sternschnuppen gesehen, was so nahe an London bemerkenswert war. Es war absolut perfekt gewesen.

Aber jetzt schlich sich die Realität ein. Wir hatten all das exquisite Essen aufgegessen. Das Eis im Eisschrank war geschmolzen. Das Brot war altbacken. Die Schokolade hatte sich in eine braune Pfütze verwandelt. Und wir hatten keine Gurken. Das bedeutete eine lange Wanderung entlang des Kanalwegs zum nächsten Laden. Was nicht sonderlich einladend war, zumal wir eine Hitzewelle erlebten und mein Dienstmädchen Queenie nur meine eleganten Schuhe, nicht aber meine Sommersandalen eingepackt hatte. Die andere Möglichkeit hätte bedeutet, sich einzugestehen, dass die erste Etappe unserer Flitterwochen beendet war und es an der Zeit war, in die Zivilisation zurückzukehren, wo Gurkensandwiches, ein langes Bad in einer echten Badewanne und Wechselkleidung auf uns warteten und ich mir die Haare waschen konnte. Die Freuden eines Lebens unter primitiven Bedingungen sind herrlich, aber nach einer Weile vermisst man die grundlegenden Annehmlichkeiten. Auch die Höhe der Kabinendecke und der Durchgang zur Kombüse hatten uns einige blaue Flecken am Kopf beschert. Keiner von uns wollte es zugeben, aber wir waren bereit, nach Hause zu gehen.

Nun, nach Hause traf es nicht ganz. Ich war nicht bereit, zurück nach Eynsleigh zu gehen – das Landhaus, das ich sozusagen geerbt hatte -, zurück zu dem Leben mit meiner Mutter, meinem Großvater und Sir Hubert, so sehr ich sie alle liebte. Auch Darcys Schloss in Irland reizte mich nicht, obwohl es zweifellos abgelegen genug war. Ich war nicht bereit, meinen Bruder und meine Schwägerin im Londoner Rannoch House zu besuchen. Man stelle sich nur vor, Darcy und ich hätten interessante sexuelle Begegnungen, während meine Schwägerin Fig zuhörte! Wahrscheinlich würde sie versuchen, durch das Schlüsselloch zu spähen! Das würde meine sexuelle Freiheit auf Lebenszeit einschränken! Das Gleiche würde für unsere Freundin Zou Zou, die Prinzessin Zamanska, gelten, in deren elegantem Londoner Haus wir immer willkommen waren. Es würde ihr nichts ausmachen, was wir im Bett trieben, wahrscheinlich würde sie uns sogar Tipps geben. Aber nichts von alldem kam mir im Moment geeignet vor. Es waren unsere Flitterwochen. Wir wollten allein sein, uns ohne Einmischung von außen kennenlernen.

Bevor wir heirateten, hatte Darcy sogar versprochen, sich um die Flitterwochen zu kümmern. „Mach dir keine Sorgen. Ich regle das", waren seine Worte gewesen. Irgendwo, wo es wunderschön und exotisch ist, hatte er gesagt. Ich wollte nichts sagen, da ich wusste, dass er keine Unmengen an Geld besaß, die ihm erlaubten, mit mir um die Welt zu fliegen. Aber in diesem Moment fragte ich mich, ob diese vier Tage auf einem Boot vor London alles waren – meine gesamten Flitterwochen. Alles, worauf ich mich freuen konnte. Ich hatte noch nicht einmal die Gelegenheit gehabt, meinen neuen Seidenschlüpfer zu tragen!

Darcy schaute immer noch zu mir hoch. „Also, was denkst du?", fragte er. „Haben wir genug vom Seemannsleben?"

Ich lachte. „Ein Hausboot, das am Ufer der Themse vertäut ist, kann man wohl kaum 'Seemannsleben' nennen. Aber ja, ich finde es ein wenig beengt. Ich würde gern ein richtiges Bad nehmen, nicht im Fluss, und ich hätte wirklich gern ein Gurkensandwich."

„Du willst also nach Hause gehen?"

„Ich denke schon. Was ist mit dir?"

Er seufzte. „Ich habe mir einmal zu oft den Kopf an der verdammten Tür angeschlagen, das gebe ich zu."

„Darfst du denn in meiner Gegenwart fluchen, jetzt, wo wir verheiratet sind?", fragte ich mit gespielter Schamhaftigkeit.

„Oh, absolut. Das ist verdammt noch mal erlaubt." Er lachte und zog mich ungestüm wieder aufs Bett. „Ich muss aufpassen, dass du nicht anfängst, dich in deine Urgroßmutter zu verwandeln, jetzt, wo du verheiratet bist."

„Aber sie hat Prinz Albert angebetet. Sie hatten die glücklichste Ehe der ganzen Welt."

„Aber über gewagte Scherze war sie nicht amüsiert", gab er zu bedenken. „Obwohl man munkelt, dass sie eine Affäre mit diesem schottischen Schwerenöter Mr Brown hatte."

„Das war wohl kaum ein Seitensprung. Sie war um die siebzig, nicht wahr?" Ich begann zu lachen.

„Wie auch immer." Darcy drehte mich zu sich und strich mir das Haar aus dem Gesicht. "Du wirst dich mit mir abfinden müssen, wie ich bin, einschließlich meiner Fehler, zu denen das gelegentliche Fluchen gehört. Und wir werden so glücklich sein wie Victoria und Albert und mindestens neun Kinder haben."

„Neun?"

„Du magst Kinder, nicht wahr?"

„Ja … aber neun?"

Er lachte und zerzauste mir das Haar. „Wir werden eine Menge Spaß haben, Georgie. Das Leben wird ein Abenteuer sein."

„Das hoffe ich." Ich schmiegte mich an seine nackte Brust und fühlte mich zum ersten Mal in meinem Leben sicher und geborgen. Ich hatte vorher nie wirklich darüber nachgedacht, aber meine Mutter hatte sich aus dem Staub gemacht, als ich zwei Jahre alt gewesen war. Mein Vater hatte all seine Zeit in Monte Carlo verbracht und sich schließlich umgebracht. Meinen nicht-königlichen Großvater hatte ich nicht besuchen dürfen. Ich hatte ein liebes Kindermädchen und später eine strenge Gouvernante, aber niemanden, der mich offenkundig liebte und schätzte. Aber jetzt schon. Ich war die Frau des hochwohlgeborenen Darcy O'Mara, dem Erben Lord Kilhennys von Irland. Ich würde meinen eigenen Adelstitel behalten und weiterhin mit Lady Georgiana angesprochen werden, weil ich die Tochter eines Herzogs war. Es war alles sehr zufriedenstellend.

Ich setzte mich wieder auf. „Apropos Abenteuer, haben wir danach etwas geplant? Und wehe, du sagst, dass du zu einem geheimen Auftrag abberufen wurdest." (Ich sollte erwähnen, dass mein Mann keine richtige Arbeit hatte, aber anscheinend öfter im Auftrag der britischen Regierung um die halbe Welt reiste. Er wollte mir nicht verraten, was genau er tat.)

„Jetzt wird es keine geheimen Aufträge mehr geben, Georgie", sagte er sanft. „Ich habe dir doch gesagt, dass sie mir eine Stelle in einem Büro im Außenministerium angeboten haben."

„Aber du willst diese Stelle doch nicht wirklich annehmen, oder?" Ich warf ihm einen besorgten Blick zu.

„Sie passt besser zu einem verheirateten Mann, meinst du nicht? Wir werden bald Kinder haben. Es ist wichtig, dass ihr Vater zu Hause ist. Dir ist wichtig, dass ich zu Hause bin."

„Lass uns jetzt nicht darüber reden", sagte ich. „Machen wir uns keine Gedanken über die Zukunft, außer vielleicht darüber, wohin wir gehen werden, wenn wir dieses Boot verlassen."

„Wir könnten zurück nach Eynsleigh gehen", sagte er. „Es hat schöne Ländereien. Vielleicht könnten wir deinen Patenonkel überreden, ein Schwimmbad anzulegen."

„Ich stimme dir zu, dass es schön ist, aber dort wohnen auch meine Mutter und mein Großvater, außerdem Sir Hubert und die Dienerschaft. Mummy wird sicher ständig hereinplatzen und wir werden keinerlei Privatsphäre haben. Außerdem ist Eynsleigh unser zukünftiges Zuhause. Es wird eine Rückkehr ins wirkliche Leben sein und dafür bin ich noch nicht bereit."

„Was sind dann die Alternativen?", fragte er. „Wir könnten jederzeit nach Kilhenny Castle fahren. Ich weiß, dass mein Vater sich darüber freuen würde. Zou Zou ist vielleicht auch dort."

„Genau", sagte ich. „Und deine verrückte Tante und dein Onkel – es ist zu früh für so viele Verwandte."

„Ich nehme an, damit sind auch dein Bruder und deine Schwägerin gemeint."

„Auf keinen Fall Rannoch House mit meinem Bruder und meiner lieben Schwägerin", entgegnete ich schärfer, als ich beabsichtigt hatte. „Ich meine, es war sehr nett von ihnen, unsere Hochzeitsfeier auszurichten, aber ich kann Fig nur in sehr kleinen Dosen ertragen."

„Wir haben uns unsere Hochzeitsgeschenke noch nicht angesehen", erinnerte mich Darcy. „Wir sollten zumindest einen Blick darauf werfen und dafür sorgen, dass sie nach Eynsleigh geschickt werden."

„Ja, das sollten wir wohl tun. Das könnte sogar ziemlich lustig werden, nicht wahr? Ich kann es kaum erwarten, zu sehen, was wir bekommen haben, du nicht auch?"

„Ich würde sagen, Eynsleigh ist im Moment recht gut ausgestattet", sagte er. „Ich wüsste nicht, was wir noch brauchen."

„Es wäre schön, unser Leben mit eigenem Porzellan und Silber zu beginnen, nicht wahr?"

Er zog eine Grimasse. „Ich nehme an, Frauen denken so. Mir ist es egal, ob es Keramik von Royal Doulton oder Blech ist, solange ich einen Teller habe, von dem ich essen kann."

„Du bist furchtbar", sagte ich und er schenkte mir ein Grinsen.

„Weniger als vier Tage verheiratet und du nennst mich schon furchtbar", seufzte er. „Ich schätze, die Flitterwochen sind wirklich vorbei."

„Oh je, ich hoffe nicht", sagte ich. „Ich dachte, wir würden an einen besonderen Ort reisen."

„Ist das hier etwa nichts Besonderes?"

„Es war wirklich reizend", gab ich zu. „Perfekt, um genau zu sein, aber ich hatte auf ein bisschen mehr Zeit für uns allein gehofft. Ich bin noch nicht bereit, Fig und meiner Mutter und der Welt gegenüberzutreten."

„Wir werden woanders hingehen, das verspreche ich", sagte er. „Aber jetzt gerade …"

„Du hast doch nichts anderes vor, oder?"

Er konnte die Enttäuschung in meiner Stimme hören. Ich war kurz davor, ihn daran zu erinnern, dass er vor Zeugen verkündet hatte, eine wunderbare Flitterwochen-Überraschung für mich zu haben. Ich fragte mich, ob das schon alles gewesen war. Ich wusste, dass ich dankbar sein sollte. Es gab viele Menschen auf dieser Welt, die in Fabriken arbeiteten oder arbeitslos waren, die in Suppenküchen anstanden und keine Hoffnung auf ein Leben hatten, wie wir es für selbstverständlich hielten. Zeit, erwachsen zu werden, Georgie, dachte ich.

„Ich muss erst noch ein paar Dinge klären", sagte Darcy. „Du musst nur geduldig sein."

Ich brachte ein strahlendes Lächeln zustande. „In Ordnung", sagte ich. „Schauen wir uns unsere Hochzeitsgeschenke im Rannoch House an. Wenn wir uns beeilen, kommen wir noch rechtzeitig zum Tee, und ich weiß, dass Mrs McPherson Gurkensandwiches machen wird.“

Kapitel 2

31. Juli

Rannoch House, Belgrave Square, London W. 1.

Zurück in der realen Welt. Herrje. Ich wünschte, unsere wundervolle Blase wäre noch nicht geplatzt. Ich muss meine Enttäuschung darüber verbergen, dass Darcy es nicht geschafft hat, uns eine lange, exotische Hochzeitsreise zu ermöglichen. Ich bin sicher, dass er es versucht hat. Aber immerhin werde ich den Rest meines Lebens mit ihm verbringen!

„Willkommen zu Hause, Mylady." Hamilton, der betagte Butler meines Bruders, stand in der Eingangstür von Rannoch House am Belgrave Square und strahlte mich an. „Ich wurde nicht darüber informiert, dass Sie so bald zurückkehren würden, sonst hätte ich die Dienstmädchen angewiesen, Ihr Zimmer zu lüften."

„Hallo, Hamilton." Ich lächelte ihn an. „Das hätten Sie auch nicht wissen können. Es war eine impulsive Entscheidung unsererseits, bedingt durch ein plötzliches Verlangen nach Gurkensandwiches."

„Ach ja? Dann lassen Sie mich sofort Mrs McPherson Bescheid geben, dass Sandwiches gewünscht werden. Ich werde sie auf die Terrasse bringen lassen, wo Ihre Gnaden gerade auf ihren Tee warten. Möchten Sie, dass ich vorausgehe und Sie ankündige?"

„Ich denke, wir finden selbst dorthin, danke. Bitte kümmern Sie sich um die Sandwiches."

Hamilton nickte Darcy zu, der neben mich getreten war, nachdem er den Taxifahrer bezahlt hatte. „Willkommen, Mr O'Mara", sagte er. „Wenn Sie die Taschen dort abstellen, werde ich sie im Handumdrehen für Sie nach oben bringen lassen."

„Danke, Hamilton", erwiderte Darcy. „Es freut mich, Sie bei so guter Gesundheit vorzufinden."

„Das liegt an dem schönen Wetter, Sir. Es wirkt Wunder für das Rheuma, das ich auf Castle Rannoch bekomme, wo es immer ein wenig klamm und kalt ist." Er nickte kurz und verbeugte sich, bevor er sich nach unten zurückzog. Darcy legte mir einen Arm um die Schulter, als wir durch den vorderen Korridor gingen. „Wenn wir es nur schaffen würden, einen Butler wie Hamilton zu finden", murmelte er.

„Die sind sicher Mangelware", flüsterte ich zurück. „Butler seines Schlages sind eine aussterbende Art."

Wir öffneten die Tür zum Ballsaal im hinteren Teil des Hauses. Der Raum selbst wurde nicht oft benutzt, aber er hatte Flügeltüren, die auf eine schöne Terrasse führten. Auch die wurde bei gewöhnlichem Sommerwetter selten genutzt, aber wir hatten unseren Hochzeitsempfang dort draußen abgehalten, und es war sehr schön gewesen. Die Flügeltüren standen jetzt zur Terrasse hin offen und jemand saß in einem Liegestuhl. Darcy versetzte mir einen kleinen Schubs. „Du solltest wohl diejenige sein, die deiner Schwägerin sagt, dass wir hier sind."

„Feigling", zischte ich.

Er grinste. „Ich befolge nur das Protokoll. Es wäre unziemlich, wenn der einfache Sohn eines Barons die Terrasse vor der Tochter eines Herzogs betritt."

Ich streckte ihm die Zunge heraus und trat aus der Dunkelheit des Ballsaals in das blendende Sonnenlicht. Fig lag in einem Liegestuhl. Sie trug Shorts und ein im Nacken zusammengebundenes Oberteil in einem ziemlich grellen Rosaton, der zu ihrer Hautfarbe passte und ihr das Aussehen einer großen gekochten Garnele verlieh.

„Hallo, Fig", rief ich fröhlich.

Sie setzte sich erschrocken auf und blinzelte mich an. „Großer Gott, Georgiana. Wir haben dich nicht so früh erwartet. Sag nicht, ich hätte dich nicht gewarnt."

„Was in aller Welt meinst du?"

„Nun, die Ehe ist offensichtlich vorbei. Du hast die Wahrheit über deinen Mann und seine verdorbenen Gewohnheiten herausgefunden. Ich wusste, dass es so kommen würde. Man hat Gerüchte gehört, weißt du."

Ich wollte gerade sagen, dass mein Mann ein vollendeter Gentleman war und ich nicht glücklicher sein könnte, als Darcy selbst auf die Terrasse trat. „Du hast die Wahrheit herausgefunden, nicht wahr, Fig?", sagte er. „Sie hat mich für einen italienischen Trapezkünstler verlassen. Mein Leben ist ruiniert."

Fig bedachte uns beide mit ihrem "Wir sind nicht amüsiert"-Stirnrunzeln. „Warum seid ihr dann so schnell zurück?"

„Meine Frau hatte einen plötzlichen Heißhunger auf Gurkensandwiches", sagte Darcy, zog einen Gartenstuhl für mich heran, dann einen für sich selbst.

„Sag bloß nicht, dass du schon schwanger bist, Georgiana?" Figs Augenbrauen schossen in die Höhe.

„Wohl kaum, nach vier Tagen", erwiderte ich. „Wir waren auf einem Hausboot, Fig. Wir hatten alle möglichen leckeren Speisen und Champagner und drei Tage lang war es himmlisch. Dann verdarb das Essen oder ging zur Neige, das Eis schmolz, wir stießen uns zu oft den Kopf an der Decke und es gab meilenweit keine Gurken. Also traten wir widerwillig den Rückzug an."

„Und wo wollt ihr jetzt hin? Zurück zu dem Landhaus, das ihr anscheinend geerbt habt?"

„Wir sind uns noch nicht ganz sicher." Ich schaute Darcy an, in der Erwartung, dass er etwas sagen würde. „Wir wollten zuerst hierher kommen und unsere Hochzeitsgeschenke nach Eynsleigh schicken lassen."

„Das ist sicher eine gute Idee", sagte Fig. „Sie haben unseren Salon komplett in Beschlag genommen. Als Mummy neulich vorbeigeschaut hat, musste ich sie im Morgensalon empfangen … mitten am Nachmittag!"

„Das tut mir schrecklich leid", sagte ich. „Wo ist Binky?"

„Er ist mit Podge segeln gegangen."

„Segeln? Ich wusste nicht, dass Binky segeln kann!"

„Es war ein Modellboot auf dem runden Teich in Kensington Gardens", sagte sie. „Eine wirklich alberne Beschäftigung, wenn du mich fragst." Sie hielt inne und lauschte. „Ah, es klingt, als würden sie zurückkommen."

Fußgetrappel war zu hören, dann stürmte mein Neffe Podge durch die Terrassentür nach draußen. „Mummy, wir haben ein Rennen mit einem anderen Boot gemacht und gewonnen", sagte er.

„Das sind doch nur Spielzeugboote, Podge", sagte Fig. „Und völlig dem Wind ausgeliefert, oder dem Fehlen desselben, deshalb denke ich nicht, dass man besondere Fähigkeiten braucht, um eines zu segeln."

Mein Bruder Binky folgte seinem Sohn hinaus auf die Terrasse. Er trug ein weißes Hemd mit offenem Kragen und war ziemlich rot im Gesicht. „Wir haben mit Geschicklichkeit gewonnen, nicht wahr, Podge", sagte er. „Du bist so eine Spielverderberin, Fig."

„Bin ich nicht. Ich bin nur realistisch. Ich möchte, dass das Kind sich mit den wichtigen Dingen des Lebens beschäftigt und nicht mit Spielzeugbooten spielt."

„Nicht nur realistisch, fürchte ich. Du bist ein ganz mieser Desmond, altes Mädchen", sagte er. „Wenn es ein Haar in der Suppe gibt, dann findest du es auch."

Fig runzelte die Stirn und wollte etwas sagen, aber Podge hatte Darcy und mich bereits entdeckt. „Tante Georgie!" Er stürzte sich in meine Arme.

„Siehst du, Binky. Ein Nachmittag allein mit dir, und das Kind ist ganz außer Rand und Band", mahnte Fig.

„Er freut sich, Georgie und Darcy zu sehen, genau wie ich", sagte Binky. „Schön, euch zu sehen, ihr beiden. Hattet ihr bisher schöne Flitterwochen?"

„Hervorragend, danke. Es ist nur so, dass das Hausboot nicht in der Nähe von Geschäften lag und uns das Essen ausgegangen ist."

„Ihr bleibt also eine Weile hier, hoffe ich? Sehr gut." Er ließ sich in einen anderen Liegestuhl sinken und zog Podge auf seinen Schoß.

„Ich glaube, sie wollten ihre Hochzeitsgeschenke so schnell wie möglich zum Landhaus bringen", sagte Fig rasch.

„Das stimmt", bekräftigte ich, da ich ebenso wenig wie meine Schwägerin darauf erpicht war, Zeit im Rannoch House zu verbringen. „Wir sehen uns die Geschenke an und sorgen dafür, dass sie eingepackt und verschickt werden."

„Eine ganz schöne Ausbeute, die ihr da drin habt", sagte Binky. „Ich habe einen kurzen Blick darauf geworfen. Besser als das, was wir haben, nicht wahr, Fig?"

„Oh, ich weiß nicht. Meine Tante Esmerelda schenkte uns diese schöne Schusterpalme. Wie schade, dass sie so früh einging."

Binky unterdrückte ein Grinsen. „Ich fürchte, wir haben noch kein Geschenk für euch."

„Ein Geschenk ist absolut nicht nötig", sagte ich. „Wenn man bedenkt, dass ihr uns einen ganz reizenden Hochzeitsempfang bereitet habt und du mich so schön zum Altar geführt hast, Binky."

Binkys ohnehin schon sonnenverbranntes Gesicht lief noch eine Spur röter an. „Das hat mich stolz und glücklich gemacht, altes Haus. Ich muss zugeben, dass ich das reinste Nervenbündel war, was, Fig? Ich hatte furchtbare Angst, auf die Schleppe zu treten, gegen eine Ihrer Majestäten zu stolpern oder auf der Treppe ins Straucheln zu geraten."

„Aber das ist nicht passiert, weder dir noch mir." Ich lächelte ihn an. „Wir beide müssen den Hang zur Tollpatschigkeit von einem unserer Vorfahren geerbt haben. Es muss einer der Schotten gewesen sein. Albert und Victoria sind bestimmt nie gestolpert."

„Das durfte sie auch nicht", warf Fig ein. „Sie hatte immer jemanden dabei, der ihre Hand hielt, wenn sie die Treppe hinunterging."

„Also, um auf die Hochzeitsgeschenke zurückzukommen", sagte Binky. „Wir wollten euch etwas Passendes schenken, aber wir konnten uns nicht ganz einigen, was."

„Da ihr ein sehr gut ausgestattetes Herrenhaus geerbt habt", sagte Fig verbittert.

„Fig war dafür, dir einen der Hirschköpfe von Castle Rannoch zu schenken", sagte er. „Eine reizende Geste, ich weiß, aber ich fand, dass er nicht recht nach Sussex passen würde."

Ich nickte nur.

„Ich dachte daran, unsere neuen Kälber nach euch zu benennen", fuhr Binky fort. „Wir versuchen, die Qualität der Hochlandrinderherde zu erhöhen und haben einen neuen Bullen gekauft. Und wir haben die ersten prächtigen Kälber bekommen. Ich dachte, wir sollten sie Georgie und Darcy nennen."

„Und sie dann schlachten", kommentierte Darcy trocken.

Binky gab ein verlegenes Glucksen von sich. „Verflixt. Daran hatte ich gar nicht gedacht. Ein bisschen unsensibel von mir, was?"

„Das war ein schöner Einfall, Binky", sagte ich.

Fig runzelte immer noch die Stirn. „Was macht das Kind noch hier unten? Klingle nach dem Kindermädchen."

„Es ist fast Zeit zum Tee, Fig. Ich habe ihm versprochen, dass er mit uns Tee trinken kann."

„Mrs McPherson macht Gurkensandwiches für mich", sagte ich und lächelte zu meinem Neffen hinüber. „Die magst du doch, nicht wahr, Podge?"

„Ich mag lieber Kuchen", antwortete er.

Wie aufs Stichwort waren Schritte zu hören und ein Lakai trug das erste Teetablett hinaus. Eines der Dienstmädchen folgte ihm mit den Sandwiches und dem Gebäck. Der Tee wurde eingeschenkt und für eine Weile verstummte die Konversation, während wir uns durch Gurkensandwiches, winzige Baisers, Mrs McPhersons berühmtes Shortbread und Stücke von Pflaumenkuchen arbeiteten. Sobald Fig fertig gegessen hatte, stellte sie ihren Teller ab. „Der Tee ist vorbei, Podge. Zeit, zurück ins Kinderzimmer zu gehen. Nimmst du ihn mit, Rose?" (Dies war an das Dienstmädchen gerichtet, das geblieben war, um den Tee einzuschenken.)

„Ach, komm schon, Fig", sagte Binky. „Gib dem Kleinen die Chance, die Zeit mit seiner Tante und seinem Onkel zu genießen, um Himmels willen. Ich musste mein ganzes Leben allein in einem verflixten Kinderzimmer verbringen. Ich wüsste nicht, warum er das auch sollte."

„Du bist in letzter Zeit sehr streitlustig, Binky. Ich weiß nicht, was in dich gefahren ist", sagte Fig. „Nun gut, Podge. Du kannst noch ein bisschen bleiben, wenn du dich benimmst."

„Wo ist Adelaide?", fragte ich. „Kommt sie nicht mehr zur Teestunde nach unten?"

Adelaide war Podges jüngere Schwester, mittlerweile eine ziemlich freche Zweijährige.

„Wir glauben nicht, dass die Sonne Addy gut tut, bei ihrer hellen Haut", antwortete Fig.

Binky warf mir einen kurzen Blick zu. Ich musste ein Schmunzeln unterdrücken.

„Ihr bleibt also für eine Weile in London?", fragte ich, um taktvoll das Thema zu wechseln. „Ich dachte, um diese Jahreszeit seid ihr normalerweise lieber in Schottland. Ihr verpasst doch nie die Highlandspiele in Braemar, oder?"

„Wir wollten eigentlich nach Hause fahren, aber wie es der Zufall will, müssen wir einer königlichen Gartenparty beiwohnen", sagte Fig und genoss jedes einzelne Wort. „Der König und die Königin haben sich bei Ihrer Hochzeitsfeier hier so gut amüsiert, dass sie darauf bestanden, uns zu einer Gartenparty in den Buckingham Palace einzuladen, bevor sie nach Balmoral fahren. Sie haben uns auch nach Balmoral eingeladen, aber Binky hat sie darauf hingewiesen, dass wir sowieso praktisch Nachbarn sind."

„Unter uns gesagt kann ich dieses Schloss nicht ausstehen", sagte Binky. „Überall dieses Schottenmuster. Genug, um einen Mann in den Wahnsinn zu treiben."

„Wie dem auch sei", fuhr Fig fort, verärgert über die Unterbrechung, „ich glaube, Ihre Majestäten haben endlich eingesehen, dass wir nahe Verwandte sind und in Familientreffen einbezogen werden sollten, was bis jetzt noch nie geschehen ist." Sie sah unglaublich selbstgefällig aus. Ihre Miene sagte: Wir wurden eingeladen und ihr nicht.

„Immerhin steht Binky in der Erbfolge, nicht wahr? Wohingegen du darauf verzichtet hast und somit wahrscheinlich nicht mehr zu ihrem inneren Kreis gehörst."

„Er steht an zweiunddreißigster Stelle, wenn ich richtig gezählt habe", rief ich ihr in Erinnerung. „Er wird wohl kaum König werden, es sei denn, es gibt eine neue Pest und Castle Rannoch ist der einzige Ort, der verschont bleibt, weil es in einer so grässlichen Moorlandschaft liegt."

„Sag niemals nie", sagte Fig. „Eine Bombe, von Anarchisten in den Buckingham-Palast geworfen, während alle versammelt sind."

„Oder während einer Gartenparty?", schlug Darcy vor und zwinkerte mir zu.

„Wie auch immer, die britische Öffentlichkeit würde einen König Hamish niemals akzeptieren, oder?" Ich gluckste.

„Donnerwetter, nein. Wenn ich dazu aufgefordert würde, würde ich ihn in etwas Passendes wie George ändern", antwortete Binky todernst. „George VI, nehme ich an."

„Es ist nur eine Gartenparty, Binky. Keine Krönung", sagte ich. „Obwohl ich glaube, dass du einen besseren König abgeben würdest als der aktuelle Thronfolger."

„Der gute alte David ist ein netter Kerl", entgegnete Binky.

„Das wäre er, wenn er nicht unter der Fuchtel einer gewissen Amerikanerin stünde", bemerkte Darcy.

„Er wird sie abservieren, wenn die Zeit gekommen ist", sagte Binky entschlossen. „Er wird das Richtige tun. Du wirst schon sehen."

„Ich hoffe, du hast recht", erwiderte ich. Er hatte Mrs Simpson nicht annähernd so oft in Aktion erlebt wie ich.

„Ich werde also deine Hilfe benötigen, Georgiana", sagte Fig. Das war etwas Unerwartetes.

„Inwiefern?"

„Du warst auf all diesen königlichen Veranstaltungen. Du weißt besser als ich, was die Leute tragen. Du kannst mir helfen, ein Ensemble auszusuchen. Vielleicht muss ich sogar einen neuen Hut kaufen."

„Ich helfe dir gern, etwas Passendes auszusuchen, Fig. Ist es formell oder informell?"

„Ich habe keine Ahnung. Die offiziellen Einladungen sind noch nicht eingetroffen. Die Königin hat nur den Wunsch geäußert, dass wir teilnehmen sollen, aber kein Datum genannt. Vor Balmoral, sagte sie. Es muss in den kommenden zwei Wochen stattfinden."

Hamilton erschien in der Terrassentür. „Ein Brief für Sie mit der Nachmittagspost, Euer Gnaden", sagte er und reichte Binky einen großen Umschlag. „Und auch einer für Sie, Mylady." Mir wurde ein ähnlicher Umschlag gereicht.

Binky öffnete seinen. „Bitte sehr, altes Mädchen", sagte er und reichte ihn Fig mit erfreuter Miene. „Genau das, worüber wir gesprochen haben. Gartenparty im Buckingham Palace am dritten August. Formelle Kleidung."

Ich hatte meinen ebenfalls geöffnet.

Ihre Majestäten König Georg V. und Königin Mary laden Lady Georgiana und den hochwohlgeb. Darcy O'Mara am 3. August zu einer Gartenparty in den Buckingham Palace ein.

Darunter hatte die Königin in ihrer eigenen Handschrift hinzugefügt:

Wenn ihr nicht noch in den Flitterwochen seid, hoffen wir, dass ihr kommen könnt.

Ich winkte Fig mit der Einladung zu. „Überraschung! Wir haben auch eine", sagte ich.

Kapitel 3

31. Juli

Rannoch House

Wir verbringen die Nacht im Rannoch House, damit wir unsere Hochzeitsgeschenke anschauen und den Versand nach Eynsleigh organisieren können. Ich bin so froh, dass es nur für eine Nacht ist. Fig ist stinksauer, dass wir auch zur Gartenparty eingeladen wurden.

„Das Gesicht deiner Schwägerin", sagte Darcy zu mir, als wir allein in unserem Schlafzimmer in Sicherheit waren. „Wenn Blicke töten könnten, würdest du jetzt unter der Erde liegen."

„Ich muss zugeben, dass ich das wirklich genossen habe", sagte ich.

„Und ich dachte, ich hätte ein süßes und sanftes kleines Geschöpf geheiratet", stichelte er.

„Nein, das hast du nicht. Du wusstest genau, wie ich bin", sagte ich. „Du weißt, dass ich schon mehr als einen Mörder überlistet habe."

„Das wusste ich", stimmte er zu. „Aber diese bösartige Freude, deine Schwägerin aufzuziehen?"

„Sie hat jede Sekunde davon verdient, Darcy", sagte ich. „Seit ihrer Heirat mit Binky und ihrem Einzug in Castle Rannoch macht sie mir das Leben zur Hölle. Sie hat mir gesagt, dass ich im Stammsitz meiner Familie nicht mehr willkommen sei, hat Binky davon überzeugt, kein Geld für mich auszugeben, und sogar vorgeschlagen, ich solle als Podges Gouvernante arbeiten, um meinen Unterhalt zu verdienen, falls ich in Schottland bliebe."

„Verdammte Frechheit", sagte Darcy. „Vor allem, da du der Geburt nach im Rang über ihr stehst."

„Das ist gar nicht das, was sie wirklich ärgert", sagte ich. „Sondern dass ich mich mit der Königin angefreundet habe – nun ja, man kann sich nicht wirklich mit einer Königin anfreunden, aber sie verlässt sich darauf, dass ich kleine Aufgaben für sie erledige."

„Dass du für sie spionierst, meinst du?"

„Und einmal habe ich eine gestohlene Antiquität für sie zurückgeholt." Ich lächelte. „Die Königin ist zuweilen nicht zimperlich."

„Ich nehme also an, du möchtest bis zur Gartenparty in London bleiben?"

„Oh je, nicht hier", sagte ich lauter als beabsichtigt und warf einen Blick zur Tür, weil ich befürchtete, Fig könnte am Schlüsselloch lauschen. „Wir könnten die Geschenke nach Eynsleigh bringen und dann in die Stadt fahren, um die Nacht vor der Gartenparty bei Zou Zou zu verbringen, falls sie in der Stadt ist."

Darcy nickte. „Das klingt nach einem guten Plan. Und was willst du jetzt machen – nachdem du dich an Gurkensandwiches satt gegessen hast?"

„Ich möchte mir unsere Geschenke ansehen, aber zuerst hätte ich gern ein langes heißes Bad", sagte ich. „Was ist mit dir?"

„Klingt nach einer guten Idee. Vielleicht mache ich das auch."

„Im selben Bad?", fragte ich neckisch.

„Warum nicht?"

„Sei nicht albern, Darcy. Das Wasser würde auf den Boden schwappen, durch die Decke tropfen und Fig würde einen Aufstand machen."

Darcy seufzte. „Also gut. Du nimmst das Badezimmer auf dieser Etage und ich benutze das darüber."

„Aber schließ die Tür nicht ab." Ich packte ihn am Arm, als er sein Handtuch holen wollte. „Binky hat sich in diesem Badezimmer eingeschlossen und hätte fast meine Hochzeit verpasst."

„Davon hast du mir nie erzählt."

„Es gibt wahrscheinlich eine Menge Dinge, die ich dir nie erzählt habe, und die du mir auch nie erzählt hast." Ich schlang meine Arme um seinen Hals.

„Dann wird es uns nie an Geschichten mangeln, die wir uns erzählen können, wenn wir alt werden." Er zog mich dicht an sich. „Wenn ich zu alt für andere Dinge bin."

„Du wirst nie zu alt sein." Ich lächelte zu ihm hoch und er küsste mich.

Etwas später, erfrischt, mit sauberem Haar und sauberer Kleidung, gingen wir hinunter in den Salon, um die Geschenke zu begutachten.

„Allmächtiger!", sagte ich und betrachtete die bunte Ansammlung von Paketen auf allen Ablageflächen. Ich runzelte die Stirn, verärgert über mich selbst. Ich hatte mir geschworen, als verheiratete Frau keine mädchenhaften Ausdrücke wie 'Allmächtiger!' mehr zu benutzen. „Ich meine, du liebe Güte. Es gibt ziemlich viele davon. Mir war nicht klar, dass wir so viele Leute kennen."

„Ich habe viele Verwandte und Freunde", sagte Darcy. „Und du hast auch eine große Verwandtschaft."

Darcy hatte bereits begonnen, das Papier von einem der Pakete zu reißen. „Das ist besonders schwer", sagte er. Dann hielt er inne. „Oh, wie interessant. Es ist ein Hirsch."

„Ein Hirsch?" Ich hatte nicht vergessen, dass Fig vorgehabt hatte, uns einen Hirschkopf von Castle Rannoch zu schenken, wo Unmengen dieser Dinger an den Wänden hingen. Ich ging zu ihm. „Was für ein Hirsch?"

Darcy hielt ihn hoch. „Er ist aus Silber", sagte er. „Er ist ganz nett, aber völlig nutzlos."

Ich nahm ihm den Hirschkopf ab. Er war unheimlich schwer. „Oh, solche Hirsche habe ich schon mal gesehen", sagte ich. „Sie werden in der Mitte von Esstischen ausgestellt, normalerweise in Jagdhäusern. Ich glaube, wir haben mehrere zu Hause."

„Haben sie eine Funktion? Man bewahrt darin doch nicht das Salz auf, oder?" Er drehte den Hirsch auf den Kopf.

„Nein." Ich lachte. „Ihre einzige Funktion ist es, zu sagen: 'Seht mich an, ich bin so reich, dass ich es mir leisten kann, diese silbernen Tiere in meinem Jagdhaus aufzustellen.'"

„Das wird auf uns wohl leider nicht zutreffen, aber ich denke, wir werden schon einen Platz finden, wo wir ihn ausstellen können – auch wenn er in Sussex ein bisschen fehl am Platz ist."

„Zumindest ist er besser als der andere Hirsch, der uns angeboten wurde", sagte ich mit gedämpfter Stimme. „Ist es zu glauben, dass sie uns einen Hirschkopf schenken wollte? Das ist so ziemlich das schlimmste Geschenk, das ich mir vorstellen kann."

„Nein, ist es nicht." Darcy blickte von dem nächsten Geschenk auf, das er auspackte. „Das hier ist die Krönung, glaube ich."

Er hielt ein Ölgemälde hoch. Es zeigte ein Haus und einen Garten in leuchtenden Grundfarben, als hätte es ein sechsjähriges Kind oder ein cleverer Schimpanse gemalt. Auf einer Seite flanierte eine Frau mit einem Sonnenschirm zwischen Rosen – zumindest glaubte ich, dass es das darstellte. Für ein Ölgemälde war es wirklich scheußlich.

„Von wem das wohl ist?", fragte ich und schaute nach, ob eine Karte an dem Papier befestigt war.

„Ich muss nicht nachsehen. Ich weiß es schon", sagte er. „Es ist von meiner Großtante Ermintrude. Sie hält sich für eine begabte Malerin und schenkt der Verwandtschaft zu besonderen Anlässen Bilder."

„Oh je, wir werden es doch nicht wirklich aufhängen müssen, oder?"

„Nur wenn sie zu Besuch kommt, was sie wahrscheinlich nicht tun wird, da sie in Yorkshire lebt und nicht mehr gern reist."

„Puh. Was für eine Erleichterung. Warte kurz. Mach nicht noch mehr auf, bis ich das notiert habe. Wir haben eine Menge Dankesbriefe zu schreiben."

„Und auch eine Menge Geschenke, die wir auf dem Dachboden verstecken müssen, bis der Schenkende zu Besuch kommt – dann werden wir verzweifelt nach ihnen kramen und sie auf angemessene Weise ausstellen", sagte Darcy und hielt eine ziemlich furchteinflößende violette Vase hoch, an der sich grüne Ranken neben einem riesigen roten Hibiskus in die Höhe schlängelten.

„Wie kommen die Leute darauf, dass ein junges Paar sein gemeinsames Leben mit solchen Dingen beginnen möchte?", fragte ich. „Es wäre so viel vernünftiger, uns Sachen zu schenken, die wir tatsächlich benutzen würden, wie Bettwäsche und Teekannen."

Darcy grinste. „Ich vermute eher, dass es sich um Gegenstände handelt, die sie auf ihrem eigenen Dachboden verstaut hatten, vielleicht ehemalige Hochzeitsgeschenke, die sie nie mochten. Wir warten, bis jemand anderes heiratet, und dann geben wir sie weiter, um den ewigen Kreislauf fortzusetzen."

„Darcy, ich müsste jemanden furchtbar hassen, um ihm diese Vase zu schenken", sagte ich. „Vielleicht geht sie beim Transport versehentlich kaputt?"

Darcy lachte. Wir öffneten weitere Pakete. Einige waren ziemlich verwirrend. Ein betagter Verwandter hatte einen Silberlöffel geschickt. Einen einzigen.

„Vielleicht war es als Tauflöffel im Voraus gemeint", mutmaßte Darcy.

Aber einige Geschenke waren tatsächlich schön und nützlich. Silberne Fischmesser und -gabeln, Kuchengabeln, ein Royal-Worcester-Kaffeeservice, Brandygläser aus Kristall, eine irische Leinentischdecke, groß genug für den Tisch in Eynsleigh. Ich war gerührt, als ich sah, dass der König und die Königin uns eine wunderschöne Golduhr geschenkt hatten. Das hat deine Urgroßmutter zu ihrer Hochzeit bekommen, hatte die Königin geschrieben. Ich stand da und betrachtete sie voller Ehrfurcht. Ich wusste zwar theoretisch, dass Königin Victoria meine Urgroßmutter war, aber einen Gegenstand zu besitzen, der ihr tatsächlich zu ihrem Hochzeitstag geschenkt worden war, bedeutete irgendwie, dass die Verbindung real war.

Als wir uns durch alle Geschenke gearbeitet hatten, war es schon Zeit, uns zum Abendessen umzuziehen.

„Ich werde morgen früh bei Carter Paterson anrufen und sie kommen lassen, um alles einzupacken und nach Eynsleigh zu bringen", sagte Darcy. „Wir müssen abwarten, was Sir Hubert tatsächlich verwenden und ausstellen will." Ich wollte etwas sagen, aber er fügte hinzu: „Ich weiß, es ist jetzt offiziell dein Haus, aber solange er da ist, sollten wir nichts überstürzen, meinst du nicht?"

„Da stimme ich dir zu. Aber ich denke, dass er einiges davon begrüßen würde. Eine Menge seines guten Silbers wurde von dieser schrecklichen Bande gestohlen und wird wahrscheinlich nie wieder auftauchen."

„Gut. Dann können wir den Hirsch auf den Esstisch stellen." Darcy drückte mir die Schulter, als wir die Treppe hinaufgingen.

***

Am nächsten Morgen kam die Umzugsfirma, um gleich nach dem Frühstück alles einzupacken und zu verschicken.

„Wir sind dann mal weg, Fig", sagte ich. „Ich möchte zurück in Eynsleigh sein, bevor die Geschenke geliefert werden."

Sie sah verzweifelt aus. „Aber du kannst jetzt nicht gehen, Georgiana. Das kannst du auf keinen Fall."

Fig wollte tatsächlich, dass ich hierblieb? Das war etwas Neues. Dann fügte sie hinzu: „Du hast versprochen, mir bei der Auswahl meines Ensembles für die Gartenparty im Palace zu helfen. Du bist so oft dort. Du weißt, was man trägt. Ich dagegen habe kaum Gelegenheit, mich unter die Königsfamilie zu mischen, es sei denn, sie sind oben in Schottland, und dort trägt man sowieso immer Highland-Tracht."

Ich hatte Mitleid mit ihr. Dieses Gefühl kam mir nur zu bekannt vor – die Sorge darüber, was ich anziehen sollte, und die Gewissheit, dass ich nicht die richtigen Kleider besaß und andere Frauen Pariser Kreationen vorführen würden, während ich etwas trug, das die Frau des Wildhüters geschneidert hatte. Dank meiner Mutter und Zou Zou besaß ich inzwischen einige elegante Kleider.

„Seide oder Spitze, glaube ich", sagte ich. „Und wahrscheinlich etwas Langes."

Sie warf mir einen verzweifelten Blick zu. „Seide oder Spitze? Ich besitze ein paar wadenlange Sommerkleider, aber das war's dann auch schon. Auf Castle Rannoch ist es nie warm genug für Sommerkleider."

„Du könntest das tragen, was du zu meiner Hochzeit getragen hast, Fig", sagte ich. „Das sah sehr schön aus."

„Findest du wirklich?" Sie lief ziemlich rosa an.

„Auf jeden Fall", log ich. Sie hatte sich für einen kirschroten Zweiteiler entschieden, der ihre pastellweiße Haut und ihr rötliches Haar nicht gerade zur Geltung brachte.

„Findest du es nicht ein bisschen zu förmlich?"

„Ich glaube nicht, dass man für den Buckingham Palace zu förmlich sein kann", sagte ich. „Vielleicht ein weniger ausladender Hut. Er könnte bei einer Gartenparty im Weg sein – oder jemandem ins Auge stechen."

Das war äußerst taktvoll von mir. Figs Hut hatte leuchtend pinke Federn, die in alle Richtungen abstanden und sie aussehen ließen, als wäre ein großer Vogel auf ihrem Kopf gelandet und hätte dort ein Nest gebaut.

„Oh, vielleicht hast du recht", stimmte sie zu. „Aber was Hüte angeht, habe ich keine große Auswahl. Außer Sommerstrohhüten und Filzhüten für die Kirche."

„Wir könnten zu Zou Zou gehen", sagte ich. „Sie hat unzählige Hutschachteln. Ich bin sicher, sie würde dir einen ihrer Hüte leihen."

„Ich kann mir unmöglich einen Hut von einer Ausländerin leihen", sagte sie bissig.

„Sie ist eine Prinzessin", rief ich ihr ins Gedächtnis.

„Eine polnische Prinzessin. Ich nehme an, davon gibt es jede Menge."

„Dann musst du eben mit dem auskommen, was du hast", sagte ich. „Wie wäre es, wenn du einen deiner schlichten Strohhüte nimmst und ein paar von diesen Federn an der Seite befestigst?"

„Das könnte klappen." Sie sah recht hoffnungsvoll aus. „Würdest du mir helfen?"

„In Ordnung", willigte ich ein. Und so verbrachten wir den Rest des Vormittags damit, mit Hüten, Federn und Seidenrosen zu experimentieren, und das Endergebnis war wirklich sehr zufriedenstellend.

„Donnerwetter, vielen Dank, Georgie", sagte sie, als sie den Hut aufsetzte und sich im Spiegel betrachtete. „Du bist ein Schatz. Und so talentiert. Ohne dich hätte ich das nicht geschafft."

Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Das waren wahrscheinlich die ersten freundlichen Worte, die sie je ausgesprochen hatte.

Kapitel 4

Samstag, 3. August

Buckingham Palace

Auf ins Buck House, wie Darcy es nennt. Ich bin immer noch unschlüssig, wie es nun weitergehen soll. Werden wir wirklich in Eynsleigh zum Alltag übergehen? Wird Darcy die Stelle im Büro des Außenministeriums, oder wo auch immer, annehmen und täglich um 8.45 Uhr zur Arbeit gehen? Und dennoch sollte ich überglücklich und dankbar sein. Ich bin mit dem wunderbarsten Mann der Welt verheiratet. Was will eine Frau mehr?

Der große Tag brach schön und sonnig an. Das gute Wetter hatte so lange angedauert, dass ich schon befürchtete, es würde umschlagen und die Gartenparty würde unter Regenschirmen stattfinden müssen. Aber es war bereits warm, als Darcy und ich uns zum Frühstück bei Zou Zou in ihrem schönen Haus am Eaton Square einfanden.

„Um welche Zeit soll dieses Fest beginnen?", fragte Zou Zou, die sich großzügig an Rührei und geräuchertem Schellfisch bediente.

„Um zwei Uhr", sagte ich.

„Um diese Zeit wirst du in der Hitze eingehen, wenn du nicht im Schatten stehst", sagte sie. „Ich hoffe, du trägst etwas Kühles."

„Ich wollte mein neues taubenblaues Seidenkleid anziehen", sagte ich.

„Oh, Schätzchen, tu das nicht", sagte sie. „Es hat Ärmel. Du wirst unter den Armen schwitzen. Ja, ich weiß, eine Lady schwitzt nie, aber es wird passieren. Und man wird es sehen. Ich schlage etwas Ärmelloses und Leichtes vor."

„Die einzigen ärmellosen Kleider, die ich besitze, sind Cocktailkleider", sagte ich.

Sie wedelte mit dem Finger vor meiner Nase herum. „Ich hab's. Du solltest das entzückende neue Chanelkleid tragen, das ich neulich aus Paris mitgebracht habe."

„Zou Zou, ich kann dein neues Kleid nicht anziehen", sagte ich.

„Warum nicht? Ich glaube, es wird dir passen."

„Ich meine, es ist dein neues Chanelkleid. Das kann ich unmöglich annehmen."

„Ach, so ein Unsinn. Du weißt, dass ich es mir zur Lebensaufgabe gemacht habe, Menschen zu ihrem Glück zu verhelfen", sagte sie. „Wo wir gerade dabei sind, ich fahre am Montag nach Irland. Ich habe es deinem Schwiegervater versprochen. Ein großes Rennen steht an, weißt du."

Ich wusste ganz genau, dass sie nicht nach Irland fuhr, um ihre Pferde zu sehen, sondern um Darcys Vater zu besuchen, aber ich nickte nur. Wir hatten gehofft, dass aus dieser Romanze mehr werden würde, aber sie schienen immer noch vorsichtig umeinander herumzuschleichen. Und offen gesagt konnte ich mir nicht vorstellen, dass Zou Zou sich jemals in einem abgelegenen irischen Schloss niederlassen würde.

Also erlaubte ich Zou Zou, mich für die Gartenparty anzukleiden. Sie gab mir nicht nur ihr beigefarbenes Seidenkleid mit dem marineblauen Saum, sondern auch ihren kecken kleinen marineblauen Hut und passende Handschuhe, die dem Ganzen ein maritimes Flair verliehen. Ich sah très, très chic aus, wie Darcy es ausdrückte. Er würde unter der Hitze leiden müssen, der Ärmste, da die Gentlemen ihre Cutaways und Hüte niemals ablegten.

„Ich werde mir einen großen Baum suchen und den ganzen Nachmittag darunter verbringen", murmelte er mir zu, als unser Taxi in Richtung Palace fuhr.

„Das kannst du nicht. Du musst gesellig sein und Konversation betreiben."

Er schnitt eine Grimasse. „Unter uns gesagt macht mich das nervös", sagte er.

Ich sah ihn überrascht an. Ich hatte noch nie erlebt, dass Darcy irgendetwas nervös machte.

„Hast du Bedenken, die gesamte Königsfamilie auf einmal zu treffen?", fragte ich.

„Auf jeden Fall", sagte er. „Du vergisst, dass ich nicht so viel Zeit in ihrer Gesellschaft verbringe wie du."

„Aber jetzt bist du durch die Heirat mit ihnen verwandt", wandte ich ein. „Und die meisten von ihnen sind furchtbar nett. Du kennst doch den Prince of Wales, nicht wahr?"

„Ja, aber ich habe gehört, dass er nicht hier ist."

„Nicht?"

„Er wurde ins Ausland geschickt, um das Commonwealth zu besuchen, was dazu dienen soll, ihn von einer gewissen Lady fernzuhalten." Darcy hatte die Stimme gesenkt, für den Fall, dass der Taxifahrer zuhörte.

Wir hielten am Seiteneingang, der direkt zu den Parks führte, und reihten uns in die Schlange der anderen passend gekleideten Besucher ein, die auf Einlass warteten. Binky und Fig standen in der Schlange vor uns und Binky drehte sich um und winkte. Einer nach dem anderen zeigten wir unsere Einladungen vor, dann durften wir das Gelände betreten. Eine Kapelle spielte auf und die Rasenflächen waren voller kleiner Tische. Binky und Fig gesellten sich zu uns.

„Famos, wirklich famos, findest du nicht auch?" Binky sah so begeistert aus wie ein kleines Kind.

„Es ist wirklich schön", stimmte ich zu.

Champagner und Limonade wurden herumgereicht. Dann kamen die Tabletts mit den Canapés. Ich nahm ein Vol-au-vent und wollte es mir gerade in den Mund stecken, als ich merkte, dass es zu groß war, um es mit einem Bissen zu essen. Ich biss hinein und prompt flogen Blätterteigflocken über meinen marineblau gesäumten Ausschnitt. Außerdem war die Füllung nicht ausreichend für so viel trockenen Teig.

„Ich halte nicht viel von denen, du etwa?", meinte Fig.

„Zu viel Teig und nicht genug …", setzte ich an, woraufhin ich einen trockenen Teigkrümel in den falschen Hals bekam. Zu meiner Verlegenheit wurde mir klar, dass ich jeden Moment einen Hustenanfall bekommen würde. Ich hielt mir die Hand vor den Mund und würgte unterdrückt, während ich weitere Teigflocken aushustete.

In diesem Moment ertönte ein Trommelwirbel, „God Save the King" wurde gespielt, die Türen zur Terrasse am oberen Ende der Treppe öffneten sich und Ihre Majestäten kamen heraus, gefolgt von ihren Kindern und Ehegatten. Während wir in einer Reihe aufgestellt wurden, um sie zu begrüßen, versuchte ich, mein Husten zu unterdrücken, die Reste des Vol-au-vents herunterzuschlucken, die Krümel abzubürsten und respektabel auszusehen. Wenn nur der Kleidersaum nicht marineblau wäre …

„Alles in Ordnung?", flüsterte Darcy.

„Habe nur etwas in den falschen Hals bekommen", versuchte ich zurückzuflüstern, was mich nur wieder zum Husten brachte. Ich hielt den Atmen an und bürstete verzweifelt die Krümel fort, während das königliche Paar näher kam. Königin Mary in einem grauen Seidenkleid sah wie immer gelassen und elegant aus. Der König sah müde und gebrechlich aus, wie ich fand. Er hatte sich nie wirklich von seiner Lungenentzündung erholt. Bei unserer Ankunft im Palace war ich ziemlich stolz auf mich gewesen. Ich war nicht mehr das schüchterne, unbeholfene Mädchen. Ich war eine kultivierte, verheiratete Frau, die mit ihrem Mann hergekommen war. Und ich sah gut aus, auch wenn das Kleid, das ich trug, Zou Zou gehörte. Aber jetzt klebten mir Gebäckkrümel am Ausschnitt und ich hatte Angst, dass noch mehr Blätterteigflocken herausfliegen würden, sobald ich den Mund öffnete, um mit dem König und der Königin zu sprechen.

Das Königspaar hatte uns nun erreicht und sie hielten inne, als sie mich erkannten.

„Ah, die junge Georgie. So schnell von eurer Hochzeitsreise zurück?", fragte der König, als ich vor ihm einen Knicks machte. „Ich hatte nicht damit gerechnet, euch hier zu sehen."

„Wir sind vom ersten Teil der Reise zurück, Sir", sagte Darcy. Ich warf ihm einen fragenden Blick zu.

„Oh, also brecht ihr bald wieder zu einem anderen Ort auf?"

„Ich habe ihnen gesagt, dass sie vor uns nach Balmoral fahren sollen", warf die Königin ein. „Sie können das Anwesen für sich allein haben. Es ist der perfekte Ort für Flitterwochen. Man ist ganz allein in der herrlichen Landschaft und kann ungestört Forellen fischen. Soll ich meinen Sekretär anrufen und ihn wissen lassen, dass ihr kommen werdet?"

„Das ist sehr freundlich von Euch, Ma'am", sagte Darcy, zum Glück, da mein Gehirn vor Panik aufgehört hatte zu funktionieren. „Aber ich fürchte, unsere Hochzeitsreise ist bereits geplant."

„Wirklich? Und wohin soll die Reise gehen?"

„Nach Kenia, Ma'am."

Ich stieß ein kurzes Keuchen aus, was ein Fehler war. Ich hielt mir wieder die Hand vor den Mund, als ein weiterer Hustenanfall drohte. Ich wagte nicht zu atmen, stand einfach nur da und hielt den Atem an.

„Kenia? Ihr fahrt in den Flitterwochen nach Afrika?" Die Königin wirkte überrascht.

„Ganz genau", sagte Darcy und schenkte mir ein ziemlich selbstgefälliges Grinsen.

Ich warf ihm einen kurzen Blick zu, immer noch sprachlos, immer noch mit angehaltenem Atem.

„Meine Güte. Wie ehrgeizig", sagte die Königin.

„Ihr werdet auf Safari gehen, nehme ich an", schaltete sich der König ein und nickte zustimmend. „Wollt ihr versuchen, einen Elefanten oder einen Löwen zu erlegen?"

„Ich bin mir noch nicht sicher, was unsere Pläne angeht, Sir", fuhr Darcy fort. „Nur, dass wir in den nächsten Tagen aufbrechen werden."

„Wie ungemein aufregend. Werdet ihr mit dem Schiff reisen?", fragte die Königin an mich gewandt.

Ich atmete vorsichtig ein. „Ich habe keine Ahnung, Ma'am. Darcy hat mich über unsere Pläne im Unklaren gelassen."

„Ich wollte sie überraschen", sagte Darcy. „Also habe ich nichts gesagt, bis alles vorbereitet war. Wir werden ein Flugzeug nehmen. Es dauert nur fünf Tage, anstelle der langen Überfahrt mit dem Dampfschiff."

„Ihr werdet uns dieses Jahr in Balmoral sicher fehlen", sagte die Königin, „aber es wird gewiss ein großes Abenteuer."

Die Ehrenoffiziere traten vor, um sie in Richtung der weiteren Wartenden zu dirigieren. Kaum waren sie vorbei, wandte ich mich an Darcy. „Hast du dir das gerade ausgedacht oder ist es wahr?"

„Nun, warum sollte ich mir das ausdenken?", fragte er. „Natürlich ist es wahr. Ich habe nichts gesagt, weil ich mir nicht sicher war, ob wir eine Flugpassage bekommen würden. Aber jetzt ist alles bereit. Ich habe es geschafft, die letzten beiden Plätze auf dem nächsten Flug zu ergattern, und wir reisen am Dienstag ab."

Ich hatte mir geschworen, nie wieder "Allmächtiger" zu sagen, da ich schließlich eine verheiratete Frau war, aber es rutschte mir einfach so heraus. "Allmächtiger", rief ich.

Die Kapelle stimmte eine flotte Melodie an und als die Vorstellung beendet war, zerstreute sich die Menge und weitere Getränke und Speisen wurden herumgereicht. Ich vermied weitere Essenspeinlichkeiten und nippte an einer Limonade, während wir uns mit den anderen Gästen unterhielten. Der Duke und die Duchess of Kent gesellten sich zu uns. Ich hatte vorher nicht bemerkt, dass Prinzessin Marina ein Kind erwartete. Das war eine sehr gute Nachricht und ich gratulierte ihnen.

„Vielleicht hast du selbst bald gute Neuigkeiten", sagte Prinz George und zwinkerte mir vielsagend zu. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass dein Ehemann viel Zeit verschwendet."

Sie waren gerade dazu übergegangen, sich mit anderen Gästen zu unterhalten, als einer der Lakaien unauffällig zu mir trat. „Ihre Majestät möchte Sie sprechen, Mylady", sagte er. Dann wandte er sich an Darcy. „Wenn Sie Ihre Gemahlin für ein paar Augenblicke entbehren könnten, Sir?"

Ich wurde zur Königin geführt, die im Schatten einer riesigen Buche saß.

„Ah, Georgiana, meine Liebe", sagte sie. „Setz dich doch. Hast du schon ein kühles Getränk? Es ist ziemlich warm, nicht wahr?"

Ich bemerkte, dass sie trotz ihrer langen Ärmel überhaupt nicht zu schwitzen schien. Ich hatte keine Ahnung, wie die Königsfamilie das anstellte. Sie schienen keine der Körperfunktionen von uns Normalsterblichen zu haben. Wahrscheinlich konnten sie den ganzen Tag ohne einen Toilettengang auskommen!

Ein Lakai reichte mir noch eine Limonade. Ich setzte mich neben sie und betete, dass sie mich nicht dazu überreden wollte, nach Balmoral statt nach Kenia zu fahren. Sie war jemand, der gern seinen Willen bekam.

„Du fährst also nach Kenia", sagte sie. „Ein sehr weiter Weg für eine Hochzeitsreise. Warum hat sich dein Mann für dieses Land entschieden?"

„Ich habe keine Ahnung, Ma'am. Darcy hatte mir etwas Besonderes versprochen", sagte ich. „Aber das kam völlig überraschend."

„Ich bin sicher, ihr werdet eine wunderbare Zeit haben", sagte sie. Sie zögerte und spielte mit ihrem Glas herum. „Wusstest du, dass mein Sohn in den nächsten Tagen in Kenia ankommen wird?"

„Der Prince of Wales?", fragte ich, darauf bedacht, ihn in der Öffentlichkeit nicht David zu nennen.

„In der Tat. Der König hat ihn auf eine lange Tournee durch das Commonwealth geschickt, natürlich in der Hoffnung, dass eine gewisse Lady während seiner Abwesenheit einen anderen findet oder, falls das nicht klappt, sich auf eine Weise blamiert, die selbst mein Sohn unverzeihlich findet." Sie beugte sich näher zu mir. „Man hört ja, dass sie meinem Sohn während ihrer Beziehung alles andere als treu gewesen ist. Ein Gebrauchtwagenhändler?" Sie hob die Augenbrauen. „Und der deutsche Botschafter? Es gibt so viele Gerüchte, aber ich bin mir sicher, dass die meisten davon wahr sind. Die Frage ist, wie viel ihr mein Sohn verzeihen kann."

„Ihr lasst ihr so viele Freiheiten, bis sie sich einen unverzeihlichen Fehltritt erlaubt", sagte ich, und sie kicherte.

„Ganz genau. Andererseits … Das letzte Telegramm von David besagt, dass er vorhabe, nach dem Ende seiner offiziellen Verpflichtungen in Kenia zu bleiben und ein paar Tage bei einem gewissen Lord Delamere zu verbringen." Wieder beugte sie sich näher zu mir. „Die Frage lautet: Warum? Er zeigte noch nie besonderes Interesse an Safaris; im Gegenteil, er ließ einmal verlauten, dass er es für unsportlich hielte, ein prächtiges Tier nur einer Trophäe wegen zu töten. Ich würde also gern wissen, was er dort vorhat."

Sie tätschelte meine Hand. „Deshalb ist es ein großer Glücksfall, dass du zur gleichen Zeit dort sein wirst. Du wirst vor Ort die Ohren spitzen und alles für mich im Auge behalten. Ich weiß, dass ich mich auf dich verlassen kann, Georgiana."

„Natürlich, Ma'am", antwortete ich. Etwas anderes hätte ich auch nicht sagen können.

Kapitel 5

Sonntag, 4. August

Eynsleigh, Sussex

Ich habe mir geschworen, nicht mehr "Allmächtiger" zu sagen, aber ich kann einfach kein anderes Wort finden. Allmächtiger. Zu viele Überraschungen für einen Tag! Ich hatte ja keine Ahnung, dass Darcy so unglaublich exotische Flitterwochen plant. Das wäre einfach wundervoll, aber es sieht so aus, als würden sich meine Flitterwochen in eine weitere Spionagemission im Auftrag Ihrer Majestät verwandeln. Ich weiß nicht, wie ich meinen Cousin David im Auge behalten soll. Soll ich darum betteln, mitzukommen, wenn er auf Safari geht?

Warum muss alles immer so kompliziert sein, und wie ist Darcy überhaupt auf Kenia gekommen?

Sobald wir allein im Taxi saßen, brachen Schock und Frustration aus mir heraus.

„Du hättest mir im Voraus sagen können, dass wir nach Kenia fahren", sagte ich. „Ich kam mir wie eine völlige Närrin vor, als ich Ihrer Majestät sagen musste, dass ich keine Ahnung hatte, dass du so etwas geplant hast."

„Ich war mir bis gestern selbst nicht sicher, ob es funktionieren würde", sagte Darcy. „Ich wollte dir keine Hoffnungen machen und dir dann sagen müssen, dass wir doch nicht abreisen können." Er warf mir einen nervösen Blick zu. „Der Vorschlag gefällt dir doch, oder? Ich wollte, dass es eine einzigartige Reise wird."

„Ich bin mir sicher, dass ich es wundervoll finden werde, sobald ich mich daran gewöhnt habe", sagte ich. „Ich muss zugeben, dass ich sehr wenig über Kenia weiß, außer dass es in Afrika liegt und es dort viele wilde Tiere gibt. Wie bist du darauf gekommen? Wolltest du schon immer auf Safari gehen?"

„Ein alter Freund von mir, Freddie Blanchford, schrieb mir kürzlich, dass er jetzt dort draußen lebt. Er erzählte mir, wie herrlich das Leben dort sei und dass und wir ihn jederzeit gern besuchen könnten. Das erschien mir wie eine Fügung des Schicksals, also dachte ich: Warum nicht? Und ich begann, mich nach Möglichkeiten umzusehen, dorthin zu kommen. Wir hätten eine Weile auf ein Dampfschiff warten und dann eine mehrwöchige Reise antreten müssen, also erkundigte ich mich nach einem Flugzeug, das wir nehmen könnten. Und weißt du was? Es gibt jetzt eine Flugverbindung bis nach Kapstadt, mit einem Zwischenstopp in Kenia."

„Erstaunlich", sagte ich.

„Und wir fliegen am Dienstag."

„Du redest von nächstem Dienstag? Dann bleibt uns nicht viel Zeit, um auszuwählen, was wir anziehen und einpacken sollen, nicht wahr? Werden wir in Zelten schlafen? Wird es sehr urtümlich sein?"

„Eher das Gegenteil, soweit ich weiß", sagte er. „Wir werden in den sogenannten 'White Highlands' wohnen, wo die britischen Aristokraten fast genauso leben, wie sie es von zu Hause gewohnt sind."

„Also keine wilden Tiere oder etwas in der Art?"

„Oh doch, ich glaube, es gibt jede Menge wilder Tiere. Und einheimische Völker. Die Maasai und Kikuyu. Die Bediensteten werden alle Eingeborene sein, das wird es sehr interessant machen."

„Englische Landhäuser, einheimische Diener, wilde Tiere. Ich habe keine Ahnung, was ich anziehen soll."

„Frag Zou Zou. Sie wird dir sagen können, was du mitnehmen musst."

Ich war immer noch dabei, dies zu verdauen, als das Taxi vor Zou Zous Haus hielt und mir ein schrecklicher Gedanke in den Sinn kam. "Sie werden doch nicht erwarten, dass ich mein Dienstmädchen mitbringe, oder?"

Ich versuchte, mir Queenie in Kenia vorzustellen. Sie war schon auf den britischen Inseln eine wandelnde Katastrophe. Ich konnte mir viel zu viele Gelegenheiten vorstellen, zu denen jemand, der so ahnungslos war und Missgeschicke so anzog wie Queenie, in Afrika Unheil anrichten konnte. Vor meinem inneren Auge erschien Queenie, die von einem Nashorn angegriffen wurde. Ehrlich gesagt war ich mir nicht sicher, wer bei diesem Zusammenstoß als Sieger hervorgehen würde. Queenie war in vielerlei Hinsicht eine beeindruckende junge Frau, nur als Dienstmädchen war sie nutzlos.

„Ich nehme an, sie können dir ein Dienstmädchen leihen", sagte er, „und jetzt hast du einen Ehemann, der dir abends beim Ausziehen hilft."

„Das stimmt." Ich schenkte ihm ein verstohlenes zweideutiges Lächeln, als wir die Stufen zur Haustür hinaufgingen.

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