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Präsentation der bedeutsamsten Brunnenbauten in München.
Das E-Book Münchens bedeutsamste Brunnen wird angeboten von Books on Demand und wurde mit folgenden Begriffen kategorisiert:
Brunnen, München, Historie, Künstler, Bildhhauer
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Seitenzahl: 172
Veröffentlichungsjahr: 2018
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Vorbemerkung
Brunnen der Region München – Mitte
Brunnen der Region München – Nord
Brunnen der Region München – Ost
Brunnen der Region München – Süd
Brunnen der Region München – West
Sauberes Trinkwasser ist eine wahrlich unabdingbare Voraussetzung für menschliches Überleben. Aus diesem Grunde siedelten unsere Vorfahren seit Jahrtausenden stets in der näheren Umgebung nutzbarer Wasserstellen, nahe Quellen, Flüssen oder Süßwasserseen. Zur notwendigen Nutzung auch des Wassers aus dem Erdreich in inneren Landesgebieten entwickelten die Menschen schon sehr früh mit wenngleich auch einfachen Baustoffen effektive Brunnenbautechniken, die vor allem im europäischen Raum seit dem Mittelalter begabte Konstrukteure im Laufe der Zeit wesentlich verbesserten und letztlich die späteren Brunnentypen zur Wasserversorgung der Bevölkerung und Gewinnung von Löschwasser zur Brandbekämpfung entwarfen.
Moderne Funktionsbrunnen, das sind Tiefbauwerke zur Wassergewinnung (aus Grundwasser, Uferfiltrat von Oberflächengewässern oder aus Quellwasser) für die Bevölkerung, technisch differenziert in verschiedene Unterarten gemäß ihrer Bauweise und Bedienung wie hauptsächlich Laufbrunnen, Schachtbrunnen, Bohrbrunnen, Schlagbrunnen (oder Rammbrunnen) und Spülbrunnen, ferner existieren noch außergewöhnliche Heronsbrunnen und sehr seltene Artesische Brunnen, galten bis zur Einführung des Leitungswasser im Rahmen der kommunalen infrastrukturellen Daseinsvorsorge in deutschen Städten generell als öffentliche Orte der Wasserversorgung, der Erschließung und Bereitstellung von Trinkwasser für Mensch und Tier.
Heute bezieht die Stadt München das benötigte Trinkwasser (über mehrere unterirdische Zuleitungen und lokale zwischenspeichernde Hochbehälter und Druckregulierstationen) aus dem regenreichen bayrischen Voralpenland von drei zentralen Quellgewinnungsgebieten, nämlich dem Mangfalltal, dem Loisachtal und (reservemäßig) aus der südlichen Schotterebene, woraus es in natürlichem Gefälle einfließt. Schließlich organisiert und sichert auch die Abwasserentsorgung ein städtischer Eigenbetrieb durch moderne Klärwerkanlagen, die für eine nahezu vollständige Abwassereinigung sorgen und somit das Grundwasser vor Verunreinigung schützen. Neuere Brunnen entstanden hier weniger als wasserfördernde Nutzbrunnen, sondern vielmehr als bloße Zierbrunnen, als kreatives Kunstwerk oder zu lediglich dekorativen Zwecken und besitzen meist einen geschlossenen Wasserkreislauf mit bedarfsgerechter Auffüllung. Nach Form, Gestaltung, Matertial und altersbezogen findet man vielfältig kategorisierbare Brunnenbauten, maßgeblich Figurenbrunnen, symbolträchtige historische Brunnen, natürliche oder auch kunstvoll geschaffene Grottenbrunnen, es gibt Fontänenbrunnen, Schalenbrunnen, Scheibenbrunnen, Rundbeckenbrunnen, Felsenbrunnen, Kugelbrunnen, Quaderbrunnen, ferner Holztrogbrunnen, Flächenbrunnen, Wandbrunnen, Nischenbrunnen, Stufenbrunnen und erstaunliche moderne futuristische Brunnen.
Über 700 öffentliche Brunnen sollen im Stadtbereich der kreisfreien bayerischen Landeshauptstadt mit ihren weit über 1,5 Millionen Einwohnern verteilt sein. Bei diesem vorgeblichen Umfang an Brunnengebilden wurden sämtliche im Raum München auffindbare Zierbrunnen und Wasserentnahmestellen in privaten Vorgärten sicherlich nicht mitgezählt. Genau 188 allgemein zugängliche Brunnen befinden sich in städtischer Obhut, 77 davon sind sogar mit dem städtischen Trinkwassernetz verbunden und können deshalb bedenkenlos als Trinkwasserbrunnen genutzt werden. Viele Brunnen werden vom Freistaat Bayern betrieben, die restlichen und damit meisten aller Brunnen in München aber befinden sich in privatem Besitz, gehören also privaten Eigentümern oder Institutionen. Zahlreiche Brunnen auf öffentlichen Plätzen, in Innenhöfen komplexer Wohnblöcke, vor Behörden und Geschäftsgebäuden sowie in manchen der zahlreichen Parks und Grünanlagen prägen und bereichern somit unverkennbar das Münchener Stadtbild und tragen dergestalt auch positiv zur Luftqualität bei. Viele dieser hier allgegenwärtigen sehenswerten Brunnen stammen aus historischen Epochen und stehen folglich unter Denkmalschutz. Ihre kulturelle Bedeutung erlangen diese einerseits schon durch den besonderen Platz worauf sie stehen und ihre Namensgebung, andererseits auch durch ihre oft eindrucksvoll monumentale oder auch zierliche Gestalt mit manchmal mythologischer Symbolik. Als ein beliebter Treffpunkt für viele Menschen, als anziehender Blickpunkt und, sofern das eigentümliche Geräusch sanft fließenden oder laut plätschernden Wassers eine spürsam beruhigende Ausstrahlung auf Menschen hat und insbesondere (aber nicht nur) auf Kinder eine scheinbar gewaltige magische Wirkung ausübt, kommt den vielen Brunnenbauten offensichtlich überdies auch eine soziale Funktion zu.
Mehrere örtliche Brunnen wurden inzwischen durch Neubauten verdrängt und sind somit gänzlich verschwunden (wie 2015 der Vater mit Kind Brunnen von Franz Mikorey in der Weinstraße 3), andere mangels Interesse stillgelegt, manche Brunnen sind zwecks notwendiger Sanierungsarbeiten oder Renovierung (oftmals dem typisch hohen Kalkgehalt des Gebirgswassers, mit dem München versorgt wird, verschuldet) zumindest vorübergehend demontiert, etliche weitere wiederum sind durch Bauarbeiten in der näheren Umgebung bedingt vielleicht nicht zu besuchen. Selbstverständlich wurden zugleich neu gestaltete Stadtviertel wie der Oertelplatz in Allach – Untermenzing oder das Schwabinger Tor und der Domagkpark in Schwabing – Freimann durch moderne Brunnenbauten bereichert. Es sei ergänzend darauf verwiesen, dass außer den relativ wenigen besonders repräsentativen Brunnen in München (wie der Fischbrunnen am Marienplatz oder der Wittelsbacher Brunnen am Lenbachplatz) sämtliche städtischen Brunnenbauwerke über die Winterzeit (nach der Brunnensaison) abgedreht und durch eine robuste Fichtenholzbretterabdeckung vor Frostschäden und Verschmutzung geschützt werden.
Zu diesem Buch wurden die meisten der bedeutsamsten wie schönsten und interessantesten Brunnen Münchens (wenngleich auch ohne Anspruch auf Vollständigkeit) ausgewählt und nach amtlichen Stadtbezirken geordnet präsentiert. Nicht aufgeführt wurden Brunnenbauwerke im Bereich der 29 Orte des Landkreises München, welche die Landeshauptstadt umschließen. Die Anordnung der Brunnenbilder, die Reihenfolge der Bilderdarstellung, wurde nicht nach willkürlichen, sondern geeigneten geographischen Kriterien vorgenommen, beginnend mit dem Münchner Zentralgebiet und anschließend dem Uhrzeigersinn folgend mit den regionalen Gebieten München – Nord, München – Ost, München – Süd und zuletzt München – West, analog auch der aktuellen örtlichen Einteilung der städtischen Bezirksinspektionen.
Das Stadtgebiet der kreisfreien bayerischen Landeshauptstadt München ist heute gemeinderechtlich seit der 1992 durchgeführten Neuordnung der Stadtbezirksgliederung ausschließlich in 25 administrative (nummerierte) Stadtbezirke (mit der besonderen Funktion kommunaler Selbstverwaltung und auch eigenen Bezirksausschüssen, denen als politisch – parlamentarisches Organ lokaler Interessenvertretung die politische Aufgabe stadtteilbezogener Einzelfallanliegen der Bürger zu unterstützen und durchzusetzen zukommt) unterteilt, jedoch bezieht sich die lokale Bevölkerung im Alltag zur Platzbestimmung weniger auf die verwaltungsrechtlichen Stadtbezirke, sondern meist auf die historisch (über Eingemeindungen) gewachsenen 108 Stadtbezirksteile (die allein verwaltungstechnischen und statischen Zwecken ohne eigene Aufgaben dienen) und diesen untergeordneten zahlreichen, derzeit 477 Quartiere (Stadtbezirksviertel) und neuerschlossenen Siedlungen, auf die kleineren örtlichen Stadtteilgebiete mit eigener kultureller Identität, die letztlich nur mehr in (markante topographisch begrenzte) Baublöcke untergliedert werden. So umfasst beispielsweise der offizielle mittlere Münchner Stadtbezirk Altstadt – Lehel die beiden Stadtteile Altstadt und Lehel mit den sechs verwaltungstechnischen Stadtbezirksteilen, nämlich das Graggenauer Viertel, Angerviertel, Hackenviertel, Kreuzviertel, Lehel und Englischer Garten Süd, wobei die ersten vier genannten Stadtbezirksteile dem historischen Altstadtraum (wesentlich das Stadtgebiet innerhalb der Grenzen des Altstadtrings) entsprechen, oder der amtliche Stadtbezirk Ludwigsvorstadt – Isarvorstadt südwestlich des Stadtzentrums die beiden heute vereinten Stadtteile Ludwigsvorstadt und Isarvorstadt mit seinen acht Stadtbezirksteilen, namentlich der Gärtnerplatz, Deutsches Museum, Glockenbach, Dreimühlen, Am alten südlichen Friedhof, Am Schlachthof und Ludwigsvorstadt – Kliniken (mit als bekannteste Stadtbezirksquartiere das Bahnhofsviertel und Wiesenviertel, der Veranstaltungsort des alljährlichen Oktoberfestes) sowie Sankt Paul und der Stadtbezirk Maxvorstadt die Bezirksteile Königsplatz, Augustenstraße, Sankt Benno, Marsfeld, Josephsplatz, Alter Nordfriedhof, Universität, ferner die Schönfeldvorstadt sowie das Maßmannsbergl.
Die Gemarkungen Münchens in neun Sektoren heutiger Ausdehnung sind Flächeneinheiten für Vermessungszwecke als Grundlage der Grundbuchführung gemäß der Katasterordnung und dienen lediglich als Ordnungsbezeichnung für Flurstücke. Ihre Grenzen unterscheiden sich meist nur gering von den heutigen Grenzen der betroffenen Stadtbezirke, entsprechen diese doch eingemeindeten Siedlungsorten und sofern die Gemarkungsgrenzen regelmäßig aus den Grenzen der eingemeindeten Gemeinden entstanden sind und diese ihren Namen als zukünftige Gemarkungsbezeichnung behielten. Auf das politische Wahlgebiet bezogen ist München wiederum in vier Wahlkreise mit 617 Wahlbezirken (Bundestagswahl) sowie neun Stimmkreise (Landtagswahl) unterteilt. Es sind demzufolge verschiedene sinnvolle Einteilungsmerkmale und damit verbundene Reihenfolgen der bildlichen Darstellung und Beschreibung solcher Baudenkmäler denkbar, neben den genannten regionalen Ortskriterien alternativ exemplarisch auch gemäß der Postleitzahlensystematik (74 Postleitzahlen), ebenso nach Formtyp und Gestalt, historischer oder touristischer Bedeutung, dem Künstler (Bildhauer), der Errichtungszeit oder verwendetem Material.
Der Autor verzichtete in diesem Buch auf die Abbildung der unzähligen Wasserschöpfstellen in den über zwei Dutzend örtlichen Friedhöfen in der Stadt München, davon die meisten mit aktiven Bestattungsbetrieb, zumal es sich hierbei von wenigen Ausnahmen abgesehen überwiegend um relativ schlicht gestaltete, dem Platz aber zweifellos angemessen elementar und natürlich wirkende Zapfstellen an den schmalen Gehwegen in meist rechteckiger oder manchmal auch runder Steinform (mit bisweilen noch oberflächlicher Verzierung) handelt.
Die Region München – Mitte umfasst die zentralen Stadtbezirke:
01) Altstadt – Lehel
02) Ludwigsvorstadt – Isarvorstadt
03) Maxvorstadt
Die Region München – Nord umfasst die nördlichen Stadtbezirke:
04) Schwabing – West
10) Moosach
11) Milbertshofen – Am Hart
12) Schwabing – Freimann
24) Feldmoching – Hasenbergl
Die Region München – Ost umfasst die östlichen Stadtbezirke:
05) Au – Haidhausen
13) Bogenhausen
14) Berg am Laim
15) Trudering – Riem
16) Ramersdorf – Perlach
Die Region München – Süd umfasst die südlichen Stadtbezirke:
06) Sendling
07) Sendling – Westpark
08) Schwanthalerhöhe
17) Obergiesing – Fasangarten
18) Untergiesing – Harlaching
19) Thalkirchen – Obersendling – Fürstenried – Forstenried – Solln
20) Hadern
Die Region München – West umfasst die westlichen Stadtbezirke:
09) Neuhausen – Nymphenburg
21) Pasing – Obermenzing
22) Aubing – Lochhausen – Langwied
23) Allach – Untermenzing
25) Laim
mit den Stadtbezirken:
Altstadt – Lehel
Ludwigsvorstadt – Isarvorstadt
Maxvorstadt
Der Fischbrunnen steht im Zentrum Münchens vor dem Eingang des Münchner Rathauses am Marienplatz, Ecke Dienerstraße im Graggenauer Viertel. Das neogotische Vorgängermodell wurde von 1862 – 1865 von dem Bildhauer Konrad Knoll (1829 – 1899) konstruiert. Nach fast vollständiger Zerstörung im Zweiten Weltkrieg schuf der Bildhauer Josef Henselmann (1898 – 1987) im Jahr 1954 den Brunnen in heutiger Form unter Verwendung ursprünglicher Teile, dreier (von vier) noch erhaltenen Metzgerfiguren, die ihre Wassereimer entleeren
Aus dem achteckigen Brunnenbecken, das in der Innenseite türkisfarben leuchtet, ragt die Mittelsäule empor, auf deren Spitze ein von dem Bildhauer Otto Kallenbach (1911 – 1992) geschaffener bronzener Kugelfisch thront. Die drei Bronzefiguren um die Mittelsäule bilden drei junge Metzgerburschen ab, die sich früher (mit Unterbrechung) traditionell regelmäßig (bis 1954) am Rosenmontag in das kalte Brunnenwasser stürzten und auch untergetaucht wurden, der sogenannte Metzgersprung, neben dem Abschluss ihrer Lehrzeit eine Art Taufe und Initialritus, wonach die Metzgerlehrlinge nach tradiertem Zunftbrauch sogar von ihren Jugendsünden freigesprochen wurden. Seit 1995 wird dieses historische Ritual alle drei Jahre hier wieder öffentlich zelebriert
Der Fischbrunnen, wahrscheinlich Münchens wichtigster und bekanntester Brunnen, aus südlicher Perspektive mit Teil des neuen Rathauses im Hintergrund. Außer den drei Metzgerjungenfiguren blieben von dem ursprünglichen Knoll – Brunnen auch noch drei bronzene Stadtmusikantenfiguren erhalten, die sich heute aber am anderen Ende der Fußgängerzone, am Karlstor nahe dem Stachus (oder Karlsplatz) befinden, wo sie den Gedenkstein des Anregers der Errichtung der 1972 eröffneten Fußgängerzone (Architekt Herbert Jensen) zieren
Dieser in den Jahren 1907/08 aus Marmor gebaute markante Brunnen mit sechs Löwenköpfgebilden, aus denen das Wasser in das gebrochen oval geformte Bodenbecken fließt, steht in der Raummitte der opulenten Galerie oder Kunsthalle (historische Kassenhalle), die für moderne Kunstausstellungen genutzt wird, im Innenhof des (neuen) Rathauses am Marienplatz 8 im Graggenauer Viertel der Altstadt im Altstadt – Lehel Bezirk
Einer von mehreren gleichartigen marmonenen Wandbrunnen mit Trinkwasserversorgung (Trinkwasserabgabe auf Knopfdruck) im Treppenhaus des neuen Rathauses am Marienplatz 8
Der viereckige Kräutlmarktbrunnen, unweit südöstlich des Fischbrunnens vor dem alten Rathaus, gleichzeitig am östlichen Ende der Fußgängerzone gelegen, wurde im Jahr 1972 erbaut von dem Bildhauer Wolf Hirtreiter (1922 – 2014), ist neben dem Fischbrunnen ein weiterer beliebter Treffpunkt am Marienplatz im Altstadtbezirk
Der Bau des Merkurbrunnens (Merkur war der römisch – mythologischer Gott des Handels, auch Schutzpatron der Kaufleute und Diebe, die griechische Version des Götterboten Hermes) im Tal 11 wurde im Jahr 1902 von dem Architekten Friedrich von Thiersch (1852 – 1921) entworfen und von dem Bildhauer Hugo Kaufmann (1868 – 1919) ausgeführt. Nach schwerer Beschädigung im zweiten Weltkrieg wurde der Brunnen 1975 restauriert und im gleichen Jahr noch am heutigen Platz im Graggenauer Viertel in der Altstadt aufgestellt
Der Viktualienmarkt im Zentrum der Altstadt, unweit südlich des Marienplatzes und direkt hinter der Heilig-Geist-Kirche im Graggenauer Viertel gelegen, entstand im Jahr 1807 nach der Verlegung des alten Münchner Stadtmarktes, dem früheren Handelsort für Agrarerzeugnisse am heutigen Marienplatz, damals noch als Schrannenplatz benannt, an den jetzigen Standort. Der zwei Hektar große Lebensmittelmarkt findet seither an jedem Wochentag statt und bietet breiten Raum für feste Verkaufsstände mit kulinarischer Vielfalt, die um einen zentralen Biergarten auf dem Gelände angeordnet sind. Im neunzehnten Jahrhundert wurde der Platz mehrmals erweitert und im zweiten Weltkrieg bei den Luftangriffen schwer beschädigt. Danach konnte er rekonstruiert und neu errichtet werden, auch die an den Markt angrenzende Schrannenhalle wurde 2005 nach ihrer fast völligen Zerstörung durch einen Brand im Jahr 1932 wieder neu aufgebaut. Ab Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts wurde der Platz durch insgesamt acht unübersehbare Gedenkbrunnen bereichert, davon sechs Figurenbrunnen, die an populäre humoristische Münchner Volksschauspieler und Volkssänger erinnern und zwei einfache Schöpfbrunnen:
Weiß – Fertl – Brunnen
Liesl – Karlstadt – Brunnen
Elise – Aulinger – Brunnen
Roider – Jackl – Brunnen
Karl – Valentin – Brunnen
Ida – Schumacher – Brunnen
Honig – Brunnen
Kartoffel – Brunnen
Erst seit 2011 findet alljährlich am ersten Freitag im August auf dem Viktualienmarkt das nostalgische volkstümliche Brunnenfest statt, bei dem die Brunnenfiguren bunt dekoriert gefeiert werden. Zugleich präsentierten sich an jenem Tag vor diesen genannten Brunnen zu Ehren jener verstorben, doch unvergessenen bayerischen Künstler verschiedene Volksschauspieler, auch Musikanten und Kostümgruppen in traditionellen Gewändern zur kostenfreien Publikumsunterhaltung.
Roider Jackl Brunnen, dem bayerischen kaberettistischen Volkssänger Jakob Roider (1906 – 1975) gewidmet. Der Brunnen im Biergarten des Platzes wurde 1977 von dem Bildhauer Hans Osel (1907 – 1996) erbaut
Roider Jackl Brunnen (geschmückt)
Weiß Ferdl Brunnen, dem Humoristen, Volkssänger und Volksschauspieler Ferdinand Weisheitinger (1883 – 1949) gewidmet. Der Brunnen im Biergarten wurde 1953 von dem Bildhauer Josef Erber (1904 – 2000) errichtetJackl Brunnen (geschmückt)
Weiß Ferdl Brunnen (geschmückt)
Liesl Karlstadt Brunnen im Biergarten, gewidmet der Schauspielerin und Kabarettistin Liesl Karlstadt, bürgerlich Elisabeth Wellano (1892 – 1960), erbaut im Jahr 1961 von dem Bildhauer Hans Osel (1907 – 1996)
Liesl Karlstadt Brunnen (geschmückt)
Elise Aulinger Brunnen, der bayerischen Volksschauspierlin Elise Aulinger ( 1881 – 1965) gewidmet. Der Brunnen mit der bronzenen Figur wurde von dem Bildhauer Anton Rückel (1919 – 1990) im Jahr 1977 gestaltet
Elise Aulinger Brunnen (geschmückt)
Karl Valentin Brunnen. Der Brunnen wurde dem bayerischen Humoristen, Volkssänger, Querdenker, Autor und auch Filmproduzenten Karl Valentin, mit bürgerlichem Name Valentin Ludwig Fey gewidmet. Das im Jahr 1953 im südwestlichen Teil des Viktualienmarktes aufgestellte Brunnendenkmal mit rundem Steinbecken stammt von dem Bildhauer Ernst Andreas Rauch (1901 – 1900)
Karl Valentin Brunnen (geschmückt)
Ida Schumacher Brunnen, der bayerischen Humoristin, Volkssängerin und Theaterschauspielerin Ida Schumacher gewidmet. Das Brunnendenkmal mit der bronzenen Figur auf einem Quaderstein mit montierter Wasserausflussmaske vor einem rechteckigen steinernen Trogbecken stehend, wurde im Jahr 1977 von der Bildhauerin Marlene Neubauer – Woerner (1918 – 2010) gefertigt
Ida Schumacher Brunnen (geschmückt)
Der Kartoffelbrunnen steht direkt an den Kartoffelständen im südlichen Teil des Viktualienmarkts. Die 1925 geschaffene Brunnensäule des schlichten Trinkwasserbrunnens stammt aus der (früheren) Eisengießerei der Fa. Kustermann und wurde erst 1975 hierher versetzt und bei der Neuaufstellung mit einem Muschelkalkbrunnenbecken, gefertigt von dem Münchner Steinmetz und Bildhauer Karl Oppenrieder (1923 – 2017), versehen
Der einfache gusseiserne Honigbrunnen in der Nähe des Honighäusls am Viktualienmarkt stammt aus dem Jahr 1890 und wurde von der Pumpenfabrik und Metallgießerei Bopp & Reuther in Mannheim hergestellt. Erst 1974 wurde der Wasserspender an seinem heutigen Standort versetzt und zudem mit einem neuen rechteckigen Bodenbecken aus Kirchheimer Muschelkalkstein des Steinmetzbetriebs Karl Oppenrieder ausgestattet
Der Brunnen fürs Leben befindet sich im Palmenhof eines renommierten Cafés im Luitpoldblock, ein Geschäftshaus in der Briennerstr. 11. Die Brunnenanlage wurde 2001 von dem Schweizer Eisenplastiker Housi Knecht (geb. 1951) aus unterschiedlichen Materialien wie Eisen, Edelstahl und Stein zu dem Gebilde mit dynamischen runden Formen in auffälligem Kontrast zu den filigranen Wasserstrahlen aus dem Becken gestaltet
Der Genießerbrunnen steht in einer Traditionsgaststätte in einem denkmalgeschützten Gebäude in der Burgstraße 5 im Graggenau Viertel nahe dem Rathaus. Der Brunnen wurde im Jahr 1952 von dem Bildhauer Guido Goetz (1912 – 1992) aus einem sechseckigen Muschelkalkbecken mit einer von ihm entworfenen Bronzefigur auf einem Rundsockel mit vier Wasserspeiern, die den Gründer des einstigen Weinlokals darstellt, geschaffen
Dieser zierliche marmorgefasste historische Fischbrunnen mit zwei Puttenfiguren, die auf dem wasserspeienden Fisch reiten, befindet sich im Innenbereich (Einkaufsbereich) eines exklusiven Delikatessengeschäfts und Restaurants in der Dienerstraße 14, östlich des Marienplatzes im der Altstadt im Stadtbezirk Altstadt – Lehel
In der Nähe des Karlstors in der Neuhauser Straße 20 (in der Fußgängerzone), Ecke Herzog – Max – Straße im Kreuzviertel der Altstadt befindet sich vor einem Kaufhaus das Brunnenbuberl (Satyr mit Knabe), eine 1895 von dem Bildhauer Matthias Gasteiger (1871 – 1934) im Jugendstil geschaffene Brunnenanlage, bei der ein nackter Knabe in der kalksteinernen Brunnenwanne von einem betagten griechisch – mythologischen Satyr aus dessen Mundrohr bespuckt wird während er sich gleichzeitig an einem weiteren Ausflussrohr an der Figur festhält
Mitten am Karlsplatz (Stachus Rondell) vor dem Karlstor am (westlichen) Beginn der Fußgängerzone im Kreuzviertel der Altstadt steht der im Jahr 1972 von dem Architekten Bernhard Winkler entworfene Springbrunnen (Fontäne) mit 199 wasserspendenden Düsen. Besonders an heißen Sonnentagen treffen sich an diesem bestimmt beliebtesten Münchner Brunnen sowohl Einheimische als auch Touristen, um sich etwas abzukühlen
Der Richard – Strauss – Brunnen in der Neuhauser Straße 8 befindet sich in der Fußgängerzone vor den Renaissance Fassaden des historischen Gebäudekomplexes der Alten Akademie (Wilhelminum), in dem früher auch das Bayerische Landesamt für Statistik untergebracht war, westlich nahe der Sankt Michaels Kirche. Der Brunnen wurde 1962 von dem Bildhauer Hans Wimmer (1907 – 1992) zu Ehren des hier geborenen Komponisten Richard Strauss (1864 – 1949) im Auftrag der Stadt errichtet. Aus dem quadratischen Becken erhebt sich in der Mitte eine nach aufwärts sich verjüngende bronzene, der Form nach römische Rundsäule, die oben mit einer flachen Rundschale abschließt, wovon das Wasser in das Becken herabfällt. An der Säule finden sich in Anlehnung an die Straussoper Salome reliefhafte szenische Bildwerke aus diesem literarischen Thema
Der Rindermarktbrunnen, eine geformte begehbare terrassierte steinerne Brunnenlandschaft mit zentral unregelmäßig geformten Brunnenbecken, das eine natürliche Wasserlache darstellen soll, wurde im Jahr 1964 von dem Bildhauer Josef Henselmann (1898 – 1987) im Zuge der baulichen Neugestaltung des Rindermarktes im Kreuzviertel der Altstadt im Altstadt – Lehel Bezirk, des einstigen Viehmarktes der Stadt gefertigt. Oberhalb der Treppenstufen steht eine kleine aus dunklem Naturstein gebaute Rinderherde (bestehend aus drei Rindern). Abseits hiervon befindet sich die Steinfigur eines auf einer kleinen Stützmauer sitzenden wachenden Hirtens
Am Rindermarkt 10, nahe dem Rindermarktbrunnen, im Fußgängerbereich des Rindermarktes, Ecke Pettenbeckstraße, befindet sich dieser erst 2016 aufgestellte, von den beiden Designern Enric Batlle und Juan Roig entworfene moderne Atlantida Brunnen. Bei diesem schlichten stelenförmigen Trinkwasserspender handelt es sich um ein Pilotprojekt (auf zunächst zwei Jahre befristeter Modellversuch) des städtischen Baureferats auf Initiative des Münchner Stadtrates zur ergänzenden Wasserversorgung auf öffentlichen Plätzen und in der Fußgängerzone. Der Wasserstrahl wird durch Druckknopfbetätigung am Wasserauslauf aus Messing ausgelöst
Dieser Zierbrunnen, im Jahr 1977 gefertigt von den beiden Bildhauern Manfred Mayerle und Andras Sobeck, steht im Innenhof eines Cafés in der Löwen Passage zwischen Kaufingerstraße 5/Fußgängerzone und Fürstenfelderstraße 9 im Kreuzviertel der Altstadt unweit des Marienplatzes im Stadtbezirk Altstadt – Lehel
Der Wasserpilzebrunnen (vormals bis 1980 Wasserglockenbrunnen genannt) wurde im Jahr 1972 von dem Architekten Bernhard Winkler gestaltet. Die Brunnenanlage befindet sich versenkt angelegt am Frauenplatz gegenüber dem Hauptportal der Frauenkirche (Dom). Er bietet mit den quaderförmigen Granitsteinen, die aufsteigend um den Brunnen angeordnet und woraus aus einigen Zwischenfugen auch Wasser in das steinerne Becken strömt, die Gelegenheit sich auszuruhen. Die 46 bronzenen Sprudelgebilde, die direkt aus dem Brunnenbecken hervorragen, erinnern in ihrer Form an Pilze, daher auch die darauf hinweisende Namensgebung
Der St. Benno Brunnen an der nordwestlichen Eckseite der Frauenkirche (Dom zu unserer lieben Frau) am Frauenplatz 2, Ecke Löwengrube im Bezirksteil Altstadt des Stadtbezirks Altstadt – Lehel zeigt den heiligen Benno, der Schutzpatron von München, mit einem Fisch zwischen den Händen. Aus dem Fischmaul fließt auch aus einer Öffnung das Wasser herab und sammelt sich in dem viereckigen Bodenbecken. Der Brunnen wurde im Jahr 1972 von dem Bildhauer Josef Henselmann (1898 – 1987) aus rotem Porphyr gefertigt
Alter Wandbrunnen in der Westenriederstraße 15 im Innenhof eines Hotels in der Altstadt
Brunnen in der Westenriederstraße 15 im Innenhof einer Gaststätte in der Altstadt
Brunnen in der Westenriederstraße 19 im Innenbereich eines Wohnblocks im Graggenmauer Viertel der Altstadt
Schalenbrunnen im Innenhof eines Hotels in der Hochbrückenstraße 18 im Graggenauer Viertel in der Altstadt im Altstadt – Lehel Stadtbezirk
Wandnischenbrunnen an der Außenmauer einer bayerischen Landesoberbehörde in der Ettstraße 2, eine Seitenstraße zur Fußgängerzone, gegenüber der Ostseite der Sankt Michaels Kirche im Kreuzviertel der Altstadt
Steinerner Rundbrunnen im Innenhof einer Kirche in der Herzogspitalstraße 7 im Kreuzviertel der Altstadt
Steinerner Rundbrunnen im Innenbereich eines Geschäftshauses in der Prannerstraße 9 im Kreuzviertel der Altstadt im Stadtbezirk Altstadt – Lehel
