Mütterarmut - Kirsten Armbruster - E-Book

Mütterarmut E-Book

Kirsten Armbruster

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Beschreibung

Mutter zu werden, ist wunderbar. Im Patriarchat verkehrt sich das Muttersein aber zu einer Falle. Keine Gruppe in unserer Gesellschaft wird so benachteiligt und diskriminiert wie Mütter. Das Ergebnis ist Mütterarmut - weltweit. Das ist ein Skandal. Es ist also höchste Zeit, die #MeToo Debatte durch eine #MothersToo Debatte zu erweitern, denn, es ist für uns alle von großer Bedeutung, wie eine Gesellschaft mit Müttern umgeht.

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Seitenzahl: 93

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Bücher, welche die grauen Zellen strapazieren mit

Sätzen, die es wie Berggipfel zu erklimmen gilt

Interdisziplinäre Patriarchatskritikforschung

&

Politisches Mütterbewusstsein (POM)

Widerstand kommt aus Empörung

Stéphane Hessel, 2011

Frauen können alles. Sie können aber zusätzlich auch Mutter. In der Evolutionsbiologie ist das ein Vertrauensbeweis der Natur. Im Patriarchat ist es die Basis für schlimmste Diskriminierung - ökonomisch, theologisch, politisch und historischKirsten Armbruster, 2019

Widerstand beginnt mit dem Wissen um die Möglichkeit, Dinge auch anders denken zu können

Inhalt

Erkennen, was ist

Patriarchatskritik

Matrifokalität und die Natürliche Integrative Ordnung der Mutter

Die Matrifokale Gesamthandwirtschaft – die älteste Ökonomie des Menschen

Keine Paarungsfamilie im Paläolithikum

Keine Mann-Ernährer-Ökonomie im Paläolithikum

Keine Jagdszenen im Paläolithikum

Die Lüge, dass Mütter nicht arbeiten

Matrifokale Gesamthandwirtschaft als menschenartgerechte Körperökonomie

Die Vaterblase und der ökonomische Raubbau des Patriarchats an der Mutter

Weltweite Mütterarmut, denn Privat-Einkommen (PE) ist Patriarchats-Einkommen (PE) ist Penis-Einkommen (PE)

Mütterarmut weltweit

Mütterarmut in Deutschland

Warnung – Mütterfalle Patriarchat

#MothersToo – eine Erweiterung der #MeToo Debatte

Denken, was heute noch undenkbar scheint

Literaturverzeichnis

Zur Autorin

Erkennen, was ist

Die heutige öffentliche politische Diskussion bewegt sich immer nur zwischen zwei Eckpfeilern: nämlich zwischen rechts und links. Tatsächlich haben weder linke noch rechte politische Ideologien die Probleme unserer Gesellschaft lösen können. Woran liegt das? Es liegt daran, dass sich sowohl Rechte als auch Linke nur innerhalb der Dogmen des Patriarchatskonglomerats bewegen, wie zwei Goldfische im Glas. Der eine schwimmt links herum, der andere rechts. Zwischendurch treffen sie sich. Lösungen finden sie keine, weil die Grundlage des politischen Denkens falsch ist, denn die Basis dieses Denkens ist immer der Mann. Der Mann als angeblicher Dreh- und Angelpunkt der Menschheit und der ganzen Welt.

Angesichts des schlechten Zustands unserer Welt, ist es an der Zeit, die Denkbasis männergemachter Definitionen, welche den Mann zum Zentrum der Menschheitsgeschichte, der Archäologie, der Anthropologie, der Evolutionsbiologie, der Biologie, der Soziologie, der Theologien, der Philosophie, der Politik und der Ökonomie hochgeschrieben hat, als falsch zu erkennen. Es reicht nicht zwischen links und rechts herumzudenken und herumzuschreiben. Die politische Frage der Zukunft muss lauten:

Patriarchat oder kein Patriarchat?

Die Interdisziplinäre Patriarchatskritikforschung, mit der auch ein modernes Politisches Mütterbewusstsein (POM) einhergeht, dekonstruiert das Patriarchat und macht den Weg frei für neue gesellschaftliche Lösungen. Lösungen, die an den Lebensrealitäten nicht vorbeigehen, weil sie nicht gegen die Natur als zu beherrschendes Objekt gerichtet sind, sondern die Natur als Ausgangsbasis des Verstehens, Erkennens und Definierens haben. Die Natur als Basis des Lebens, nicht als Spannungsfeld zwischen Ökologie und Ökonomie oder ein zu mystifizierendes Außen, wie es in der Zeit der Romantik der Fall war. Natur, die auch vor unseren eigenen Körpern nicht Halt macht, sondern ein Verstehen unserer eigenen Körperlichkeit mit einbezieht, eine Körperlichkeit, von der wir abhängig sind als Wesenskern unseres Lebens auf der Erde.

In diesem Zusammenhang müssen auch die uns bis heute ideologisch prägenden „Errungenschaften“ der männlichen Revolutionen auf den Prüfstand, denn tatsächlich geht es im Leben nicht um Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, auch nicht in der feministischen Variante, in der Brüderlichkeit einfach nur durch Schwesterlichkeit ausgetauscht wird. Tatsächlich geht es im Leben um Bindung, weil der Mensch nun mal das am längsten abhängige Lebewesen auf der Erde ist, und eine auf Freiheit beharrende Gesellschaft für ihn als Spezies, schlichtweg tödlich ist. Es geht des Weiteren um Differenzierung und Diversität und nicht um Gleichheit, denn es gibt in der Natur keine Gleichheit zwischen Vater und Mutter. Und tatsächlich ging es der Männerrevolution nicht einmal um die erstrebenswerte Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, sondern immer nur um die Gleichheit unter Männern. Das bedeutet aber auch, dass die revolutionäre Idee der „Gleichheit“, den Mann zum Original hochgeputscht und der Frau die Rolle der Kopie zugeschrieben hat, noch dazu einer schlecht-geredeten Kopie, denn mit einem Missbrauch von Biologie durch Biologismus, wurden die Frauen in der Männerrevolution von vorne herein von dieser Gleichheit wieder ausgeschlossen.

Heute halten wir durch den feministischen Diskurs den biologistisch herabsetzenden Teil der Männerrevolution für falsch und preisen dies als großen Fortschritt unserer angeblich modernen Gesellschaft. Tatsächlich verharren wir aber in der irrigen Annahme, dass die Frau die Kopie ist und der Mann das Original und es folglich der Gleichberechtigung genügt, wenn die Frauen in ein monophyletisch von Männern definiertes und nur auf Männer abgestimmtes Gesellschaftsbild hineingepresst werden.

Der patriarchal-ideologisch unverstellte Blick auf die Biologie der Menschenart zeigt jedoch etwas völlig anderes. Die von Biologismusdegradierungen befreite Biologie offenbart nämlich die Natürliche Integrative Ordnung der Mutter, die besagt, dass alles menschliche Leben egal ob männlich, weiblich, intersexuell oder transsexuell im Körper der Mutter gebildet wird. Die Natur straft also den Gleichheitsgedanken Lügen, denn die Natur setzt nicht auf Gleichheit, sondern auf Differenzierung und Diversität bei gleichzeitiger Integration.

Das dritte Fundament der Männerrevolution, die Brüderlichkeit, taugt ebenfalls nicht als tragendes Element einer Gesellschaft und wird auch nicht besser durch kopierende feministisch-frauensolidarische Schwesterlichkeit, denn tatsächlich geht es nicht um Schwesterlichkeit oder Brüderlichkeit, sondern um integrierte Geschwisterlichkeit, eine Geschwisterlichkeit, welche als integrierende Basis die Mutter hat, aus deren Körper alle diversen Geschlechter entstanden sind. Geschwisterlichkeit als Denkbasis, bedeutet zu erkennen, dass es allen nützt, wenn es den Müttern in einer Gesellschaft gut geht.

Dieses Buch eröffnet mit dem Thema Mütterarmut und Ökonomie eine Veröffentlichungsreihe der Interdisziplinären Patriarchatskritikforschung auf der Basis eines modernen Politischen Mütterbewusstseins (POM) und versteht sich als Avantgarde eines neuen Denkens jenseits des vom Patriarchat aufoktroyierten Geschlechterkampfs, denn es ist naturgegeben für alle von großer Bedeutung, wie eine Gesellschaft mit Müttern umgeht.

Patriarchatskritik

„Die abendländische Kultur ist seit Jahrtausenden geübt darin, Frauen den Mund zu verbieten“, schreibt Mary Beard in ihrem Bestseller „Frauen und Macht“ von 2018 (S. →). Die Althistorikerin und Professorin an der Universität Cambridge zeigt dies an zahlreichen Beispielen auf und belegt, dass „just in dem Moment, da die schriftlichen Zeugnisse der abendländischen Kultur einsetzen, die Stimmen von Frauen in der Öffentlichkeit kein Gehör finden“. Am Beispiel der Odyssee von Homer, wo der Sohn Telemachos seiner Mutter Penelope das Wort verbietet, weil die Rede Sache der Männer sei und er die Macht im Hause inne habe“, entlarvt Beard, dass es für einen Mann wie Homer ein integraler Bestandteil des Erwachsenwerdens ist, dass er lernt, die Kontrolle über öffentliche Äußerungen zu übernehmen und den weiblichen Teil der menschlichen Spezies zum Schweigen zu bringen. (Beard, Mary: 2018, S. 14).

Und die Bibel, welche auch heute noch nach aktueller Vorgabe der Politik, die angebliche Wurzel der europäischen Kultur bildet, gründet sich auch im Neuen Testament auf dem Schweigen der Frau. Im 1. Korintherbrief des Apostels Paulus lesen wir:

„Wie es in allen Gemeinden der Heiligen ist, sollen Frauen in den Gemeinden schweigen, denn es wird ihnen nicht erlaubt zu reden, sondern sie sollen sich unterordnen, wie auch das Gesetz sagt. Wenn sie aber etwas lernen wollen, so sollen sie daheim ihre eigenen Männer fragen, denn es ist schändlich für eine Frau, in der Gemeinde zu reden“. (Elberfelder Bibel, Neues Testament: 1. Korinther 14, 34-35).

Die Basis des jüdisch-christlich-islamischen Denkens und der griechischen Demokratie, welche die Frauen von der Öffentlichkeit ausschloss, ist also das Schweigen der Frauen im öffentlichen Raum. Tatsächlich korreliert nicht nur die öffentliche Autorität ausstrahlende Rede, der männliche „muthos“ (Beard, Mary, 2018, S. 14) mit dem Schweigen und dem Herausdrängen der Frau aus dem öffentlichen Raum, sondern auch die Entgöttlichung der Frau und die Unsichtbarmachung der von Frauen geleisteten gesellschaftlichen Arbeit. Eine solche Gesellschaft, die auf dem Schweigen der Frauen im Öffentlichen Raum gründet, nennen wir Patriarchat.

Patriarchat heißt Herrschaft der Väter:

Patriarchat bedeutet, dass unser ganzes Denken von dem bestimmt wird, was Väter in einer langen patrilinearen Ahnenreihe gedacht, gesagt, aufgezeichnet, gelehrt, gepredigt, geschrieben, befohlen, als scheinbar richtig definiert und mit Gewalt und waffenbasierter Kriegsführung durchgesetzt haben. Das hatte zur Folge, dass das Leben seit ein paar Tausend Jahren einer manipulativen Gehirnwäsche unterzogen wurde und bis heute wird, die zu einer Verschiebung der Internalisierung von Werten geführt hat, die auf das Leben insgesamt tief zerstörerisch wirkt. Doch die Zeit des Schweigens ist vorbei!

In der Gruppe der Mammalia, der Gruppe der Säugetiere, zu der auch die Menschenart gehört, gibt es keine Patrifokalität. Der Vater steht hier naturgemäß nie im Zentrum. Wenn der Vater trotzdem das Zentrum des Menschseins ist, wie wir es heute als Menschenart aufoktroyiert bekommen haben, dann ist das immer ein Zustand wider die Natur. Wenn Patrifokalität ein Zustand wider die Natur ist, dann kann es nur ein Zustand sein, der mit massiver Gewaltanwendung durchgesetzt wurde: Gewalt gegen die Natur insgesamt, aber auch körperliche, psychische und insbesondere auch strukturelle Gewalt gegen alles Mutterkörperliche. Wenn Männer insgesamt, und Väter im Speziellen, im Zentrum des Menschseins stehen, so kann dies nur auf der Basis massivster Manipulationen zustande gekommen sein, Manipulationen, welche – auch durch Imperialismus und Kolonialismus - zu einer, inzwischen weltweit, kollektiven Gehirnwäsche epidemischen Ausmaßes geführt haben. Diese kollektive Gehirnwäsche hat uns als Mammalia-Menschenart von unserer mutterkörperlichen Natur und der damit verbundenen Matrifokalen Kultur abgetrennt. Wie konnte das passieren?

Die amerikanische Psychologieprofessorin Margaret Singer hat bereits 1982 Gehirnwäsche als eine sich in sechs Schritten vollziehende, nicht sichtbare soziale Anpassung beschrieben:

Gehirnwäsche als nicht sichtbare soziale Anpassung von Margaret Singer (1982):

„Lass die Person in Unkenntnis darüber, was vor sich geht und wie sie sich Schritt für Schritt ändert.Kontrolliere Umgebung und Umwelt der Person, vor allem kontrolliere ihre Zeit.Erzeuge in der Person gezielt ein Gefühl der Ohnmacht.Stelle ein System von Belohnung und Strafe auf und steuere die Erfahrungen so, dass das Verhalten der Person, das ihre frühere Identität widerspiegelt, unterdrückt wird.Stelle ein System von Belohnung und Strafe auf und steuere die Erfahrungen so, dass die Person das neue Glaubenssystem und die Verhaltensnormen der Gruppe verinnerlicht.Entwickle ein in sich geschlossenes logisches System und eine autoritäre Machtstruktur, die kein Feedback zulässt und ohne Zustimmung oder Anordnung der Führung nicht geändert werden kann.“

(Singer, Margaret, 1982 zitiert in Schwertfeger, Bärbel: Der Griff nach der Psyche – welche Folgen umstrittene Trainings und Therapieangebote haben können; S. 5: Elterninitiative zur Hilfe gegen seelische Abhängigkeit und religiösen Extremismus e.V.; http://www.sektenwatch.de/drupal/sites/default/files/files/psycho_seminare.pdf)

Die Mechanismen der manipulativen Gehirnwäsche, die sich auf eine einzelne Person beziehen, können auch kollektiv auf die Gesellschaft insgesamt übertragen werden. Wir leben heute alle in einem scheinbar geschlossenen logischen System, in der die gesamte Gesellschaft vom Mann und vom Vater her definiert und bestimmt wird. Es erscheint uns natürlich. Tatsächlich entspricht dieses Männer- und Väterdefinitionssystem - das Patriarchat -, das seit dem Metallzeitalter von einer Männergeneration zur nächsten, vom Vater zum Sohn weitergeben wird, aber nicht der Natur des Menschen. Es ist ein junges Ideologieartefakt der Gewaltimmanenz, welches uns nicht nur von unserer Natur und unserer Biologie abtrennt, sondern auch von unseren Wurzeln. Diese Abtrennung macht uns immer weiter anfällig für Manipulationen, die sich in einer Gewaltspirale hochgeschaukelt haben. Unsere Gesellschaft ist heute eine Gesellschaft des Krieges, eine Gesellschaft des Kampfes und der Konkurrenz. Wir stellen das aufgrund der Gehirnwäsche des Metallzeitalters nicht in Frage. Wir halten diese Kriegsgesellschaft für menschenartgerecht, für zivilisatorisch, für fortschrittlich.

Tatsächlich ist unsere Gesellschaft keine Zivilisation. Unsere Gesellschaft ist auch keine Gesellschaft des Friedens. Unsere Gesellschaft ist eine Gesellschaft der Zerstörung