NähGB Das Nähgesetzbuch - Inge Szoltysik-Sparrer - E-Book

NähGB Das Nähgesetzbuch E-Book

Inge Szoltysik-Sparrer

0,0
13,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Darauf haben Nähbegeisterte schon lange gewartet! Inge Szoltysik-Sparrer, bekannt aus der erfolgreichen TV-Sendung "Geschickt eingefädelt", gibt ihr umfangreiches und fundiertes Fachwissen auf unterhaltsame Art und Weise an alle Nähfans weiter. In 62 Paragrafen erläutert die Schneidermeisterin Nähmaschine, benötigtes Zubehör, Nähtechniken, verschiedene Stoffe, das korrekte Maßnehmen und vieles mehr. Einen besonderen Schwerpunkt legt die Autorin auf das Vorbereiten und Durchführen der Anprobe sowie auf das unerlässliche Bügeln. Zahlreiche wertvolle Tipps geben Hinweise für jedes Nählevel. So profitieren sowohl Anfänger als auch Profis vom geballten Wissen der Expertin und gelangen mit ihrer Unterstützung § für § zum Näh-Erfolg.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Seitenzahl: 273

Veröffentlichungsjahr: 2017

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



§
GB
Inge Szoltysik-SparrerNähmaschinenG NähzubehörG NähtechnikGStoffauswahlGSchnitttechnikGVorbereitungsmaßnahmenGModetechnikenGAnprobenGFinalbügelGTOPP-Texte im frechverlag1. Auflage 2017NähgesetzbuchInge Szoltysik-Sparrer
GB
GB
Näh
GB
Nähgesetzbuch
GB
GB
Näh
GB
NähmaschinenG NähzubehörG NähtechnikGStoffauswahlGSchnitttechnikGVorbereitungsmaßnahmenGModetechnikenGAnprobenGFinalbügelGNähgesetzbuchInge Szoltysik-Sparrer
GB
GB
Näh
nhalt
I
Aus dem Nähkästchen geplaudert6Vorwort12Kapitel 1: Nähmaschinen-Gesetz14§ 1 Nähmaschinenteile16§ 2 Nähmaschine reinigen, warten, pflegen18§ 3 Nähmaschinenhandbuch20§ 4 Versäubern mit der Overlock22§ 5 Spezialzubehör26§ 6 Nähmaschinenkauf28Kapitel 2: Nähzubehör-Gesetz30§ 7 Nähzubehör32§ 8 Einlage-Typen42§ 9 Einlagen aufbügeln45§ 10 Bügeln47Kapitel 3: Näh-Technik-Gesetz52§ 11 Handstiche54§ 12 Nutz- und Zierstiche58§ 13 Maschinen-Knopflöcher60§ 14 Nähte62§ 15 Stretchstoff und Jersey64§ 16 Schnittkanten versäubern66§ 17 Blindstich und Hexenstich68§ 18 Maschinensäume68§ 19 Kräuseltechnik70§ 20 Paspel und Keder71§ 21 Applikationen72§ 22 Smoken73§ 23 Maschinensticken74§ 24 Stickcomputer75Kapitel 4: Stoffauswahl-Gesetz76§ 25 Stoffarten78§ 26 Stoffeinkauf85§ 27 Pflegehinweise87Kapitel 5: Schnitt-Technik-Gesetz90§28 Maß nehmen92§ 29 Größen96§ 30 Figurtypen102§ 31 Schnittmuster104§ 32 Papierschnitt105§ 33 Fachbegriffe106§ 34 Schnittkorrektur108§ 35 Nesselmodell108Kapitel 6: Vorbereitungs-Maßnahmen- Gesetz110§ 36 Stoff vorbereiten112§ 37 Zuschneiden113§ 38 Zuschnitt besonderer Stoffe115§ 39 Einlagen zuschneiden116§ 40 Futterteile zuschneiden116§ 41 Fehlerbehebung116Kapitel 7: Mode-Techniken-Gesetz118§ 42 Abnäher120§ 43 Belegverarbeitung123§ 44 Kragenstile124§ 45 Passen126§ 46 Ärmeltypen127§ 47 Ärmelschlitze130§ 48 Manschetten133§ 49 Untertritt133
§
§ 50 Weitere Ärmelabschlüsse134§ 51 Taillenbund136§ 52 Gürtelschlaufen138§ 53 Futterverarbeitung140§ 54 Futtersaum141§ 55 Knopflöcher143§ 56 Knöpfe annähen145§ 57 Weitere Verschlussarten147§ 58 Reißverschluss149§ 59 Taschen152§ 60 Schlitze und Falten155Kapitel 8: Anproben-Gesetz160§ 61Anprobe162Kapitel 9: Final-Bügel-Gesetz170§ 62 Das finale Bügeln172Register176
6Aus dem Nähkästchen geplaudert
Aus dem
Nähkästchen
geplaudert
Wie sind Sie zu Ihrem Beruf gekommen?Es war immer schon mein Wunsch, mein Lieblings-hobby Nähen mit einem Beruf zu verbinden. Da kam nur Schneiderin in Frage. So hatte ich nie Stress mit dem Thema Berufsfindung, denn dieser Entschluss stand bereits vor meiner Schulzeit fest. Kurioserweise habe ich (versehentlich) bereits im Alter von 5 Jahren von der Stadt eine Lohnsteuerkarte zugesendet bekommen.Was lieben Sie besonders an Ihrem Beruf?Ich liebe es, mit meinen eigenen Händen etwas zu schaffen. Ich bin mit Leib und Seele Schneiderin und Handwerksmeisterin und möchte am Ende des Tages sehen, was ich geschaffen und erschaffen habe. Das fasziniert mich jeden Tag aufs Neue. Es gibt kein schöneres Erfolgserlebnis für mich, als voller Stolz ein handwerklich gut umgesetztes Kleidungsstück zu nähen, egal ob für mich oder als Kundenauftrag. Mich fasziniert auch die Möglichkeit der Weiterentwicklung, die im kreativen Nähen steckt, also zu erkennen, dass man seine Kenntnisse und Fähigkeiten nach und nach ausbauen kann. Wenn man das Nähen als Hobby ausführt, hat man enormes Entwicklungspotential. Natürlich braucht man dafür Geduld und eine gewisse Fingerfertigkeit.Bevordie Autorin Sie mit den wichtigsten Gesetzen rund ums Nähen vertraut macht, hat sie sich unseren neugierigen Fragen zu ihrem Leben und ihrem beruf-lichen Werdegang gestellt.
§
7Aus dem Nähkästchen geplaudertWas war Ihre erste eigene Nähmaschine?Ich bin durch meine Mutter zum Nähen gekommen. Zu dieser Zeit, als ich noch ein kleines Mädchen war, gab es kaum elektrische Nähmaschinen, sondern vor allem Tretmaschinen ohne Strom. Es hat mich immer faszi-niert, mit dem Tritt auf das Fußbrett die Nähmaschine anzutreiben und zu steuern. Meine erste eigene Nähmaschine war also auch eine Tretmaschine, die hatte ich schon im Alter von 4 Jahren. Meine erste elektrische Koffernähmaschine bekam ich dann erst viel später. Vielleicht liebe ich auch deshalb so das Handarbeiten. Bei uns in der Familie wurde immer viel handgearbeitet: gestickt, gestrickt, gehäkelt etc., einfach alles!Haben Sie noch andere Hobbys oder Leidenschaften?Ich arbeite sehr gerne im Garten. Ich liebe Sport an der frischen Luft (einmal in der Woche leiste ich mir sogar einen Fitnesstrainer) und im Winter fahre ich oft Ski. Zur Entspannung lese ich gerne in einem guten Buch. Außerdem unternehme ich oft etwas mit meinen fünf Nichten und Neffen und engagiere mich im sozialen Ehrenamt.Was war Ihr erstes Nähprojekt?Angefangen habe ich, ohne Faden, mit der Maschine durch Papier zu nähen. Später habe ich mit einem Handnähfaden diese Löcher ausgestickt. Sport ist mein AusgleichMein Mann und ich in Urlaubslaune
8Wie sieht es in Ihrem Atelier aus? In meinem Atelier arbeitet seit Jahren ein sehr qualifiziertes Team aus von mir ausge-bildeten Schneiderinnen. Zum ersten Mal haben wir gerade auch einen jungen männli-chen Lehrling. Bei uns ist alles sehr strukturiert und sehr gut organisiert. Jeder Mitarbeiter trägt viel Eigenverantwortung, zumal ich auch häufig unterwegs bin. Jeder weiß, dass wir ein sehr anspruchsvolles Handwerk ausüben und sehr anspruchsvolle Kunden haben, das verlangt jedem Einzelnen viel Konzentration ab. Den-noch herrscht bei uns eine sehr herzliche und familiäre Atmosphäre, da wir jeden Tag viele Stunden gemeinsam verbringen. Wichtig ist eine stressfreie Grundstimmung, wir lachen viel zusammen und haben alle Spaß bei der Arbeit. Gemeinsame Aktivitäten und Aus-flüge sind uns wichtig. Oft werden dabei die Familienmitglieder und Kinder der Mitarbei-ter mit eingebunden. Wir haben eine offene Werkstatt und die Kunden schauen uns gerne beim Anfertigen ihres Modells über die Schulter und bekom-men so Einblick in die Produktionsschritte.Was war Ihr Meisterstück?Mein Meisterstück habe ich tatsächlich noch immer, es passt mir auch noch und ich könnte es heute fast noch so tragen. Es besteht aus einem dunkelblauen Mantel mit angeschnittenem Kelchkragen und einem asym-metrischen Rock mit Faltenpartie, Paspeltasche und Handknopflöchern aus demselben Material. Darunter eine schicke Seidenbluse mit kleinem Muster. Noch heute liebe ich Complets, die aus Mantel mit passendem Rock bestehen, das sieht einfach gut gestylt aus.Aus dem Nähkästchen geplaudertStolz auf mein MeisterstückMein TeamBestanden! Die Meisterprüfung
9Haben Sie ein Lieblings-Outfit?Das wechselt ständig, aber derzeit ist es ein cremefarbener, leichter und ungefütterter Mantel aus reinem Cashmere.Gibt es bei Ihnen auch Modesünden?Ja, Modesünden gibt es sicherlich viele, da diese ja sehr durch den Zeitgeist geprägt werden. Ein Beispiel ist da sicher ein ehemaliges Strand-Outfit von mir: Seesternrock mit Bustier und Strohhut.Was zeichnet Ihren Kleidungsstil aus? Halten Sie sich dabei an bestimmte Regeln?Ich liebe Kleider und Kostüme und kleide mich gerne so, dass die Kleidung sich dem Anlass anpasst. Meine Schnitte und Modelle sind eher schlicht, aber immer hochwertig im Material. Meine Moderegel lautet: „Nie mehr als 9!“ Das heißt, ich achte darauf, dass nie mehr als neun optische Elemente an mir in Erscheinung treten. Hier gerne ein Beispiel: Kleid, Strümpfe, Schuhe, Perlenkette, Ohrringe, Brille, Ring. (Das sind jetzt sogar nur sieben Elemente). Mit die-ser Regel kann man auf ganz einfache Art und Weise immer sein eigenes Outfit überprüfen und wirkt nie überladen.
§
Wie kleiden Sie sich auf dem Sofa? Besitzen Sie auch Jeans oder Jogginghosen?Da ich sehr viel arbeite, habe ich so gut wie keine Freizeitkleidung. Ich lümmle mich auch im Cashmerekleid aufs Sofa, das muss die Garderobe aushalten. Jeans mit Löchern gibts bei mir gar nicht und die mag ich auch nicht an anderen Leuten. Ich kann gar nicht verstehen, wie man für kaputte Garderobe auch noch so viel Geld ausgeben kann! Dennoch gebe ich zu, dass ich einen sehr schicken selbstgenähten Jeansanzug habe, in dem ich mich auch sehr wohl fühle.Aus dem Nähkästchen geplaudertIch fand mich schickIm Lieblingsoutfit unterwegs
10Mitgliedschaften·Vorsitzende des Bundesverbandes der Maß-schneider·Dozentin bei der Handwerkskammer (HWK) Dortmund in der Meisterausbildung·Mitglied im Meisterprüfungsausschuss der HWK Dortmund·2. Vorsitzende des Gewerbeförderungsaus-schusses der HWK Dortmund· stellv.Landesinnungsmeisterin·Mitglied der Vollversammlung HWK Dortmund·Obermeisterin der Innung „Modeschaffendes Handwerk“·Jurorin bei der Fernsehshow „Geschickt eingefädelt“ bei VOXWie war Ihr Werdegang seit der Schulzeit?1975 begann ich die Ausbildung zur Maßschnei-derin. 1981, nach einigen Gesellenjahren als Maßschneiderin, absolvierte ich am 12.3.1981 die Meisterprüfung und eröffnete bereits einen Tagspäter mein eigenes Atelier. Ich bin inzwischen seit 44 Jahren in meinem Beruf tätig! In dieser Zeit habe ich mehr als 30 Lehrlinge zu Maß-schneidern ausgebildet, davon haben bereits zwölf die Meisterprüfung absolviert. Drei der Meisterinnen arbeiten in meinem Atelier.
§
Aus dem Nähkästchen geplaudertAm Tag meiner BetriebsgründungMit meinem geliebten Papa
§
11Soziales Engagement·Organisatorin diverser Benefiz-Modenschauen·Lernpatenschaften an der Hauptschule Elsey und der Hildegardis-Schule Hagen·Mitglied im Lions Club Hagen-WestfalenMein Modeatelier ist Mitglied …·im Marketingclub Südwestfalen·der Innung „Modeschaffendes Handwerk“·im Landesinnungsverband NRW·im Bundesverband der MaßschneiderAuszeichnungen während meiner beruflichen Laufbahn1982 3. Platz beim Wettbewerb „Junges Handwerk NRW“, FB Textil1994 und 1996 je 2 Goldmedaillen, 1998und 2000 je 2 Silbermedaillen und 20141 Bronzemedaille beim Bundeskongress der Maßschneider1999 Marketingpreis des Deutschen Hand-werks (Verleihung/1. Platz)2004 Service-Star im Handwerk2006 Ehrenurkunde der HWK Dortmund für 25 Jahre erfolgreiche handwerkliche Tätigkeit und Ausbildung2008 2 Goldmedaillen und 1 Silbermedaille beim Bundeskongress der Maßschneider2010 3 Silbermedaillen beim Bundeskongress der Maßschneider und Unternehmenspreis NRW 20102012 2 Goldmedaillen, 1 Silbermedaille und 1 Bronzemedaille beim Bundeskongress der Maßschneider in Bad WörishofenAus dem Nähkästchen geplaudert
12Vorwort
§
V
or
wort
Selbernähen liegt voll im Trend und macht glücklich! Kein Wunder, gibt es doch kein schöneres Erfolgserlebnis, als mit den eige-nen Händen etwas zu gestalten und seine Individualität auszuleben. Schließlich heißt selbst gemacht auch immer: Es ist ein Uni-kat! Ich bin mit Leib und Seele Schneidermeis-terin und vom ersten Tagmeiner Selbstän-digkeit an stand für mich fest, dass ich nie alleine in meiner Werkstatt vor mich hin-nähen, sondern mein Wissen auch immer mit anderen teilen möchte. Nur so bleibt dieses schöne Handwerk erhalten und le-bendig. Und das Schöne am Teilen ist: Seit ich mein Wissen öffentlich in den unter-schiedlichsten Formen kommuniziere, ob in den verschiedenen Social Media-Diensten, in Videos oder in Kursen, habe ich soviel zurückbekommen und so viele nette Men-schen kennengelernt, was ich als wirkliche Bereicherung empfinde.Die Idee, mein Know-hownun in Form eines Buches zusammenzufassen, ist für mich ein langersehnter, nun endlich wahr geworde-ner Traum und ich habe sehr viel Herzblut einfließen lassen. Mein Wunsch ist es, durch dieses Buch viele andere Nähbegeisterte an meinem über viele Jahrzehnte ange-sammelten Wissen teilhaben zu lassen.Bis zur Fertigstellung des ersten selbst ge-nähten Lieblingskleidungstückes gilt es je-doch, eine ganze Menge zu beachten! Aber keine Sorge, ich begleite Sie nun Schritt für Schritt von Paragraf 1 „Nähmaschinen-teile“ bis Paragraf62 „Das finale Bügeln“ auf dem Wegdorthin. Mit meiner Hilfe ler-nen Sie zunächst Ihre Nähmaschine genau kennen und erfahren, welches Nähzube-hör Sie anschaffen sollten. Ich mache Sie auch mit den wichtigsten Basisstichen, den Stoffarten und den notwendigen Näh- und Schnitttechniken vertraut. Nicht zuletzt zeige ich Ihnen auch, wie Sie korrekt Maß nehmen, welche Arbeitsschrittezur Anpro-be gehören und wie wichtig das Bügeln ist. Außerdem enthält dieses Buch eine wahre Fundgrube an zusätzlichen Tipps. Zum je-weiligen Thema gibt es dabei immer einen sogenannten Fix-Tipp für Eilige, einen Hobby-Tipp für alle, die ihrevorhandenen Kenntnisse optimieren wollen und einen Profi-Tipp für all jene, die nähen möchten wie ein Profi, also genauso, wie ich es in meinem Schneideratelier tue.Ich wünsche Ihnen nun viel Spaß beim Lesen und Lernen und viele schöne Näh erlebnisse!
13
§
§
Vorwort§ § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § §§ § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § §§ § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § §§ § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § §§ § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § §§ § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § §§ § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § §§ § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § §§ § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § § §
§
§
Für den richtigen Umgang mit der Nähmaschine gilt es, sechs wichtige Paragra-fen zu beachten. So muss man vor ihrer Anschaffung genau wissen, wofür man sie einsetzen möchte und sich darüber informieren, welche Modelle in Frage kommen. Außerdem sollteman vor dem Start ins erste Nähprojekt die wich-tigsten Funktionen und Betriebsteile der Nähmaschine kennen. Im täglichen Gebrauch muss sie zudem regelmäßig gereinigt und gewartet werden. Aber keine Sorge, von Paragraf 1 „Nähmaschinenteile“ bis Paragraf 6 „Näh-maschinenkauf“helfe ich Ihnen dabei, all diese Regeln zu beachten. So beschreibe ich Ihnen ausführlich alle wichtigen Nähmaschi-nenteile und mache Sie mitden wichtigstenStichen ver-traut. Außerdem lernen Sie notwendiges Spe-zialzubehör kennen und erhalten hilfreiche Tipps für dierichtige Kaufentscheidung und zur Pflege der Nähmaschine. KAPITEL 1Nähmaschinen-Gesetz
Näh
G
Ma
§
Grundsätzlich sind die Funk-tionsweisen aller Nähmaschinen ähnlich Es handelt sich um Stan-dardfunktionen, die je nach Ma-schinenmodell an verschiedenen Stellen an der Maschine positio-niert und im jeweiligen Handbuch erklärt sindNähen macht Freude – aber eine wichtige Voraussetzung für die Freude amNähen ist das „Gewusst wie“ und selbst ein Nähan-fänger sollte, bevor er sich an das erste Nähprojekt wagt, die wichtigsten Funktio-nen und Betriebsteile seiner Nähmaschine kennen.Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Nähmaschinen-Grundformen: 1Freiarm- oder Koffernähmaschine 2Flachbett- oder TischnähmaschineBeide arbeiten auf der Basis des Doppel-steppstichs. Dazu jedoch später mehr. Alle Nähmaschinen arbeiten nach dem gleichen Prinzip und mit mehr oder weni-ger vergleichbaren Betriebsteilen und Be-dienknöpfen. Diese kann man am besten an einer Freiarmnähmaschine erläutern, auch wenn diese an Ihrer Nähmaschine vielleicht an einer anderen Stelle oder in anderer Anordnung zu finden sind.1
§
Das sind die wichtigsten Teile einer Nähmaschine:16Nähmaschinen-Gesetz12163726115121415218181723132420256419102296
1Anschlusskabel mit Fußpedal| Damit regelt man auch die Nähgeschwindigkeit.2Netzschalter zum An- und Ausschalten an der Maschine | Ohne Strom geht gar nichts! Den Netzschalter bitte immer erst nach dem Einfädeln des Fadens betätigen. 3Handrad | Damit lässt sich die Einstich-stelle positionieren.4Stichlängenwähler | Er dient zur Einstel-lung der richtigen Stichlänge.5Stichartwähler | Hiermit lässt sich auf Zick-Zack- oder Zierstich umstellen.6Rückwärtstaste| Mit dieser Taste wird das Rückwärtsnähen aktiviert.7Spulvorrichtung | Mithilfe dieser Vor-richtung führt man den Nähfaden auf die untere Spule.8Nadelversteller | Er verstellt die Nadel nach links oder rechts.9Obertransporteur | Er schiebt das Näh-gut um eine Stichlänge weiter.10Transporteurabsenker | Versenkt den Untertransport11Garnrollernhalter | Dieser sorgt für ein gleichmäßiges Abrollen des Oberfadens12Fadenspannungsregler | Dieser Regler bewirkt, dass die Stichbildung funktions-gerecht erfolgt.13Fadenanzugsfeder | Diese dämpft den Fadenanzug.14Fadengeber | Der Fadengeber zieht den Nadelfaden von der Garnrolle ab.15Fadenführungsstift oder -öse | Er er-möglicht einen gleichmäßigen Fadenabzug und dient der Entzwirbelung.16Nähdruckregler | Dieser Regler presst das Nähgut auf den Transporteur.17Nadelstange | Sie dient der Befestigung und Führung der Maschinennadel.18Nadelfeststeller | Das ist die Feststell-schraube für die Nadel.19Stichplatte| Sie enthält den Ausschnitt und das Stichloch für den Transporteur.20Nähfußheber | Er dient zum Anheben des Nähfußes, um das Nähgut freizube-kommen.21Fadenabschneider | Der Fadenab-schneider ermöglicht ein schnelles Ab-schneiden des Oberfadens ohne Schere.22Kniehebel | Dieser Hebel ermöglicht das Anheben des Nähfußes ohne Einsatz der Hände.23Schieberplatte | Sie dient nach dem Öffnen dem Wechseln der Spule.24Spulenkapsel | Das ist das untere Ge-häuse mit Unterfadenspannung und Spule.25Spule | Sie ermöglicht durch Verkreuzen mit dem Oberfaden den Doppelsteppstich.26Unterfadenabschneider | Er dient dem vollautomatischen Abschneiden der Stepp-fäden ohne Schere.17Nähmaschinen-GesetzOh je, das sind wirklich eine Menge Teile! Aber keine Angst! Erinnern Sie sich an Ihre erste Fahrstunde?War es da nicht ganz genauso? Und inzwischen ist Ihnen jeder Handgriff vertraut. So sollte es auch mit Ihrer Nähmaschine sein. Probieren Sie viel aus und bauen Sie nach und nach Vertrauen zu Ihrem besten Stück auf, schließlich hat eine Nähmaschine auch eine Seele und soll Sie doch ein Leben lang begleiten.
18Nähmaschinen müssen regel mä-ßig gereinigt, gepflegt und ge-wartet werdenHierbei gilt: Nicht nur nach der Arbeit, son-dern bereits vor Beginn der Näharbeit im-mer erst die Oberflächen der Nähmaschine abwischen, umFlugstaub zu entfernen, der sich seit der letzten Nähstunde angesam-melt hat. Dazu eignet sich ein Microfaser-tuch am besten, das auch feinste Fasern bindet. Auch um die Nadelstange und das Nähfüßchen herum sammeln sich im Laufeder Näharbeit und je nach Stoffart dicke„Staubmäuse“.1Staub und Fusseln entfernenWir verwenden bei uns im Atelier eine Druckluftpumpe. Das ist ein einfaches Bla-sebalg-Werkzeug mit einer langen, schma-len Düse. Damit kann man schnell, einfach und ganz gezielt auch an schwer zugäng-lichen Stellen den Staub einfach rauspus-ten. Dieses Blaswerkzeug eignet sich auch hervorragend zum Säubern der Overlock-maschine, bei der das Stoffstaubaufkom-men besonders hoch ist. Dazu gibt es im Fachhandel auch Dosen mit Druckluft-spray.Die sind wohl sehr geeignet, kosten aber immer einige Euros, die sich im wahrs-ten Sinne des Wortes regelmäßig in Luft auflösen. Ein ideales Säuberungsutensil sind auch Pinsel in verschiedenen Stärken. Damit kann man sehr gut den unteren Be-reich, wie Spulengehäuse und Untertrans-port, auspinseln. FixTippHobbyTippÜbung macht den Meister – testen Sie am besten an einfachen Stoffresten die unter-schiedlichen Techniken der Nähmaschine.Beginnen Sie mit ein-fachen Nähübungen – am Anfang reicht ein Kissenbezug mit schön genähten Ecken oder eine Smartphone-Hülle.Das erste selbstgenähteModell will wohlüberlegt sein, es bleibt einem ewig in Erinnerung. Daher mit Bedacht und mit Anleitung vorgehen.ProfiTippWas passiert, wenn ich mich nicht an die Nähmaschinen-Gesetze halte? Zur Strafe verweigert mir meine Näh-maschine ihre Dienste.2Nähmaschinen-Gesetz
Es gibt Nähgarne, die relativ viel Fadenab-rieb haben, der sich an der Maschinenna-del ablagert. Aus diesem Grund ist es wich-tig, auch die Nadel immer mitzureinigen, damit die Einstichstellen sauber sind. Nicht vergessen sollten Sie die Stichplat-te, unter der sich im Laufe der Zeit immer mehr feine Stofffusseln ansammeln. Meist lässt sich die Stichplattemit ein oder zwei Schrauben schnell lösen und säubern. Unter der Stichplattesitzt meist der Untertrans-port der Nähmaschine. Sollte die Stichplat-te so dicht mit Stofffusseln verstopft sein, kann das sogar dazu führen, dass der Un-tertransport blockiert. 2Regelmäßig ölenViele Nähmaschinen haben ein Kunststoff-innenleben und machen somit ein regel-mäßiges Ölen überflüssig. Dennoch gibt es nach wie vor viele Nähmaschinen, so auch die Overlock,die regelmäßig geölt werdenmüssen. Dabei hilft einem ein gutes Gehör. Bei zu wenig Öl läuft die Maschine trocken, schleift und hört sich blechern an. Eine gut geschmierte Nähmaschine hat einen tollen Sound und schnurrt wie ein Kätzchen. Da wirkt schon ein kleiner Tropfen Öl Wunder. Am besten schauen Sie in die Gebrauchs-anweisung, dort finden Sie alle Stellen mar-kiert, die regelmäßig geölt werdenmüssen.Doch auch hier gilt: Weniger ist mehr!! Zu viel Öl kann auch im kostbaren Seidenstoff landen. Am besten nach dem Ölen erst mal ein paar Minuten über einen Stoffrest nä-hen und bis zur nächsten Nähaufgabe ein Läppchen unter die Nadelstange legen.19Nähmaschinen-GesetzSollte wirklich mal ein Ölfleck im Stoff landen, keine Sorge: Die Stelle mit dem Fleck über Nacht auf ein Frotteetuch legen, mit einem Messer dick Schneiderkreide auf den Stoff schaben, sodass der Ölfleck komplett bedeckt ist. Am nächsten Tag die Kreide aus-schlagen oder ausbürsten. In der Regel ist der Öl- oder auch Fettfleck weg! Eine Flasche Waschbenzin sollten Sie immer griffbereit haben. Mit einem damit getränkten Tuch können Sie die schmutzanfälligen Teile Ihrer Nähmaschine säubern. Außerdem lassen sich Schmutzstellen an Kleidungsstücken hervorragend damit abreiben. Waschbenzin er-halten Sie in unterschiedlich großen Flaschen z.B. im Drogeriemarkt.Sollte durch einen Nadelstich einmal ein Blutstropfen auf Ihrem Stoff landen, dann hilft dies: Aus einem Reihgarnfaden ein Knäuel bilden, dieses mit dem eigenen Speichel durchtränken und mit dem Fadenbündel den Bluts-fleck aus dem Stoff tupfen. So lässt sich Blut rückstandslos entfernen.
20Ein Blick ins Nähmaschinenhand-buch ist wichtig und zu empfeh-len, um die Nähmaschine und de-ren Funktionen kennenzulernen und zu verstehenSind Sie im Besitz einer Nähmaschine, möchte ich Sie recht herzlich dazu beglück-wünschen. Nun sind Ihrer Kreativität keine Grenzengesetzt und Sie können Ihren Ide-en freien Lauf lassen. Vorausgesetzt,die Nähmaschine läuft mit.Nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, wenn es nicht sofort auf Anhieb funkti-oniert und werfen Sie in Ruhe einen Blick ins Handbuch. Die Nähmaschinen sind heute technische Wunderwerke und sehr zuverlässig. In den meisten Fällen sind es anfängliche Bedienfehler, wenn der Faden reißt oder der Stich Schlaufen bildet. Zu den häufigsten Bedienfehlern gehört das fehlerhafteEinfädeln des Fadens, die falsche Garnauswahl oder der Einsatz einer ungeeigneten Nadel.3
§
1Faden einfädelnIch empfehle, zurÜberprüfung der Span-nung Oberfaden und Unterfaden in unter-schiedlichen Farben zu wählen. Die Näh-maschine ist richtig eingestellt, wenn beim Nähen auf der Oberseitefarblich nur der Oberfaden und auf der Unterseite farblich nur der Unterfaden sichtbar ist. 2FadenspannungEin weiterer typischer Fehler ist eine falsch eingestellte Fadenspannung. Schnell er-kennbar ist dieser Fehler von der rechten Seite als Leiterbildung ander Nahtlinie, wenn sichdie zu vernähenden Stoffe an den Nahtstellen auseinanderziehen lassen. Man erkennt es noch besser, wenn man die Naht gegen das Licht hält und dann durch-sehen kann. 3GarnauswahlNatürlich hat auch die Garnauswahl großen Einfluss auf das Stichbild. Bei normalem Nähfaden kann die Fadenspannung kons-tant eingestellt bleiben. Verwendet man je-doch für einen Zierstich oder Dekonähte ein dickeres Garn, sollte immer zuerst an einem Stoffrestein Stepptest durchgeführt wer-den, um das Stichbild und die Fadenspan-nung zu überprüfen. Gegebenenfalls muss bei einem dickeren Faden die Spannung etwas lockerer eingestellt werden. 4NadeleinsatzEs gibt eine Vielzahl von Nähmaschinen-nadeln mit den unterschiedlichsten Typen-bezeichnungen. Bleiben Sie aber immer bei dem vom Hersteller empfohlenen Nadeltyp für Ihre eigene Nähmaschine. Beim Na-delwechsel unbedingt darauf achten, dass die neue Nadel bis an das obere Ende der Einführhülse geschoben wird. Sonst kann die Nadel brechen oder sogar auf die Spu-lenkapsel schlagen. Das Verletzungsrisiko sowohl für die Maschine als auch für einen selbst ist dabei hoch. Es kann im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge gehen! Aus meinem AtelierBei uns in der Werkstatt ist das Hand-buch gleichzeitig Arbeitsbuch, liegt immer in unmittelbarer Nähe zur Näh-maschine. Darin ergänzen und beschrif-ten wir die einzelnen Fehlerquellen ganz genau mit unseren eigenen Erfahrungen. Manchmal fügen wir sogar eine kleine Arbeitsprobe bei, um die Ergebnisse zu dokumentieren.Nähmaschinen-Gesetz
§
21„Notfallplan“ Erkundigen Sie sich, ob die Nähmaschine wartungsfrei ist und wie hoch eventuell entstehende Kosten in Zukunft sind. Nicht jede Nähmaschine lässt sich transportieren. Macht ihr Nähtechniker auch Hausbesuche vor Ort?Nähmaschinen-Gesetz• Die Nähmaschine nochmals komplett neu einfädeln.• Die Spulenkapsel überprüfen und neu einsetzen.• Ist die Nadel richtig eingesetzt, mit der Längsrille zur eingesetzten Spulenkap-sel und zum laufenden Faden?• Ist die Nadel unbeschädigt?• Sind Ober- und Unterfaden identisch?• Wenn sich Störungen beim Nähen anhand der Hinweise aus Ihrem Handbuch nicht beheben lassen, ist ein Besuch bei Ihrem Fach-händler unerlässlich. Liegt ein spezielles Problem vor, kann es sehr hilfreich sein, wenn Sie zu Hause eine Nähprobe anfertigen und diese dem Fachhändler zeigen, denn eine Nähprobe ist häufig aussagekräftiger als manche Erklärung.Machen Sie sich, bevor Sie mit einem Nähprojekt starten, un-bedingt erst mit der Technik Ihrer Nähmaschine vertraut.Achten Sie schon beim Kauf auf einen guten Fachhändler, bei dem sich das ein oder andere Problem spätersogar per Telefon-rücksprache klären lässt.
22Zum professionellen Versäubern kommt die Overlockmaschine bzwCoverlockmaschine zum Einsatz Es gibt drei wesentliche Arbeitsschritte, die eine Overlockmaschine ausmachen. Sie kann gleichzeitig:·Stoffe zusammennähen ·Nähte versäub