29,99 €
National Geographic zeigt Ihnen die Berge der Welt in spektakulären Bildern. Begeben Sie sich auf die Spuren von Entdeckern und lassen Sie sich von atemberaubenden Fotografien in schwindelerregende Höhen entführen. Gewaltige Riesen wie der Mount Evererst dürfen nicht fehlen, genauso wie die sagenumwobenen Berggottheiten der Anden und die mächtigen Inselvulkane der Weltmeere. Der ultimative Bildband für alle Bergfans und Weltentdecker.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 90
Veröffentlichungsjahr: 2022
GROSSE KLEINE KATZE
Der Puma (Puma concolor) ist die viertgrößte Katzenart der Welt; sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über fast den ganzen amerikanischen Kontinent, von den USA bis Patagonien. Trotz seiner beachtlichen Größe gehört der Puma (auch Silberlöwe, Berglöwe, Kuguar, in den USA Panther) zu den Kleinkatzen. PATAGONIEN, CHILE
STEINERNE MONUMENTE
Unweit von den Four Corners, an denen die vier Bundesstaaten Utah, Colorado, New Mexico und Arizona zusammentreffen, liegt das Monument Valley, mit seinen bizarren Felsbauten Kulisse in zahlreichen Hollywood-Filmen. COLORADO-PLATEAU, USA
DER »RAUCHENDE BERG«
Er macht seinem aztekischen Namen als »rauchender Berg« alle Ehre. Immer wieder stößt der Popocatépetl (5426 m) Asche und Magma aus, bis heute. Das führt dazu, dass der Flughafen der Stadt Puebla, unweit von Mexiko-Stadt, ab und zu gesperrt werden muss. Und Touren am Popocatépetl verboten sind. SIERRA VOLCANICA TRANSVERSAL, MEXIKO
VORWORT
MONUMENTE
WASSERKRAFT
BERGLEBEN
STEINZEIT
WERKSTATT
ZUKUNFT
REGISTER
BILD- UND TEXTNACHWEIS
TRANSHUMANZ
Wie vor tausend Jahren sind auch heute noch große Schafherden während des Sommers in den Hochalpen Frankreichs unterwegs. Schäfer kümmern sich um die Tiere, zusammen mit Herdenschutzhunden. HAUTES-ALPES, FRANKREICH
SCHNEE VON GESTERN?
Übers Wasser zum Eis: Paradise Bay und der Mount Walker im Norden der Antarktischen Halbinsel. Die rund 1200 Kilometer lange Landzunge ragt über den südlichen Polarkreis hinaus; sie gehört zu den sich am schnellsten erwärmenden Regionen auf unserer Erde. GRAHAMLAND, ANTARKTIS
DER »BERGKRISTALL« AM MONTE ROSA
Futuristische Architektur inmitten der Hochgebirgswelt der Walliser Alpen: die Monte-Rosa-Hütte. Ein Widerspruch oder die »Berghütte der Zukunft« (NZZ)? Der Neubau von 2009 ist mit seiner silbernen Aluverkleidung einem Bergkristall nachempfunden und mit modernster Technik ausgestattet. Blickfang und noch schöner: das Matterhorn. ZERMATT, SCHWEIZ
QOYLLUR RIT’I – EIN FEST IN DEN ANDEN
Alljährlich zwischen Ende Mai und Mitte Juni findet in den Bergen südlich von Cusco das große Fest zu Ehren des »Schneesterns« (Qoyllur Rit’i) statt. Tausende pilgern dabei hinauf in das Hochtal von Sinakara (ca. 4500 m), wo nach uralten Inka-Riten und katholischer Tradition gefeiert wird. CUSCO, PERU
DER MOUNT EREBUS
Ein aktiver Vulkan in der Antarktis, dazu noch mit einem glutheißen Lavasee im Schlot? Das sorgt für spektakuläre Phänomene. Da sind einmal die schlanken Eistürme, mehrere Meter hoch, die sich um Gasaustrittsstellen bilden. Diese heißen Gase haben auch zur Entstehung eines Höhlensystems im Eis geführt – fantastisch. Erstbestiegen wurde der 3794 Meter hohe Gipfel anlässlich der ersten von drei Nimrod-Expeditionen unter Leitung des Polarforschers Ernest Shackleton (1908). ROSS-INSEL, ANTARKTIS
TANZ UNTER WASSER
Eisberge können Millionen Tonnen schwer sein. Da Eis zwar leichter als Wasser ist, seine Dichte aber nur geringfügig unter der von flüssigem Wasser liegt, schwimmt ein Eisberg etwa zu 90 Prozent unter Wasser. Taucher, wie hier in Grönland, berichten davon, dass der Eisberg unter Wasser »arbeitet«, man höre ein ständiges Knistern und Plätschern. Die größten ragen bis zu 700 Meter unter die Meeresoberfläche, ihre Lebensdauer variiert je nach Größe von drei bis zu 30 Jahren. GRÖNLAND
Wer im Laufe der Jahrzehnte Tausende, nein Abertausende Bergbilder gesehen und gesichtet hat, ob nun in der Natur oder auf dem Bildschirm, der kommt angesichts dieses großen Projektes schon mal ins Schwitzen und Stocken. Wie Sie die Berge noch nie gesehen haben – Die Latte hängt verdammt hoch, der Anspruch ist, seien wir ehrlich, eigentlich nicht zu erfüllen. Jedenfalls nicht auf annähernd 300 Seiten. Das war die Ausgangssituation von meinem Autorenfreund und exzellentem Bergkenner Eugen E. Hüsler und mir selbst, der ich nun mehr als eine Dekade lang die Zeitschrift Bergsteiger leite.
Warum wir dennoch zugesagt haben, diesen Bildband zu konzipieren und in die Tat umzusetzen? Es hat uns gereizt, Berge einmal anders zu betrachten. Nicht nur als Sehnsuchtsorte, nicht nur von ihrer Schokoladenseite, sprich: bei schönem Wetter und Sonnenauf- und -untergängen. Wir wollten auch nicht die gängigen Superlative abbilden und im x-ten Bergebildband verewigen. Der Höchste, der Schönste, der Abgelegenste, der Schwierigste und so weiter. Alles Kategorien, die ihre Berechtigung haben. Aber eben nicht in einem Werk, das sich mehr als nur Ästhetik und Ruhm seiner Protagonisten als Auswahlkriterien vorgenommen hat.
Sie, liebe Bergfreundinnen und Bergfreunde, finden deshalb eine Gliederung vor, die andere Maßstäbe anlegt. Klar: Auch Eugen und ich lieben Bergbilder, die für die Ewigkeit sein könnten und die uns gedanklich in Landschaften und auf Gipfel tragen, denen wir uns als Teil der Natur zugehörig fühlen. Es gibt derlei Bilddokumente genug, dank einer Vielzahl erstklassiger Bergfotografen. Wir haben etwa zwei Dutzend ausgewählt und sie in das erste Kapitel gepackt, das die Überschrift Monumente trägt. Es sind Preziosen, ja, man möchte fast sagen: Sammlerstücke.
Wind, Wetter, Wasser sind die Formengeber, jedenfalls im Anschluss an die tektonischen und vulkanischen Prozesse, die die Berge der Welt geschaffen haben. Wasser in all seinen Aggregationszuständen, also flüssig, gefroren und gasförmig, hat den größten Einfluss auf die Verwitterung der Gebirge. Deshalb haben wir ihm ein eigenes Kapitel gewidmet: Wasserkraft. Und ohne Wasser ist kein Leben möglich, weshalb der Mensch im Laufe seiner Geschichte sehr früh die wasserreichen Ränder der Gebirge besiedelt hat und allmählich ins Innere vorgedrungen ist; bis die Weltberge auch zum Spielplatz für eine Spezies geworden sind, die wir – in Anlehnung an die bergsteigerische Eroberung der Alpen – Alpinisten nennen. Bergleben heißt das Kapitel, das auch eine Hommage an die Tierwelt ist, die sich teils ihre eigenen Berge baut.
MI TELEFÉRICO
Die bolivianische Hauptstadt La Paz (mit El Alto 3200–4100 m) besitzt das weltweit größte städtische Seilbahnnetz. Elf Linien (Stand 2022) mit einer Gesamtlänge von 34 Kilometern verbinden die verschiedenen Stadtteile. Stündliche Förderleistung 34 000 Personen. LA PAZ, BOLIVIEN
Im Kapitel Steinzeit gehen wir weit zurück in die Erdgeschichte. Nicht etwa mittels (ermüdender) geologischer Erklärungen, sondern im Sinne von kraftvollen Bildern, die die Formenvielfalt in den Weltbergen zeigen sollen. Ergebnis von Erosionsprozessen, die teils über Jahrmillionen ihre Wirkung zeitigten. In einer vergleichsweise sehr kurzen Zeitspanne – Historiker sprechen vom berühmten Wimpernschlag – hat der Mensch die Gebirge geprägt. Galten die Gipfel unseren Vorfahren oft als Sitz der Götter, waren furchterregend und mystisch zugleich, so gräbt der moderne Mensch tiefe Löcher in und durch die Berge, baut gigantisch anmutende Staumauern in Täler und Gebäude auf Gipfel, nutzt die Topografie für alle möglichen Sportarten und kulturelle Veranstaltungen. Werkstatt haben wir dieses Kapitel betitelt.
Dass er, der Mensch, dennoch klein und unwichtig bleibt, führt uns zum letzten Kapitel, das wir schlicht Zukunft genannt haben. Denn auch im 21. Jahrhundert werden wir Zeuge von Naturkatastrophen, die wir weder genau vorhersagen können noch in den Griff bekommen. Die Klimakrise wird uns in den nächsten Jahrzehnten gerade in den Bergen vor große Aufgaben stellen, die milliardenteure Investitionen nach sich ziehen werden. Und zwar allein dafür, das Schlimmste an Felsstürzen, Murgängen, Überschwemmungen und Sturmfolgen abzumildern. Es geht darum, dass wir uns gegen ein außer Kontrolle geratendes Wettergeschehen wappnen, das wir zu einem großen Teil selbst verursacht haben.
Wir wünschen uns, dass dieser Bildband dazu beiträgt, den Blick auf die Berge der Welt zu weiten und ihre Schönheit wie auch Verletzlichkeit, ihre Bedeutung und Schutzwürdigkeit ins Bewusstsein zu bringen.
Dietramszell und Bad Bayersoien, August 2022,
Eugen E. Hüsler und Michael Ruhland
EIS UND FEUER
Island ist Feuerland; insgesamt 31 aktive Vulkane zählt man auf der Insel. Ganz im Westen, auf der Landzunge von Snæfellsnes, erhebt sich der Gletschervulkan Snæfellsjökull (1446 m), höchster Punkt des nach ihm benannten Nationalparks. HALBINSEL SNÆFELLSNES, ISLAND
DER BERG MOSES
Die Besteigung des Berges Sinai (2285 m) ist eine Reise in alttestamentarische Zeiten. Hier, inmitten des Wüstengebirges gleichen Namens, soll Moses – so sagt die Bibel – die Zehn Gebote aus der Hand Gottes erhalten haben. Ein grandioses Naturschauspiel vermittelt der Sonnenaufgang vom Gipfel: zu Fuß 700 Höhenmeter über 4000 Stufen. SINAI, ÄGYPTEN
Monument. Ein großes Wort. Und eines, das dich ganz beiläufig verzwergt. Du stehst am Fuß einer Mordswand, vielleicht sogar jener des Eigers, stierst hinauf ins Senkrechte, froh, dass du nicht irgendwo zwischen dem Hinterstoißer-Quergang und der »Spinne« im Seil hängst. Da oben sind nur Fels, Eis und Schatten, zu holen gibt’s nichts. Außer Ruhm oder wenigstens Anerkennung. Das ist manchen Ansporn genug, eigentlich Unmögliches zu versuchen. Schließlich ist der Homo superior ja abgetaucht bis in die tiefsten Tiefen der Meere, er hat den Mond »erobert«, schielt schon nach dem Mars. Noch größer, weiter, schwieriger, monumentaler.
Als Geburtsstunde des modernen Alpinismus gilt der 8. August 1786. Da standen mit Jacques Balmat und Michel-Gabriel Paccard erstmals zwei Menschen auf dem Mont Blanc – Chapeau! Fast ein Jahrhundert später (1865) war Edward Whymper am Matterhorn erfolgreich – Finale des Golden Age in den Westalpen. Nun ging’s hinaus in die weite Welt, mit Seil, Pickel und viel Selbstgewissheit, zu den ganz großen Bergen, den monuments. Und weil die Luft in der Höhe bekanntlich dünner wird, nahm man sie einfach mit, abgefüllt in Flaschen.
Die Welt, sie schrumpfte, rückte näher zusammen. Gazetten veröffentlichten Berichte aus fernen Regionen der Erde, und bald kamen mit den Explorern ihre Bilder zurück in die Heimat: Fotos. Die Erfindung des Monsieur Jacques Mandé Daguerre (1839) erlaubte auch dem kleinen Mann einen Blick auf all die Wunder im Orient und Okzident, am Äquator und in der Antarktis. Was Edward Compton in Stunden auf die Leinwand pinselte, schaffte der schwarze Kasten in Sekunden. Man brauchte nicht um die halbe Welt zu reisen, um den K2 im Karakorum zu Gesicht zu bekommen, über die Dimensionen des Grand Canyon zu staunen oder mit einer leichten Gänsehaut vor dem Cerro Torre zu stehen. Die Welt im Bild, Monumente von nur schwer fassbaren Dimensionen in einem Buch, auf hundert Bildern – erst schwarz-weiß, später farbig – präsentiert. Und das neue Medium versprach Unbestechlichkeit, keine subjektiv eingefärbten Schilderungen, sondern ein exaktes Abbild der Realität.
Sie sind uns längst vertraut, jene Monumente aus Felsen und Eis, die auch den mit Superlativen gefütterten Zeitgenossen verblüffen, sprachlos machen. Ihre schiere Größe lässt uns bescheiden werden vor diesen Wundern der Natur, in Jahrmillionen aufgetürmt. Da ist es kein Zufall, dass so manch großem Berg etwas Mystisches anhaftet, dass er als Sitz der Götter gilt, für Sterbliche auf unserer Erde unerreichbar, auch verboten. So wie der Kailash im Himalaja, der griechische Olymp, der Popocatépetl in Mexiko, der Machapuchare in Nepal oder der Uluru (Ayers Rock), den die Aborigines als heiligen Berg verehren.
Hier steigern Fels und Eis sich gegenseitig
zum höchsten Ausdrucke. Jeder kennt es
als vollkommenste Darstellung des alpinen
Willens. Es ist nicht nur der Gattung nach
das Höchstgebirge, denn alles Größte kommt
nur in ihm vor: die breiteste Raumerfüllung,
der gewaltigste Berg, der längste Gletscher.
ALPINES HANDBUCH
DuÖÄV (1931)
EIN WÜSTENSCHIFF?
Omans gebirgiger Norden wird gekrönt vom Dschabal Schams, der wie ein steinernes Riff über der Wüstenlandschaft in den Himmel ragt. Mit einer Gipfelhöhe von knapp 3000 Metern (Angaben variieren) gilt er als höchster Berg Omans. DSCHABAL AL-ACHDAR, OMAN
SAND, SAND, SAND
