Natron - Christine Wahler - E-Book

Natron E-Book

Christine Wahler

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Beschreibung

Der Zustand unseres inneren und äußeren Millieus ist der Maßstab der über Gesundheit, Wohlbefinden und Krankheit entscheidet. Bemerkenswert dabei ist die Einflussnahme von Natron. Natron ist eine natürliche Substanz die in unserem Körper gebildet wird und eine lebenswichtige Funktion im Säure-Basen-Haushalt erfüllt. Ohne Natron wäre unser Leben nicht möglich. Als altbewährtes Heil- und Hausmittel wurde es leider kontinuierlich von der chemischen Industrie verdrängt. Der Leser, ob Laie oder Therapeut, wird schrittweise für die wichtigen Grundlagen sensibilisiert. Schwerpunkt im theoretischen Teil, ist die Einflussnahme von Natron auf das innere Milieu und die Auswirkung bei mangelnder Verfügbarkeit. Der Praxisteil beinhaltet eine Vielzahl von Anwendungs-möglichkeiten im Bereich Gesundheit, Hygiene und Haushalt. Natron wird heute von vielen Experten als Medizin der Zukunft bezeichnet und sollte deshalb in keiner Hausapotheke fehlen. Natron – ist die preiswerte Antwort auf so viele Probleme unserer Zeit.

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Seitenzahl: 232

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Hinweis

Das vorliegende Buch dient der Information über Möglichkeiten der Gesundheitsvorsorge und Selbsthilfe. Es wurde sorgfältig erarbeitet. Dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Weder die Autorin noch der Verlag können für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den im Buch gegebenen praktischen Hinweisen resultieren, eine Haftung übernehmen. Zudem sind die Informationen in diesem Buch nicht als Ersatz für professionelle medizinische Behandlung zu verstehen.

Alle Rechte vorbehalten. Die Verbreitung in jeglicher Form und Technik wie Reproduktion, Speicherung in Datenverarbeitungsanlagen, Wiedergabe im Internet und auf elektronischen, fotomechanischen oder ähnlichen Wegen, Funk und Vortrag – auch auszugsweise – nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Verlages.

Bildnachweis: S.→

Illustrationen: Anna Birwé (S. →,→,→,→,→,→,→,→,→)

Rolf Wahler (S. →,→,→,→)

Covergestaltung: Patrick Wahler

Layout: Tim Wahler

Inhalt

ALLES EINE FRAGE ZEIT

Reise zu den Anfängen des Lebens

Individualität contra Spezialistentum

ALLES EINE SACHE DER SICHTWEISE

Humorale Medizin

Zellularpathologie

Zelle-Milieu-System

Die Grundsubstanz-Ein vitales Organ

Aufbau und Aufgaben

ALLES IM LOT

Regulation

Regulationsmechanismen

Regulationsstörung

Selbstheilungskräfte

Überlebensmechanismen- Biologie der Selbsterhaltung

Entscheidungen- Wachstum oder Schutz?

Grundbausteine

Sauerstoff

Wasser

Nährstoffe

ALLES IM GRÜNEN BEREICH

Säure-Basen-Haushalt

Säure-Basen-Reaktion

Der pH-Wert

Unser Leben hängt am pH-Wert

Der Mensch ist ein basisches Lebewesen

Regulation des Säure-Basen-Haushalt

ALLES EINE SACHE DER DOSIS

Ursachen der Übersäuerung

Vermehrte Säurezufuhr und Säurebildung durch Ernährung

Medikamente

Basenmangel

Wassermangel

Bewegungsmangel

Mangel an Puffersubstanzen

Mangelnde Verdauungskraft

Mangelnde Ausscheidungskraft

Mangelnde Regulation

Mangel an Sauerstoff

Mangel an Nährstoffe, Enzyme, Hormone

Vermehrte Säurebildung durch Stresshormone

Stressfaktoren aktivieren den Sympathikus

Saurer Stoffwechsel – Saurer Mensch

Säure macht krank – Krankheit macht sauer

ALLES HAT SEINE GRENZEN

Regulation mit Nebenwirkung

Magen als Regulator bei Engpässen

Niere als Regulator

Notventile

Darm als Notventil

Säuren als Mineralienräuber

Das Bindegewebe - vom Zwischenlager zum Endlager

Erythrozyten - die letztmögliche Regulation

ALLES NUR NICHT SAUER WERDEN

Übersäuerung des Blutes – Azidosen

Gewebeübersäuerung – latente Azidose

Sechs Phasen zwischen gesund und krank

Erste Ausscheidungsphase

Zweite Ausscheidungsphase01

Erste Matrixphase

Zweite Matrixphase

Erste zelluläre Phase

Zweite zelluläre Phase

EINSICHT, ANSICHT UND AUSSICHT

Übersäuerung erkennen

Äußere Kennzeichen

Messmethoden zur Beurteilung des Säure-Basen-Haushaltes

Vorbeugung und Eigenverantwortung

Medizin heute

ALLGEMEINES ÜBER NATRON

Natürliches Vorkommen

Chemische Herstellung

Chemische Eigenschaften

Verfügbarkeit

Verwendung in der Industrie

Natron – Infusionen

Anwendung bei metabolischer Azidose

Anwendung bei latenter Azidose

ERSTE HILFE MITTEL

Allgemeine Empfehlungen

Natron als Notfallmittel

Natron fördert die Durchblutung

Akutmittel

Natron als Verdauungshilfe

Natron als Fastenbegleiter

Natron bei Schmerzen

Natron hilft bei Entzündung

Natron hilft bei Allergie

Äußerliche Anwendungen

Erste Hilfe - Mittel für die Haut

Natron und Sport

WELLNESS FÜR KÖRPER UND SEELE

Natürliche Körperpflege mit Natron

LEBENSMITTEL

Reinigung

Zubereitung

Schonendes Garen von Gemüse

Ein Deo für den Eintopf

Kaffee einfach genießen

Saure Früchtchen

Weitere kleine Tipps

NATRON IN DER KÜCHE

Hygiene in der Küche

Geruchsbinder

Reinigung

NATRON IM BAD

Reinigungsbad für verschiedene Gegenstände

Erste Hilfe bei Schimmelbildung

Schmutz

Kalk

Abfluss frei

NATRON IM KINDERZIMMER

Anwendungen

Bettnässen

NATRON FÜR DIE WÄSCHE

Waschmittelzugabe – Waschmittelersatz

Fleckenmittel

Ablagerungen vorbeugen

VERSCHIEDENE ANWENDUNGEN

Feuerlöschpulver

Reinigungsmittel

Gerüche

Raumklima

Tierhaltung

Ungeziefer

Pflanzenschutz

Schlusswort

Weiterführende Literatur

Literaturverzeichnis

Bildnachweis

Teil I

ALLES EINE FRAGE DER ZEIT

REISE ZU DEN ANFÄNGEN DES LEBENS…

Am Anfang der Evolution vor knapp vier Milliarden Jahren waren Einzeller als grandiose Individualisten die ersten Lebewesen. Alle lebenswichtigen Vorgänge spielten sich dabei innerhalb der Zelle ab. Und ebenso wie komplexes Leben konnte auch die erste Urzelle nur dadurch überleben, dass die in ihrem Inneren ablaufenden chemischen Prozesse, aus denen sie ihre Energie bezog, geordnet abliefen und von den physikalischen und chemischen Vorgängen ihrer Umwelt durch die Zellwand getrennt blieben. Nur eine solche Trennung zwischen „Innen“ und „Außen“ gab ihr die Möglichkeit, ihre innere Ordnung bewahren zu können.

Für eine lebende Zelle besteht die Notwendigkeit, sich von der Umwelt abzugrenzen, damit die Schwankungen der Umwelt nicht auf das innere Milieu durchschlagen. Andererseits muss die Zelloberfläche für den erforderlichen Stoffwechsel durchlässig sein. Schädliche Stoffe dürfen nicht eindringen, benötigte Stoffe hingegen müssen aufgenommen werden. Vom ersten Augenblick ihrer Existenz an müssen lebende Systeme daher in der Lage sein, zwischen verschiedenen Eigenschaften ihrer Umwelt zu unterscheiden.

Über 2,5 Milliarden Jahre lang schwammen die Zellen, jede einzelne völlig auf sich gestellt, in den Ur-Ozeanen. Dieses äußere Milieu bot ihnen paradiesische Verhältnisse. Das Single-Dasein war anscheinend eine ideale Form der Existenz, da sie über einen langen Zeitraum keinerlei Veranlassung sahen, ihr Leben umzustellen.

INDIVIDUALITÄT CONTRA SPEZIALISTENTUM

Vor ca. 1,5 Milliarden Jahren schlossen sich manche Einzeller zu mehrzelligen Organismen zusammen. Der entstandene Zellhaufen entwickelte eine äußere Zellmembran, die einerseits für seinen Schutz diente und andererseits, wie bei den Einzellern, auch durchlässig sein musste, um Nährstoffe aus den Ur-Ozeanen aufzunehmen und entstandene Abfallprodukte abzugeben.

Bei höheren Organismen ist die Zelle der kleinste Baustein. Für die vielen unterschiedlichen Aufgaben in einem vielzelligen Organismus haben sich die Zellen in verschiedener Weise spezialisiert, z.B. Darm-, Muskel-, Herz- Zellen. Sobald sich Zellen gruppieren, ändert sich das Milieu im Zellverband aufgrund des Stoffwechsels der miteinander verbundenen Zellen. Da viele Zellen nun zum Außenmilieu keinen Zugang haben, entwickelten sie ein ähnliches inneres Milieu, die Bindegewebsflüssigkeit (Zwischenzellwasser).

Die Bindegewebsflüssigkeit mit eingelagerten Bindegewebszellen, die alle Zellen nun gleichermaßen umspült, bildet das so genannte Bindegewebe und somit das verbindende Element der spezialisierten Zellen. Nun waren sie allerdings abhängig von einem Versorgungsnetz, das dem Mehrzeller das Überleben sicherte. Man könnte sagen, dass sich für fast alle Zellen des Körpers seit Urzeiten im Prinzip bis heute nichts geändert hat. Bis auf wenige Zellen in der Haut und den Haaren schwimmen die Zellen praktisch immer noch im Ur-Ozean - nämlich im Zwischenzellwasser.

Der menschliche Körper besteht aus verschiedenen Organen bzw. Organsystemen, die sich jeweils aus Milliarden von Zellen zusammensetzen, und ist, wie jedes biologische Lebewesen, ein Kompromiss aus seinen genetischen Anlagen und der Abhängigkeit von seiner Umgebung. Durch unsere Haut sind wir sicher abgegrenzt gegen die Außenwelt. Eingehüllt in ein wasserdichtes Zellgewebe, scheinen wir jeder für sich als von der Umwelt abgetrennte biologische Einheiten zu existieren. Doch dieses Bild ist falsch.

Ganz abgesehen von Nahrungsaufnahme und Atmung, ist unser Organismus auch körperlich keineswegs durch unsere Haut von der Umwelt abgeschlossen. Ebenso wenig, wie sich zum Beispiel unsere Niere oder unser Herz dem Zusammenspiel mit den übrigen Körperfunktionen entziehen kann oder gar, wie die Zellmembran eine einzelnen Zelle von dem abtrennt, was in den Zellen passiert. Im Gegenteil, gerade so, wie die Körperzellen im Organismus integriert sind, so sind auch wir einzelne Menschen in unserer Umwelt, ja in die gesamte Biosphäre dieser Erde biologisch eingebettet.

Man braucht kein Fachmann zu sein, um zu ahnen, wie ungeheuer groß die Probleme und Aufgaben sind, die gelöst werden müssen, wenn die Lebensfähigkeit des Organismus gewährleistet bleiben soll. Um diese bedeutende "Lebensgemeinschaft" zu erhalten, ist es notwendig, das innere Milieu in den Körpersäften und Geweben mit einem System der Grundregulation aufrecht zu erhalten.

ALLES EINE SACHE DER SICHTWEISE

HUMORALE MEDIZIN

Sie definierten Krankheit als die schlechte Mischung der Körpersäfte (Blut, Schleim, schwarze und gelbe Galle), die durch die ungünstige Beschaffenheit von Luft, Wasser und Boden entstehen kann.

Diese sogenannte Vier–Säfte-Lehre oder Humoralmedizin ist somit das älteste Konzept der traditionellen europäischen Medizin. So entstand ein Grundsystem der Naturheilkunde, auf das wir uns noch bis heute beziehen können.

ZELLULARPATHOLOGIE

Mit der Entwicklung der Sehlinsen im 19. Jahrhundert und der von Rudolf Virchow entwickelten Zellularpathologie erfolgte ein Umdenken. Die junge, aufstrebende naturwissenschaftliche Medizin verfügte jetzt über die Möglichkeit, die Organe genauer zu betrachten, und so wurde die humorale Medizin durch die neue Lehre der Zellularpathologie abgelöst.

Man glaubte nun, Krankheiten entstünden aus kranken Zellen und kranken Organen, nicht aus kranken Säften. Und so geriet die alte Lehre in Vergessenheit. Im Bereich der Naturheilkunde allerdings lebt sie bis heute in modifizierter Form weiter.

Die neue Therapie brachte einen großen Nachteil mit sich, denn viele Erkrankungen ohne „sichtbare“ Ursachen ließen sich mit dem Modell nicht erklären. Die Mediziner verloren die Fähigkeit, das was hinter der Krankheit steckte, zu beleuchten und zu erkennen. Damit verloren sie auch die Wurzeln zur in Europa über Jahrhunderte gewachsenen Naturheilkunde, denn Voraussetzung hierfür war ja die Erkenntnis um die Vier-Säfte-Lehre.

Um klare Erkenntnisse über den Körper gewinnen zu können, ist es notwendig, den Organismus in möglichst einfache Bausteine aufzulösen. Wenn wir aber die Zelle als kleinste, lebendige Struktureinheit unseres Körpers untersuchen, so darf man nicht vergessen, dass unser Organismus mehr ist als nur eine Summe von Bausteinen. Er ist ein Ganzes und endgültige Schlussfolgerungen oder Erkenntnisse darf man nur im Zusammenhang mit ihren Wirkungen auf das Ganze sehen.

ZELLE-MILIEU-SYSTEM

Im Jahr 1953 hat sich Dr. Alfred Pischinger, ein Wiener Arzt, sehr intensiv mit der Vier-Säfte-Lehre beschäftigt, um die naturheilkundliche Basis wieder in Erinnerung zu bringen. Er und seine Mitarbeiter entwickelten ein neues Modell, das System der Grundregulation. Es ist das wichtigste Regulations- und Informationssystem im menschlichen Organismus.

Der menschliche Körper besteht aus verschiedenen Organen und Organsystemen, die sich aus ca. 80 Billionen Zellen zusammensetzen. Jede einzelne ist von einer Struktur umgeben, die er als Grundsubstanz oder Extrazelluläre Matrix (EZM) definiert. Diese bildet ein die Zellen umgebendes Milieu, das zum Substanz- und Informationsaustausch zwischen den Körperzellen wichtig ist.

Die Lehre der Grundregulation des Organismus über dieses Gewebe konnte uns nun das Verständnis für die Zusammenhänge der Physiologie und Pathophysiologie in diesem System näherbringen. Durch Pischingers Forschungen wurden die Reaktionen in diesem Bereich erklärbar.

Die Grundregulation stellt das übergeordnete Ordnungsprinzip im Streben des Organismus nach Selbsterhaltung dar. Alle biologischen Grundfunktionen des Lebens, und der Ausgleich von Ungleichgewichten, werden hier reguliert.

Im Organismus laufen ununterbrochen Stoffwechselaktivitäten ab, die für die Erhaltung des Lebens notwendig sind. Damit die Zellen diese Arbeit auch effektiv leisten können, brauchen sie stabile Bedingungen in ihrer Umgebung.

Die in diesem Zusammenhang stehende sogenannte Homöostase bezeichnet den Zustand, dass das innere Milieu des Organismus über Regulationen in einem dynamischen Gleichgewicht gehalten wird.

DIE GRUNDSUBSTANZ - EIN VITALES ORGAN

Die Grundsubstanz koordiniert sämtliche Lebensfunktionen des Körpers - und die der Organzellen. Sie ist der Ort der Vernetzungen von Regelkreisen mit Übermittlung von Informationen durch das vegetative Nervensystem und das Hormonsystem.

Sämtliche grundlegenden Aufgaben, die die Basis für das Funktionieren des Körpers darstellen, z.B. der Wasser- Elektrolyt-Haushalt, die Wärmeregulation und die Säure-Basen-Balance werden hier durchgeführt und reguliert.

Eine optimale Versorgung und Vernetzung aller Organe ist nur durch eine intakte Grundsubstanz möglich. Unter der Grundsubstanz des Körpers versteht man den Extrazellularraum des gesamten Körpers, d.h. den Raum, der alle Zellen unseres Körpers umgibt. Über diese Grundsubstanz ist jede Stelle des Organismus mit jeder anderen verbunden.

Die Grundsubstanz ist die Hausfrau die ihrem Mann mit seinen hochspezialisierten Aufgaben den Rücken freihält.

Für alle Zellen gelten die gleichen Basiszusammenhänge. Eine saubere und durchgängige Grundsubstanz ist die Voraussetzung für vitale und gesunde Zellen. Sie ist somit die Basis der Grundregulation aller Körperfunktionen, aber auch Entstehungsfaktor von Krankheit, und eben auch umgekehrt Basis der Selbstheilung.

Vor allem die auf die Arbeiten von Dr. Pischinger aufbauenden Untersuchungen von Prof. Hartmut Heine zeigen deutlich, dass nahezu alle naturheilkundlichen Therapien am Milieu außerhalb der Zelle, bei dieser Grundsubstanz, ansetzen.

AUFBAU UND AUFGABEN DER GRUNDSUBSTANZ

Die Zelle und ihr umgebendes Milieu stellen eine funktionelle Einheit dar. Über die Grundsubstanz sind neben den Zellen das vegetative und zentrale Nervensystem, das Hormonsystem, sowie der Blut- und Lymphkreislauf miteinander vernetzt. Dadurch wirken Reize nicht nur an einer Stelle, sondern können sich blitzschnell im ganzen Körper ausbreiten.

Jeder Reiz und jedes Stoffwechselgeschehen zwischen den Organzellen läuft über die Grundsubstanz. Reaktionen des ganzen Organismus auf Reize lassen sich somit nur unter Einbeziehung dieser Grundregulation verstehen. Alle stofflichen Substanzen wie Sauerstoff und Glukose, hormonelle Informationen, Transmitterstoffe aus den Nervenenden sowie elektrische Impulse erreichen die Zelle nur über dieses vorgelagerte extrazelluläre Milieu und nehmen Einfluss auf ihre Funktionsfähigkeit.

Mit ca. 16 l Bindegewebsflüssigkeit besitzt die Grundsubstanz bei weitem mehr Volumen als der Blutkreislauf. Sie ist die wichtige Transportstrecke und der Umschlagplatz zwischen der Blutbahn und den Körperzellen und ist so für die Ernährung, aber auch Entgiftung der Körperzellen verantwortlich. Sie ist das zentrale Medium der Steuerung von Stoffwechsel und Entgiftungsprozessen.

Genauso, wie einzelne Steine einer Mauer durch Mörtel und Zement zusammengehalten werden, werden auch einzelne Zellen eines Organismus durch verschiedene Substanzen miteinander verbunden. Diese Substanzen bilden zusammen die Extrazelluläre-Matrix (EZM).

Nach Dr. Pischinger hat nicht eine einzige Organzelle eine direkte Anbindung an den nährenden Blutstrom. Jede von ihnen schwimmt für sich in der Bindegewebsflüssigkeit wie einst der Einzeller im Ur-Meer, und ist auf die Qualität aber auch auf die Quantität von ihr angewiesen.

Es ist also wichtig, in dem Raum außerhalb der Zellen die Dinge „im Fluss“ zu halten. In diesem Bereich fließt das „Lebensmeer“ jeder Organzelle.

Abb. Grundregulationsgewebe Pischinger/Heine 2004

In der Grundsubstanz eingebettet sind neben Bindegewebszellen und einem Molekularsieb (Grundgerüst-PG/PAGs), Abwehrzellen, Gewebehormone und die feinen Nervenenden des vegetativen- und des zentralen Nervensystems.

FUNKTIONEN DER GRUNDSUBSTANZ

Filterfunktion

Ernährung

Entsorgung

Abwehr

Informationsübertragung

Zwischen- und Endlager

Filterfunktion

Die Bindegewebszellen in der Bindegewebsflüssigkeit produzieren das Grundgerüst. Dieses Geflecht aus Zucker-Protein-Komplexen besteht aus negativ geladenen Proteoglykanen und Strukturglykoproteinen. Als Molekularsieb, der Zelle vorgeschaltet, filtert es eingedrungene Fremdzellen und Schadstoffe solange bis Abwehrzellen aktiviert werden.

Das Grundgerüst kann man sich wie ein engmaschiges Netz oder wie eine Flaschenbürste vorstellen.

Ernährung

In diesem Netzwerk des Grundgerüstes münden auch die feinen Kapillaren unseres Gefäßsystems. Nährstoffe, Hormone und Sauerstoff werden hier von den Blutkapillaren in die Bindegewebsflüssigkeit abgegeben. Blutkapillaren, die so fein sind, dass sich die Sauerstoff transportierenden roten Blutkörperchen nur aufgrund ihrer Elastizität noch einzeln hindurchzwängen können.

Entsorgung

Die Zelle ihrerseits gibt Kohlendioxyd in die Bindegewebsflüssigkeit ab. Dieses wandert weiter an die Kapillare heran und wird vom zurückfließenden venösen Blut in die Lunge abtransportiert und abgeatmet. Auf die gleiche Weise werden auch Zellreste abgegeben und auf den Weg gebracht. Die Lymphgefäße, unsere “Müllabfuhr“, haben ebenfalls keinen direkten Anschluss an die Zellen und haben die Aufgabe, über dieses System die großen schweren Brocken aufzunehmen und zur Ausscheidung zu bringen.

Auch die Akupunkturpunkte befinden sich in der EZM.

Abwehr

In der Grundsubstanz befinden sich Abwehrzellen. Deshalb ist hier auch der Bereich von vielseitigen Abwehr- und Immunreaktionen, wo Entzündungen ihren Anfang nehmen.

Informationsübertragung

Ultrafeine Nerven und Hormone kontrollieren die Flüssigkeit und stellen eine direkte Verbindung der Körperzellen zum Gehirn her. Daher ist die Grundsubstanz ein ideales Medium für sämtliche Botschaften, die von einer Ecke in die andere unseres Körpers versandt werden sollen.

Zwischen- und Endlager

Die Grundsubstanz ist auch ein Zwischen- und Endlager für nicht abgebaute und nicht verwertbare Moleküle und Substanzen, die nicht über Blutkreislauf und Lymphsystem abtransportiert werden können. Die Vorstellung von Pischinger war, dass sich im Laufe der Jahre und Jahrzehnte in diesem Bereich "Abfälle" anhäufen, die eben nicht mehr wie vorgesehen abtransportiert werden, sondern auf dem Weg von der Zelle einfach "liegen bleiben".

Was da letztlich "liegen bleibt" bezeichnen wir in der Naturheilkunde als Verschlackung, denn dadurch wird die Transport- und Siebfunktion des Bindegewebes immer schlechter. Hier werden beispielsweise Schadstoffe und Toxine abgefangen. Das Grundgerüst wird daher auch als „Müllhalde“ des Körpers bezeichnet. Schädliche Säuren, Eiweiße und andere Substanzen werden hier abgelagert, um die Organfunktionen so lange wie möglich unbehelligt zu lassen. Werden dadurch die Regelabläufe zwischen Zellen und dem umgebenden Milieu gestört, kommt es früher oder später zu einer Erkrankung.

Die dynamische und durchlässige Beschaffenheit ist von enormer Bedeutung, denn sowohl die normale als auch die pathologische Reaktionsfähigkeit des genetischen Materials im Kern der Zelle ist von der Funktionsfähigkeit der Grundsubstanz abhängig und bestimmt die Zellreaktionen. Das System der Grundregulation, wie es von Heine/Witten-Herdecke weiter erforscht wurde, ist in der Medizin des 20. Jahrhunderts das erste wissenschaftliche Modell, um die multikausalen Verflechtungen vor allem in der Entstehung chronischer Erkrankungen zu beschreiben. (Heine 2009)

Zusammenfassung

Das System der Grundregulation beschreibt das Zelle-Milieu-System als Funktionseinheit mit den Kapillaren, den Lymphgefäßen und dem Molekularsieb der Grundsubstanz. Sämtliche grundlegenden Aufgaben, die die Basis für das Funktionieren des Körpers darstellen, werden hier durchgeführt und reguliert.Dieses Grundsystem betrachtet Pischinger als den elementarsten Lebensbaustein. Über die Kapillaren sind die hormonellen Drüsen, über die blind in der Grundsubstanz endenden Nervenfasern das zentrale Nervensystem zugeschaltet. Im Hypothalamus, dem allem übergeordneten Regulationszentrum im Gehirn,sind beide miteinander verschaltet. Dadurch besteht zwischen der Grundsubstanz(Extrazellulären Matrix) und den übergeordneten Regelzentren eine ständige Rückkopplung, die als Grundregulation bezeichnet wird.

ALLES IM LOT

Gesundheit gilt als das höchste Gut der Menschheit. Voraussetzung ist die sinnvolle, auf den Gesamtorganismus bezogene biologische Ordnung. Sie wird gewährleistet durch das physiologische Streben nach Einhaltung eines Gleichgewichtes, das für die Lebenserhaltung und Funktion eines Organismus oder eines Organs notwendig ist.

„Gesundheit ist nicht alles – aber ohne Gesundheit ist alles nichts.“

Arthur Schopenhauer

REGULATION

Der Körper ist ein flexibles System, das sich laufend den wechselnden Anforderung und Umweltreizen anpassen muss. Es steht in einem ständigen und sehr dynamischen Wechsel. Solange der Organismus die Fähigkeit besitzt, angemessen auf innere und äußere Reize reagieren zu können, bleibt er gesund. Gesundheit ist also nur dann möglich, wenn die inneren Bedingungen im Körper, das innere Milieu in engen Grenzen konstant bleibt.

Der Mensch besteht aus einer kooperativen Gemeinschaft aus ca. 80 Billionen Zellen und durchschnittlich zehnmal so vielen Mikroorganismen. Durch das Bestreben gemeinsam zu überleben, entwickelten sie kooperative Strategien.

REGULATIONSMECHANISMEN

Der Mensch ist ein Wunderwerk der Natur. Jedoch können wir kaum begreifen wie das vollendete Zusammenarbeiten von Billionen Einzelwesen funktioniert. Eine Grundlage dafür ist ein körpereigenes „Chemiewerk“, das in der Lage ist, mit Hilfe seines Stoffwechsels, lebensnotwendige Substanzen selbst herzustellen.

Unter Stoffwechsel versteht man, dass bestimmte Stoffe, die aus der Umgebung aufgenommen werden, vom Organismus in einfache Bestandteile zerlegt werden (abbauender Stoffwechsel), um dann zu komplizierten Strukturen wieder zusammen gesetzt zu werden, damit sie als Baustoffe für den Körper dienen können (aufbauender Stoffwechsel).

Die so gewonnenen Körperbaustoffe erfüllen nun ihre Aufgabe für Wachstum, Neubildung, Fortpflanzung, Reizbarkeit, Leitfähigkeit, Anpassungsfähigkeit, und

somit der Arterhaltung. Ein anderer Teil der aufgenommenen Nährstoffe wird mit Hilfe von Sauerstoff verbrannt, um so Wärme und Energie zu gewinnen.

Reizbarkeit ist wichtig, um Eindrücke aus der Umwelt wahrzunehmen und dem entsprechend zu reagieren.

Die Leitfähigkeit ermöglicht eine nicht nur auf den Ort beschränkte Reiz-Reaktion-Antwort, sondern dass der Reiz weitergeleitet werden kann.

Mit der Anpassungsfähigkeit sind wir in der Lage, uns den Umweltbedingungen in gewissen Grenzen anpassen zu können.

Biologische Vorgänge sind im Allgemeinen geregelte Vorgänge. Im Regelkreis wird eine zu regelnde Größe (z.B. Körpertemperatur) von Fühlern (Rezeptoren) an ein Regulationszentrum gemeldet, dort wird der Istwert mit dem Sollwert verglichen. Bei einer Abweichung werden dann chemische Prozesse in Gang gesetzt um den noch tolerierbaren Sollwert zu erreichen. Im Fall einer Temperaturerhöhung wird Wasser in Form von Schweiß abgegeben und dadurch Wärme nach außen geleitet. Da jetzt Wasser verbraucht wurde, wird unser Regulationszentrum Durst melden, bis unser Wasserhaushalt wieder ausgeglichen wird.

Unser Körper funktioniert grundsätzlich auf der Basis von sich ausgleichenden Gegensätzen. In diesem System agieren keine einzelnen Kontrolleure, sondern paarweise auftretende Gegenspieler.

Zum Beispiel regulieren sich gegenseitig das Hormonsystem, unser vegetatives Nervensystem mit dem sympathischen und dem parasympathischen Anteil, der Säure-Basen-Haushalt und viele mehr.

Maßstab für das Funktionieren ist also das Regulationsverhalten eines Organismus. Sind die Regelmechanismen in Balance, läuft alles wie geschmiert. Der Körper befindet sich in einem dynamischen Gleichgewicht von allen ordnenden Kräften:

Ein unübertreffliches System aus

Organen,

die ein Leben lang Nahrung und Luft aufnehmen und sie in reine Energie umwandeln.

Ein

Kreislaufsystem,

das diese Energie überall dorthin bringt, wo sie benötigt wird, und entstandenen Abfall wieder abtransportiert.

Ein

Hormonsystem,

das an jeglichen Körperfunktionen beteiligt ist und zudem unsere Handlungen, Gedanken und unsere Gefühle steuert.

Ein

Kommunikationssystem

von Nerven, das jede Zelle mit allen anderen verbindet, damit Körper und Geist, bewusst oder unbewusst, als Einheit handeln.

Ein

Immunsystem,

das ständig alle möglichen „Feinde“ wahrnimmt und wenn möglich beseitigt.

Diese Systeme laufen im Körper automatisch ab. Nur einen Bruchteil können wir direkt beeinflussen. Die Regulationsvorgänge sorgen ständig für Ausgleich und Anpassung, ermöglichen dadurch einen Zustand maximaler physischer, psychischer und geistiger Leistungsfähigkeit. Wenn der harmonische Dreiklang von Körper-Seele-Geist durch Regulationsstörung beeinträchtigt ist, kann von Gesundheit keine Rede mehr sein.

REGULATIONSSTÖRUNG

Der Körper verfügt über ein Selbstheilungssystem. Diese Leistung kann durch eine Störung behindert werden. Wenn die inneren Regulationssysteme eingeschränkt sind, kann der Körper bestimmte Tätigkeiten nicht mehr ausreichend vollbringen. Ist das Heilsystem blockiert, beginnt die Entwicklung einer chronischen Krankheit.

Das medizinische Repertoire der lebensrettenden und lebenserhaltenden Maßnahmen wird zwar immer größer, aber immer noch bleiben zu vielen Menschen körperliche und geistige Defekte, chronische Krankheiten, vorzeitiges Altern, Nachlassen der Leistungsfähigkeit und Vitalität, nicht erspart.

Es tauchen zunehmend häufiger unklare Krankheitsbilder auf, die mit dem schulmedizinischen Wissen allein nicht umfassend geklärt werden können. Man findet heute kaum mehr Krankheiten, die nur eine Ursache haben, sondern immer mehr Beschwerdebilder, die multikausale Ursachen aufzeigen. Die meisten Krankheiten entstehen durch unterschwellige Mehrfachbelastungen, die durch schulmedizinische Untersuchungen oft nicht erkannt werden können. Beginnend mit seiner Geburt und durch alle Lebensphasen hindurch häuft der Mensch sowohl ein genetisches als auch ein umwelt- und lebensbedingtes Potential an Belastungen an. Dieses Belastungspotential kann sich lange Zeit innerhalb eines Toleranzbereichs unterhalb der Reizschwelle, das heißt ohne Symptome zu erzeugen, befinden. Diesen Zustand würde man am Beispiel einer „Regentonne“ so veranschaulichen können, dass die „Tonne“ gerade eben randvoll ist, jedoch keinen weiteren Tropfen aufzunehmen vermag, ohne überzulaufen. Ist dieser Zustand erreicht und addiert sich dann nochmals auch nur ein kleiner Reiz hinzu, dann bricht das System auseinander und (Krankheits-)Symptome treten auf, die dann oft schwer einer einzigen Ursache zuzuordnen sind.

Diese „Regentonne“ befindet sich in unserem inneren Milieu, der extrazellulären Matrix, die für unseren Körper die Grundregulation darstellt. Sie entzieht sich in der Regel den bildgebenden Verfahren und den klinischen Untersuchungsmethoden.

„Das eigentliche ist unsichtbar.“

Antoine de Saint- Exupéry

Belastungsfaktoren entstehen z. B. durch Störungen im:

Säure-Basen-Haushalt

Wasserhaushalt

Mineral-, Vitamin- und Spurenelementhaushalt

Störungen werden u.a. verursacht durch:

Darmdysbiose (Veränderung der Darmflora)

Elektrosmog

Genussgifte

geopathogene Störzonen

Impftoxine

Individuelle psychische Stressfaktoren

Lärm

Lebensmittelzusatzstoffe

Medikamente

Mikrobiologie

Schwermetalle

Stoffwechselschlacken

Umweltgifte (Chemikalien)

Unterdrückte Infekte

Zahntoxine

Dabei sollte bedacht werden, dass die Belastungen durch oben genannte Faktoren heutzutage eher die Regel denn die Ausnahme sind.

Unsere Lebenssituation hat sich in den letzten 50 Jahren ziemlich verändert. Die Form unseres Zusammenlebens, Umweltveränderungen etc. haben die Selbstregulationskräfte unseres Organismus an die Grenzen seiner Fähigkeiten gebracht Bei länger anhaltender Überforderung kommt es dann zu einer Regulation mit Nebenwirkungen, die ihren Ausdruck im subjektiven Befinden widerspiegelt, z.B.

Übermäßige Reizbarkeit und Empfindlichkeit bei großer Ermüdung und Erschöpfung

Körperliche Missempfindungen wie Taubheit und „Ameisenlaufen“

Übermäßige Empfindlichkeit von Haut und Sinnesorganen

Schmerzempfinden an verschiedene Stellen, besonders am Kopf

Schwindel

Verkrampfung der Muskulatur

Angst, Unruhe, Unlust

SELBSTHEILUNGSKRÄFTE

Als Selbstheilungskraft bezeichnet man die Fähigkeit des Körpers, mit Hilfe seines „inneren Arztes“ sich selbst zu heilen. Bei einem einfachen Knochenbruch z.B. bekommt man in der Regel einen Gipsverband zur Ruhigstellung, eventuell ein Schmerzmittel. Unser Körper ist es jedoch, der die Selbstheilung aktiviert und den Knochen wieder zusammenwachsen lässt.

Jeder von uns kann seine Selbstheilungskräfte blockieren oder etwas dafür tun, dass sie sich entfalten können. Der „innere Arzt“ ist gekoppelt mit unseren Erwartungen, Gefühlen, Einstellungen und nicht zuletzt mit unserem Glaubenssystem.

Jedes Individuum bildet auf der Basis seiner individuellen Lebenserfahrung eigene Glaubenssätze über sich selbst, andere Menschen und die Welt im Ganzen. Da wir Menschen bei weitem kein vollständiges Wissen von uns selbst und der Welt um uns herum haben, ersetzten wir die Lücken des Wissens notwendigerweise durch Glauben. Anders wären wir nicht handlungsfähig. Bewusstsein und Unterbewusstsein hängen voneinander ab.

Das Bewusstsein ist kreativ und kann positive sowie negative Gedanken erzeugen. Das Unterbewusstsein hingegen ist ein Speicher für das Glaubenssystem und instinktive und erlernte Verhaltensweisen, die durch entsprechende Reize abgerufen werden.

Das Unterbewusstsein funktioniert gewohnheitsmäßig - es reagiert auf die gleichen Lebenssignale immer mit dem gleichen Verhalten. Aus diesem Grund wird der Mensch auch als Gewohnheitstier bezeichnet. Die neurobiologische Verarbeitungskapazität des Unterbewusstseins ist dem Bewusstsein haushoch überlegen. Wenn also die Wünsche des Bewusstseins dem Programm des Unterbewusstseins widersprechen – was glauben Sie, wer da wohl gewinnt?

Glaubenssätze entstehen in unserem Unterbewusstsein durch Übernahme von Bezugspersonen, durch eigene Schlussfolgerungen oder unsere Vorstellungskraft, und werden so zu unseren Überzeugungen.

Der wohl bekannteste Bereich von unbewusst wirksamen Glaubenssätzen ist der Placebo-Effekt. Unter einem Placebo versteht man eine Substanz, die als Arzneimittel ohne Wirkstoff verabreicht wird und eine positive Veränderung des subjektiven Empfindens und objektive messbare körperliche Funktionen bewirkt.

„Nicht unsere Hormone und Neurotransmitter kontrollieren unseren Körper und unseren Verstand – unser Glaube und unsere Überzeugungen kontrollieren unseren Körper, unser Denken und damit unser Leben.“

Bruce L. Lipton

Im Gehirn gibt es Schnittstellen, an denen Wahrnehmungen, Informationen, Gedanken und unsere unterbewusste Programmierung in biochemische Prozesse umgewandelt werden.

Menschen reagieren unterschiedlich auf Placebos. Patienten die eine positive Einstellung zu Medikamenten haben, reagieren stärker auf Placebos. Diejenigen

die der Ansicht sind, sie können sich am besten selbst helfen, reagieren am wenigsten. Wer Placebos als solche erkennt, bei dem wirken sie überhaupt nicht.

Der Placebo-Effekt ist ein erstaunlicher und faszinierender Beweis für die Macht unseres Glaubens und die Heilkraft des Körper-Geist-Systems.

Unsere Überzeugungen steuern unsere Selbstheilungskräfte.

ÜBERLEBENSMECHANISMEN – BIOLOGIE DER SELBSTERHALTUNG

Der Körper als Ganzheit ist ein offenes System mit innerem Milieu, das die lebenswichtigen Interaktionen mit der Umwelt ermöglicht. Schutzmantel für dieses offene System ist die Haut und Schleimhaut. Sie stellen sozusagen die „Tür“ zur Außenwelt dar. Mit ihnen sind wir in der Lage mit der Umwelt zu kommunizieren und überlebenswichtige Nährstoffe aufzunehmen und uns vor schädlichen Stoffen zu schützen.

Die Evolution hat uns mit vielen Überlebensmechanismen ausgestattet. Sie lassen sich grob in drei funktionale Kategorien einteilen. Sie sind die fundamentalsten Verhaltensweisen die ein Organismus braucht um zu überleben:

ENTSCHEIDUNGEN

WACHSTUM

SCHUTZ

ENTSCHEIDUNGEN - WACHSTUM ODER SCHUTZ?

Im Alltag wird der Mensch mit den unterschiedlichsten Substanzen konfrontiert. Nahrungsmittel, Körperpflegemittel, Reinigungsmittel, alles was wir einatmen oder berühren, Medikamente, Nahrungsergänzungen, Viren, Bakterien, Pilze. Jedesmal erfolgt eine Kontrolle, um was es sich handelt, um dann zu entscheiden, wie der Körper darauf reagieren soll. Das ist eine entscheidende Phase, weil damit festgelegt wird, welche Reaktionskette im Körper in Gang gesetzt wird, der Wachstums- oder der Schutzmechanismus.

Wenn der Körper beispielsweise eine Substanz für notwendig oder zuträglich hält, dann erzeugt er bereits Verdauungssäfte in den Organen, obwohl die Substanz noch im Mund ist. Eine solche Entscheidung repräsentiert eine Wachstumsreaktion.

Wenn er eine Substanz durch seine Sinnesorgane als schädlich einstuft, wird er sie instinktiv ablehnen oder ein Ekelgefühl entwickeln.

Ist eine schädliche Substanz bereits aufgenommen, wird der Körper versuchen sie über seine Entgiftungsorgane auszuschleusen (z.B. Erbrechen und Durchfall). Ist das nicht möglich kommt es zu Entzündungsreaktionen oder zu Ablagerungen. Dies sind eindeutige Schutzreaktionen.

Der Körper muss auch körpereigene Substanzen richtig einordnen und entsprechend reagieren. Ob ein derart komplexes System störungsfrei funktioniert, hängt unter anderem davon ab, wie gut der Körper eine Substanz einordnen kann damit es zu keinen Fehlreaktionen bzw. Fehleinschätzungen kommt.

Es gibt 3 Möglichkeiten von Fehlreaktionen…

Etwas Nützliches, Zuträgliches, Wohltuendes wird fälschlicher Weise als schädlich eingeordnet und somit bekämpft. Das ist z.B. der Grund für die Allergieentstehung, oder Autoimmunerkrankung, bei falscher Einordnung von körpereigener Substanz.

Etwas Schädliches