Naturerlebnis Mallorca - Lothar Schmidt - E-Book

Naturerlebnis Mallorca E-Book

Lothar Schmidt

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Beschreibung

Mallorca ist mehr als Strände und Party. Dieser Bildband führt Sie zu möglichst unberührten Naturorten der Insel: atemberaubende Küsten, malerische Berge und stille Täler. Jeder Ort wird mit inspirierenden Fotos vorgestellt und mit praktischen Tipps ergänzt – sei es für Wanderungen, Picknicks oder Sonnenuntergänge. Ein unverzichtbarer Begleiter für Naturliebhaber und Abenteurer auf Mallorca.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 220

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Naturerlebnis Mallorca

Von malerischen Buchten bis zu den Gipfeln der Tramuntana

Lothar Schmidt

Inhalt

Übersichtskarte

Wild, weit, wunderbar

Inselmagie in zahlen und fakten

Mallorca mit allen sinnen

Unser nachhaltigkeitscodex

Der Westen

1

Portals Vells und die Punta de El Toro

/ Eine Halbinsel voller Schätze

2

Zum Cap Andritxol

/ Auszeit auf der Halbinsel

3

Auf der Insel Sa Dragonera

/ Im Reich des Drachen

4

Zwischen Coll de sa Gramola und Sant Elm

/ Wilde Weite über dem Meer

Meine Top-Ten-Reiseziele auf Mallorca

5

Um und auf den Puig de Galatzó

/ Der geheimnisvolle Gipfel

6

Zur Talaia Vella und zum Caragolí

/ Über den Wolken von Valldemossa

7

Son Marroig und Sa Foradada

/ Entspannt durchs Paradies

Der Norden

8

Rund um Fornalutx und Biniaraix

/ Unter den Gipfeln

9

Rund um den Cúber-Stausee

/ Schatzkammer in den Bergen

Der perfekte Tag

10

Um die Tossals Verds

/ Tief ins Gebirge

11

Rund um das Kloster Lluc

/ Das spirituelle Herz Mallorcas

12

Auf den Puig Tomir

/ Gipfelglück im Norden

Natur und Kultur der Serra de Tramuntana

/ Wie geht es weiter mit dem Welterbe?

13

Die Serpentinenstraße zur Cala de sa Calobra

/ Streetart mit zwölf Schleifen

14

Durch den Torrent de Pareis

/ Schluchtenspektakel

15

Das Hochtal von Mortitx

/ Unter Geiern

16

Durch das Vall de Ternelles zum Castell del Rei

/ Geheimnisvolle Felsenburg

17

Vall de Bóquer

/ Zeitschleuse hinter dem Kreisel

18

Am Mirador Es Colomer und der Talaia d’Albercutx

Ganz tief, ganz weit

19

Zur Cala Figuera auf der Halbinsel Formentor

/ Kerniges Bad kurz vor dem Kap

20

Unterwegs zum Kap Formentor

/ Furioses Finale

Das Gebirgsvorland

21

Die Gärten von Alfàbia und Raixa

/ Poesie in Grün

22

Zu den Wasserfällen Es Salt des Freu

/ Das versteckte Schauspiel des Wassers

23

Zum Castell d’Alaró

/ Rauf zur Ruine

24

Das Naturdenkmal Fonts Ufanes

/ Sprudelnde Quellen im Wald

Blühende Schönheiten und grüne Lebenskünstler

25

Das Feuchtgebiet S’Albufereta

/ Vielfalt im Kleinformat

26

Über die Halbinsel La Victòria

/ Rundum glücklich

Zentrale Ebene

27

Auf den Puig de Randa

/ Mallorcas heiliger Berg

28

Am Puig de Son Seguí

/ Maria und der unscheinbare Hügel

29

Über sanfte Hügel zum Puig de Bonany

/ Die Ebene im Blick

Naturschutz

/ »Wir brauchen intelligentere Ansätze«

30

Auszeit im Parc natural de s’Albufera

/ Was raschelt im Schilf?

31

Entlang der Küste von Santa Margalida

/ Viel Sand und schwarze Schweine

Der Osten

32

Im Parc natural de la península de Llevant

/ Grüne Höhen im Osten

33

Naturstrände der Halbinsel Llevant

/ Sonne, Sand und Salz

So schmeckt die Insel

/ Die traditionelle Küche Mallorcas

34

Die Coves d’Artà

/ Durch den Säulensaal zur Höllenpforte

35

Die Halbinsel Punta de n’Amer

/ Ein Zipfel Natur

36

Entlang der Felsenküste zur Cova des Pont

/ Brückenschlag zum Traumstrand

Der Süden

37

Puig de Sant Salvador

/ Auf ins Kloster

38

Castell de Santueri

/ Rundumblick von der Ruine

39

Unterwegs im Parc natural de Mondragó

/ Baden in Türkis

40

Rund ums Cap de Ses Salines

/ Am südlichen Ende der Insel

Die Meereswelt rund um Mallorca

/ Ins Blaue

41

Im Nationalpark Archipiélago de Cabrera

/ Eine Nacht bei den Geistern

42

Rund um die Salines de Llevant

/ Weiße Berge und Flamingos

43

Es Trenc – der längste Naturstrand Mallorcas

/ Viel Sand und stille Weite

44

Am Cap Blanc

/ Über dem Abgrund

Register

Bildnachweis

Impressum

Sant Elm und die Serra de Tramuntana, von der Insel Sa Dragonera aus gesehen

Schon früh im Jahr blühen die Mandelbäume; Sineu, die alte Hauptstadt der Insel; eine von vielen Traumbuchten an der Ostküste – die Cala Màrmols; ländliche Finca bei Petra; Meeresgrotte im Nationalpark Cabrera-Archipel

Dunst und Abendlicht über dem Feuchtgebiet S’Albufera

Der Hafen von Colònia de Sant Jordi; magische Unterwelten: die Coves dels Hams in Porto Cristo; Dörfer wie Fornalutx zeigen den Reiz des ländlichen Mallorca; Paellas, in Valencia erfunden, sind auch auf der Insel beliebt; die Cova des Pont bei Cala Romantica

VorwortWild, Weit, Wunderbar

In Bewegung, aber nie gestresst. Mit Neugier, aber ohne Bucket-List. Dieses Buch lädt ein zu einem achtsamen wie aktiven Erleben der Natur Mallorcas – von wilden Küsten bis zu stillen Wäldern, von seltener Flora bis zur Vogelwelt. Für alle, die Landschaft wirklich spüren möchten.

Im Naturpark der Llevant-Halbinsel ist es einsam und weit.

Ab Ende Januar blühen die Mandelbäume.

Jagende Fischadler lassen sich mit etwas Glück in der S’Albufera beobachten.

Mallorca überrascht – immer wieder. Jenseits der allzu bekannten Klischees entfaltet sich eine Welt, die fein, vielschichtig und voller Leben ist. Wer sich auf die Natur der Insel einlässt, findet nicht nur die bekannten Postkartenansichten, sondern auch ein fantastisches, sich ständig wandelndes Miteinander aus Licht und Landschaft, Wind und Wellen, Felsen und Ferne. Dieses Buch ist eine Einladung, genau diese Seite Mallorcas zu erkunden – achtsam, offen, in Bewegung, aber ohne den Erfolgsdruck, etwas unbedingt gesehen haben zu müssen.

Mallorcas Natur beeindruckt durch ihre außergewöhnliche Vielfalt auf engem Raum. Schroffe Felsküsten und stille Buchten, grüne Bergtäler und windgepeitschte Hochebenen, Feuchtgebiete, Pinienwälder und karge Garrigue – das Landschaftsbild ist ebenso abwechslungsreich wie die Lebensräume, die es bietet. Rund 130 endemische Pflanzenarten gedeihen hier, darunter das Balearen-Alpenveilchen, der duftende Rosmarin der Küsten oder die seltene Stranddistel in den Dünen von Es Trenc. Steineichenwälder in der Serra de Tramuntana bieten Schatten und Schutz für Vögel, Wildkatzen und Fledermäuse. In den flachen Küstengewässern schwingen sich Posidonia-Seegraswiesen wie grüne Unterwassermatten – sie reinigen das Wasser, binden CO2 und bieten Schutz für Meerestiere.

Die Fauna ist nicht weniger beeindruckend: Neben Flamingos, Seidenreihern und Fischadlern leben auf der Dracheninsel Sa Dragonera endemische Eidechsenarten. Der Balearen-Sturmtaucher zieht über das Meer, während in Höhlen Fledermäuse nisten und über den Klippen Wanderfalken kreisen. Diese biologische Vielfalt ist einzigartig im Mittelmeerraum und macht Mallorca zu einem wahren Schatz – sensibel, schützenswert und faszinierend zu jeder Jahreszeit.

Um ihn zu entdecken, liegt der Fokus in diesem Buch auf den ursprünglichen, wilden, oft auch stillen Seiten der Insel. Auf Wegen, die durch Gegenden und zu Orten führen, die berühren, wenn man ihnen Raum gibt – und sich selbst Zeit nimmt. Die hier versammelten Kapitel streifen fast alle Regionen Mallorcas – vor allem die Serra de Tramuntana, die mit ihren grandiosen Landschaften, alten Trockenmauern, Schneehäusern und dem Spiel von Licht und Schatten am meisten zu bieten hat. Aber nicht nur. Zu entdecken sind auch zerklüftete Küsten des Nordens, Dünen und Salinen im Süden, Feuchtgebiete voller Vögel, Halbinseln mit natürlichen Stränden und alten Wachtürmen. Und nicht zuletzt der ein oder andere Hügel im Inselinneren. Dazu gibt es ergänzende Tipps, etwa zu Outdoor-Anbietern, und zu den meisten Kapiteln auch ausgearbeitete Rad- oder Wanderrouten, die man sich als GPS-Tracks herunterladen kann (siehe QR-Code auf Seite 23).

Mallorca ist eine Insel mit tausend Gesichtern. Dieses Buch lädt ein, einige davon kennenzulernen – jenseits der Klischees, nah an der Natur, offen für das, was kommt. Ganz im Rhythmus der Insel. Viel Spaß dabei und eine gute Zeit!

Blühende Mandelbäume bei Selva

Willkommen Auf Mallorca Inselmagie In Zahlen Und Fakten

Mallorca ist die größte Insel der Balearen, ein Sehnsuchtsziel voller Schönheit, Vielfalt und Möglichkeiten, das jährlich von rund 17 Millionen Urlaubern besucht wird. Und fast alle, die einmal da waren, kehren zurück.

Die Beliebtheit Mallorcas ist kein Wunder bei über 200 Stränden, einem beeindruckenden Gebirge, das zum UNESCO-Welterbe gehört, gut ausgebauten Wanderwegen und zahlreichen Sport- und Outdoor-Angeboten. Mit 3603 Quadratkilometern Fläche und rund 940 000 Einwohnern vereint die Insel landschaftliche Gegensätze auf kleinem Raum. Das Klima ist mediterran-subtropisch: heiße, trockene Sommer mit Temperaturen bis zu 40 Grad, milde, feuchte Winter mit gelegentlichem Schnee in den Höhenlagen der Tramuntana.

Während der Nordwesten bis zu 1400 Millimeter Niederschlag erhält, bleibt der Süden deutlich trockener. Bereits im Januar beginnt die Mandelblüte, während der Herbst mit Gewittern und Regengüssen frisches Grün schenkt.

10 000 Höhlen

Die berühmte Drachenhöhle von Porto Cristo ist nicht die einzige Unterwelt auf Mallorca. Rund zehntausend Höhlen durchziehen das Eiland – nur fünf von ihnen sind für Touristen geöffnet.

Mit Dem Fahrrad

Mehr als 200 000 Radurlauber trainieren im Jahr auf Mallorca. Zahlreiche Hotels haben sich auf die Bedürfnisse der Kundschaft eingerichtet und bieten vom Equipment bis zum Trainingscamp das volle Programm.

4-Mal

… so viel CO₂ wie eine vergleichbare Fläche Wald speichern die wertvollen Posidonia-Seegraswiesen, die sich rund um Mallorca finden. Die endemische Art filtert außerdem das Wasser und ist ein wichtiger Lebensraum für Meeresbewohner.

23 Prozent

… der Landflächen Mallorcas stehen unter Naturschutz. Die Naturparks sowie zahlreiche Schutzgebiete bewahren seltene Tier- und Pflanzenarten sowie wertvolle Ökosysteme.

Bioanbau

Etwa ein Fünftel der landwirtschaftlichen Fläche der Insel – exakt 21,6 Prozent – wird ökologisch bewirtschaftet (Stand: 2023). Hauptprodukte des Bioanbaus sind Oliven und Olivenöl, Mandeln, Johannisbrot und Wein.

550 Kilometer

So lang ist die Küstenlinie der Insel – viel Platz für beeindruckende Kliffs, Buchten, und tolle Aussichten. Neben Stränden an Urlaubszentren wie der Playa de Palma gibt es noch zahlreiche naturbelassene Abschnitte mit seltener Flora und Fauna.

10 917 Hektar

Das ist die geschützte Fläche an Land, über die sich der Parc natural de la península de Llevant im Nordosten Mallorcas erstreckt; hinzu kommen weitere 6194 Hektar geschützte Meeresfläche. Damit ist er der größte Naturpark der Insel.

Gibt Es Nur Hier

Auf den Balearen finden sich rund 130 endemische Pflanzenarten und mehr als 300 endemische Tierarten. Ein Beispiel ist die Balearen-Eidechse, die häufig auf der Insel Sa Dragonera zu finden ist. Viel seltener zu sehen sind die Balearische Wechselkröte und die scheue Ginsterkatze.

1445 Meter

Mallorca hat mehr als 50 Gipfel, die über 1000 Meter hochragen. Sie alle finden sich in der Serra de Tramuntana. Der höchste Gipfel ist der Puig Major. Das Gebirge wurde 2011 von der UNESCO zum Welterbe erklärt und prägt das Landschaftsbild mit schroffen Felsen, tiefen Tälern und grandiosen Panoramen. Die Region gilt als wichtiger Wasserspeicher und Lebensraum endemischer Tier- und Pflanzenarten.

Die Schönsten Outdoor-AktivitätenMallorca Mit Allen Sinnen

Ob zu Fuß durch die Tramuntana, mit dem Rad durchs Hinterland im Inselinneren, Paddeln auf dem Meer oder Eintauchen in geheimnisvolle Höhlen: Die Insel bietet sehr viele Möglichkeiten, die Natur aktiv zu erleben.

Der untere Teil des Torrent de Pareis ist meist gefahrlos zu begehen.

Spektakuläre Felsküsten und knackige Anstiege – für Wasser- und Radsport bietet Mallorca beste Bedingungen.

Bevor jetzt die Stiefel geschnürt, Helme aufgesetzt und Rucksäcke gepackt werden, eins vorab: Der Schutz und Erhalt der Natur steht über allem. Das ist wegen der hohen Besucherdichte auf Mallorca wichtiger als in anderen Regionen. Viele Aktivitäten in diesem Buch führen durch geschützte Naturparks, Feuchtgebiete oder Küstenzonen von ökologischer Bedeutung. Respekt gegenüber Landschaft, Tierwelt und den regionalen Regeln ist daher oberstes Gebot. Wege nicht verlassen, Lärm vermeiden, keinen Müll hinterlassen – das ist selbstverständlich. Manchmal bedeutet Naturschutz aber auch, die eigenen Interessen ein Stück zurückzustellen. Das bewusste Erleben der Natur beginnt mit Rücksicht.

Unterwegs auf festen Wegen – zu Fuß oder auf zwei Rädern

Wandern ist der Klassiker. Auf alten Hirtenpfaden, durch Steineichenwälder, über zerklüftete Küstenplateaus oder entlang verlassener Terrassenfelder: Die Insel ist ein Paradies für Wanderer. Der Fernwanderweg GR 221 zieht sich wie ein grünes Rückgrat durch die Serra de Tramuntana. Noch deutlich weniger bekannt ist der GR 222, der von der Halbinsel Llevant zum Kloster Lluc in die Tramuntana führt. Doch auch kürzere Touren, etwa auf die Talaia d’Alcúdia am Cap del Pinar oder auf den stillen Puig de Son Seguí bieten intensive Naturerlebnisse und eindrucksvolle Aussichten.

Radfahren auf Mallorca hat viele Gesichter. Rennradler sind im Frühjahr zu Tausenden unterwegs. Die Auf- und Abfahrt nach Sa Calobra, die Panoramastraße zum Cap Formentor – viele träumen davon, einmal diese ebenso großartigen wie anstrengenden Strecken zu erleben. Wer es gemächlicher liebt, erkundet auf dem Touren- oder Gravelbike die Weiten der Es-Plà-Ebene, durchquert Kiefernwälder oder rollt entlang der Küste. Mountainbiker wiederum zieht es auf die teils wilden Pisten ehemaliger Militärareale, etwa auf der Halbinsel von Portals Vells. In fast allen Urlaubsgegenden findet sich ein Radverleih. Wer sich umschaut, findet das Gewünschte, egal ob E-Bike, MTB, Gravel- oder Racebike.

Kajakfahren entlang der zerklüfteten Küste ist ein lautloses Abenteuer. In die Buchten gleiten, zwischen Felsnasen und Höhlen paddeln, Delfine in der Ferne – solche Momente brennen sich ein. Besonders eindrücklich sind Touren rund um die Dracheninsel Sa Dragonera oder an der Westküste.

Freiklettern über dem Meer ist nur außerhalb der Brutzeiten erlaubt.

Wenn's heiß ist, am schönsten: eine Abkühlung im Meer

Aber das Meer ist auch tückisch, daher ist auf Wind, Wetter und Seegang immer zu achten.

Tauchen und Schnorcheln öffnen das Fenster zur Unterwasserwelt. In Schutzgebieten wie Portals Vells, Cabrera oder der Cala Figuera trifft man auf Tintenfische und gelegentlich sogar auf Barrakudas. Wer lieber in flachen Buchten bleibt, entdeckt beim Schnorcheln Posidonia-Wiesen und Felsformationen voller Leben. Das Berühren oder Mitnehmen von Meereslebewesen ist tabu.

Stand-up-Paddling (SUP) ist die sanfte Art, sich dem Meer zu nähern. In den ruhigen Morgenstunden über das glatte Wasser der Pollença-Bucht zu gleiten, ist sozusagen Meditation in Bewegung.

Abenteuer und Adrenalin – das wilde Mallorca

Für alle, die das Besondere suchen, bietet die Insel auch echte Abenteuer. Diese Aktivitäten erfordern Erfahrung, Vorbereitung – und Verantwortung. Deshalb gilt: Klettern, Canyoning, Höhlenwanderungen und ähnliche Unternehmungen sollten ausschließlich im Rahmen organisierter Touren mit erfahrenen Guides stattfinden. Sie kennen nicht nur die besten Routen, sondern auch die aktuellen Bedingungen, Gefahren und Schutzregeln.

Der mallorquinische Kalkstein bietet Klettergärten, Mehrseillängenrouten und die Möglichkeit zum »Deep Water Soloing« – Klettern über dem Meer, ohne Seil, mit dem Wasser als einzigem Fangnetz. Adrenalin und Ästhetik gehen hier Hand in Hand. Auch hier gilt: Die ausgewiesenen Kletterzonen respektieren und Felswände in Brutzeiten meiden.

Canyoning im Torrent de Pareis oder in der Schlucht Sa Fosca ist nichts für Ungeübte, aber ein unvergessliches Erlebnis. Felskessel, unterirdische Flüsse, Kletterpassagen – Mallorca zeigt hier seine wilde, ungezähmte Seite. Ohne Ortskenntnis kann so eine Tour lebensgefährlich werden.

Fotografieren, malen, zeichnen – Naturerleben kann auch ganz ruhig sein.

Trailrunning wird auf der Insel immer beliebter, ob in der Serra de Tramuntana, entlang von Berggraten oder auf alten Schmugglerpfaden – die Kulisse ist oft spektakulär. Auch hier gilt: nie ohne Wasser, nie ohne Karte oder GPS – und am besten nie allein.

Höhlenwanderungen und Urban Exploration führen unter die Oberfläche: alte Bunker am Cap Blanc, verlassene Militärposten bei Portals Vells oder die Unterwasserhöhle Cova des Coloms eröffnen Einblicke in andere Zeiten – teils mystisch, teils beklemmend, oft faszinierend. Doch viele dieser Orte sind nicht offiziell zugänglich. Auch hier helfen geführte Touren, Erlaubnisse und Sicherheitsregeln zu wahren.

Naturbeobachtung und stille Momente

Nicht jede Bewegung muss sportlich sein. Manches erschließt sich erst im Innehalten. Vogelbeobachtung etwa, in den Feuchtgebieten der S’Albufereta oder den Salines de Llevant, wo Flamingos durchs Wasser staksen und Fischadler kreisen.

Reiten durch die weite Ebene des Es Plà, entlang der Strände Es Trenc und bei Can Picafort oder entlang schattiger Waldwege – hier öffnen sich Perspektiven, die mit anderen Fortbewegungsarten verborgen bleiben. Der Rhythmus des Pferdes bringt einen dem ursprünglichen Tempo der Insel näher. Reiterhöfe finden sich in fast allen Regionen Mallorcas.

Auch Strandwanderungen – wie jene vom Naturstrand Es Trenc bis nach Colònia Sant Jordi – verbinden Bewegung mit Weite. Barfuß durch den Sand zu gehen, begleitet vom Klang der Wellen, macht aus einem Spaziergang eine innere Reise.

Fotografieren, malen oder zeichnen – auch über Kreativität kann man sich der Natur öffnen. Die Wahrnehmung wird geschärft, und irgendwie verlangsamt es auch die Welt. Auf Mallorca hat man die Qual der Wahl, denn überall kann man Orte oder Blickwinkel entdecken, die sich zur kreativen Kontemplation eignen. Man muss sich nur entscheiden, ob man lieber weite Landschaften und Ausblicke sucht, Bergpanoramen und Küsten oder einzelne Objekte wie Felsen, Pflanzen oder einen Leuchtturm am Meer. Im Zweifel ist auch hier die Tramuntana ein guter Anlaufpunkt. Das sahen schon die Maler im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert so, die die Bergwelt lange vor den Touristenmassen für sich entdeckten.

Exklusiv für Sie als Leser:

Mit Gps-Daten Zum Download

unter: gps.bruckmann.de

Zwischen den Urlaubsorten der Südostküste lassen sich Buchten und Klippen erwandern.

Unser Nachhaltigkeitskodex

Die Welt birgt viele Wunder, Abenteuer und spektakuläre Aussichten, die wir gerne erkunden möchten. Doch sie ist auch leicht aus dem Gleichgewicht zu bringen. Hier ein paar Tipps, wie wir unsere Welt nachhaltig entdecken können:

Die Hauptsaison meiden: Wenn wir nicht gerade auf die Ferienzeiten angewiesen sind, können wir der Umwelt einen großen Gefallen tun, indem wir in der Nebensaison verreisen. Damit tragen wir zu einer gleichmäßigeren Auslastung der Umwelt und der Infrastruktur bei und der Urlaub wird dazu auch noch wesentlich entspannter.

Die Aufenthaltsdauer dem Reiseziel anpassen: Je weiter das Reiseziel ist, desto länger sollte der Aufenthalt sein. Dadurch lernen wir die Region nicht nur intensiver kennen, sondern stärken sie ganz nebenbei noch durch unsere Ausgaben vor Ort. Anfahrtsintensive Tagesausflüge sollten besser vermieden werden, das bedeutet nur Stress, sowohl für die Umwelt als auch für uns selbst.

Auf umweltschonende Verkehrsmittel setzen: Wo es möglich ist, reisen wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln an. Das reduziert nicht nur die Luftverschmutzung, sondern schont auch unsere Nerven. Falls das nicht geht, helfen verschiedenste Plattformen dabei, den CO2-Austoß auszugleichen, vor allem, wenn das gewünschte Reiseziel nur mit dem Flugzeug zu erreichen ist.

Nur dort parken und campen, wo es erlaubt ist: Selbst, wenn wir uns noch so vorbildlich verhalten und unseren Aufenthaltsort so hinterlassen, wie wir ihn vorgefunden haben, stören wir den Lebensraum von Wildtieren und hinterlassen Spuren und Gerüche. Auch Lagerfeuer entzünden wir ausschließlich an den dafür vorgesehenen Stellen und achten dabei auf Waldbrandstufen und Naturschutzgebiete.

Ressourcen gewissenhaft nutzen: Manche Umweltressourcen sind bereits knapp, endlich sind auf jeden Fall alle. Um sie zu schonen, sollten wir sparsam mit ihnen umgehen, gerade in Gegenden, in denen zum Beispiel Wasser oder Strom nicht im Überfluss vorhanden sind.

Ein guter Gast sein: Nachhaltig unsere Umgebung zu erkunden bedeutet auch, der hiesigen Flora und Fauna mit Respekt zu begegnen. Pflanzen sollten auf keinen Fall gepflückt werden, aber sie stehen uns bestimmt gerne Modell für das eine oder andere Foto. Das Gleiche gilt für wilde Tiere: Wir füttern sie nicht, halten Abstand und beobachten sie aus der Ferne.

Auf den Wegen bleiben: Wer die vorgegebenen Wege verlässt, dringt nicht nur in die Rückzugsräume heimischer Arten ein, sondern trägt auch dazu bei, dass sich neue Wege bilden, was zur Erosion des Bodens führt.

Abfall wieder mitnehmen: Plastikverpackungen jeglicher Art, Dosen, Flaschen und Papiertaschentücher (es dauert Jahre, bis sich ein einzelnes Taschentuch vollständig abgebaut hat!) gehören nicht in die Natur, sondern artgerecht entsorgt. Am besten gleich eine wiederverwendbare Brotdose oder Trinkflasche mitnehmen. Dazu zählen natürlich auch Toilettenpapier und der Inhalt von (Chemie-)Toiletten. Entsprechende Entsorgungsstationen finden sich überall.

Lokal kaufen: Dadurch lernen wir Land und Leute besser kennen und unterstützen die regionale Wirtschaft, außerdem sind regionale Produkte meist auch preisgünstiger und qualitativ hochwertiger.

So wie wir die Umwelt respektieren, wollen wir auch unseren Mitmenschen und deren Kultur Respekt entgegenbringen, gerade im Hinblick auf deren Traditionen, Religion oder typische Gebräuche. So können ein Lächeln oder ein paar Worte in der Landessprache Berge versetzen!

Serra De Tramuntana – Der Südwesten

Wilde Klippen, alte Terrassenfelder und eine Insel wie ein schlafender Drache – im Südwesten ist die Bergwelt voller Poesie.

Die Halbinsel Sa Foradada an der Costa Nord hat schon die ersten Mallorca-Reisenden fasziniert.

Signale für die Seefahrt – Leuchtturm am Kap Cala Figuera

1Portals Vells Und Die Punta De El Toro

Eine Halbinsel Voller Schätze

Weite Teile der bewaldeten Halbinsel zwischen Magaluf und Santa Ponça haben eine lange Militärgeschichte. Seine Zukunft als Naturpark ist dagegen ungewiss. Aber auch so gibt es viel zu entdecken: helle Klippen, einen Leuchtturm, mehrere Strände und eine geheimnisvolle Felsenkapelle. Das umgebende Meer gilt als eines der besten Tauchreviere der Insel.

Magaluf mit seinen Hochhäusern und Santa Ponça mit seinen ausufernden Villensiedlungen verdrängen jedes romantische Ideal, das man möglicherweise im Reisegepäck hatte. Doch nun, auf dieser schmalen Straße, verblassen die Auswüchse der sogenannten Balearisierung, sie lösen sich sozusagen im Grünen auf. Und was das für ein Grün ist – sehr gepflegt und selbst im Sommer satt und tief in der Farbe. Klar, das muss ein Golfplatz sein. Ist es auch, aber keine Sorge, die Anlage des Golf de Ponent ist schnell durchquert. Rad- und Cabriofahrer ziehen vorsichtshalber den Kopf ein, denn es geht mittendurch.

Der sich anschließende Kiefernhain verwischt die Erinnerungen an die fast großstädtischen Küstenorte. Wie eine letzte Reminiszenz wirken schmale Straßen, die zu Beginn noch die Halbinsel durchziehen. Hier sollten mal weitere Wohnsiedlungen entstehen, was, warum auch immer, dann doch nicht geschah. Mit einem Gravel- oder Mountainbike lässt sich die vielfältige Halbinsel sehr gut erkunden. Wer mit dem Rad unterwegs ist, kann sich freuen, denn kurz darauf kann man zu den Stränden El Mago und Portals Vells hinunterrollen.

Die Höhle der Muttergottes

Die Bucht von Portals Vells ist eine besondere. Das liegt nicht nur am schönen Sandstrand und dem seicht wogenden Wasser, sondern auch an dem, was an der Südseite der Bucht in der Felswand zu entdecken ist. Wie ausgeschnitten – oder wie überdimensionierte Garagentore – wirken dort drei große Öffnungen im Gestein. Ein wenig unheimlich und mysteriös ist die Cova Mare de Déu. Neben dem üblichen Unrat, den angekokelten Holzstämmen irgendeines Lagerfeuers und anderen Hinterlassenschaften der Zivilisation, überrascht die Höhle mit seltsamen Felsreliefs. An einer der Stirnseiten des großen Innenraums wurden christliche Motive in den Felsen geritzt. Ein Engel ist zu erkennen, aber auch Sonne und Mond.

Vor rund 600 Jahren entstanden die Höhlen. Damals wurde aus dem weichen Marèsstein das Baumaterial für die großen Kirchenbauten Palmas geschnitten. Doch das erklärt nicht die Wandgestaltung, die aus einem profanen Schacht eine Kapelle macht. Die Erklärung: Im 15. Jahrhundert soll ein Schiff aus Genua in einen fürchterlichen Sturm vor der Südwestküste geraten sein. Die Seeleute hatten wohl schon den sicheren Tod vor Augen und gelobten, sollten sie jemals wieder festen Boden unter die Füße bekommen, dann würden sie am Ort ihrer Rettung der Mutter Gottes eine Kapelle bauen. Vielleicht war es so, und jene Seemänner formten aus dem Felsen jenen anrührenden Altar des Danks und der Demut.

Leuchtturm auf Miniinsel

Weiter geht es zum Leuchtturm Cala Figuera. Wer zu Fuß unterwegs ist, kann den Trampelpfaden entlang der Küste folgen und sich von dem seichten Rauschen des Meeres einlullen lassen. Radfahrer lernen grobporige Asphaltpisten mit riesigen Schlaglöchern kennen – und einige kurze und giftige Anstiege.

Kurz vor dem Kap Cala Figuera sind die Reste einer Militäranlage erhalten. Seit dem Spanischen Bürgerkrieg (1936–1939) erstreckte sich westlich der Landspitze ein komplexes Netzwerk aus Bunkeranlagen, Soldatenunterkünften und unterirdischen Kanonenstellungen, die erst 1989 außer Betrieb genommen wurden. So spannend dieser Lost Place ist, das Erkunden der Küstenfelsen und der verlassenen Militäranlagen kann riskant sein.

Von der Landspitze öffnet sich der Blick über die Bucht von Palma.

Tief eingeschnitten und mit kleinem Steinstrand – die Cala Figuera

Felsnase im Meeresreservat

Ungefährlich ist dagegen der Blick auf den Leuchtturm, der fotogen auf einer vorgelagerten Insel thront. Von hier aus hat man einen tollen Blick und kann unter anderem die Schiffe beobachten, die den Hafen von Palma ansteuern. Etwas oberhalb der Steilküste mit ihren fast weißen Klippen arbeitet man sich nun weiter nach Westen vor. Die spitz zulaufende Felsnase, die immer wieder in den Blick kommt, ist die Punta de El Toro. Durch eine geöffnete Tür im Zaun kann man das Areal betreten.

Was hier noch an Militärbauten vorhanden ist, wurde mit Graffiti besprüht. Auch wenn es nicht so aussieht, das Gebiet ist immer noch unter Militärverwaltung. Das Vorhaben, dieses Refugium für zahlreiche Vogelarten als Naturpark zu schützen, wurde vom Verteidigungsministerium erst einmal kassiert. Aus dem geplanten Parc natural de Ponent wird also erst einmal nichts. Die kleinen vorgelagerten Inseln und das sie umgebende Meer sind allerdings bereits geschützt. Hier leben Tintenfische, Moränen, Zackenbarsche, Doraden und viele andere Arten. Ein würdiger letzter Spot der Halbinselerkundung ist der Aussichtspunkt Mirador El Toro. Hier grenzen die Ausläufer von Santa Ponça und das Naturgebiet aufeinander – ein typisches Mallorca-Kontrastprogramm.

Die Cala Rafeubeitx mit ihren hellen Klippen

Info

Tauchen Im Meeresschutzgebiet El Toro

Das Meeresschutzgebiet El Toro ist ein Paradies für Taucher aller Erfahrungsstufen. Die Gewässer beheimaten eine beeindruckende Vielfalt an Meereslebewesen: Moränen, Zackenbarsche, Tintenfische, Drachenköpfe und viele andere Arten sind hier zu Hause. Besonders die Seegraswiesen und der felsige Meeresboden bieten Lebensraum für zahlreiche Fischarten, die auch zur Fortpflanzung hierherkommen. Tauchbasen bieten Tauchgänge bis zu 40 Meter Tiefe von unterschiedlichen Einstiegspunkten an. Wegen der strengen Regulierungen zum Schutz des Gebiets und der Fischbestände sollte man den Tauchgang ohnehin im Rahmen eines organisierten Tauchtrips planen, zum Beispiel: zoeamallorca.com

Mit Dem Moutainbike Über Die Halbinsel

Wer in Santa Ponça oder Magaluf seine Unterkunft hat, kann bequem von dort aus starten. Wer sein Rad mit dem Auto transportiert, kann in der Siedlung Son Ferrer parken oder am Strandparkplatz der Bucht von Portals Vells. Am besten fährt man auf einem Mountain- oder Gravelbike, dann gibt es keine Probleme, wenn die Wege etwas ruppiger werden. Die Rundtour mit Abstechern zu den im Text genannten Spots ist etwa 25 Kilometer lang (QR-Code siehe Seite 23). Sie führt über ein Wegenetz, das teilweise noch vom Militär stammt, und bei Son Ferrer auch über eine öffentliche Straße. Um entspannt Pausen zum Baden und Erkunden einlegen zu können, sollte man beim Fahrradverleih nach einem sicheren Schloss fragen. Gute Räder bietet zum Beispiel Tramuntbike.

Streckenangaben

Länge: 25 km,

Dauer: 2,5 h,

Anstieg: 460 Hm,

GPS-Daten zum Download s. S. 23,

tramuntbike.com

Wie geschaffen für eine Badepause – die Caló d’en Monjo bei Cala Fornells

2Zum Cap Andritxol

Auszeit Auf Der Halbinsel

Zwischen Cala Fornells und Camp de Mar erstreckt sich eine wenig beachtete, aber reizvolle Halbinsel. Mit duftenden Kiefernwäldern, versteckten Buchten und einem historischen Wachturm bietet sie die perfekte Kulisse für eine entspannte Erkundungstour zu Fuß.

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