NATÜRLICH,
BABY
STRICKIDEEN AUS BIO-GARNEN IN DEN GRÖSSEN 50 BIS 92.
BABY
HEY
NATÜRLICH,
BABY
STRICKIDEEN AUS BIO-GARNEN IN DEN GRÖSSEN 50 BIS 92.
ACCESSOIRES22Emilias Bonnet26Theos Schühchen29Mikas Zwergenmütze32Lottas Dreieckstuch34Finns Streifenmütze36Maries Bommelmütze38Olivers Stulpen40Mias Söckchen42Bens Stiefelchen44Olivers Fäustlinge46Lillis Söckchen48Jans Mütze9Vorwort10Baumwolle, BioWolle, Natur oder Synthetik?14VomSchaf zum Strickstück16Liebenswerte Wolllieferanten18Chemie und Rückständein der WolleÜbrigens: Alle Strickschriften in diesem Buch stehen auch zum Download zur Verfügung. Sie lassen sich in beliebiger Größe ausdrucken und können beim Nachstricken eine wertvolle Hilfe sein.Sie finden die Strickschriften unter www.toppkreativ.de/digitalebibliothek. Den DownloadCode finden Sie am Ende dieses Buches im Impressum auf Seite 108.6 Inhalt
AUSSTATTUNG96Mathildas Decke97Jakobs Schlafsack100Gretas Reisedecke102Besondere Techniken104Abkürzungen104 Bezugsquellen105 Autoren107 ImpressumKLEIDUNG52Emilias Wickeljacke56Mikas Hustenleibchen58Mikas Windelhose61Klaras Kleid64Idas Pullover66Ellas Pullover68Annas Hose70Antons Weste72Tines Kapuzenjacke74Jasmins Trägerkleid76Pauls Strampelhose78Emmas Pullover81Jans Pullover84Jans Hose86Leons Pullunder88Toms Jäckchen91Oskars StrampelanzugInhalt7
8 VorwortWas gibt es Schöneres, als einen neuen Erdenbürger mit viel Wärme, Liebe und Geborgenheit in Formvon selbst gestrickten Mützen, Jäckchen und Decken willkommen zu heißen?! Noch schöner wird es nur, wenn dabei auch noch ein gutes Gewissen mitspielt, weil die verstrickte Wolle mit viel Rücksicht auf Tiere, Menschen und Umwelt produziert wurde.Artgerechte Tierhaltung ohne Mulesing, umweltschonende Produktion, fairer Handel und ein schadstofffreies Produkt – das klingt nicht nur gut, sondern wird bei den Garnen, die wir in diesem Buch verwenden, ganz groß geschrieben. Dabei muss man nach solchen tollen Materialien heute nicht mehr lange suchen, denn nachhaltige Qualität ist in immer größerer Breite zu finden.Branchenpionier Rosy Green Wool produziert sein komplettes Sortiment nach den strengen GOTSKriterien, Naturfärberin Jule Kebelmann färbt ihre Hey Mama WolfGarne mit Pflanzen aus dem eigenen Färbegarten und „Naturmama“ Caro Hosmann vertreibt NaturSchafwolle aus biologischer Tierhaltung. Aber auch größere Garnhersteller haben längst erkannt, dass Faktoren wie Tierwohl, Umweltschutz und fairer Handelbei der Wollproduktion eine immer wichtigere Rollespielen, und bringen mehr und mehr zertifizierte Garne heraus.Perfekt für alle werdenden Mamas, Omas, Tanten und Co.! Denn mit diesen großartigen Garnen und den zauberhaften Modellen in diesem Buch bestricken wir unsere Babys doch umso lieber von Kopf bis Füßchen.
10 Baumwolle, Bio-Wolle, Natur oder Synthetik?Bei natürlichen Fasern ist zwischen tierischer und pflanzlicher Herkunft zu unterscheiden. Je nach Verwendung haben beide Arten ihre Vorteile. So bietet beispielsweise die tierische Faser eine bessere Isolation und Zirkulation, ist elastischer und haltbarer. Dafür ist die pflanzliche Faser weiter verbreitet und damit oft günstiger.Während für die Tierhaltung relativ viel Fläche benötigt wird und der Methanausstoß klimarelevant diskutiert wird, ist für die Herstellung pflanzlicher Fasern teils hohe Energie notwendig.Auch, weil Kleidungsstücke aus pflanzlichen Fasern häufiger gewaschen werden müssen.Wolle auf rein pflanzlicher Basis wird auch als vegane Wolle vermarktet. Hier werden teilweise synthetische Fasern untergemischt, um die etwas starre Oberfläche rein pflanzlicher Garne angenehmer zu machen.Gutes vom Tier: SchafwolleBesonders bekannt und beliebt unter den tierischen Fasern ist die Schafwolle. Sie hat viele tolle Eigenschaften, von denen auch die daraus gestrickte Kleidung profitiert. Die Qualität des Vlies hat sich über Jahrtausende entwickelt, um dem Tieren den besten Schutz zu bieten. So ist Schafwolle ganz natürlich wärmend, atmungsaktiv, geruchsausgleichend und schmutzabweisend. Sie ist in unterschiedlichen Feinheiten und Kräuselungen erhältlich und sorgsam versponnen als Garn schön elastisch und formbeständig. Die Tiere werden darüber hinaus zur Landschaftspflege eingesetzt und die Schäferei zählt in vielen Ländern zum Kulturgut.EINE KLEINE FASERKUNDEDie Vielfalt an Wollsorten im Laden kann überwältigend wirken und verunsichern. Wie finde ich die Wolle, mit der ich mit gutem Gewissen stricken kann und in der sich mein Kind rundum wohl fühlt? Für die empfindliche Haut von Babys ist die Auswahl des geeigneten Garns besonders wichtig. Zwischen tierischen, pflanzlichen oder künstlichen Fasern gibt es große Unterschiede. Wolleigenschaften und Verarbeitung sind entscheidend dafür, ob sich die selbstgestrickte Kleidung warm, weich und kuschelig anfühlt und das Baby zufrieden ist.Mit gutem Gewissen stricken heißt für uns im Einklang mit der Natur zu sein. Bei der Herstellung synthetischer und auch pflanzlicher Fasern gibt es große Unterschiede in der Nachhaltigkeit. Der rücksichtslose Umgang mit Tieren in der herkömmlichen Wollproduktion ist für viele StrickerInnen und GarnherstellerInnen Anlass, auf eine bessere Herstellungsweise der Wolle zu achten. Es lohnt sich deshalb, genau hinzusehen.
BAUMWOLLE, BIO-WOLLE,
NATUR ODER SYNTHETIK?
Naturfasern oder synthetische Fasern?In den vergangenen Jahrzehnten sind die synthetischen Fasern auf dem Vormarsch. 2018 waren nur noch knapp 30Prozent der 111Millionen Tonnen der weltweiten Faserproduktion natürlichen Ursprungs.Synthetische Fasern sind in der Regel günstiger zu produzieren und bieten somit einen hohen Standardisierungsgrad. Durchaus im Trend in Zeiten, wo statt Unikate vergleichbare Massenware nachgefragt wird. Synthetische Fasern auf Erdöl (Nylon, Polyester) und auf CelluloseBasis aus Holzfasern (Viskose, Tencel) werden in Laboren entwickelt. Die Herstellung erfolgt in aufwendigen chemischen Prozessen mit hohem Energiebedarf. Laut Branchenreport 2015 der Hans Böckler Stiftung zählt die Chemiefaserindustrie zu den energieintensivsten Sparten der Chemischen Industrie.
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12 Baumwolle, Bio-Wolle, Natur oder Synthetik?Die klimatischen Bedingungen auf über 4000Metern Höhe,in denen die KaschmirZiegen leben, machen ihre Haare zu einer Besonderheit. Zum Garn wird nur die feine Unterwolle verarbeitet, die bei den Ziegen einmal im Jahr ausgekämmt wird. Die meisten Tiere leben in China und der Mongolei, wo immer größere Herden zur Überweidung von Steppen und damit zur Bodenerosion beigetragen haben. Kaschmirwolle aus biologischer Tierhaltung gibt es bislang nicht.Welche natürlichen Fasern gibt es noch?Alpakas kommen aus Südamerika, werden aber auch bei uns immer öfters gehalten. Die Wolle ist sehr weich und wärmend, jedoch können die Enden der Fasern pieksen und auf der Haut irritierend wirken.
Baumwolle, Bio-Wolle, Natur oder Synthetik?13Leinen ist eine traditionelle natürliche Faser aus der Flachspflanze. Das Garn daraus kann viel Feuchtigkeit aufnehmen, daher kühlt es im Sommer.Es ist aber nicht sehr elastisch und fühlt sich eher grob auf der Haut an.Auch Seide ist eine tierische Faser und beliebt durch ihre besonders feine, samtige Haptik und ihren Glanz. Zur Gewinnung werden jedoch meist die Larven des Seidenspinners, die Seidenraupen in ihren Kokons abgekocht, während sie noch leben. Ausnahmen sind die Seidenarten Tussah, Ahimsa und Eri, bei denen der Kokonerst verwendet wird, nachdem die Raupe geschlüpft ist.Baumwolle ist eine hautfreundliche Naturfaser,die gern bei Kleidung für Babys oder bei empfindlicher Haut Verwendung findet. Zur Produktion voneinem Kilo Baumwolle sind allerdings durchschnittlich 11.000Liter Wasser notwendig. BioBaumwolle kommt mit weniger Wasser und Pestiziden aus.
14 VomSchaf zum Strickstück
VOM SCHAF ZUM STRICKSTÜCK
Artgerechte TierhaltungGute Wolle beginnt beim Schaf. Eine kontrolliert biologische Tierhaltung verspricht die besten Haltungsbedingungen für die vierbeinigen Wolllieferanten. Problematisch ist es, dass in Australien und Neuseeland, wo die meisten Merinos gezüchtet werden, ein lebensbedrohlicher Fliegenmadenbefall mit teils drastischen Maßnahmen bekämpft wird. Rosy Green Wool bezieht seine weiche MerinoWolle von BioFarmern in Argentinien. In den natürlichen Steppen der Pampas haben tausende MerinoSchafe ausreichend Weideland. Das Vlies passt sich den klimatischen Bedingungen an und bekommt eine gute Qualität für die spätere Wolle.MulesingDie Fasern der MerinoWolle sind besonders fein, nur halb so dick wie ein menschliches Haar. Das macht die Wolle, die überwiegend aus Australien stammt, so beliebt. MerinoSchafe haben viele Hautfalten, was für die Wollproduktion von Vorteil und für Parasiten ein wahres Paradies ist. Mit dem so genannten Mulesing wird in Australien dem tödlichen Parasitenbefall entgegengewirkt: Den Jungschafen werden Hautstücke rund um den After abgeschnitten, meist ohne Betäubung, um Kosten und Zeit zu sparen. Ein grausamer, schmerzvoller Prozess für mehr Profit.Tierfreundliche Züchter achten darauf, Schafe mit weniger Hautfalten zu züchten und sie somit ganz natürlich vor dem Parasitenbefall zu bewahren. Den Fliegenmadenbefall gibt es nur in Australien und Neuseeland, wobei Neuseeland Mulesing Ende 2018 verboten hat.Von der Schur zum GarnDie Schur ist für viele Schafe, die nur wenig Menschenkontakt haben, mit Stress verbunden. Gute, erfahrene Scherer sind schnell und gehen sanft mit den Tieren um. So bleiben die Tiere ruhig. Insbesondere die BioFarmer achten auf das Tierwohl und kontrollieren die Schur. Nur so ist ein respektvoller,fairer Umgang mit den Tieren gewährleistet.Das geschorene Vlies muss gewaschen und verkämmt werden, ehe es in den Spinnereien zu Garn verarbeitet wird. Um günstig zu produzieren, verschiffen einige Farmer die Vliese nach China, einem Land, in dem generell niedrigere Standards im Umwelt und Arbeitsschutz herrschen. Um Wolle maschinenwaschbar zu machen und ein Verfilzen zu verhindern, wird diese bei konventioneller Herstellung meistens mit Chlor behandelt.Ob das Garn beim Stricken mehr oder weniger splittet oder das Strickstück später mehr oder weniger zum Pilling neigt, ist abhängig vom Spinnen. Ebenso werden Elastizität und Weichheit des Garns dadurch beeinflusst. Rosy Green WoolGarn wird in kleinen Manufakturen in England und Portugal mit traditionellen Maschinen und handwerklichen Methoden produziert.GARNHERSTELLUNG AM BEISPIEL DER MERINO-WOLLE VON ROSY GREEN WOOLWelcher Aufwand für die Garnherstellung betrieben wird, ist beim Kauf auf den ersten Blick kaum ersichtlich. Dabei ist die Herstellung entscheidend für die Qualität der Wolle und für das Tierwohl. Ethisch produzierte Wolle garantiert ohne Mulesing, chemische SchafBäder oder lange Schlachttransporte und mit fairen Bedingungen für alle Partner entlang der Wertschöpfungskette ist das Herzensanliegen bei nachhaltigen Garnherstellern wie beispielsweise Rosy Green Wool.
Wolle färbenBei der Färbung der Wolle gibt es die Wahl zwischen pflanzlichen und chemischen Farbstoffen. Chemisch gefärbte Töne waschen nicht aus und behalten ihre Leuchtkraft. Für die chemische Färbung verwenden Hersteller wie Rosy Green Wool umweltfreundliche biozertifizierte Farben und Färbeprozesse nach den strengen Kriterien des Global Organic Textile Standards (GOTS). Dadurch entstehen jedoch Einschränkungen bei der Farbauswahl. So erfordern beispielsweise Neonfarben den Einsatz von Kupfer, wasbei GOTSzertifizierter Wolle unzulässig ist.Bei den Verfahren wird zwischen Konen und Strangfärbung unterschieden. In den meisten Färbereien wird heutzutage die Wolle fest gewickelt auf Konen gefärbt. Damit kann viel auf einmal gefärbt werden, doch das Garn ist nicht mehr so elastisch. Unsere Manufakturen färben die einzelnen Stränge traditionell lose hängend in einem Wasserbad, was ihre besondere Weichheit unterstützt und die Elastizität des Garns erhält.Sorgfalt bei der VerpackungNach dem Spinnen wird die Wolle entweder maschinell zu Knäuel oder, wie bei Rosy Green Wool, von Hand in traditioneller Weise zu Strängen umgewickelt, ehe sie für den Transport verpackt wird.Um die Qualität der Wolle zu erhalten und sie vor Verunreinigungen zu schützen, ist auch bei der Verpackung Sorgfalt geboten. So ist laut GOTS die Verpackung in PVCTüten nicht erlaubt, da ChlorRückstände auftreten können. Auch dürfen bei der Lagerung keine gefährlichen Insektizide, zum Beispiel zum Schutz gegen Motten, eingesetzt werden.
16VomSchaf zum Strickstückle zu vererben, geht auf den Briten Robert Bakewell (1725 – 1795) zurück, der unter anderem Rassen wie das Lincolnschaf und Leicesterschaf für die Fleischproduktion verbesserte. Nach und nach entstanden die verschiedenen Arten, deren Abstammungsnachweise in Zuchtbüchern geführt werden.Artenvielfalt in EuropaSchafe sind in ganz Europa verbreitet und werden als Fleisch, Wolle oder Milchlieferanten sowie als Landschaftspfleger eingesetzt. Die Schäferei gehört zu den ältesten Berufen weltweit.In Deutschlandleben etwa 1,6Millionen Schafe. Die wohl bekannteste der rund 40 lokalen Schafrassen sind die Heidschnucken als Markenzeichen der Lüneburger Heide, eine Landschaft die ohne das Grasen der Tiere nicht so aussehen würde. Deutsche Schaalter beziehen nur etwa 2 %ihres Einkommens aus dem Verkauf von Wolle. Lammfleisch und die Subvention der Landschaftspflege sind ihre Haupteinnahmequellen.Großbritannien ist seit Jahrhunderten Vorreiter in der Schafzucht. Dort leben etwa 25 Millionen Schafe und es gibt über 60 anerkannte Rassen. Sie waren eine Grundlage der Textilindustrie, mit der die industrielle Revolution im 18. Jahrhundert begann. Heute gibt es vielfältige Bestrebungen Schafe als Nationalgut Großbritanniens zu erhalten, unter anderem setzt sich Prinz Charles persönlich dafür ein.SCHAFE IM PORTRÄTSie sehen weich und kuschelig aus. Wir zählen sie nachts, wenn wir nicht einschlafen können, oder sehen sie als Wölkchen am Himmel. Sie begleiten uns von Kindesbeinen an als Kuscheltier,Comic oder als niedliche Vierbeiner auf den Wiesen. Esgibt wohl kaum eine andere Nutztierrasse, die solche Sympathien weckt, wie Schafe. Mit über 500 verschiedenen Rassen weltweit sind sie so vielfältig wie wenige andere Bauernhoftiere. Doch obwohl Schafe so weit verbreitet sind, gibt es auch unter ihnen gefährdete Rassen. Es ist absolut spannend, sich mit den Arten, ihrer Geschichte und ihrer Wollqualität zu beschäftigen. Das ermöglicht bewusste Entscheidungen für die Wolle von bestimmten Tieren, teilweise auch von gefährdeten Rassen. Durch die Verarbeitung dieser Wolle und durch Spenden kann man den Erhalt der Vielfalt unserer flauschigen Freunde unterstützen.Geschichte der SchafrassenSchafe bevölkern bereits seit über 125.000 Jahren unsere Erde. Auf den unterschiedlichen Kontinenten haben sich verschiedene Arten und Rassen ausgebildet. Das Mufflon gilt im Allgemeinen als Vorfahr der Hausschafe. Bereits um 8000 v.Chr. wurden die ersten Hausschafe nachgewiesen. Im Sinne der modernen Tierzucht sind Rassen erst seit etwa 250 Jahren definiert. Das bewusste Selektieren von Elterntieren, um bestimmte Merkma
LIEBENSWERTE WOLLLIEFERANTEN
Liebenswerte Wolllieferanten17Merinos und ihre HerkunftMerinoWolle ist wahrlich königlich. Die wohl bekannteste und am weitesten verbreitetste Schafrasse hat Wolle, die extrem fein sein kann. Ihren Ursprung hat die Rasse in Spanien des 12. und 13. Jahrhunderts als die Berberdynastie der Meriniden aus Nordafrika nach Europa kam. Die weiche Wolle wurde zum Exportschlager,so dass das spanische Königshaus die Ausfuhr von Merinoschafen unter Androhung der Todesstrafe verbot. Erst im 18. Jahrhundert konnte der französische König Ludwig XVI verhandeln, dass eine Herde in