Never give up - vertrau dir selbst - Gülcan Kamps - E-Book

Never give up - vertrau dir selbst E-Book

Gülcan Kamps

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Beschreibung

Female Empowerment für alle, die sich positive Veränderung wünschen: VIVA-Star Gülcan Kamps verrät Frauen ihre persönliche Glücksformel. - Wie du dich selbst zur Marke machst - Wie du Schritt für Schritt die eigenen Ziele erreichst - Wie du fit, gesund und voller Lebensenergie bleibst Dranbleiben, nicht aufgeben und den eigenen Träumen treu bleiben. So lautet die Erfolgsformel von Gülcan Kamps. Die ehemalige VIVA-Moderatorin, Schauspielerin und Influencerin berät Frauen auf ihrem persönlichen Weg zum Glück. Die frisch gebackene Mutter, die eine lange Kinderwunschzeit überstanden hat, macht anderen Mut, nach Rückschlägen und Niederlagen wieder aufzustehen und an den eigenen Zielen festzuhalten. In diesem sehr persönlichen Buch verrät sie ihre Erfolgsrezepte für Themen wie: mentale Gesundheit, gesunde Lebensführung, Selbstwert und Personal Branding. Ein Buch für Gülcan-Fans und für alle Frauen, die bereit sind für etwas Neues.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 320

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Gülcan Kamps

mit Nina Schnackenbeck

Never give up - vertrau dir selbst

Meine Erfolgsformel gilt auch für dich

Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG.

Über dieses Buch

Vom Teenie-Idol zur erfolgreichen Geschäftsfrau und schließlich zur glücklichen Mutter: Gülcan Kamps hat als Moderatorin beim Musiksender VIVA, privat und im Laufe ihrer Karriere sehr viel Lehrreiches erlebt. Dabei ist sie ihrem Motto immer treu geblieben: Never Give Up. Seit ihrer Zeit im Fernsehen gibt Gülcan Kamps ihre Erfolgsformel als Trainerin weiter. In zahlreichen Workshops ermutigt sie vor allem Frauen, ihre beruflichen Ziele zu erreichen, ihr Selbstvertrauen zu stärken und ihre seelische und körperliche Gesundheit zu verbessern. In diesem Buch versammelt die beliebte Influencerin nun ihre persönlichen Erfahrungen und erprobten Strategien für mehr Erfolg und Lebensfreude.

Inhaltsübersicht

Einleitung

Kapitel 1

»Falsche« Regeln über Jahrhunderte

Wir können alles sein und tun

Denk- und Handlungsanstöße für mehr Female Empowerment

Das Gesetz der Anziehung

Kapitel 2

Wohin will ich schwimmen?

Ein unmoralisches Angebot

Kapitel 3

Die Definition von Glück – ein Versuch

Top-3-Momente, die mich glücklich machen

Reine Einstellungssache

Eine kleine Glücksübung

Die wichtigsten Bausteine für Glück

Wie finden wir das Glück?

Kapitel 4

Lange (Abi-)Rede, kurzer (Lebens-)Sinn

So findet ihr euren USP

Probiert Neues aus!

Werdet die beste Version von euch selbst

Wie ich meinen USP weiterentwickelt habe

Unabhängig, uneitel und effektiv

Offen sein für neue Impulse

Der einzigartige Wiedererkennungswert

Sich unersetzbar machen

Big-6-Checkliste zu deinem USP

Kapitel 5

Unsere »äußere« Gesundheit

Gesunde Ernährung ist unser Grundstein

Was hat Sport mit Erfolg zu tun?

Schlafen macht uns stark

Wiederholung macht die Meisterin

Unsere »innere« Gesundheit

Wie wir unser Selbstwertgefühl verbessern

Gülcans Top-5-Deluxe für mentale Power

Die eigenen Bedürfnisse erkennen

Wer findet das Leben schön? Hände hoch!

Die schönstmögliche Zukunft

Unser Umfeld: Soziale Beziehungen sollten uns stärken

Der Wert wahrer Freunde und Freundinnen

Never Give Up!

Kapitel 6

Ziele laut aussprechen

Etappenziele vornehmen

Ziele visualisieren

Ich will Schauspielerin werden

Ein kleiner Mutmacher

Kapitel 7

Erstens: Gehe voran!

Zweitens: Überlege dir Ziele

Drittens: Leite eine Gruppe

Viertens: Charisma

Fünftens: A wie Alleinstellungsmerkmal

Sechstens: Never Give Up!

Kapitel 8

Ein Konzept von sich selbst

Keine Angst vor Neuem

Gebt euer Zepter niemals aus der Hand

Ziele formulieren

Sichtbar sein

Investiert in euch

Geduld, Geduld, Geduld

Dranbleiben, bis es fertig ist

Die Welt dreht sich weiter

Klopft euch auf die Schulter

Die Gedanken sind frei

Kommunikation ist alles

Die Sache mit den Vitaminen

Applaus, Applaus

Extra

Die großen gemeinsamen Nenner erfolgreicher Menschen

Top Ten der Gemeinsamkeiten erfolgreicher Menschen

Kapitel 9

Mut ist unser Antrieb

Mut schafft Selbstbewusstsein und Selbstbestimmtheit

Mut können wir lernen

Das brauchen wir auf dem Weg hin zu unserem Mut

Die kleinen Schwestern vom Mut

Neugier neu entdecken

So fördern wir Neugier und Offenheit

Neugierig zu sein macht glücklich

Eure Meinung ist mir wichtig

Kapitel 10

Die Leute reden immer – aber warum?

Schützt euch gegen Gerede von außen

Meine Schutzschilde gegen Gerede von außen

Wer ist die Person, über die da geschrieben wird?

Lasst die Leute reden

Kapitel 11

… und ein paar richtig witzige Storys sind auch dabei

Das VIVA-Casting

Mein Horror-erster-Tag bei VIVA

Kennen wir uns, kleine Robbe?

Mein unheimlicher Stalker

Bravo, Gülcan!

Man sieht sich immer zweimal im Leben

Die Tochter meiner Mutter

Ohne Mikro, mit La-Ola-Welle

Man hat so seinen Fetisch

Live und direkt

Die Wundercreme gegen Falten

Da steht ein Fan auf dem Flur

Wer probt, kann nichts

Kapitel 12

Einleitung

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

danke, dass ihr euch für dieses, mein Buch entschieden habt! Bitte erzählt euren Freunden und Freundinnen, eurer Familie davon, falls es euch begeistert. Andernfalls bitte ich um Diskretion . Mein Name ist Gülcan Kamps, und ich glaube daran, dass jede und jeder glücklich und erfolgreich sein kann. Denn das können wir lernen. Dabei geht es vor allem darum, unser Denken und Handeln nachhaltig positiv und kraftvoll zu verändern. Dieses Buch ist euer Handwerkszeug dafür.

Genau wie der Musiksender VIVA und meine ganze unglaubliche Reise durch die Fernsehwelt zu meiner Vergangenheit dazugehören, beleuchtet dieses Buch viele Erlebnisse von damals, die ein Teil meines Lebens sind. Denn das wahre Leben ist immer noch der beste Ratgeber, und so ist dieses Buch in Teilen auch autobiografisch geprägt. Dabei läutet es gleichzeitig einen ganz neuen Abschnitt meines Lebens ein, in den ich voller Kraft starten will, der aber selbstverständlich stark durch die Vergangenheit geprägt ist.

Meine Tipps und Lifehacks der nächsten fast 240 Seiten schöpfe ich also aus meinem eigenen Leben, erzähle sehr ehrlich von meinen teils überraschenden Erfahrungen und gewähre höchst private Einblicke, über die ich so vorher noch nie gesprochen habe. Ich möchte euch mit meinem Buch und dem, was ich euch darin verrate, unnötige Schleifen im Leben ersparen und Zeit schenken – sozusagen Hilfe zur Selbsthilfe bieten.

Und auch wenn ihr jetzt sagt: »Aber wir sind doch sooo unterschiedlich!«, stimmt natürlich, aber eines eint uns doch alle: das Leben als Frau mit einer Million Überschneidungen.

Ihr wisst es sicherlich: Einst Teenie-Idol bei VIVA, bin ich über die Jahre zur Geschäftsfrau herangereift und mittlerweile Mutter geworden. Auf diesem Weg habe ich viele hohe Berge überwunden und auch mal kleinere Gesteinsbrocken weggekickt. Was ich dabei immer im Blick behalten habe: meine Ziele. Das, was mir im Leben wichtig ist. Denn das ist es, was mich glücklich und gleichzeitig – um nicht zu sagen fast automatisch – erfolgreich macht. Diese Formel ist auf jede und jeden übertragbar, davon bin ich absolut überzeugt. Und wie das geht, davon erzähle ich euch in diesem Buch.

An dieser Stelle sei schon einmal verraten: Eines meiner höchsten Ziele ist seit vielen Jahren, andere Frauen zu supporten und mit meinen Erfahrungen im Leben weiterzubringen. Ja, das macht mich glücklich. Wie ich kleine und große Steine auf dem Weg dahin aus dem Weg geräumt habe und wie ich das heute tagtäglich umsetze, darum wird es im Weiteren auch gehen. Es ist sozusagen ein sehr persönlicher Ratgeber zum Glück. Denn Female Empowerment oder, wie ich es gern nenne, die »weiblichen Superkräfte« sind ein ganz wichtiges Puzzleteil meiner Lebenseinstellung »Never Give Up!«.

 

Let’s start!

 

PS. Eine Sache noch, weil sie mir sehr wichtig ist: Dieses Buch richtet sich vor allem an Frauen. Dennoch freue ich mich natürlich sehr, wenn auch Männer es lesen, denn sie können es selbstverständlich genauso für ihr Leben nutzen. Darum möchte ich im Buch immer alle Geschlechter ansprechen und gebe mir große Mühe, das zu tun. Sollte mir doch einmal etwas durchrutschen oder eine Formulierung ausschließlicher klingen, als sie gemeint ist, verzeiht mir bitte. Ihr seid immer alle angesprochen.

Kapitel 1

Female Empowerment – wir Frauen sind stark

Ich habe es einleitend bereits gesagt: Es macht mich ganz besonders glücklich, andere Frauen auf ihrem Weg zu unterstützen, selbstbewusst und selbstbestimmt, glücklich und erfolgreich zu sein. Dieses Buch ist ein weiterer Baustein meiner Mit-Lieblings-Lebensaufgabe. Dazu hat es in meinem Leben einen Initialmoment gegeben, von dem ich euch im nächsten Kapitel erzähle.

Dem Ganzen zugrunde liegt dabei der Begriff »Female Empowerment«. Damit wir diese bedeutungsschweren Wörter aber nicht benutzen, ohne sie wirklich zu verstehen – und der Begriff so womöglich verpufft –, klären wir erst einmal, worum es bei dieser Bewegung genau geht. Was sind ihre Säulen – kurzum, was in Herrgotts-Fremdwort-englischer-Schlagbegriff-Wikipedia-Eintrag-Namen ist eigentlich mit »Female Empowerment« gemeint? Denn nur, wenn wir es wissen, können wir es auch leben, erleben, vorleben und damit weitergeben (wichtig, wichtig: an unsere Töchter nämlich).

»Empowerment« bedeutet erst einmal »Ermächtigung« oder »Handlungsfähigkeit«. In Zusammenhang mit »Female« (»weiblich«) oder auch »Woman« (»Frau«) konzentriert sich dieses Erreichen der Handlungsfähigkeit auf das weibliche Geschlecht, auf uns Frauen. Der Bewegung »Female Empowerment«, die zum Glück immer stärker wird und immer mehr in den Köpfen und Lebenswelten aller (zumindest in Deutschland) ankommt, geht es zum einen gezielt darum, zum Beispiel die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen im Beruf zu schließen und gegen die Chancenungleichheit auf dem Arbeitsmarkt anzugehen, sie wendet sich aber auch gegen offene und versteckte Diskriminierung von Frauen in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens. Das übergeordnete Ziel der Bewegung ist, das Selbstbewusstsein von Frauen generell zu stärken, damit sie sich zutrauen, Grenzen zu überschreiten. Grenzen, die sich viele Frauen übrigens selbst setzen, aus der Sorge heraus, bestimmte Erwartungen und gesellschaftliche Normen nicht zu erfüllen und auf Widerstand oder sogar Ablehnung zu stoßen.

»Falsche« Regeln über Jahrhunderte

Kein Wunder: Über Jahrhunderte sind Frauen in eine Rolle gedrängt worden, die sie als (zu) schwach, (zu) emotional, (zu) sensibel definiert, als »bloße« Mütter, Hausfrauen, Köchinnen, die nicht selten allein für das physische und psychische Wohlergehen der Familie (und das erfüllte Sexualleben des Mannes) verantwortlich sind. Diese Verhaltensweisen und Vorstellungen sind uns Frauen über viele, viele Generationen eingetrichtert worden und dabei offenbar schon in unseren Genpool übergegangen. Wir sind daran »gewöhnt«, kennen es nicht anders, halten es für selbstverständlich und »normal«. Und im Umkehrschluss für falsch, unnormal oder gar gefährlich, etwas anders zu machen, den gängigen Strukturen zu widersprechen. Außerdem erleben wir es auch täglich: Wir werden nicht ernst genommen, werden belächelt, sogar provokant ausgelacht und angegriffen für Denk- und Handlungsweisen, die »anders« sind. Die Frau arbeitet voll, der Mann bleibt mit dem Kind zu Hause, die Frau verdient mehr als der Mann, die Frau möchte Karriere machen und keine Kinder bekommen, die Frau hat keine Zeit und/oder keine Lust, einzukaufen und zu kochen, für die Familie zu »sorgen« – oder die Frau möchte den Sprachgebrauch verändern, möchte »Bäckerin« und »Ärztin« sagen, gilt dann aber gleich als »anstrengend«, »nervig« und übertreibt sowieso maßlos. Außerdem klinge das nicht gut, wird dann gesagt, und der Lesefluss würde zudem massiv gestört. Dass jedoch vor grauer Vorzeit entschieden worden ist, dass die männliche Form (fast) immer und (fast) ausschließlich unsere Sprache dominiert, haben wir Frauen sicher nicht mitbestimmt; uns aber auch nicht so vehement gegen diesen Sprachgebrauch gewehrt, wie das heute vor allem der männliche Teil der Gesellschaft tut. Und, was ich fast noch schlimmer finde, leider auch viele weibliche Vertreterinnen.

Ich kenne das von mir: Als Frau will man immer alles unter einen Hut bekommen, alles selbst schaffen, am besten niemanden um Hilfe bitten, um Gottes willen niemandem zur Last fallen. Nein sagen ist ebenso ein Riesenthema bei uns Frauen. Und unser Unterbewusstsein oder irgendein Instinkt bringt uns dazu, ob Mutter oder nicht, zu beschützen, zu helfen, zu »bemuttern«. Ob aus dem Nest gefallenes Vögelchen, Kind, Freunde und Freundinnen oder nicht selten auch den eigenen Mann.

Und dann werden Frauen eben auch ganz anders behandelt als Männer. Das ist auch mir so ergangen. Oft. Sehr oft. Ich habe wirklich, nun, sagen wir »ungewöhnliche« Dinge mit Herren erlebt, gern mit sehr extravaganten Chefs mit äußerst speziellen Charakteren – und schon damals entschieden, dass ich später meine eigene Chefin sein möchte. Dennoch habe ich meist bei mir im stillen Kämmerlein gedacht: »Ach, der meint das nicht so. Vielleicht hast du dich auch wirklich ein kleines bisschen zu aufreizend angezogen …«

Heute kann ich mit Bestimmtheit sagen: Gedanken, die mein eigenes Gefühl korrigieren, sind ein ganz falscher Ansatz. Mein Gehirn hat sich da fälschlicherweise eingemischt, aufgrund von Moralvorstellungen, die ich wahrscheinlich vorgelebt bekommen habe. Männer würden nicht so denken. Die hätten die Chefin längst wegen sexueller Belästigung angezeigt. Mal ehrlich! Und genauso sollten wir Frauen auch denken und handeln. Gerade heute.

Wir können alles sein und tun

Denn diesen Gedanken liegen reine Stereotype und Vorurteile zugrunde. In Wirklichkeit können wir alles sein und alles tun. Wir müssen nur lernen, uns das auch zu trauen und zuzutrauen. Wir dürfen und können unser Leben selbst in die Hand nehmen und anderen Frauen dabei helfen, das Gleiche zu tun. Wir können und sollten unsere weibliche Macht und Kraft zeigen, sie einsetzen und andere Frauen unterstützen.

Ich habe selbst über Jahre immer wieder diese beiden Schlagworte gehört: »Female Empowerment« oder »Woman Empowerment«. Und dabei gedacht: »Yey!! Genau so, Mädels! Meine Rede! Ich bin voll dafür und dabei! Ich lasse mir nichts vorschreiben und mich nicht unterdrücken!« Nur ist mir lange gar nicht aufgefallen, wie tief ich selbst tatsächlich in genau solchen Mustern und Rollenbildern drinsteckte. Das tut im Übrigen wahrscheinlich fast jede, die dies hier gerade liest. Ich habe also gerufen: »Ich bin frei und selbstbestimmt als Frau!«, aber gewesen bin ich es nur in der schönen Theorie. Nicht in meinem tatsächlichen Alltag.

Und ich frage mich, wer von uns das wirklich ist. Dabei ist es egal, ob es sich um den Beruf oder das Private handelt. Es ist egal, mit welchen Menschen du arbeitest und welchen Job du machst und wo du lebst. Wenn wir uns nur einmal die Chefetagen großer Wirtschaftsunternehmen angucken (und auch kleinerer), ist es immer noch so, dass sie nur extrem spärlich mit Frauen besetzt sind. Auch das sind nämlich über Jahrhunderte gewachsene Strukturen: Die Männer dominieren die Wirtschaft und schustern sich die Jobs gegenseitig zu. Macht zu Macht. Und das wird auch in der Zukunft noch so sein. Trotzdem glaube ich fest daran, dass Frauen sich anders positionieren können und wahrnehmen müssen.

Ich hole hier absichtlich so weit aus, weil ich eben fürchte, dass ganz viele junge Mädchen, aber auch erwachsene Frauen jeden Alters Dinge hinnehmen, akzeptieren, damit weiterleben, nicht den Mund aufmachen, nichts sagen und nichts verändern, weil sie denken, als Frau sei das eben so. Einige meinen sicherlich sogar, dass sie Stärke zeigen, indem sie alles aushalten. Aber so sollte keine von uns versuchen zu zeigen, dass sie stark ist. Das ist kein guter Weg. Weder für die Einzelne noch für die Allgemeinheit. Denn so verändert sich nichts, und wir dürfen uns nicht so entfalten, wie wir es verdient haben.

Denk- und Handlungsanstöße für mehr Female Empowerment

Ich möchte euch nun liebend gern ein paar Gedanken und Impulse mit auf den Weg geben. Vielleicht mögt ihr das eine oder andere davon beherzigen, um euch selbst zu stärken und so zu positionieren, wie ihr im Leben dastehen wollt: selbstbewusst, selbstbestimmt, erfolgreich und glücklich. Am besten mit der Hilfe von anderen Frauen.

Prüft eure Gedanken

Was denkt ihr über andere Frauen, und wie verhaltet ihr euch ihnen gegenüber?

Vor 15 Jahren war ich gedanklich ganz anders positioniert als heute, das gebe ich offen zu. Und es muss auch niemand in seinen Gedanken gleich perfekt sein. Das wäre gar nicht menschlich. Es geht erst einmal darum, seine Gedanken zu hinterfragen, wiederkehrende Denkmuster und darin enthaltene »Denkfehler« zu erkennen, die nicht gut für einen selbst und die weibliche Bevölkerung im Allgemeinen sind. Und diese dann zu verändern, hin zu etwas Positivem, eher zu einem Zusammenhaltsgefühl und weg von Konkurrenzdenken und Neid.

Ich mache das heute noch, ich überlege mir immer wieder, aber ganz leise und nur für mich: »Gülcan, was denkst du gerade über diese Frau? Und warum?«, denn natürlich passieren auch mir gedankliche Ausrutscher, egal, wie geübt ich darin bin, meine Gedanken positiv zu lenken. Ich frage mich dann weiter: Wie nehme ich diese Frau wahr? Wie nimmt sie mich wohl gerade wahr? Und wie ist mein aktuelles Gesamtbild über die Frauen, die mir tagtäglich begegnen (ob »live« oder medial)?

Ich kann auch euch nur empfehlen, ab und zu ernsthaft zu hinterfragen und zu prüfen, wie ihr über andere Frauen denkt – und dabei ist es egal, ob es sich um eine gute oder entfernte Freundin handelt, um eure Mutter oder Schwester, eine Kollegin, jemanden aus der Öffentlichkeit oder um die Verkäuferin im Supermarkt an der Kasse. Hört in euch hinein, ob ihr grundsätzlich eine gute oder eher eine schlechte Meinung von Frauen habt. Ob ihr eine bessere oder schlechtere Meinung »starken«, erfolgreichen Frauen gegenüber habt. Ob ihr eine ganz bestimmte Frau nicht mögt, und warum das wohl so ist.

Andere Frauen unterstützen

Wann immer sich die Möglichkeit ergibt, eine andere Frau an Bord zu holen – ergreift sie! Unbedingt. Das machen Männer seit Jahrhunderten, und damit fahren sie offenkundig sehr, sehr gut. Wir nennen das oft abfällig »Vitamin B«. Aber ganz ehrlich: Was gibt es Besseres, Wertvolleres, als mit jemandem zusammenzuarbeiten oder jemanden weiterzuempfehlen für einen tollen Job, den man als Mensch und in seiner Arbeitsweise kennt und schätzt? Wenn wir es so sehen, wird ein Schuh daraus. Leider haben wir Frauen das untereinander noch nicht verinnerlicht. Darum noch einmal kurz und bündig: Als Frau solltest du immer eine andere Frau mit ins Boot holen!

Ich kenne die Variante, mit Frauen zu arbeiten, ob zu zweit oder in einer größeren Gruppe, und die Variante, mit Männern zu arbeiten. Ich werde hier garantiert keine Namen nennen. Ich sage nur so viel: Immer, wenn es Probleme gibt, ob bei der Schauspielerei, der Moderation, bei der Arbeit am Podcast, bei einem Werbedreh, (fast) immer dann, wenn es kompliziert oder unangenehm wird, hat ein Mann mit einem großen Ego damit zu tun.

Darum kann ich voller Überzeugung und aus Erfahrung sagen, dass Frauen in der Arbeitswelt viel entspannter agieren, als ihr Ruf ihnen vorauseilt. Sie arbeiten auch viel zielorientierter. Und sie sind »sinnlicher«, damit meine ich, dass sie eine Situation meist in Sekundenschnelle erfassen und dann adäquat und schnell handeln. Ich arbeite einfach unglaublich gern mit Frauen zusammen und finde, das sollte jede und JEDER machen.

Lasst uns das Boot gemeinsam rudern, in dem wir sitzen

Dieser Punkt knüpft an den vorangehenden an, geht aber noch einen Schritt weiter. Wir Frauen, wir Mütter, insbesondere wir arbeitenden Mütter sitzen alle im selben Boot. Eigentlich spüren wir das auch, aber das Bewusstsein dafür ist oft nicht sehr stark ausgeprägt, und wir machen nichts daraus. Ich wünsche mir aber, dass wir den Gedanken verinnerlichen und daraus Taten folgen lassen. Wie ich das meine? Ich versuche es an einem altbekannten Beispiel deutlich zu machen: Im Unternehmen gibt es eine neue, verantwortungsvolle Stelle zu besetzen. Meistens landet dort ein guter Kumpel des Chefs. Ein Bekannter. Ein Verwandter. (Ich erwähnte bereits: »Vitamin B«.) Auf jeden Fall stets ein Männchen. Ich will dem Chef nicht in Abrede stellen, dass er sich für die Qualifikationen des neuen Mitarbeiters interessiert hat. Ich möchte nur zeigen: Er hat keine hoch qualifizierte Frau für diese Stelle ausgewählt, sondern einen sicherlich gut qualifizierten Mann. Bedauerlicherweise verhalten sich insbesondere erfolgreiche und einflussreiche Frauen genauso: Sie besetzen verantwortungsvolle Posten eher mit Männern als mit ihren Geschlechtsgenossinnen. Angeblich gebe es nicht in allen Bereichen genug hoch qualifizierte Frauen, wird das dann oft begründet. Das kann sein. Aber dass es die eine oder andere doch gibt, beweisen Statistiken und Studien. Es möchte bestimmt auch nicht jede Frau in einem Aufsichtsrat sitzen oder eine Vorstandsposition einnehmen.

Mir geht es hier darum, festzustellen, dass wir selten überhaupt die Möglichkeit erhalten, diese Dinge selbst zu entscheiden. Und so lange sitzen an den Unternehmensspitzen mächtige Männer, und in der Etage darunter tummeln sich die fleißigen Bienchen-Frauen. Und das ist übrigens fast branchenunabhängig überall so.

Warum agieren (erfolgreiche) Frauen so? Wollen sie vielleicht lieber keine anderen Frauen um sich? Mögen sie die Position als einziges Huhn im Korb? Sind wir alle am Ende doch stutenbissiger und missgünstiger, als wir zugeben wollen? Oder trauen wir uns schlicht nicht? Aber wovor haben wir Angst? Fürchten wir um unsere Position, sind wir in Sorge wegen einer weiblichen Konkurrentin, die vielleicht doch besser und noch fleißiger ist als wir? (Geht das überhaupt?) Gibt es einen triftigen Grund, oder ist es am Ende bloß ein Automatismus, der auf Gewohnheit beruht?

Hier lohnt es sich, den Bogen zurück zu Punkt eins zu schlagen: Prüfe deine Gedanken!

Ich kann mit einer gewissen Prise an Stolz behaupten: Ich glaube fest daran, dass ich nicht weg vom Fenster bin, nur weil eine andere Frau ebenso gut in meinem Bereich arbeitet wie ich. Konkurrenz belebt das Geschäft. Ist das nicht ein weiterer Grundsatz, den wir alle verinnerlicht haben? Wenn ihr gut seid, und jemand anderes ist genauso gut, freut euch also darüber. Höchstwahrscheinlich wird es euch beide beruflich beflügeln.

Lob für unsere Taten

»Ja, klar, ich mache noch deine Steuererklärung, hole die Geburtstagstorte für deine Großtante Elfriede ab, und dann baue ich dir noch schnell ein Haus. Natürlich kann ich dabei auf deine Kinder aufpassen. Du hast Hunger? Ich koche dir rasch etwas!«

Stopp! Es ist NICHT selbstverständlich, was wir Frauen in der Regel tagtäglich (und zwar jeden Tag, auch am Wochenende) abarbeiten. Im Kopf und mit den Händen. Wie wir hin und her switchen zwischen verschiedenen Bereichen, emotional auf unser Kind eingehen, dabei die Zeit im Blick und Nacken haben, im Job voll konzentriert bei der Sache sind und noch schnell einen Brand löschen, im Kopf dann schon den Einkaufszettel durchrattern, um ja nichts zu vergessen, um am Abend um 22 Uhr völlig erschlagen zu merken: Jetzt muss ich »nur« noch die Küche aufräumen. Und feiern wir uns dafür? Nein.

Männer feiern sich hingegen für die kleinsten Erfolge. Die johlen in der Büroküche, wenn sie mit einem eigentlich zu kleinen Dosenöffner eine Dose geöffnet bekommen.

Frauen müssen die eigene Leistung dringend höher einschätzen und auch feiern. Und wie. Meist bemerken Frauen aber gar nicht, was sie alles leisten.

Ich sage euch gleich: Grundsätzlich bin ich genauso gestrickt. Ich lade mir zu viel auf. Das ist sicherlich Typsache und auch in Ordnung, solange wir damit glücklich sind. Es ist nur unbedingt wichtig zu wissen: Das ist alles nicht selbstverständlich. Es sind alles kleine und große Leistungen, die wir den ganzen Tag über, die ganze Woche, das ganze Jahr hindurch abliefern.

Und dabei sollten wir immer im Blick behalten, wo unsere Grenzen sind. Diese zu finden und einzuhalten, zu respektieren, sollte bei allem, was wir tun, mitschwingen. Auch bei diesem Thema können wir uns eine gehörige Scheibe bei den Männern abschneiden, denke ich. Lasst uns versuchen, uns in Zukunft für unsere täglichen Leistungen ausgiebig zu zelebrieren. Die Jungs machen es uns wunderbar vor.

Darum rufe ich euch dazu auf: Sagt einfach mal Danke zu euch selbst, aber auch zu einer Kollegin, mit der die Zusammenarbeit gut gelaufen ist. Macht ein nettes, ernst gemeintes Kompliment, ob im beruflichen oder privaten Kontext. Gebt einer anderen Frau ein gutes Gefühl. Ich sage euch, das macht beide Seiten glücklich.

Du bist eine Frau? Glückwunsch!

Weil wir gerade beim Anerkennen sind: Ich möchte dir zuallererst gratulieren. Herzlichen Glückwunsch! Einfach dafür, dass du eine Frau bist. Lasst uns auch ganz überzeugt und selbstbewusst und offen über Frauenthemen sprechen: über Frauengesundheit, über »Frauenprobleme«, über alles, was unser Leben als Frauen betrifft. Und insbesondere auch darüber, wie es ist, ein Kind bekommen zu wollen, schwanger zu sein, dann Mutter zu werden, über die Zeit direkt nach der Geburt. Allein über mein letztes Jahr und die ersten Monate mit Baby könnte ich drei Bücher schreiben. Es sind so viele Dinge, die auf einen zukommen, die ich schlicht nicht erwartet hatte und nicht habe kommen sehen. Weil wir Frauen merkwürdigerweise über so viele Dinge nicht offen miteinander sprechen, die uns alle betreffen. Wir trauen uns nicht, uns mitzuteilen, weil wir möglicherweise glauben, wir seien nicht »normal«, bei allen anderen laufe es besser; oder vielleicht auch, weil wir nach außen immer das Bild vermitteln wollen: Ich schaffe das schon, hier läuft alles rund.

Ich bin überzeugt davon, dass Männer über die Themen, die ihnen wichtig sind, sprechen. Und das sollten wir Frauen auch tun, gerade in besonders intimen, weiblichen Momenten, bei Fragen, Herausforderungen, aber auch in großen Glücksmomenten. Lasst uns unsere Zusammengehörigkeit leben! Lasst uns zusammenarbeiten, uns unterstützen, an einem Strang ziehen. Das Beste, was wir im Leben machen können, ist sowieso immer: kommunizieren, kommunizieren, kommunizieren. Und miteinander sprechen. Nur so eröffnen sich manchmal neue Wege, lösen wir Probleme, bei denen wir allein ohne Austausch und ohne andere Perspektive einfach feststecken.

Und nun beschließe ich diesen Punkt, wie ich ihn begonnen habe, mit einer Gratulation: Herzlichen Glückwunsch zu deinem Körper! Genauso wie er ist. Feiere dich und deinen Körper. Und wünsche das auch jeder anderen Frau, der du begegnest. Auch das schafft ein Gefühl der Zusammengehörigkeit.

Unseren Töchtern zeigen, dass alles möglich ist

Das, was wir sagen, ist lange nicht so wichtig wie das, was wir tun. Was wir wirklich leben und erleben, zeigt unser wahres Gedankengut und unsere Einstellung dem Leben und unseren Mitmenschen gegenüber. Das hat sehr häufig mit unserer (früh-)kindlichen Prägung zu tun und hängt also stark von den Eltern, oft insbesondere den Müttern ab: Wie hat unsere Mutter ihren Alltag mit uns gelebt, was hat sie uns tagtäglich vorgemacht, was haben wir von ihr gelernt und ganz automatisch übernommen? Und vor allem, wahrscheinlich (zumindest sehr lange Zeit) nicht hinterfragt? Oft wirkt die Tochter-Mutter-Beziehung weit ins Erwachsenenleben der Töchter hinein, in dem sie immer noch stark ihren Müttern nacheifern, von ihnen anerkannt und geliebt werden wollen, oftmals unbewusst. Und das ist ganz natürlich und normal.

Ich erwähne das hier, weil ich euch klarmachen will, wie viel Einfluss jede von uns, die eine Mutter ist oder wird, auf ihre Kinder hat. Insbesondere auf ihre Töchter. Wenn ihr wollt, dass eure Mädchen später fest und selbstbewusst im Leben stehen, glücklich und selbstbestimmt sind, dann solltet ihr ihnen jetzt schon die bestmögliche Version von euch vorleben. Denn sie werden es genauso machen. Ganz bewusst, aber auch unbewusst werden sie uns nachahmen.

Darum empfehle ich jeder Mama (und also auch mir selbst): Lasst uns vorher lieber zwei-, drei- oder sogar fünfmal darüber nachdenken, wie wir unseren Alltag leben wollen, wie wir bestimmte Dinge angehen und uns speziell in herausfordernden Situationen (bei Streitereien, in der Schlange an der Supermarktkasse, im Stau, wenn uns etwas im Ofen verbrennt oder das Kinderzimmer aussieht, als wäre der Blitz eingeschlagen …) verhalten wollen, bevor wir agieren oder reagieren.

Dazu müssen wir vermutlich erst einmal unsere Gewohnheiten und Gedanken, die ja die Grundlage unseres Handelns sind, genau anschauen und hinterfragen: Warum gehe ich Dinge im Leben so an, wie ich sie angehe, warum handele ich auf diese Art und Weise? Finde ich das gut, oder war es einfach schon immer so? Will ich es in Zukunft weiter genauso machen, oder möchte ich etwas verändern? Wie kann ich es verändern?

Veränderungen »eingeübter« Verhaltensmuster geschehen aber nicht von heute auf morgen. Das braucht Zeit, in der wir uns immer wieder selbst dabei ertappen werden, Dinge wie früher zu machen. Aber auch hier, wie sooft im Leben, hilft: üben, üben, üben. An dieser Stelle ein bisschen Wissen fürs gute Gefühl: Neue Routinen haben sich in der Regel nach 21 Tagen, also drei Wochen, etabliert (wenn man sie denn wirklich gewissenhaft, diszipliniert und täglich verfolgt). Sei es die Veränderung des Essverhaltens, die abendliche Einschlaf- und/oder morgendliche Aufstehzeit, einen Weg mit dem Fahrrad, statt mit dem Auto zurückzulegen, bei Stress nicht so schnell aus der Haut zu fahren, sondern erst einmal durchzuatmen etc.

In jedem Fall aber, und damit können wir sofort beginnen, sollten wir unseren Kindern zeigen, was wir wirklich denken, wie wir wirklich fühlen – und ihnen damit ein gutes Vorbild sein. Allein schon deshalb, damit sie verstehen: Meine Gefühle sind wichtig, und ich darf sie ernst nehmen und zeigen. Das dürfen auch unbedingt »negative« Gefühle sein wie Wut, Frustration, Trauer, Angst. Wichtig ist am Ende, wie wir damit umgehen, wie wir uns selbst auch wieder regulieren und uns vielleicht bei einem Mitmenschen entschuldigen, dem wir Unrecht getan haben.

Wahrscheinlich kommen wir von ganz allein recht schnell auf die Idee, unsere Gedanken und meist schon automatisch ablaufenden Gefühle zu hinterfragen und gegebenenfalls hier und da zu »korrigieren«, weil wir merken: »Das wollte ich meinem Kind eigentlich gar nicht so gern weitergeben. Wieso mache ich es überhaupt so, wenn es mir gar nicht gefällt, mir (und anderen) nicht guttut, es mich nicht glücklich macht und nicht voranbringt?«

Hinter diesem emotionalen und auch etwas psychologischen Gerede, ich gebe es zu, steckt mein tiefer Wunsch: Lasst uns unseren Kindern, vor allem den Töchtern, zeigen, dass alles möglich ist, dass sie alles sein und werden können, was sie wollen. Bitte. Sie können zum Fasching als Lillifee und Minni Maus gehen, klar. Aber sie können sich auch als Superman oder Scheich verkleiden. Wenn sie wollen, können sie davon träumen, später Schreinerin zu werden. Und wenn das ihr Herzenswunsch bleibt, dann dürfen und können sie ihren Weg dahin gehen. Lasst uns ihnen klarmachen: Ihr müsst nicht Hausfrau und Mutter werden, ihr müsst keinen sozialen Beruf ausüben oder irgendeinen anderen vermeintlich »frauenkompatiblen« Job. Könnt ihr natürlich, wenn ihr wollt! Dann ist das ebenso wunderbar! Aber ihr müsst nicht das werden, was man von euch erwartet. Ihr müsst das werden, was ihr von euch erwartet, eure eigenen Erwartungen an euch erfüllen, den eigenen Weg finden, ihr müsst euch selbst glücklich machen!

Missgunst und Stutenbissigkeit ade

Ganz ehrlich: Fühlt ihr euch bei der Überschrift ertappt? Das war gar nicht meine Absicht. Wichtig ist mir, euch zu zeigen: Missgünstig zu sein und stutenbissig anderen Frauen gegenüber, bringt uns überhaupt nicht voran. Und zwar nicht nur uns selbst nicht, sondern auch keine andere Frau. Wir stehen damit der Female-Empowerment-Bewegung entgegen, und das macht mich traurig. Dabei ist ein Konkurrenzdenken überhaupt nicht notwendig. Ich kann euch dazu einmal von mir berichten: Meine Freundinnen sind extrem erfolgreich und allesamt unglaublich lieb und nett und sympathisch. Untereinander missgönnen wir uns nichts. Warum auch? Wir stehen uns bei unseren Erfolgen nicht im Weg – im Gegenteil, wir beflügeln, pushen, unterstützen uns gegenseitig dabei.

Lange Rede, kurzer Sinn, solltet ihr euch bei der Überschrift tatsächlich ertappt gefühlt haben, möchte ich euch sagen: Es ist nicht schlimm, auch einmal stutenbissig zu denken oder einer anderen Frau etwas zu neiden. Das ist einfach so. Es sind eure Gedanken, die sich sicherlich nicht selten auch ein bisschen automatisch drehen. Aber schön wäre, sich auch hier zu fragen: »Möchte ich wirklich so denken?« Oder: »Warum denke ich so? Wo liegt mein Problem, weshalb muss ich einer anderen ihren Erfolg und ihr Glück neiden?« In den allermeisten Fällen steckt ein eigenes unerfülltes Bedürfnis, ein unerfüllter Wunsch dahinter. Und ich empfehle wirklich ganz dringend: Wir sollten uns lieber mit aller Kraft und positiver Energie darum kümmern, uns unsere Wünsche und Bedürfnisse zu erfüllen, als unsere kostbare Energie zu verschwenden, indem wir negative Gedanken und Gefühle zulassen! Denn in Neid und Missgunst steckt keine Bewegung, kein Female Empowerment, es steckt nur Energieverlust darin.

 

Ich möchte dieses Kapitel abschließen mit einem immens wichtigen Gedankenausflug. Meiner Meinung nach ist es das Fundament dafür, dass wir glücklich und erfolgreich sind im Leben:

Das Gesetz der Anziehung

Das Gesetz der Anziehung bedeutet, dass wir mit dem, wie wir in die Welt hinausgehen, auch dort draußen konfrontiert werden. Wir ziehen sozusagen das an, was wir ausstrahlen. Heruntergebrochen auf die einfachste Ebene bedeutet das zum Beispiel: Ein Lächeln von uns führt zu einem Lächeln bei unserem Gegenüber. Ein griesgrämiges Auftreten führt zu einer ähnlich gearteten Reaktion bei unseren Mitmenschen. Die Theorie hinter dem Gesetz der Anziehung führt sogar so weit, dass wir auch dann, wenn wir uns etwas ganz, ganz fest und konkret wünschen und die entsprechenden Schritte zu unserem Ziel einleiten, im Außen »zufällig« auf immer mehr stoßen werden, was uns in die richtige Richtung führt – ohne dass wir damit gerechnet und es konkret eingeplant hätten.

Und so führt uns das Gesetz der Anziehung zu dem extrem wichtigen Satz: Der Schlüssel zum Nichterfolg und zum Unglücklichsein steckt immer in uns selbst. Aber wir wollen ja positiv sein, also besser formuliert: Der Schlüssel zu Erfolg und Glück steckt immer in uns selbst! Nur müssen wir ihn manchmal aufwendig und mühevoll suchen, weil er unglaublich gut versteckt sein kann. Lasst uns zu Schatzsucherinnen unseres eigenen Glücks und Erfolgs werden!

Gerade in den letzten Jahren habe ich mich in sehr vielen verschiedenen Bereichen ausprobiert, von denen ganz vieles gar nicht in der Öffentlichkeit stattfand, habe etliches einfach gelebt und erlebt (ich führe hier ein paar der Stationen auf, einige habt ihr natürlich mitbekommen: #Moderatorin, #Sängerin, #Comedy-Schauspielerin, #Ökotrophologie-Studentin, #Podcasterin, #Influencerin, #Motivationschoach, #Autorin, #MAMA). Und so kann ich aus eigener Erfahrung und voller Überzeugung berichten: Ganz gleich, was ihr vorhabt, der Erfolg klopft nur an eure Tür, wenn ihr euch darum bemüht. Bei mir hat noch niemand an die Tür geklopft und gesagt: »Poch, poch, hallo, möchtest du heute einen Podcast machen?« oder »Möchtest du vielleicht eine Sendung moderieren?«. Das ist definitiv nicht passiert und wird auch nicht passieren. Wir müssen uns selbst um das bemühen, was uns wichtig ist. Ein paar Impulse dazu stecken bereits in den Punkten, die ich eben aufgezählt habe. Um weitere wird es im Buch immer wieder gehen.

Kapitel 2

Bevor es richtig losgeht

Fangen wir an mit … mir. Aber für dieses Buch und mein Erfolgsrezept, um das es gehen wird, braucht es das nun mal. Denn es ist ja aus meinem Leben gewachsen.

Apropos »gewachsen«: Aufgewachsen bin ich in einem ganz kleinen Dörfchen an der Ostsee, wo jeder jeden kannte. So sagte man das damals, heute würde ich sagen: wo jede und jeder jede und jeden kannte. Weniger sagten sich Fuchs und Hase, aber doch Hund, Katze und Maus »Gute Nacht«. Wir Kinder grüßten jeden Erwachsenen, dem wir auf der Straße beim Spielen begegneten. Das machte man so. Jede und jeder machte das so. Als ich dann nach der Schule nach Köln umgezogen bin, habe ich das übrigens genauso übernommen: Ich habe jeden Nachbarn und jede Fußgängerin auf der Straße freundlich gegrüßt. Es war doch mein Kiez, mein neues Dorf. Da habe ich mir vielleicht Blicke eingefangen – ich sage es euch! Von wegen »Warum grüßt du mich, wir kennen uns doch gar nicht?!«. Darum habe ich es dann auch ganz schnell wieder sein lassen, ich wollte schließlich nicht, dass irgendwann jemand die Polizei ruft (immerhin wohnte ich zu der Zeit direkt neben einer Polizeiwache, also wäre die Hemmschwelle nicht so hoch und der Weg nicht sehr weit gewesen). Kleiner Spoiler für das Kapitel »Geschichten aus meinem Berufsleben – von gruselig bis großartig«: Es wird noch einmal um genau diese Polizeiwache gehen …

Gut. Aber noch bin ich chronologisch in meinem Dorf. Ich habe dort ganz klassisch auch meine Teenagerzeit verbracht, wie Teenager das eben so machen: mich ausgelebt, alles erlebt, was möglich war. Worum ging es damals? Um Schule, Freunde, Freundinnen, Kino, Schwimmengehen … Ich habe mich wohlgefühlt mit meinen Freundinnen und bei meiner Familie, ich war dort einfach zu Hause. Es war mein Nest. Und doch habe ich in der Zeit schon das Gefühl gehabt, dass mir alles zu klein und zu eng war, dass ich schon jetzt alles erlebt, gesehen und gegessen hatte, was dieses Dörfchen zu bieten hatte. Was also sollte hier noch passieren, an dem ich wachsen, was ich Neues erfahren konnte? Ich spürte, wenn ich hierbleibe, so wie ich bin, mit meinem Charakter und mit mir als Person, werde ich verkümmern. Wohin sollte ich also meinen nächsten Schritt setzen? Wie sollte mein Weg weitergehen?

Wohin will ich schwimmen?

Ich musste mir als Mensch, als Frau überlegen, wie ich glücklich und selbstbestimmt und frei werden konnte. Denn das waren meine Lebensziele – die kannte ich schon sehr früh. Wie es dazu kam, erzähle ich euch gleich. Ich habe also als junges Mädchen schon gespürt: Ich muss hier erst einmal weg, hinausschwimmen wie ein Fisch im Meer, weit wegschwimmen. Um dann später vielleicht wieder zurückzukommen (an dem Punkt bin ich übrigens noch nicht angekommen). Denn eins muss ich ganz laut sagen: ICH LIEBE DEN NORDEN. ICH LIEBE DIE OSTSEE. Wenn ich die Wahl habe zwischen einer Reise nach Australien oder Travemünde – ratet mal, wo ich lande? Es hört sich vielleicht verrückt an, aber es ist die Wahrheit: Dann findet ihr mich in Travemünde, mit windzerzaustem Haar am Strand spazieren gehend.

Nur wohin ich schwimmen wollte, das wusste ich noch nicht.

Ein unmoralisches Angebot

Ich möchte an dieser Stelle die Geschichte erzählen, die ich im vorangegangenen Kapitel bereits angekündigt habe, der Aha-Moment, der mich zum »Female Empowerment« gebracht hat, sozusagen. Sie ist mir tatsächlich passiert und hat es in sich. Es fällt mir nicht leicht, darüber zu sprechen, aber weil sie so immanent wichtig ist für die Offenbarung meiner Lebensziele und das Erkennen meines Weges, muss sie einfach raus. Und sie gehört genau hierher. Damit habe ich mehr oder weniger schon das »Happy End« gespoilert, tut mir leid. Denn aus einer schlechten Situation etwas Gutes zu lernen für die Zukunft ist wohl das Mindeste, was Frau erwarten darf.

Festgehalten also, liebe Leserinnen und Leser, es geht los: Als ich noch zur Schule ging, es muss zwischen der 11. und 13. Klasse gewesen sein, da jobbte ich in verschiedenen Luxusboutiquen in Travemünde. Klar, die eine oder andere der Hautevolee treibt sich dort herum. Und in einem dieser kleinen, schicken Läden gab es diesen einen Chef, der mich eingestellt hatte. Anfangs wirkte er fast schüchtern, was mich in gewisser Weise schon gleich irritierte, ohne dass ich hätte sagen können, warum. Er hatte einfach eine merkwürdige Art an sich, seine Anwesenheit war mir immer eher unangenehm. Und das wurde über die Zeit nicht besser, im Gegenteil. Nach einigen Wochen, die ich dort arbeitete, fing er nämlich an, mich bei Gesprächen sehr lange und intensiv regelrecht anzustarren, egal, ob wir unter vier Augen sprachen oder mit Kundinnen. Er blickte mir dabei richtig tief in die Augen. Mir war das höchst unangenehm. So ein intensiver Augenkontakt über eine zu lange Zeitspanne berührt nämlich eine Saite in uns, die mit unseren Urinstinkten zu tun hat: Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass ein Augenkontakt, der fünf Sekunden und länger ununterbrochen und fixierend gehalten wird, als unhöflich oder sogar unangenehm empfunden wird, mitunter sogar als dominant und herausfordernd. Das nennt sich auch »Drohstarren« und kann aggressivem Verhalten zugerechnet werden. Im Tierreich passiert dieser Moment oft vor einem Kampf, zum Beispiel unter Löwen. Und dieses Verhalten von einem Mann gegenüber einer jungen Frau – ich sage nur: Vorsicht! Das alles wusste ich damals aber noch nicht und hätte auch nicht mit Bestimmtheit benennen können, was mich so verunsichert hat. Dass ich mich aber nicht wohlfühlte, war mir sonnenklar.