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Verträumte Villenviertel und lebendige Kieze, legendäre Clubs und Kneipen, dazu Museen, Bühnen und Galerien von Weltrang: Berlin ist einzigartig! Über 12 Millionen BesucherInnen zieht es jährlich in die deutsche Hauptstadt. Für die gebürtige Berlinerin Désirée Nick, gefeierte Unterhaltungskünstlerin, Autorin und Schauspielerin, ist Berlin viel mehr als eine Metropole - es ist ein Lebensgefühl. In ihrem schonungslos ehrlichen Reiseführer nimmt sie uns mit an Orte, die ihre Heimatstadt für sie ausmachen: zu versteckten Paradiesen zwischen Philharmonie und Eckkneipe, Berghain und Biergarten, Oper und Hinterhofbar. Mit dem Blick einer Insiderin führt sie durch die Vielfalt der Stadt, über die Prachtmeilen und durch die Kieze, in angesagte Clubs, spannende Museen und ihre persönlichen Lieblingslokale – mal glamourös, mal rau, aber immer echt. Ein sehr persönlicher Guide, voller Geschichten, Geheimtipps und Lieblingsorte – und eine mitreißende Liebeserklärung an eine Stadt, die nie aufhört, sich neu zu erfinden.
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Seitenzahl: 218
Veröffentlichungsjahr: 2025
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© eBook: 2025 GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, Postfach 860366, 81630 München
© Printausgabe: 2025 GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, Postfach 860366, 81630 München
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GRÄFE UND UNZER Verlag
Grillparzerstraße 12
81675 München
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Text: Désirée Nick
Redaktion und Projektmanagement: Susanne Kronester-Ritter
Lektorat: Katharina Katz
Bildredaktion: Petra Ender
Hair und Make-Up Shooting mit F. Zauritz: Angelique Waltenberg, Berlin
Kartografie: Gerald Konopik, Fürstenfeldbruck
Schlusskorrektur: Christiane Gsänger
Covergestaltung: Favoritbuero Gbr, Eva Stadler
eBook-Herstellung: Teresa Klocker
ISBN 978-3-8464-1028-8
1. Auflage 2025
GuU 8-1028 10_2025_02
Bildnachweis
Coverabbildung: Frank Zauritz
Fotos: Alamy Stock Photo: Bildagentur Online/Schoening; Adam Eastland, edpics, Angela Serena Gilmour; Astor Film Lounge; ddp images; Nils Hasenau; Huber Images: Adam Eastland, Sabine Lubenow, Alessandro Saffo; imageBROKER: Schoening; Imago: Funke Foto Services, imageBroker, Joko, Steinach; Laif: Jan-Peter Boening, Dagmar Schwelle; mauritius-images: Alamy/Schoening, Alamy/Joko, Serbi Reboredo; picture alliance: Bildagentur-online, Joko, Markus C. Hurek, dpa/Sven Braun, dpa/Soeren Stache, Global Travel; privat: Jan Martensen, Konstantin Meng, Désirée Nick, Gabi Temp, Angelique Waltenberg; Andreas Riedel; Shutterstock, Ajan Alen, ArTono, canadastock, D-Visions, ebenart, Sina Ettmer, frank_peters, Pani Garmyder, Diego Grandi, JJfarq, Mirko Kuzmanovic, Ally Lee, MDart10, Mistervlad, Mo Photography Berlin, Pat Moore, Neirfy, Petrov Plam, Ugis Riba, tichr, vasi2, Yu Xichao; stock.adobe.com: benbro, diegograndi, eyetronic, flashpics, Matthias Heib, leofrog, Mickis Fotowelt, Sliver, sp4764, tichr; Tom Wagner; Wikipedia: Schwerdtlein; Jack Zander; Frank Zauritz
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Zwischen Absinth, Diversity, Multikulti als Schmelztiegel der Kulturen, Magnet für Bohemians, Künstler und Aussteiger ist Berlin schillernd, bizarr, kess, frech, schnell, dreckig, witzig, clever, urig, streetwise – ABER ganz sicher nicht gemütlich. JEDOCH: Es umarmt prinzipiell jeden, der sich selbst neu erfinden will und mit seiner Story amüsieren kann. Amüsement wird nämlich in Berlin seit jeher ganz groß geschrieben! …
Bitte notieren: Berlin will gar nicht gefällig sein, Berlin biedert sich nicht an, Berlin ist ehrlich, hat Charakter und eine unverwechselbare Persönlichkeit. Berlin ist einzigartig und nicht vergleichbar mit irgendeiner anderen Metropole, der es nacheifert. Selbst wer hier nicht alt wird, muss gestehen: Berlin muss man erlebt haben – und zwar aus einer Vielzahl von Perspektiven. Berlin schillert!
Désirée Nick
Das Mysterium Berlin
Ost oder West, Kiez oder Metropole, was eint, ist das Berliner Lebensgefühl
Seite 14
Mein Charlottenburg
Ku’damm-Glamour, Savignyplatz-Charme, Grunewald-Grün und im Herzen bunt
Seite 28
Prachtmeile Unter den Linden
Das historische Herz Berlins: ein unvergesslicher Spaziergang vom Brandenburger Tor zur Museumsinsel
Seite 54
Museen und Kultur satt!
Weltklasse-Sammlungen, versteckte Galerien und Weltkulturerbe – für jeden was dabei. Darauf ’ne Currywurst
Seite 72
Rund um den Hackeschen Markt
Voller Überraschungen und Gegensätze: Hinterhöfe, historische Architektur und Hidden Hotspots
Seite 90
Berliner Bühnen
Von den Philharmonikern bis zur Hinterhof-Bühne – Berlin macht Theater wie keine andere Stadt
Seite 106
Das kulinarische Berlin
Ob Döner oder Delikatesse, ob schrullige Pinte oder Sterne-Restaurant – Essen in Berlin ist Kult!
Seite 120
Mythos Neukölln
Sonnenallee, Böhmische Dörfer, Döner meets Oper: Willkommen in Neuköllns Multikulti-Kosmos
Seite 142
Ausgehen in Berlin
Legendäre Clubs, spektakuläre Bars und urgemütliche Eckkneipen – das sagenumwobene Berliner Nachtleben
Seite 156
Raus ins Grüne!
Von versteckten Parks, City-Stränden und herrlichen Seen bis hin zur eigenen Ostsee
Seite 182
Icke wohne nich in Berlin, icke bin Berlin! Und das kann eigentlich nur ein Mauerkind von sich behaupten. Denn unsere Generation musste die Metropole neu gestalten. Zwei unvereinbare politische Systeme mit ihren damals 79 Millionen Menschen zu einer neuen Gesellschaft formen zu müssen ist das, was Berlin von allen anderen Metropolen unterscheidet: eine kreative Höchstleistung!
Drei Jahrzehnte später ist Berlin die schillerndste Metropole Deutschlands, Magnet der polyglotten Jugend. Und das wäre es nie geworden, ohne die Wiedervereinigung mit dem Zusammenwachsen von Ost und West. Keine andere Stadt weltweit musste sich einer solch immensen Herausforderung stellen und sich quasi von heut auf morgen selbst erfinden. Doch dieser Wandel begann nicht erst 1989, sondern brodelte bereits seit Beginn der sogenannten Goldenen 20er Jahre. Berlin-Babylon war immer ein Schmelztiegel von Widersprüchlichkeiten und Exzessen: und genau deshalb so verdammt künstlerisch, kreativ und weltoffen. Sich Herausforderungen zu stellen, das liegt in der DNA der Berliner Luft!
Wie alles begann
Hart gebeutelt durch die Irrungen und Wirrungen der Geschichte, einem riesigen Sumpfgebiet gerade mal 80 Kilometer vor der polnischen Grenze abgerungen, war es einst die Dynastie der Hohenzollern, die das wertlose Ackerland inmitten der Streusandbüchse Brandenburgs zum Eigentum deklarierten und nach einer im Nirwana gelegenen Region griffen, die sonst keiner haben wollte. Zwischen osteuropäischer Eiseskälte und Hitzeperioden schwankend, bis das nächste Unwetter sich krachend entlädt, sind Klima und Wetter in Berlin nicht gerade gemäßigt. Genau wie die schroffe und zugleich warmherzige Art seiner Einheimischen! Berlin ist weder schön noch gemütlich! Zwischen Absinth, Diversity, Multikulti als Schmelztiegel der Kulturen, Magnet für Bohemiens, Künstler und Aussteiger ist Berlin schillernd, bizarr, kess, frech, schnell, dreckig, witzig, clever, urig, streetwise – ABER ganz sicher nicht gemütlich. JEDOCH: Es umarmt prinzipiell jeden, der sich selbst neu erfinden will und mit seiner Story amüsieren kann. Amüsement wird nämlich in Berlin seit jeher ganz großgeschrieben! Sonst wäre das Tempo ja gar nicht auszuhalten. Für Schlafmützen wird es hier schwer. Während Hamburg oder München den Zugereisten erst in der dritten Generation als Einheimischen akzeptiert, ist Berlin anders. Hier wird jeder umarmt, der mit seiner erfundenen Biografie unterhalten kann. Aber gelacht wird dann eben doch, wenn die vielen Pseudo-VIPs, die gerade mal fünf Jahre in der Hauptstadt ausgehalten haben, sich als Berliner vermarkten und – oh Graus – es wagen, sich an unserem wilden, knackigen und hochmusikalischen Dialekt zu versuchen.
Zwischen Bahnhof Zoo und Hotel Waldorf Astoria steht man direkt auf dem Dach des Bikini Berlin!
Berlin schillert
Gerade, wenn sich die Hauptstadt mal wieder von ihrer krassesten Seite zeigt, überrascht sie uns von heute auf morgen stets durch ihre außerordentliche Anpassungsfähigkeit. Steter Wandel gehört bei uns einfach dazu: Nichts bleibt, wie es ist, flexibel ist man hier von Hause aus. Zuverlässig zaubert Berlin alles aus dem Ärmel, was der Selfie-vorm-Fernsehturm-Tourist sich nicht auszumalen wagt. Elegante Gründerzeitvillen im noblen Westberliner Grunewald, verwunschene Refugien in Kladow, die denen am Ammersee in nichts nachstehen, endlose einsame Zufluchtsorte rund um den Wannsee. Der Müggelsee mit unzähligen Naturstränden und Köpenick, wo quasi jedes Grundstück seinen eigenen Bootsteg hat und statt dem Späti an jeder Ecke ein Strandbad lockt. Vier Opernhäuser, idyllisch bewohnte Inseln mit den zahllosen Schlösschen all jener, die Berlin zu dem machten, was es heute ist. Schwanenwerder, Pfaueninsel, Palais hier, Palais da, mitten am Verkehrsknotenpunkt mal eben das Schloss Charlottenburg, die Museumsinsel, unzählige Galerien und Dependancen all jener, die global den Kunstmarkt bestimmen. Der Klassikfan findet Kulturgenuss von Weltklasse in der Berliner Philharmonie. Oder sind Sie eher Technofan, dann ab zu dem sagenumwobenen Rave rund um die Uhr im Berghain. Berlin bietet Kultur in allen Varianten satt bis zum Überfluss. Sie werden in dieser Metropole definitiv finden, was Ihren Vorlieben entspricht: von Grill Royal Noblesse pur, bis hin zu Ihrer Lieblings-Döneria und den Arealen rund ums Soho House – »Oh Graus« –, wo man ja in Berlin neuerdings nur noch Englisch spricht. Wer bei seinem Aufenthalt die Berliner auf gar keinen Fall treffen will, und das echte Flair der Hauptstadt um jeden Preis zu meiden sucht, der begebe sich nach Prenzelberg und Friedrichshain! Da gibt es nur noch Fremde! Der echte Berliner allerdings, der hockt in Schmargendorf, Rudow, Köpenick, Lichtenberg oder Pankow und meidet jene Regionen, in denen sich die Möchtegern-Berliner als Zugereiste tummeln. Er liebt seine Stadt so krumm, wie sie gewachsen ist: Schlechte Laune der Taxifahrer ist Ehrensache, Busenfreundschaft mit der türkischen Großfamilie in Neukölln gehört zum guten Ton und ohne Herz und Schnauze läuft auf dem Amt hier schon mal gar nix! Und das ist auch gut so! Denn Berlin hat Esprit zu seinem natürlichen Markenkern erklärt!
Bitte notieren: Berlin will gar nicht gefällig sein, Berlin biedert sich nicht an, Berlin ist ehrlich, hat Charakter und eine unverwechselbare Persönlichkeit. Berlin ist einzigartig und nicht vergleichbar mit irgendeiner anderen Metropole, der es nacheifert. Selbst wer hier nicht alt wird, muss gestehen: Berlin muss man erlebt haben – und zwar aus einer Vielzahl von Perspektiven. Berlin schillert! Zu lachen gibt es immer jede Menge.
So kontrastreich und markant seine Bewohner und so kontrovers die Architektur, so erfinderisch und unterhaltsam ist der sehr spezielle Berliner Witz! Ohne den wird es hier auf Dauer schwer …
Das größte Wahrzeichen der Hauptstadt bin natürlich icke: eure Goldelse
Daher nehme ich Sie als echtes Ur-Berliner Kindl an meine immer noch vorzeigbare Brust und enthülle den Zauber dessen, was Berlin weltweit zum Kult-Magneten für Jung und Alt, reich und arm gemacht hat. Denn Berlin begreifbar zu machen, diesen schillernden Schmelztiegel über die Postkartenmotive und Trip Advisor hinaus zu erschließen, das vermag nur eine echte Berliner Pflanze. Folgen Sie mir also an die idyllischen Orte meiner Kindheit, entdecken Sie die versteckten Paradiese der Urberliner, staunen Sie über die Refugien der Industriellen, besuchen Sie die angesagtesten Pop-up-Hot-Spots der Hipster-Avantgarde, erleben Sie die coolsten Currybuden, die angesagtesten Clubs, schlemmen Sie in Markthallen und kiezigen Lieblingsrestaurants, besuchen Sie die himmlischsten Biergärten mit dem Kahn, verweilen Sie in Hinterhofbrauereien, Zimmertheatern, Wirtshausstuben, und bestaunen Sie die romantischsten Wohnviertel und glamourösesten Winkel der Metropole bei Spaziergängen voller Überraschungen. Wir nennen es Stadtbummel. Darauf einen Futschi!
Merke: Mein G-Spot findet sich zwar (bislang) in noch keinem Reiseführer als Place to Go, aber für mich gilt genau all das, was den Reiz und Charme dieser unverwechselbaren Hauptstadt ausmacht: Alte Ruinen wirken am besten in der Abenddämmerung!
Ihre
Berliner Ikonen unter sich: Zwischen Spree und Fernsehturm.
Auf der Dachterrasse des Hotel de Rome lässt sich gepflegt mit einem Drink die Aussicht genießen.
Berlin feiert den PRIDE beim Christopher Street Day schon seit 1974 – und ich war von Anfang an dabei! Inzwischen feiern eine Million Menchen gemeinsam die Vielfalt.
Wer hätte gedacht, dass unser grünes Berlin mehr Brücken als Venedig hat?
Süßer Stopp zwischen Plattenbau und Techno-Kultur.
Im Tiergarten haben Sie freie Sicht auf unsere Goldelse.
Der Gendarmenmarkt: Für mich einer der schönsten Plätze Europas.
Gegen das Vergessen: Das Berliner Holocaust-Mahnmal.
Flanieren Sie mit mir durch mein Berlin, wir starten bei der Prachtmeile Unter den Linden.
Das Brandenburger Tor steht für Freiheit und Einheit einer ehemals geteilten Stadt.
Ost oder West, Kiez oder Metropole, was eint, ist das Berliner Lebensgefühl
»Wo ist sie denn nun, die glitzernde, schillernde Metropole?«, fragt man sich, wenn man auf einem der fünf Hauptbahnhöfe (jawoll!) bei Nieselregen ankommt und von schlecht gelaunten Mitmenschen den Koffer in die Kniekehlen gerammt bekommt, weil man nicht flott genug den Weg freimacht. Um die wahre Schönheit Berlins in den Fokus zu rücken, muss man sich schon intensiv mit der Stadt befassen und gut orientiert sein.
Berlin ist so viel mehr als die vielen gestressten, verrückten, gestrandeten Menschen, die man aus den Bildern der Krawalldemos, Blockaden, Aufmärsche, dem 1. Mai oder an Silvester erlebt. Jede pulsierende Weltmetropole hat ihre Schattenseiten. Aber gerade aus dem Kontrast zu der unendlichen Schönheit der Hauptstadt, ihrer Vielfalt und Geschichte erwächst die Faszination. Diese Stadt hat eine Seele, die in den verwinkelten Straßen, den historischen Gebäuden, den verwunschenen, stillen Hinterhöfen und den lebendigen Kiezen spürbar wird. Hier liegt ein ganz eigener Charme, das besondere Flair in der Luft, das die schillernden Facetten und den unvergleichlichen Charakter dieser Stadt widerspiegelt. Berlin hat ein unverwechselbares Gesicht, zu dem die Sommersprossen genauso passen wie der kesse Ton, die unvermutete Nahbarkeit und das pampige Mundwerk, was immer viel zu groß erscheint. Auf den zweiten Blick ist die Stadt aber so viel mehr: Eben noch rauer Charme, so zeigt es sich auch unerwartet elegant.
Berlin überrascht immer wieder, ist niemals laaaangweilig und stolz darauf, einzigartig zu sein.
Berlin glitzert! Ich als waschechte Westberliner Göre, dank thüringisch-sächsischer Vorfahren mit ostdeutschen Wurzeln, nehme Sie nun an die Hand und erkläre erstmal, wo Sie eigentlich gelandet sind. Beginnen wir also mit Berlin und seinen Kiezen!
Die Oberbaumbrücke verbindet Friedrichshain und Kreuzberg.
Kiez? »Wattn ditte?«
Der Kiez ist die kleine Heimat in der großen Stadt! Kiez ist Kult und jeder echte Berliner kommt – so das Klischee – auch nie wieder aus seinem Kiez heraus. Ich mag Charlottenburg verlassen haben, aber Du kriegst Charlottenburg niemals aus mir raus. Die Stadtteile sind in amtliche Verwaltungsbezirke unterteilt, aber was wirklich zählt, ist DEIN Kiez. Jeder Stadtbezirk hat seine ihm ureigene Kiezkultur. Man muss die vier Millionen Menschen ja irgendwie zuordnen können und die einzelnen Kieze unterscheiden sich durch feine Details. Der Kiez stiftet Identität und verleiht ein Gefühl von Heimat in der Anonymität und Weite der großen Stadt. Kleine Inseln, mit Plätzen, Grünflächen, Lokalen, Kneipen und Läden, in denen man sich kennt und seine Schrippen holt. Durch Gentrifizierung schaffte es so mancher Kiez zum sogenannten »Szeneviertel«. So wurde der Kiez plötzlich zum Statussymbol. Dort, wo früher die Junkies unter der Parkbank lagen und mein Schulweg quer durch die Meile der Prostitution und der Dealer verlief, hat sich im Zuge der Sanierung zum Beispiel der Nollendorfkiez entwickelt. Herz der Berliner Schwulenszene, mündend in den Matthiaskirchplatz mit seiner Nonnenschule St. Franziskus, in die ich sechs Jahre tagtäglich ging. Von der Bushaltestelle immer geradewegs vorbei am Elend und über den 24-Stunden-Transenstrich, direkt in die Heilige Messe zu den Franziskanerinnen. Dass diese runtergekommenen Ruinen dank Marketingstrategien zu heiß begehrten, schicken Wohnvierteln werden würden, gleicht einem Wunder. Und Wunder sind in Berlin an der Tagesordnung.
Die East Side Gallery: Kunst auf Mauerresten.
Ost und West haben ihr eigenes Herz
Wer auf gar keinen Fall echte Berliner treffen will, der beschränkt sich auf Prenzelberg und Friedrichshain. Dort trifft man keine Berliner. Schon lange nicht mehr. Diese haben die Flucht ergriffen oder wurden wegen uralter, günstiger Mietverträge rausgeklagt oder anderweitig vertrieben – durch steigende Mieten, jahrzehntelange Sanierung oder Umsiedlung. Das echte Berlin des Ostens – wo auch die Berliner leben – besteht aber aus dem (immer noch) sehr lauschigen Pankow, Weißensee, Lichtenberg, Fennpfuhl, Rummelsburg, Treptow, Köpenick, Karlshorst, Niederschönhausen, Friedrichsfelde und erstreckt sich bis an den Müggelsee ins idyllische Müggelheim. Das Herz des Westens schlägt hingegen in Charlottenburg, Tiergarten, dem Hansaviertel, Moabit, Kreuzberg, Schöneberg, Wilmersdorf, Westend, Friedenau, Lichterfelde, Steglitz-Zehlendorf. Nicht zu vergessen, der ganze Stolz des Westens: der noble Grunewald. Wirklich unübertroffen idyllisch, mit stolzen Villengegenden, vielen Palais, unzähligen Seen. Dianasee, Hubertussee, zahllose Wassergrundstücke, gesäumt von großzügigen Landhäusern, vom gemütlichen Hagenplatz übers Roseneck bis zur Clayallee entlang der Königsallee. Ein Träumchen! Und daran schließen sich das großzügige Dahlem und Zehlendorf an, was mit Kleinmachnow verschmilzt und direkt an den Wannsee führt. Aber schon mal was von Britz, Rudow, Buckow, Mariendorf, Marienfelde, Lichtenrade, Lankwitz gehört? Der Wedding mit seinem Volkspark Rehberge, Siemensstadt mit dem Volkspark Jungfernheide, Tegel am Tegeler See, die Wasserstadt Spandau, eingebettet zwischen Havel, Stößensee, Pichelsee, umgeben von diversen Häfen und eigenem Forst und kleinen Inselchen, oder der riesige Stadtteil Steglitz, das alles ergibt erst das schillernde Gesamtbild Berlin. Doch wir haben noch viel mehr zu bieten: das endlose gutbürgerliche, gepflegte Westend, die Lyckallee, die Tannenbergallee, die grünen Oasen rund um den Wannsee, Nikolassee, Schmargendorf, der idyllische Schlachtensee, Gatow, Kladow, Dahlem-Dorf, mit seinen Bauernhöfen mitten in der Stadt, das ländliche Lübars, die exklusive Insel Schwanenwerder mit Immobilienobjekten bis 80 Millionen Euro. Und dann ist da natürlich noch die Spree, die sich durch ganz Berlin schlängelt. Die Hanseaten mögen das nicht gerne hören, aber Berlin hat doppelt so viele Brücken wie Venedig, denn du bist hier nie weit entfernt vom Wasser. Dies alles garniert mit unzähligen Schlössern, Parkanlagen, Museen, Grünflächen und Wäldern, alles inmitten einer Metropole. Organisch gewachsen und stets versehen mit den Spuren historischer Denkmäler, Sehenswürdigkeiten, Universitäten und Museen.
Blick von der Insel Schwanenwerder zum Freibad Wannsee.
Na, und dann ist da noch Neukölln mit seinen rund 400.000 Einwohnern aus 160 verschiedenen Ländern und dem buntesten Migrationshintergrund, den Walt Disney sich hätte ausmalen können. In Pankow und Mitte leben jeweils noch mal etwa 400.000 Menschen. Die Bezirke sind quasi wie die einzelnen Städte des Ballungszentrums Ruhrgebiet. Alle miteinander laufen zu Hochtouren auf beim jährlichen Karneval der Kulturen und dem Berliner CSD.
Dit is mein Berlin! Vielen ist es zu bunt. Für mich kann es nicht bunt genug sein.
Machen Sie sich auf und verlassen mit mir die Trampelpfade zwischen Prenzelberg und Friedrichshain, es lohnt sich wirklich das authentische Berlin kennenzulernen und zu immer neuen Ausflügen und Spritztouren aufzubrechen, die den Geist zum Leben erwecken, aus dem Berlin einst geboren wurde.
Berlin umfasst 434 Kieze, 96 Stadtteile und 12 Bezirke, ich kann Ihnen hier natürlich nicht alle vorstellen, aber eine kleine, feine Auswahl! Für ein bisschen mehr Orientierung folgt hier mein Kiezkalender.
Wirklich lohnenswert ist eine Tour auf der Spree im Abendlicht.
Akazienkiez
Der Akazienkiez in Schöneberg ist dank der vielen Cafés, Lokale und kleinen Geschäfte äußerst beliebt. Hip ist er aber schon lange nicht mehr. Das, was einst als autonom begann, findet sich in Berlin oft nach fünf bis zehn Jahren als gutbürgerlich und familiär wieder. Junge Familien, Galerien, Kreative, Zugezogene sorgen dafür. Alteingesessene begegnen sich in Cafés oder am Späti und nur die guten und gemütlichen Restaurants überstehen die Jahre.
Bötzowkiez
Wunderschöne Gründerzeitarchitektur macht dieses Areal in Prenzlauer Berg zu einer der begehrtesten Wohnlagen. Neue Townhouses neben sanierten Altbauten und die Nähe zum ältesten Park der Hauptstadt, dem Volkspark Friedrichshain, der 1846 als erste kommunale Grünanlage angelegt worden ist. Trotz zentraler Lage ist der Kiez vergleichsweise lauschig und ruhig und bietet ein exzellentes gastronomisches Umfeld. So haben sich bevorzugt schwäbische Hausfrauen zur Familiengründung hier niedergelassen, die neben wohlhabenden, überschlanken Veganern gerne mal die Polizei bestellen, wenn es im Park zu spät zu laut hergeht oder im Gebüsch auf dem Spielplatz ein Kondom gefunden wurde. Väter gehen im Sommer mit großen Gießkannen von Manufactum zu ihrem Baumpatenkind und sorgen für Bewässerung. Die schönen alten gusseisernen Pumpen sind Deko und stillgelegt. Deko ist auch wichtig hier. Deshalb bleibt der echte Berliner fern oder er amüsiert sich über so viel Biederkeit!
Crellekiez
Gute Infrastruktur, Multikulti, Fête de la Musique, hübsche Altbauwohnungen, ein diverses Umfeld, plus ein sehr beliebter Wochenmarkt, das ist es, was das lässige Schöneberg zu einem Favoriten gemacht hat und die Crellestraße liegt mittendrin. Hier zeigt sich Berlin weltoffen und sympathisch.
Florakiez
Nur einen Steinwurf von Prenzlauer Berg entfernt ist Pankow doch eine völlig andere Welt. Sowohl von der Infrastruktur als auch architektonisch, insbesondere aber durch die Menschen ist die Atmosphäre in Pankow ganz anders: Vom Szene-Stress ist hier wenig zu spüren. In Pankow geht es noch ur-berlinerisch und ziemlich entspannt zu. Hier leben noch echte Ossis, die unseren melodiösen, witzigen Slang perfekt kultivieren. Kneipen, Kinderläden, Spielplätze, Cafés, viele Künstler, berühmte Staatsschauspieler, Intellektuelle, Lebenskünstler und Besserverdienende mit Understatement fühlen sich hier zu Hause. Pankow ist geil!
Kaskelkiez
Auch Victoriastadt genannt, beweist sich hier einmal mehr die massive Vielzahl sanierter, großzügiger Gründerzeitbauten, die in Berlin eigentlich eine Selbstverständlichkeit sind. Hier formte sich jene urbane Idylle direkt hinter dem Ostkreuz: Natürlich nachhaltig und am liebsten vegan. Tolle Clubs, DJs als Nachbarn und Frühstück rund um die Uhr.
Kollwitzkiez
Sein Herz ist der Kollwitzplatz. Der berühmteste Spielplatz Deutschlands mitten in Prenzlberg, eine uralte Brauerei, der dicke Hermann und eine vielfältige Gastroszene – ja, hier willst du hin, wenn du jung, wohlhabend, gebildet bist und den richtigen Kinderwagen fährst. Der Mann hat einen Superjob, die Mutti bleibt vorerst daheim, hat aber einen Uniabschluss. Verheiratet zu sein gilt eher als spießig. Nur Berliner muss man hier mit der Lupe suchen – und natürlich arme Leute. Künstler hatten dieses Areal einst zu ihrer Heimat auserkoren, heute müssen sie reich sein oder sie werden mit durchgeschleift, wenn sie amüsant genug sind. Gastroszene top, alles too good to be true. English spoken!
Queere Szene rund um den Nollendorfplatz: Bunt, politisch, selbstbewusst.
Nollendorfkiez
Was soll ich sagen? Der Nolli ist die Heimat meiner Kindheit, wenn ich ihn nicht gar erfunden habe. Alles in Berlin läuft auf die queere Szene rund um den Nolli zu. Neben Antiquitätenläden, den coolsten Gay Bars Berlin, saftigen Hardcorepornoläden für alle sexuellen Spielarten, lauschigen Stammkneipen mit Hinterzimmer und überall warten der beste Döner und die beste Currywurst, dit is die Nolle. Alles trifft am berühmten Winterfeldtmarkt aufeinander. Oder liegt übereinander. Herrlich! Nicht zugucken, mitmachen ist hier die Devise. Das tun auch jene, die für Folsom in Scharen als Doggy anreisen, oder natürlich eine ganze Woche vor dem CSD bereits beim schwul-lesbischen Straßenfest vorglühen. Und das alles in topsanierter Altbausubstanz. Und alles trifft sich in der Heilen Welt (s. Seite 165), der queeren Kultkneipe am Nolli, für viele die amtliche Wohnstube.
Wochenmarkt am Chamissoplatz in Kreuzberg.
Reuterkiez
Auch Kreuzkölln genannt, bildet der Reuterkiez ein weiteres Gründerzeitquartier im Norden Neuköllns. Diese Gegend ist arm und reich zugleich, hip und rau, stolz und uneitel, pragmatisch und ernüchternd, dreckig und poliert, chaotisch und lustig, kurz: typisch Berlin! Ein Sehnsuchtskiez für Expats, ewig Junggebliebene, wirklich Junge, Lebenskünstler, Abenteuerlustige, Lebenshungrige und Nachteulen. An Kreuzberg angrenzend, wird der Kiez von den attraktiven Adressen des Maybachufers, dem Kottbusser Damm, der weltberühmten Sonnenallee, der Wildenbruchstraße und dem Kiehlufer eingerahmt. Mit 19.000 Menschen auf 70 Hektar ist Kreuzkölln mit das dichtbesiedelste Areal Berlins. Einsam bleiben wird hier schwer. Vintageläden, Schallplattengeschäfte, Stoffläden, Kimonos, Naturkosmetik, Nähzubehör, Holzspielzeug und Türkenmarkt mit persönlicher Beratung. Viele Hinterhöfe samt urbaner Guerilla-Bepflanzungen, Werkstätten, sanierte Fabrikgebäude, Gewerbehöfe vereinen die unterschiedlichsten Kulturen. Dieser Kiez ist jung und laut. Hier liegt die beliebteste Ausgehmeile der Stadt. Hier bist Du richtig, wenn Du die Magie von Berlin suchst. Bist du bereit sie auszuhalten? Wenn nicht, dann flüchte an den idyllischen Landwehrkanal oder in die Hasenheide.
Bergmannkiez
Man muss staunen, denn in diesem Kiez zeigt sich, was die Hauptstadt alles kann: Plötzlich, im allergrößten Trubel der Metropole, zeigt sie sich ganz idyllisch.
Zwischen Mehringdamm, Südstern und Fidicinstraße erstreckt sich ein fast topsaniertes gepflegtes Gründerzeit-Altbauviertel abseits der berühmt-berüchtigten Clubszene und das alles entspannt, multikulti, weltoffen und lebhaft. Hier findet sich Alt-Berliner Flair vom Feinsten, gesäumt von lässigen Straßencafés und voller historischer Zeugnisse. Wie zum Beispiel die großzügigen Sarotti-Höfe der ehemaligen Schokoladenmanufaktur. Bei Gaslaternen und Kopfsteinpflaster taucht man in das prachtvollste Altbauviertel Berlins ein, den noblen Chamissoplatz. Marheinekemarkthalle, Trödelmarkt, die historischen Friedhöfe am Bergmannkiez und überall kommt man schnell ins Gespräch. Es gibt tatsächlich Berliner, die diesen urtypischen Kiez niemals verlassen. Wozu auch? Die Welt kommt schließlich zu uns.
Wrangelkiez
Die berühmte Kreuzberger Mischung aus kleinen Handwerksläden, Kultureinrichtungen, Bars, Spielplätzen, Szeneläden, Parks und Fußgängerzonen, gesäumt von Cafés und begrünten Hinterhöfen, liegt im Osten Kreuzbergs und grenzt an die Ostbezirke Friedrichshain und Treptow. Das bedeutet, Multikulti, jung, hip! Diese Szene mischt sich mit Künstlern, Studenten, Galerien, Agenturen, Spätis, türkischen Cafés, Technoclubs, Falafel, dem Spreeufer und dem Landwehrkanal. Bist du jung, weltoffen und willst Spaß haben, erleben, weshalb Berlin ein Magnet für die Jugendkultur der Welt ist? Dann kommst du am Wrangelkiez nicht vorbei.
Schillerkiez
Was mir an Berlin so gut gefällt, ist das Understatement. Mitten im abgerockten Neukölln, nahe des Tempelhofer Feldes, zieht dieses Gründerzeitviertel, Flaneure, Touristen und Millionäre an. Zwischen der berüchtigten Hermannstraße und dem Columbiadamm gelegen, ist die baumbestandene Schillerpromenade das Herz des Kiezes. Ausgehen in schicken Bars, gepflegte Eckkneipen, Bistros, edle Italiener, Türken- und Veganer-Restaurants, Parkbänke zum Verweilen, Wiesenflächen, Kopfsteinpflaster, das zaubert im Sommer ein fast südländisches Flair und lädt zum Durchatmen ein. Grade jetzt, wo Kiffen amtlich zum guten Ton gehört.
Hier schlägt das Herz Charlottenburgs: Der Savignyplatz.
Savignykiez
Rund um den Savignyplatz erlebt man Charlottenburg von seiner – für Berliner Verhältnisse – gepflegten Seite und befindet sich inmitten jener Atmosphäre, die selbst Hollywoodfilme immer wieder bemüht sind, einzufangen. Zwischen Bahnhof Zoo, Paris Bar, der Kantstraße und der Savignypassage bewegt man sich direkt auf den Kurfürstendamm zu und kann bis zum Literaturhaus in der Fasanenstraße, vorbei an der jüdischen Gemeinde, dem Theater des Westens und durch die Bleibtreustraße flanieren. Hier trifft die Boheme auf gutbürgerliche Berliner Ureinwohner, internationale Gäste, Künstler, Expats, VIPs, die nicht erkannt werden wollen, und Weltstars, die unbemerkt hier ihre Zweitwohnung haben. Hervorragende Gastronomie allerorts. Vom Grand Café St. Germain bis zur Leckerschmeckerkette Zeit für Brot. Mein Tipp für Künstler und Lebenskünstler: Der Diener am Tattersall (s. Seite 172
