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Die Nieren schützen – schmerzfrei leben
Wenn Ihr Kreatininwert und der Blutdruck zu hoch sind, eine Mikroalbuminurie oder diabetische Nephropathie vorliegen, muss rasch gehandelt werden, um schlimmeres zu verhindern und die Dialyse zu vermeiden. Das erfahrene Nephrologen-Team um Prof. Dr. Mann zeigt Ihnen, wie die Nieren funktionieren, was sie krank macht und wie Sie selbst aktiv werden können:
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 204
Veröffentlichungsjahr: 2022
Prof. Dr. med. Johannes Mann
3. Auflage 2022
30 Abbildungen
hat Ihr Arzt bei Ihnen eine Nierenerkrankung diagnostiziert? Oder befindet sich ein Familienmitglied in Behandlung bei einem Nephrologen, also einem Spezialisten für Nierenleiden? Dann bekommen Sie möglicherweise Aussagen zu hören wie: »Ihr Kreatininwert ist zu hoch«, »Es liegt eine Mikroalbuminurie vor« oder »Es besteht eine diabetische Nephropathie«.
Das sind alles Beschreibungen von Laborwerten oder Krankheitsbezeichnungen, nur leider in »medizinischen Chinesisch«. Deshalb haben wir – ein Team aus Fachärzten und Diätspezialisten – uns zum Ziel gesetzt, Sie über die wichtigsten Nierenleiden zu informieren. Wo es geht, verzichten wir auf Fachbegriffe, ansonsten erläutern wir sie so, dass jeder sie gut verstehen wird.
Aber vielleicht gibt es gar keinen aktuellen Krankheitsfall, sondern Sie möchten sich einfach allgemein über Nierenerkrankungen kundig machen. Auch dann ist dieses Buch richtig für Sie. Denn Sie finden viele Informationen darüber, wie Sie Ihre Nieren gesund erhalten können, und auch, welche Vorsorgeuntersuchungen nötig sind, um Krankheiten frühzeitig zu erkennen und damit rechtzeitig behandeln zu können.
Unsere Zeit ist eine, in der viele Menschen sprichwörtlich unter Hochdruck stehen – auch bei den Nierenerkrankungen spielt ein zu hoher Blutdruck fast immer eine entscheidende Rolle. Daher widmen wir dem Blutdruck ein ganzes Kapitel in diesem Buch. Das auch, weil hoher Blutdruck recht einfach zu behandeln ist und Sie selbst viel Einfluss darauf haben – z. B. über die Ernährung. Sie ist ein weiterer wichtiger Baustein, wenn es darum geht, geschädigte Nieren zu schonen und funktionstüchtig zu erhalten. Sie werden sehen, dass Sie selbst viel für die Nieren tun können!
Zudem sind wir heute medizinisch so weit, dass wir Nierenerkrankungen recht gut und mit wenig belastenden Verfahren untersuchen können. Früher wurde fast jeder Patient mit einer Nierenerkrankung geröntgt und das gleich mehrmals. Man nutzte radioaktive Stoffe, um die Nieren bildlich darzustellen oder ihre Funktion zu messen. Auch Eingriffe mit Kathetern in den Nierengefäßen oder in den Harnleitern waren in den 80er- und 90er-Jahren noch an der Tagesordnung. Heute können wir schmerzfrei, ohne Röntgenstrahlen oder Kathetereingriffe, die Nierengefäße und auch die ableitenden Harnwege mit modernem Ultraschall oder mit Kernspin genauestens darstellen. Auch die alte Methode der Harnanalyse ist besser geworden. Was bleibt, ist, dass wir bei Nierenentzündungen oft an einer Nierenpunktion (Nierenbiopsie) nicht vorbeikommen, um etwas Nierengewebe für eine feingewebliche Untersuchung zu gewinnen. Auch Genanalysen können bei bestimmten Nierenerkrankungen inzwischen sehr genaue Diagnosen liefern, die vor 10 bis 20 Jahren noch undenkbar waren.
Viel getan hat sich auch in der Therapie. Heute können wir Nierenerkrankungen wirksamer behandeln als noch vor 20 Jahren und so oft langfristige Schäden vermeiden. Manche Behandlungsmethoden betreffen praktisch alle Betroffenen mit Nierenerkrankungen – oder jedenfalls den größten Teil. Andere Methoden wiederum sind sehr speziell für einzelne Nierenerkrankungen. Zukunftsmusik ist noch die Behandlung von vererbbaren Nierenerkrankungen, daran wird aber sehr aktiv geforscht. Gleiches gilt für die Züchtung von künstlichen Nieren, sozusagen im Reagenzglas, oder die Transplantation von Schweinenieren auf den Menschen. Das alles sind doch gute Nachrichten!
Bleiben Sie gesund!
München, im Oktober 2021
Johannes Mann
Titelei
Liebe Leserin, lieber Leser,
Wunderwerk Niere
Multitalent: Knochen, Hormone, Salze …
Richtung Ausgang: Harnleiter und Harnblase
Die Niere filtert das Blut
Die Fänger der Zellen
Es wird dicker: Vom Primärharn zum Urin
Sehr wählerisch: Die Tubuli
Vom Kleinen ins Große, vom Filter zum Kelch
Niere sorgt für guten Druck
Die Niere macht die Knochen stark
In luftiger Höhe: Niere und Blutbildung
Kluge Organe
Wie ist das mit Doping?
Die Diagnose finden
Was ist denn bloß los?
Was ist typisch für die Niere?
Weitere Warnzeichen der Harnwege
Was zeigt sich im Urin?
Eiweiß im Urin: (Proteinurie)?
Blutkörperchen im Harn
Bakterien im Urin
Zucker, aber nicht »süß«
Seltene Kristalle
Glomeruläre Filtrationsrate (GFR)
Was besagen die Blutwerte?
Kreatinin und Harnstoff im Blut
Blutsalze im Körper
Rote Blutkörper und Erythropoetin
Wie halte ich meine Nieren gesund?
Worauf sollten Diabetiker achten?
Worauf sollten Sie bei Bluthochdruck achten?
Nicht verzagen, anpacken!
Die Niere sichtbar machen mit Geräten
Untersuchung mit Ultraschall
Ultraschall der Nierengefäße
Untersuchungen via Röntgen
Intravenöse Pyelografie/Ausscheidungsurografie
Angiografie
Computertomografie (CT)
Kernspintomografie
Szintigrafie
Nierenpunktion
Wie hoch ist das Risiko einer Nachblutung?
Blasenspiegelung
Erkrankungen der Nieren
Was den Nieren zu schaffen macht
Entzündung der Nierenkörperchen
Wie macht sich eine Glomerulonephritis bemerkbar?
Welche Untersuchungen sind nötig?
Wie verläuft eine Nierenkörperchenentzündung?
Formen der Glomerulonephritis
Blasenentzündung
»Nierenbeckenentzündung« – Pyelonephritis
Wie zeigt sich eine Pyelonephritis?
Wie verläuft die Krankheit?
Diabetische Nephropathie
Urin regelmäßig testen!
Blutzucker in Grenzen halten
Den Blutdruck senken
Wie Sie Ihre Nieren bei Diabetes schützen
Entzündungen der kleinen Nierengefäße
Vererbte Nierenkrankheiten
Zystennieren
Alport-Syndrom
Angeborene Missbildungen, Refluxnephropathie
Nierenarterienstenose
Nierensteine (Nephrolithiasis)
Salz und Niere
Warum der Blutdruck so wichtig ist
Was ist eigentlich Bluthochdruck?
Den Blutdruck messen
24-Stunden-Blutdruck-Monitoring
Den Blutdruck selbst messen
Warum schwankt der Blutdruck?
Was treibt den Blutdruck in die Höhe?
Bluthochdruck behandeln
Den Blutdruck medikamentös senken
Welches Medikament wirkt wie?
Gefäßerweiternde Medikamente
Diuretika
Betablocker
Welche Medikamente sind für mich geeignet?
Bei Nierenschwäche und/oder Diabetes
Bei Herzschwäche oder nach einem Herzinfarkt
Was Sie bei der Einnahme beachten sollten
Regelmäßig kontrollieren
Blutdruck senken mit anderen Mitteln
Die Nierenfunktion erhalten
Werden Sie aktiv!
Wie ist denn die Prognose?
Den Verlauf bremsen oder besser stoppen
Wissenschaftlich gesicherte Maßnahmen
Grunderkrankung erkennen und behandeln
Blutdruck gut einstellen
Salzarm essen
Weniger Eiweiß über den Urin verlieren
Welchen Sinn hat eiweißarme Kost?
Mit dem Rauchen aufhören
Saures Blut – Bikarbonat nehmen
(Noch) nicht gesicherte Maßnahmen
Cholesterin senken
Antioxidanzien einnehmen?
Harnsäure senken
Sogenannte SGLT-2-Hemmer
Komplementäre Medizin und pflanzliche Präparate
Nierentee
Nierenschädliche Medikamente meiden
Dosis anpassen
Medikamente, die die Nieren schädigen
Auf welche Schmerzmittel Sie verzichten sollten
Wie Sie Ihre Vitalität erhalten
Wie viel oder wenig trinken?
Vorsicht bei stark geschwächten Nieren
Dicke Beine – Wassereinlagerungen im Körper
Trinkmenge einschränken
Täglich wiegen, um Ödeme zu erkennen
Kalium in der Nahrung beachten
Wann treten Kaliumstörungen auf?
Wie schütze ich meine Knochen?
Wie schütze ich meine Gefäße?
Phosphatarm ernähren
Für genug Blut im Körper sorgen
Nierenschwäche und Blutarmut
Eisenmangel beheben
Säure im Blut
Heilen und bremsen
Entzündung der Nierenkörperchen
Behandlung mit Glukokortikoiden
Cyclophosphamid
Rituximab
Nephrotisches Syndrom
Ödeme ausschwemmen
Eiweißausscheidung medikamentös senken
Gesteigerten Blutdruck senken
Erhöhte Cholesterinwerte verringern
Entzündungen der kleinen Nierengefäße
Induktionstherapie – Entzündung stoppen
Erhaltungstherapie – Rückfall vermeiden
Die Ausnahmen von der Regel
Entzündung der Harnkanälchen
Diabetische Nephropathie
Den Blutdruck kontrollieren
Geeignete Medikamente
Blutzucker optimal einstellen
SGLT-2-Hemmer
Infektion der Harnwege
Blasenentzündung behandeln
Wenn die Infekte immer wiederkommen
Pyelonephritis
Nierensteine
Die Schmerzen lindern
Den Stein entfernen
Neue Nierensteine verhindern
Harnsäuresteine behandeln und vermeiden
Nierenarterienstenose
Häufigste Ursache: Verkalkung
Diagnose finden und behandeln
Erbliche Nierenerkrankungen
Blut reinigen – Dialyse
Schützen Sie Ihre Venen!
Wie funktioniert die Hämodialyse?
Bauchfelldialyse
Nierentransplantation
Die Operation bei der Nierentransplantation
Wie eine Nierentransplantation abläuft
Was ist ein Gewebetyp?
Wer eine Lebendspende machen kann
Das Leben mit der neuen Niere
Gut und richtig ernähren
Die Nieren entlasten, lecker essen
Auf welche Faktoren Sie achten sollten
Eiweißarm ernähren?
Was ist gut an eiweißkontrollierter Nahrung?
Eiweißgehalt einschätzen
Wie viele Kalorien sind nötig?
Salzarm essen
Gewöhnen Sie sich langsam um
Kleine Tipps zum Salzsparen
Phosphatarm ernähren?
Phosphat kontrollieren
Natürliche Phosphate sind oft nicht das Problem
Praktische Tipps für eine phosphatarme Ernährung
Phosphatbinder einnehmen
Kaliumreduzierte Ernährung
Vitamine ergänzen
Ernährung bei Diabetes und Nierenerkrankung
Grundlagen für eine gute Ernährung
Die Nährstoffe
Fett
Kohlenhydrate
Ballaststoffe
Eiweiß
Vitamine und Mineralstoffe
Ernähren Sie sich abwechslungsreich
Weiterhin gut leben
Beruf, Familie und Freizeit
Im Beruf bleiben
Der Grad der Behinderung
Rechte und finanzielle Hilfen
Wohngeld
Kündigungsschutz
Sport treiben
Auto fahren
Urlaub machen
Schwierigkeiten mit der Erektion?
Kinderwunsch
Service
Buchempfehlungen
Glossar – die wichtigsten Fremdwörter erklärt
Autorenvorstellung/Weiterführende Informationen des Autors
Sachverzeichnis
Impressum
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Die Nieren können so viel – sie regulieren den Wasserhaushalt, klar. Aber sie beeinflussen auch andere Systeme, z. B. Blutdruck, Knochenstoffwechsel, Blutbildung.
Wo liegen eigentlich Ihre Nieren? Langen Sie doch einmal dorthin, wo Sie sie vermuten. Wenn Sie sich jetzt an den Rücken etwas oberhalb des Hosenbundes fassen, liegen Sie falsch. Die meisten Menschen siedeln die Nieren tiefer an, als sie in Wirklichkeit liegen. Tatsächlich bekommen Sie dort nur Ihre Rückmuskeln zu fassen. Die Nieren lassen sich vom Rücken her nicht tasten. Sie liegen höher, nämlich am unteren Ende des Brustkorbs, teilweise geschützt von den Rippen.
Die verbreitete Vorstellung, dass die Nieren bohnenförmig sind und rotbraun aussehen, stimmt tatsächlich. Jede Niere ist etwa elf Zentimeter lang, sechs Zentimeter breit, drei Zentimeter dick und wiegt ca. 150 Gramm. Um die Niere liegt eine dünne Fettschicht, die wiederum von einem straffen Kapselgewebe umgeben wird. Die Nieren sind in lockerem Fett und Bindegewebe eingebettet, damit sie vor Stößen und Auskühlung gut geschützt sind. Die genaue Position ist unter der Leber (rechts) beziehungsweise unter der Milz (links), hinter dem Darm, neben der Wirbelsäule und vor der Rückenmuskulatur. Im Stehen sinken die Nieren ein paar Zentimeter nach unten. Bei schlanken Personen können sie auch nach vorne und unten gleiten, sodass man den unteren Teil durch die Bauchdecke neben dem Nabel fühlt. Die Niere braucht viel Blut! Die beiden großen Nierenarterien bringen den Lebenssaft in das Organ. Sie entspringen direkt der großen Bauchschlagader, der Aorta.
Der Harn, den die Nieren bilden, fließt ins Nierenbecken, das zentral in den Nieren liegt. Von dort wird er über die Harnleiter, in die Harnblase geleitet und dann über die Harnröhre nach außen transportiert. Die Harnleiter sind aber keine einfachen, »starren« Röhren. Sie besitzen eine Muskelschicht, die den Harn aktiv in wellenförmigen Bewegungen zur Blase transportiert. Beim Abgang eines Harnsteins verkrampft die Harnleitermuskulatur oft – so entstehen die typischen, schmerzhaften Koliken. Auch die Harnblase ist ein Muskelorgan. Sie fasst etwa 0,3–0,5 Liter Harn, dann verspüren wir Harndrang. Ist aber der Abfluss behindert, z. B. durch eine Engstelle in der Harnröhre, kann sie sich erheblich erweitern, bis auf mehrere Liter.
Am Ausgang der Harnblase liegt beim Mann die Vorsteherdrüse (Prostata). Die Prostata liegt unterhalb der Blase auf den Muskeln des Beckenbodens und um die Harnröhre herum. Sie besteht aus etwa 40 Einzeldrüsen, die zur Bildung des Spermas beitragen. Die Vorsteherdrüse ist etwa so groß wie eine Kastanie und ist vom benachbarten Mastdarm aus tastbar.
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Das Blut, der Urin und bildgebende Verfahren wie der Ultraschall zeigen, ob Ihre Nieren gut funktionieren oder ob sie vielleicht nicht mehr richtig entgiften können.
Sind die Nieren erkrankt, zeigen sich oft Beschwerden, die nicht unbedingt auf die Nieren hinweisen. Die richtige Diagnose zu finden, gleicht mitunter sorgfältiger Detektivarbeit.
Vermutet Ihr Arzt bei Ihnen eine Nierenerkrankung, wird er zunächst natürlich genau untersuchen, ob tatsächlich eine ernsthafte Erkrankung vorliegt, und wenn ja, um welche Art Erkrankung es sich handelt. Dazu wird Sie Ihr Arzt zunächst nach Ihren körperlichen Beschwerden fragen. Die Erkundung Ihrer Krankengeschichte – der Arzt spricht von Anamnese (griechisch: Rückerinnerung) – ist zur Diagnose von Nierenkrankheiten enorm wichtig.
Nierenkrankheiten kündigen sich häufig, aber nicht immer an. Folgende Beschwerden können darauf hinweisen:
dumpfe Rückenschmerzen,
kolikartige Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in Richtung Blase,
Rotverfärbungen, Trübungen oder unangenehmer Geruch des Harns,
schäumender Harn,
geschwollene Augenlider oder Knöchel und Unterschenkel (Ödeme),
nächtlicher Harndrang,
sehr geringe oder fehlende Harnausscheidung.
Leider kann man nicht von der Art der Beschwerden direkt auf eine bestimmte Krankheit schließen, denn diese Beschwerden können bei fast allen Nierenkrankheiten vorkommen. Ein Beispiel: Kolikartige Rückenschmerzen sind zwar ein Zeichen von Nierensteinen, kommen aber auch bei Nierenentzündungen vor.
Fritz Klein
Kann ein rezeptfreies Schmerzmittel meinen Nieren schaden?
Im Fitnesszentrum spürte ich oft Muskelschmerzen und nahm daher regelmäßig schon vorsichtshalber vor dem Sport Ibuprofen. Als eines Tages plötzlich dumpfe Rückenschmerzen dazukamen, dachte ich, vielleicht sei ein Muskel gezerrt. Die Schmerzen waren auszuhalten, aber als dann noch der Urin lachsfarben aussah, ging ich doch zum Arzt. Dort zeigte der Teststreifen rote Blutkörperchen im Harn an. Ein Nierenstein wurde vermutet oder eine Infektion der Harnwege durch Bakterien. Nach zehn Tagen mit zusätzlichen Schmerzmitteln und Antibiotika war alles nicht besser: Der Harn hatte weiter rote Blutkörperchen und jetzt auch Eiweiß. Jetzt war klar, dass die Nieren entweder eine Allergie auf Ibuprofen entwickelt hatten oder eine andere Nierenentzündung vorlag, die nichts mit Bakterien zu tun hat, und die Diagnostik wurde vorangetrieben.
Bei der Suche nach der Ursache Ihrer Beschwerden hilft dem Arzt aber oft zu wissen, wie lange die Beschwerden schon bestehen, ob bereits in der Kindheit Nierenprobleme auftraten, ob es vererbbare Nierenkrankheiten in der Familie gibt und insbesondere ob noch andere Organstörungen aufgefallen sind. So gibt es z. B. bestimmte Erkrankungen, die neben den Nieren auch Gelenke oder die Haut oder die Lunge gleichzeitig betreffen. Auf jeden Fall sollten Sie frühere Laborwerte, Urinbefunde und Röntgenaufnahmen zum Arztbesuch mitnehmen.
Blasenentzündung Sie zeigt sich über Blasenschmerzen, Brennen oder krampfartige Schmerzen beim Wasserlassen, dauernden Harndrang sowie trüben und unangenehm riechenden Harn. Besteht kein Fieber, dann ist meist nur die Harnblase, aber nicht die Nieren betroffen.
Plötzlicher Blutdruckanstieg Bei vielen Nierenkrankheiten steigt der Blutdruck an, oft ziemlich plötzlich. Ihr Arzt wird Sie deshalb bei plötzlichem Bluthochdruck darauf untersuchen, ob vielleicht eine Nierenkrankheit vorliegt.
Allgemeine Krankheitszeichen Neben den typischen Beschwerden sind Nierenkrankheiten oft mit Allgemeinstörungen verbunden, die auch bei anderen Erkrankungen auftreten. Dazu gehören z. B. Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen, Sehstörungen, Atemnot oder Hautausschlag. Falls Sie nierenkrank sind, dann wird Ihr Arzt bei der Untersuchung häufig einen zu hohen Blutdruck feststellen, gelegentlich auch Schmerzen beim Abtasten der Nierenregion oder eindrückbare Schwellungen der Knöchel bedingt durch Wassereinlagerung (sogenannte Ödeme).
Zeichen einer schweren Nierenerkrankung Ist eine Nierenkrankheit unerkannt so weit fortgeschritten, dass bald eine Nierenvergiftung droht, dann klagen Betroffene fast immer über Folgendes:
Appetitlosigkeit
Schwäche und Müdigkeit
Atemnot
Juckreiz
Mundgeruch oder metallischer Geschmack
dauernde Übelkeit, teils mit Erbrechen
blasse oder gräuliche Hautfarbe
Diese Beschwerden sind häufige Zeichen einer beginnenden oder fortgeschrittenen Vergiftung durch die ungenügende Funktion der Nieren.
Welcher Arzt ist der richtige?
