Nora (Ein Puppenheim) von Henrik Ibsen. - Henrik Ibsen - E-Book

Nora (Ein Puppenheim) von Henrik Ibsen. E-Book

Henrik Ibsen

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Beschreibung

Königs Erläuterungen Textanalyse und Interpretation mit ausführlicher Inhaltsangabe und Abituraufgaben Das spart dir lästiges Recherchieren und kostet weniger Zeit zur Vorbereitung. In einem Band bieten dir die neuen Königs Erläuterungen ALLES, was du zur Vorbereitung auf Referat, Klausur, Abitur oder Matura benötigst. Alle wichtigen Infos zur Interpretation. - von der ausführlichen Inhaltsangabe über Infos zu Leben und Werk bis zu Stil und Sprache u. v. m. - plus 4 Abituraufgaben mit Musterlösungen und 2 weitere zum kostenlosen Download . findest du kurz und knapp aber auch ausführlich - Die Schnellübersicht fasst alle wesentlichen Infos zu Werk und Autor zusammen. - Die Kapitelzusammenfassungen zeigen dir das Wichtigste eines Kapitels im Überblick ideal auch zum Wiederholen. - Das Stichwortregister ermöglicht dir schnelles Finden wichtiger Textstellen. . und klar strukturiert - Ein zweifarbiges Layout hilft dir Wesentliches einfacher und schneller zu erfassen. - Die Randspalte mit Schlüsselbegriffen gibt dir bessere Orientierung beim Suchen wichtiger Textstellen. - Klar strukturierte Schaubilder zeigen dir wichtige Sachverhalte auf einen Blick. . mit weiteren extra Abituraufgaben und vielen zusätzlichen Infos zum kostenlosen Download.

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Seitenzahl: 151

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KÖNIGS ERLÄUTERUNGEN

Band 177

Textanalyse und Interpretation zu

Henrik Ibsen

NORA (EIN PUPPENHEIM)

Rüdiger Bernhardt

Alle erforderlichen Infos für Abitur, Matura, Klausur und Referat plus Musteraufgaben mit Lösungsansätzen

Zitierte Ausgabe: Henrik Ibsen: Nora (Ein Puppenheim). Schauspiel in drei Akten. Die Übersetzung Richard Linders wurde von Aldo Keel vollständig revidiert. Stuttgart: Reclam, 2012 (Universal-Bibliothek Nr. 1257).

Über den Autor dieser Erläuterung: Prof. Dr. sc. phil. Rüdiger Bernhardt lehrte neuere und neueste deutsche sowie skandinavische Literatur an Universitäten des In- und Auslandes. Er veröffentlichte u. a. Studien zur Literaturgeschichte und zur Antikerezeption, Monografien zu Henrik Ibsen, Gerhart Hauptmann, August Strindberg und Peter Hille, gab die Werke Ibsens, Peter Hilles, Hermann Conradis und anderer sowie zahlreiche Schulbücher heraus. Von 1994 bis 2008 war er Vorsitzender der Gerhart-Hauptmann-Stiftung Kloster auf Hiddensee. 1999 wurde er in die Leibniz-Sozietät gewählt.

Das Werk und seine Teile sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen bedarf der vorherigen schriftlichen Einwilligung des Verlages. Hinweis zu § 52 a UrhG: Die öffentliche Zugänglichmachung eines für den Unterrichtsgebrauch an Schulen bestimmten Werkes ist stets nur mit Einwilligung des Berechtigten zulässig.

2. Auflage 2014

ISBN: 978-3-8044-6999-0

© 2002, 2013 by C. Bange Verlag, 96142 Hollfeld Alle Rechte vorbehalten! Titelbild: Jane Fonda als Nora in A Doll`s House, GB/FR 1972 © Cinetext

Hinweise zur Bedienung

Inhaltsverzeichnis Das Inhaltsverzeichnis ist vollständig mit dem Inhalt dieses Buches verknüpft. Tippen Sie auf einen Eintrag und Sie gelangen zum entsprechenden Inhalt.

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INHALT

1. Das Wichtigste auf einen Blick – Schnellübersicht

2. Henrik Ibsen: Leben und Werk

2.1 Biografie

2.2 Zeitgeschichtlicher Hintergrund

Die norwegische Literatur nach 1850 und der Naturalismus

Ibsens Prinzip der Polarität

Die europäische Frauenemanzipation im 19. Jahrhundert

2.3 Angaben und Erläuterungen zu wesentlichen Werken

3. Textanalyse und -Interpretation

3.1 Entstehung und Quellen

3.2 Inhaltsangabe

Erster Akt

Zweiter Akt

Dritter Akt

3.3 Aufbau

Das analytische Drama

Züge des Boulevardstücks

Verhältnis zum aristotelischen Drama

Der Bote aus der Fremde

Zwei Dramaturgien im 3. Akt

Die Varianten der Schluss-Szene

3.4 Personenkonstellation und Charakteristiken

Nora Helmer

Torvald Helmer

Nils Krogstad

Christine Linde

Dr. Rank

Anne-Marie, das Kindermädchen

Die Ehen der Personen

Die Verwendung der Vornamen

3.5 Sachliche und sprachliche Erläuterungen

3.6 Stil und Sprache

Alltagssprache und animalisierte Anreden

Aufwertung der Regieanweisungen

Leitmotive, Metaphern und Monolog

3.7 Interpretationsansätze

Frauenemanzipation und Bürgertum

Frage nach Gesetz und Demokratie

Noras Entscheidung und das Prinzip der Polarität

Prinzipien naturalistischer Literatur

4. Rezeptionsgeschichte

Der Durchbruch 1887

Sozialdemokratische Rezeption

Reaktionen emanzipierter Frauen

Ibsen-Hype und -Kritik um und nach 1900

Erfundene Fortsetzungen, Variationen und Parodien

Rezeption nach 1945

5. Materialien

6. Prüfungsaufgaben mit Musterlösungen

Aufgabe 1 *

Aufgabe 2 **

Aufgabe 3 ***

Aufgabe 4 ***

Literatur

Zitierte Ausgabe

Primärliteratur

Lernhilfen und Kommentare für Schüler

Sekundärliteratur

Verfilmungen (Auswahl)

1.Das Wichtigste auf einen Blick – Schnellübersicht

Damit sich jeder Leser in diesem Band rasch zurechtfindet und das für ihn Interessante gleich entdeckt, folgt eine Übersicht.

Im 2. Kapitel wird Henrik IbsensLeben beschrieben und auf den zeitgeschichtlichen Hintergrund verwiesen:

Henrik Ibsen lebte von 1828 bis 1906. Er verbrachte viele Jahre in Italien und Deutschland. Er wurde zum berühmtesten Dramatiker Norwegens und hatte außergewöhnlichen Einfluss auf das europäische Theater. Nach einer im Zeichen der Nationalromantik stehenden Frühphase folgten gesellschaftskritische Werke, zu denen auch Nora (Ein Puppenheim) gehört.Nora erschien 1879 und erregte beispielloses Aufsehen.

Das Stück wurde zu einem Paradebeispiel der Frauenemanzipation und ist es geblieben.

Die Spitzenstellung der norwegischen Literatur gegen Ende des 19. Jahrhunderts tritt parallel zur schnellen industriellen Entwicklung auch in Norwegen in einer Zeit nach den Revolutionen von 1848 ein.

Zeitgleich und beeinflusst davon bildete sich der Naturalismus als europäische Denk- und Kunstrichtung aus. Ibsen wird zur naturalistischen Literatur gerechnet: Sie war der Versuch, Wissenschaft und Kunst einander anzunähern und Wirklichkeitsausschnitte nicht mehr von ästhetischen Kategorien abhängig zu machen.

Ibsens Prinzip der Polarität vereinigte die Dialektik Hegels mit den Vorstellungen von einem modernen sozialen Drama nach Hermann Hettner und mit Søren Kierkegaards normierten Lebensweisen nach dem Hauptwerk Entweder – Oder und übertrug diese Systematik in die moderne Gesellschaftsdramatik.

Im 3. Kapitel wird eine Textanalyse und -interpretation geboten.

Nora (Ein Puppenheim) – Entstehung und Quellen:

Die Handlung des Schauspiels geht auf persönliche Erlebnisse Henrik Ibsens in der eigenen Familie, mit der Schriftstellerin Laura Kieler und auf Bemühungen Ibsens um erweiterte Rechte für Frauen im Skandinavischen Verein in Rom zurück, die durch thematisch ähnliche Literatur – von Camilla Collett bis John Stuart Mill – begleitet wurden. Das Stück entstand 1878/79 in Italien; Biografisches fand in Details Eingang.

Inhalt:

Nach acht Jahren Ehe wird Nora Helmer zum Weihnachtsfest – gesellschaftlichen Aufstieg und Wohlstand vor Augen – mit ihrer Vergangenheit konfrontiert: Vor Jahren hat sie mit einem Wechsel, den ihr ihr Mann nie gestattet hätte, und einer gefälschten Unterschrift ihrem Mann eine Reise nach Italien ermöglicht, die für dessen Gesundheit lebensnotwendig gewesen ist. Die Weihnachtstage werden zur Qual, weil die Enthüllung droht. Als sie eintritt, wird Nora von ihrem Mann enttäuscht, der sie als Lügnerin verurteilt und nicht das tut, was sie als das „Wunderbare“ erwartet hat: die Schuld auf sich zu nehmen, worauf sie für ihn in den Tod gehen würde. Kurz darauf werden die Sorgen hinfällig, denn der Schuldschein wird vom Erpresser zurückgeschickt. Aber Noras Enttäuschung ist so groß, dass sie Haus, Mann und Kinder verlässt.

Chronologie und Schauplätze:

Das Stück spielt in den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts, Ibsens Gegenwart, in einer Stadt Norwegens, wie sie Ibsen in Skien und Bergen kennengelernt hatte. Der Schauplatz des Stücks ist die Wohnung der Helmers; er ist gerade zum Direktor der Aktienbank berufen worden. Dieser Typ der Privatbanken nahm in den siebziger Jahren zu, wie sich überhaupt die norwegische Gesellschaft grundsätzlich veränderte und kapitalistisch-industriell orientierte. Gleichzeitig gewannen die modernen Naturwissenschaften – Vererbungs- und Milieutheorie – an Bedeutung.

Personen:

Nora Helmer:

reizende, scheinbar etwas oberflächliche Frau,

aus Selbstschutz zur Lüge neigend,

voller Sinnlichkeit und Erotik.

Torvald Helmer:

angehender Bankdirektor,

patriarchalischer Ehemann,

unsympathischer, kleinlicher Gesetzesvertreter,

Typ eines „trocknen, korrekten, ästhetischen Hagestolzes“ (Ibsen).

Nils Krogstad:

Jurist, der um bürgerliche Anerkennung kämpft,

Einsatz unlauterer Mittel (Erpressung),

durch Christine Linde ethisch gereift,

dramaturgisch ein perfekter „Bote aus der Fremde“.

Christine Linde:

eine aktiv handelnde Frau,

begreift Leben als Arbeit,

bietet Krogstad eine rettende Beziehung,

ebenfalls ein „Bote aus der Fremde”.

Dr. Rank:

dramaturgisch ein Rest des Räsoneurs (Kommentators),

Repräsentant der modernen Naturwissenschaft (Arzt),

liebt Nora,

von Vererbung betroffen.

Anne-Marie, das Kindermädchen:

die Mütterliche als Amme für Nora,

Ersatzmutter für Noras Kinder,

schlägt sich durchs Leben.

Der Stil und die Sprache Henrik Ibsens:

Der Text erscheint alltäglich, ist aber kunstvoll gebaut, die Sprache ist schlicht und genau.

Interjektionen (Ausrufe) sind selten, deiktische Ausdrücke und Mittel dagegen häufig.

Wörter wie „wunderbar“ und „Puppe“ werden zu Leitmotiven.

Eine Besonderheit ist die triviale Metaphorik Helmers.

Ein (Rest-)Monolog bekommt eine Funktion.

Die Regieanweisungen erfahren eine Aufwertung.

Verschiedene Interpretationsansätze bieten sich an:

Frauenemanzipation und Situation des europäischen Bürgertums,

Nora eröffnet die Reihe der Stücke mit Fragen nach Gesetz und Demokratie (Nora sucht nach dem Ursprung der Gesetze),

die bürgerliche Frauenemanzipation und Ibsens Prinzip der Polarität – ein Widerspruch?,

dramaturgische Komposition, Leitmotive und Wortfelder,

das Leben in Maske und Kostüm,

Prinzipien naturalistischer Literatur im Stück: Rolle des Arztes, Krankheit und Vererbung.

Rezeptionsgeschichte:

Probleme durch die Vielfalt der Rezeptionsgeschichte,

nach deutscher Erstaufführung 1880 in Flensburg Durchbruch 1887,

Reaktionen deutscher Schriftsteller u. a. von Fontane, Franziska zu Reventlow, Lou Andreas-Salomé, Rilke, Gerhart Hauptmann; zahlreiche Nachahmungen,

Nora als europäisches Ereignis der Frauenemanzipation,

zahllose Parodien europaweit,

Beschäftigungen mit dem Stück und Variationen in der Gegenwartsliteratur.

2.2Zeitgeschichtlicher Hintergrund

ZUSAMMENFASSUNG

Norwegens Entwicklung im 19. Jahrhundert und die Gründung einer Zentralbank

Herausbildung einer naturalistischen Literatur: Versuch, Wissenschaft und Kunst einander anzunähern und Wirklichkeitsausschnitte nicht mehr von ästhetischen Kategorien abhängig zu machen

Spitzenstellung der norwegischen Literatur gegen Ende des 19. Jahrhunderts tritt parallel zur schnellen industriellen Entwicklung nach den Revolutionen von 1848 ein.

Ibsens Reflex auf diese Revolution und den Zusammenbruch des Skandinavismus 1864

Ibsens Prinzip der Polarität vereinigt die Dialektik Hegels mit dem sozialen Drama Hermann Hettners und mit Søren Kierkegaards normierten Lebensweisen nach dem Hauptwerk Entweder – Oder und überträgt diese Systematik in die moderne Gesellschaftsdramatik.

Die europäische Frauenemanzipation im 19. Jahrhundert rückt an der Seite der sich organisierenden Arbeiterklasse ins Bewusstsein der Zeitgenossen. August Bebels Die Frau und der Sozialismus (1879) wird das sinnfälligste und erfolgreichste Beispiel.

Die norwegische Literatur nach 1850 und der Naturalismus