Nordpolen - Carsten Heinke - E-Book

Nordpolen E-Book

Carsten Heinke

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Beschreibung

Warum sind im Krummen Wald die Bäume krumm? Seit wann gibt es die polnischen Tataren? Von welchem Wandersandgebirge schaut man zugleich auf Meer und See, von welchem Turm wie seinerzeit Kopernikus aufs Frische Haff? Wie trifft man freilebende Wisente und Pferde, wo badet man in einer Kräuterwanne mitten auf der Wiese? Antworten zu diesen und vielen weiteren Fragen zu einem überraschend vielseitigen, weithin unentdeckten Urlaubsland hält das Buch Nordpolen – Abseits der ausgetretenen Pfade bereit. In 56 kurzen geografischen Porträts skizziert darin der Autor fast den kompletten Norden Polens. Beginnend in Westpommern gleich neben Deutschland, entlang der Ostseeküste und der Seenplatten weiter südlich, führt die gedachte Reise quer durch Pommern, Ermland und Masuren bis nach Podlachien ganz im Osten nahe Russland, Litauen und Belarus. Ihre Stationen: Städte wie Köslin und Rastenburg, Nationalparks wie Wollin und Belowescher Heide, Kulturlandschaften wie Kaschubien und Kociewie. Die meisten dieser Tipps beschreiben Kleinregionen – ob Ausflugsziel, ob Urlaubsort. Praktische Infos gibt es zu jedem.

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Seitenzahl: 236

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Carsten Heinke

NORDPOLEN

IMPRESSUM

Nordpolen

56 Tipps abseits der ausgetretenen Pfade

Carsten Heinke

© 2022 360° medien Nachtigallenweg 1 I 40822 Mettmann360grad-medien.de

Das Werk ist in allen seinen Teilen urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung sowie Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Der Inhalt des Werkes wurde sorgfältig recherchiert, ist jedoch teilweise der Subjektivität unterworfen und bleibt ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität.

Redaktion und Lektorat: 360° medien

Satz und Layout: Marc Alberti

Gedruckt und gebunden:

LD Medienhaus GmbH & Co. KG I Feldbachacker 16 I 44149 Dortmund

www.ld-medienhaus.de

Bildnachweis: siehe Seite 296

ISBN: 978-3-96855-196-8

Hergestellt in Deutschland

360grad-medien.de

Carsten Heinke

NORDPOLEN

VORWORT

Stellen Sie sich vor, Sie fahren übers Land – vorbei an Wäldern, Wiesen, Feldern. Hier und da ein Haus mit Störchen drauf. Dazwischen immer wieder mal ein Fluss, ein Blick aufs Meer mit Leuchttürmen und Schiffen, vor allem aber jede Menge Seen. Und dann, wie aus dem Nichts, steht da vor Ihnen plötzlich eine Kirche oder Burg aus rotem Backstein, im besten Falle auch ein Elch. Denn ja: Sie sind im Norden Polens!

Etwa ein Viertel der gesamten Landesfläche nehmen die vier nördlichsten der 16 Woiwodschaften ein. Ihre Namen wie auch Grenzen orientieren sich an den historischen Kulturlandschaften: Westpommern, Pommern, Ermland-Masuren und Podlachien. Wer auf Meer fixiert ist, würde das Quartett in dieser Reihenfolge vielleicht so erklären: viel Ostsee, viel Ostsee, wenig Ostsee, keine Ostsee. Historisch betrachtet, wäre dieser letzte, auf Podlachien bezogene Kommentar jedoch nicht ganz korrekt. Zwar hat die Region im äußersten Nordosten tatsächlich keinen Anschluss an das Mare Baltikum. Doch in der Vergangenheit hinterließ das junge Meer auch hier prägnante Spuren.

Neben eiszeitlichen Seen ist das vor allem die Moränenhügelkette des Baltischen Landrückens, der sich südlich der Ostsee wie ein Wall von Jütland bis nach Estland zieht und somit ebenso durch den kompletten Norden Polens. Die Ostsee also ist der rote Faden, der diesen vielfältigen Landstrich überspannt. Und doch dreht sich hier vieles auch um Wälder, Seen und Flüsse, mittelalterliche wie moderne Städte, viel Kultur und spannende Geschichte.

Lohnenswerte Reiseziele bieten sich in großer Zahl. Die passenden davon zu finden, soll dieses Buch behilflich sein. Anhand von 56 Tipps abseits der ausgetretenen Pfade stelle ich darin Nordpolen vor. In manchen geht es nur um einen Ort, um eine Sehenswürdigkeit, in anderen um eine Wanderung zu Lande oder Wasser. In der Mehrzahl allerdings sind kleinere Regionen Inhalt dieser kurzen Reisestücke. Wie Teile eines Puzzles fügt sie das Buch zusammen.

Vermutlich für die meisten, die es nutzen, ist der Norden Polens Neuland. Deshalb stellte sich die Frage, welche Ziele hier nun keinen Platz verdienen. Ausgemustert wurden schließlich nur sehr wenige: wohlbekannte, gut besuchte Attraktionen wie etwa in der Gdańsker Altstadt oder Gegenden und Orte, die der Massenandrang schon erreicht hat, darunter Ostseebäder und die großen Seen in Masuren. Nichtsdestotrotz wurden die meisten davon mindestens erwähnt. Im Fall Danzigs gibt es an Stelle eines Tipps zum „Königsweg“ (die touristische Hauptroute durch das historische Zentrum) Empfehlungen fürs alte Werftgelände. Von Besucherströmen noch verschont, wächst dort neue Stadtkultur mit jeder Menge Zukunftspotenzial.

Mit wie vielen einheimischen Urlaubern und anderen Touristen man seine Reiseabenteuer teilt, hängt selbstverständlich von der Jahreszeit ab. Von Ende Juni bis Ende August sind in ganz Polen Ferien. Dann verlagert sich das Leben an das Meer, die Seen, konzentriert sich allerdings am liebsten dort, wo Gastronomie und Freizeitspaß geboten werden. Wer flexibel ist, kommt am besten vorher oder nachher. Prinzipiell ist Polen aber immer eine Reise wert – der Norden so wie das gesamte Land.

Carsten Heinke

INHALTSVERZEICHNIS

WILLKOMMEN IN NORDPOLEN!

TOP TEN DER SEHENSWÜRDIGKEITEN

KURIOSES & BESONDERHEITEN

WESTPOMMERN I

1.Krummer Wald: wo die Bäume einen Haken haben

2.Neumark: von Zehden bis Bad Schönfließ

3.Neumark: von Soldin bis Berlinchen

4.Stargard: Neubauten und Gotiktürme

5.Stettin am Wasser: Oder oder Haff

6.Swinemünde: liegt nicht nur auf Usedom

7.Insel Wollin: durch den Nationalpark

8.Insel Wollin: bei Wikingern und Slawen

WESTPOMMERN II

9.Cammin in Pommern bis Rewahl: vom Bodden an die Steilküste

10.Kolberg: auf Salz gebaut

11.Köslin: von der Stadt zur Küste

12.Rügenwalde: Teewurst und Piraten

13.Pommersche Schweiz und Nationalpark Drage: Wander- und Paddelparadiese

14.Neustettin und Umgebung: beim Weißen Gott mit weißer Dame

POMMERN I

15.Stolp und Stolpmünde: City und Kurort

16.Slowinz. Nationalpark: kleines, feines Sandgebirge

17.Halbinsel Hela: Let's go to Hel!

18.Gdingen: maritim und modernistisch

19.Kurort Zoppot: am Anfang war nur Meer und Sand

20.Danzig: neues Leben auf der alten Werft

21.Kaschubei: Schönberger-Hügel-Route

22.Kaschubei: Kaschubische Route

POMMERN II

23.Tucheler Heide: Von Müskendorf durch dichte Wälder

24.Kociewie: ländlich, deftig, bunt

25.Kociewie: auf der Ferse

26.Kociewie: Schöneck und Dirschau

27.Marienburg: das Herz des Klosterstaates

28.Frische Nehrung: grüner Landstrich zwischen Ostsee und Frischem Haff

ERMLAND-MASUREN I

29.Elbing bis Tolkemit: Strandurlaub im Dorf des Kaisers

30.Frauenburg: wo Kopernikus forschte

31.Oberlandkanal: über alle Berge mit dem Schiff

32.Mohrungen und Umland: Waldbad in der Wiesenwanne

33.Osterode: Ritterkult und Silberschätze

34.Deutsch Eylau: Filmruinen, Badesee

35.Allenstein: Kopernikus’ Wirkungsstätte und Zentrum ländlicher Idylle

36.Heilsberg: von der Residenz der Fürstbischöfe zu Meister Adebar

37.Allensteiner Seenplatte: von Ortelsburg nach Bischofsburg

ERMLAND-MASUREN II

38.Krutinna: durch Masuren paddeln

39.Masuren: stille Plätzchen

40.Nikolaiken: Adler, Elche, wilde Pferde

41.Sensburg: Cowboy-Songs und Wintersport

42.Lötzen und Rhein: Schlösser und Häfen

43.Rößel und Heiligelinde: Wallfahrt unter wundersamen Bäumen

44.Rastenburg: mit Pferd und Kutsche

45.Rastenburg bis Angerburg: Naturidyll und Zeugen düsterer Geschichte

46.Goldap an der Goldap am Goldaper See: Kur- und Skiregion im „hohen Norden“

PODLACHIEN

47.Suwalken: im Land der alten Sudauer

48.Puńsk und Seine: bei Polens Litauern

49.Augustów: paddeln wie der Papst

50.Bober: Hüttenurlaub auf dem Fluss

51.Tykocin: Was vom Schtetl übrigblieb

52.Narew-Nationalpark: auf dem Holzweg über Fluss und Sümpfe wandern

53.Białystok: Stadt der vielen Sprachen

54.Supraśl und Grabarka: Zwiebeltürme und bunte Fensterläden

55.Bohoniki und Krusziniany: polnische Moscheen und Mizare

56.Belowescher Heide: im Wald der wilden Riesenrinder

REGISTER ORTSNAMEN

BILDNACHWEIS

Während der Recherche zu diesem Buch änderten Lokale und Besucherattraktionen aufgrund der Corona-Pandemie immer wieder ihre Arbeitsweise. Darum wurde bei den Service-Informationen auf die Angabe von Öffnungszeiten verzichtet. Allen Nordpolen-Reisenden sei empfohlen, sich aktuell vor Ort bzw. auf den aufgeführten Internetseiten zu informieren.

Frische Nehrung

WILLKOMMEN IN NORDPOLEN!

Ostsee bei Stolpmünde

Ein ganzer Reigen malerischer Szenerien aus natürlichen wie auch Kulturlandschaften und jeder Menge sehenswerter Zeugen der Geschichte versammelt sich im Norden Polens. Eingeteilt ist die Region in vier Bezirke (ihre polnische Bezeichnung „Woiwodschaft“ entspricht etwa dem deutschen „Herzogtum“). Drei von ihnen grenzen an die Ostsee. Während sich der Meereszugang von Ermland-Masuren auf das südwestliche Ufer des Frischen Haffs beschränkt, erstrecken sich die Küsten von Westpommern und Pommern über hunderte von Kilometern von der deutsch-polnischen Grenze bis zur Weichselmündung. Ihre maritime Lage trägt die historische Landschaft Pommern (die sich heute teils auch in der Nachbarwoiwodschaft Kujawien wiederfindet) im Namen. Denn das altslawische „po more“, das darin steckt, heißt nichts anderes als „am Meer“.

Für dieses Buch startet die Reise durch Nordpolen in Westpommern. Dessen wirtschaftliches und Verwaltungszentrum ist seit Jahrhunderten Stettin. Besuchern öffnet sich die moderne, aufstrebende Hafenstadt unweit Berlins als Tor zur Ostsee und als Tor zur Westpommerschen Seenplatte – je nach Perspektive. Mit ihren eleganten Promenaden flankiert sie wirkungsvoll die Oder, die hier, umspielt von Stadt- und Flusslandschaften, ins Stettiner Haff mündet. Ganz in der Nähe liegen neben vielen kleinen die großen Inseln Uznam (Usedom), Karsibór (Kaseburg), Wolin (Wollin) und wunderbare Strände, teils in prominenten Ostseebädern wie Świnoujście (Swinemünde), Międzyzdroje (Misdroy) oder Kołobrzeg (Kolberg), teils in weniger bekannten Urlaubsorten oder irgendwo dazwischen.

Je weiter man sich von der Küste in das Landesinnere bewegt, umso mehr Natur- und kulturelle Schätze gibt es zwischen Seen und Wäldern zu entdecken. Das gilt ebenso für Pommern mit dessen wunderschönen Ostseestränden, Dünen, Dörfern, Schlössern, der gigantischen Marienburg und dem zauberhaften waldig-hügeligen Seenland. Seine Hauptstadt Gdańsk (Danzig) hat sich mit Gdynia (Gdingen) und Sopot (Zoppot) zu Polens viertgrößter Metropolregion Trójmiasto (Dreistadt) vereint. Mit 1,2 Millionen Einwohnern zählt sie zu den meistbesuchten Orten landesweit. Spannend sind Pommerns ethnokulturelle Regionen Kociewie mit Städten wie Tczew (Dirschau), Starogard Gdański (Preußisch Stargard), Pelplin (Pelplin) und Gniew (Mewe) sowie die Kaschubei, deren Erkennungszeichen bunte Fischerkähne und „karierte Häuser“ sind.

Burg Schönberg

Nariensee bei Mohrungen

Durch wenig Meer, doch dafür jede Menge Seen und großartiger Paddelflüsse zeichnet sich Ermland-Masuren aus. Sein Zentrum Olsztyn (Allenstein), für eine Großstadt sehr gemütlich, bietet sich als idealer Ausgangspunkt für Touren durch die stillen Weiten der Umgebung an. Geprägt wird sie von unzähligen mittelalterlichen Backsteinbauten – ob Dorfkirchlein, ob Ordensburg, ob Schloss des ermländischen Fürstbistums.

Einige von den markanten Herrschersitzen sind eng mit Nikolaus Kopernikus verbunden. Er wirkte hier in hohen Ämtern des Feudalstaats sowie als Arzt und Astronom. Im Unterschied zu den begehrten großen Seen Masurens bieten viele kleine – auch in Ermland – attraktive Möglichkeiten, sich fernab vom Trubel zu erholen, sehr naturnah und aktiv. Still genießen kann man auch das Oberland. Die historische Region liegt zwischen Elbląg (Elbing) und Pojezierze Iławskie (Eylauer Seenplatte), unterer Wisła (Weichsel) und Pasłęka (Passarge). Bis auf den nach ihm benannten künstlichen Kanal mit seinen Schiffsrollbergen ist sie touristisch weitestgehend unerschlossen.

Mit noch mehr Einsamkeit und Ruhe punktet Podlachien. Dass in dieser menschenleeren Woiwodschaft ganz im Nordosten gleich vier der 23 Nationalparks Polens liegen, spricht für ihren Reichtum an Natur. Nirgendwo sonst im Lande findet man so viele dichte, teils tatsächlich unberührte Wälder, klare Seen und Flüsse, weites Grasland, ausgedehnte Moore. Der Wigry-Nationalpark ist nach dem tiefsten See im Land benannt, der Nationalpark Narew nach dem Fluss, der hier ein regelrechtes Labyrinth aus ungezähmten Wasserläufen schuf und damit sehr spezielle Lebensräume vieler Tier- und Pflanzenarten.

Ähnliches trifft auf den Biebrza-Nationalpark (Bober-Nationalpark) zu. Dieser Park ist dem gleichnamigen Fluss gewidmet, der jedes Frühjahr über seine Ufer treten darf, um so viel Land zu überschwemmen, dass man – warm angezogen – selbst durch Wald und Wiesen paddeln kann. Einen Teil Podlachiens auf der Biebrza zu erkunden, ist natürlich gleichfalls bei normalem Pegelstand im Sommer möglich – zum Beispiel mit dem Hausboot, das auf Polnisch „tratwa“ (Floß) heißt. Einige der kostbarsten Schätze hütet der podlachische Nationalpark „Białowieża“ in der Belowescher Heide, einem der letzten Tieflandurwälder des Kontinents. Er versammelt Polens meiste greise Eichen und Europas umfangreichste Herden wilder Rinder.

Interessant macht die Region im Vierländereck von Polen, Russland, Litauen und Belarus auch ihr multiethnischer Charakter. Hier pflegen Slawen, Balten und Tataren ihre Traditionen, praktizieren Katholiken, Orthodoxe, Juden und Muslime ihren Glauben. Stattliche Kirchen wie in Białystok, Suwałki oder Supraśl zählen zu den Ausnahmen, zur Regel eher Gotteshäuser von bescheideneren Maßen. Doch wie auch viele Bauernhöfe sind es gerade jene kleinen, liebenswerten Holzgebäude, die dem grünen Land mit ihren bunten Farben ein sehr fröhliches, fast märchenhaftes Antlitz geben. Und dazwischen sagen sich – statt Fuchs und Hase – Wolf und Wisent Gute Nacht.

Kloster Wigry

Top 10

DER SEHENSWÜRDIGKEITEN IN NORDPOLEN

1Mühlenbake Swinemünde: Die schlanke weiße Turmwindmühle mit den zierlichen Flügelrädern auf der Westmole in Świnoujście (Swinemünde) ist einer der schönsten Ostseeleuchttürme und die wohl meistfotografierte Sehenswürdigkeit an der Küste Polens. Platziert am Ende eines Wellenbrechers zwischen Meer und Swinemündung, ragt sie, so scheint es aus der Ferne, direkt aus dem Wasser. Da zum Vergleichen nichts daneben steht, hält man das kleine Bauwerk aus dem Jahre 1874 für weit höher als zehn Meter. Mehr dazu im Tipp 6 auf Seite50.

2Altstadt von Stettin: Was wären die modernen Oderpromenaden von Szczecin (Stettin) ohne Blick auf dessen Altstadt? Zu den weithin sichtbaren Wahrzeichen zählen die Jakobskathedrale, das Schloss der Herzöge von Pommern sowie das Ensemble der Wały Chrobrego (Hakenterrasse) mit dem Nationalmuseum in der Mitte, flankiert von der Seefahrtsakademie und dem Verwaltungsgebäude der Woiwodschaft Westpommern. Um den Heumarkt gruppieren sich das gotisch-barocke Alte Rathaus und historische Bürgerhäuser (Bild links). Von der mittelalterlichen Stadtmauer ist der Siebenmäntelturm erhalten, von der barocken Festung das Brama Portowa (Berliner oder Hafentor) sowie das Brama Królewska (Königstor). Mehr dazu im Tipp 5 auf Seite 46.

3Dünen von Leba: Ein Muss für jeden polnischen Ostseeurlauber ist eine Wanderung auf die je nach Jahreszeit und Wetterlage bis zu 42 Meter hohe Wydma Łącka (Lontzkedüne, auch Łącka Góra – Lontzkeberg) unweit des Ferienortes Łeba (Leba). Dieser höchste Wandersandberg Polens ist Teil des Slowinzischen Nationalparks. Zu dem gehören neben weiteren beeindruckenden Dünen auch ein Abschnitt der Ostsee inklusive breitem Strand, Küstenwald sowie der Lebasee gleich an der Küste. Mehr dazu im Tipp 16 auf Seite 98.

4Kurviertel von Zoppot: Die Kurstadt nahe Danzig gilt als die schickste und mondänste an der Ostseeküste Polens. Wirklich hier gewesen sind aber nur die, die einmal auf der 511,5 Meter langen Mole auf- und abgelaufen sind. Was man von deren Ende sieht, ist der Paradeblick von Sopot (Zoppot): das historische Kurviertel mit seinen Luxushotels, die Seebrücke selbst, umrahmt von Segelhafen, Meer und Strand. Mehr dazu im Tipp 19 auf Seite 110.

5Altstadt von Danzig: Die schönsten Stadtpaläste und Patrizierhäuser der alten Hansestadt gruppieren sich um den Königsweg, einst Prozessionsstrecke der polnischen Monarchen. Er führt vom Hohen Tor über Langgasse und Langen Markt mit Rechtstädtischem Rathaus und Neptunbrunnen bis zum Grünen Tor. Dahinter, zwischen Motława (Mottlau) und Wyspa Spichrzów (Speicherinsel), verläuft die Uferstraße Długie Pobrzeże (Lange Brücke), beherrscht vom Wahrzeichen von Gdańsk (Danzig), dem imposanten Brama Żuraw (Krantor, siehe unten, ganz rechts im Bild) von 1444, dessen Doppelhebewerk per Treträdern und zehn Zentimeter dickem Hanfseil bis zu vier Tonnen schwere Lasten maximal 27 Meter heben konnte. Durch das Brama Mariacka (Frauentor, 15. Jahrhundert) gleich nebenan gelangt man in die Frauengasse (ul. Mariacka) mit ihren prachtvollen hohen, schmalen Bürgerhäusern. Deren Markenzeichen sind ihre sogenannten Beischläge – erhöhte Hauseingänge mit kleinen Treppen, Geländern und Terrassen. Die enge Straße voller Bernsteinschmuckgeschäfte, Pubs, Cafés und Restaurants endet an der gewaltigen gotischen Marienbasilika (1346 bis 1506). Sie ist eine der größten Backsteinkirchen der Welt und eine der am reichsten ausgestatteten im Ostseeraum. Über 409 Stufen gelangt man auf die Aussichtsplattform ihres 77 Meter hohen Turms. Unweit der Marienkirche, am Radaunekanal, steht die frisch sanierte Wielki Mlyn (Große Mühle) von 1350, in der sich seit 2021 das Bernsteinmuseum befindet. Mehr dazu im Tipp 20 auf Seite 114.

6Marienburg: Mit seiner Mächtigkeit und schlichten Schönheit könnte der riesenhafte rote Steinkoloss im Südosten Pommerns als Prototyp der mittelalterlichen Burgen gelten. Das im 13. Jahrhundert errichtete Hauptquartier der Deutschen Ordensritter an der Nogat (einem Weichsel-Mündungsarm) bedeckt 21 Hektar Fläche und gilt damit als das größte Werk der Backsteingotik. Die Stadt, die sich darum entwickelte, heißt heute Malbork (Marienburg). Mehr dazu im Tipp 27 auf Seite 146.

7Frauenburg: Neben Allenstein und Heilsberg zählt das liebenswerte Städtchen Frombork (Frauenburg) am Frischen Haff zu den wichtigsten Orten im Leben des Nikolaus Kopernikus. Der Dom in der Kapitelburg ist die letzte Ruhestätte des Gelehrten, der hier als Arzt und Domherr des ermländischen Fürstbistums wirkte und seine astronomischen Forschungen betrieb. Besichtigen kann man den Dom mit Kopernikus‘ Grab sowie das Museum der Kapitelburg mit dem Radziejowski-Glockenturm aus dem 15. Jahrhundert. Mehr dazu im Tipp 30 auf Seite 162

8Grünfelde: Mit dem Sieg der Polen und Litauer über das Heer der deutschen Ordensritter begann anno 1410 das Ende von deren Herrschaft im südlichen und östlichen Ostseeraum. Am Hauptschauplatz der entscheidenden „Schlacht von Tannenberg“ (heute Stębark) bei Grunwald (Grünfelde) mit Zigtausenden von Kämpfern befindet sich eine nationale Gedenkstätte. Sie umfasst mehrere Denkmäler und ein Museum, Besucherzentrum und Amphitheater. Höhepunkt des Kultes um den Ort und das Ereignis sind die „Grunwald-Tage“ anlässlich von dessen Jahrestag am 15. Juli. Mehr als 1000 Schauspieler und Hobbyritter nehmen an der historischen Nachgestaltung der Schlacht teil. Alle Orte, die mit ihr verbunden sind, liegen am sogenannten Szlak Grunwaldski (Tannenberg-Weg), einer 283 Kilometer langen touristischen Autoroute. An den Europäischen Fernwanderweg E11 knüpfen in Grünfelde regionale Wanderstrecken an. Mehr dazu im Tipp 33 auf Seite 176.

9Heiligelinde: Das kleine Dorf bei Reszel (Rößel) und Kętrzyn (Rastenburg) – polnisch Święta Lipka – gehört zu den bedeutendsten Marien-Wallfahrtsorten Polens. Bereits in vorchristlicher Zeit verehrten hier die alten Prußen ihre Göttin Laima. Im Mittelpunkt der Anbetung stand stets eine Linde. An einem solchen Baum soll auch seit dem 14. Jahrhundert eine Jesuskindfigur Wunder vollbracht haben. Das legendäre Original wird heute durch eine baumförmige Skulptur mit der Gottesmutter und ihrem Kind ersetzt. Der einstmalige Schrein hat sich in eine prunkvolle Barock-Basilika verwandelt. Mehr dazu im Tipp 43 auf Seite 220.

10Nationalpark Belowescher Heide: Wisente sowie Jahrhunderte alte Bäume sind die berühmtesten Bewohner des letzten Flachlandurwalds von Europa. Der beginnt im Osten von Podlachien und erstreckt sich weit bis nach Belarus hinein. Große Teile dieses einzigartigen Lebensraums schützen beide Länder durch Nationalparks. Der polnische heißt „Białowieski Park Narodowy“. Mit etwas Glück kann man beim Wandern dort die größten Landbewohner des Kontinents beobachten – meist nur aus der Ferne, da sie Menschen lieber aus dem Wege gehen. Auf jeden Fall und aus der Nähe sieht man die imposanten Tiere im Wisentreservat unweit des Dorfes Białowieża (Belowesch), in dem sich das Besucherzentrum des Nationalparks befindet. Eine gute Wanderstunde (sieben Kilometer) von dort ist es bis zum nächsten Highlight: dem „Weg der Königseichen“ bei Pogorzelce. 500 Jahre sind die ältesten der über 20 hochbetagten Bäume. Mehr dazu in Tipp 56 auf Seite 276.

KURIOSES & BESONDERHEITEN

IN NORDPOLEN

Kartoffelwurst und Taucher in Kostümen, ein Wald, der Haken schlägt und Schiffe, die auch Berge hoch- und runterfahren: Der vielseitige Norden Polens ist stets gut für Überraschungen.

Grüne Hügel per Kanu oder Schiff zu überqueren, ist ein wahrhaft schräges Unterfangen. Im Oberland hat man seit Mitte des 19. Jahrhunderts Erfahrungen damit. Bis zu 100 Höhenmeter überwinden dort Wasserfahrzeuge auf trockenen Schienen, wenn sie die Rollberge des unterschiedlich hohen Kanał Elbląski (Oberlandkanal) hinauf- und hinunterfahren. Der künstliche Wasserweg verbindet Frisches Haff und Ostsee. Er ist ein technisches Denkmal und bei einer Schiffsfahrt oder Paddeltour erlebbar. Mehr dazu im Tipp 31 auf Seite 168.

Im wasserreichen Norden Polens wird gern und viel getaucht. Neben einer Unmenge von Seen ist zum Beispiel die Danziger Bucht ein beliebter Platz für Unterwassererkundungen – nicht zuletzt, weil Hunderte von Schiffswracks aus verschiedenen Epochen auf ihrem Grunde ruhen. Mehr Spaß als Abenteuer ist dagegen das Taucher-Rafting Skorpenowy Spływ Łyną, das jedes Jahr im März Teilnehmer aus ganz Polen nach Olsztyn (Allenstein) lockt. Zur Eröffnung der Saison lassen sie sich in ausgefallenen, oft sehr lustigen Kostümen durch die Łyna (Alle) treiben. Die originellsten Outfits werden prämiert. Das Fun-Event gilt als größtes Tauchsportereignis des Landes. Mehr dazu im Tipp 35 auf Seite 187.

Eines der ältesten, ununterbrochen betriebenen Lichtspielhäuser der Welt ist das Stettiner Kino „Pionier 1907“. In jenem Jahr wurde es von Otto Blauert als „Helios Welt-Kino-Theater“ gegründet. Heute ist es ein gemütliches Programmkino, das Kultstatus genießt. Es hat zwei Säle mit zusammen 80 Plätzen sowie ein Café. Jeden Tag gibt es zwei Vorstellungen. Einiges vom Inventar hat den Eröffnungstag bereits erlebt. Dazu gehören ein funktionstüchtiger Filmprojektor, der sich allerdings im Ruhestand befindet, und ein 1898 in Stettin gebautes Klavier. Läuft mal ein Stummfilm, wird immer noch darauf geklimpert.

Viele Legenden und fantastische Erklärungen kursieren um den Krummen Wald bei Gryfino (Greifenhagen) an der Oder, die das deutsche Brandenburg vom polnischen Westpommern trennt. Rund 400 Kiefern hatte man hier kurz vorm Zweiten Weltkrieg angepflanzt und in jungen Jahren stark verbogen. Ihre krummen Stämme wollte man als ganz spezielles Bauholz nutzen. Dazu kam es nicht. Knapp 100 deformierte, rätselhafte Bäume stehen nun noch immer da wie Fragezeichen. Aus Altersgründen werden es allmählich weniger. Doch durch Neupflanzungen sorgt man für Nachschub. Mehr dazu in Tipp 1 auf Seite 30.

Fast ein Viertel aller Weißstörche der Welt – rund 50.000 Paare – nisten in ganz Polen, die meisten im dünnbesiedelten Nordosten mit seinen ausgedehnten Feuchtgebieten, wo sie viel Ruhe haben und jede Menge Nahrung finden. Die bei den Vögeln populärsten Orte sind bekannt als „Storchendörfer“ und durch zwei „Storchenrouten“ miteinander verbunden. Spitzenreiter ist das Dorf Żywkowo (Schewecken) an der Grenze zu Russland, wo jährlich mehr als 40 Paare brüten und ihre Jungen aufziehen. Wenn im Sommer die bis zu zwei Tonnen schweren Nester voll besetzt sind, leben hier im Durchschnitt 160 Störche – fünfmal mehr als Menschen. Die landesweit höchste Storchenkonzentration verzeichnet das Gut Pentowo bei Tykocin. Hier nisten bis zu 30 Paare in einem einzigen Gehöft.

Fast überall in Polen spielt die Kartoffel eine große Rolle. Hochburg ihres Kultes im Nordosten ist die Stadt Supraśl, die der geliebten Knolle sogar eine eigene Weltmeisterschaft widmet. Ausgerichtet wird sie zwischen Mai und Juni während des Uroczysko-Festivals. Neben Kartoffelkuchen, Kartoffelpuffern sowie Klößen mit Kartoffelfüllung genießt man das gefeierte Produkt auch als Kartoffelwurst, die zur Hälfte allerdings aus Fleisch und Speck besteht.

WESTPOMMERN I

Ostseebad Misdroy, Strand und Seebrücke

WESTPOMMERN I

1.Krummer Wald: wo die Bäume einen Haken haben

2.Neumark: von Zehden bis Bad Schönfließ

3.Neumark: von Soldin bis Berlinchen

4.Stargard: Neubauten und Gotiktürme

5.Stettin am Wasser: Oder oder Haff

6.Swinemünde: liegt nicht nur auf Usedom

7.Insel Wollin: durch den Nationalpark

8.Insel Wollin: bei Wikingern und Slawen

1.Krummer Wald: wo die Bäume einen Haken haben

Der Krzywy Las (Krummer Wald) bei Gryfino (Greifenhagen) ist ein Rätsel, das die Fantasie beflügelt. Unmittelbar daneben erstreckt sich der deutsch-polnische Landschaftsschutzpark Unteres Odertal, ein Stück weiter nordöstlich die Buchheide mit ausgedehnten Hügelwäldern, Seen und Mooren.

Ein Wald aus Fragezeichen? Ja, fast scheint es so, als habe sich hier jemand einen Scherz erlaubt und diese sonderbare Baumgemeinschaft aus knapp über 100 deformierten Kiefern als ein Rätsel inszeniert. Einst sollen es 400 gewesen sein. Als junge Bäumchen hat man sie verbogen – und zwar so, dass ihre Stämme nur ganz unten krumm geblieben sind. Nach einer Halbkreiskurve, die in Bodennähe blieb, wuchs danach schließlich jeder Baum kerzengerade, manche bis zu 15 Meter hoch. So gleicht der Krumme Wald einer Versammlung großer Haken oder auf dem Kopf stehender Fragezeichen.

Krummer Wald

Dokumentiert sind weder die Entstehungsdaten noch der genaue Zweck des Waldes. Darum kursieren eine Unzahl von Legenden, fantastischen und pseudowissenschaftlichen Erklärungen. Feststeht, dass alle diese Bäume 80 bis 90 Jahre alt sind, also in den 1930er-Jahren gepflanzt und kurz danach verformt wurden. Offen bleibt jedoch die Frage, was man mit ihnen vorhatte. Neben diversen Baumschnitt-Hypothesen, u. a. mit Blick auf Weihnachtsbäume, erscheint es am plausibelsten, dass man das gebogene Holz als Baumaterial verwenden wollte – etwa als Spanten für Bootsrümpfe, Schlittenkufen, Möbel oder Tür- und Fensterbögen.

Greifenhagen, Bahner Tor

Als Naturdenkmal geschützt, wird das winzige Waldstück (0,3 Hektar) nahe Greifenhagen seit 2021 behutsam reproduziert und durch neue Pflanzungen mit künftig krummen Kiefern erweitert. In unmittelbarer Nähe befindet sich der Międzynarodowy Park Dolina Dolnej Odry (Internationalpark Unteres Odertal). Das Schutzgebiet zwischen den weitverzweigten Flussarmen umfasst das größte noch intakte Überflutungsmoor Mitteleuropas. Hier sind neben seltenen Pflanzen wie dem Gemeinen Schwimmfarn und der gelb blühenden Europäischen Seekanne auch Biber, Fischotter und Elch sowie zahlreiche Vögel beheimatet. Sitz der Parkverwaltung ist Greifenhagen.

Nordöstlich davon, zwischen dem südöstlichen Vorort von Szczecin (Stettin), Zdroje (Finkenwalde) und Stare Czarnowo (Neumark), erstreckt sich der Stettiner Landschaftsschutzpark Puszcza Bukowa (Buchheide) mit dem Bukower Gebirge. Das entstand in der Eiszeit als Moränenwall, ist also eine Ansammlung von Gletschergeröll. Bedeckt ist das hügelige Gebiet vor allem von Rotbuchenwald und Mooren, kleinen Seen, Tümpeln und haufenweise Findlingen. Einige Abschnitte stehen unter Naturschutz. Höchste Erhebung, zugleich auch im gesamten Raum der Stettiner Küste, ist mit über 148 Meter der Berg Bukowiec. Zu seinem Gipfel führt eine schöne Wanderstrecke. Der 3,8 Kilometer lange, schwarz markierte „Szlak Górski na Bukowiec“ (Bergweg) beginnt – zusammen mit einem rot markierten Weg – an der Bushaltestelle im Stettiner Wohngebiet Bukowe-Klęskowo (Buchheide-Hökendorf). Vom Feuerturm ganz oben hat man einen weiten Blick ins Umland.

Heidelbeeren

Buchheide, Veilchen

INFO

Lage: Der Krumme Wald liegt bei Nowy Czarnów (Neu-Zarnow), vier Kilometer südlich von Greifenhagen, bei Elektrownia Dolna Odra (Kraftwerk Unteroder).

Aktivitäten:

•Der Krumme Wald ist frei zugänglich (krzywylas.pl), ebenso wie das Arboretum in Glinna (Glien), 24 Kilometer nordöstlich (gryfino.szczecin.lasy.gov.pl).

•Viele nützliche Informationen über die Buchheide bietet die Website von Neumark: stareczarnowo.pl

•Im Landschaftspark Unteres Odertal kann man wandern, Fahrrad fahren, paddeln, segeln, reiten, angeln. Verleih von Kajaks, Ruderbooten und SUP-Boards am Oderstrand in Greifenhagen: ul. Sportowa 3, Tel. +48 91 416 31 11, osir.gryfino.pl. Angelgenehmigungen sind erhältlich bei der Fischereigenossenschaft Regalica (ul. Flisacza 15a) oder im Angelladen Markus (ul. Piastów 13).

•Den Flusshafen Marina Gryfino verwaltet der Bootsverband: ul. Łużycka 76a, Tel. +48 692 457 631, marinagryfino.pl

•Wellenbad, Sauna, Sole und Gradierwerk hat der Aquapark Laguna: ul. Wodnika 1, 74-100 Gryfino, cwlaguna.pl

•Tourist-Info in Greifenhagen: ul. Nadodrzańska 1, 74-100 Gryfino, Tel. +48 789 03 51 21, gryfino.pl

Unterkünfte und Restaurants:

•An der Oder in 74-100 Greifenhagen laden die Restaurants Atol (mit Gästezimmern, ul. Wodnika 6, Tel. +48 606 459 390, atol-gryfino.pl) und Rodzinna (ul. Sportowa 3, Tel. +48 697 002 817, restauracjarodzinna.eu) ein.

•Am Jezioro Wełtyńskie (Woltinsee), acht Kilometer östlich, bietet der Reiterhof Hańczówka Zimmer, Hütten, Platz für Zelte, Kajak- und Fahrradverleih: ul. Polna 32, 74-100 Wełtyń, Tel. +48 505 056 913, hanczowka.pl

•18 Kilometer von Greifenhagen liegt Fiddichow mit seiner spektakulären Aussichtsterrasse über das Untere Odertal. Gästezimmer am Fluss hat die Pension Aga: ul. Nadodrzańska 17a, 74-120 Widuchowa, Tel. +48 91 415 87 26

2.Neumark: von Zehden bis Bad Schönfließ

Vor allem östlich der Oder breitet sich die Nowa Marchia (Neumark) aus. Die größte Fläche der historischen Landschaft liegt heute in der Woiwodschaft Lubuskie (Lebus), doch einige ihrer reizvollsten Orte und Ecken in Westpommern, darunter Chojna (Königsberg in der Neumark) und das Tal der Liebe.

Die ländlich-idyllische Kleinstadt Cedynia (Zehden) nahe der Oder verrät erst auf den zweiten Blick, dass hier einst Geschichte geschrieben wurde – vor allem mit der Schlacht von 972. Der Sieg des ersten Polenherrschers Mieszko I. über den Lausitzer Markgrafen Hodo I. gilt als Meilenstein der polnischen Staatsbildung. Ein Monument auf dem Czcibor-Berg, errichtet 1972, erinnert an das folgenreiche Ereignis.

Das schönste mittelalterliche Bauwerk ist das ehemalige Zisterzienserinnenkloster aus dem 13. Jahrhundert, später Jagdhaus des brandenburgischen Kurfürsten. Erhalten ist der restaurierte Westflügel, heute Hotel mit Restaurant und Terrasse zum Wald.Sehenswert sind außer dem historischen Stadtzentrum ein kleiner jüdischer Friedhof sowie der renovierte, 14 Meter hohe Wieża widokowa (Bismarckturm) von 1895 – mit Panoramablick aufs grüne Umland.

Zehden, Stadtzentrum

Zehden, Kloster

Nur eine Viertelstunde mit dem Auto ist es von Zehden bis nach Königsberg in der Neumark. Doch lohnt sich ein Umweg über das „Dolina Miłości“ (Tal der Liebe, 80 Hektar) im Internationalpark Unteres Odertal. Es liegt am Rand der Niedersaatener Höhen zwischen Krajnik Dolny (Niederkränig), Krajnik Górny (Hohenkränig) und Zatoń Dolna (Niedersaaten). Der wirklich liebliche Waldpark aus dem 19. Jahrhundert mit Ahorn, Buchen, Eschen und Kastanien ist ziemlich hügelig und fällt zur Oder hin stark ab. Nach dem romantischen Spaziergang ist man in 15 Minuten im Königsberger Zentrum. Dort beeindrucken die gotischen Stadttore Schwedter Tor und Bernikower Tor aus dem 15. Jahrhundert sowie das prächtige Backstein-Rathaus von 1410. Es kündet vom Reichtum, zu dem die Stadt in jener Zeit insbesondere durch den Getreidehandel kam. Verschifft wurde die Ware auf Oder und Rurzyca (Röhricke).

Königsberg, Rathaus

Königsberg, Kloster

An diesem Flüsschen, nicht weit vom Rathaus, liegt der Vierecksche Garten. Dort steht „Olbrzym“ („Riese“) – eine 300-jährige Platane mit einem Stammumfang von elf Metern. Bis ins 13. Jahrhundert zurück reicht die Geschichte der Pfarrkirche St. Marien mit ihrem 102 Meter hohen Turm und des Augustiner-Klosters, von dem außer der Dreifaltigkeitskirche wenig erhalten blieb. Von der alten Stadtmauer ist noch rund die Hälfte übrig.

Bad Schönfließ, Rathaus