Odysseus war ein Depp - Rhea Hill - E-Book

Odysseus war ein Depp E-Book

Rhea Hill

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Beschreibung

Im ersten Teil wird der Inhalt der Ilias in leicht verständlicher Sprache nacherzählt. Der zweite Teil enthält eine Zusammenfassung der Odyssee. In Teil 3 werden Argumente dafür angeführt, dass die Schlacht um Troja nicht vor rund 1200 Jahren stattfand, sondern sehr viel früher, und dass Schliemanns Troja nichts weiter als ein unbedeutendes Piratennest war, aber nicht Homers Troja.

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Seitenzahl: 248

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Inhalt

Warum war Odysseus ein Depp?

Vorwort

Teil 1 – Die Ilias

Der Zankapfel

Peleus

Achilleus

Paris holt sich Helena

Kriegsvorbereitungen

Zeitplan

Liste der Angreifer (Achaier)

Liste der Verbündeten Trojas

Amazonen

Belagerung Trojas; Kampfszenen

Das 10. Jahr

Wein, Weib und Gesang

Sex – männliche Selbstüberschätzung

Hektor bringt die Achaier in Bedrängnis

Patroklos zieht mit Achilleus’ Rüstung in den Kampf

Patroklos’ Tod

Die Götterschlacht

Poseidon rettet Aineias

Achilleus treibt die Troer in die Flucht

Achilleus kämpft im Xanthos/Skamandros

Die entfesselten Fluten des Xanthos bringen Achilleus in Gefahr

Hephaistos trocknet die Fluten mit Feuer

Die Götter kämpfen gegeneinander

Apollon täuscht Achilleus

Achilleus verfolgt den flüchtenden Hektor

Zeus beschließt Hektors Tod

Achilleus besiegt Hektor

Patroklos wird verbrannt

Achilleus schleift Hektors Leiche um Patroklos’ Grab

Priamos fährt zu Achilleus

Hektors Bestattung

Das Ende Trojas

Teil 2 – Die Odyssee

Odysseus Irrfahrt

Zeiten und Entfernungen

Die Odyssee

Die Götter beschließen Odysseus' Heimkehr

Telemachos segelt zu Nestor und Menelaos

Telemachos bei Nestor

Nestor erzählt

Telemachos bei Menelaos

Hermes reist zu Kalypso

Odysseus segelt mit dem Floß nach Osten

Odysseus erreicht Scheria

Wo liegt Scheria?

Odysseus bei Alkinoos, erster Tag

Zweiter Tag auf Scheria

Überfall auf die Kikonen

Die friedlichen Lotophagen

Die Kyklopen - Polyphem

Aiolos' schwimmende Insel

Die kannibalischen Laistrygonen

Kirke (Insel Aiaia)

Kirke schickt Odysseus zum Totenreich

Die Sirenen

Malmende Irrfelsen, Skylla und Charybdis

Thrinakia – die Herden des Helios

Die Phaiaken bringen Odysseus nach Ithaka

Odysseus beim Sauhirten Eumaios

Telemachos' Heimreise

Odysseus gibt sich seinem Sohn zu erkennen

Odysseus erscheint als Bettler in seinem Palast

Penelope redet mit dem Bettler

Der Wettkampf

Odysseus erschlägt die Freier

Nach dem Gemetzel

Teil 3

Wie sah die Welt vor 15000 Jahren aus?

Sahara

SAHEL heißt Küste

Der Nil

Nach dem endgültigen Untergang von Atlantis

Das Auge der Sahara

Die aithiopischen Fischesser

Nordafrika

Mittelmeer und Nordafrika vor Ende der Eiszeit

Die Säulen des Herkules

Ägypter, Libyer, Aithiopen

Herodot

Herodot beschreibt die Völker

Homer

Solon, Sokrates, Kritias, Platon

Atlantis lt. Platon

Alter der Überlieferungen

Eisen

Dorier und Illyrer

Alle sprechen die gleiche Sprache

Götter paaren sich mit Menschen

„Wissenschaft“ und Kirche als Bremsklötze

Edgar Cayce

Cayces Beschreibung von Atlantis

Blonde Haare, graue Augen, helle Haut

Schliemann

Wie Schliemann den „Schatz des Priamos“ fand

Der Zeitpunkt des Geschehens

Die Gründung Trojas

Technische Phänomene

Fernbeobachtungen

Hologramme, Gestaltwandel

Kristallkugeln und Zauberstäbe

Elektrizität

Drohnen

Fluggeräte, Lautsprecher

Flugzeuge

Götterschiffe

Vimanas

Der „Olymp“ ist eine Raumstation

Wer waren die Götter?

Götter Geneologie

Athene

Athenes Streit mit Poseidon

Poseidon

Triton

Okeanos

Bibliografie / Quellenverzeichnis

Warum war Odysseus ein Depp?

Er nennt Polyphem seinen Namen. Hätte er die Klappe gehalten, hätte Polyphem nicht seinen Vater Poseidon auf ihn gehetzt.

Nach neun Jahren Belagerung Trojas kommt er erst auf die Idee mit dem hölzernen Pferd. Warum nicht früher, wenn er doch so schlau ist?

Er metzelt Penelopes Freier gnadenlos nieder, wohl wissend, dass er sich anschließend auf die Flucht begeben muss. Warum hat er sie nicht einfach ausgesperrt und Schadensersatz verlangt?

Immer im unpassendsten Moment schläft er ein. Das erste mal, als Aiolos ihm günstigen Wind für die Heimfahrt sendet und ihm die bösen Winde in einem Sack eingeschlossen mitgibt. Odysseus hätte seinen Leuten die Sache erklären sollen, dann hätten sie vielleicht den Windsack nicht geöffnet in der Hoffnung, Schätze darin zu finden. Das zweite mal schläft er auf der Insel des Helios ein und seine hungrigen Männer schlachten die göttlichen Rinder.

Als er Kirke nach einem Jahr verlässt, kommt er gar nicht erst auf die Idee, dass sie beleidigt und rachsüchtig ist und ihn scheinheilig auf die gefährlichste Strecke für die Heimfahrt schickt. Auf der Hinfahrt zu Kirkes Insel ist ihm doch keine dieser Gefahrenstellen untergekommen.

Nach dem Überfall auf die Kikonen hätte er sofort mit der Beute in See stechen müssen. Statt dessen hängen sie am Strand ab und feiern Party. Bis die Kikonen mit Verstärkung kommen und sie verdreschen.

Vorwort

Rund um die Welt gibt es Überlieferungen von Göttern, die im Himmel wohnen und von den Menschen wegen ihrer fabelhaften Fähigkeiten verehrt werden. Die Götter haben in jeder Sprache andere Namen, aber die Geschichten ähneln sich.

Selbst heute, in Zeiten der Globalisierung, haben Städte und Länder unterschiedliche Namen. So heißt Deutschland im englischsprachigen Raum Germany, bei den Franzosen Allemagne, auf dem Balkan Njemačka – und wer weiß, wie es die Japaner nennen. Das kann einige Jahrtausende nach unserer Zeit schon für Verwirrung sorgen, besonders dann, wenn eine neue Eiszeit Europa wieder bis zu den Alpen mit Gletschern überzieht und die Überlebenden, die sich nach Süden geflüchtet haben, ihre Erinnerungen nur noch mündlich weitergeben können.

Wer kann sich heute noch daran erinnern, wie die vielen neugebildeten Staaten in Afrika vor hundert Jahren hießen? Oder die Vasallenstaaten der ehemaligen UdssR, die sich in unzählige Kleinstaaten aufgespalten und neue Namen angenommen haben? Wie sollen in fünftausend Jahren die Menschen noch wissen, dass zum Beispiel Piter, Petrograd, Leningrad und St. Petersburg ein und dieselbe Stadt gewesen ist? Das Gleiche gilt für Zarizyn, Stalingrad und Wolgograd. Die Stadt Zarizyn wurde zu Ehren eines kurzfristig herrschenden Tyrannen in Stalingrad umbenannt. Dieser Name hat sich weltweit vielen Menschen eingeprägt. Doch wer Stalingrad heute auf der Landkarte sucht, wird es nicht finden; denn jetzt heißt die Stadt Wolgograd.

Und so verwundert es nicht, dass die Wohngebiete vieler von Homer erwähnten Völker nicht mehr zu finden sind und die Lage der Stadt Troja nach wie vor unbekannt ist.

Und nicht nur die Lage Trojas ist zweifelhaft. Wer sagt denn, dass die Ereignisse, die Homer niedergeschrieben hat, unbedingt in der Zeit um 1.200 v. Chr. stattgefunden haben müssen? Jemand hat eine Theorie und schnitzt sich dann die Tatsachen so zurecht, dass sie zu der Theorie passen. Schliemann war besessen von der Idee, Troja zu finden und von den Gelehrten seiner Zeit anerkannt zu werden. Hätte er nicht den „Schatz des Priamos“ aus dem Hut gezaubert, wäre er weiterhin verspottet worden.

Wie wäre es denn, wenn man den Untergang Trojas vor dem Ende der letzten Eiszeit ansiedelt, also zwischen 15.000 und 9.600 v. Chr.? Zugegeben, auf den ersten Blick sicherlich eine absurde Idee.

Zu der Zeit existierten noch die Restinseln von Atlantis mit ihrer hoch entwickelten Technologie. Kein Wunder, dass die Atlanter als Götter verehrt wurden, die im Himmel und unter dem Meer wohnen, durch die Lüfte fliegen, sich unsichtbar machen, ihre Gestalt wandeln und aus großer Entfernung jede Einzelheit beobachten können.

Die Götter waren Realität. Sie mischten sich ja auch gern unter die Menschen und zeugten mit ihnen sogar Kinder. Außerirdische können es also nicht gewesen sein; da hätten höchstwahrscheinlich die Gene nicht zusammengepasst. Zu Homers Zeiten und auch 400 Jahre vorher waren die Götter nur noch Legende.

Wenn man mit diesen Hintergedanken die Ilias und die Odyssee liest, fällt doch so einiges auf, was schlichtweg nicht in die späte Bronzezeit passt:

Ständig ist von Erz und geschmiedetem Eisen die Rede, selbst Stahl wird erwähnt.

Alle Menschen sprechen die gleiche Sprache, beten die gleichen Götter an und haben die gleichen Gebräuche. Egal, wohin es Odysseus verschlägt, er kann sich mühelos mit den Menschen unterhalten.

Die Götter können in Nullkommanichts ihre Gestalt wandeln. Das spricht für eine perfekte Hologrammtechnik. Sie können Hologramme erzeugen, die Menschen täuschend ähneln. Und diese Hologramme können sprechen und durch Wände gehen.

Die Götter können aus großen Entfernungen alles beobachten, mit Webcams, Drohnen (die oft als Adler getarnt sind), sicher auch mit Satelliten oder einer Technik, die wir uns heute noch nicht vorstellen können.

Die Götter können in kürzester Zeit von einem Ort zum anderen gelangen, und wenn sie zum Olymp wollen, fliegen sie in den Himmel.

Viel zu leicht werden solche Überlieferungen als Märchen und Fantasie abgetan. Was wäre, wenn wir Homers Berichte wörtlich nehmen?

Teil 1 – Die Ilias

Der Zankapfel

Alles fängt mit einem Streit zwischen den Göttern an. Die Götter des Olymp sind zur Hochzeit der Thetis und des Peleus eingeladen. Nur nicht Eris, die Göttin der Zwietracht. Wer will schon Ärger bei einer Party? Aber für den Ärger sorgt die beleidigte Eris nun erst recht: Sie wirft einen goldenen Apfel mit der Aufschrift „Für die Schönste“ in den Saal. Sofort kriegen sich die Göttinen Aphrodite, Pallas Athene und Hera in die Haare. Jede hält sich für die Schönste und beansprucht den Zankapfel.

„Göttervater“ Zeus bestimmt Paris, einen jungen Hirten, als Schiedsrichter. Zeus wird als „Göttervater“ bezeichnet, weil er der mächtigste aller Götter ist. Nicht etwa, weil er alle anderen Götter gezeugt hätte. Er hat den Oberbefehl. Sein Wort ist Gesetz.

Als Gott müsste Zeus doch eigentlich besser wissen, was sich aus diesem Streit entwickeln wird. Aber offensichtlich sind die Götter zwar allmächtig, aber nicht allwissend. Und sie erlauben sich gerne mal einen Spaß mit den Menschen, auch wenn diese dadurch zu Schaden kommen. Und in diesem Fall war der Schaden gewaltig.

Priamos, der König von Troja, und dessen Gattin Hekabe sind die Eltern des Paris. Er hat eine Menge Geschwister; sein ältester Bruder ist der gewaltige Kämpfer Hektor. Aber der kommt erst später ins Spiel.

Paris ist zwar ein Prinz, wurde aber als Baby von seinen Rabeneltern verstoßen; denn als Hekabe wieder einmal schwanger war, hatte sie einen Traum, dessen Deutung lautete, dass durch dieses Kind Troja untergehen werde. Die Eltern setzten das Kind, dem sie den Namen Alexandros gaben, als Baby aus, in der Absicht, es sterben zu lassen. Hirten fanden das Kind, nannten es Paris und zogen es auf.

Priamos soll mit seiner Gattin Hekabe und all seinen Nebenfrauen weit über 50 Kinder gehabt haben, die fast alle im Trojanischen Krieg ums Leben kamen. Allein mit Hekabe, Tochter des phrygischen Königs Dymas, hatte er neunzehn Kinder, darunter Hektor, Krëusa, Helenos, Antiphos, Polites, Laodike, Paris, Kassandra, Polydoros, Polyxena, Troilos, Agathon, Deiphobos. Hektor ist der Kronprinz, Kassandra eine Seherin mit einem besonderen Blick für kommendes Unheil, wodurch sie sich nicht wirklich beliebt macht. Bei so einem Stall voll Kinder kommt es offenbar auf eines nicht an. Das kann man dann getrost in der Wildnis zu Tode kommen lassen.

Als Paris, inzwischen ein gut aussehender, durchtrainierter Jüngling, in ländlicher Einsamkeit am Idagebirge seine Herde weidet, rücken ihm die drei Göttinen Hera, Athene und Aphrodite, vom Götterboten Hermes geführt, auf die Pelle. Er soll den goldenen Apfel der Schönsten überreichen.

Alle drei Göttinen versuchen, Paris zu bestechen. Der Bursche ist jung und schön, etwas unbedarft und aufgrund seiner Jugend eher schwanzgesteuert.

Warum um alles in der Welt sucht Zeus ausgerechnet den unbedarften Hirtenjungen Paris aus? Als Schiedsrichter, der beurteilen soll, welche der drei Göttinnen die Schönste ist, taugt Paris jedenfalls nicht. Hera verspricht ihm die Herrschaft über die Welt. Damit kann sie schon mal gar nicht punkten. Paris will lieber seinen Spaß haben und ist später, nach seiner Heimkehr in den Kreis der Familie, ganz froh, dass Hektor mal König sein wird. Athene will ihn mit Weisheit locken. Was soll denn ein hormongesteuerter, vergnügungssüchtiger Naturbursche mit Weisheit anfangen? Aphrodite allerdings, die Göttin der Liebe, verspricht ihm die Liebe der schönsten Frau der Welt. Dafür überreicht Paris ihr den Apfel.

Die Göttinen haben sich mit ihren Bestechungsangeboten selbst überlistet; denn es ist immer noch nicht entschieden, welche die Schönste ist. Paris nimmt ja nur das Geschenk, das ihm am besten zusagt. Er findet bestimmt alle drei Göttinen gleichermaßen schön.

Mit einem kleinen bisschen göttlicher Vernunft hätte die Geschichte erledigt sein können, bevor Paris ins Spiel kam. Aber nun ist alles zu spät. Paris wurde die schönste Frau der Welt versprochen und die soll er auch haben. Die Sache hat nur einen gewaltigen Haken: Helena ist angeblich die Schönste, aber sie ist verheiratet, und zwar mit Menelaos, einem etwas ältlichen Mann, den sie sich aber selbst aus einer großen Anzahl von Bewerbern ausgesucht hat.

Immerhin ist Menelaos ein König. Er herrscht über „die große umhügelte Stadt Lakedaimon“, Pharis, Sparta, Messe, Bryseia, Augeia, Amyklai, die Meerstadt Helos, Laas und Oitylos’ Auen. (Ilias 2/581-)

Darüber hinaus ist er auch noch der jüngere Bruder des „Völkerfürsten“ Agamemnon, ältester Sohn des Atreus, daher auch Atreide genannt. Völkerfürst lässt sich wohl mit Kaiser übersetzen; denn Agamemnon hat, genau wie Menelaos, sein eigenes Königreich, herrscht aber auch über andere Könige und Fürsten.

Königin sein an der Seite von Menelaos und den Kaiser zum Schwager zu haben, dazu der unermessliche Reichtum dieser beiden Brüder, das schien Helena wohl erstrebenswert, so dass sie sich als junge Unschuld von vielleicht 17 Jahren oder jünger Menelaos zum Gatten wählte, der womöglich schon auf die 40 zuging.

Nachdem sich Paris die Göttinen Hera und Athene zu erbitterten Feindinnen gemacht hat, werden am Königshause von Troja Stiere für ein Opferfest gebraucht. Hektor und Helenos gehen zum Ida-Gebirge, um die Stiere auszuwählen. Sie nehmen auch Paris’ Lieblingsstier mit. Den will er aber nicht hergeben. Also folgt er den Prinzen und den Stieren nach Troja, um seinen Stier vom König zurück zu fordern. Ganz schön tolldreist, dieser junge Hirte.

In Troja gerät Paris mit den Prinzen in Streit und wäre von ihnen erschlagen worden, wenn nicht die Seherin Kassandra des Jünglings Herkunft enthüllt hätte. Wider alle Logik herrscht im Königshaus große Freude über den wiedergefundenen Sohn, zumal der ein gut aussehender und stattlicher Mann geworden ist. Paris wird feierlich im Hause des Priamos aufgenommen und keiner denkt mehr an die böse Weissagung.

Aber kann man Paris wirklich die Schuld am Untergang Trojas in die Schuhe schieben? Die eigentliche Ursache war doch die Geilheit der Götter. Sowohl Poseidon als auch Zeus waren scharf auf Thetis, als diese noch blutjung war. Thetis ist eine der zahlreichen Töchter des Meergottes Nereus und dessen Gemahlin Doris, die weit im Westen am äußeren Rand des Okeanos wohnen. Die Töchter werden Nereïden genannt, sie sind die Nymphen der See. Mit einer von ihnen, Amphitrite, ist Poseidon verheiratet. Nach Amphitrite ist Thetis die berühmteste Nereïde.

Thetis wollte sich weder mit ihrem Schwager Poseidon noch mit dem treulosen Zeus einlassen, denn beide waren verheiratet und Thetis fürchtete die Rache von Zeus’ eifersüchtiger Gattin Hera. Als Zeus Thetis bedrängte, wurde ein Orakel bekannt, nach dem der Sohn von Thetis und ihrem Befruchter später einmal den Vater an Ruhm weit übertreffen würde. Das wollten beide Götter nicht zulassen und deshalb ließen sie lieber die Finger von Thetis und brachten sie statt dessen schnell unter die Haube. Vielleicht hat die kluge Hera das „Orakel“ verbreitet, um ihren untreuen Gatten zurückzupfeifen. Und Zeus dachte sich wohl, wenn Thetis einen Sterblichen heiratet, wird da schon kein Held bei rauskommen. Oder, wenn doch, ist es ja egal, ob er berühmter wird als sein Vater. Wen kümmert’s? Er ist ja nur ein Sterblicher. Und so beschließen die Götter, Thetis mit Peleus, König von Phthia in Thessalien, zu vermählen. Thetis hat absolut keinen Bock auf Peleus, obwohl der ein berühmter Held ist. Aber er ist nicht mehr der Jüngste und hat schon ein bewegtes Leben und zwei Ehen hinter sich. Er ist also nicht gerade der Traummann für ein junges, bildschönes Mädchen.

Peleus

Peleus’ Herkunft ist allerdings hochkarätig. Kein geringerer als Zeus ist sein Großvater. Der zeugt mit Aigina, Tochter des Flussgottes Asopos, einen Sohn, Aiakos, der trotz seiner göttlichen Herkunft sterblich ist. Aiakos verbindet sich mit Endeïs; die beiden haben zwei Söhne: Telamon und Peleus.

Peleus ist bei den Göttern beliebt, weil er ihre Regeln befolgt und auch fleißig Opfergaben bringt. Zeus ist ja ständig als Bezirksbefruchter unterwegs, zum Ärger seiner Gattin Hera. Und auch Aiakos betrügt seine Frau mit der Nereïde Psamathe und zeugt Phokus. Endeïs hasst den Phokus. Als Peleus fast erwachsen ist, hetzt ihn die Mutter auf, seinen Halbbruder um die Ecke zu bringen. Peleus und Telamon laden Phokus zu einem sportlichen Wettkampf ein. Dabei wird Phokus von einem durch Peleus geschleuderten Stein tödlich verletzt. Die einen halten es für einen Unfall, die anderen für vorsätzlichen Mord. Verdächtig ist auf jeden Fall, dass Peleus und Telamon die Leiche des Halbbruders im Wald verstecken. Aber nicht gut genug. Phokus wird gefunden. Aiakos verbannt Peleus und Telamon aus seinem Königreich. Peleus flieht nach Phthia an den Hof von Eurytion und wird von ihm entsühnt. Eurytion gibt Peleus seine Tochter Antigone zur Frau und schenkt ihm ein Drittel seines Königreiches.

Zu dieser Zeit versammeln sich die Argonauten unter Jasons Führung, um das Goldene Vlies zu rauben. Peleus zieht mit ihnen. Nach seiner Rückkehr muss ein Bär gejagt werden, der Kalydon verwüstet. Peleus schließt sich den Kalydonischen Jägern an. Während der Bärenjagd tötet Peleus aus Versehen seinen Schwiegervater Eurytion mit einem Wurfspeer. Aus diesem Grund muss er Phthia verlassen. Er geht nach Iolkos in Thessalien, wo König Akastos regiert, der ihn wiederum flugs entsühnt.

Astydamia, die Frau des Königs, verliebt sich in Peleus. Als er sie zurückweist, schickt Astydamia eine Nachricht an Peleus’ Gattin Antigone, in der sie mitteilt, dass Peleus im Begriff sei, Akastos’ Tochter Sterope zu heiraten. Antigone erhängt sich. Ihrem Ehemann erzählt Astydamia, dass Peleus sich an sie herangemacht hätte und sie verführen wollte. Akastos will den Mann, den er entsühnt hat, nicht ermorden. Statt dessen nimmt er ihn auf eine Jagd mit, auf den Berg Pelion, nicht weit entfernt von Iolkos. Als Peleus schläft, versteckt Akastos dessen Schwert und verlässt ihn. Als er ohne Waffen aufwacht, wird Peleus von den Zentauren erwischt, die ihn getötet hätten, wenn nicht Chiron eingegriffen und ihm sein Schwert zurückgebracht hätte.

Peleus Rache an Astydamia lässt nicht lange auf sich warten. Mit seinen Verbündeten Jason und den Dioskuren greift er Iolkos an, siegt, nimmt Königin Astydamia gefangen und tötet sie.

Durch Astydamias Intrigen zum Witwer geworden, heiratet Peleus Polydora, Tochter des Perieres, der ein Sohn von Aiolos ist. Andere sagen, Perieres sei ein Sohn von Amyklas, der ein Sohn von Lakedaimon, der wiederum ein Sohn von Zeus und der Pleiade Taygete. Polydoras Mutter war Gorgophone, Tochter von Perseus und Andromeda.

Was auch immer mit Polydora geschehen sein mag, die Götter befehlen, dass Peleus die Meernymphe Thetis heiraten soll. Die flieht vor ihm, versteckt sich, wendet alle möglichen Tricks an, um nicht mit diesem ungeliebten Sterblichen zwangsverheiratet zu werden. Aber mit göttlicher Hilfe gelingt es Peleus, die flüchtige Braut zu überlisten. Als kleiner Trost für Thetis wird die Hochzeit in ganz großem Stil im Olymp gefeiert.

Achilleus

Peleus zeugt mit Thetis nur einen einzigen Sohn: Achilleus. Der hat zwar eine Menge göttlicher Gene, ist aber nicht unsterblich. Das will Thetis ändern. Sie will ihren Sohn unverwundbar machen und taucht ihn in den Unterweltfluss Styx, wobei sie ihn am Fuß festhält.

Die Unsterblichkeit scheint sich willkürlich zu vererben. So ist von den Zwillingen Kastor und Pollux einer sterblich, der andere unsterblich. Achilleus hat eine unsterbliche Mutter und den sterblichen Vater Peleus und ist selbst nicht unsterblich.

Später heißt es, Achilleus sei launisch, eine Diva, er kämpfe nur, weil er Lust am Kampf empfindet. Aber wie hätte der arme Junge denn anders werden sollen? Seine Mutter packt ihn im zarten Babyalter am Fuß und tunkt ihn kopfunter in eine wahrscheinlich auch noch widerlich stinkende Kleistermasse. Der Kleine muss sich gefühlt haben, als ob seine Mami ihn ersäufen will. Er wusste ja nichts von der guten Absicht hinter der Tat. Dieses frühkindliche Trauma hat Achilleus vielleicht schon eine unbewusste Todessehnsucht aufgeprägt.

Dass Thetis so mit ihrem Sohn umging, mag man mütterlicher Sorge zuschreiben, doch vor allem wollte sie einen heldischen Kämpfer aus ihm machen. Wer, wenn nicht Thetis, hat dafür gesorgt, dass Achilleus eine gründliche Ausbildung in Kampftechnik erhält und wohl außer Kämpfen wenig anderes lernt?

Eine andere Version erzählt, dass Thetis ihren Sohn nicht in den Styx tunkt, sondern ins offene Feuer hält, nachdem sie ihn mit Nektar und Ambrosia eingerieben hat. Sie weiß, dass er dadurch unverwundbar, wenn nicht gar unsterblich wird. Aber Peleus, der Ignorant, kennt die Mittel und Wege der Götter nicht, ist total entsetzt, als er sieht, was Thetis mit dem Kind anstellt, und verbietet ihr weiterzumachen. Thetis wirft das Kind zu Boden und verlässt Peleus, oder er wirft sie aus dem Haus. Jedenfalls geht Thetis zurück zu ihrer Familie und lebt fortan wieder bei Nereus, Doris und ihren Schwestern im oder am Meer. Erst gegen Ende des Krieges gegen Troja kümmert sich Thetis wieder um ihren Gatten, wohl eher aus Mitleid mit dem alten Mann.

Achilleus wird zur Erziehung dem Zentauren Chiron übergeben, der schon als erfolgreicher Lehrer der Helden Herakles und Jason berühmt geworden ist. Damit ist die Zukunft des kleinen Achilleus schon vorgezeichnet: Er muss zum Kämpfer werden. Und als Prinz und zukünftiger König muss er natürlich besser kämpfen als alle anderen.

Zu allem Überfluss wird dem Jungen dann auch noch unverblümt die Prophezeiung offenbart, nach der er in jungen Jahren im Kampf sterben und für alle Zeiten als Held gerühmt wird. Nur wenn er sich vom Kampf fernhält, wird er ein hohes Alter erreichen, dafür aber keinen Ruhm erlangen. Wie soll ein Junge sich entscheiden, der von der Kindheit an auf Held gedrillt wurde? Als Teenager ist Achilleus dann so weit, dass ihm das Kämpfen und Töten Spaß macht. Er ist wie jeder Jüngling von seiner Unverwundbarkeit, gar Unsterblichkeit, überzeugt.

Patroklos kommt auf der Suche nach Schutz an Peleus’ Königshof, nachdem er Klitonymus während eines Würfelspiels getötet hat. Er wird Achilleus’ bester Freund und sein Geliebter.

Paris holt sich Helena

In Troja genießt Paris, jetzt Prinz Alexandros, das Luxusleben am Königshof und vergisst, dass ihm die schönste Frau der Welt versprochen wurde. Aber Aphrodite lässt nicht locker. Sie drängt ihn, sich Helena zu holen und begleitet ihn sogar auf seiner Reise nach Sparta.

Menelaos ist nicht zu Hause, aber die Besucher aus Troja werden gastfreundlich aufgenommen. Gastfreundschaft ist ein direktes Gebot von Zeus und daher heilig. Gastfreundschaft zu missachten, egal ob vom Gastgeber oder Gast, ist ein schweres Vergehen. Es bleibt nicht aus, dass sich Paris in Helena verliebt. Und sie sich ganz sicher auch in ihn. Ohne Helenas tatkräftige Mitwirkung hätten die Troer sie nicht unbemerkt aus dem Hause und zu ihren Schiffen bringen können. Menelaos hat bestimmt Wachen und Krieger mit dem Schutz seiner Frau beauftragt.

Merkwürdig ist, dass die heute existierende Stadt Sparta weit im Inland Griechenlands liegt, rund 30 km vom Meer entfernt. Für die Flucht durch das unwegsame, hügelige Gelände hätten die Troer mindestens einen Tag gebraucht. Warum haben ihnen Menelaos’ Wachleute nicht sofort eine Truppe schnellfüßiger Krieger hinterhergesandt, um Helena zurück zu holen? Aber wie es scheint, sind die Troer direkt vor Menelaos’ Haustür auf ihre Schiffe gestiegen und davongesegelt. Somit kann das in Ilias und Odysse erwähnte Sparta nicht mit dem heutigen Sparta identisch sein.

Warum rüstet Menelaos nach seiner Rückkehr nicht sofort ein paar Schiffe und folgt den Schiffen aus Troja? Sind die Schiffe der Troer so viel schneller als seine?

Vernünftigerweise rüsten die Achaier nicht sofort zum Krieg, sondern schicken Menelaos und Odysseus als Gesandte nach Troja, um Helena friedlich zurück zu holen. Die beiden werden gastfreundlich von „dem verständigen Greis Antenor“ aufgenommen. Der Rat der Stadt Troja entscheidet sich allerdings gegen die Herausgabe Helenas. (Ilias 3/204-)

Hat Alexandros/Paris nicht nur Helena ver- und entführt, sondern auch noch dem Menelaos die Bude ausgeräumt? Oder haben die Troer unterwegs, wie das so üblich war, ein paar reiche Siedlungen überfallen und geplündert? Jedenfalls waren sie mit einer ganzen Flotte unterwegs.

Zwanzig Jahre später, gegen Ende des Krieges um Troja, überlegt Hektor, wie er dem Kampf gegen Achilleus entgehen kann, ob er die Waffen niederlegen und die Herausgabe Helenas und aller geraubten Schätze anbieten soll:

„… ginge dem stolzen Achilleus entgegen und verhieß’ ihm Helena selbst und die sämtlichen reichen Schätze mit ihr, soviel Alexandros in räumigen Schiffen her gen Troja gebracht – denn so begann ja der Hader – für die Atriden zu geben …“ (Ilias 22/111- , Version Eduard Schwartz).

Kriegsvorbereitungen

Menelaos ist zwar stinksauer, unternimmt aber selbst nichts, sondern beschwert sich lieber bei seinem mächtigen Bruder Agamemnon. Der sieht eine Chance, die reiche Stadt Troja zu erobern, und trommelt Verbündete zusammen. Die Kriegsvorbereitungen dauern zehn Jahre! Boten müssen ausgesandt werden, um alle weit entfernt lebenden Völker zum Mitmachen zu bewegen. Alle Herrscher, die zusammen mit Menelaos um Helena warben, hatten einen heiligen Eid geschworen, dass sie Meneloaos beistehen, falls Helena entführt werden sollte oder in Gefahr gerät. Der ursprüngliche Zweck dieses Schwures sollte wohl sein, dass keinem der abgewiesenen Freier in den Sinn kommt, sich Helena doch noch mit Gewalt zu holen. Nun müssen sie alle zu ihrem Wort stehen, denn ein Schwur darf nicht gebrochen werden. 29 verschiedene Völker werden zusammengetrommelt. Schiffe müssen gebaut werden. 100.000 Krieger werden rekrutiert, ausgebildet, mit Rüstungen und Waffen versorgt.

Der Seher Kalchas hatte vorausgesagt, dass die Griechen ohne Achilleus Troja nicht besiegen können. Thetis weiß, dass Achilleus beim Kampf um Troja sein Leben verlieren wird. So will sie natürlich verhindern, dass ihr Sohn in den Kampf zieht und sein Leben verliert. Er ist ja nicht wie die meisten anderen Fürsten durch ein Versprechen an Menelaos gebunden; denn er hatte nicht um Helena gefreit. Aber er will kämpfen. Doch Thetis verkleidet ihren Sohn mit Frauengewändern und versteckt ihn unter den Töchtern des Königs Lykomedes auf der Insel Skyros. Achilleus muss sich gefühlt haben wie eine Katze, die in den Sahnetopf gefallen ist. Er verliebt sich in Deïdameia, die schwanger wird und einen Sohn gebiert: Neoptolemos, der in Skyros aufwächst (Ilias 19/326).

Odysseus hat absolut keine Lust, den Schwachsinn mitzumachen. Da hatte der „listenreiche“ Odysseus wohl mal einen Lichtblick und sah die Idiotie dieses Krieges. Auch er ist nicht mit einem Eid an Menelaos gebunden; denn auch er hatte nicht um Helena geworben. Zu guter Letzt mimt er den Wahnsinnigen. Seine List wird durchschaut. Er muss mit.

Irgendwann wird Odysseus nach Skyros geschickt, um Achilleus zu rekrutieren. Er verkleidet sich als Händler und präsentiert den Töchtern des Lykomedes Kleider und Waffen. Die Mädchen haben natürlich keinerlei Interesse an den Waffen. Aber Achilleus greift sofort zu Schwert und Schild. Damit hat er sich verraten. Odysseus braucht keine großen Überredungskünste mehr; denn Achilleus erklärt sich freudig bereit, am Krieg gegen Troja teilzunehmen.

Die Vorbereitungen des großen Heerzuges nach Troja müssen um die zehn Jahre gedauert haben; denn es heißt, Neoptolemos sei gegen Ende der Belagerung selbst vor Troja erschienen und habe den Tod seines Vaters gerächt. Es ist kaum anzunehmen, dass er als zehnjähriger Knabe losgezogen ist. Er musste ja vorher eine gründliche Kampfausbildung erhalten. Und er musste körperlich so weit ausgewachsen sein, dass er die Kraft hatte, schwere Rüstung und Waffen zu tragen. Mindestens 15 Jahre alt musste er wohl schon sein, besser 18.

Helena sagt am Ende der Ilias, es sei nun schon 20 Jahre her, seit sie ihre Heimat verließ:

“Denn mir entflohn seitdem schon zwanzig Jahre des Lebens, seit von dannen ich ging, das Land der Väter verlassend;” (Ilias 24/765-)

Daraus ergibt sich, dass die Vorbereitungen für den Krieg 10 Jahre in Anspruch nahmen (Leute zusammentrommeln und ausbilden, Schiffe bauen usw.). Dann muss Telemachos einige Jahre vor der Abreise seines Vaters nach Troja geboren worden sein.

Zeitplan

Jahr

Ereignis

0

Hochzeit von Thetis und Peleus. Peleus dürfte schon 30 oder 35 Jahre alt gewesen sein.

0

Tage, Wochen oder Monate später: Das Urteil des Paris. Da müsste Paris schon mindestens 13 Jahre alt gewesen sein. Jedenfalls werden die Göttinen nicht sehr lange gewartet haben, bis ihr Streit entschieden wird.

1

Geburt des Achilleus.

10

Raub der Helena. Paris ist 23 Jahre alt. Paris wurde in der Zwischenzeit wieder in die Familie aufgenommen und hatte schon fast vergessen, dass Aphrodite ihm die schönste Frau der Welt besorgen wollte.

10

Anfang der Kriegsvorbereitungen. Achilleus ist 9 Jahre alt. Thetis versteckt ihn auf der Insel Skyros unter Lykomedes’ Töchtern.

14

Achilleus ist 13 und schwängert Deidameia.

14

Geburt von Achilleus’ Sohn Neoptolemos.

17

Achilleus ist 16, Paris ist 30 Jahre alt.

20

Geburt von Telemachos, Sohn von Odysseus und Penelope. Odysseus bildet einen jungen Hund, Argos, aus.

21

Odysseus segelt von Ithaka ab. Die Flotte sammelt sich und fährt nach Troja.

21

Anfang der Belagerung Trojas. Achilleus ist 20.

30

Neoptolemos wird nach Troja geholt. Er ist 16 Jahre alt.

30

Fall Trojas. Tod Achilleus im Alter von 29 Jahren. Peleus, Achilleus’ Vater, dürfte inzwischen an die 70 Jahre alt sein. Helena ist seit 20 Jahren in Troja.

Der Zeitplan wirft einige Fragen auf. Homer macht nur wenige Zeitangaben: Im zehnten Jahr der Belagerung wird Troja besiegt; zu diesem Zeitpunkt ist Helena seit zwanzig Jahren in Troja. Odysseus’ Irrfahrt dauert zehn Jahre. Als er heimkehrt, ist Telemachos zwanzig Jahre alt. Das kann man sich ausrechnen; denn Penelope wollte sich nicht neu vermählen, bevor Telemachos siebzehn ist. Danach hat sie ihre Freier noch drei Jahre lang mit Tricks und Ausreden hingehalten.

Odysseus hat seinen Hund Argos selbst ausgebildet. Die Ausbildung eines jungen Hundes beginnt in den ersten Monaten und sollte nach einem Jahr abgeschlossen sein. Also wurden Telemachos und Argos ungefähr zur gleichen Zeit geboren. Es ist zwar ungewöhnlich, dass ein Hund zwanzig Jahre alt wird, aber nicht unmöglich.