Ohne Garantie - Markus Wlochowitz - E-Book

Ohne Garantie E-Book

Markus Wlochowitz

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Beschreibung

Das Buch möchte dem Leser neue Sichtweisen auf sich selbst und das Leben vermitteln. Basierend auf den Erfahrungen und dem Weltbild des Autors, werden Alltagssituationen beschrieben und aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Der Leser soll einen Einblick in alternative Betrachtungsweisen bekommen, um sein Weltbild zu überdenken und – wenn gewünscht – anzupassen. Aus Sicht des Autors kann jeder mehr aus sich machen. Konflikte können vermieden oder es kann besser mit ihnen umgegangen werden. Zwischenmenschliche Verhältnisse werden beschrieben und besprochen. Ratschläge, Denkanstöße und vom Autor beschriebene Situationen sollen dem Leser die Möglichkeit geben, sich besser im Leben zu positionieren und den Umgang mit seinem sozialen Umfeld zu optimieren. Es wird viel Wert darauf gelegt, nichts zu diktieren, sondern dem Leser zu vermitteln, dass nur er selbst entscheidet, was für ihn gut und förderlich ist.

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Seitenzahl: 219

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Das Buch

Dieses Buch möchte dem Leser neue Sichtweisen auf sich selbst und das Leben vermitteln. Basierend auf den Erfahrungen und dem Weltbild des Autors, werden Alltagssituationen beschrieben und aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Der Leser soll einen Einblick in alternative Betrachtungsweisen bekommen, um sein Weltbild zu überdenken und – wenn gewünscht – anzupassen. Aus Sicht des Autors kann jeder mehr aus sich machen. Konflikte können vermieden oder es kann besser mit ihnen umgegangen werden. Zwischenmenschliche Verhältnisse werden beschrieben und besprochen. Ratschläge, Denkanstöße und vom Autor beschriebene Situationen sollen dem Leser die Möglichkeit geben, sich besser im Leben zu positionieren und den Umgang mit seinem sozialen Umfeld zu optimieren. Es wird viel Wert darauf gelegt, nichts zu diktieren, sondern dem Leser zu vermitteln, dass nur er selbst entscheidet, was für ihn gut und förderlich ist.

Der Autor

Markus Wlochowitz, geboren 1976 in Offenbach am Main, ist ein vielseitig interessierter Autodidakt. Er interessierte sich bereits in jungen Jahren für vielerlei Themengebiete und ist als selbstkritischer Querdenker bekannt. Seine Interessen gehen durch zahlreiche Wissensgebiete wie beispielsweise Naturwissenschaften, Informationstechnologien, Philosophie, Musik und Fotografie. Seine Wahrnehmung, Ansichten und Verhaltensweisen gehen oftmals alternative Wege. Mit seinem hier vorliegenden Erstlingswerk beschreitet er einen neuen Bereich, mit dem Bestreben, seiner Kreativität den nötigen Raum und Ausdruck zu geben.

Dieses Buch ist allen wahrhaft Suchenden gewidmet.

Inhalt

Vorwort

Einleitung

Eigenwilliges Leben

Zu welchem Zweck?

Unabwendbares

Wertesysteme

Sichtweisen

Die verborgene Welt

Kommunikation

Wer nicht fragt, bleibt dumm

Trau dich was

Wo leben Sie?

Warum immer ich?

Denken Sie positiv?

Sei stolz auf Dich

Das Selbstdarstellungsproblem

Wer genau bin ich?

Finde dich selbst

Sich selbst treu bleiben

Weniger ist mehr

Weniger ist mehr - Die Zweite

Der gesunde Eigennutz

Was ist Glück?

Ich weiß, was ich will

Traumwelten

Die Sache mit der Geduld

Belohnen Sie sich

Stück für Stück

Der falsche Weg

Zeit für sich selbst

Wie du mir, so ich dir

Der innere Schmerz

Der Kreis schließt sich

Danksagung

Vorwort

Stellten Sie sich schon einmal die Frage, ob sich irgendjemand dafür interessiert, wie Sie die Welt sehen und wahrnehmen? Lange Zeit bin ich davon ausgegangen, dass sich kaum jemand für meine Sichtweisen interessiert. Wen würde es schon interessieren, wie ich meinen Platz in dieser Welt finde? Über die Jahre entwickelte sich mein Leben und ich stellte fest, dass ich zunehmend mehr über meine Weltanschauung mit anderen sprach.

Vielen Freunden und Bekannten stand ich bei deren Sorgen, Nöten und Fragen mit Rat und Tat zur Seite. Ich versuchte zu helfen, obgleich ich nie wusste, ob meine Bemühungen dem Betroffenen tatsächlich helfen würden. Etwas unversucht zu lassen, lag mir fern. Als die positiven Rückmeldungen zahlreicher wurden, kam mir der Gedanke, meine Erfahrungen und Sichtweisen zu notieren. Zuvor hatte ich sie nur mündlich in unzähligen Gesprächen weitergegeben. Aus den anfänglich kurzen Notizen entstand bald die Idee, längere Texte zu schreiben, die ich anderen zur Verfügung stellen könnte. Doch dann stellte ich mir die Frage: „Warum nicht gleich ein Buch schreiben?“

Ursprünglich war ich nicht besonders daran interessiert. Ich hielt es für eine verrückte Idee. Ein Buch zu schreiben wäre doch etwas übertrieben, dachte ich. Doch dann fiel mir auf, dass ich anderen oft den Ratschlag gab, die Dinge auf jeden Fall zu versuchen. Ob sich die Mühe gelohnt hat, sieht man ohnehin erst, wenn die Arbeit getan ist. Doch die Mühe lohnt sich nahezu immer, selbst wenn es etwas ist, das man für sich selbst tut. So begann ich, mich als Autor zu versuchen und fing an zu schreiben. Frei nach dem Motto „Versuch macht klug!“, sprang ich ins kalte Wasser und machte meine ersten „Schwimmversuche“. Anfängliche Schwierigkeiten waren bald überwunden und das Schreiben machte mir Spaß, da ich sah, wie gut ich vorankam.

Es kommt nicht darauf an, dass man zwingend beim gesteckten Ziel ankommt, sondern dass man den Weg geht, und dabei Erfahrungen sammelt. Genau darum geht es – unter anderem – in diesem Buch. Jede Erfahrung bereichert uns. Alles, was wir nicht versuchen, bleibt im Ungewissen. Nicht alles trifft auf jeden gleichermaßen zu, doch es hilft bereits, sich die Möglichkeiten vorzustellen.

In jedem von uns steckt weit mehr, als wir vermuten. Die Tatsache, dass dieses Buch existiert und von Ihnen gelesen wird, ist ein klarer Beweis dafür. Ich hoffe, Sie als Leser werden das ebenso sehen. Fühlen Sie sich zu nichts verpflichtet. Es ist Ihre Zeit, Ihr Leben und Ihre Entscheidung, ob Sie dieses Buch lesen und meine Ansichten teilen. Ich werde Ihnen andere Meinungen keinesfalls übel nehmen. Doch wünsche ich Ihnen in jedem Fall viel Spaß und hoffe, dass ich Sie hin und wieder überraschen kann. Ich heiße Sie daher herzlich willkommen auf einer Gedankenreise durch meine Welt voller Sichtweisen, Rätselhaftem und vielleicht dem Anfang Ihres Umdenkens.

„Viele sind hartnäckig in Bezug auf den einmal eingeschlagenen Weg, wenige in Bezug auf das Ziel.“

Friedrich Nietzsche, deutscher Philologe und Philosoph (* 15. Oktober 1844 in Röcken, † 25. August 1900 in Weimar)

Einleitung

Sind Sie neugierig, was Sie auf den kommenden Seiten erwartet. Es wird um interessante Begebenheiten aus dem Alltag gehen, um unsere Mitmenschen, die Sicht auf uns selbst und das Verhalten der Menschen im Allgemeinen. Aber ist das nicht langweilig und trocken? Ich denke nicht, solange man es von einem alternativen Standpunkt aus betrachten kann. Tatsächlich wird es um einige „Geheimnisse“ des Lebens gehen. Sie werden möglicherweise Dinge über sich und andere erfahren, die Ihnen noch nicht bewusst waren. Sie bekommen die Chance, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Sie können lernen, mit den eigenen Stärken, und vor allem auch mit den Schwächen umzugehen (mit den eigenen, als auch mit denen der anderen).

Mit etwas Mut begeben Sie sich auf eine Reise, die Ihr Leben möglicherweise einfacher und lebenswerter machen kann. Eine Chance, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. Eine Erfolgsgarantie gibt es nicht, doch bin ich zuversichtlich, dass auch Sie die Kraft in sich tragen, aus den festgefahrenen Gewohnheiten auszubrechen.

Gleich zu Anfang möchte ich mich mit einer persönlichen Bitte an Sie als Leser wenden. Was dieses Buch vermittelt, ist weder die absolute Wahrheit, noch das Maß aller Dinge. Es ist möglich, dass Sie neue Sichtweisen, neue Erkenntnisse oder einen Anreiz für eine neue Denkweise finden. Sie sollten sich jedoch niemals ausschließlich auf das stützen, was ein Einzelner sagt oder was in einem Buch geschrieben steht. Was ich als Autor schreibe, entspricht meiner eigenen Überzeugung. Meine Sichtweisen und Wahrnehmungen richten sich nach dem, was ich für richtig und bereichernd für uns alle halte. Diese Sichtweisen sind sicher nicht falsch, jedoch möchte ich nicht behaupten wollen, es wären die Lösungen für all unsere Sorgen. Wir alle müssen selbst entscheiden, was für uns gut oder schlecht ist. Doch manchmal sitzen wir in einer Sackgasse und benötigen neue Impulse, um aus einem Dilemma1 heraus zu kommen. Unsere gesellschaftliche Prägung zwingt uns all zu oft in ein Korsett, das uns die Luft zum Atmen nimmt. Und wer nicht richtig Luft bekommt, sieht die Dinge undeutlich und verschwommen.

Ich möchte Ihnen gerne neue Impulse geben. Sie erhalten einen Einblick in meine Denkweisen und meine Lebensphilosophie. Wenn dieses Buch für Sie nützlich ist, habe ich mein Ziel erreicht. Wenn Sie mir vertrauen, kann ich Sie auf neue Wege führen.

Wir alle sind Individuen. Jeder lebt in einer anderen Welt, jeder wurde durch andere Dinge geprägt, doch wir alle haben Gemeinsamkeiten. Es gibt Regeln und Strategien, die jedem von uns helfen können, ein besseres Leben zu führen. Einige der Strategien und Regeln, die ich für mich als nützlich betrachte, möchte ich Ihnen beschreiben und vermitteln.

Das Leben verändert sich, Sichtweisen verändern sich, Strategien werden überflüssig und es bedarf neuer Wege. Davor bin ich als Autor ebenso wenig gefeit wie Sie. In den kommenden Kapiteln versuche ich, mich an Grundlegendes zu halten. Verhaltensweisen, die ich persönlich als unabdingbar im Leben halte. Doch eines bleibt sicher: Nur Sie gestalten Ihr Weltbild, auch wenn dies von Außen oft beeinflusst wird. Auch ich möchte Sie beeinflussen, jedoch nicht um Macht über Sie zu besitzen, sondern um all jenen zu helfen, die diese Hilfe wünschen, benötigen und annehmen möchten.

Ich bin kein Psychologe, kein Heiler, kein allwissendes Wesen. Ich habe lediglich meine eigenen Erfahrungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, wie auch Sie welche besitzen. Doch kann ich diese einsetzen, weitergeben und vermehren. Für mich alleine sind viele meiner Eigenschaften nutzlos. Nur in Verbindung mit anderen Menschen kann ich mich entfalten. Auch Sie können daran teilhaben. Ich bin ebenso ein Mensch, wie Sie und andere (zumindest hoffe ich das). Auch ich bin soweit beschränkt in meinem Handeln und Denken, wie es meine biologischen Eigenschaften und meine geistigen Grenzen zulassen. Doch genau hier gibt es noch viel Spielraum, denn kaum jemand nutzt seine persönlichen Möglichkeiten voll aus. Wir lassen uns oft begrenzen durch die Meinungen anderer, wir begrenzen und selbst, da wir uns nicht richtig wahrnehmen und wir trauen uns nicht, das zu tun, was wir gerne möchten. Wenn dies bei Ihnen so ist, kann sich das ändern.

Ich wünsche Ihnen eine positive Entwicklung. Ob ich Ihnen dabei eine Hilfe sein kann, entscheiden nur Sie.

„Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.“

Hermann Hesse, deutschsprachiger Schriftsteller (* 2. Juli 1877, † 9. August 1962)

1Dilemma(griechisch für „Zweigliedrige Annahme“) Umgangssprachlich für “Ausweglose Situation”, “Zwickmühle”

Eigenwilliges Leben

Das Leben geht gerne seltsame Wege. Ob es Zufall, gottgewollt, vom Universum vorbestimmt, vom Schicksal, oder wovon auch immer geleitet ist, wir müssen damit leben. Kein Lebensweg gleicht einem anderen. Jeder lebt in seiner eigenen Welt. Vieles, was außerhalb unserer inneren Welt geschieht, fordert oder überfordert uns. Oft stellt man sich die Frage: „Warum?“ Oft ist man sich sicher, dass es auf diese Frage keine Antwort gibt, und doch glaubt man, andere hätten diese Probleme nicht.

Das Leben schlägt Haken wie ein flüchtender Hase. Es wirkt instabil und zerbrechlich. Wir sitzen in einem Boot, gefühlt nicht viel größer, als eine Nussschale. Wir sind auf dem Ozean des Lebens dem tosenden Sturm und haushohen Wellen hilflos ausgeliefert. Bei derartigen Bildern in unseren Köpfen ist es kein Wunder, dass viele mit ihrem Leben nicht zurechtkommen und sich überfordert, schwach und klein fühlen.

Es gibt jedoch Menschen, die scheinen von Fortuna2 höchstpersönlich gesegnet worden zu sein. Menschen, deren Leben augenscheinlich geradlinig, perfekt und ohne Sorgen verläuft. Kaum etwas bringt diese Menschen aus der Ruhe. Sie schwimmen entspannt in Rückenlage, völlig ruhig mit dem Strom der Zeit.

Bei solchen Beobachtungen und Vergleichen siedet einem sprichwörtlich die Galle. Man ist wütend, weil das Leben dem einen anscheinend alles Glück der Welt zu Füßen legt, während man selbst ständig kämpfen muss und oft scheitert. Ja, das Leben erscheint ungerecht und schwer. Wir plagen uns tagein tagaus mit unnützen Sorgen herum. Wir müssen ständig neue Kämpfe austragen und holen uns regelmäßig blaue Flecken, Schrammen und mitunter auch tiefe Wunden. Muss das wirklich so sein? Können wir daran etwas ändern, oder ist unser Weg tatsächlich vorbestimmt und wir müssen uns dem Schicksal ergeben? Ich sage eindeutig: „Nein!”

Die Tatsache, dass Sie dieses Buch gerade lesen zeigt möglicherweise, dass Sie sich mit dieser Frage beschäftigen. Sie suchen neue Wege und lassen es auf einen Versuch ankommen. Oder aber, Sie haben das Buch geschenkt bekommen, dann möchte Ihnen vermutlich jemand einen Gefallen erweisen und Ihnen helfen. Es kann aber auch sein, dass Sie dieses Buch zufällig in die Hände bekommen haben, dann sollten Sie es als einen Wink des Schicksals sehen. Selbstverständlich ist es auch denkbar, dass Sie dieses Buch aus ganz anderen Gründen lesen wollen. Vielleicht, um zu sehen, was für ein Unsinn hier geschrieben steht. Sie dürfen gerne über den Autor lachen, denn lachen ist gesund und auch dann hat dieses Buch etwas Positives bewirkt. Wenn Sie jetzt bereits schmunzeln oder gar lachen, haben wir schon etwas bewegt.

Das Leben überrascht uns täglich aufs Neue. Wer weiß schon, was der nächste Tag bringt, oder die nächste Stunde? Ein einziges Wort kann Welten einstürzen lassen. Eine einzige Reaktion eines anderen Menschen kann die Welt auf den Kopf stellen. Eine Situation kann alles zuvor Überlegte verwerfen. Ein einzelner Schritt kann uns die Treppe des Erfolges aufwärtsgehen, oder den Abgrund hinabstürzen lassen. Es ist wohl eine Tatsache, dass nichts wirklich sicher ist. Doch wer bereits jetzt glaubt, dass dies ein Nachteil für uns ist, der hat vieles noch nicht verstanden. Das Urteil des Lebens heißt lebenslänglich. Warum sollte man nicht das Beste daraus machen dürfen?

„Nicht in seiner Unvollkommenheit oder Gebrechlichkeit liegt die Tragödie des Menschen, sondern darin, dass er in sich alles Werkzeug hat, das ihm zu größerer Vollkommenheit verhelfen kann, dass er aber nicht weiß, wie er es einsetzten soll.“

Prof. Dr. Hans Holzer, österreich. Parapsychologe (* 26. Januar 1920, † 26. April 2009)

2Fortuna(Glücks- und Schicksalsgöttin der römischen Mythologie)

Zu welchem Zweck?

Bevor wir tiefer einsteigen, stellt sich die Frage, wofür das Ganze überhaupt gut sein soll. Man mag Zweifel daran haben, ob sich durch Veränderungen von Sichtweisen die Welt ändert.

Wie Sie bereits wissen, hatte ich meine Gründe dieses Buch zu schreiben. Doch ich kann nicht behaupten, dass all meine Strategien zwangsläufig zum Erfolg führen. Viele der Ideen und guten Ratschläge sind nicht leicht umzusetzen, doch darum geht es auch nicht. Es ist nicht nötig alles so zu machen, wie andere es für richtig halten. Vielmehr ist es wichtig, dass man sich den Herausforderungen im Leben stellt. Wenn man fällt, muss man selbst entscheiden, ob man aufsteht, oder liegen bleibt. Wer liegen bleibt, auf dem trampelt jeder herum. Das ist kaum erstrebenswert.

Ich habe für mich entschieden, immer wieder aufzustehen. Doch auch ich musste erst mühsam lernen, wie es einem gelingt, diese Kraft aufzubringen. Manchmal fällt es mir noch immer schwer mich aufzurichten und es gibt Zeiten, da stehe ich viel träger auf als üblich. Es kommt jedoch weniger auf die Geschwindigkeit an, als vielmehr auf die Motivation3 und den Willen.

In der Zeit, als dieses Buch entstand, musste ich eine lange Schreibpause einlegen, da mein Leben buchstäblich Kopf stand. Ich verlor vieles, was mir wichtig war. Ich stürzte in eine Krise. Ich wurde hin und her gewirbelt und mein Leben schien komplett aus den Fugen zu geraten. Ich hatte bereits einen Großteil des Buches fertiggestellt und dennoch warf es mich einmal mehr in meinem Leben in einen tiefen, dunklen Abgrund.

Lange Zeit schien es, als ob meine eigenen Ratschläge mir nicht mehr halfen. Ich erinnerte mich an alles, was wichtig ist in solch einer Situation. Ich las meine eigenen Worte, doch anfangs schien dies nicht viel zu helfen. Es waren gut gemeinte Ratschläge, doch fühlte ich mich zu schwach, sie umzusetzen. Aber eines hatte ich mir bewahrt: den Willen zu leben und den Glauben daran, dass ich diese Lebensprüfung meistern würde.

Niemand weiß, was morgen sein wird. Niemand ist geschützt vor dem Fall. Jeder fällt einmal ins Bodenlose, oft sogar mehrfach im Leben. Doch auch wenn es noch so bitter kommt, unser Wille ist es, den wir uns bewahren müssen und den Glauben an unsere eigene Stärke. Wie einen Muskel, den man immer wieder trainieren muss, da er sonst verkümmert, müssen wir stetig daran arbeiten. Daher ist auch für mich als Autor dieses Buch eine Hilfe in schweren Zeiten. Wenn der Geist verwirrt ist und man im Durcheinander einer Krise sich selbst kaum mehr erkennen kann, braucht man einen Anker. Wer sich im Dschungel einer Großstadt verlaufen hat, dem hilft ein Stadtplan. Genau so sehe ich dieses Buch. Sie halten gerade eine „Land- und Seekarte“ in Ihren Händen, die auch dem Autor in finsteren Zeiten den Weg weist. In Nebel, Regen und Sturm findet man so einen Weg in sichere Gefilde4.

Lebensfreude ist Einstellungssache und an der Einstellung kann man arbeiten.

3Motivation(bezeichnet allgemein das Streben des Menschen nach Zielen)

4Gefilde(aus dem althochdeutschen “gifildi”), heute gehobener Ausdruck für eine anmutige Landschaft in ländlicher Gegend.

Unabwendbares

Es gibt Dinge im Leben, die wir nicht kontrollieren können. Vieles geschieht einfach. Das Leben ist dynamisch und stellt uns gerne vor neue Herausforderungen. Auch wenn wir uns noch so bemühen und wenn wir positiv an alles herangehen, gibt es Situationen und Lebensabschnitte, die uns in Abgründe stürzen. Verzweiflung, Schmerz, Trauer und Hilflosigkeit sind die schlimmsten Begleiter solcher Zeiten. Doch gerade weil dies so ist, erlangen wir neue Erkenntnisse. Oft lernen wir, dass wir stärker sind als gedacht. Doch manchmal verbittert es uns, stürzt uns hinab in den dunklen Abgrund der Depression und Melancholie.

Auch ich bin nicht geschützt vor dieser inneren Finsternis. Oft stürzte ich hinab, verlor mich im Dunkel und dachte, ich würde nie wieder die Sonne sehen oder Freude empfinden können. Traurig, enttäuscht und verbittert stand ich da und suchte nach dem Sinn meines Lebens. Solche Zeiten waren schwer, haben mir jedoch geholfen, über mich hinaus zu wachsen, neue Erkenntnisse zu erlangen und neue Wege zu beschreiten. Ohne diese dunklen Phasen meines Lebens, hätte ich vieles nicht erfahren und gelernt.

Das Schicksal kann hart zuschlagen, den Tag zur Nacht wandeln und den starken Krieger in einen ängstlichen Hasen verwandeln. Wichtig ist, dass man sich einer solchen Situation keinesfalls ergibt und darin verweilt. Wenn man in den Abgrund stürzt, kommt der Schock. Man ist wie versteinert, fühlt sich machtlos und überfordert. Man fühlt sich hilflos, getrieben von Furcht und hat Angst, nicht wieder aus dem Abgrund heraus zu kommen. Die Stimmung wechselt zwischen Verzweiflung und Wut. Mancher resigniert nach einiger Zeit und ergibt sich dem Schrecken, doch es lohnt sich, zu kämpfen. Denn jedes Unwetter geht vorüber und gegen schlechtes Wetter hilft die passende Kleidung. Auch in der rauesten Umgebung können wir ein schützendes Haus und Heim bauen, ein Refugium5 für die Seele. Wir können Neues erschaffen und Krisen meistern. Wir besitzen die Werkzeuge, um der Dunkelheit den Schrecken zu nehmen. Wir müssen nur wieder zu uns selbst, zu unserer Stärke und zu unserem Mut zurückfinden.

Aber auch wenn wir uns noch so gut rüsten, viel lernen und glauben, wir wären gut geschützt, wird uns das Leben versuchen, vom Gegenteil überzeugen. Das sollte Sie jedoch keinesfalls entmutigen. Haben Sie keine Furcht. Der Schrecken verliert jede Macht, wenn Sie sich ihm mutig entgegen stellen. Sie werden einen Weg finden und dazulernen. Auch mir wird es immer wieder so ergehen. Auch ich muss meine Strategien stets erneuern und mich an meine eigene Stärke erinnern. Jeden Tag aufs Neue.

Mehrfach schon kämpfte ich mit mir selbst. Ich verlor den Halt und fragte mich verbittert, warum mir dies trotz all meiner Erkenntnisse passieren musste. Dann holte ich mir Hilfe von Außen, denn mir selbst fehlten die Impulse. Als ich mich wieder an meine Stärken erinnerte, fand ich auch den Mut zu kämpfen. Dabei ging es immer wieder auf und ab. Es war anstrengend und auch mein Umfeld litt darunter. Doch mit der Zeit kam ich aus der Dunkelheit heraus und folgte einem neuen Weg. Dennoch blieb der Schmerz des Verlustes, denn so vieles hatte sich verändert. Dass Sie dieses Buch nun in Händen halten und lesen können, bedeutet jedoch nicht, dass ich wieder frei von allem Schmerz und Sorgen bin. Ganz sicher muss ich weiterhin kämpfen und mich auf neue Untiefen vorbereiten. Das ist das Leben.

Suche nicht nach einem Sinn im Leben, gib ihm einen!

Kurt Tepperwein, deutscher Unternehmer und Autor (* 1932 in Lobenstein - Tschechoslowakei)

5Refugium(lat. refugere), schützender Rückzugsort.

Wertesysteme

Wie gut es doch ist, sich im Klaren darüber zu sein was gut und was schlecht ist. Als Kind haben Sie sicher auch vermittelt bekommen, dass es gute und schlechte Dinge gibt. Von den Eltern, den Großeltern, Bekannten und Freunden, aber auch außenstehende Personen haben Ihnen vermutlich gesagt oder gezeigt, was – aus deren Sicht – richtig oder falsch ist.

Erfahrungen – vor allem aus unserer Jugend – haben uns geprägt und uns eine klare Vorstellung davon eingebrannt, was gut und was schlecht ist. Gut und schlecht, positiv oder negativ, das sind wichtige Dinge in unserem Leben. Wie mit scharfer Klinge werden sie voneinander getrennt. Aber wie so oft im Leben stellt sich hier die Frage, ob unsere Sichtweise die richtige ist. Viele werden denken: „Ich weiß was für mich gut und was für mich schlecht ist. Das gilt auch für alle anderen“. Nun, sicherlich sind wir recht gefestigt in unserer Urteilsfindung. Aber ich möchte davor warnen, sich all zu sicher zu sein, denn der Schein trügt leider oft. Ob etwas richtig oder falsch, gut oder schlecht ist, hat sehr viel damit zu tun, aus welchem Winkel man es betrachtet. Was für den einen gut ist, mag für den anderen schlecht sein. Natürlich ist das ganz normal. Das kann man nicht ändern, oder vielleicht doch? Es gibt ein paar Dinge, die man nicht ändern kann. Viele andere aber schon, und damit wollen wir uns jetzt befassen:

Neben den offensichtlichen Unterscheidungen gibt es noch andere Dinge, die wir werten, ohne dass uns dies bewusst ist. Ich meine damit Wertungen, welche wir für uns selbst tagtäglich durchführen. Haben wir etwas richtig gemacht, dann werten wir das für uns selbst als positiv, als Erfolg. Misslingt uns hingegen etwas, werten wir es als negativ. Soweit so gut. Doch wie steht es mit dem allgemeinen Bild von uns selbst?

Ich höre die Menschen um mich herum sehr oft darüber klagen, was wieder alles schief gelaufen ist. Der Eine beklagt sich über seine Unfähigkeit, bestimmte Dinge zu schaffen. Der Nächste jammert, dass er ständig nur Pech hat. Ein Anderer wiederum beschwert sich, dass anscheinend immer nur andere etwas vom großen Glückskuchen abbekommen. Wenn dies tatsächlich so ist, dann muss die ganze Welt sehr negativ sein, und das Positive wäre eher die Ausnahme. Das würde bedeuten, die ganze Welt ist schlecht und wir sind verdammt, auf ihr leben zu müssen. So müssen wir uns ständig mit Übel und Misserfolg herumschlagen. Ein glückliches Leben kann man das wirklich nicht nennen. Ach Herrjemine, ich glaube jetzt bin ich depressiv!

Aber Moment! Was passiert hier gerade? Ich habe mich mitreißen lassen. Womöglich haben Sie als Leser sich ebenfalls mitreißen lassen. Trübsal zu blasen und den Leidenden zu spielen ist verlockend einfach und das machen ja ohnehin alle, daher fällt es nicht weiter auf. Denken Sie auch so? Genau darum geht es hier! Die Frage lautet: Wie werten die meisten ihr Dasein, ihren Alltag, ihre Existenz? Im Allgemeinen wirkt es, als wäre man von Pessimisten umgeben zu sein. Es scheint eine Mitteilungspflicht zu geben, wenn man sich schlecht fühlt. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass diese Wahrnehmung auch stimmt.

Was können wir also dagegen tun? Schauen wir uns zunächst an, wie unser inneres Wertesystem aufgebaut ist. Nach meiner Vorstellung haben wir uns daran gewöhnt, dass die meisten Dinge einfach so funktionieren, wie wir es gewohnt sind. Das bedeutet, wir haben uns an die Gesamtsituation gewöhnt. Aha! Da fällt uns schon der erste Haken auf. Wenn wir die meisten Dinge als normal und selbstverständlich wahrnehmen, dann muss schon etwas sehr Außergewöhnliches dazwischen kommen, damit uns eine Veränderung tatsächlich auffällt. Bekanntermaßen sind das – leider fast immer – die negativen Dinge, welche uns dann aufhorchen lassen. Automatisch fallen uns anschließend stets nur noch die negativen Ereignisse ein. Doch wo sind die positiven Ereignisse geblieben? Wir haben wohl zu wenige davon, das ist doch klar! Oder nicht? Das ist durchaus etwas verwirrend.

Natürlich erleben wir positive Dinge im Leben, wir nehmen sie jedoch kaum wahr. Unsere Messlatte ist viel zu hoch, weil der normale, eigentlich positive, Alltag sozusagen zu unserer Gewohnheit geworden ist. Man fühlt sich schlecht, weil immer wieder etwas schief geht. Da kommt schnell eines zum anderen und der Berg der negativen Reize wird zunehmend höher. Wie soll man da noch positiv denken?

Die Lösung ist viel einfacher als man glaubt. Wenn wir die Messlatte für positive Ereignisse bewusst herabsetzen, dann haben wir automatisch auch mehr Glücksmomente. Genau diese helfen uns, mit den unglücklichen Ereignissen des Lebens besser zurechtzukommen. Wir müssen uns das „Schwarz sehen“ buchstäblich aberziehen.

Alles hat mit unserem inneren Wertesystem zu tun. Je nachdem, wie wir eine Sache bewerten, reagieren und entscheiden wir. Einiges bewerten wir höher als anderes. Hoch bewertete Dinge sind uns automatisch wichtiger. Wenn uns etwas sehr wichtig ist, dann bekommen wir Probleme, wenn wir davon zu wenig haben oder wenn es nicht wie erwartet läuft. Mit der Zeit werden wir davon frustriert, unglücklich und haben das Gefühl, nicht das zu bekommen, was uns zusteht. Wir leiden unter Unzufriedenheit, wenn wir uns etwas nicht leisten können oder wenn wir etwas nicht realisieren können. Wir erwarten von uns, dass wir einen gewissen Lebensstandard erreichen und halten können. Wir erwarten, dass wir einen hohen gesellschaftlichen Status erreichen und wir finanziell gut gestellt sind. Kurz gesagt, wir haben eine Erwartungshaltung uns selbst gegenüber, die sehr hoch sein kann. Oft möchten wir im Vergleich zu anderen besser da stehen. Das ist eine Haltung, die auf die meisten Menschen zutreffen dürfte. Nicht ohne Grund spielen in unserer Gesellschaft Statussymbole eine so große Rolle. Das Problem ist jedoch, das nicht jeder diese Statussymbole sein Eigen nennen kann und viele sich bei deren Beschaffung schlichtweg übernehmen. Da werden Schulden gemacht für ein neues Auto, Hauptsache man hat mindestens ein gleich großes wie der Nachbar.