One Way Manila - Heribert Wolf - E-Book

One Way Manila E-Book

Heribert Wolf

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Beschreibung

Millionenstadt, Elendsviertel, eine kleine traumhafte Insel, undurchdringlicher Regenwald und tiefste Provinz: Das alles sind Stationen, die Frank Hegger, Ingenieur der Forschungsabteilung eines deutschen Solarmodulherstellers, auf den Philippinen durchläuft. Er ist beauftragt, eine Niederlassung seiner Firma zu gründen, um auf dem heiß umkämpften südostasiatischen Markt Fuß zu fassen. Aber seine Bemühungen werden immer wieder unterlaufen und bringen ihn schließlich in Lebensgefahr.

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EPUB

Seitenzahl: 345

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Inhalt

Titelseite

Impressum

Widmung

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Kapitel 22

Kapitel 23

Kapitel 24

Kapitel 25

Kapitel 26

Heribert Wolf

ONE WAY MANILA

Engelsdorfer Verlag Leipzig 2011

Bibliografische Information durch die Deutsche Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://www.dnb.de abrufbar.

Copyright (2011) Engelsdorfer Verlag Leipzig

Alle Rechte beim Autor

Hergestellt in Leipzig, Germany (EU)

www.engelsdorfer-verlag.de

eISBN: 978-3-86268-561-5

Der Roman ist meiner Frau Anselma gewidmet.

1

Als Frank gegen 17:30 Uhr nach Hause kam, war Ulla noch nicht zurück. Er stellte seine Umhängetasche auf die Ablage der Garderobe und entnahm ihr eine Mappe, die er ein paar Schritte weiter im Wohnzimmer auf das Sofa warf. Anschließend tauschte er im Schlafzimmer Hose und Jackett gegen Jeans und T-Shirt.

Mit einem besorgten Gesichtsausdruck ging er ins Wohnzimmer zurück, ließ sich auf das Sofa fallen, griff nach der Mappe und zog ein umfangreiches Skript hervor. Er warf einen kurzen Blick auf das Cover und starrte anschließend nachdenklich ins Leere. – Nach einer Weile sah er auf seine Armbanduhr, erhob sich und ging in die Küche, um das Abendessen vorzubereiten. – Er war noch nicht ganz damit fertig, als die Wohnungstür aufgeschlossen wurde.

»Hallo Schatz!«, rief Ulla ihm entgegen, während sie noch bemüht war, sich ihrer Lederstiefel zu entledigen und die Jacke aufzuhängen.

Er ging ihr entgegen und küsste sie auf die Wange.

»Wie war’s heute in der Schule?«, fragte er.

»Danke, wie immer. Und bei dir? – Was macht das Auslandsprojekt?« Sie ging ins Wohnzimmer und sah das Skript auf dem Sofa. Ohne seine Antwort abzuwarten, fragte sie weiter: »Hast du Arbeit mitgebracht?«

»Tja ich . . .« Er sah, wie sie die Mappe nahm und die Überschrift las:

Marktanalyse zur Errichtung einer Produktionsstätte für Fotovoltaik-Anlagen in Süd-Ost-Asien –

Unternehmensberatung Deutro

»Aha, und warum hast du das mit nach Hause gebracht?«

»Das wollte ich dir gerade erklären. Das ist die Studie, die Solar-Herold in Auftrag gegeben hat.«

»Und?« Sie schaute ihm entsetzt in die Augen.

»Lass uns erst etwas zu Abend essen, ich erklär’s dir gleich!«

Die Stimmung während des Essens war gedrückt. Zum einen fühlte sich Ulla noch abgespannt, zum anderen ahnte sie bereits, was er ihr offerieren würde.

Nach dem fast schweigenden Abendessen blickte sie ihm in die Augen und fragte: »Nun? Du bist mir noch eine Antwort schuldig! – Das Projekt scheint ja immer wichtiger zu werden.«

»Ja, unsere Firma will in Süd-Ost-Asien investieren.«

»Das ist mir bekannt! – Zu welchem Ergebnis kommt die Unternehmensberatung? Will sich Solar-Herold in Asien niederlassen und ihren Standort in Deutschland aufgeben, um dort billiger produzieren zu können?«

»Ach Ulla, fängst du schon wieder die alte Diskussion an? Ich weiß, ich weiß: Abbau von Arbeitsplätzen in Deutschland, Ausbeutung von Billiglohnarbeitern im Ausland. Ich kenne deine Ansichten sehr gut! Aber hier geht es nicht darum. Solar-Herold wird keinen einzigen Arbeitsplatz in Deutschland abbauen. Wir sind ein führendes und solides Unternehmen. Deutschland steht in der Produktion von Solarzellen hinter China auf dem zweiten Platz. Wir können uns auf den großen Absatzmärkten in Asien nur behaupten, wenn wir unter dortigem Lohnniveau produzieren und unseren Technologievorsprung nutzen!«

»Und? Wo werdet ihr euch einnisten?«

»Die Unternehmensberatung hat die Standortbedingungen in verschiedenen ostasiatischen Staaten untersucht. China kommt nicht infrage. In China ist die Konkurrenz einfach übermächtig. Und in Japan sind die Herstellungskosten zu hoch. – Deutro kommt zum Ergebnis, dass die Philippinen ein guter Standort sind. Von dort könnte der noch unterentwickelte Absatzmarkt in Süd-Ostasien versorgt werden, z. B. Indonesien und die Pazifikstaaten.«

»Das soll sich lohnen? In diesen tropisch-heißen Ländern ist der Prokopfverbrauch an Energie doch sicherlich gering – vom Sprit mal abgesehen.«

»Ach Ulla! Gib dich doch nicht so weltfremd! Auch diese Staaten unternehmen große Anstrengungen, sich zu entwickeln. Das geht eben nicht ohne Energie. Außerdem wird dort eine ganze Menge davon verbraucht, um Räume zu kühlen. Der Wirkungsgrad der Sonnenenergie ist in diesen Staaten sehr hoch. – Bei der Nutzung von Sonnenenergie entsteht kein CO2! Du als bewusste Umweltaktivistin solltest das eigentlich begrüßen. Die Sonnenenergie ist außerdem kostenlos. Nur die Technologie kostet Geld, wenn man sie nutzt. Und die liefern wir!«

Ulla wirkte verstockt. Nur weil sie sich einmal aktiv gegen den Bau eines Kraftwerks im Rahmen einer Bürgerinitiative engagiert hatte, versuchte er ihr nachzuweisen, dass ihr Umweltbewusstsein dennoch Lücken aufwies.

»Was erzählst du eigentlich deinen Kindern in der Schule? Dort dürfte doch das Thema: Alternative Energien nicht tabu sein!?«

»Ist es auch nicht! Du vergisst aber, dass ich Grundschulkinder unterrichte!«

»Umweltbewusstsein kann man nicht früh genug antrainieren!«

»Natürlich ist das ein Thema in der Schule. Aber in erster Linie müssen die Kleinen das Schreiben und Rechnen lernen. Analphabetismus schärft nicht das Umweltbewusstsein!«, sagte sie belehrend.

Frank merkte, dass sie nicht bereit war, ernsthaft mit ihm darüber zu diskutieren. Er musste auch aufpassen: Zu gern war er geneigt, die Wertigkeit ihrer Arbeit gering zu schätzen. Sie war nach ähnlichen Gesprächen mit ihm meistens ziemlich sauer gewesen. Heute wollte er sie auf keinen Fall provozieren und ihr seinen nächsten Karriereschritt schonend beibringen. Nach einer Weile fragte sie: »Und wie geht es mit dem Projekt jetzt weiter?«

»Nun, zuerst werden wir uns um ein ausreichend großes Grundstück kümmern. Wir benötigen einige Tausend Quadratmeter. In der ersten Stufe bauen wir nur eine kleine Halle.«

»Und du meinst, in Süd-Ost-Asien können sich die Menschen Fotovoltaik-Anlagen leisten?«

»Warum nicht? Solche Anlagen werden wir dort für ein Zehntel der hiesigen Produktionskosten herstellen können. Ziel ist es, große Anlagen für Industrie- und Gewerbebetriebe zu bauen.«

»Was ist mit deiner Forschungsarbeit?«

»Die werde ich nicht vernachlässigen. Die Dünnschichttechnik kann für große Anlagen schon in kurzer Zeit in Deutschland angewendet werden, später auch in Asien. Natürlich ist sie noch nicht vollkommen ausgereift. Nachdem das Werk in Asien steht, arbeite ich weiter daran.«

Ulla sagte nichts und blickte stumpf vor sich hin. Dann schaute sie ihn an: »Für wie lange . . .?«

»Was meinst du?«

»Rück endlich raus damit! Wann gehst du? Und wie lange bleibst du auf den Philippinen?«

»Ich fliege in einem Monat. Held, unser kaufmännischer Berater, fliegt vorweg. Er hat mit der dortigen Industrie und Handelskammer Kontakt aufgenommen. Die vermitteln ihn an die entscheidenden Leute, die weiterhelfen und denen man vertrauen kann.«

»Wie soll ich das verstehen?«

»Nun, ohne Schmiergeld erreichst du dort nichts. Du benötigst jemanden, der Einfluss hat. – Connections, einen einflussreichen Politiker oder so. Sonst gehst du fürchterlich unter! Wenn die infrastrukturellen Fragen, wie Grundstück, Verkehrswege, Anbindung zum Flughafen und zum Seehafen geklärt sind, werden wir einen Schritt weiter sein. Die Bauleistungen lassen wir von einer einheimischen Firma erbringen. Die Produktion kann frühestens in einem Jahr beginnen.«

»Du hast meine Frage immer noch nicht beantwortet! Und überhaupt: Was willst du jetzt schon da unten?«

»Auch dort gibt es Fachleute in der Solarbranche. Dieser Industriezweig hat zwar nur einen geringen Marktanteil, aber das vorhandene Know-how ist durchaus brauchbar. Meine Aufgabe ist es unter anderem, qualifizierte Einheimische im Vorfeld zu akquirieren und Kontakte mit Zulieferfirmen zu knüpfen. – Die Produktionsleitung wird in deutscher Hand bleiben.«

»Und damit rückst du erst jetzt heraus?«, fragte sie etwas entsetzt.

Frank stand auf und ging zum Sofa. Er setzte sich und gestikulierte mit dem Skriptum: »Ich hab lange mit mir gerungen, Ulla! Wiemer hatte mir bis heute Bedenkzeit gegeben, und ich war auch schon nahe daran abzusagen. – Ulla, wenn unsere Beziehung von Dauer sein soll, dann muss sie diese Bewährungsprobe bestehen. – Ich werde zwei Jahre dort bleiben und komme alle paar Monate nach Hause.«

Sie war inzwischen ebenfalls aufgestanden und ging im Zimmer hin und her. Schließlich blieb sie vor ihm stehen: »Und warum hast du mich nicht in deine Entscheidung eingebunden?«

»Du wärst nicht damit einverstanden gewesen und bist es auch jetzt nicht. Das sehe ich dir an. – Nein Ulla, es liegt mir sehr viel daran! Es ist eine einmalige Chance für mich.«

»Was für eine Chance? Was willst du dir damit beweisen?«

»Es ist eine Herausforderung! Ich will einfach nur, dass du mich verstehst. Ich weiß, ich kann von dir nicht erwarten, meine Entscheidung zu akzeptieren.«

»Du hast das mit deinem Chef offensichtlich schon klar gemacht. Was erwartest du noch von mir? Mir bleibt nichts anderes übrig, als das Ganze hinzunehmen! – Das ist verdammt viel! Weißt du das?«

Frank schaute sie erwartungsvoll an: »Wie wär’s, wenn du in den Sommerferien nachgeflogen kommst? Wir könnten für ein paar Tage das Land bereisen oder auf einer schönen Insel unter Palmen liegen? Was sagst du dazu?«

Ulla hob die Arme und ließ sie wieder fallen. Dann verschwand sie ins Schlafzimmer. Frank blickte ihr bekümmert hinterher.

Ein paar Tage später hatte sich die Spannung wieder gelegt. Ulla war zwar nach wie vor enttäuscht, weil er sie vor vollendete Tatsachen gestellt hatte, akzeptierte aber dennoch seine Entscheidung. Sie wusste, dass sein Drang nach Abenteuer – und sie kannten sich schon seit der Studentenzeit – ungebrochen war und wollte ihm hierbei nicht im Wege stehen. Nur durch diese scheinbare Akzeptanz war die Beziehung zu halten, dessen war sie sich nicht ohne Enttäuschung bewusst. Es gelang ihr sogar sich für das Projekt zu interessieren und las die Unterlagen, die Frank in der gemeinsamen Wohnung liegen gelassen hatte.

Die Studie bewertete die finanziellen Möglichkeiten der Firma Solar-Herold, enthielt einen Investitionsplan (unter Hinzuziehung von Bankkrediten), eine Analyse des südostasiatischen Marktes und zeigte letztlich auch die nächsten Schritte auf.

Zwei Wochen vor Franks Abreise waren alle Formalitäten abgewickelt: Flugticket, Visum für einen zunächst einjährigen Aufenthalt, sowie Vollmachten, damit Frank z. B. auch Produktionsanlagenteile aus dem ostasiatischen Raum kaufen konnte.

Paul Wiemer, Chef der Firma Solar-Herold, bat ihn in den Besprechungsraum. Kurzfristig hatte sich Besuch aus den Philippinen angesagt. Auf dem Konferenztisch standen ausreichend Kaffee, Kuchen und allerlei zusätzliches Backwerk – ein Service, der bei routinemäßigen Besprechungen in diesem Umfang nur selten gepflegt wurde.

»Das ist Herr Roque«, sagte Wiemer. In englischer Sprache erläuterte er Herrn Roque Franks Position in der Firma und seine zukünftige Tätigkeit im Zusammenhang mit der geplanten Investition auf den Philippinen.

»Wellcome Mr. Roque«, sagte Frank und war nun darauf eingestellt, die Konversation auf Englisch weiterzuführen.

»Ich habe Herrn Roque auf einem Wirtschaftskongress hier in Düsseldorf kennengelernt. Er pflegt regen Kontakt mit Freunden und Geschäftspartnern in Deutschland«, erklärte Wiemer.

Roque war ein kleiner untersetzter Mann Mitte sechzig, mit einem breiten weißen Oberlippenbart. Seine dunklen Augen glänzten vor Freude. Sein Haar war voll und durchweg schwarz, ohne graue Schläfenansätze. Er trug eine Vielzahl goldene Ringe, die mit großen grün, blau und rot geschliffenen Steinen besetzt waren, sodass er gezwungen war, seine Finger leicht gespreizt zu halten. Sein kragenloses weißes Hemd trug er über der schwarzen Hose – ein Outfit, das philippinische Männer auch bei höchsten Anlässen zu tragen pflegen, wie Frank bereits in Erfahrung gebracht hatte.

Roque wandte sich mit einem so freundlichen Lächeln an Frank, als könnte er gar nicht anders: »Oh, diesmal bin ich rein privat in Deutschland, you know? Morgen findet in Mainz der Independence Day statt. Der Tag der Unabhängigkeit der Philippinen von den Amerikanern wird auch unter den in Deutschland lebenden Philippinos gefeiert. Ein buntes Programm, you know? Sie und Herr Wiemer sind herzlich eingeladen!« Er zog zwei Eintrittskarten hervor und reichte sie Wiemer und Frank.

Frank winkte ab: »Vielen Dank, ich muss am Wochenende noch einige Vorkehrungen für die Reise treffen.«

Wiemer wandte sich nun an Frank: »Herr Hegger, unser Gast ist eine hochrangige Person auf den Philippinen! Er ist Kongressabgeordneter und Gouverneur einer Insel . . .«

»Von Leyte«, ergänzte Roque und lächelte Frank breiter denn je zu. »Es ist eine Insel in der Mitte des Archipels, südlich der Hauptinsel Luzon. Die Provinzhauptstadt heißt Ormoc«, sagte er voller Stolz.

»Aha!«, entgegnete Frank und war jetzt mehr auf Small Talk gefasst. »Ich war noch nie auf den Philippinen. Ich glaube, ich muss mich in den nächsten zwei Wochen noch besser vorbereiten und die Landkarte richtig studieren. – Wie gefällt es Ihnen hier in Deutschland?«

»Oh! Ich bin mindestens einmal im Jahr hier. Meistens halte ich mich in Wiesbaden auf. Eine sehr schöne Stadt. Ich gehe gern in völliger Abgeschiedenheit im nahe gelegenen Wald spazieren. – In Deutschland wohnen viele Menschen, aber es ist ein sehr ruhiges Land. Hier kann ich mich richtig erholen.

Auf den Philippinen ist das nicht möglich, überall sind Menschen. Auf dem Land zwar weniger, aber dort ist es dafür drückend heiß. Außerdem weiß man nicht, ob man von irgendwelchen Ganoven überfallen wird«, sagte er und lachte scherzhaft. »Hier in Deutschland haben Sie einen wunderschönen National Forest: die Ruhe selbst und ohne Mosquitos!« Sein Lachen wurde lauter.

Roque wirkte auf Frank eher wie ein kleiner Junge. Frank vermutete aber, dennoch einen Mann mit Intelligenz und Gerissenheit vor sich zu haben. Er ließ sich nicht von seinem Schein beirren und fragte ihn nach dem besonderen Grund seines Besuchs in der Firma.

Wiemer lenkte ein und klärte Frank auf: »Wie gesagt, ich lernte Herrn Roque auf dem Wirtschaftskongress kennen. Ich habe ihm dort von unseren Absichten berichtet, in Asien zu investieren. Er will uns dabei behilflich sein, wichtige Kontakte herzustellen: z. B. mit Vertretern der Stadt Manila und Quezon City. Überdies besitzt er größere Landflächen im Großraum Manila.« Er wandte sich an Roque: »Wissen Sie, Herr Hegger ist einer unserer besten Solaringenieure und verfügt zudem noch über sehr gute Englischkenntnisse. Seine Aufgaben werden sein: sich ums technische Know-how zu kümmern, Kontakte mit Zulieferfirmen herzustellen, und Fachpersonal einzustellen. Es gilt dort einiges in Bewegung zu setzen!«

»Oh«, sagte Roque, »very nice! Kein Problem, wenden Sie sich an mich! Ich werde Ihnen zu jeder Zeit behilflich sein. Ich zeige Ihnen und Herrn Held meine Landflächen südlich von Manila! Das sind wunderschöne Grundstücke, direkt am Highway, nur wenige Minuten vom Flughafen entfernt. Ich besitze auch in der Nähe ein paar herrliche Wohnhäuser. Ach, was sage ich: eine ganze Urbanisation! Ich werde Ihnen eines der Immobilien zu Verfügung stellen!« Er fasste Frank am Unterarm und lachte lauthals. Sein Oberlippenbart spreizte sich dabei bis zu seinen Grübchen.

Das Gespräch plätscherte noch eine Weile in lockerer Atmosphäre dahin, und Frank gewann zunehmend den Eindruck, dass Mr. Roque trotz seiner kindlichen und oberflächlich wirkenden Art ernsthaft am Unternehmen Solar-Herold interessiert war. – Er entpuppte sich nicht nur als Politiker, sondern auch als vielseitiger Geschäftsmann. So besaß er eine Leuchtstoffröhrenfabrik in der Nähe von Ormoc, war Eigentümer einiger Frachtschiffe, die zwischen den Inseln ihren Dienst taten, und war mehrheitlich an einem Stromversorgungsunternehmen beteiligt. Seine Position als Gouverneur war offensichtlich mehr ein Mittel zum Zweck, als wirkliches Interesse am Wohlergehen seines Volkes, ging es Frank durch den Kopf.

Paul Wiemer hatte seinen Gast zum Abendessen in einem Restaurant im Düsseldorfer Stadtteil Golzheim eingeladen. Frank und Werksleiter Kurt Strömer waren mit von der Partie, um der Bedeutung seines Besuches für die Firma genügend Aufmerksamkeit zu geben. Roque äußerte den Wunsch, auch Wiemers Ehefrau kennenzulernen, was Wiemer wiederum veranlasste, Frank und Strömer zu bitten, ihre Partnerinnen ebenfalls mitzubringen.

Ulla war nicht gerade davon begeistert. Die Einladung kam sehr kurzfristig. Entgegen ihrer nicht sonderlich guten Stimmung, wegen Franks baldiger Abreise und der damit verbundenen harten Bewährungsprobe ihrer Beziehung, sah sie sich außerdem gezwungen an einer heiteren Tischatmosphäre mitwirken zu müssen.

Als Frank und Ulla eintrafen, waren Paul Wiemer und seine Frau Ursula sowie Roque schon anwesend. Strömer kam wenige Minuten später, allerdings ohne Anhang. SeineLebensgefährtin war Ärztin in einem Krankenhaus und ließ sich entschuldigen, weil sie Nachtdienst hatte. – Etwas abseits von Roque standen zwei Herren aus den Philippinen, die der Begrüßungszeremonie bislang mit niemals endendem Lächeln schweigend zugehört hatten.

Roque bat sie näherzutreten und stellte sie vor: »Das ist Mr. Aqcaoili und sein Mitarbeiter Mr. Enrile. Sie sind mit mir nach Deutschland geflogen und werden übermorgen nach Tschechien weiterreisen. Dort erledigen sie einen Auftrag für mich: Sie übernehmen einen kleinen Privatjet, um ihn auf die Philippinen zu fliegen. Sie müssen wissen, die Herren sind die besten Piloten auf den Inseln.« Die allgemeine Bewunderung löste bei den beiden etwas Verlegenheit aus: Sie blickten gelegentlich zu Boden, ohne ihr Lächeln aufzugeben.

Der Wirt sorgte nun für Ablenkung und reichte einen trockenen Cherry. Danach begab man sich zu Tisch. Dort entwickelte sich eine gewisse Gesprächsvielfalt, wobei die meiste Aufmerksamkeit Roque zuteil wurde.

»Wissen Sie«, sagte er mehr an Frank gerichtet, »Mr. Aqcaoili betreibt eine Pilotenschule am Domestic Airport in Manila.«

»Tatsächlich?«

Frank nickte Herrn Aqcaoili freundlich zu.

»Das mache ich eigentlich nur nebenbei. Damit ist auf den Philippinen nicht viel zu verdienen. Meistens unternehmen wir Privatflüge auf Bestellung.«

»Sie müssen sich seine Flugzeuge ansehen!«, kommentierte Roque Aqcaoilis Bescheidenheit. »Er hat ein halbes Museum: aber alle flugtüchtig!«

»Ganz so ist es nicht«, meinte Aqcaoili. »Wir kaufen alte Kleinflugzeuge auf und machen sie wieder flott. Unter anderem habe ich eine alte DC3, leider mit defektem Triebwerk. – Kommen Sie mich doch mal besuchen, wenn Sie auf den Philippinen sind! Ich fliege Sie dort in jede Ecke, vorausgesetzt das Wetter spielt mit. Meine Familie wird sich freuen, Sie kennenzulernen.«

»Vielen Dank!«, sagte Frank, nachdem Herr Aqcaoili eine Visitenkarte mit der Aufschrift: Ponce Aqcaoili Sky-Service vorlegte. Herr Aqcaoili brachte alle Gesichtsmuskeln in Bewegung, um seinen Stolz zu zeigen.

»Ich kann mir vorstellen, dass der Flugverkehr auf den Philippinen eine große Bedeutung hat: bei den vielen Inseln! Mit dem Schiff ist der Regelverkehr sicherlich viel zu unwirtschaftlich«, meinte Frank.

»No, no no! Machen Sie das bloß nicht!«, wandte Roque ein. »Mit dem Schiff von Insel zu Insel zu reisen, ist viel zu umständlich und außerdem gefährlich!«

»Wieso?«

»Nun, sie sind meistens überladen, obwohl es genaue Vorschriften gibt. Nein! Das ist nichts für Sie! Fahren Sie niemals mit einem solchen Kahn. Es ist schon manch einer gesunken. Der Letzte vor drei Monaten auf dem Weg von Cebu nach Manila!« Herr Roque stocherte mit leiser Erregung in seinem Teller herum und brachte so seine Missbilligung über diese Unzulänglichkeit in seinem Land zum Ausdruck.

Frank erinnerte sich eines Bekannten, der auf den Philippinen geschäftlich zu tun hatte und behauptete, dass die Früchte der Errungenschaften in diesem Land weniger in die Staatskassen fließen, als vielmehr in die Privatschatullen korrupter Politiker. Er hatte aber keine Vorstellung davon, ob diese Aussage übertrieben war.

Er blickte zu Roque und fragte sich, ob er auch an dem der Gesellschaft zustehenden Vermögen knabbern würde. – Jedenfalls war er reich genug, um sich einen Privatjet zu leisten.

Frank wurde wieder aus seinen Gedanken gerissen und in das allgemeine Gespräch einbezogen. Ulla unterhielt sich meistens mit Frau Wiemer. – Das Projekt stand an diesem Abend nicht zur Debatte.

Nach dem Drei-Gänge-Menü lockerte sich die Atmosphäre mehr und mehr auf. Nicht nur weil Roque einen guten Rotwein vorgesetzt bekam, sondern weil er dementsprechend auch viel davon trank. Den anwesenden Damen machte er Komplimente und war der Meinung, dass blonde Europäerinnen viel attraktiver seien als asiatische Frauen. – Im nächsten Moment wurde ihm aber offenbar bewusst, dass diese oberflächliche Feststellung nicht mit seiner Vaterlandstreue vereinbar sei, und machte Anstalten seine Gesinnung wieder ins rechte Licht zu rücken: »Wissen sie«, sagte er, »dem Philippino ist die Familie heilig und er würde niemals seine Frau gegen eine andere tauschen. Sie würde ihn erschießen!«

Frank empfand das wiederum reichlich übertrieben. Es war ihm klar, dass dieser Mann nicht die Auffassung seines ganzen Volkes vertrat.

Roque fuhr mit seinen Ausführungen unbeirrt fort und hob den Zeigefinger: »Die Philippinos arbeiten sehr hart, viele im Ausland: meistens in arabischen Staaten, wie in Dubai. Sie sind Ingenieure, Lastkraftfahrer oder Bauarbeiter. Sie machen einfach alles und ernähren so über Jahre ihre Familien. Manche Väter lernen ihre Kinder erst kennen, wenn sie schon im schulreifen Alter sind. Mit dem hart verdienten Geld kommen die Familien zu bescheidenen Wohlstand und können sich nur so ein vernünftiges Haus leisten und ihre Kinder auf die weiterbildenden Schulen schicken. – Aber auch unsere Frauen sind fleißig. Viele von ihnen arbeiten in Hongkong, in Spanien, Italien und auch in Arabien. Sie sind Hausmädchen, Krankenschwestern und Fabrikarbeiterinnen. Und vor allem sind sie ihren Männern immer treu! – Die Philippinen sind ein armes Land, gemessen am westlichen Standard. Aber die Menschen haben trotz ihrer schwierigen Lebensverhältnisse das Lachen nicht verlernt!«

Nach diesen pathetischen Worten schwieg er eine Weile nachdenklich und wurde dann wieder lebhafter: »Aber jetzt sind wir in Deutschland! Und ein Lob auf die deutschen Frauen und überhaupt auf alle schönen Frauen dieser Welt!« Während er das Glas noch hoch hielt, stockte er. Ihm wurde offenbar bewusst, dass er zu viel getrunken hatte. Er entzog sich mehr und mehr der Gesprächsrunde, lehnte sich im Stuhl zurück und blickte ins Leere. Man hatte den Eindruck, er wollte sich jetzt lieber im Hotelzimmer ausschlafen.

Ulla unterbrach das anfängliche Schweigen auf der Heimfahrt und sagte: »Dieser Roque! – Das ist ein richtiger Macho! Wenn die Männer dort alle so sind, dann tun mir die Frauen wirklich leid.«

»Nun übertreib mal nicht gleich! Die beiden Piloten haben einen anderen Eindruck hinterlassen. Hast du das nicht bemerkt?«

»Na klar! Weil sie von Roque abhängig sind. Bei ihren Familien werden sie sicher Dampf ablassen.«

»Kann sein. Ich erlaube mir kein Urteil über dieses Volk, bevor ich dort nicht meine Erfahrungen gesammelt habe.«

»Mal ehrlich Frank, dieser Roque denkt doch sicherlich nur ans Geschäft. Der haut euch doch übers Ohr, wenn ihr nicht aufpasst. Entweder verkauft er euch die Grundstücke überteuert oder sie sind beispielsweise wegen eines zu hohen Grundwasserspiegels völlig ungeeignet oder sie sind kontaminiert oder was weiß ich!«

»Nun mach dir mal keine Gedanken, Ulla! Held wird sich schon umgesehen haben. Soviel ich weiß, hat er das eine oder andere Grundstück schon im Auge. Wir werden uns die Angebote gemeinsam ansehen. Er ist zwar mit allen Vollmachten ausgestattet, was das betrifft, aber Wiemer wünscht ausdrücklich, dass wir beide gemeinsam auftreten, wenn es um entscheidende Schritte geht.«

»Ich weiß nicht, ob das eine gute Idee ist, dort zu investieren«, sagte Ulla. »Ich habe mich im Internet informiert: Das Land scheint von einigen großen Familien beherrscht zu werden.«

»Na und! Ich habe nichts anderes erwartet. In den Ländern der sogenannten Dritten Welt geht es doch mehr oder wenig ähnlich zu. – Immerhin gibt es auf den Philippinen eine Demokratie!«

»Pah!«, meinte Ulla. »Weißt du, wie viele Länder sich auf dem Papier demokratisch nennen und es in Wirklichkeit gar nicht sind?«

»Nun hör aber auf, Ulla! Ich glaube, du willst mir unbedingt die Sache vermiesen. – Keine Angst, ich werde schon wieder kommen!«

»Ich kenn dich doch«, sagte sie besorgt. »Wie oft hast du mir vorgeschwärmt, irgendwo unter Palmen am Meer zu leben. Noch im letzten Sommer, als wir gemeinsam in der Karibik waren und du den Tauchkurs gemacht hast! – Weißt du noch? Dort hast du gesagt: Du könntest dir vorstellen hier zu leben, eine Tauchschule zu betreiben, einfach aus Deutschland abzuhauen.«

Frank presste seine Lippen zusammen und konzentrierte sich auf den Verkehr. Ulla wartete seine Reaktion erst gar nicht ab, sondern fuhr fort: »Komm sei ehrlich, Frank! Du wärst doch hier schon längst abgehauen, wenn du nicht mit einer Beamtin zusammenleben würdest, die nicht so einfach aussteigen kann, ohne auf die Privilegien des Beamtentums zu verzichten!«

»Verdammt noch mal, Ulla! Jetzt reicht’s! Glaubst du, wenn ich mich für irgendein tropisches Land entscheide, würde ich hier nichts Wesentliches aufgeben? Wie stellst du dir das vor? Schließlich kann man doch seine Träume mal offen aussprechen! – Und überhaupt, wenn du so weiter machst, wird es mir garantiert nicht schwerfallen, eine längere Zeit in Asien zu verweilen!«

Das saß.

Ulla blickte gedankenvoll aus dem Seitenfenster. Die Lichtquellen in der Nacht, die während der schnellen Autobahnfahrt wie Sternschnuppen vorbeihuschten, schienen fassbarer für sie zu sein als ihre momentane gemeinsame Beziehung. Sie schüttelte unmerklich ihren Kopf und flüsterte ganz langsam: »Ich glaube es ist wirklich besser für uns, wenn du eine Weile weg bist.«

Die letzten Kilometer der Heimfahrt schwiegen sie.

In den nächsten Tagen waren die Dialoge zwischen Ulla und Frank eher eintönig und beschränkten sich auf das Alltägliche.

Drei Tage vor Franks Abflug saßen Paul Wiemer, Kurt Strömer, Frank und Dr. Feldberger, juristischer Berater von Solar-Herold, im Konferenzzimmer.

»Folgendes!«, begann Wiemer. »Ich habe neuste Informationen von Held: Er hat sich bereits bei der dortigen Branchenkonkurrenz umgesehen. Wie Deutro vorschlägt, ist es ein guter Standort, weil das Land genügend Fachkräfte ausbildet. Aber die Konkurrenz hat das auch erkannt.«

»Was meinen Sie? Will Held das Handtuch schmeißen?«, fragte Dr. Feldberger.

»Nein, das nicht gerade. Aber er ist der Meinung, dass wir so schnell wie möglich einen Produktionsstandort brauchen. Einige Unternehmen sind dort bereits ansässig. Zum Beispiel betreibt die kalifornische Firma Light-Power südlich von Manila drei Solarproduktionsanlagen. Ein Sprecher der Firma bestätigte in Manila, so Held, dass ihre Ausfuhren aus den Philippinen in den letzten zwei Jahren einen Warenwert von 35 Millionen $ hatten. Die sind also schon dick im Geschäft!«

»Was sagt Deutro dazu?«, fragte Dr. Feldberger.

»Ich habe mit Herrn Teffler, der maßgeblich an der Studie beteiligt war, telefoniert und ihn zur Rede gestellt. Er sagte, das sei ihm bekannt. Im nachgelagerten Gewerbe sei die Wertschöpfungskette nach wie vor groß. Darauf könne zurückgegriffen werden. Das einheimische Fachwissen sei ebenfalls ausreichend vorhanden. So arbeiten philippinische Ingenieure bereits an Verbesserungen in der Solarzellenfertigung, in der Löttechnik, bei der elektrischen Prüfung und Analyse von Solarzellen und Platten, an der materiellen Analytik und Qualitätskontrolle. Unternehmen wie Light-Power arbeiten mit den einheimischen Fachkräften und Unternehmen zusammen. – Das klingt im ersten Moment so, als wäre der Zug für uns abgefahren, aber . . .«

»Sehr beruhigend«, unterbrach ihn Strömer.

»Aber, so Teffler, die dortige momentane Entwicklung ist geradezu eine Einladung für uns: Light-Power plant mit Unterstützung der Regierung im Umfeld ihrer Standorte eine Art lokales Solar Valley zu entwickeln – ein Forschungs- und Produktionszentrum, das seines Gleichen im südostasiatischen Raum noch finden muss. An diesem Standort soll sich das unterschiedliche Know-how der sich beteiligenden Firmen ergänzen und die Technologien weiterentwickelt werden, um gemeinsam einen Wettbewerbsvorteil auf dem asiatischen Markt zu erreichen.«

»Haben Sie Held darüber informiert?«, fragte Dr. Feldberger.

»Ja, ich habe ihn zurückgerufen. Er wird mit Light-Power Kontakt aufnehmen.«

»Südlich von Manila?«, überlegte Frank laut. »Das muss in der Gegend sein, wo der Kongressmann Roque Grundstücke hat!«

»Richtig, Herr Hegger! Sie und Held werden sich Roques Grundstücke ansehen! Wenn die in der Nähe von Light-Power liegen, wäre das ein zukunftsträchtiger Standort für uns!«

»Mir wäre ein anderer Geschäftspartner lieber als dieser Kongressmann. Ich denke, der wird seinen Vorteil daraus schlagen wollen.«

»Wir haben schon darüber gesprochen, Herr Hegger. Dafür ist Held am besten präpariert. Er ist der Kaufmann und wird das schon richtig machen. Einige Grundstücke außerhalb Manilas hat er sich schon angesehen. Die wurden ihm von der Kommune angeboten. Er war von keinem der Grundstücke begeistert: schlechte Anbindungen, kaum ausgebaute Straßen, kein Strom, kein Wasseranschluss! Darum müssen sich die Inverstoren selbst kümmern. Der Standortvorteil im Süden der Stadt lässt kaum eine andere Lösung zu! – Ich hoffe, Sie beide haben Erfolg.«

»Vielleicht hat Held die entscheidenden Leute bei der Liegenschaftsverwaltung der Stadt nicht ausreichend geschmiert, und sie haben ihm nur schlechte Lagen angeboten«, meinte Feldberger.

»Held ist ein guter Verhandlungspartner«, sagte Wiemer.

»Ich weiß, gut genug für hier. Aber kommt er auch mit der dortigen Geschäftsmentalität zurecht?«

»Er ist versiert und hat sich mit dem Thema ausreichend beschäftigt. Außerdem ist er mit genügend Liquidität ausgestattet. – Nein, ich zweifle nicht an Held! Ich glaube vielmehr, dass er noch nicht die richtigen Leute kontaktiert hat. – Ich habe ihm von Roque berichtet. Kongressmann Roque ist wieder auf den Philippinen. Held hat inzwischen mit ihm telefoniert. Roque weiß, wann Sie, Herr Hegger, in Manila landen werden. Sie werden von Roques Leuten vom Flughafen abgeholt. – Übrigens, Herr Hegger: Wie ich von Held erfahren habe, hat er bereits ein Apartment gemietet, mit Blick auf die Manila-Bay. Es wären im gleichen Gebäude noch weitere Apartments frei. Bleiben Sie in seiner Nähe! Wie mir Held am Telefon sagte, sind die Verkehrsverhältnisse in Manila chaotisch. Kurze Wege sind da sinnvoll! – Passen Sie aufeinander auf!«

»Kein Problem, Chef!«

Wiemer legte eine nachdenkliche Pause ein. Dann fragte er Frank: »Und zu Hause? Alles in trockenen Tüchern?«

»Es geht. Ulla ist nach wie vor nicht begeistert«, erzählte Frank. »Vielleicht kommt sie mich besuchen und wir werden ein paar Tage Strandurlaub einlegen. Natürlich erst, wenn das Grundstücksgeschäft erledigt ist. Ich werde das nötig haben, um mir über so einiges auf dem privaten Sektor . . .«

»Ah ja! Warum nicht. – Jetzt weiß ich, warum Sie so an dem Projekt interessiert sind. Nicht dass Sie mir dort unten auf einer der schönen Inseln hängen bleiben!«

»Wenn, dann nur im Interesse der Firma, Herr Wiemer«, entgegnete Frank mit Überzeugung.

»Ich glaube es könnte Ihnen gefallen, den zukünftigen Laden dort zu schmeißen. – Nun machen Sie aber mal nicht den zweiten Schritt vor dem ersten! Sicherlich haben Sie auch noch Familie in Deutschland!?«

»Ja, eine Schwester. Sie lebt in der Nähe von Hamburg. Wir sehen uns selten. – Mein Vater ist schon lange verstorben. Meine Mutter lebt wieder verheiratet in England, nahe Newcastle. Besondere familiäre Verbindungen bestehen also nicht. – Meine wichtigsten Freunde sind alle verheiratet und leben verstreut in Deutschland und auch im Ausland. Wir kommen nur selten zusammen. Der Freundeskreis, den Ulla und ich hier pflegen, setzt sich ausschließlich aus Bekannten von ihr zusammen. – Naja, das Problem mit meiner Lebenspartnerin . . . Sie würde nie von hier weggehen!«

Wiemer lächelte und drehte einen Bleistift, den er zwischen den Händen hielt. Er wippte mit seinem Stuhl nach hinten, richtete sich wieder gerade und sagte: »Gut, dann blicken wir hoffnungsvoll in die Zukunft, in Ihre Zukunft! Ich wünsche Ihnen einen guten Flug, falls wir uns nicht mehr sehen!«

Dr. Feldberger hatte bereits Vertragsentwürfe zum Erwerb von Grundstücken in Englisch abgefasst, die Frank und Held potenziellen Partnern vorlegen sollten, um die Vorstellungen von Solar-Herold gleich deutlich zu machen. Held hatte natürlich Verhandlungsspielraum, aber letztlich sollte er die Vertragsgestaltung in der Endfassung mit Wiemer und Feldberger abstimmen.

So mit entsprechenden Instruktionen ausgestattet, begab sich Frank einen Tag später allein zum Flughafen. Ulla und er verzichteten auf einen langen Abschied. Sie hatten zuvor noch einmal ausführlich über ihr gemeinsames Verhältnis gesprochen. Letztlich kamen sie zum Entschluss, keine klare Zielrichtung zu verfolgen und den Dingen ihren Lauf zu lassen.

2

Auf dem International Airport Ninoy Aquino in Manila schlug ihm trotz Klimatisierung des Terminals die süßliche und feuchtwarme tropische Luft entgegen. Frank entledigte sich seiner leichten Jacke, die ihm während des Fluges gute Dienste geleistet hatte. Er folgte den Reisenden in die Halle der Kofferausgabe, wo bereits erste Gepäckstücke auf dem Förderband ihre Runden drehten. – Zwischen zahlreichen Sicherheitskräften tummelten sich selbst ernannte Kofferträger, die ihre Dienste anboten. Als Frank seine Gepäckstücke vom Band heben wollte, kam ihm einer der Kofferträger zuvor und legte sie auf einen fahrbaren Kuli.

An den Passkontrollstellen bildeten sich bereits Schlangen. Der Träger gab Frank ein freundliches Zeichen sich anzustellen, während er ihm mit dem beladenen Kuli geduldig folgte. Einen Moment später sah Frank eine Frau – Anfang dreißig – mit einem erhobenen Schild an den Warteschlangen vorbeigehen. Sein Name stand darauf. Lächelnd gab er sich ihr zu erkennen.

»Mr. Hegger?«

»Yes, I am!«

»I am Gloria Gonzalez, Mr. Roques Managerin. Mr. Roque hat mich gebeten, Sie abzuholen.« Ihre Stimme klang freundlich, aber bestimmt.

»Vielen Dank, nett Sie kennenzulernen.«

Seine Worte schienen die Frau wenig zu beeindrucken. »Geben Sie mir Ihren Pass und folgen Sie mir bitte, Mr. Hegger! Ich erledige das Weitere für Sie!« Sie gab dem Kofferträger – mithilfe des fahrbaren Untersatzes war er bei Weitem nicht ins Schwitzen geraten – zu erkennen, ihr zu folgen. Vorbei an den Warteschlangen und an den Passkontrollstellen steuerte sie auf einen scheinbar nutzlos herumstehenden Uniformierten zu, hielt ihm ihre persönliche Legitimation vor die Nase und gab ihm Franks Pass. Schneller als Frank es begreifen konnte war die Formalität erledigt. Das Trio eilte nun an den Zollbeamten vorbei, deren Kompetenz Mrs. Gonzalez nur mit einem kurzen Zunicken würdigte. Sie schien hier, dank Roques Gnaden, offenbar als eine Art Amex-Platinkarte zu gelten.

Unter dem überdachten Vorbereich war die tropische Luft wärmer und schwüler als im ungenügend klimatisierten Terminal und bereits mit einer gehörigen Portion Abgase angereichert. Bedingt durch ihre geringe Körpergröße und ihres engen schwarzen Rocks konnte Miss. Gonzalez nur kurze Schritte machen, die aber dennoch so flink waren, dass Frank Mühe hatte, ihr durch die Menschenmenge zu folgen. An Taxen und klimatisierten Hotelbussen vorbei strebte sie einem schwarzem Range Rover zu. Mit einem Blick zurück vergewisserte sich Frank seines Gepäcks. Der Kofferträger schob die Fracht wie einen Kinderwagen gemütlich hinter ihnen her.

Hinter dunkel getönten Scheiben saß Frank im Fond des Wagens auf schwarzem Leder. Der Innenraum des Rovers war auf Kältekammertemperatur heruntergekühlt. Er drehte sich nach hinten und war beruhigt, als er seine Koffer sicher verstaut sah. In der kurzen Abfolge der Ereignisse hatte er nur halbwegs mitbekommen, dass sein Gehilfe entlohnt wurde und der Fahrer das Gepäck bereits eingeladen hatte. Miss. Gonzalez beruhigte ihn mit leichtem Nicken.

Geräuschlos bahnte sich der Achtzylinder seinen Weg durch den Verkehr. Miss. Gonzalez saß neben dem Fahrer und wechselte kurz ein paar Worte mit ihm.

Nach einigen Minuten wandte sich Frank an seine Begleiterin: »Sie sind sozusagen die rechte Hand von Herrn Roque, Miss. Gonzalez?«

»Oh ja! Ich erledige wichtige Dinge für ihn. – Ich hoffe, Sie hatten einen guten Flug?« Ohne auf seine Antwort zu warten, fuhr sie fort: »Wir fahren zum Haus von Mr. Roque. Sie sind sein Gast. Sie können dort erstmal übernachten.« Damit war das Gespräch beendet. Miss. Gonzalez starrte schweigend zur Frontscheibe hinaus. Frank war’s recht, denn er war müde und von seinem Escortservice ohnehin wenig begeistert.

Der teure Geländewagen war kein Garant für eine zügige Fahrt. Nur durch immerwährendes Hupen war es möglich, sich bisweilen Vorfahrt zu verschaffen. Da sich nahezu alle Verkehrsteilnehmer so verhielten, war der Erfolg nur mäßig.

Auf der mehrspurigen Edsa ging es besser voran. Links sah Frank auf die Wolkenkratzer von Makati, dem Bankenviertel von Manila. Zuweilen wurde ihm der Blick durch Werbetafeln verwehrt, die das Ausmaß eines mehrgeschossigen Hauses hatten. Diese monströse Art, Menschen vom Konsum zu überzeugen, hatte er schon in den USA gesehen und blieb ihm negativ in Erinnerung. Hier aber schien sie sich ins Gigantische zu steigern und das Stadtbild zu pervertieren. – In Höhe der Buendia Avenue bog der Fahrer in eine Siedlung ein, die eine eigene Welt in der Elfmillionenmetropole bildete. Vorbei an einer ganzen Wachmannschaft eines Gebäudes, das einer kleinen Polizeistation glich, und hinter sicheren Mauern lenkte der Fahrer nun durch leere Straßen, von tropischen dickstämmigen Alleebäumen gesäumt. Ab und an waren hinter mächtigen Vorgartenpflanzungen die maximal zweigeschossigen Villen zu sehen. Ein Arbeiter, der das Straßen begleitende Grün zur Bordsteinkante wie eine Schattenfuge auf gleichbleibenden Abstand hielt, nahm vom vorbeifahrenden Rover keine Notiz. Zwei Straßenecken weiter bog der Achtzylinder in eine Grundstückseinfahrt, die ausschließlich als solche genutzt wurde. Der Fahrer hielt neben zwei nicht minder voluminösen und glänzend polierten Boliden, die unter einem Vordach ähnlich einer Hotelvorfahrt parkten. Etwas weiter voraus war die Grundstücksausfahrt zu erkennen.

Die Wagentür wurde von einem spärlich uniformierten Angestellten geöffnet. Erst wenig später bemerkte Frank, dass er seitlich an seinem Hosengürtel eine Pistole trug. Miss. Gonzalez schaffte es einen Deut schneller aus dem Wagen zu steigen, kam ihm entgegen und führte ihn zum Eingang. Aus einer nicht geringen Anzahl von Bediensteten und mindestens zwei weiteren Bodyguards hob sich Elion Roques Stimme lautstark hervor. Er begrüßte Frank herzlich und gab seinem Gefolge gleichzeitig Anweisungen. Er führte Frank ins Haus, wo ihnen Roques Frau entgegen kam.

»Oh! Sie müssen sehr müde sein«, sagte sie, nachdem sie Frank herzlich begrüßt hatte. »Sie wollen sich sicherlich ausruhen und frisch machen. – Antonia!«

»Ja, Mam?« Aus einem entlegenen Winkel des Erdgeschosses kam eine schmächtige Frau mit einer umgebunden Schürze herbeigeeilt.

»Führe bitte unseren Gast in das vorbereitete Zimmer!«

»Ja, Mam!«

Miss. Gonzalez verabschiedete sich von Frank. Roque bat ihn, pünktlich um 18 Uhr zum Abendessen zu erscheinen. – Sein Gepäck stand bereits im Gästezimmer. Das Klimagerät sorgte für trockene und kühle Luft. Er schaltete es wieder aus, um sich besser zu akklimatisieren, riss sich Hemd und Hose vom Leib und stellte sich unter die Dusche.

An diesem Abend fanden sich einige Gäste zum Abendessen ein – nicht zu seinen Ehren, wie Frank nach einer Weile feststellte. Er stand pünktlich in der Diele und wurde sogleich vom entgegenkommenden Hausherrn gebeten, ihm zunächst in die Lounge zu folgen. Dort saß bereits Wolfgang Held im Kreis einer illustren Altherrengesellschaft. Er stand auf, kam Frank entgegen und begrüßte ihn kurz. Anschließend begann Roque mit der Vorstellungsrunde.

»Das ist Mr. White. Er ist der wichtigste Kobra-Exporteur des Landes!«

»Nice to meet you«, sagte Mr. White. »Der Roque übertreibt wieder mal maßlos! Außerdem habe ich das Geschäft meinem Sohn übergeben!”

Einstimmiges Lachen.

»Mr. Magsaysay, Marinekapitän a. D!«

Diesmal schien Roque nicht übertrieben zu haben, denn die Reaktion der Gesellschaft fiel verhalten aus.

»Mr. Georg Long.« Roque dehnte bewusst seinen Nachnamen aus. Wieder einstimmiges Lachen. »Verkehrsminister a. D., noch unter der Regierung Marcos!«

Frank gab ihm die Hand.

»Und schließlich Mr. John Mina, Landwirtschaftsminister a. D! – Hast du auch schon unter Marcos gedient?«, fragte Roque Mina im humorvoll provozierenden Ton, während Frank und Mina sich begrüßten.

Wieder gemeinschaftliches Lachen.

Nachdem die Herrschaften sich der Reihe nach gesetzt hatten und Frank einen Platz zugewiesen bekommen hatte, erklärte Roque: »Das sind alles altgediente Freunde von mir, Mr. Hegger. Wir treffen uns einmal in der Woche in meinem Haus, vorausgesetzt ich halte mich gerade in Manila auf.«

»Ihre Firma stellt Solarkollektoren her?«, wandte sich Herr Mina an Frank und Wolfgang Held.

»Ja, das ist richtig«, erwiderte Frank.

»Elion hat mir schon von Ihren Absichten berichtet. Er will Ihnen Grundstücke anbieten. Lassen Sie sich nicht von ihm übers Ohr hauen! Elion, ich meine der Roque, wird sie Ihnen zum überhöhten Preis verkaufen! Passen Sie auf!«

Bevor wieder ein allgemeines Gelächter aufkam, lenkte der Gastgeber ein: »No, no, no! Die Leier kennen wir schon. Der Mira baut erstmal bei seinen Geschäftspartnern Vertrauen auf, indem er mich in Misskredit bringt, und bearbeitet dann seine Kunden solange, bis sie ihm seine wertlosen Koralleninseln in der Sulu-See abkaufen, die vielleicht schon lange unter der Meeresoberfläche verschwunden sind!«

Das war wieder eine Lachattacke wert.

»Dann hoffen wir, dass Sie einen guten Start machen können«, sagte jetzt der Ex-Marinekapitän in einem ernsthafteren Ton, als bisher angeschlagen wurde. »Die Solarbranche ist auf den Philippinen heiß umkämpft. Besonders die Chinesen drängen auf den Markt. Auch die einheimische Solarindustrie hat an Bedeutung zugenommen!«

»Wir haben ausreichend Informationen eingeholt. Ganz unvorbereitet gehen wir diesen Schritt nicht«, meldete sich jetzt Held zu Wort. »Wir hoffen natürlich auch, einheimische Geschäftspartner zu finden und mit der hiesigen Solarbranche zusammenzuarbeiten. Wir denken auch daran, Kontakte mit einer kanadischen Firma aufzunehmen, die im Süden von Manila produziert.«

Mina nickte nachdenklich. »Hast du dort nicht Land in Besitz?«, fragte er Roque.

»Ja, ich werde es den Herren schon morgen zeigen, wenn es Ihnen Recht ist?«, wandte er sich an Frank und Held.

Frank nickte Held kurz zu.

»Ich glaube es ist besser, wenn ich morgen kein Bett oder Sofa sehe! Ich muss mich an die Zeitverschiebung gewöhnen.«

»Na prima, dann fahren wir morgen um 9 Uhr los und holen Sie zuvor ab«, sagte Roque an Held gerichtet.

Antonia stand bereits mit trainierter Zurückhaltung im Hintergrund – das Zeichen für Roque, die Gäste in den Speisesaloon zu bitten.

Zu essen gab es reichlich: gemischtes Gemüse mit viel Tomaten und Bagoong (eine Art Soße aus kleinen Fischen). Ein mit toten Fischen überfüllter Fischteich in Miniformat hätte nicht viel anders ausgesehen, dachte Frank. Dann gab es Bangus, gebratene Fische, Beefsteak Philippino, kleingeschnetzeltes Rinderfleisch, Trockenfisch und Reis, Papaya und Atis, eine grüne Frucht mit vielen Fruchtkörpern und Kernen. Mango und Ananas wurden zum Nachtisch serviert.

Auf den Inhalt des Fischteiches verzichtete Frank, alles andere aß er mit großem Appetit. Das Verspeisen der Atis-Frucht geschah mit vorgehaltenen Händen, um zu verhindern, dass die ausgespuckten Kerne auf dem Teller seines Gegenübers oder in dessen Hemdausschnitt landeten. – Neben den Gästen und den Gastgebern saßen die beiden halbwegs erwachsenen Söhne des Hauses mit an der Tafel. Sie verhielten sich zurückhaltend und lauschten den Gesprächen der älteren Herren. Roque behauptete seine Rolle als Hausherr und stellte sich wieder an die Spitze der Wortführer. Zwischendurch wandte er sich an seine Hausangestellten, die sich in Rufweite einsatzbereit im Hintergrund hielten, und orderte dieses und jenes.

Frau Roque war eine zurückhaltende und unscheinbare Frau. Frank hatte den Eindruck, dass sie keinen großen Einfluss auf ihren Mann ausübte. Die Gäste lobten sie für das gute Essen, das eigentlich vom Küchenpersonal vorbereitet wurde, und sie bedankte sich freundlich.

Frank saß neben Held. Während einer aufgeregten Debatte unter den Veteranen über die Politik von Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo nutzte Held die Gelegenheit, ein paar Worte mit Frank zu wechseln.

»Wir müssen uns unbedingt ungestört unterhalten, wenn Sie ausgeschlafen haben!«

»Gibt es Probleme?«

»Nicht direkt. Aber mir gefällt nicht, wie das bisher abläuft.«

»Was meinen Sie?«

Held beugt sich näher zu Frank und flüsterte: »Roque scheint sich um alles kümmern zu wollen.«

»Wiemer hat uns doch selbst empfohlen, seine Grundstücke anzusehen.«

»Das meine ich nicht allein. Klar, wir werden sein Bauland ansehen, von mir aus gleich morgen. Aber ich hab das Gefühl, als würde er uns nicht aus den Augen lassen wollen. Als übertriebene Gastfreundschaft kann ich das nicht mehr bezeichnen.«

»Was ist passiert?«

»Er wollte mir einen seiner Wagen einschließlich Fahrer zur Verfügung stellen – mindestens für die nächsten Tage. Außerdem sollte ich jeden Abend hier essen. Es hat mich