Online Dating - schüchtern? gesellig? Bindung Ja/nein? - Elo Netrak - E-Book

Online Dating - schüchtern? gesellig? Bindung Ja/nein? E-Book

Elo Netrak

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Beschreibung

Bist du schüchtern oder gesellig? Bindungsängstlich oder sogar bindungsvermeidend? Lerne mehr darüber in diesem Buch. Die Bindungstheorie liefert uns eine Erklärung für die oberflächlichen Beziehungen, welche das Internet bietet? UserInnen haben die Möglichkeit, willkürlich zwischen den TeilnehmerInnen aus aller Welt hin und her zu wechseln. Viele dieser Begegnungen dauern nicht länger als eine Minute. In diesem Fall, kann es sein, dass der/die "vermeidende" Surfer/Surferin wahrscheinlich Kontakte ohne Verpflichtung sucht, weil er/sie anderen misstraut. Dahingegen wird der/die "ängstliche" Surfer/Surferin mit Bedürfnis nach stabilen Beziehungen mehr Zeit aufbringen, die den potentiellen Freund /potentielle Freundin intensiver kennenzulernen. Ziel dieser Untersuchung war es festzustellen, ob sich Studierende hinsichtlich ihres Datingtyps (Online/Hybrid, Offline-Datingtyp), ihrer Schüchternheit und Geselligkeit sowie ihrem Bindungsverhalten unterscheiden. Ferner wurden Partnerschafts- und Geschlechtsunterschiede untersucht.

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Seitenzahl: 69

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Online Dating - schüchtern? gesellig? Bindung Ja/nein?

TitelseiteEINLEITUNGEINFÜHRUNG IN DEN THEORETISCHEN HINTERGRUNDBINDUNG UND PARTNERINNENWAHL (Bowlby 1973)SCHÜCHTERNHEIT UND GESELLIGKEIT BEI ERWACHSENENEMPIRISCHE BEFUNDE ZU DEN KONSTRUKTENFRAGESTELLUNGEN UND HYPOTHESENMETHODEERHEBUNGSINSTRUMENTEDISKUSSIONZUSAMMENFASSUNG und DANKESCHÖNLITERATURVERZEICHNISImpressum

ONLINE DATING.

schüchtern? gesellig? Bindung ja/nein?

Eine wissenschaftliche Studie

Bindungsstil, Schüchternheit und Geselligkeit im Vergleich

zwischen Online- und Offline-PartnerInnensuche

EINLEITUNG

Fragt man bei beliebigen Menschen nach, so weiß anscheinend jeder, was eine sozialeBeziehung ist. Es wird jedoch schwierig, wenn er definieren soll, was eine Beziehungtatsächlich ist (Hinde, 1993).

Asendorpf (2000): „Besonders häufig beziehen sich derartige Klassifikationen auf Beziehungsmerkmale, die sich auf eine grundlegende Dimension der psychischen Nähe versus Distanz eingrenzen lassen“. Beispielsweise lassen sich sechs zentrale Beziehungsmerkmale durch „Enge, Intimität, Liebe, Sexualität, Bindung und Unterstützung“ definieren. 

Döring (2003a) gibt eine Einführung in die Thematik der Netzmedien und sozialen Beziehungen, wobei eine grundlegende Unterscheidung zwischen der Thematik der „Online-Beziehungen“ und der „Offline-Beziehungen“ getroffen wird: Jene Kontakte werden heute als „Online-Beziehungen“, „Internet-Beziehungen“, oder weiter als „Cyberbeziehungen“ oder „Netz-Beziehungen“ bezeichnet, bei denen der Erstkontakt und wichtige Folgekontakte computervermittelt ablaufen. Das Gegenteil dieses Beziehungstypus stellen somit die herkömmliche soziale Beziehung als „Offline-Beziehungen“, „3D-Beziehungen“ oder „reale Beziehungen“ dar, welche nicht computervermittelt ablaufen.

Herkömmliche Massen- und Individualmedien, die zum Aufbau neuer Beziehungen eingesetzt werden, sind beispielsweise: Kontaktanzeigen in der Presse, Flirtlines per Telefon. Weiteres gibt Döring (2003a) eine Einführung in die Thematik neuer sozialer Beziehungen durch die Internet-Nutzung und postuliert, dass sich durch die Vielzahl sozialer Treffpunkte und Kontaktbörsen im Netz, die Möglichkeiten der Anbahnung neuer sozialer Beziehungen in quantitativer wie qualitativer Hinsicht potenzieren. 

Im Internet kann sich eine Person sozial anders präsentieren, Schwächen verheimlichen, körperliche Mängel verbergen (Döring, 2003a).

Amichai-Hamburger (2002) postulieren, dass die Bindungstheorie relevant für eine Erklärung der oberflächlichen Beziehungen über das Internet sein kann: UserInnen haben die Möglichkeit, willkürlich zwischen den TeilnehmerInnen aus aller Welt hin und her zu wechseln. Viele dieser Begegnungen dauern nicht länger als eine Minute. In diesem Fall, kann es sein, dass der/die „vermeidende“ Surfer/Surferin wahrscheinlich Kontakte ohne Verpflichtung sucht, weil er/sie anderen misstraut. Dahingegen wird der/die „ängstliche“ Surfer/Surferin mit Bedürfnis nach stabilen Beziehungen mehr Zeit aufbringen, die den potentiellen Freund /potentielle Freundin intensiver kennenzulernen.

Ziel dieser Untersuchung war es festzustellen, ob sich Studierende hinsichtlich ihres Datingtyps (Online/Hybrid, Offline-Datingtyp), ihrer Schüchternheit und Geselligkeit sowie ihrem Bindungsverhalten unterscheiden. Ferner wurden Partnerschafts- und Geschlechtsunterschiede in diesen Variablen untersucht.

EINFÜHRUNG IN DEN THEORETISCHEN HINTERGRUND

DEFINITIONEN VON PARTNERSCHAFT

Was versteht man unter Partnerschaft (persönlicher Beziehung)?

Fragt man bei beliebigen Menschen nach, so weiß anscheinend jeder, was eine sozialeBeziehung ist. Es wird jedoch schwierig, wenn er definieren soll, was eine Beziehung tatsächlich ist (Hinde, 1993).

Was ist eine Beziehung? 

Bevor konkrete Verfahren und Methoden besprochen werden können, stellt Banse (2003) zunächst die Frage, wie überhaupt Informationen über die Qualität von Partnerschaften gewonnen werden können.

Eine Antwort auf diese Frage lässt sich folgendermaßen formulieren „Im Gegensatz zu der überwältigenden Mehrheit aller psychologischen Konstrukte, sind die Merkmalsträger von Partnerschaften nichtIndividuen, sondernDyaden.

Daher besteht die Möglichkeit, die beiden Partner als Informanten zu nutzen oder das Verhalten der Dyade von außen zu betrachten.“

Alle persönlichen Beziehungen und Partnerschaften sind durch stabile und dyadentypische Interaktionsmuster gekennzeichnet, nach Asendorpf und Banse (2000).

Zusammengefasst kann festgehalten werden, dass dieselbe Dyade wiederholt in sozialer Interaktion steht, dadurch resultiert eine Sequenz von Interaktionsepisoden und Interaktionsmustern.

Der zeitliche Abstand zwischen den einzelnen Episoden kann Minuten, Tage, aber auch Jahre dauern. Da die Interaktionspartner nicht variieren, sind die Interaktionsmuster nicht unabhängig voneinander und sich mit zunehmender Sequenzdauer eine Interaktionsgeschichte der Dyade entwickelt.

Die Konstanz der Interaktionspartner wirken stabilisierend auf das Interaktionsmuster, daher entwickelt sich nach einigen Interaktionsepisoden ein stabiles Interaktionsmuster, das die betreffende Dyade charakterisiert und zukünftiges Verhalten vorhersehbar macht.

Alltagspsychologisch würde in diesem Fall von einer Beziehung gesprochen: Die beiden Personen der Dyade haben eine Beziehung zueinander, die sich in einem stabilen Interaktionsmuster operationalisieren: Aus stabilen Interaktionsmustern können Beobachter der Dyade auf eine Beziehung schließen (Asendorpf und Banse, 2000).

Beispielsweise können solche Interaktionsmuster in unterschiedlichen Kommunikationsmustern bestehen (z.B. inhaltlich und emotional negativer Wortwechsel oder neutral und versöhnlicher Wortwechsel). Viele Ehepaare zeigen ein anderes Interaktionsmuster, wenn sie sich im Privatleben streiten als wenn sie dies in aller Öffentlichkeit tun, und natürlich streiten sie sich nicht nur, sondern lieben sich, frühstücken zusammen, besuchen Freund usw.

Ihre Interaktionsmuster sind situationsspezifisch, variieren also von Situationsklasse zu Situationsklasse, zeigen aber innerhalb derselben Situationsklasse Regelmäßigkeiten.

In Anlehnung an Hinde (1993) kann definiert werden: „Eine Dyade hat genau dann eine soziale Beziehung, wenn sie mindestens ein stabiles Interaktionsmuster aufweist.“

Diese Definition bezieht sich auf beobachtbares Interaktionsverhalten, wobei unterschiedliche Interaktionsmuster von außen beobachtbar sind. 

Aber es gibt es noch die mentale Repräsentation der Partnerschaft von beiden Beziehungsbeteiligten, welche eine größere Bedeutung einnimmt: Beziehungsrepräsentationen können auch als Beziehungsschemata beschrieben werden, bestehend aus drei Elementen (Baldwin, 1992): dem Bild vom Partner in der Beziehung, dem Bild der eigenen Person in der Beziehung und dem Bild von der Interaktion zwischen beiden Beziehungspartnern. 

„Die Beziehungsschemata beider Partner bilden das eigentliche Substrat persönlicher Beziehungen; ihr Vorhandensein unterscheidet z.B. persönliche Beziehungen von Rollenbeziehungen, für die kein beziehungsspezifisches Wissen vorliegt“ (Baldwin, 1992). 

Die gespeicherten Informationen in den Beziehungsschemata bilden die Grundlage dafür, die vermutete Reaktion des Beziehungspartners auf eine eigene Aktion in der Vorstellung „simulieren“ zu können.

Aufgrund dieser Eigenschaft wird das Beziehungsschema in der Bindungstheorie als internes Arbeitsmodell bezeichnet (Bowlby, 1969). Von den im Beziehungsschema kumulierten Beziehungserfahrungen ist es abhängig, ob der Partner als verlässlich, einfühlsam und unterstützendoder als unzuverlässig, kühl und abweisend, empfunden wird und wie folglich die Beziehung insgesamt bewertet wird (Banse, 2003).

Partnerschaftsdiagnostik

Banse (2003) diskutiert die diagnostischen Zugänge hinsichtlich der Partnerschaftsdiagnostik. Durch die Partnerschafts- und Beziehungsforschung ist eine unübersehbare Fülle von standardisierten Verfahren zur Diagnose von Partnerschafts- und Beziehungsmerkmalen entstanden.

Der Hauptanteil stützt sich auf den expliziten Selbstbericht per Fragebogen, aber auch alternative diagnostische Verfahren wie experimentelle oder auf Interviews gestützte implizite Messverfahren, sowie Systeme zur Kodierung partnerschaftlichen Interaktionsverhaltens werden verwendet.

Banse sieht als Fazit, dass es keinen idealen Zugang zur Diagnose gibt, sinnvoll erscheint, wenn die spezifischen Vorteile der verschiedenen Verfahren kombiniert weden und so methodisch Einseitigkeiten und Verzerrungen überwunden werden.

Im Hinblick auf Partnerschaftsdiagnostik ergeben sich in Anlehnung an Banse (2003) die zentralen Konstrukte Verhaltensmuster und Beziehungsschema, diese lassen den Gegenstand der Partnerschaftsdiagnostik und die verfügbaren Methoden näher bestimmen.

Es ist möglich verschiedene Aspekte der Beziehungsschemata beider Partner zu erfassen, um auf entsprechende Beziehungsqualitäten und deren affektive Bewertung zu schließen. Hierfür eignen sich direkte Befragungen als auch indirekte oder implizite Methoden.

Die Ziele der Partnerschaftsdiagnostik sind so vielfältig wie die interdisziplinären Gebiete der Beziehungsforschung. In der klinischen Forschung wird öfter älteren, aber bewährten Methoden Vorrang gegeben, da für diese allgemein anerkannte kritische Werte vorlegen.

Die sozial- oder entwicklungspsychologisch orientierte Paarforschung zielt darauf ab, allgemeine Gesetzmäßigkeiten des Funktionierens oder Scheiterns von Partnerschaften zu erkennen.

Partnerschaftserfolg

Die Konstrukte Partnerschatszufriedenheit und Partnerschaftsstabilität erfassen den Erfolg von Partnerschaften. Banse (2003)

Beziehungsklassifikationen

Die große Vielfalt sozialer Beziehungen hat Anlass zu verschiedenen Beziehungsklassifikationen nach Beziehungstypen gegeben, jedoch hat sich bis heute keiner durchgesetzt. Es existiert vielmehr ein Nebeneinander mehr oder weniger ähnlicher Kriterien, nach denen Beziehungstypen unterschieden werden.

Es gibt Unterscheidungen zwischen Rollenbeziehungen, persönlichen Beziehungen und eine Klassifikation nach (kulturell definierten) Verwandtschaftstypen. Beispielsweise in westlichen Ländern: Beziehungen zwischen Eltern und Kind, Großeltern und Kind, Onkel/Tante und Kind, Geschwister, Cousins und Cousinen (Asendorpf und Banse, 2000). 

Wird diese zunächst rein kategoriale Klassifikation auf die ihr zugrundeliegende genetische Verwandtschaft zurückgeführt und dies zu einer besser begründeten dimensionalen Klassifikation von Beziehungen nach ihrer genetischen Ähnlichkeit.

Beziehungen variieren in der genetischen Ähnlichkeit der Bezugspersonen. Es wird vermutet, dass diese genetische Dimension von Beziehungen künftig wesentlich an Bedeutung gewinnen wird (Asendorpf und Banse, 2000). 

Ein weiteres, objektiv messbares Merkmal, in dem sich Beziehungen unterscheiden, ist die Altersähnlichkeit der Bezugspersonen (beispielsweise der Peers). Peers sind nichtverwandte Kinder, Jugendliche oder junge Erwachsene ähnlichen Alters, Peer-Beziehungen sind Beziehungen zwischen Peers, Peer-Gruppen sind soziale Gruppen, die aus Peers bestehen. Neben solchen Beziehungsklassifikationen nach Verwandtschaftsgrad, genetischer Ähnlichkeit und Altersähnlichkeit werden Beziehungen oft nach der Art des vorherrschenden Interaktionsmusters oder Beziehungsschemas klassifiziert, dabei gibt es beliebig viele Klassifikationsmöglichkeiten, je nachdem welches Beziehungsmerkmal betrachtet wird. Asendorpf und Banse (2000): „Besonders häufig beziehen sich derartige Klassifikationen auf Beziehungsmerkmale, die sich auf eine grundlegende Dimension der psychischen Nähe versus Distanz beziehen lassen“. Beispielsweise sechs Merkmale: Enge, Intimität, Liebe, Sexualität, Bindung und Unterstützung. „Enge“ bezieht sich sowohl auf die räumliche, wie auch auf die psychische Nähe der Bezugsperson. Das Beziehungsmerkmal „Liebe“ bezieht sich auf den Grad der wechselseitigen Liebe zwischen zwei Erwachsenen. Durch diesen Grad ist eine Trennung von „Liebesbeziehungen (romantischen Beziehungen)“ von anderen engen Beziehungen zu trennen. „Sexualität“ als Beziehungsmerkmal, umfasst das Erleben „gemeinsamer“ sexueller Aktivitäten.

Ein weiteres Beziehungsmerkmal „Bindung“ umfasst, inwieweit die Bezugsperson bei Gefahr aufgesucht wird, um Sicherheit zu erlangen. In der Kindheit sind Eltern diese Sicherheitsspender für ihre Kinder, später werden sie durch Lebensgefährten oder sehr gute Freunde ersetzt. Untersuchungen ergaben, dass für Personen im jungen Erwachsenenalter der Partner/die Partnerin die entscheidende und Sicherheit spendende Bezugsperson ist, es folgen die Mutter und dann sonstige Beziehungen, wobei der Ex-Partner / die Ex-Partner nicht mehr Sicherheit bietet als andere gegengeschlechtliche FreundInnen (Asendorpf et al., 2007). „Unterstützung“ kann unterteilt werden in unterstützende und wenig unterstützende Beziehungen.

Beziehungstypen: Beziehungen in Familien, Peer-Beziehungen und außerfamiliäre Beziehungen im Erwachsenenalter

Gegenstand der Familienpsychologie ist das gesamte System der Familie. Außerhalb der Familie finden sich die Systeme der Peer-Beziehungen und weitere außerfamiliäre Beziehungen im Erwachsenenalter (Freundschaftsbeziehungen, Beziehungen im Berufsleben und Nachbarschaftsbeziehungen). Unter Beziehungen in Familien versteht sich allem voraus die PartnerInnenwahl und Partnerschaft, Eltern-Kind-Beziehungen und Geschwisterbeziehungen.

PartnerInnenwahl und PartnerInnensuche