Optionen für jedermann - Stefan Deutschmann - E-Book

Optionen für jedermann E-Book

Stefan Deutschmann

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Beschreibung

Es gibt viele Angebote innerhalb der Finanzwelt, die einem den großen Reichtum versprechen. Machen wir uns nichts vor, 99% davon ist völliger Quatsch und bringt einem nichts, außer leerere Taschen, als man sie vorher schon hatte. Bücher sind häufig veraltet oder einfach nicht mehr zeitgemäß und Seminare sind teure Vergnügen, die einem am Ende jedoch auch kein Geheimnis verraten. Hierzulande redet so gut wie niemand über den Handel mit Optionen. Optionen sind ein tolles Finanzprodukt, welches, richtig eingesetzt, gegenüber Aktien eine deutliche Überrendite erzielen kann. Dieses Buch soll dir dabei helfen, einen fundierten und breit gefächerten Einblick in die Welt der Optionen zu liefern. Es ist unabdingbar, dass du stets neugierig und interessiert bleibst. Ein einzelnes Buch vermag es nicht, alles zu lehren, was es in diesem Bereich zu lehren und wissen gibt. Es wurde jedoch darauf geachtet, dass all das angesprochen wird, was du benötigst, um die ersten Trades aufzusetzen und um die ersten Erfolgserlebnisse zu erhalten. Es handelt sich jedoch noch immer um ein Fachbuch, du wirst es also wohl eher nicht wie ein Roman an einem Stück lesen können. Zum Lernen ist ein freundschaftliches Verhältnis, gepaart mit etwas Witz und zahlreichen Beispielen, eher geeignet, als stundenlanger Frontalunterricht. Es ist sehr schwer, ein solches Buch konzeptionell für jeden geeignet aufzubauen, da das zu vermittelnde Wissen schier unendlich zu sein scheint. Es wurde jedoch versucht, einen logischen Aufbau an den Tag zu legen, der dir erst die Basics vermittelt und später auf reale Beispiele und Strategien eingeht, die du praktisch umsetzen kannst. Noch einmal, es ist ein Fachbuch, darum wird es auch Anteile geben, die dich langweilen oder vielleicht anfangs auch überfordern (Stichwort „die Griechen“). Mach dir nichts draus, das geht jedem so, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Sei strebsam und wissbegierig und dir wird eine wunderbare Welt voller Möglichkeiten eröffnet.

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Optionen für jedermann

 

Einfach. Profitabel. Handeln.

 

 

1. Auflage

 

Stefan Deutschmann

 

I M P R E S S U MOptionshandel für jedermann

Einfach. Profitabel. Handeln.

1. Auflage© 2019 Stefan Deutschmann.Alle Rechte vorbehalten.Autor: Stefan DeutschmannE-Mail: [email protected]

 

Cover: Samantha Stückroth

E-Mail: [email protected]

 

Verlag: Selbstverlag

 

Druckversion: epubli – ein Service der neopubli GmbH, Berlin 

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Vorwort

1. Allgemeines

1.1 Ein Spiel der Wahrscheinlichkeiten?!

1.2 Was ist eine Option?

1.3 Aktien vs. Optionen

2. Grundlagen

2.1 Wesentliche Merkmale von Optionskontrakten

2.2 Grundlagen: Call vs. Put

2.3 Optionen kaufen oder verkaufen?

2.4 Gewinn/Verlust Diagramme

2.5 Wiederholung: Call Optionen verstehen

2.6 Wiederholung: Put-Optionen verstehen

2.7 Option Moneyness (ITM, OTM, ATM)

2.8 Extrinsischer & Intrinsischer Wert

2.9 “Die Griechen”

2.10 Volatilität

2.11 Gewinnwahrscheinlichkeit (POP)

2.12 Standardabweichung

2.13 Die Wahrscheinlichkeiten handeln

2.14 Bid-Ask-Spread

2.15 Volumen & Open Interest

2.16 Nominalwert & Kaufkraft (Buying Power)

2.17 Optionsverfall & Zuteilung (angedient werden)

2.19 Earnings

2.21 Korrelation zur Diversifikation nutzen

2.22 Marktbewusstsein

2.23 Anzahl der Ereignisse

2.24 Die “echte” Wahrscheinlichkeit

2.25 “Black Swan” Events

3. Strategien

3.1 Wie wähle ich die richtige Strategie?

3.2 Naked Put Optionen

3.3 Naked Call-Optionen

3.4 Covered Call

3.5 Vertical Debit Spread

3.6 Long Call Vertical Spread

3.7 Long Put Vertical Spread

3.8 Vertical Credit Spread

3.9 Short Put Vertical Spread

3.10 Short Call Vertical Spread

3.11 Strangle

3.12 Iron Condor

3.13 Straddle

3.14 Iron Fly

4. Das 1x1 des Trades

4.1 Einen Trade eröffnen

4.2 Einen Trade schließen

4.3 Optionsstrategien für Anfänger

4.4 Welche Strategien adjustieren wir nicht und warum?

4.5 Verlustpositionen adjustieren

4.6 Warum sollte man Optionen rollen?

4.7 Ganzheitliche Betrachtung des Adjustierens

4.8 Eine “nackte” Option adjustieren

4.9 Strangles und Straddles adjustieren

4.10 Warum du keine Stop-Loss-Orders nutzen solltest

5. Erfolgreich handeln

5.1 Wiederholung der wichtigsten Grundlagen

5.2 Angst und Kontrolle

5.3 Gewinner managen

5.4 Was gibt es vor dem Trade zu beachten?

5.5 Wo liegt der Unterschied zwischen Strategien mit und ohne vordefinierter Verlustgrenze?

5.6 Wie hilft der VIX bei der Auswahl der richtigen Strategie?

5.7 Ablauf und Durchführung eines Trades (Verkauf von Optionen)

5.8 Ablauf und Durchführung eines Trades (Earnings-Trade)

5.9 Ablauf und Durchführung eines Trades (Volatilität)

5.10 Ablauf und Durchführung eines Trades („close your eyes and sell puts“)

5.12 Ablauf und Durchführung eines Trades (Ratio-Spreads)

5.13 Tägliche Portfolioroutine

6. Spickzettel

Bullishe Strategien

6.1 Covered Call

6.2 Long Call Diagonal Spread

6.3 Naked Short Put

6.4 Long Call Vertical Spread

6.5 Short Put Vertical Spread

Baerishe Strategien

6.6 Long Put Vertical Spread

6.7 Long Put Diagonal Spread

6.8 Naked Short Call

6.9 Short Call Vertical Spread

Neutrale Strategien

6.10 Broken Wing Butterfly

6.11 Butterfly

6.12 Calender Spread

6.13 Iron Condor

6.14 Iron Fly

6.15 Jade Lizard

6.16 Straddle

6.17 Strangle

Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: CatchMark Timber Trust Inc. (CTT), Preis in USD, vom 15.02.2019      18

Abbildung 2: Optionskette des SPY      33

Abbildung 3: Rechte und Pflichten von Käufern und Verkäufern      47

Abbildung 4: Gewinn/Verlust-Diagramm (Long-Call)      54

Abbildung 5: Gewinn/Verlust-Diagramm (Call-Spread)      56

Abbildung 6: Gewinn/Verlust-Diagramm (Iron Condor)      57

Abbildung 7: "Moneyness" #1      72

Abbildung 8: „Moneyness“ #2      74

Abbildung 9: Intrinsischer / Extrinsischer Wert anhand der „Moneyness“      80

Abbildung 10: Veränderung des Gamma während des Trades      92

Abbildung 11: : Einfluss des Gamma auf P/L während des Trades      93

Abbildung 12: Gamma innerhalb verschiedener Strategien      94

Abbildung 13: Gamma anhand verschiedener Strikes      94

Abbildung 14: Thetaverfall über Zeit (in Verbindung mit der Prämie)      100

Abbildung 15: Verhältnis Prämie/Thetaverfall      101

Abbildung 16: Vega anhand verschiedener Strategien      104

Abbildung 17: Vega anhand verschiedener Strikes      105

Abbildung 18: Verschiedene IV-Ranks und Interpretationen      111

Abbildung 19: Berechnung des IVR      113

Abbildung 20: Expected Move bei IV=15      116

Abbildung 21: Expected Move bei IV=30      117

Abbildung 22: VIX "Contango"      120

Abbildung 23: VIX "Backwardation"      121

Abbildung 24: Graphische Darstellung der 1. und 2. Standardabweichung im SPY bei einem IVR von 11      134

Abbildung 25: Gewinnwahrscheinlichkeit Strangles; 1. vs. 2. Standardabweichung      136

Abbildung 26: Strangles; 1. vs. 2. Standardabweichung (Simulation mit 1 Mio. USD Kontogröße, wovon 25% aktiv für Trades genutzt wurde. 75% wurden in Cash gehalten.      137

Abbildung 27: Strangles, 1. vs. 2. Standardabweichung, graphisch      138

Abbildung 28: Gewinn/Verlust-Diagramm Short-Put      140

Abbildung 29: Gewinn/Verlust-Diagramm Short-Call      141

Abbildung 30: Gewinn/Verlust-Diagramm Strangle      142

Abbildung 31: Gewinn/Verlust-Diagramm bei 10 DTE      144

Abbildung 32: Gewinn/Verlust-Diagramm bei 45 DTE      145

Abbildung 33: Gewinn/Verlust-Diagramm Long-Put      147

Abbildung 34: Gewinn/Verlust-Diagramm Long Call      148

Abbildung 35: Beispiel für enge Spreads, gutes Volument und gutes Open Interest im SPY      157

Abbildung 36: Beispiel für die benötigte Buying-Power eines Strangles in Canopy (CGC)      170

Abbildung 37: Gesunder "Mittelweg" durch Diversifikation      187

Abbildung 38: Historische vs. implizite Volatilität      208

Abbildung 39: Sortierung von Aktien nach IVR      210

Abbildung 40: Gewinn/Verlust-Diagramm Long-Put      216

Abbildung 41: Gewinn/Verlust-Diagramm Naked-Short-Put      219

Abbildung 42: Gewinn/Verlust-Diagramm Long-Call      223

Abbildung 43: Gewinn/Verlust-Diagramm Naked Short Call      227

Abbildung 44: Gewinn/Verlust-Diagramm Vertical Credit Spread (Put)      245

Abbildung 45: Gewinn/Verlust-Diagramm Vertical Credit Spread (Call)      247

Abbildung 46: Gewinn/Verlust-Diagramm Strangle      254

Abbildung 47: Gewinn/Verlust-Diagramm Iron Condor (gleichgroße Spreads auf beiden Seiten)      257

Abbildung 48: Gewinn/Verlust-Diagramm Straddle      261

Abbildung 49: Gewinn/Verlust-Diagramm Iron Fly      265

Abbildung 50: Gewinn/Verlust-Diagramm Iron Fly (Beispiel)      267

Abbildung 51: Take-Profit (vor dem Rollen)      307

Abbildung 52: Take-Profit (nach dem Rollen)      307

Abbildung 53: Verlauf des Rollens anhand eines Charts      321

Abbildung 54: Verlauf des Rollens anhand P/L-Diagramm      322

Abbildung 55: 1-Jahres-Chart der Aktie ROKU      335

Abbildung 56: Thetaverfall im Laufe der Zeit      339

Abbildung 57: Stärke des Thetaverfalls anhand unterschiedlicher Anfangswerte      340

Abbildung 58:Vergleich von Trades mit 21 / 45 DTE (gemessen anhand des SPY)      341

Abbildung 59: Langzeitvergleich verschiedener Managementzeitpunkte      342

Abbildung 60: Management nach Strategie      344

Abbildung 61: Strangles      344

Abbildung 62: Straddles      345

Abbildung 63: Naked-Put      345

Abbildung 64: Naked-Call      345

Abbildung 65: Fairer Preis" im SPY      349

Abbildung 66: P/L-Diagramm Strangle (grün), Iron Condor mit 1 USD (gelb) und 5 USD (türkis) weiten Strikes      352

Abbildung 67: Die Griechen: Strangle vs. Iron Condor      353

Abbildung 68: Einfluss des Vega auf IC und Strangle      354

Abbildung 69: Pro/Contra (un)definiertes Risiko      355

Abbildung 70: Unterschied der prozentualen Prämie bei unterschiedlichen VIX-Niveaus (durchschnittliche Prämie als Prozentsatz des Preises des Underlyings)      356

Abbildung 71: P/L Iron Condor vs. Strangle (niedriger vs. hoher VIX)      357

Abbildung 72: Eigenschaften verschiedener Strategien      360

Abbildung 73: Volacrush der Aktie „BBBY“ vor den Earnings.      369

Abbildung 74: Wahl des Verfallzyklus für einen Earnings-Trade in BBBY      370

Abbildung 75: VIX "mean-reverting" 2018      379

Abbildung 76: Beispiel für einen VXXB-Trade (Vertical-Spread)      380

Abbildung 77: Beispielkonfiguration FinViz      387

Abbildung 78: Ergebnisse der Filterkriterien bei FinViz      389

Abbildung 79: Aufbau Ratio-Spread      393

Abbildung 80: P/L-Diagramm Put-Ratio-Spread (1xΔ50 Long-Put; 2x Δ30 Short-Put)      394

Abbildung 81: Gewinnzone Put-Ratio-Spread (Kauf 1x Δ50 Long-Put, Verkauf 2x Δ30 Short-Put)      395

Abbildung 82: Beispiel Naked-Short-Put      406

Abbildung 83: Beispiel für einen Long Call Vertical      408

Abbildung 84: Beispiel für einen Short Put Vertical      410

Abbildung 85: Beispiel für einen Long Put Vertical      413

Abbildung 86: Beispiel für einen Naked Short Call      417

Abbildung 87: Beispiel für einen Short Call Vertical      419

Abbildung 88: Beispiel für einen Broken Wing Butterfly      422

Abbildung 89: Beispiel für einen Butterfly      425

Abbildung 90: Beispiel für einen Iron Condor      430

Abbildung 91: Beispiel für einen Iron Fly      433

Abbildung 92: Beispiel für einen Jade Lizard      435

Abbildung 93: Beispiel für einen Straddle      438

Abbildung 94: Beispiel für einen Strangle      441

Abkürzungsverzeichnis

A.M.Vormittags

AMCAfter Market Closing

ATMAt-the-Money

Bln.Milliarden (=Mrd.)

BMOBefore Market Opening

BTCBuying to Open

BTOBuying to Close

DTEDays till experation

ETCExchange Traded Commodity

ETFExchange Traded Fund

ETNExchange Traded Note

EUREuro

ITMIn-the-Money

IVImplizite Volatilität

IVRImplied Volatility Rank

Mio.Millionen

o.oder

OCCOptions Clearing Corporation

OTM Out-of-the-Money

P.M. Nachmittags

P/L Profit/Loss (Gewinn/Verlust)

POP Potential of Profit (Gewinnwahrscheinlichkeit)

STC Selling to Close

STO Selling to Open

SQRTWurzel

u.

Vorwort

Ein gutes Buch beginnt immer mit einem ehrlichen Vorwort. Also möchte ich mich zunächst dafür bedanken, dass du mein Erstlingswerk gekauft hast und ich hoffe, dass du am Ende damit zufrieden sein wirst. Was hat mich dazu bewogen, dieses Buch zu schreiben und warum ist es so verhältnismäßig günstig? Ich selbst handle seit Jahren in unterschiedlichen Ansätzen an den Finanzmärkten und musste mir, wie wohl so gut wie jeder, alles von der Pike auf selber beibringen. Ich hatte keinen Mentor und weiß, wie frustrierend es sein kann, diese Reise alleine antreten zu müssen. Es gibt viele Angebote innerhalb der Finanzwelt, die einem den großen Reichtum versprechen oder einen in kurzer Zeit zum Profi machen wollen. Machen wir uns nichts vor, 99% davon ist völliger Quatsch und bringt einem nichts, außer leerere Taschen, als man sie vorher schon hatte. Bücher sind häufig veraltet oder einfach nicht mehr zeitgemäß und Seminare sind teure Vergnügen, die einem am Ende jedoch auch kein Geheimnis verraten.

2018 habe ich mich daher dazu entschlossen, dieses Buch zu verfassen und einem Bereich zu widmen, der im deutschsprachigen Raum etwas zu kurz zu kommen scheint. Hierzulande redet so gut wie niemand über den Handel mit Optionen. Mir ist wohl bekannt, dass „der Deutsche“ kein großes Interesse an den Kapitalmärkten hat, vor allem nicht an Aktien. Häufig bleibt es beim Sparbuch – das muss reichen. Wenn also das Interesse an Aktien schon so niedrig ist, kann man erahnen, dass jenes an Optionen noch viel geringer sein muss. Zu Unrecht, wie ich finde. Optionen sind ein tolles Finanzprodukt, welches, richtig eingesetzt, gegenüber Aktien eine deutliche Überrendite erzielen kann. In Deutschland leider ein Nischenthema. Die hierzulande erschienene Literatur ist leider etwas in die Jahre gekommen, teilweise einfach nur schlecht und häufig völlig überteuert, beziehungsweise schlichtweg nicht praktikabel oder für den kleinen Privatanleger geeignet. Genau diesen Aspekt würde ich gerne zu ändern versuchen.

Die Absicht ist es daher, ein größtmögliches Interesse an diesem Themengebiet zu generieren und mehr Menschen für Optionen zu begeistern. Dies geht unter Anderem nur, wenn man auch preislich vertretbar auftritt. Auch wenn in diesem Werk Tage, Wochen und Monate stundenlanger Arbeit stecken, denke ich doch, dass es motivierender für dich wirkt, keine überhöhten Preise zu verlangen. Dieses Werk gilt also keineswegs der persönlichen Bereicherung, was angesichts der Abzüge, Gebühren und Steuern auch gar nicht möglich ist, sondern soll dich begeistern und inspirieren.

Was ist dieses Buch und was ist es nicht? Wird dich dieses Buch zum Millionär machen? Sicher nicht, dazu gehört deutlich mehr, als ein paar Zeilen zu lesen. Soviel Ehrlichkeit muss sein. Gleichwohl soll es dir dabei helfen, einen fundierten und breit gefächerten Einblick in die Welt der Optionen zu liefern. Es ist unabdingbar, dass du stets neugierig und interessiert bleibst. Ein einzelnes Buch vermag es nicht, alles zu lehren, was es in diesem Bereich zu lehren und wissen gibt. Dafür würden auch keine 1.000 Seiten ausreichen. Es wurde jedoch darauf geachtet, dass all das angesprochen wird, was du benötigst, um die ersten Trades aufzusetzen und um die ersten Erfolgserlebnisse zu erhalten. Es handelt sich jedoch noch immer um ein Fachbuch, du wirst es also wohl eher nicht wie ein Roman an einem Stück lesen können.

Zum Lernen ist, meiner Meinung nach, ein freundschaftliches Verhältnis, gepaart mit etwas Witz und zahlreichen Beispielen, eher geeignet, als stundenlanger Frontalunterricht. Diesem Anspruch versuche ich hier gerecht zu werden. Auch ich war blutiger Anfänger und kenne deine Situation, deshalb wirst du auch nicht von oben herab, sondern direkt und persönlich angesprochen. Oberstes Ziel muss es sein, dass du das Gelesene verstehst und Anwenden kannst! Keinem ist dabei geholfen, wenn du dieses Buch am Ende deprimiert in die Ecke pfefferst, statt dich ernsthaft mit der Zukunft auseinanderzusetzen.

Es ist sehr schwer, ein solches Buch konzeptionell für jeden geeignet aufzubauen, da das zu vermittelnde Wissen schier unendlich zu sein scheint. Es wurde jedoch versucht, einen logischen Aufbau an den Tag zu legen, der dir erst die Basics vermittelt und später auf reale Beispiele und Strategien eingeht, die du praktisch umsetzen kannst. Noch einmal, es ist ein Fachbuch, darum wird es auch Anteile geben, die dich langweilen oder vielleicht anfangs auch überfordern (Stichwort „die Griechen“). Mach dir nichts draus, das geht jedem so, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Die ersten Kapitel sind von Theorie geprägt und sollen dir ein Verständnis für die grundlegenden Konzepte des Optionshandels vermitteln. Es wird größte Rücksicht darauf genommen, dieses Wissen einfach und praxisnah zu vermitteln, gleichwohl es manche Themenbereiche gibt, durch die man einfach durch muss. Am Ende eines jeden Abschnittes erhältst du nach dem kleinen Hinweis „Merke“ noch einmal die wichtigsten Informationen in aller Kürze. Sobald es später an die Strategien und Handelsansätze geht, kannst du auf die Spickzettel und Checklisten gegen Ende des Buches zurückgreifen, dir diese ausdrucken und neben deinen Bildschirm kleben. Grundsätzlich hast du also das gesamte Buch über die Möglichkeit, schnell und unkompliziert Themeninhalte wieder abzurufen.

1. Allgemeines

1.1 Ein Spiel der Wahrscheinlichkeiten?!

Du musst zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht genau verstehen, was ich dir in den kommenden Zeilen erzählen werde. Wenn du noch nie in deinem Leben mit Optionen in Berührung gekommen bist, dann ist das überhaupt nicht schlimm. Eigentlich könnte es sogar von Vorteil sein, wenn du noch keine Berührungspunkte hattest. Bevor wir aber überhaupt über Optionen sprechen, möchte ich zunächst darauf eingehen, wie Kasinos und Versicherungen Geld verdienen.Jetzt denkst du wahrscheinlich: "Warte eine Sekunde, Kasinos und Versicherungsgesellschaften? Was interessiert mich das? Ich bin hier, um Geld zu verdienen." Hör mir einfach für einen Moment zu, nach dem Beispiel verstehst du ein wenig besser, worum es eigentlich geht - versprochen.

So verdienen Kasinos Geld.Es ist absolut simpel und du wusstest es wahrscheinlich bereits, aber sie verdienen Geld mit kleinen theoretischen Wahrscheinlichkeitsungleichgewichten in jedem der Hunderten von Glücksspielen.Einfach ausgedrückt: Wenn du weißt, dass die Wahrscheinlichkeit, dass bei einem Münzwurf Kopf oder Zahl fällt, 50% beträgt, dann könnte dir das Kasino 10 EUR zahlen, wenn die Münze auf Kopf, aber 11 EUR, wenn sie auf Zahl landet.Entweder legen die Kasinos die Spiele so fest, dass die Wahrscheinlichkeiten zu ihren Gunsten sind oder sie zahlen entweder eine Summe aus, die sich nach den Wahrscheinlichkeiten eines Ereignisses richtet.

Nehmen wir einfach mal Roulette. Grundsätzlich hat ein Rouletterad 36 nummerierte Felder, schwarz und rot und vermutlich hast du in Filmen auch schon einmal gehört „ich werde nach Vegas fahren und alles auf Rot setzen“. Die Meisten dieser Roulettetische haben entweder ein, zwei oder manchmal drei grüne Felder sowie entweder eine Null, doppelte Null oder sogar dreifache Null. Schon mal aufgefallen?Im Grunde ist es so, dass, wenn du in ein Kasino gehst, diese Zahlen, diese Doppel-Nullen, Dreifach-Nullen und all das Zeug die Chancen zu Gunsten des Kasinos neigen.Wenn du auf eine Farbe setzt, dann beträgt die Gewinnwahrscheinlichkeit 1:1, sprich, wenn du 10 EUR setzt, kannst du 10 EUR gewinnen.Banal betrachtet, machst du 100% Gewinn. Du gehst also erstmal davon aus, dass du eine 50%ige Gewinnwahrscheinlichkeit hast, richtig? Die Realität ist, dass in den meisten Kasinos, insbesondere amerikanischen, die Wahrscheinlichkeit, jedes Mal auf Schwarz oder Rot zu treffen, nur 46,37% beträgt.Das liegt an den zusätzlichen Grünflächen, die sich auf dem Roulettetisch befinden.

Eine weitere Frage, die man sich in diesem Zusammenhang stellen muss, ist: Warum haben Kasinos Tischlimits. Sie haben Tischlimits, weil dadurch die Anzahl der Spiele erhöht wird, die eine Person spielen wird, was den Hausvorteil des Kasinos erhöht.Schau, je länger du spielst, desto mehr kannst du verlieren. Kasinos setzen bewusst auf Tischlimits, um zu steuern, wie oft jemand ein Spiel spielt. Der Grund, warum sie das tun, ist, dass sie nicht wollen, dass du um die Ecke kommst und beispielsweise direkt 1 Mio. EUR auf schwarz oder rot setzt. Das Risiko wäre für das Kasino in diesem Fall viel zu hoch. Würdest du aber über Jahre kommen und jedes Mal nur 10 EUR pro Spiel einsetzen, dann würden sie diese Wette auf jeden Fall annehmen, denn die Statistik spielt hier ganz klar gegen dich.

Oder nehmen wir Versicherungen. Stell dir vor, du hast eine KFZ-Versicherung, für die du Jahr um Jahr Beiträge zahlst. Wie oft hast du diese tatsächlich schon gebraucht und wie viel hast du eingezahlt? Auch Versicherungen arbeiten nach dem Prinzip der Wahrscheinlichkeit, kalkulieren ihr Risiko und lassen dich eine dementsprechende Prämie bezahlen. Die Statistik ist auch hier auf Seiten der Gegenpartei.

Warum sollte dich das alles interessieren? Wie wäre es, wenn du an den Kapitalmärkten auch mal die „Bank“ spielen könntest und ausnahmsweise die Wahrscheinlichkeitstheorie zu deinen Gunsten eingesetzt werden könnte? Aufregend oder? Lass uns diese Reise gemeinsam antreten, dir wird alles erklärt, wenn du geduldig und wissbegierig bist.

Merke:

Die zuverlässigsten und konsistentesten Gewinne werden auf Grundlage der Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik erzielt.

1.2 Was ist eine Option?

Zunächst möchte ich über die absoluten Grundlagen des Optionshandels sprechen. Wahrscheinlich bist du absoluter Beginner oder hast noch nie davon gehört, dass mit Optionen gehandelt werden kann und was diese eigentlich sind.Wichtig ist also, dass wir zunächst verstehen, was eine Option, beziehungsweise einen Optionsvertrag überhaupt ausmacht.

 

Warum und für welchen Zweck wurden Optionen eigentlich erfunden? Im Kern sollen sie „Verwaltungsaufgaben“ erledigen, namentlich zur Risikominimierung beitragen. Dadurch erhält man die Möglichkeit, sich abzusichern, zu spekulieren oder die Kontrakte als eine Art Versicherung zu verwenden.Für den Handel mit Optionen ist es wichtig, dass wir den Nutzen und das Risiko jeder einzelnen Position, die wir eingehen, klar definieren und verstehen. Also, was ist nun ein Optionskontrakt? Optionen sind lediglich eine rechtlich bindende vertragliche Vereinbarung zwischen einem Käufer und einem Verkäufer zum Kauf und Verkauf von Aktien zu einem festen Preis über einen bestimmten Zeitraum. Dies ist der gravierende Unterschied zwischen Optionen und Aktien im Allgemeinen. Es wird ein Handel zu einem festen Preis und für einen festen Zeitraum vereinbart.

 

Im Wesentlichen gibt es zwei Arten von Optionen, Puts und Calls. Call-Optionen geben dem Inhaber der Option das Recht, nicht die Verpflichtung, eine Aktie zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem bestimmten Preis zu kaufen. Noch einmal: es gibt dem Eigentümer das Recht, aber nicht die Verpflichtung, das heißt, wenn ich eine Call-Option besitze, habe ich die Wahl, oder man würde auch "die Option" sagen, diese Aktie zu einem bestimmten Preis über einen bestimmten Zeitraum zu kaufen. Verständlich oder? Bei den Put-Optionen ist es etwas anders.

 

Dies gibt dem Put-Inhaber das Recht, nicht jedoch die Verpflichtung, Aktien zu einem bestimmten Preis zu einem bestimmten Zeitpunkt zu verkaufen. Ich kann eine neue Verkaufsvereinbarung abschließen und habe die Wahl, Aktien zu einem bestimmten Preis zu verkaufen, wenn sie diesen Preis erreicht oder nicht oder ihn durchbricht und habe die Wahl, den Vertrag mit der Person einzugehen, bei der ich den Put gekauft habe.

 

Stell dir einmal Gutscheine vor, dann wird es weniger kompliziert. Nehmen wir an, wir hätten einen Gutschein für einen Cheeseburger für 1 EUR.Das ist der Ausübungspreis, den wir bereits in Höhe von 1 EUR haben. Der Burgerladen und ich haben durch diesen Coupon festgelegt, dass sie mir einen Cheeseburger für 1 EUR verkaufen werden. Bis wann ist dieser Vertrag gültig? Dies ist das Ablaufdatum, sagen wir, es ist im April. Folglich wissen wir, dass wir diese Vereinbarung bis April ausführen können, um die Ware für den genannten Preis zu erhalten. Es handelt sich hierbei also um eine Call-Option.Wenn, warum auch immer, an dem Tag, an dem ich diesen Gutschein einlösen möchte, Cheeseburger mit einmal 5 EUR kosten, dann kann ich, dank des Gutscheins, den Burger trotzdem für 1 EUR kaufen. In diesem Fall würde ich meine Option ausüben, um nur 1 EUR bezahlen zu müssen.

 

Jetzt gucken wir uns mal die andere Seite an. Ich muss Optionen grundsätzlich nicht einlösen, wenn ich sie gekauft habe, aber in diesem Fall ist es für mich von Vorteil. Nehmen wir aber die andere Seite des Beispiels und lass uns annehmen, dass ich an jenem Tag in die Burgerbude gehe und Cheeseburger kosten gerade 0,50 EUR.Ich würde in diesem Fall den Gutschein nicht einlösen, weil ich daraus keinen Vorteil ziehen würde. In diesem Fall hätte ich noch immer eine Call-Option auf Cheeseburger, aber ich werde diese Option nicht ausüben, da dies nicht in meinem Interesse ist. Warum sollte ich mehr zahlen, als ich muss? Übertrag dieses Beispiel jetzt einfach auf Aktien wie Apple oder Amazon oder welche auch immer du im Kopf haben magst. Der Ausübungspreis, das Verfallsdatum und die Art und Weise, wie die Logik funktioniert, sind für alles, was du an diese Stelle setzen würdest, gleich.

 

Noch einmal in aller Kürze – es ist wirklich wichtig, dass du diese Grundlagen verinnerlichst. Bei einer Kaufoption kaufst du die Aktie zu einem späteren Zeitpunkt zu einem festen Preis. Sie hat eine Ablauffrist. Es ist also wie ein Gutschein, den du dir selber kaufst. Dies betrifft die Calls. Mit Put-Optionen verkaufst du Aktien zu einem späteren Zeitpunkt zu einem festen Preis. Es ist also genau das gleiche – nur umgekehrt.

 

Für Neulinge ist es anfangs wirklich kompliziert, diese Vertragsverhältnisse zu verstehen, aber wenn man sich damit beschäftigt und der Knoten einmal geplatzt ist, sind Optionsverträge sehr einfach zu verstehen. Sei unbesorgt, wir werden im Laufe dieses Buches noch so oft auf die einzelnen Bestandteile eingehen, sodass es dir in Fleisch und Blut übergehen wird. Du wirst sehen, die Welt der Optionen ist keine Raketenwissenschaft.

 

Merke:

 

Optionen sind eine rechtlich bindende vertragliche Vereinbarung zwischen einem Käufer und einem Verkäufer zum Kauf und Verkauf von Aktien zu einem festen Preis über einen bestimmten Zeitraum.

 

Du kannst Optionen entweder kaufen oder verkaufen.

 

Als Käufer erwirbst du Rechte, als Verkäufer Pflichten.

1.3 Aktien vs. Optionen

Jetzt sprechen wir einmal über die Unterschiede zwischen dem Aktien- und Optionshandel. Eines muss von vorn herein jedoch klar sein. In keiner Weise werde ich versuchen, hier den Handel mit Aktien schlecht zu reden. Diese Anlageart hat seine Daseinsberechtigung und auch ich halte diverse Titel aus den unterschiedlichsten Gründen. Es gibt also keinen Grund, Aktien zu verteufeln. Gleichwohl bin ich der Auffassung, dass der Handel mit Optionen – schlechtes Wortspiel – mehr Optionen, also mehr Chancen und weniger Risiko, als Aktienhandel bietet. Diese Aussage ist allerdings auch nur bedingt richtig. Viele werden jetzt mit der Gefahr argumentieren, die aus der Hebelwirkung hervorgeht. Schauen wir uns das Ganze gemeinsam an und dann kannst du dir ein Urteil selber bilden.

Mit Optionen haben wir die Möglichkeit, die Hebelwirkung zu unserem Vorteil zu nutzen – eine gewisse Gefahr birgt sie indes trotzdem. Der Hebeleffekt kann für und gegen uns wirken, aber sofern du in der Lage bist, die Mechaniken dahinter zu verstehen, stellen Hebel ein großartiges Werkzeug dar – nicht nur im Handwerk.Einer der wichtigsten Vorteile des Optionshandels besteht jedoch genau darin - im Hebel - da du über diesen deine Rendite steigern und gleichzeitig das Risiko senken kannst. Dennoch ist Vorsicht geboten. Ein übereiliges Handeln verwandelt diese Vor-in Nachteile. Wir werden das aber alles ausführlich besprechen. Ein weiterer Vorteil der Optionen gegenüber von Aktien ist der Folgende. Wenn du mit Aktien handelst, hast du nur eine sehr begrenzte Auswahl an Möglichkeiten – du kannst Aktien kaufen oder verkaufen (Leerverkäufe einmal nicht zwingend eingeschlossen). Wenn du mit Optionen handelst, dann hast du einen riesigen Werkzeugkasten, aus dem du dich bedienen kannst. Somit hast du die Möglichkeit, eine Strategie zu erstellen, die genau deinen Annahmen über die Aktie, deiner Risikofreudigkeit, deiner Kontogröße etc. entspricht.

Du bist folglich nicht mehr auf das reine Kaufen oder Verkaufen beschränkt, sondern kannst situationsbedingt reagieren.

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, komplexe Strategien zu entwickeln, die du zu deinem Vorteil nutzen kannst. Dabei beschränken sie sich nicht nur auf die Entscheidung, ob der Aktienkurs steigen oder fallen wird. Du wirst auch in der Lage sein, einen Profit zu erwirtschaften, wenn sich die Aktie einfach überhaupt nicht bewegt. Der angesprochene Werkzeugkasten gibt dir all diese Möglichkeiten mit auf den Weg, die, wenn du sie einmal verstanden hast, passend zu jeder Situation gewählt werden können. Dazu aber gleich mehr, gucken wir uns noch einmal den Vorteil von Aktien an.

Abbildung 1: CatchMark Timber Trust Inc. (CTT), Preis in USD, vom 15.02.2019

Quelle: Yahoo Finance

Stell dir vor, du möchtest die oben dargestellte Aktie kaufen. Der Vorteil dabei ist, dass du unbegrenzt Zeit hast, um Recht zu behalten. Das bedeutet, dass du die Aktie heute kaufen könntest und zehn Jahre warten, um richtig zu liegen oder du könntest auch über Nacht richtig liegen oder auch nie.Du hast prinzipiell jedoch eine unbegrenzte Zeitspanne, solange du die Aktie behältst. Das ist aus meiner Sicht der größte Vorteil von Aktien, einmal abgesehen von Dividenden oder Sonderausschüttungen, mit denen man gezielt über die Jahre ein schönes Nebeneinkommen generieren kann. Gleichwohl, um in dem oben gezeigten Beispiel der CTT Inc. 100 Aktien erwerben zu können, müsstest du 935 USD aufwenden. Der Aktienkauf ist also sehr kapitalintensiv. Hierbei handelt es sich noch um einen vergleichsweise kleinen Titel, bedenken wir doch, dass Firmen wie Amazon oder Google bei weit über 1.000 USD pro Stück notieren. Wenn du die Aktie jetzt kaufst, kannst du also nur Geld verdienen, wenn die Aktie weiter steigt.

Nun, wenn es um Optionen geht, hast du jedoch mehrere Möglichkeiten, an diese Sache heranzugehen. Gucken wir uns noch einmal den Chart an. Je nachdem, welche Strategie du wählst, kannst du von steigenden und fallenden Kursen profitieren. Du könntest aber auch einen Bereich festlegen, in welchem du gerne profitabel sein möchtest. Sagen wir einmal, es ist dir egal, was mit der Aktie passiert – du legst keinen gesteigerten Wert darauf, ob sie steigt oder fällt. In einem solchen Fall legst du einen höchsten und einen niedrigsten Punkt fest, welcher nicht durchbrochen werden darf. Sofern die Aktie zum Ablauf der Option innerhalb dieser Kursspanne notiert, erhältst du Geld. Du verdienst also, unabhängig davon, ob die Aktie nach oben, nach unten oder seitwärts verläuft. In diesem Fall spricht man unter anderem von einem Strangle (es gibt jedoch mehrere Strategien, die ähnlich funktionieren). Klingt zu schön, um wahr zu sein oder? Dass dies ohne weiteres möglich und auf lange Sicht auch sehr profitabel ist, zeige ich dir im Laufe dieses Buches.

Hoffentlich war das ein gutes Beispiel dafür, warum man den Handel mit Optionen in Erwägung ziehen sollte und worin die grundlegenden Unterschiede zwischen Aktien-und Optionshandel begründet sind. Wie ich schon sagte, der Aktienhandel hat seine Berechtigung, ist für Anleger aber ein binäres Event und sehr kapitalintensiv.Du musst die Aktie kaufen und dich für eine Richtung entscheiden – rauf oder runter. Mit dem Handel von Optionen kannst du die Hebelwirkung verwenden, was bedeutet, dass du weniger Kapital aufbringen und damit viel mehr Aktien steuern nach deiner eigenen gewählten Strategie bewegen kannst. Dies verringert das Risiko und erhöht den potenziellen Gewinn, weil du von multidirektionalen Aktienbewegungen profitierst.Die Aktie geht ein wenig nach oben oder ein wenig nach unten oder bleibt in der Nähe oder läuft seitwärts und macht einfach nichts. Du kannst zu jeder Zeit eine Strategie anwenden, um von diesem Szenario zu profitieren.

Bitte fühle dich an dieser Stelle nicht überfordert oder denk an Hexerei, weil dein Weltbild auf den Kopf gestellt wurde. Wir werden auf jede noch so winzige Kleinigkeit eingehen, sodass du am Ende des Buches ein solides Verständnis hast und in der Lage bist, deinen Zeh ins Wasser zu halten. Der Handel mit Optionen ist ein rein mechanisches Handwerk, frei von Emotionen, solange du dich an das Regelwerk hältst.

Fassen wir noch einmal das Wichtigste zusammen. Wenn du zum ersten Mal etwas über den Aktien-und Optionshandel hörst, sagt man dir wahrscheinlich, dass der sicherere Weg der Aktienhandel ist. "Optionen sind zu riskant!" - der Satz ist nur allzu bekannt. Das wirft die Frage auf - was ist Risiko? Sind Optionen wirklich riskanter als Aktien? Im Laufe dieses Buches wirst du alleine auf die Antwort kommen.

Wenn es um Aktien geht, kaufen die meisten Anleger nur dann Aktien, wenn sie der Meinung sind, dass das Unternehmen stark wächst und der Aktienkurs steigen wird. Dies wird auch als "bullish" bezeichnet.Sobald du Aktien kaufst, gehören sie dir – und zwar solange, bis du sie wieder verkaufst.

Ein interessanter Aspekt des Besitzes von Aktien ist, dass es keine Begrenzung gibt, wie hoch der Kurs einer Aktie steigen kann. Du kannst die Aktie jederzeit verkaufen, wenn der Markt geöffnet ist. Wenn du die Aktien zu einem höheren Preis verkaufst, als du dafür gezahlt hast, erzielst du einen Gewinn.Der Handel mit Aktien ist also prinzipiell sehr schwarz und weiß - der maximale Verlust ist bei der Handelsübernahme bekannt und kann durch Multiplizieren der Anzahl der erworbenen Aktien mit dem Aktienkurs berechnet werden.In diesem Sinne ist der Kauf von Aktien recht kapitalintensiv und du kannst nur dann Geld verdienen, wenn der Aktienkurs steigt. Da erzähle ich dir sicher nichts Neues, das wusstest du bestimmt schon.

Natürlich gibt es auch den sogenannten Leerverkauf, also den Verkauf von Aktien, die du eigentlich gar nicht besitzt. Wie im vorherigen Abschnitt erwähnt, bist du beim Kauf von Aktien long, da du der Annahme bist, dass sie steigen werden. Egal, ob du das Unternehmen magst oder glaubst, dass ein Teil des Unternehmens den Preis in die Höhe treiben wird, du gehst davon aus, dass du jetzt kaufen und hoffentlich später zu einem höheren Preis verkaufen kannst.

Als Verkäufer nimmst du die entgegengesetzte Seite dieser Transaktion an. Wenn du der Meinung bist, dass ein Unternehmen seinen Höhepunkt erreicht hat oder möglicherweise in der Zukunft abnehmen wird, könntest du mit einer Short-Position von einem Ausverkauf profitieren. Etwas zu verkaufen ist in der Welt der Anleger auch als „short“ bekannt. Bei einem Leerverkauf erhältst du das Recht, Aktien auszuleihen und sie zum aktuellen Aktienkurs zu verkaufen. Im besten Fall verkaufst du die Aktien zum aktuellen Kurs und kaufst sie später zu einem niedrigeren Preis zurück. Da du möchtest, dass die Aktie fällt, bist du "bearish".

Es ist wichtig, sich an das Risiko zu erinnern, eine Aktie zu verkaufen. Wie beim Kauf von Aktien kann das Leerverkaufen von Aktien sehr teuer sein. Die Tatsache, dass es keine Obergrenze für den Aktienkurs gibt, ist immer noch wahr, aber in diesem Fall bedeutet dies auch, dass es keine Begrenzung für das Risiko gibt, mit dem du eine Aktie verlieren, da du die Aktie möglicherweise zu einem höheren, unbestimmten Wert zurückkaufen müsstest. Genau wie beim Kauf von Aktien müssest du bei Short-Positionen direkt Recht haben, um Geld zu verdienen, also die Aktie muss sich in die von dir prognostizierte Richtung bewegen.Wenn du 100 Aktien zu 100 USD pro Aktie verkaufst und diese auf 110 USD je Aktie steigt, hättest du 10 USD pro Aktie verloren, da du sie leerverkauft hast. Dies würde in diesem Beispiel einen Gesamtverlust von 1.000 USD bedeuten.

Die meisten Anleger halten Aktien immer noch für eine langfristige Anlage. Selbst wenn wir uns entschließen, sie öfter zu kaufen und zu verkaufen, bindet dies eine Menge Kapital, selbst bei einem Margin-Konto, bei dem du normalerweise nur 50% des Wertes der Aktien anlegen müssest. Gleichzeitig ist es äußerst schwierig, die Kursrichtung der Aktien richtig und konsistent zu bestimmen.Das ist einer der Gründe, warum wir Optionen handeln. Der Handel mit Optionen ermöglicht es uns, unsere Einstellung von "Wo denke ich, dass diese Aktie hingehen wird“.

Im Gegensatz zu vielen kurzfristigen Aktiengeschäften ist der Handel mit einer Option nicht nur eine 50/50-Wette. Unser Stil beim Handel mit Optionen ermöglicht es uns, verschiedene Preise auszuwählen, um Long-oder Short-Aktien zu werden, die als Ausübungspreise (Strike) bezeichnet werden. Dies ermöglicht uns, sogar Geld zu verdienen, wenn wir direkt in die falsche Richtung laufen! Wir können intelligentere Handelsentscheidungen treffen, indem wir klare Ziele setzen und Strategien zum Ausstieg festlegen. Da Optionsstrategien selbst normalerweise weniger Kapital als das Äquivalent von 100 Aktien benötigen, können Händler Optionsstrategien einsetzen, um mehr mit ihrem Geld zu erreichen.

Genug geredet, lass uns in die Welt der Optionen eintauchen und schauen, was sich hinter all dem Gesagten wirklich verbirgt.

Merke:

Optionen bieten deutlich mehr Einsatzmöglichkeiten als der reine Handel mit Aktien.

So lassen sich Strategien eher der eigenen Meinung anpassen/wählen.

Optionen profitieren vom Hebeleffekt und binden weniger Kapital.

2. Grundlagen

2.1 Wesentliche Merkmale von Optionskontrakten

Ich bin der Meinung, dass es wirklich wichtig ist, die Grundlagen einer Sache zu verstehen, bevor man in die Tiefe geht. Niemandem ist geholfen, ein Haus auf einem wackeligen Fundament zu bauen. Deshalb werde ich an dieser Stelle noch einmal auf die Merkmale von Optionsverträgen eingehen.

Ein Optionsvertrag besteht aus mehreren Bestandteilen. Zunächst die eigentliche Aktie, um die es sich handelt, auf welche wir Optionen schreiben wollen. Da es sich nicht immer um Aktien handelt, sondern auch Futures gemeint sein können, werden wir den englischen Begriff des Underlyings verwenden. Dies können beispielsweise ETF ETN ETC Futures oder jedes sonstige, handelbare Produkt sein. Also, wir wählen uns zunächst ein solches aus, das wir handeln möchten. Von dieser grundlegenden Auswahl hängen alle weiteren, folgenden Faktoren ab. Der zweite Teil ist das Ablaufdatum Verfallstag (im englischen: expiration date). Wie der Name ist suggeriert, handelt es sich dabei um jenen Tag, an welchem der Optionskontrakt endet. In der Regel ist so ein Ablaufdatum oder auch Verfallstag genannt, immer der dritte Freitag in jedem Monat. Gleichwohl gibt es hier auch Ausnahmen, so haben manche Underlyings jeden Freitag einen Verfallstag, beim SPY (= ETF auf den S&P 500) gibt es beispielsweise zusätzlich noch den zwei-tägigen und quartalsweisen Verfall. Bei Futures verhält es sich wieder ein bisschen anders, diesen sind jedoch in diesem Buch nicht Thema. Der Einfachheit halber halten wir jedoch den dritten Freitag im Monat fest. Nun wissen wir also, welche Aktie wir in welchem Zyklus handeln möchten.

Der dritte Teil des Kontraktes ist der Basispreis (Strike). Das ist der Preis, zu dem du zustimmst, die zugrundeliegenden Aktien in der Zukunft entweder zu kaufen oder zu verkaufen. Bedenke dabei