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Es ist viertel nach Niere!
Wussten Sie, dass jedes Ihrer Organe zu ganz bestimmten Zeiten arbeitet und ruht? Dieses uralte chinesische Wissen ist Ihr Schlüssel zu Gesundheit und Wohlbefinden. Im Einklang mit diesem natürlichen Energiefluss und den 5 Elementen können Sie Ihre Organe optimal unterstützen und viele körperliche und psychische Beschwerden lindern.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 146
Veröffentlichungsjahr: 2018
Rosemarie Heyny
1. Auflage 2019
30 Abbildungen
selbst nach vielen Jahren Arbeit in meiner Praxis bin ich immer wieder davon berührt, wie einzigartig alle Menschen sind und wie wertvoll es ist, in dem begleitenden Prozess der Behandlung das Wissen der Traditionellen Chinesischen Medizin einsetzen zu können.
Mein Weg des »Lernens« wird seit vielen Jahren durch LehrerInnen begleitet, die es verstehen, das Wissen nicht nur zu lehren, sondern auch die notwendige Neugierde und Begeisterung zu vermitteln. Ich möchte mich hier ganz besonders bei Friedlinde Adt-Bauckhage und Sigrid Klain bedanken – meinen 5-Elemente-Lehrerinnen im Aus- und Weiterbildungszentrum für Klassische Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin e.V. in Offenbach / Frankfurt.
Es gibt immer dynamische Wandlungen zu jeder Zeit im Leben – es geht um Werden, Veränderung und Vergehen. Dieses Buch soll Ihnen über die verschiedenen Aspekte der 5 Elemente und der Organuhr Einblicke geben in die Vielfalt der Rhythmen, Zyklen und Wandlungen, die die Natur und damit den Menschen von der Geburt bis zum Tod beeinflussen.
Ihre Rosemarie Heyny
Das Schriftzeichen Yangsheng bedeutet »Pflege des Lebens«. Dieser Begriff bezeichnet die lange Tradition der Kultivierung des Lebens auf körperlicher, seelischer und geistiger Ebene.
Organuhr & 5 Elemente
Körper und Seele im Gleichgewicht
Liebe Leserin, lieber Leser
Teil I Chinesische Medizin
1 Traditionelle Chinesische Medizin und 5 Elemente
1.1 Geschichte der 5 Elemente
1.2 Yin und Yang
2 Leben mit Rhythmen und Zyklen
2.1 Der Zyklus der Jahreszeiten
2.1.1 Energiereicher Frühling
2.1.2 Kraftvoller Sommer
2.1.3 Hoffnungsvoller Herbst
2.1.4 Beruhigender Winter
2.2 Tag-und-Nacht-Rhythmus
2.3 Die Lebenszyklen aus Sicht der Chinesischen Medizin
2.3.1 7-Jahres-Zyklus der Frau
2.3.2 8-Jahres-Zyklus des Mannes
2.4 Rituale
Teil II Die 5 Elemente
3 Die 5 Wandlungsphasen
4 Das Element Holz
4.1 Energiebewegung
4.2 Jahreszeit: Frühling
4.3 Farbe: Grün
4.4 Klima: Wind
4.5 Organe: Leber und Gallenblase
4.6 Geschmacksrichtung: sauer
4.7 Emotion: Wut und Ärger
4.8 Stimmausdruck: schreien
4.9 Körperliche Manifestationen: Muskeln, Augen und Nägel
4.9.1 Übung »Anspannungen lösen«
5 Das Element Feuer
5.1 Energiebewegung
5.2 Jahreszeit: Sommer
5.3 Farbe: Rot
5.4 Klima: Hitze
5.5 Die Organe des Feuer-Elements
5.6 Geschmacksrichtung: bitter
5.7 Emotion: Freude
5.8 Stimmausdruck: lachen
5.9 Körperliche Manifestationen: Gesicht, Zunge und Gefäße
6 Das Element Erde
6.1 Energiebewegung
6.2 Jahreszeit: Spätsommer
6.3 Farbe: Gelb
6.4 Klima: Feuchtigkeit
6.5 Organe: Milz und Magen
6.6 Geschmacksrichtung: süß
6.7 Emotion: Mitgefühl und Denken
6.8 Stimmausdruck: singen
6.9 Körperliche Manifestationen: Fleisch, Mund und Lippen
7 Das Element Metall
7.1 Energiebewegung
7.2 Jahreszeit: Herbst
7.3 Farbe: Weiß
7.4 Klima: Trockenheit
7.5 Organe: Lunge und Dickdarm
7.6 Geschmacksrichtung: scharf
7.7 Emotion: Trauer
7.8 Stimmausdruck: wehklagen, weinen
7.9 Körperliche Manifestationen: Nase, Haut und Körperhaare
7.9.1 Übung: Akupressur des Punktes Dickdarm 20
8 Das Element Wasser
8.1 Energiebewegung
8.2 Jahreszeit: Winter
8.3 Farbe: Schwarz
8.4 Klima: Kälte
8.5 Organe: Niere und Blase
8.6 Geschmacksrichtung: salzig
8.7 Emotion: Angst
8.8 Stimmausdruck: stöhnen
8.9 Körperliche Manifestationen: Ohren, Knochen, Kopfhaar
9 Die Interaktion der Elemente in den Zyklen
9.1 Der Sheng-Zyklus – Hervorbringungszyklus
9.2 Der Kontroll-Zyklus – unterstützender Zyklus
9.3 Der angreifende Zyklus
Teil III Die Organuhr
10 Das Meridiansystem und die Lebenskraft Qi
10.1 Die Kraft des Qi im Energiekreislauf
10.2 Die Akupressur
10.2.1 Das Auffinden der Punkte
10.2.2 Durchführung der Akupressur
10.2.3 Kontraindikationen
11 Metall-Organ Lunge: 3:00 bis 5:00 Uhr
11.1 Verbindung der Lunge zu Dickdarm und Blase
11.2 Die Lunge reguliert rhythmisch das Qi
11.2.1 Übung: Atmen Sie bewusst. Nadi Shodhana – die Wechselatmung
11.3 Die Lunge hat Einfluss auf das Immunsystem
11.4 Regulierende Funktionen der Lunge
11.5 Die Lunge gibt der Stimme Kraft
11.5.1 Übung: Akupressur zur Stärkung der Lungenenergie
11.6 Die Lunge unterstützt Rhythmus und Wandel
12 Metall-Organ Dickdarm: 5:00 bis 7:00 Uhr
12.1 Verbindung vom Dickdarm zu Lunge und Nieren
12.2 Der Dickdarm liebt die Regelmäßigkeit
12.3 Der Dickdarm transformiert und reinigt
12.4 Der Dickdarm reguliert das Aufnehmen und Loslassen
12.4.1 Übung: Akupressur zur Unterstützung der Dickdarmenergie
13 Erd-Organ Magen: 7:00 bis 9:00 Uhr
13.1 Verbindung vom Magen zu Milz und Perikard
13.2 Der Magen als aufnehmende Instanz
13.3 Der Magen steuert die Verdauungsprozesse
13.3.1 Übung: Akupressur zur Stärkung des Magens
13.4 Der Magen kontrolliert das Absteigen des Qi
13.4.1 Übung: Akupressur zur Beruhigung des Magens
14 Erd-Organ Milz: 9:00 bis 11:00 Uhr
14.1 Verbindung der Milz zu Magen und Dreifach-Erwärmer
14.2 Die Milz reguliert den Stoffwechsel
14.3 Die Milz kontrolliert das Aufsteigen des Qi
14.4 Die Milz unterstützt die Verdauungsprozesse
14.4.1 Übung: Akupressur zur Stärkung der Milzenergie
15 Feuer-Organ Herz: 11:00 bis 13:00 Uhr
15.1 Die Verbindung vom Herz zu Dünndarm und Gallenblase
15.2 Das Herz kontrolliert die Blutgefäße
15.3 Das Herz unterstützt den Kontakt zur Welt
15.3.1 Übung: Akupressur zur Beruhigung und Stärkung der Herzenergie
16 Feuer-Organ Dünndarm: 13:00 bis 15:00 Uhr
16.1 Die Verbindung des Dünndarms zu Herz und Leber
16.2 Der Dünndarm braucht Zeit zum Verdauen
16.3 Der Dünndarm trennt Klares von Trübem
16.3.1 Übung: Akupressur zur Stärkung und Harmonisierung der Dünndarmenergie
16.4 Der Dünndarm vermittelt Lebensfreude
17 Wasser-Organ Blase: 15:00 bis 17:00 Uhr
17.1 Die Verbindung der Blase zu Niere und Lunge
17.2 Die Blase reguliert den Flüssigkeitshaushalt
17.3 Die Blase hält alles im Fluss
17.3.1 Übung: Akupressur zur Unterstützung und Regulierung der Blasenenergie
18 Wasser-Organ Niere: 17:00 bis 19:00 Uhr
18.1 Verbindung der Niere zu Blase und Dickdarm
18.2 Die Aufgaben der Niere in Bezug auf das Qi
18.3 Die Niere ist die Wurzel der angeborenen Konstitution
18.4 Die Niere unterstützt die Innere Stärke
18.4.1 Übung: Akupressur zur Stärkung der Nierenenergie
19 Feuer-Organ Perikard: 19:00 bis 21:00 Uhr
19.1 Verbindung Perikard zu Dreifach-Erwärmer und Magen
19.2 Das Perikard ist der Beschützer des Herzens
19.3 Das Perikard vermittelt uns Freude und Lust am Leben
19.3.1 Übung: Akupressur zur Stärkung der Perikardenergie
20 Feuer-Organ Dreifach-Erwärmer: 21:00 bis 23:00 Uhr
20.1 Verbindung Dreifach-Erwärmer zu Perikard und Milz
20.2 Der Dreifach-Erwärmer hat vielfältige Aufgaben
20.3 Der Dreifach-Erwärmer ist zuständig für die Balance
20.3.1 Übung: Akupressur zur Regulierung der Energie des Dreifach-Erwärmers
21 Holz-Organ Gallenblase: 23:00 bis 1:00 Uhr
21.1 Verbindung der Gallenblase zu Leber und Herz
21.2 Die Gallenblase ist der Taktgeber
21.2.1 Übung: Meridian-Massage
21.3 Die Gallenblase gibt Impulse für Veränderung
21.3.1 Übung: Akupressur zur Regulierung der Gallenblasenenergie
22 Holz-Organ Leber: 1:00 bis 3:00 Uhr
22.1 Verbindung der Leber zu Gallenblase und Dünndarm
22.2 Die Leber sichert den freien Fluss des Qi
22.2.1 Übung zur Entspannung
22.3 Die Leber speichert das Blut
22.4 Die Leber unterstützt Strategie und Planung
22.4.1 Übung: Akupressur zur Regulierung der Leberenergie
23 Service
23.1 Literatur
23.2 Danksagung
Autorenvorstellung
Sachverzeichnis
Impressum
1 Traditionelle Chinesische Medizin und 5 Elemente
2 Leben mit Rhythmen und Zyklen
Als Traditionelle Chinesische Medizin bezeichnet man die heilkundliche Theorie (Diagnose) und Praxis (Therapie), die sich über 2000 Jahre hinweg in China entwickelt haben.
Die Lehre der 5 Elemente als ein Aspekt der TCM ist in der traditionellen chinesischen Philosophie verankert und basiert auf Beobachtungen der Natur, die sich im Menschen widerspiegeln.
Je tiefer ich über die Jahre in das ganzheitliche Denken der Chinesischen Medizin eingetaucht bin, desto mehr Fragen haben sich für mich ergeben. Die Fragen werden nicht verschwinden, im Gegenteil, sie sind ein ständiger Begleiter und fördern den Impuls, immer wieder offen zu sein für Neues und oft auch Unerwartetes. Es ist wie eine Reise, die zwar durch das Lernen der Theorie geplant werden kann, aber deren tatsächlicher Verlauf durch die Verbindung zum »Gesamten« bestimmt wird und daher vorher nicht genau festgelegt werden kann.
Während einer Therapie sollte also immer wieder geprüft werden, welcher Weg in der Behandlung der jeweils richtige ist, und dieser sollte gemeinsam mit dem Patienten fein abgestimmt werden.
Gesundheit und Krankheit werden subjektiv sehr unterschiedlich empfunden, gerade deshalb ist es wichtig, die Bedürfnisse des Einzelnen genau zu erfassen. Darüber hinaus haben viele Faktoren Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden, z. B. der kulturelle Hintergrund oder auch Lebens- und Arbeitsbedingungen.
Damit ist es nicht möglich, die Begriffe »Gesundheit« und »Krankheit« allgemeingültig zu definieren. Gesundheit und Krankheit sollten nicht isoliert betrachtet werden – beide sind Teil des Lebens!
Die Chinesische Medizin, als eine der großen naturheilkundlichen Disziplinen, beschreibt es eindrücklich mit den Worten: »Es wird nicht die Krankheit behandelt sondern der Mensch!«
Bereits kleinste Abweichungen vom gewohnten Lebensrhythmus können die eigene Balance stören und wenn die Störungen über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben, können sie dazu führen, dass die eigenen Reserven nicht ausreichen und der Mensch krank wird.
Wir können auf verschiedenen Ebenen »krank« werden – körperlich, geistig und sozial – diese drei Formen stehen in einer engen Beziehung zueinander. Beispielsweise kann jemand körperliche Beschwerden haben, die großen Stress und Ängste auslösen, woraus sich dann psychische Probleme bis hin zum Verlust von sozialen Kontakten entwickeln können.
Die 5 Elemente in der Chinesischen Medizin und das Konzept der Organuhr können Ungleichgewichte frühzeitig anzeigen und somit wertvolle Hinweise dafür geben, wie man beispielsweise über Änderungen in der Lebensführung dem Entstehen von Krankheit frühzeitig entgegenwirken kann.
In einem alten Text aus China heißt es: »Ein Arzt, der eine Krankheit behandelt bevor sie ausbricht, ist ein guter Arzt.«
Das Buch »Huang Di Nei Jing« – erstellt im dritten Jahrtausend v. Chr. – besteht aus zwei Teilen – dem Su Wen und dem Ling Shu – und ist eines der ältesten Standardwerke der Chinesischen Medizin. Es wurde übersetzt als das »Buch des Gelben Kaisers zur Inneren Medizin« und wird bis heute grundlegend in der Ausbildung zur Chinesischen Medizin verwendet.
»Das Buch des Gelben Kaisers« ist einer der wichtigsten Klassiker des Daoismus und zeichnet ein ganzheitliches Bild des menschlichen Lebens. In ihm werden alle Einflüsse berücksichtigt, sowohl äußere, wie z. B. klimatische oder jahreszeitliche, als auch innere, z. B. Emotionen und unsere Reaktionen darauf.
Schon damals gab es ein großes Wissen über den natürlichen Weg zur Gesundheit: Alle Phänomene der Welt unterstützen und stärken unsere natürliche Lebenskraft, können sie aber auch einschränken und unterdrücken.
Das Buch beschränkt sich nicht nur auf medizinische Fragen, sondern es behandelt alle Facetten des menschlichen Lebens – Geburt, Wachstum, Fortpflanzung und Tod.
Das Wort »Daoismus« leitet sich von »Dao« (ab und an auch »Tao« geschrieben) ab, einem Begriff der chinesischen Philosophie und Religion, und bedeutet »der rechte Weg«. Das Dao ist die höchste Wirklichkeit, auch die Dinge der Ordnung entstehen aus ihm, ähnlich einem Naturgesetz. Es ist Ursprung und Vereinigung der Gegensätze. Damit ist es letztendlich undefinierbar. Es ist unergründbar, es hat keinen Anfang und kein Ende, keine Zeit und keinen Ort.
Durch das Wirken des Dao wird die Schöpfung durch Dualität, das Yin und das Yang, Licht und Schatten, hervorgebracht, aus deren Wandlungen, Bewegungen und Wechselspielen dann die Welt hervorgeht.
Das Tao, das sich mit Worten beschreiben lässt, ist nicht das wahre Tao.
Laotse
Neben dem Daoismus hatte aber auch der Konfuzianismus einen starken Einfluss auf die Entwicklung in China. Der Konfuzianismus basiert sowohl auf einer religiösen als auch auf einer philosophischen Weltanschauung. Im Zentrum der Lehre steht der Mensch als Teil der Gesellschaft. Dieser soll nach moralisch-ethischer Vervollkommnung streben und sich dabei an den fünf Tugenden orientieren.
Jede dieser Tugenden hat auch ihre Entsprechung in einem der 5 Elemente:
Menschlichkeit – Element Holz
Sittlichkeit bzw. ritueller Anstand – Element Feuer
Aufrichtigkeit – Element Erde
Gerechtigkeit – Element Metall
Weisheit – Element Wasser
Wer entsprechend diesen Tugenden lebt, verändert sich allein dadurch zum Guten. Im Konfuzianismus geht es also darum, wie man sich als Mensch zu verhalten hat, um ein guter, tugendhafter Mensch zu sein, und darum, dass man dem Himmel untersteht und sich nach diesem richten muss. Das löst einen Dominoeffekt aus, der auf die Mitmenschen und schließlich den gesamten Kosmos wirkt und folglich die eigentliche Urordnung wiederherstellt.
Die Lehre der 5 Elemente in der Chinesischen Medizin basiert auf diesen beiden Grundlagen des Daoismus und Konfuzianismus, was in den folgenden Kapiteln zu den einzelnen Elementen verdeutlicht werden soll.
Im Daoismus bezeichnet »Taiji« die Einheit der sich ergänzenden Gegensätze Yin und Yang. Durch das Taiji kommt zum Ausdruck, dass alle Dinge in Harmonie miteinander stehen und dass auch scheinbare Gegensätze, wie z. B. Hell und Dunkel, denselben Ursprung haben. Erst durch dessen Kraft werden die beiden Pole Yin und Yang hervorgebracht. Yin und Yang beschreiben keinen statischen Zustand, sondern befinden sich in einem permanenten Wandel.
Im Konfuzianismus dagegen wird das Taiji als das ordnende Urprinzip des Universums angesehen.
Das Taiji ist das Höchste von allem, jenseits dessen nichts sein kann.
Zhu Xi – chinesischer Philosoph
Die Darstellung im Kreis, d. h. als Kosmos, zeigt, dass alles in Beziehung zueinander steht und ein ständiger Wandel stattfindet:
Wo Yang zunimmt, da nimmt Yin ab.
Wo Yin zunimmt, da nimmt Yang ab.
Im stärksten Yin sitzt der Keim des Yang.
Im stärksten Yang sitzt der Keim des Yin.
Die Idee, dass auf allen Ebenen eine Harmonie besteht, ist tief verwurzelt in der ostasiatischen Kultur. Dies spiegelt sich in vielen Bereichen wider, wie z. B. in der Spiritualität, dem Wohnen (Feng-Shui) oder auch in der Medizin.
Das Denken in den Kategorien von Yin und Yang ist in westlichen Ländern oftmals ungewohnt, da es mit Yin und Yang ein Sowohl-als-auch gibt. Yin und Yang sind eben nicht trennbar, sie bedingen sich gegenseitig, sie ergänzen sich, sie erzeugen sich, sie nähren sich, aber sie bekämpfen sich auch.
Yin und Yang
Das alte Schriftzeichen für »Yin« zeigt die Schattenseite eines Berges und das für »Yang« dessen Sonnenseite.
Yin symbolisiert das Weibliche, die Nacht, die Dunkelheit. Es gibt die Struktur und ist passiv.
Yang hingegen symbolisiert das Männliche, den Tag, die Helligkeit. Es gibt die Dynamik und ist aktiv.
Tab. 1.1
Beispiele für Manifestationen von Yin und Yang
Yin
Yang
Erde
Himmel
Mond
Sonne
Nacht
Tag
Winter
Sommer
Kälte
Wärme
Weibliches Prinzip
Männliches Prinzip
Ruhe
Bewegung
Innen
Außen
Unten (Füße)
Oben (Kopf)
Körpervorderseite
Körperrückseite
Auch in der Lehre der 5 Elemente in der Chinesischen Medizin kann man dieses Konzept sehr gut erkennen. Alles nimmt im Element Holz seinen Neuanfang – der Frühling, die Geburt: Damit wird die große Yang-Kraft dieses Elementes ersichtlich. Danach folgt das Element Feuer, das höchste Yang – der Sommer: Alles ist auf dem Höhepunkt, es gibt eine große Dynamik. Dem schließt sich das Element Erde an, die Bewegung geht ins Zentrum – der Spätsommer: Es fühlt sich an, als käme alles für einen Moment zu einem feinen Stillstand. Als ein Zeichen des Yin hat das Element Erde wenig Dynamik. Es ist alles da. Dagegen wird im folgenden Element, dem Metall, die nach innen und unten gerichtete Bewegung sehr deutlich – der Herbst, Abschied nehmen: Es wird langsam dunkler und kühler, das Yin nimmt weiter zu. Im Element Wasser ist dann das größte Yin erreicht – der Winter: Es ist dunkel und kalt, alles zieht sich zusammen und ist verborgen unter der Erde. Es ist die Zeit der Vorbereitung auf einen neuen Frühling und damit auf einen neuen Zyklus. Jedem Höhepunkt folgt ein Tiefpunkt und umgekehrt, es herrscht ein immerwährender Wechsel zwischen Yin und Yang.
Dies kann auch am Verlauf eines Tages deutlich gemacht werden: Morgens ist die Yang-Kraft sehr groß und erreicht am Mittag um 12:00 Uhr ihr Maximum. Von jetzt an nimmt das Yang wieder ab und das Yin wird stärker, bis es um 0:00 Uhr seinen Höhepunkt erreicht hat.
Übertragen auf den Menschen bedeutet das, dass wir uns den natürlichen Zyklen anpassen sollten. Wir können mehr in die Ruhe gehen, wenn das Yin zunimmt, und aktiver werden, wenn das Yang und damit die Kraft zunehmen.
In der Chinesischen Medizin sind Yin und Yang allgegenwärtig. Yin und Yang sind in allen Strukturen des menschlichen Körpers zu finden. Zu beachten ist, dass Yin und Yang immer in Beziehung stehen. So ist beispielsweise die Rückseite des Menschen Yang im Verhältnis zur Vorderseite, die Yin ist. Oder der Kopf ist oben und damit Yang im Verhältnis zu den Füßen, die unten und damit Yin sind.
Auch bei den Organen gibt es immer ein Yin- und ein Yang-Organ, die entsprechend einem der 5 Elemente zugeordnet werden.
Die Yin-Organe werden Zang-Organe oder Speicher-Organe genannt. Sie haben die Aufgabe, Essenzen und auch spirituelle Aspekte zu speichern und zu bewahren. Die Yang-Organe hingegen werden als Fu-Organe oder Hohl-Organe bezeichnet. Sie sind für Transformation, Umwandlung und Ausscheidung zuständig.
Die verschiedenen Aspekte und Aufgaben der Yin- und Yang-Organe werden jeweils in den Kapiteln der einzelnen Elemente wie auch im Kapitel zur Organuhr näher erläutert.
Tab. 1.2
Übersicht über die 5 Elemente mit den ihnen zugeordneten Yin- und Yang-Organen
Yin-Organ
Yang-Organ
Holz
Leber
Gallenblase
Feuer
HerzPerikard
DünndarmDreifach-Erwärmer
Erde
Milz
Magen
Metall
Lunge
Dickdarm
Wasser
Niere
Blase
