Palau - Christoph Hoppe - E-Book

Palau E-Book

Christoph Hoppe

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Beschreibung

Palau ist wegen seiner Umweltschutzinitiativen und Artenvielfalt für Naturliebhaber und Taucher eines der Top-Reiseziele der Welt. Im Jahre 2009 deklarierte der pazifische Inselstaat seine Gewässer zum ersten Haischutzgebiet der Erde. Eine Herkulesaufgabe, die Meeresfläche ist so groß wie Frankreich! Es folgte die Aufnahme der im Süden gelegenen Rock Islands in die Liste der UNSCO- Welt- und -Naturerbestätten. 2015 wurde der kommerzielle Fischfang ganz verboten und die Hoheitsgewässer vollständig als Meeresschutzgebiet ausgewiesen. Die 4. komplett überarbeitete und erweiterte Auflage enthält neue Landaktivitäten. Der Adress- & Serviceteil mit Restaurant- und Hotelempfehlungen wurde ebenfalls aktualisiert. Zudem gibt es viel Wissenswertes zu erfahren über Geografie, Flora und Fauna, Geschichte, Kultur, Religion und natürlich die Tauchplätze. Judith und Christoph Hoppe kamen das erste Mal 2004 nach Palau, um am 3. Underwater Palau International Photo Festival teilzunehmen. Sie verfielen der Schönheit und Unberührtheit der Natur, der Liebenswürdigkeit der hier lebenden Menschen sowie den grandiosen Tauchplätzen und den Bemühungen Palaus um einen aktiven Schutz der Haie. Seitdem kehren sie regelmäßig nach Palau zurück und entdecken immer noch etwas Neues. Das Ehepaar lebt in München und ist Herausgeber des Online-Reisemagazins Reise-Inspirationen. https://www.reise-inspirationen.de

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Seitenzahl: 130

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Aktualisierungen

Für Hinweise oder Korrekturen sind wir sehr dankbar. Bitte richten Sie Ihre Nachricht an: [email protected]

Service für Leser

Aktualisierungen und weitere Infos zu Palau finden Sie unter www.reise-inspirationen.de/reisefuehrer-palau

Danksagung

Wir bedanken uns bei folgenden Menschen und Unternehmen, die uns bei unseren Recherchen und vor Ort tatkräftig unterstützt haben: Marc Bauman & Dermot Keane von Sam’s Tours, Jeff Barabe vom Palau Central Hotel, Ron Leidich von Paddling Palau, Jane & René Menz von Krämer’s Café & Restaurant, Robert Scaria vom Taj und das Team von Palau Visitors Authority.

Übersichtskarte Palau – die Regierungsbezirke

Inhalt

Palau im Überblick

Allgemeines

Politik, Wirtschaft, Bevölkerung & Religion

Geschichte & Kolonisierung

Der Zweite Weltkrieg

Traditionen in Palau

Clans und Familienstrukturen

Udoud er Belau – das traditionelle Geld

Ngasech – die traditionelle Geburtszeremonie

Einzigartige Kultur- und Naturphänomene

Yapesisches Steingeld

Jellyfish-Lake (Ongeim‘l Tketau-See)

Umwelt

Meeres- und Haischutzgebiet

Initiativen zum Schutz der Umwelt

Inseln

Babeldaob

Koror

Die Chelbacheb-Inseln (Rock Islands)

Peleliu

Angaur

Sonstige Inseln

Flora & Fauna

Vögel

Fledermäuse

Meeresbewohner

Haie

Korallen

Pflanzen

Aktivitäten

Schnorcheln, Tauchen und Tauchplätze

Kajak fahren in den Rock Islands

Aktivitäten an Land

Wissenswertes & nützliche Adressen

An- & Abreise, Einreise, Währung & Geld, Zeitzone

Telekommunikation & Strom, Transport vor Ort

Gesundheit & Notfälle,

Diplomatische Vertretungen,Touristeninformation

Gut zu wissen, Genehmigungen

Tacheles

Unterkünfte & Restaurants in Palau

Hotels & Resorts in Koror

Hotels & Resorts auf anderen Inseln,

Restaurants in Koror/ Malakal

Restaurants auf Babeldaob

Aktivitäten zu Land, im Wasser und in der Luft – Adressen

Museen, Ausflüge & lokale Erlebnisse

Rundflüge,

Tauchcenter,

Tauchkreuzfahrtschiffe

Weitere Wasseraktivitäten,

Wellness-Angebote

Shopping

Palauisch – Nützliche Phrasen

Karten

Übersichtskarte Palau

Babeldaob (Sehenswürdigkeiten)

Koror (Hotels, Restaurants, Einkaufen, Sehenswürdigkeiten)

Tauchplätze

Register

Bildnachweis, Kartennachweis

Palau im Überblick

Der Staat gehört zu der pazifischen Inselregion Mikronesien und umfasst die Palauinseln selbst, die aus der westlichen Inselgruppe der Karolinen gebildet werden, sowie sechs weit abgelegene Inseln im Südwesten (Südwest-Inseln genannt).

Die sechs Inselgruppen der Palauinseln bestehen aus ca. 340 Inseln, deren bei weitem größte mit 396 km2 Babeldaob ist.

Hier wurde 2006 die neue Hauptstadt Ngerulmud im Regierungsbezirk Melekeok errichtet. Die frühere Hauptstadt Koror liegt auf der gleichnamigen Insel Koror, die nur 11 km2 umfasst und dennoch das gesellschaftlich-wirtschaftliche Zentrum des Landes darstellt. Nur acht der Inseln sind bewohnt.

Lage

133°30 Ost, 7°30 Nord, im westlichen Teil Mikronesiens; ca. 750 km östlich der Philippinen.

Lokale Bezeichnung

Belau

Amtssprachen

Palauisch, Englisch

Hauptstadt

Ngerulmud (auf der Insel Babeldaob)

Geografie

Ursprünglich waren die heutigen Inseln ein Korallenriff, das durch Kontinentalbewegungen aus dem Wasser gehoben wurde. Die meisten Inseln sind Atolle aus Korallenkalk, die nur wenige Meter über dem Meeresspiegel liegen, und von einem Barriereriff umschlossen werden. Innerhalb der südlichen Lagune und zwischen den Inseln Koror und Peleliu liegen die seit 2012 als UNESCO Weltnaturerbe anerkannten Rock Islands. Auf über 100.000 ha verteilen sich 445 von Menschen unbewohnte Kalksteininseln, die wie von Dschungel überwucherte Pilze aus dem Wasser ragen. Die meisten Eilande sind von Korallenringen umgeben, dokumentiert sind mindestens 385 verschiedene Korallenarten in durchaus unterschiedlichen Lebensräumen. An keinem anderen Ort der Welt gibt es mehr maritime Seen als in den Rock Islands. Der bekannteste ist der „Jellyfish Lake“ (Quallensee) auf der Insel Eil Malk.

Ebenfalls in den Rock Islands befindet sich einer der berühmtesten Tauch-Spots der Welt: Blue Corner.

Klima

Tropisches Klima mit ganzjährig geringen Temperaturschwankungen, im Jahresmittel 28° Celsius (Luft) und 27° Celsius (Wasser). Die Luftfeuchtigkeit liegt im Durchschnitt bei 80 %, die Niederschlagsmenge pro Jahr beträgt 1.500 bis 2.500 mm. Von Juli bis August ist Regenzeit aber auch außerhalb dieser Monate regnet es meist ein bis zweimal am Tag. Es empfiehlt sich, immer eine Regenjacke dabei zu haben.

Beste Reisezeit

Ganzjährig

Staat & Politik

Die amtliche Bezeichnung und Rechtsform lautet „Republik Palau“.

Die Verfassung wurde nach amerikanischem Vorbild geschaffen: Ein Präsidialsystem mit direkt gewähltem Präsidenten und Vizepräsidenten, einem Senat und einem Repräsentantenhaus. Zusätzlich existiert in Palau noch der so genannte Inselrat. Er setzt sich aus den Clan-Chefs zusammen, diese „Chiefs“ beraten die Regierung in kulturellen Fragen und sind die eigentliche, von der Bevölkerung hoch geachtete, moralische Instanz Palaus.

Wirtschaft & Tourismus

Palau gehört zu den pazifischen Inselstaaten mit dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen, ist jedoch wirtschaftlich stark auf den Tourismus und ausländische Hilfszahlungen angewiesen. Zu den wichtigsten Handelspartnern zählen die USA, das US-amerikanische Territorium Guam, Japan und die Philippinen.

Vor der Corona-Pandemie besuchten im Durchschnitt 121.000 Touristen jährlich das Land, während diese Zahl 2023 auf 35.000 sank. Die meisten Besucher kommen aus asiatischen Ländern, insbesondere aus Japan, Taiwan und zunehmend China. Außerhalb Asiens stellen US-Amerikaner die größte Besuchergruppe.

Bevölkerung

Einwohner

17.727 (2023)

Bevölkerungsgruppen

Palauer/Mikronesier: 71,7 %, Philippiner 18,2 %, Sonstige Asiaten: 7,0 %, US-Amerikaner 1,2 %, Sonstige: 1,9 %.

Religion

römisch-katholisch: 46,9 %; Protestanten: 24,6 %; Modekngei: 5,1 % (einheimische Religion); Adventisten: 5,0%; Muslime: 4,9 %; Sonstige: 13,6 %.

Die einheimische Religion

Ngara Modekngei: Das Wort ist palauisch und bedeutet: „Vereinte Sekte“, manchmal wird sie auch nur Modekngei genannt. 5,1 % der Gesamtbevölkerung bekennen sich zu diesem Glauben. Sie gehört zu den monotheistischen Religionen und vereinigt sowohl christliche als auch nativistische Glaubensinhalte. Modekngei wurde auf der Hauptinsel Babeldaob Anfang des 20. Jahrhunderts durch Tamadad von Chol gegründet und hat sich von dort über ganz Palau verbreitet.

Geschichte und Inhalt des Modekngei

Früher glaubten die Palauer an eine hierarchische Gruppe von Göttern, die Chelid. Mit ihnen wurde durch einen Geistlichen als Medium kommuniziert. Neben den Chelid gab es noch zwei weitere Kategorien von Geistwesen. Dies war zum einen der Deleb, die Seele eines Verstorbenen, bevor diese in den Himmel aufstieg und zum anderen der Bladek, eben jene Seele nachdem sie in die unterste Stufe des Himmels (Telechalb) aufgestiegen war. Ein festes Ritual der Anhänger des Modekngei ist es, bei einer Beerdigung die Bladeks nach der Ursache des Todes des Verstorbenen zu befragen.

Entstehung des Modekngei

Unter der deutschen Kolonialherrschaft wurde die traditionelle Religion Palaus zunehmend unterdrückt. Die einheimische Priesterschaft wurde wegen des Verdachts auf Widerstand größtenteils deportiert. Nach der japanischen Übernahme 1914 wurden die Deutschen und ihre Missionare ausgewiesen. Zwischen 1915 und 1919 trat Tamadad von Chol als neuer religiöser Führer auf, der Elemente des traditionellen Glaubens und Christentums verband. Es entstand ein Monotheismus mit dem Gott Ngirchomekuul Iesu Kristo, der frühere Dorfgottheiten vereinte. Ziel war die Einheit der zuvor rivalisierenden Distrikte und die Bewahrung indigener Traditionen.

Modekngei geriet schnell in Konflikt mit der japanischen Kolonialverwaltung, die Palau nach eigenen Vorstellungen modernisieren wollte. Außer den Bildtafeln an den Bai (Gemeindehäusern) hatte man vor der Ankunft der Europäer keine schriftlichen Aufzeichnungen. Sämtliche Geschichten, Lieder und Traditionen wurden mündlich weitergegeben. Daher verzichten Anhänger von Modekngei explizit auf die Schriftform ihres Glaubens und beachten ein striktes Aufzeichnungsverbot. Sämtliche Glaubensinhalte werden in den gesungenen Kesekes (Hymnen) transportiert, welche bei den gemeinsamen Gottesdiensten rezitiert werden.

Legenden

Entsprechend alter Erzählungen entstand Palau aus den Körperteilen des gefallenen Giganten Chuab. Seine Extremitäten bildeten die südlichen Inseln Peleliu und Angaur, wo sich vermutlich auch die ersten Menschen in Palau ansiedelten.

Eine weitere Legende erzählt von dem weiblichen Geist mit Namen Milatk, der drei Söhne, namentlich Ngeremlengui, Artingal und Erekeldau und eine Tochter mit Namen Aimeliik gebar. Erekeldau stand für das Gebiet, welches wir heute mit Koror, Arakebesang und Meyuns bezeichnen, Artingal für Melekeok, Ngiwal und Ngchesar.

Artingal und Erekeldau bekriegten sich unentwegt, ihre Geschwister wechselten ständig mit ihrer Unterstützung von einem zum anderen. Ein Verhalten, das die menschlichen Bewohner Palaus übernahmen.

Frühgeschichte

Die ersten Bewohner von Palau kamen vermutlich aus Indonesien, Australien oder Polynesien und besiedelten die Inseln schon um 1.000 vor Christus von Süden her in Richtung Norden.

Wann genau, lässt sich mit Sicherheit nicht sagen, das Alter von Tonscherben aus prähistorischen Dörfern wurde mit Hilfe von Radiokarbondatierung auf 1.200 -1.600 AD bestimmt.

Die Steinterrassen

Vor einigen Jahren (2022) erst wurden im Regierungsbezirk Aimeliik auf Babeldaob von Menschenhand geschaffene Verwerfungen entdeckt, beziehungsweise wissenschaftlich aufgearbeitet. Und zwar unter anderen von der deutschen Archäologin Dr. phil. Annette Kühlem. Ihre Arbeit mit dem Titel: „Der monumentale Landschaftswandel auf der Insel Babeldaob (Republik Palau): 3D-Dokumentation und geoarchäologische Untersuchungen“ kann im Belau National Museum im Rahmen einer Sonderausstellung besichtigt werden.

Sie selbst fasst die durchaus spektakulären Entdeckungen so zusammen: „Bei den monumentalen Erdwerken Palaus handelt es sich um eines der eindrucksvollsten Beispiele für menschliche Landschaftstransformation weltweit. Beginnend vor über 2.500 Jahren wurde hier eine ganze Insel von Menschenhand verändert, indem Millionen Tonnen von Material zu künstlichen Hügeln und Terrassen verbaut wurden. Auf den horizontalen Flächen wurde im großen Stil Gartenbau betrieben, die hoch aufgeschütteten Kronen dienten für Bestattungen.“ Viele Funde weisen außerdem darauf hin, dass es in jener Zeit eine Besiedlung der Rock Islands gegeben haben muss, die Bevölkerungszahl soll sich bei insgesamt ca. 60.000

Menschen bewegt haben. Das ist bemerkenswert, denn als die ersten Europäer auftauchten, lebte in den Rock Islands niemand mehr. Das ist auch heute noch so. Auch wenn es nicht dokumentiert ist, so sollen europäische Krankheiten die Urgesellschaft Palaus dramatisch reduziert haben. Wie so vieles ist aber auch diese Behauptung nicht gesichert. Insgesamt ist die Frühgeschichte Palaus relativ unbekannt.

Neuere Geschichte

Der spanische Entdecker Ruy López de Villalobos sichtete die Inseln erstmals 1543 und nahm sie für Spanien in Besitz. Der englische Kapitän Henry Wilson landete 1783, die Briten versuchten die Inselgruppe zu besiedeln und mit den Einheimischen Handel zu treiben. Zwischen 1885 und 1899 stand Palau dann wieder unter spanischer Kolonialverwaltung. Allerdings hinterließen sowohl iberische Entdecker als auch angelsächsische Händler bis auf die christliche Prägung des Landes keine heute noch sichtbaren Spuren.

Anders deren „Nachfolger“, denn die Pazifikinseln wurden von 1899-1914 Teil Deutsch-Neuguineas.

Deutsche Kolonisierung

„Wir verlangen auch unseren Platz an der Sonne!“ Mit diesem berühmt gewordenen Satz umschrieb der spätere Reichskanzler von Bülow Deutschlands Sehnsucht nach kolonialer Weltgeltung. Spät, wohl zu spät,

Darstellung der Ureinwohner

entschied sich Kaiser Wilhelm II. in das Rennen um die rohstoffreichen Flecken der Erde einzusteigen, die „Sahnetörtchen“ waren längst in die Hände anderer europäischer Großmächte wie Spanien, Portugal, England und Frankreich gefallen.

Reichskanzler Otto von Bismarck war zu Anfang nicht begeistert von der Idee gewesen, er sah durch koloniale Bestrebungen die erst im Jahre 1871 errungene staatliche Einigung Deutschlands von außen bedroht. Der Kanzler wollte das fragile Machtgleichgewicht in Europa nicht aufs Spiel setzen.

Was ihn ab dem Jahre 1884 dann doch umstimmte, ist bis heute umstritten. Seine Vorsicht behielt der Kanzler jedenfalls bei. „Schutzgebiete“ wurden überseeische Besitztümer in Afrika, Asien und Ozeanien genannt, man vermied den Ausdruck „Kolonien“.

Und im Fall von Palau, Yap und einiger anderer Inseln der Karolinen, entschied man sich für eine zivile Aneignung: Keine blutige Eroberung und Besetzung, man kaufte die Eilande einfach. Von Spanien. Der Erwerb lag nahe, deutsche Kaufleute dominierten den Handel mit Kokosnuss-Produkten – einziges Exportgut Palaus zu jener Zeit – schon während der iberischen Okkupation.

Und so erhielt Palau neue Namen von neuen Herren, „Kaiser-Wilhelms-Land“ und „Bismarck-Archipel“ hieß es von nun an für 15 Jahre. Als ein Taifun 1908 Warenlager und die gesamte Kokosnussernte zerstörte, verlagerte man den Fokus auf die im Süden gelegene Insel Angaur. Dort baute man riesige Mengen Phosphor und Phosphate ab. Um nicht die flachen Gewässer zwischen den Atollen und Inseln umrunden zu müssen, sprengte man einen Kanal hindurch: Den „German Channel“, der bis heute schnurgerade und weithin sichtbar die Lagune der Rock Islands durchschneidet.

Wie zu jener Zeit üblich, nutzten die Europäer die Gelegenheit, ihren Kolonialbesitz zu erforschen. Für das Deutsche Kaiserreich und Palau fiel diese Aufgabe dem Naturforscher und Ethnographen Doktor Augustin Krämer (1865-1941) zu.

Er befasste sich mit Völkerkunde und zoologischen Fragen, insbesondere dem Bau der Korallenriffe und der Planktonverteilung. 1906-07 nahm Krämer als Anthropologe an der Südsee-Expedition des Vermessungsschiffes SMS Planet teil. Anschließend bereiste er zusammen mit seiner Ehefrau Elisabeth Krämer-Bannow das Bismarck-Archipel und die Palauinseln. 1908 übernahm Krämer nach dem Tod von Emil Stephan die Leitung der Deutschen Marine-Expedition auf der Neumecklenburg. 1909-1910 leitete er die Hamburgische Südsee-Expedition nach den Karolinen an Bord des Dampfers Peiho.

Während seiner zwei Expeditionen dokumentierte der Schiffsarzt die Lebensweise der Palauer und schrieb diese in seinem fünfbändigen Werk nieder. Da er der einzige war, der die hiesigen Familien-Clans bestimmten Gebieten zuordnete und dies akribisch dokumentierte, sind seine Bücher bis heute Grundlage jedweder juristischer Auseinandersetzungen bei Gebietsstreitigkeiten.

Dr. Augustin Krämer in Palau

Japanisch-amerikanische Besatzung

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs fiel Palau, wie alle deutschen Kolonien, fast widerstandslos in die Hände der Kriegsgegner. Bereits 1914 übernahm das japanische Kaiserreich gewaltsam die Kontrolle, intensivierte den Phosphatabbau und begann gleichzeitig, die Inseln zu Festungen auszubauen. Zwischen den Kriegen festigte Japan, nun mit Mandat des Völkerbundes, seine Position in Palau.

Der Zweite Weltkrieg

Palau ist der einzig mögliche Brückenkopf im westlichen Pazifik, von dem aus die Philippinen angegriffen werden können.

Das wussten die Japaner und hielten die Inseln fest im Griff. Für die Amerikanischen Streitkräfte stellten die japanischen Flugplätze eine ständige Bedrohung dar. Es war nur eine Frage der Zeit, bis es zu einer Auseinandersetzung der Kriegsgegner um die Karolinen kommen würde. Ende 1944 war es soweit.

Die Schlacht um Peleliu

Diese fand während des Pazifikkrieges als Teil der Schlacht um die Palau-Inseln (Codename: Operation Stalemate II) vom 15. September bis zum 25. November 1944 statt. Der Kampf um Peleliu, an südlichen Ende der Rock Islands gelegen, war für die US-Amerikaner sehr verlustreich, weil sie die japanischen Verteidiger unterschätzten.

Die Palau-Inseln rückten, nach der gelungenen amerikanischen Operation Hailstone gegen Truk und der Eroberung der Marianen durch die Alliierten, in den Fokus des amerikanischen

Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg, vor dem ehemaligen Kommunikationscenter der Japaner, Babeldaob

Oberbefehlshabers Admiral Chester Nimitz, weil die Japaner einen großen Militärflugplatz auf Peleliu unterhielten. Zum Zeitpunkt der US-Invasion lagen die Inseln im Verteidigungsbereich Palau (Palau District Group) unter dem Kommando von Generalleutnant Sadae Inoue, dem Befehlshaber der japanischen 14. Division. Auf Peleliu wurde eine Garnison von ca. 11.000 Mann Kampf- und Bautruppen stationiert. Den Kern der Verteidigung bildeten die ungefähr 5.400 Soldaten des verstärkten 2. Infanterie-Regiments der 14.

Division unter Oberst Kunio Nakagawa und des 346. Infanterie-Bataillons der 53. selbstständigen gemischten Brigade.

Unterstützt wurde die Infanterie von 150-mm- und 81-mm-Mörsern, sowie von mehreren 75-mm- und 105-mm-Geschützen.

Dazu kamen mehrere Kampfpanzer vom Typ 95, die zur Panzereinheit der 14. Division gehörten. Im Gegensatz zu anderen japanischen Offizieren dachte Inoue gar nicht daran, seine Soldaten in leichtsinnige Direktangriffe zu hetzen. Er nutzte vielmehr das Terrain der Insel dazu aus, eine wirksame Verteidigung aus der Tiefe aufzubauen. Unter anderem wurde dabei ein ursprünglich für den Phosphat-Abbau angelegtes Tunnelsystem wichtig. In einer der mehr als 500 Höhlungen, die zum Abfeuern von Haubitzen (vier 150-mm- und zwanzig 81-mm-Mörser sowie zahlreiche 20-mm-Maschinenkanonen) geöffnet und zwischen den Salven geschlossen werden konnten, hatten tausend Mann Platz. Inoue sorgte dafür, dass in diesen Kavernen genügend Munition und Proviant lagerte.

Diese besondere Taktik, welche unter anderem auf Direktiven vom 11. Juli 1944 aus dem Hauptquartier der Palau District Group beruhte, führte letzten Endes dazu, dass die japanischen Streitkräfte auf Peleliu das Terrain zum ersten Mal in einer Art und Weise nutzten, die später auch auf Iwo Jima und Okinawa für schwere Verluste der US-Truppen sorgen sollte.

Im Juli 1944 lag das US-U-Boot Burrfish ungefähr zwei Wochen vor Peleliu und machte durch das Periskop Aufnahmen von der Insel. Ein Team von fünf Kampfschwimmern näherte sich vom U-Boot aus unbemerkt dem Strand und erkundete die davor liegenden Riffe und Unterwasserhindernisse.

Die 1. US-Marinedivision unter Generalmajor William H. Rupertus bildete die Speerspitze gegen Peleliu, am 15. September 1944 begann die 1. US-Marinedivision planmäßig mit der Landung. Von nun an standen sich 28.484 Amerikaner und rund 11.000 Japaner gegenüber. Als die Kampfhandlungen am