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Im Buch finden sich wirkungsvolle Anleitungen zur Selbsthilfe gegen Angst- und Panikattacken. Neben Techniken der Selbsthypnose und EMDR- Selbsttechniken, finden sich ganz verblüffend einfache und wirksame Strategien, wie Panikattacken bereits in der Entstehung gestoppt werden können.
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Seitenzahl: 73
Veröffentlichungsjahr: 2016
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Angst verleiht Flügel.
(Gustave Flaubert)
Sofort gegen Angst- und Panikattacken…
Sie werden bei Panikattacken nicht umfallen
Sie bekommen bei Panik keinen Herzinfarkt
Sie werden bei einer Panikattacke nicht ersticken
Sie können bei Angst auch nicht verrückt werden
Panikattacken aktiv stoppen mit Atemkontrolle
Rufen Sie eine Panikattacke herbei
Schwindel erzeugen
Kniebeugen und Joggen
Gedankenstop-Technik
EFT-Übung
EMDR-Übung
Mental-Suggestiv-Methode
Progressive Muskelentspannung
Panikattacken aushalten und abschalten
Skills
Die „5-4-3-2-1-Übung“
Rechen- und Zähltricks
FBI- Methode / Kreuzverhör
Krankheitsängste sind Todesängste
Ihr Körper arbeitet ohne Ihre Hilfe
Noch mehr Tipps gegen Panikattacken
Dieses kleine Buch will auf eine großartige Einführung und sogar auf ein Inhaltsverzeichnis verzichten.
Insofern Sie dieses Buch gekauft haben, liegt es nahe, dass Sie von Ängsten und Panikattacken betroffen sind.
Dieses Buch soll Ihnen in kurzer Zeit all die schnellen und effektiven Maßnahmen nahebringen, die dazu geeignet sind, Angst- und Panikattacken zu stoppen.
Die Maßnahmen sind schnell erlernbar, einfach und von jedermann durchführbar und vor allem erprobt und bewährt. Sie ersetzen selbstverständlich keine ordentliche Psychotherapie. Betrachten Sie diese Selbsthilfeanleitungen als ersten und starken Schritt um Ihre Autonomie wieder zu erlangen.
Etwa 15 % aller Menschen leiden an einer Krankheit, welche man als Agoraphobie bezeichnet. Gar jeder Fünfte müsse sich im Laufe seines Lebens wegen einer Angsterkrankung behandeln lassen, schätzt Angelika Erhardt, Leiterin der Angst-Ambulanz im Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München.
Agoraphobie, ein griechisches Wort, bedeutet: Angst „vor weiten Plätzen“. Eigentlich bezeichnet die Agoraphobie die am weitesten verbreitete Angststörung überhaupt. Sobald der Betroffene sein als sicher betrachtetes Zuhause verlässt und sich unter Menschen begibt oder an Orte wie z. B. offene Plätze, Fußgängerzonen, Supermärkte o. ä., kommt es zu vielfältigen Symptomen wie Schwindel, Zittern, Herzrasen, Benommenheit, Angst vor dem Ersticken … Das nennt man dann Panikattacke.
Schon ein einziges dieser Symptome kann dafür sorgen, dass Todesangst entsteht. Die Wahrnehmung eines einzigen Symptoms kann eine kaskadenartige Auslösung vielfältiger körperlicher Reaktionen bewirken. Die Nebennieren setzen große Mengen an Adrenalin frei, einem Stresshormon. Der Herzschlag wird daraufhin noch schneller. Die Leber setzt Zucker frei, der Blutdruck steigt. Gehirn und Körper werden in höchste Alarmbereitschaft versetzt.
Panikattacken treten plötzlich mit den unterschiedlichsten Symptomen auf, wie z. B.
Herzklopfen,
Brustschmerzen,
Gefühlen von Atemnot,
Häufig Schwindel,
Fremdheitsgefühle (Depersonalisations- und Derealisationsgefühle),
Todesangst,
Angst die Kontrolle zu verlieren,
Angst wahnsinnig zu werden.
Eine Panikattacke dauert zwischen wenigen Augenblicken bis zu einer Stunde oder mehr. Die dabei subjektiv und vernichtend erlebten Symptome führen zu einem fluchtartigen Verlassen des Ortes wie z. B. der Warteschlange an der Kasse, dem Bus usw.
Panikattacken folgt oft die Angst vor weiteren Panikattacken. Es tritt sozusagen Angst vor der Angst auf. Agoraphobie und Panikstörungen treten im Regelfall gemeinsam auf.
Der Betroffene einer Panikattacke erlebt in diesen Momenten Todesängste, ähnlich denen bei einem Herzinfarkt. Der Betroffene ist in jenen Momenten fest davon überzeugt in Lebensgefahr zu schweben. Dabei ist keines der vorgenannten körperlichen Parameter weit entfernt vom Normalzustand. Atmung und Puls sind beschleunigt, der Blutdruck eventuell minimal erhöht. Alles kein Grund zur Panik, könnte man meinen …
Eine Angststörung hat eigentlich gar nichts mit bewusster Angst zu tun. Denn auch reichlich unängstliche Menschen bekommen eine Angst- und Panikstörung. Angststörungen sind eher als vegetative Fehlregulationen anzusehen. Und gegen eine Fehlregulation des vegetativen Nervensystems, die aufgrund vieler psychischer Faktoren entsteht, hilft alleine der Gedanke „gesund zu sein und nichts Schlimmes zu haben“ nicht.
Zwar kann andauernder Stress oder Streit und eine ständige Erregung das Nervensystem empfindlicher machen, so dass man schneller auf Alltagssituationen reagiert. Aber grundsätzlich spielt bei der Entstehung von Angststörungen das Unterbewusstsein eine größere Rolle. Es speichert „schlimme“ und vermeintlich schlimme Situationen und will uns oft mit allerlei bizarren und skurrilen Strategien davor beschützen, dass wir noch einmal eine solche schlimme Situation erleben.
Nehmen wir an, Sie würden eines Nachts durch ein Geräusch erwachen, in die Küche gehen und einem Einbrecher gegenüberstehen. Dann könnte es sein, dass Sie zukünftig gar nicht mehr schlafen können, weil ihr Unterbewusstsein generalisiert hat, dass im Schlaf immer eine relative Gefahr droht. So wie wir lernen, unbewusst an der roten Ampel stehen zu bleiben, so generalisieren wir auch sehr schnell falsche Reaktionen auf vermeintliche Gefahren. Daraus entstehen im Laufe der Zeit unangemessene Anpassungsreaktionen, die die nachfolgenden Panikreaktionen begünstigen.
Es gibt keine Agoraphobie ohne ein bedeutendes Trauma als Auslöser. Wie bedeutend ein solches Trauma für jeden Einzelnen ist, ist sehr unterschiedlich.
Die absolute Nummer Eins an Ursachen für eine Angst- und Panikstörung, ist der Tod eines nahen Angehörigen oder einer nahen Bezugsperson. Die ersten Panikattacken setzen bei Betroffenen oft Wochen bis Monate später ein. Auch eine schwere Erkrankung des Partners oder eines Kindes, Scheidung, Trennung, Autounfälle, stehen im Verdacht Angsterkrankungen hervorzurufen. Meist sind es Ereignisse, denen der Betroffene völlig hilflos gegenübersteht, und die er nicht abwenden kann. Daraus resultiert oft eine sorgenvolle Selbstbeobachtung. Die Betroffenen sehen nach ob der eigene Körper vielleicht auch krank ist, denn „es kann ja so schnell gehen“. Die Angstentstehung ist in diesen Fällen eben auch ein klassisches Lernen und Generalisieren. Durch den Tod des Angehörigen wird der Patient zunächst traumatisiert, verliert seine Unbeschwertheit und Lebensfreude und generalisiert das Gefühl, der Körper ist schwach, anfällig, gefährdet für Krankheiten usw. In der Folge kommt es zu einer übergenauen Kontrolle.
Stellen Sie sich vor, Sie haben eine Alarmanlage in Ihrem Haus und stellen diese aus Angst vor Einbruch immer schärfer ein. Nun kommt es zu einer gehörigen Menge an Fehlalarmen. Genau das passiert traumatisierten Menschen. Das Unterbewusstsein möchte keine Situation erleben, die mit Hilflosigkeit oder „Ausgeliefertsein“ einhergeht. Erlebte Schicksalsschläge und auch die Schicksalsschläge anderer aus unserem Umfeld, sorgen im Unterbewusstsein für neue Anpassungsstrategien. Das vegetative Nervensystem passt sich an und arbeitet eben wie jene Alarmanlage sehr viel „schärfer“.
Angst und Erwartungsangst bilden einen Teufelskreis. Am Anfang steht eine Wahrnehmung oder ein bewusst werdender zuvor unbewusster Gedanke. Allein dadurch ändern sich verschiedene Körperparameter, wie z. B. die Atmung, der Puls, vegetative Reaktionen wie schwitzen oder frösteln…
Ein unangenehmer Zustand, der kritisch wahrgenommen wird, das Gefühl einer konkreten Gefahr aufkommen lässt und bewusste Ängste auslöst. Diese nun entstandene Angst lässt im Körper eine Alarmreaktion entstehen, die wieder neue, diesmal stärkere körperliche Reaktionen hervorruft. Alleine die Erwartungsangst vor neuen Panikattacken konditioniert Ihr Gehirn bereits auf neue Panikattacken. In diesem andauernden Anspannungszustand reicht der kleinste Stressfaktor, der kleinste unangenehme Gedanke um eine neue Panikattacke entstehen zu lassen. Im Laufe der Zeit entsteht so eine Prägung des Unterbewusstseins auf diese Panikreaktionen. Alles läuft im Körper in Mustern ab, auch unangenehme Prägungen.
Die einfachste und logischste Strategie gegen diese verschärften Reaktionen Ihres vegetativen Nervensystems sind neue und bessere Erfahrungen, mit denen Sie die traumatischen Situationen in Ihrem Unterbewusstsein überschreiben können. Diese neuen und besseren Erfahrungen können all die sein, die Ihnen ein positives Gefühl von Gesundheit, Lebensfreude und Autonomie bescheren.
Zurück zu den Panikattacken. Ich möchte Ihnen zeigen, dass Sie Ihre Panikattacken selbst stoppen können. Sobald Sie das schaffen, werden die Panikattacken nach und nach seltener werden und letztendlich ganz aus Ihrem Leben verschwinden.
Was können Panikattacken Ihnen antun? Nichts, definitiv. Dass Sie diese vegetativen Überreaktionen haben, zeigt nur, dass Ihr Körper gut funktioniert; dass Herz- und Kreislauf sich wunderbar an alle Gegebenheiten anpassen können.
Was die häufigsten Befürchtungen der Angstbetroffenen ausmacht, so bekommen Sie hier zunächst einmal Entwarnung:
Angstbetroffene fürchten oft ohnmächtig zu werden. Eine Ohnmacht entsteht aber gemeinhin durch einen Blutdruckabfall. Bei einer Panikattacke haben Sie aber überwiegend einen Blutdruckanstieg und einen Anstieg der Pulsfrequenz. So können Sie nicht wirklich ohnmächtig werden. Auch wird durch die Erregung des „Sympathikus“ eines großen Hirnnervs die Muskulatur des Körpers maximal angespannt. Damit können Sie kämpfen oder flüchten, aber nicht umfallen. Auch der als wirklich schlimm empfundene Schwindel bei einer Panikattacke ist völlig harmlos. Es ist weder ein sogenannter zentraler, also im Gehirn ausgelöster Schwindel, noch ist es ein im Gleichgewichtsorgan ausgelöster Schwindel. Panikschwindel ist ein psychogener Schwindel. Oft wird er verursacht durch die starke Anspannung verschiedener Muskeln in der Halswirbelsäule, in denen Nervenrezeptoren sitzen, die für die Raumorientierung zuständig sind. Der Schwindel ist eher eine Starre, ein Schwanken, als ob der Boden sich bewege. Völlig harmlos. Umfallen unmöglich!
Von normal 60-80 Schlägen pro Minute wird bei einer Panikattacke die Pulsfrequenz auf 100 bis 120 Schläge pro Minute ansteigen. Das ist völlig harmlos. Ihr Herz hält wesentlich mehr aus. Auch die sogenannten Extrasystolen, kleine, als „Aussetzer“ empfundene Zusatzschläge des Herzens bei Panikattacken, sind gesundheitlich ohne jede Bedeutung. Sie entstehen durch zu viel Adrenalin, einem Stresshormon im Blut.
