Pantomime vor Blinden - Kurt Bracharz - E-Book

Pantomime vor Blinden E-Book

Kurt Bracharz

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Beschreibung

Kurt Bracharz ist zwar mit seinen Kinderbüchern und Kriminalromanen bekannt geworden - aber vorher, währenddessen und danach gab es immer auch anderes von ihm zu lesen. Die besten dieser Texte aus mehr als 20 Jahren liegen nun erstmals in einem "Bracharz-Reader" gesammelt vor. Neben Erzählungen und assoziativer Kurzprosa enthält Pantomime vor Blinden auch ein Sudelbuch, einige nicht vom Volksmund überlieferte Sagen, Rezepte und konkrete Lyrik, ein Lesetagebuch und einen Text, mit dem man Trivia spielen kann, wenn man dazu Lust hat. Kurt Bracharz zeigt sich darin als ein Meister der Andeutung und der Vieldeutigkeit, als ein manchmal schelmischer, manchmal maliziöser Autor, der seine Leser einlädt, sich zu ihm auf den doppelten Boden der Literatur zu begeben.

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Seitenzahl: 185

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Eine SchlangengeschichteoderDer Traum des Maltesers

Jeden Morgen um acht tranken der Lehrer und der Philosoph in Pyrgi Kaffee, dann machten sie sich getrennt auf den Weg. Um halb zehn kamen sie in Emporios wieder zusammen. Jannis, der Philosoph, saß dann an einem Tavernentisch und trank seine zweite Tasse Kaffee an diesem Tag, und wenn er den Lehrer um die Ecke des Nachbarhauses biegen sah, bestellte er noch einen für ihn.

In diesem Sommer saß immer die Freundin des Lehrers bei dem Philosophen und hatte ein Glas Mineralwasser vor sich stehen. Sie hieß Beate, war fünfzehn Jahre jünger als er und Ergotherapeutin. Im Unterschied zum Lehrer, der eigentlich ein Studienrat war und Uwe hieß, verstand und sprach sie nur wenige Worte Griechisch. Sie hatte ein Appartement in Emporios bezogen, weil sie am Strand wohnen wollte, während der Lehrer ein Zimmer in Pyrgi gemietet hatte, da ihn das Dorfleben interessierte. In diesem Ort hatten die Leute vierhundert Jahre lang nur untereinander geheiratet, was viele bemerkenswerte Menschen hervorbrachte.

Die unterschiedlichen Ankunftszeiten des Philosophen Jannis und des Lehrers Uwe in Emporios erklärten sich daraus, dass der Philosoph alle Wege mit seinem alten Auto zurücklegte und deshalb die sieben Kilometer lange Asphaltstraße von Pyrgi nach Emporios benützte, während der Lehrer fand, es sei sinnvoll, an diesen wunderbaren Frühsommermorgen eineinhalb Stunden auf der eisenoxidroten Erdstraße durch die prächtige Landschaft von Pyrgi nach Emporios zu wandern.

„Die Olivenbäume“, sagte der Lehrer. „Die Mastixbüsche. Der Salbei. Die Blumen. Lerchen. Rebhühner. Greifvögel. Manchmal liegen Schlangen auf der Straße. Der leichte Wind kühlt, wenn die Sonne schon am Morgen zu brennen beginnt.“ Er schüttelte den Kopf. „Wie ist es möglich, Janni, dass du lieber in deinem stinkenden alten Klapperkübel die Asphaltstraße entlangfährst, die zwar durch eine fast ebenso schöne Landschaft führt wie mein Erdweg, auf der du aber auf den Verkehr achten musst?“

„Das kommt daher, dass ich ein Philosoph bin“, sagte Jannis. Er trank das Glas Wasser zu seinem Kaffee aus. „Und außerdem achte ich nicht auf den Verkehr.“

„Sagte nicht Nietzsche, er wolle keinem Gedanken trauen, der nicht unter freiem Himmel geboren wurde, und dass nur die ergangenen Gedanken Wert hätten?“, fragte Uwe.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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