Perry Rhodan Neo Story 9: Allein und verlassen - Hermann Ritter - E-Book

Perry Rhodan Neo Story 9: Allein und verlassen E-Book

Hermann Ritter

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Beschreibung

Krieg ist hässlich – und das ist in der Zukunft nicht anders. Diese Erfahrung muss ein Mann von der Erde machen: Offenbar hat er zwar einen Kampf zwischen verfeindeten Raumschiffen überlebt, sieht jetzt aber einem einsamen Tod an Bord eines zerstörten Schiffes entgegen. Er ist allein, und er kämpft ums Überleben. Immerhin ist er ein Mensch mit besonderen Fähigkeiten. Wenn er bis zu einer möglichen Rettung durch Perry Rhodan durchhalten möchte, muss er alle Kräfte in sich aktivieren, die er aufbieten kann. Dabei hat er sich auch seiner eigenen Vergangenheit zu stellen ... Hermann Ritters Geschichte geht tief hinein in den Charakter eines besonderen Menschen: humanistische Science Fiction in aller Intensivität.

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NEO-Story 9

Allein und verlassen

Eine PERRY RHODAN NEO-Erzählung

von Hermann Ritter

Cover

Rückentext

Prolog

Tag 1 – 14.22 Uhr Schiffszeit

Tag minus 12.802

Tag 1+x

Tag minus 11.899

Tag 1+2x

Tag minus 9235

Tag 1+3x

Tag minus 14.702

Tag 1+4x

Tag minus 5

Tag 1+5x

Tag minus 99

Tag 1+6x

Tag minus 2

Tag 1+7x

Tag minus 600

Tag 1+8x

6. Januar 2037

4. Februar 2037

Impressum

PERRY RHODAN – die Serie

Krieg ist hässlich – und das ist in der Zukunft nicht anders. Diese Erfahrung muss ein Mann von der Erde machen: Offenbar hat er zwar einen Kampf zwischen verfeindeten Raumschiffen überlebt, sieht jetzt aber einem einsamen Tod an Bord eines zerstörten Schiffes entgegen. Er ist allein, und er kämpft ums Überleben.

Immerhin ist er ein Mensch mit besonderen Fähigkeiten. Wenn er bis zu einer möglichen Rettung durch Perry Rhodan durchhalten möchte, muss er alle Kräfte in sich aktivieren, die er aufbieten kann. Dabei hat er sich auch seiner eigenen Vergangenheit zu stellen ...

Hermann Ritters Geschichte geht tief hinein in den Charakter eines besonderen Menschen: humanistische Science Fiction in aller Intensivität.

Der Weltraum. Unendliche Weisen.

Sie haben nie angefangen, sie hören nie auf. Für immer gleich und doch für immer anders.

Lieder des Leerraums. Sie kommen aus dem Irgendwo und ziehen ins Nirgendwo.

Die meisten Sterblichen können sie nicht hören. Viele von ihnen sind im Baum der Evolution noch nicht hoch genug geklettert, kennen die Äste der Dimensionen und die Blätter der Vergänglichkeit nicht. Sie sehen nur den Stamm, manchmal sogar einen Ast. Mehr ... nicht.

Trotzdem werden immer wieder Sterbliche geboren, die einen Ton oder sogar einen Akkord der ewigen Melodie hören können. Und dies zaubert ein Lächeln auf ihr Gesicht und eine Gewissheit in ihre Seele [Übersetzung unklar, 337-GKF]. Und selten, ganz selten, wird jemand geboren, der eine der Myriaden Melodien heraushören kann.

Aus »Dein Lebenslied ist mein Lebenslied« (im Original »Si lakmartan ulop sa lakmartan.«)

Tag 1 – 14.22 Uhr Schiffszeit

Eben noch war es ruhig – sodass ich anfing, leise vor mich hin zu pfeifen, um die Stille zu übertönen.

Ich zwinkerte einmal, und nichts war mehr so, wie es eben noch gewesen war. Gleichzeitig strömten unterschiedliche Informationen auf mich ein – die Lüftung sprang auf Höchststufe an, alle Aggregate im ganzen Schiff begannen in Vollbelastung zu dröhnen. Informationen in bekannten und fremden Sprachen suchten sich ihren Weg zu mir. Sirenen heulten auf, rote Lichter spiegelten sich auf den Konsolen vor mir. Hektische Stimmen klangen sowohl aus den Lautsprechern über meinem Kopf als auch aus meinem Helm. Zahlenreihen ersetzten auf dem linken Schirm vor mir die bisher statischen Angaben, der Lüfter des Rechners summte auf Hochleistung, um eine dünne Schnur von Rauch einzusaugen, die sich aus mir unbekannten Gründen eine Handbreit über dem Fußboden gebildet hatte.

Ein schneller Gedanke noch – der Servo schloss meinen Helm.

Sofort danach erhielt ich einen Schlag von hinten gegen meinen Kopf. Mein ganzer Körper zuckte nach vorne, knallte auf die Konsole. Dann schlug er nach hinten gegen die Lehne zurück, um erneut nach vorne gerissen zu werden. Dieses Mal konnte ich den Schlag mit den Unterarmen abfangen. Stechende Schmerzen durchzuckten sofort Ellenbogen und Schultern.

Ich drückte beide Hände auf die Lehnen und richtete mich vorsichtig wieder auf. Sofort gab es einen zweiten Schlag von hinten – als versuchte jemand, mir einen Billardqueue über den Kopf zu ziehen. Und dann kam der dritte Schlag, der Vater aller Schläge, ein Krach-bum-peng, das dafür sorgte, dass ich eine Weile lang sonst nichts mehr hörte.

Mein Verstand ließ meinen Körper kurz los, während dieser vor Schmerzen schrie. Im Mund spürte ich eine Flüssigkeit. Blut. Meine Lippen, mein Zahnfleisch, meine Zunge, sie bluteten in den Mundraum hinein. Ich schluckte und schluckte, weil ich das Gefühl hatte, ich würde gleich an meinem eigenen Lebenssaft ersticken.

Bei einem Piratenschiff, das an einer Kogge angedockt war, um sie zu entern, zerschnitt man am Ende die Taue zwischen den Schiffen, damit die ausgeraubte, brennende Kogge untergehen konnte, ohne das Piratenschiff mitzuziehen. So war es bei mir. Ich trennte die Taue zwischen Körper und Verstand und war nur noch Verstand.

Gerade zur rechten Zeit. Es gab einen vierten Schlag. Mein Platz drehte sich. Da der Stuhl fest vor der Konsole verankert war, konnte das nur heißen, dass das Schiff zu taumeln begonnen hatte.

Ein fünfter Schlag. Die Bewegung erfuhr eine Beschleunigung um eine weitere Achse. Jetzt drehte sich das Schiff nicht nur im Kreis, sondern kippte auch kopfüber. Die vielen Stunden im Simulator hatten gewirkt, sodass ich nicht das Bewusstsein verlor, als sich der Raum rasend schnell um mich drehte. Ich war dankbar für den geschlossenen Helm – er verhinderte, dass Augen und Gesicht von den Gegenständen touchiert wurden, die nun durch den Raum geschleudert wurden. Alle Dinge waren auf einmal spitz und rotierten so, als hätten sie vor, schnurgerade meinen Augapfel aufzuspießen oder meinen Hals zu durchtrennen.

Nicht, dass mir das im Moment wehgetan hätte, wenn es wirklich passiert wäre. Ich war ganz weit weg von meinem Körper und den Schmerzen und dem Geschmack in meinem Mund und dem Druck auf der Lunge und dem Gefühl, als hätte jemand meinen Darm auf einen Stab aufgewickelt und würde jetzt versuchen, den Stab zu verkanten, um damit meinen Darm aus dem Unterbauch herauszustemmen.

Ganz ruhig bleiben!

Ich schaute mich um. Von dem Orchester, dessen Beckenspieler seine Bleche gerade auf meinem Kopf zusammengeschlagen hatte, war nichts zu sehen. Dafür übernahm eine Gruppe von Feuerwerksschnitzern die Arbeit. Ich sah eine Gruppe von 15 dunkelhäutigen Menschen, die nur mit Kormoran-Federn bekleidet waren und ihre aus uraltem Arumbaya-Knallholz geschnitzten Feuerwerkskörper mitten in einem Raumschiff abbrannten.

Das konnte nicht sein, und deswegen war dem nicht so. Ich zwinkerte. Die Feuerwerkskörper explodierten immer noch überall im Raum. Ich drückte die Lider zusammen, atmete langsam drei Mal aus und ein. Dann öffnete ich die Augen erneut. Die Konsole tauchte vor mir auf. Verschwunden waren Feuerwerk und Feuerwerker.

Aber ich war immer noch benommen. Wer war ich? Was tat ich hier? Nur mühsam erinnerte ich mich daran, dass ich eine Aufgabe hatte.