19,90 €
Glück ist kein Zufall, oder eine Laune des Schicksals. Glücklich zu sein bedeutet nicht, dass Sie immer lächeln und gut gelaunt sind. Es bedeutet vielmehr, dass Sie: -von negativen Gefühlen wie Schmerz, Trauer, Angst, Wut usw. nicht kontrolliert werden, sondern Sie diese Gefühle bewusst steuern. -Ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. -selbstbestimmt durch Ihr Leben gehen. -im Privat- und Berufsleben erfolgreich sind. -mehr Ansehen und Wertschätzung erfahren. -anziehender auf andere Menschen wirken und dadurch leichter Freunde, Geschäftspartner oder ihren Wunschpartner finden. -das Maximum Ihrer Selbstheilungskräfte nutzen und Gesundheit neu erfahren. -Ihr Potenzial in allen Lebensbereichen vollständig entfalten. -beginnen Ihre wahren Träume zu verwirklichen und zu leben. Viele Menschen laufen mit einem künstlichen Lächeln durchs Leben. Bereits ein leichter Wind weht sie wieder zurück in ihre Einsamkeit, ihre Sorgen und Ängste. Erfahren Sie, wie Sie sich ein Fundament für Ihr Glück bauen, das wie ein Fels in der Brandung auch dem stärksten Sturm standhält und Sie nie wieder verlässt. Anhaltende Glückseligkeit ist kein Wunschdenken, sondern ein einfacher Perspektivenwechsel.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 496
Veröffentlichungsjahr: 2020
Christian Enengl ist österreichischer Unternehmer und „Access to Happiness“-Trainer. Seit 1999 beschäftigt er sich intensiv mit der Erforschung der Themen Glück & Erfolg. Warum gelingt es nicht allen Menschen glücklich zu sein und im Leben alles zu erreichen, was sie sich wünschen? Jahrzehnte verbrachte er damit, Antworten auf diese und ähnliche Fragen zu finden. Heute unterstützt er Menschen dabei, ihr Potenzial zu entfalten und wahrhaftiges Glück zu finden.
www.christianenengl.com
Christian Enengl
Perspektiven des Glücks
Das Leben auf den Punkt gebracht
© 2020 Christian Enengl
Umschlag: Marie-Katharina Becker
Lektorat: Tina Müller
Korrektorat: Vjollca Ajruli
Verlag & Druck: tredition GmbH,
Halenreie 40-44, 22359 Hamburg
ISBN
Paperback
978-3-347-20805-6
Hardcover
978-3-347-20806-3
e-Book
978-3-347-20807-0
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
Inhalt
Vorwort
1 Die eigene Perspektive als Ausgangspunkt
2 Bin ich wirklich glücklich?
3 Wer sind wir?
3.1 Glaube/Spiritualität vs. Wissenschaft
3.2 Respekt vor allen Religionen
3.3 Alles ist nichts
3.4 Anziehung und Abstoßung
3.5 Gott – ein alter Bekannter
3.6 Der Teufel auf der falschen Frequenz
3.7 Reinkarnation und Karma – gibt es das?
3.8 Der Blickwinkel entscheidet
3.9 Gibt es ein Leben ohne Spiritualität?
4 Ein Glaubensmodell auf 3 Säulen
4.1 Einfachheit
4.2 Demut
4.3 Durchhaltevermögen
5 Das Fundament – Glaube & Vertrauen
5.1 Die Tür zum Paradies
5.2 Schauspieler im Film des Lebens
5.3 Selbstliebe kommt vor Liebe
5.4 Bereitschaft zur Veränderung
5.5 Der Seelenplan
5.6 Die Macht unseres Unterbewusstseins
5.7 Gleichgewicht und Harmonie
5.7.1 Familie
5.7.2 Freundschaft
5.7.3 Fitness
5.7.4 Finanzen
5.7.5 Freizeit
5.7.6 Fazit
5.8 Erfolg & Spiritualität – ein Widerspruch?
5.8.1 Sich in andere Menschen investieren
5.8.2 Im Hier und Jetzt leben
5.8.3 Gestern ist bereits vorbei
5.8.4 Die Zukunft ist noch nicht da
5.8.5 24 Stunden schafft jeder
5.9 Träume, Wünsche, Ziele
5.10 Bitten und Danken
5.11 Auf den Punkt gebracht
6 Wogegen kämpfen wir eigentlich an?
6.1 Die Ursache allen Übels – unser Ego
6.1.1 Beispiel-Situation I
6.1.2 Beispiel-Situation II
6.1.3 Beispiel-Situation III
6.1.4 Fazit – die Erwartungshaltung
6.2 Die Zerstörung des Egos
6.3 Woher kommt der Schmerz?
6.4 Die Befreiung vom Leid
6.5 Umgang mit Problemen
6.5.1 Problem: Abhängigkeit
6.5.2 Problem: Flucht in die Sucht
6.5.3 Problem: Sinnersatz durch Lustbefriedigung
6.5.4 Problem: Introvertierte Haltung
6.5.5 Problem: Entscheidungsmüdigkeit
6.5.6 Seelische Disbalance
7 Anhaltende Glückseligkeit
8 Schlusswort
Vorwort
Was wünschen Sie sich in Ihrem Leben am allermeisten? Eine intakte Gesundheit? Einen Partner, der Sie liebt? Beruflichen Erfolg? Oder einfach nur, glücklich zu sein?
Viele Menschen erfreuen sich bester Gesundheit, haben einen liebenden Partner, ein Eigenheim, sind frei von finanziellen Schulden, erfolgreich im Beruf und trotzdem nicht glücklich. Andere wiederum sind glücklich, doch sobald ein unvorhersehbarer Schicksalsschlag im Leben eintritt, reißt es ihnen den Boden unter den Füßen weg und sie stürzen vom Glück in die Trauer oder Depression.
Die Frage nach der Ursache für anhaltende, wahrhaftige Glückseligkeit hat mich mein ganzes Leben lang begleitet. Ich wollte das Leben verstehen und Antworten auf diese so rätselhaft erscheinenden Phänomene finden, um Glück nicht länger dem Zufall zu überlassen.
In diesem Buch unterbreite ich Ihnen ein Angebot, das Ihnen ermöglichen kann, für den Rest Ihres Lebens glücklich zu sein, wenn Sie es annehmen können und wollen.
Von den meisten Erfolgsratgebern kennen wir Aussagen wie: „Um erfolgreich zu werden, müssen Sie bereit sein, Ihre Komfortzone zu verlassen.“ Nun ja, um anhaltend glücklich werden zu können, – sofern Sie es noch nicht sind – müssen Sie nicht nur Ihre Komfortzone, sondern vielmehr Ihr gesamtes Weltbild verlassen und bereit sein, sich auf eine völlig neue Weltsicht einzulassen. Sie werden sehen, – es klingt schlimmer, als es ist. Haben Sie Mut, – was auf Sie wartet, ist ein Leben in einer nicht vorstellbaren Leichtigkeit und Schönheit.
Christian Enengl
1 Die eigene Perspektive als Ausgangspunkt
So viele Menschen fragen sich immer wieder, warum nichts in ihrem Leben so funktioniert, wie sie es sich wünschen. Warum mussten gerade Sie diese Krankheit bekommen, während andere Menschen scheinbar immer gesund bleiben, egal wie falsch sie sich ernähren und wie wenig sie sich bewegen? Warum haben Sie trotz redlicher Bemühungen immer wieder finanzielle Engpässe, während anderen Menschen, die scheinbar ganze Völker ausbeuten, alles zufällt und sie Reichtum und Fülle genießen können? Warum gibt es so viel Leid und Elend auf dieser Welt? Warum geht es rücksichtslosen, gemeinen Menschen häufig besser als respektvollen und hilfsbereiten Menschen? Und warum kommen manche Kinder schon krank zur Welt?
Auch mich beschäftigten ähnliche Fragen über viele Jahre hinweg und so war ich immer auf der Suche nach Antworten. Antworten, die mir niemand in meinem damaligen Umfeld geben konnte. In meiner Kindheit und Jugend hielt ich nicht besonders viel davon, Bücher zu lesen und versuchte mich auch in der Schule immer vor allen Aufgaben zu drücken, die das Lesen von Büchern erforderten.
Mit ungefähr 18 Jahren war ich an einem Punkt angelangt, an dem ich mich nur noch als Versager fühlte. Ich war extrem schüchtern und unfähig, mich sozial zu integrieren. Alle meine Jugendfreunde gingen regelmäßig aus und hatten Spaß. Ich versteckte mich hinter meinem Computer und verhielt mich so, als würde ich dies tatsächlich einem Leben mit Einbindung in die Gesellschaft vorziehen. Ich brachte mir mit einem gleichgesinnten Freund das Programmieren bei. Das war die einzige Tätigkeit, bei der ich mich wenigstens nicht als völliger Versager betrachtete. Einige MitschülerInnen und auch LehrerInnen bewunderten mich sogar für meine IT-Fähigkeiten. Ich erschuf mir meine eigene kleine Welt, umgeben von einer liebevollen Familie, einer Handvoll Freunden und meinem Computer, mit dem ich mich Tag und Nacht beschäftigen konnte. Das müsste für ein bescheidenes Leben doch reichen?
Diese kleine Welt begann jedoch mit dem Einstieg ins Berufsleben langsam einzustürzen. Ich erkannte, dass, egal wie sehr ich mich bemühte, ich die konkreten Abläufe im Computer doch nie wirklich verstand und ich auch beim Programmieren immer mehr an meine Grenzen stieß. Oberflächlich war ich gut, in allen IT-Fächern in der Schule immer einer der Besten und kleine Anwendungen für den eigenen Gebrauch konnte ich schon früh programmieren. Für systemnahe Abläufe beim Zusammenspiel mehrerer Komponenten fehlte mir jedoch das Verständnis und so war die Entwicklung komplexerer Software für mich rein fachlich nicht möglich. Was aber sollte ich denn aus meinem Leben machen, wenn ich nicht einmal programmieren konnte?
Ich fühlte mich einsam, dumm und nicht liebenswert. So wollte ich nicht leben und ich schaffte es nicht, aus mir herauszugehen und auf Menschen zuzugehen. In der Grundschule wurde ich gemobbt, weshalb ich mich nicht einmal auf diejenigen zugehen traute, die noch vor wenigen Jahren meine Schulkameraden waren. Ich war mir sicher, inzwischen würden die mich alle für einen seltsamen Freak halten, der sich seit Jahren absondert und versteckt. Auch wenn unter Umständen nie jemand etwas Ähnliches gedacht hatte, sich nie jemand Gedanken über mich gemacht hatte und ich völlig unbemerkt, jederzeit wieder auf andere zugehen hätte können, so war dies in meiner Welt nicht mehr möglich. Zu viele Selbstzweifel waren aufgebaut, zu wenig Selbstvertrauen war vorhanden. Meine Eltern versuchten immer wieder, mich dazu zu überreden, dass ich doch zusammen mit meinen Geschwistern ausgehen und die Abende an den Wochenenden mit meinen Freunden verbringen sollte. Meine ältere Schwester und mein jüngerer Bruder waren so geduldig und liebevoll, sie nahmen mich tatsächlich immer wieder mit, obwohl ich dann den ganzen Abend an ihnen klebte und mich keine fünf Meter von ihnen entfernte. Dafür bin ich ihnen heute noch immens dankbar. So oft haben sie versucht, mich unter die Leute zu bringen und sie haben mich nicht aufgegeben.
Ich wünschte mir an diesen Abenden so sehr, einfach mit allen anderen reden und lachen zu können, doch es ging nicht. Neidisch beobachtete ich meine Geschwister und all die anderen Bekannten, von denen ich bei den diversen Veranstaltungen umgeben war. Die innere Stimme hielt mich bei jedem Anlauf sofort wieder zurück und es breitete sich eine Angst in mir aus, dass ich Ablehnung erfahren und ausgelacht werden könnte. Es war wie eine Gefangenschaft im eigenen Körper.
Ich konnte das Leben direkt vor mir sehen, wusste, dass ich in der Lage war, mich mit meinem Körper beliebig zu bewegen, aber trotzdem war er starr und ich fühlte mich wie ohnmächtig. Machtlos war ich diesen Gefühlen ausgeliefert. Unfähig, etwas am eigenen Leben zu ändern und dazu verdammt, bis in alle Ewigkeit den anderen Menschen zusehen zu müssen, wie sie direkt vor meinen Augen glücklich waren, lachten, sich amüsierten und das Leben genießen konnten. Ich weinte und betete sehr viel in diesen Jahren.
Eines Abends, im Alter von 21 Jahren ereignete sich dann ein wegweisender Moment. In einem Regal meiner Eltern stach mir ein Buchtitel ins Auge und wie gefesselt blieb ich stehen. Ich starrte auf den Titel und war völlig fassungslos. War das die Antwort auf meine sehnsüchtigen Wünsche und Gebete? Sofort war mir klar, dass ich dieses Buch unbedingt zu lesen hatte. Es würde ganz gewiss die Antwort auf mein größtes Problem beinhalten. Ich zog das Buch aus dem Regal, begann den Text am Einband zu lesen und spürte immer mehr die Hoffnung in mir aufsteigen, dass ein völlig neues Leben für mich beginnen könnte, wenn ich dieses Buch lesen würde.
So geschah es dann natürlich auch und es war das erste Buch in meinem Leben, dass ich freiwillig von Anfang bis zum Ende las und das in sehr kurzer Zeit. Es war das Buch „Wie man Freunde gewinnt“ von Dale Carnegie und ich bin diesem wundervollen Menschen heute noch zutiefst dankbar für dieses Werk. Die erwartete Wende in meinem Leben trat auch tatsächlich ein, wenn auch erst einmal in einer anderen Form als erhofft.
Ich wurde zu einer Leseratte. Seit diesem Tag gab es in meinem Leben beinahe keinen einzigen Tag mehr, an dem ich nicht las. Der Grund für diese Kehrtwende war, dass ich in diesem Buch Antworten fand. Antworten, wie ich sie nie zuvor von einem Menschen gehört hatte. Diese Antworten lösten eine immense Neugierde in mir aus. Ich wusste nun, auf welchem Wege ich weitere Antworten finden konnte und wollte immer mehr lesen. Es war der Beginn einer sehr spannenden Reise, die mich nach und nach zu einem glücklicheren und gefestigteren Menschen gemacht hat.
Auch wenn das Lesen von Dale Carnegies Buch mir klarerweise nicht unmittelbar dazu verhalf, überall neue Freunde zu finden, meine wahre Berufung zu erkennen und mich zu einem erfolgreichen Menschen zu entwickeln, der nie wieder von Sorgen und Problemen geplagt sein würde, so gelang es mir doch, mich etwas mehr zu öffnen, immer wieder mal meine Angst zu überwinden und bei der einen oder anderen Gelegenheit mit neuen Menschen ins Gespräch zu kommen und sie dabei kennenzulernen. Diese kleinen Schritte brachten langsam etwas Selbstvertrauen in mir hervor. Ich begann an mich zu glauben. Ich begann daran zu glauben, dass ich doch nicht völlig machtlos und wertlos war, sondern ich mein Leben vielleicht irgendwann auch frei gestalten und lebenswert machen konnte.
Es wurde zu einer Art Hobby von mir, so häufig wie nur möglich, tiefgehende Gespräche zu führen. Anfangs mit Arbeitskollegen, Vereinsmitgliedern und meinen wenigen Freunden und auch immer wieder mit neuen Menschen, mit denen ich langsam in Kontakt kam. Ich philosophierte und diskutierte. Die neuen Erkenntnisse aus den zahlreichen Büchern, die ich plötzlich las, ließen mich das Leben immer mehr analysieren. Nicht nur mein eigenes Leben und Verhalten, sondern auch das anderer Menschen, die ich ja immer schon gerne beobachtete.
Dies führte wiederum dazu, dass sich aus den regelmäßig neu gewonnen Antworten ständig neue Fragen ergaben. Fragen nach dem Sinn des Lebens, danach wer oder was ich als Mensch eigentlich bin und wie die Welt und das Leben grundsätzlich funktionieren. Ich war inzwischen überzeugt, dass all diese Fragen nicht nur mich beschäftigten, sondern nahezu alle Menschen und dass die Beantwortung eine zentrale Rolle dabei spielt, ob ein Mensch glücklich oder unglücklich ist. Einige Jahre und ein paar Hundert Bücher, Seminare und Gespräche später stellte sich mir eine Frage, auf die ich einige Zeit keine Antwort fand.
Viele Bücher boten einen guten Einstieg in das Thema Persönlichkeitsentwicklung an, aber blieben am Ende doch oberflächlich. Es war mir zu wenig, wenn ich las, ich solle positiv denken oder autogenes Training praktizieren. Es war zu wenig, wenn mir Meditation, Hypnose, Hände auflegen oder ähnliche Praktiken empfohlen wurden. Was sind Gedanken und warum sollten sie mein Leben verändern können? Wie sollten von mir an mich gerichtete Worte, die außer mir niemand hört, meine zwischenmenschlichen Beziehungen beeinflussen? Es machte einfach alles noch keinen Sinn.
Andere Autoren und Sprecher hingegen gingen in ihren Büchern und Vorträgen tiefer auf diese Fragen ein. Sie lieferten direkte, klare Antworten, schrieben, sprachen, philosophierten und diskutierten mit anderen darüber und schienen auch selbst danach zu leben. Ich liebte diese tiefgründigen Informationen. Hier ging es jedoch meist sehr direkt zur Sache und mir fehlte dabei der Einstieg in das Thema. Ich verstand zwar, dass ich wohl gerade die Antwort auf eine meiner Fragen las oder man mir versuchte, eine solche Antwort zu erklären, doch ich konnte die Informationen noch nicht miteinander verknüpfen. Es ergab keinen Sinn. Häufig wurde ich mit Worten wie Energie, Universum, Gott, Geist und dergleichen konfrontiert. All das sollte der Schlüssel zur Lösung aller menschlichen Probleme sein. Doch weder Energie noch Gott waren für mich greifbar und so kamen vorerst noch jede Menge neuer Fragen hinzu. Verständliche Antworten blieben weiterhin aus.
Wenn man beispielsweise von Spiritualität, positivem Denken oder Esoterik noch nie etwas gehört hat und die brennendste Frage im Leben lautet: „Wie finde ich heraus, wozu ich geboren wurde?“, dann helfen Antworten, wie „setze dich hin, sei still und meditiere“, nicht unmittelbar weiter. Wozu sollte denn das gut sein? Wie soll ich denn jemals weiterkommen, indem ich nichts tue? Wer an Glaubenssätzen festhängt wie „ohne Fleiß, kein Preis“ oder „du musst mehr arbeiten, wenn du es im Leben zu etwas bringen möchtest“ oder „ohne gute Ausbildung hat man heutzutage keine großen Chancen mehr“, dann ist es so ziemlich das Letzte, woran man glaubt, wenn DIE Lösung dann plötzlich im Nichtstun zu finden sein soll.
Zusätzlich war und bin ich einer dieser Menschen, die sich schwer damit tun, an etwas zu glauben, solange sie es nicht verstehen können. Ich brauchte also nicht nur simple Antworten, sondern auch hieb- und stichfeste Erklärungen dazu, warum etwas so funktionieren sollte. Am Ende wollte ich also nicht einfach nur an etwas glauben, sondern ich wollte es wissen.
In Dale Carnegies Buch, „Wie man Freunde gewinnt“, wird viel darüber erzählt, dass man für Menschen anziehend und attraktiv wirkt, wenn man ehrliches Interesse an den Mitmenschen hat und positiv denkt, aber warum sollte sich die Welt da draußen verändern, wenn ich etwas anderes denke? Diese Hürde des „positiven Denkens“ war für mich der Beginn einer langen Reise, die mich über alle möglichen Heilpraktiken, die Welt der Philosophie und Psychotherapie bis hin zur Gehirnforschung, Physik und Quantenphysik führte. Es war eine Reise zu Antworten auf alle relevanten Fragen des Lebens.
Es ging noch einige Jahre so weiter. Ich las immer mehr und suchte in tiefgründigen Gesprächen nach Antworten. Tiefes Verständnis blieb jedoch vorerst noch aus. Die Welt bestand für mich aus tausenden Puzzleteilen und unendlich vielen Fragen dazu, wie diese Teile zusammenzusetzen sind.
Im Alter von circa 25 Jahren war ich wegen eines operativen Eingriffes für etwas über eine Woche in einem Krankenhaus. In dieser Zeit tat ich mal wieder fast nichts anderes als lesen. An einem der letzten Tage erlebte ich einen für mich unvergesslichen Moment. Ich unterbrach das Lesen kurz, um einem Gedanken nachzugehen. Wie in einem Tagtraum sah ich meinen inneren Bildern zu. Plötzlich blitzten überall Bilder auf. Nicht irgendwelche Bilder, sondern lauter Bilder zu offenen Fragen. Wie auf einem Datenhighway flitzten diese Bilder von allen Seiten in gleicher Richtung an mir vorbei. Es war irritierend, aber gleichzeitig auch völlig faszinierend und überwältigend. Ein Gefühl von Angst machte sich bemerkbar, doch ich war so überfordert mit der Menge an Information, die da an mir vorbeizog, dass ich mich der Angst in dem Moment nicht näher widmen konnte. Ich konnte diesen Prozess nicht beeinflussen oder unterbrechen und sah einfach nur erstaunt zu. In den Bildern erkannte ich Momente meines Lebens, in denen ich mir Fragen stellte, die ich mir bis zu diesem Moment nicht beantworten konnte. Bilder von Augenblicken, die neue Herausforderungen für mich bedeuteten. Es ging alles unglaublich schnell, doch am Ende setzten diese Bilder sich vor mir wie einzelne Puzzleteile zu einem vollständigen Bild zusammen und von einer gefühlten Sekunde zur anderen erschien mir alles völlig klar. Jede einzelne offene Frage, die mich seit vielen Jahren beschäftigte, schien plötzlich beantwortet zu sein und das auf eine völlig logische Art. Alles erschien mir unfassbar einfach.
Ich lag noch länger mit offenen Augen im Krankenbett und versuchte, zu begreifen, was gerade geschehen war. War ich verrückt? Stand ich unter starken Medikamenten und habe ich nur geträumt? Doch egal ob ich verrückt war oder es nur geträumt hatte, die Antworten waren trotzdem da. Sich über dieses Geschehen mit anderen Menschen auszutauschen, erschien mir lange als nicht sehr sinnvoll. Ich behielt es also erst mal für mich und bis heute wissen nur wenige Menschen davon. Bevor ich selbst so richtig daran glauben konnte, beschloss ich, diese neuen Antworten erst einmal intensiv zu prüfen. War das alles wirklich hieb- und stichfest oder konnten neue Fragen diese Antworten sofort wieder entkräften oder als nicht allgemein gültig darstellen? War ich durch neue Herausforderungen des Lebens sofort wieder ratlos und musste die Suche nach Antworten von Neuem beginnen? Oder war von nun an alles sofort und klar zu beantworten, egal welche Fragen sich mir stellten? Die Antworten blieben bestehen und sind auch heute, rund 20 Jahre später, unverändert gültig.
Ein solcher Moment wie damals in diesem Krankenhaus ereignete sich einige Jahre später noch ein zweites Mal. Das „Puzzle-Bild des Lebens“ wurde noch deutlicher. Ich bin sehr glücklich und dankbar darüber, dass ich dies erleben durfte und ich damit ein ganzes Stück Seelenfrieden für mich finden konnte. Seither ist alles einfacher, auch wenn mein Leben deshalb selbstverständlich nicht frei von Problemen wurde. Das wäre auch mit den Antworten nicht in Einklang zu bringen.
Durch diese Ereignisse wuchs in mir das Bedürfnis heran, mich langsam mit anderen Menschen über die gewonnenen Einsichten und Antworten auszutauschen und ihre Gültigkeit durch immer mehr Erfahrungsberichte zu prüfen und zu bestätigen. In dieser Zeit entstand auch der Gedanke, ein Buch zu schreiben. Selbst wenn vorerst noch völlig unvorstellbar war, wie ich so ein Projekt jemals in die Tat umsetzen könnte, so gab es dennoch ein wachsendes Bedürfnis, da ja der gesamte Prozess zur Gewinnung dieser Einsichten, in erster Linie auch dem Lesen von Büchern zu verdanken war. Es war nicht ein einzelner, sondern eine große Anzahl an Autoren, die durch das Niederschreiben ihrer Erfahrungen zu verschiedensten Themengebieten, einerseits mir, aber bestimmt auch vielen anderen Menschen zu Antworten verholfen hatten. Dazu wollte auch ich gerne beitragen.
Von der Idee eines eigenen Buches bis zur Umsetzung sollte es aber noch einige Jahre und weitere Hunderte Bücher, Seminare, Gespräche und Erfahrungen dauern. Der Wunsch war damals dennoch so klar, dass ich zumindest einen ersten Leitfaden niedergeschrieben habe, welche Themen in dem Buch später mal behandelt werden sollten. Das Wichtigste war, dass die Leser sich selbst anhand der allgemein üblichen Problemstellungen des Lebens wiederfinden können. Herausforderungen, die den meisten Menschen aus eigener Erfahrung oder aus Erfahrungen des nahen Umfeldes bekannt sind. Diese Probleme sollten dann analysiert werden, um den gemeinsamen Nenner zu erkennen und die allgemein gültige Wahrheit und Ursache im Kern zu finden und auf dieser Reise gehen wir weit über positives Denken und dergleichen hinaus.
Dieses Buch zeigt einen möglichen Weg auf, wie wir lernen können, all das zu bekommen, was wir wirklich wollen, indem wir lernen, zu lieben, was wir vom Leben bekommen. Das mag auf den ersten Blick aussehen, als würde ich sagen: „Sei doch einfach zufrieden mit dem, was du hast.“ Dem ist aber gewiss nicht so. Positives Denken, wie es überall auf der Welt in Seminaren vermittelt wird, ist zwar bestimmt eine Notwendigkeit für ein erfülltes Leben, aber positives Denken allein, wird keinem Menschen auf seinem Weg zum Glück behilflich sein. Genau das ist aber Ziel dieses Buches – wahrhafte und dauerhafte Glückseligkeit zu finden. Es geht also nicht darum, als unverbesserlicher Optimist durch sein Leben zu gehen und wenn es einem auch noch so schlecht geht, immer zu sagen: „Es wird alles gut“, und dann darauf zu warten, bis sich irgendetwas verändert. Nein, das wäre naiv und verrückt. Es geht vielmehr darum, die Welt mit anderen Augen zu sehen und in allem einen Sinn und Zweck zu wissen, auch wenn wir diesen nicht sofort verstehen oder erkennen können. Wir müssen lernen, das Leben anzunehmen, wie es kommt und in der Gegenwart Entscheidungen zu treffen, die unsere Zukunft verbessern werden. Schlussendlich geht es aber auch ums TUN. Es wird jeder Versuch zur Verbesserung des eigenen Lebens völlig ergebnislos verlaufen, wenn wir nicht erkennen, was wir zu tun haben und dies dann auch tatsächlich umsetzen. Ich wünsche mir, dass die Leser dieses Buches erkennen, dass so ziemlich allen Problemen der Menschheit eine einzige Ursache zugrunde liegt. Damit einhergehend kommt dann auch ein neues Verständnis dafür, dass in so gut wie allen Diskussionen die gegensätzlichen Parteien eigentlich dasselbe anstreben. Streit wird dadurch ausgehebelt, Kriege werden überflüssig. Das ist ein hohes Ziel. Das ist mir klar. Einer meiner Lieblingsmentoren wiederholt bei jeder Gelegenheit die Aussage: „Das Leben ist so einfach.“ Ich hatte lange keine Vorstellung davon, wie recht er hat und wie unglaublich einfach es tatsächlich ist.
Dieses Buch soll Ihnen also eine Weltsicht aufzeigen, die Ihnen ermöglicht, alles mit neuen Augen zu sehen. Durch diese Sichtweise werden Sie nicht nur zu einem vorübergehenden Lächeln finden, sondern zu dauerhaftem Glück in Ihrem Herzen. Das hat mit einem dauerhaften Lächeln nicht sehr viel gemeinsam. Letztendlich ist es nur eine Möglichkeit, eine andere Sichtweise anzunehmen, die viele Menschen bereits auf der Suche nach Glück ans Ziel gebracht hat. Lassen Sie sich auf eine kurze Reise ein und entscheiden Sie am Ende selbst, ob es nicht auch für Sie attraktiv ist und entscheidende Vorteile bringen kann, die Welt und das Leben, auf die in diesem Buch beschriebene Weise zu betrachten.
Egal, ob Sie bereits sehr viel erreicht haben und nur etwas mehr möchten oder ob Sie bisher gefühlt nichts erreicht haben und nur das Notwendigste möchten. Egal, ob Sie unglücklich sind oder ob im Moment alles gut läuft, sich Ihr Leben in die von Ihnen gewünschte Richtung entwickelt und Sie deshalb gerade mal wieder lachen können und glücklich sind. Egal, ob Sie krank sind oder ob Sie sich bester Gesundheit erfreuen. Egal, ob Sie gerade dabei sind, die Karriereleiter aufzusteigen, ob Sie bereits auf ein erfolgreiches Leben zurückblicken können, oder ob Sie arbeitslos sind. Nur wenn Sie in guten wie in schlechten Zeiten ehrlich von sich sagen können: „Ich bin wahrhaft glücklich“, dann haben Sie das Ziel erreicht, nach dem sich wohl jeder Mensch ganz tief in seinem Herzen sehnt.
Einige wenige Menschen, denen ich im Laufe meines bisherigen Lebens begegnen durfte, schienen dies für mich bereits weitestgehend verinnerlicht zu haben. Dennoch zeigte sich auch hier bei den meisten, dass sie nach wirklich schwersten Schicksalsschlägen, wie zum Beispiel der Verlust eines geliebten Menschen, ihren Lebenssinn oder Lebensinhalt (vorübergehend) verloren. Die Weltanschauung veränderte sich mit dem Schicksalsschlag wieder vollkommen und vom Glücklich-sein war nichts mehr übrig. Nur ganz wenige Menschen haben den Weg ans Ziel bereits vollständig zurückgelegt und die einzige Wahrheit wirklich erkannt. Ist dieser Zustand einmal erreicht, kann ihnen diese Erkenntnis durch nichts mehr genommen werden, gleichgültig, was im Leben auch geschehen mag.
Bestimmt haben auch Sie sich schon oft Gedanken darüber gemacht, was denn erforderlich sei, um wirklich glücklich zu sein. Liegt es am Erfolg? Oder an der Gesundheit? Liegt es vielleicht daran, eine eigene glückliche Familie gründen zu müssen oder Kinder zu haben? Oder müssen alle Anforderungen in ausbalancierter Harmonie erfüllt sein, um dauerhaftes Glück zu ermöglichen? Dann wäre Glück aber doch etwas nur sehr schwer Erreichbares. Was müsste einer solchen Schöpfung wohl für ein feindseliger, hasserfüllter Gedanke zugrunde liegen? Wir sollten davon ausgehen – egal ob der Mensch durch Evolution entstanden ist oder von Gott erschaffen wurde – dass wir nicht dazu verdammt sind, ein Leben in Trauer und Sorge zu verbringen, in einem ständigen Kampf und unter ewiger Last. Meiner Meinung nach ist genau das Gegenteil der Fall und die Aufgabe besteht im Erkennen der Einfachheit.
Ich will mit diesem Buch niemandem sagen, wie er leben oder woran er glauben soll. Es soll lediglich eine Perspektive aufzeigen, die alle Probleme relativieren und auf der Suche nach dauerhaftem Glück eine bedeutende Hilfe sein kann. Wir werden erkennen, wo und wie einfach Glück zu finden ist. Haben wir es erst einmal gefunden, dann werden wir es nie wieder verlieren. Ich freue mich, Sie mittels dieses Buches auf Ihrem Weg zum Glück begleiten zu dürfen. Eine besondere Freude wäre es für mich, wenn Sie mich und andere Leser an Ihren neuen Erkenntnissen teilhaben lassen. Teilen Sie uns gerne Ihre Meinung auf www.christianenengl.com/Feedback mit. Erfreuen wir uns gemeinsam an den daraus erwachsenden Gefühlen der Freude und der anhaltenden Liebe. Informieren Sie mich über Ihre persönlichen Erfahrungen und Veränderungen und lassen Sie uns gemeinsam ein dauerhaft glückliches Leben genießen.
2 Bin ich wirklich glücklich?
Lassen Sie uns die grundlegendste Frage des Lebens noch einmal gemeinsam betrachten! Bin ich wirklich glücklich? Stellen Sie sich diese Frage und beantworten Sie sie ehrlich. Sollte die Antwort „Ja“ lauten, beglückwünsche ich Sie aus tiefstem Herzen und freue mich mit Ihnen. Nur wenige Menschen können von sich behaupten, wirklich in jeder Situation des Lebens, unter allen Umständen glücklich sein zu können.
Glücklich zu sein, heißt nicht, in jeder Situation lachen zu müssen, und mit einem Dauergrinsen durch schreckliche Phasen des Lebens gehen zu müssen. Glücklich sein, heißt viel mehr die Freiheit zu haben, wählen zu können. Es heißt, seine Emotionen nach freiem Willen kontrollieren zu können und nicht Gefangener der eigenen Gefühlswelt zu sein. Es ist nun wirklich keine Kunst, glücklich zu sein und ein herzhaftes Lächeln im Gesicht zu haben, wenn man frisch verliebt ist, wenn man ein gesundes Kind bekommen hat, im Job befördert wird, im Lotto gewinnt oder sich sonst irgendetwas Wundervolles ereignet. Die Kunst besteht darin, auch dann glücklich sein zu können, wenn wir durch ernsthaft schwierige Zeiten gehen. Die Essenz dieser Kunst bezieht sich im vorhergehenden Satz auf das Wort KÖNNEN.
Jeder Mensch hat einen freien Willen. Wenn wir uns entscheiden zu trauern, weil wir einen lieben Freund, Partner oder ein Kind verloren haben, dann ist das vollkommen in Ordnung, bis wir uns danach entscheiden, wieder glücklich zu sein. Lassen wir unseren Glückszustand aber von dieser Trauer bestimmen und bleiben so sehr in der Trauer gefangen, dass wir unfähig sind, uns wieder auf andere Dinge im Leben zu konzentrieren, dann hat das mit wirklich glücklich sein können nicht mehr viel zu tun. Wer schon einmal verliebt war und dann eine Trennung erlebte, wer alleine lebt und sich einsam fühlt, wer arbeitslos ist und schon lange verzweifelt einen Job sucht oder wer schon einmal bankrottgegangen ist, der wird auch schon erlebt haben, dass Emotionen wie Trauer, Zorn, Hass, Wut, Einsamkeit, Angst, Neid, Gier usw. nicht einfach verschwinden, wenn wir uns sagen: „Das Leben geht weiter“. Oft erliegen wir diesen Emotionen über Monate oder Jahre. Auch werden wir immer wieder von ihnen in ein emotionales Tief gerissen, wenn wir beispielsweise Jahre später etwas Ähnliches erleben und unsere Gefühlswelt sofort wieder in sich zusammenbricht.
Dauerhaftes Glück bedeutet, dass Sie diese Kontrolle über Ihre Emotionen behalten, auch wenn die Situation in Ihrem Leben sich mal stark verändert und Sie einen schmerzenden und aussichtslos erscheinenden Lebensabschnitt durchstehen müssen.
Es ist also offenbar eine Voraussetzung für Glück, die Kontrolle über die eigenen Emotionen zu behalten. Nur wer Herr seiner Gefühle ist und diese beherrscht und kontrolliert, anstatt von ihnen beherrscht zu werden, der hat die Möglichkeit, glücklich zu sein und zu bleiben. Die amerikanische spirituelle Lehrerin und Autorin Teal Swan schrieb einmal auf Facebook:
„You cannot control whether or not
you have a reaction to something.
You cannot even choose
what reaction to have.
What you can do is
choose what to do with the reaction you are having.“
Übersetzt bedeutet dies in etwa: „Du kannst nicht kontrollieren, ob du auf etwas reagierst. Du kannst nicht einmal wählen, wie du reagierst. Was du tun kannst, ist zu wählen, was du mit der Reaktion, die du hast, tun willst.“
Die meisten Menschen scheinen ihren Emotionen gegenüber machtlos zu sein und sich dies nicht eingestehen zu wollen. Es ist keine Schwäche, sich Fehler einzugestehen. Ganz im Gegenteil – es ist eine Voraussetzung, um glücklich sein zu können. Jeder Mensch hat Fehler und Schwächen und erst, wenn wir diese erkannt haben, uns also unserer Stärken und Schwächen bewusstwerden und sie akzeptieren, können wir daran arbeiten. Wenn Sie sich dennoch gegen diese Formulierung der „Machtlosigkeit“ wehren, lassen Sie uns einige Beispiele betrachten:
• Fühlten Sie sich schon einmal längere Zeit einsam, obwohl es zu dieser Zeit viele Menschen in Ihrem Leben gab?
• Gab oder gibt es in Ihrem Leben ein Gefühl, dass Sie nicht nach Belieben an- oder abschalten können?
• Hingen Sie nach einer Trennung längere Zeit in einem Tief fest, weil Sie immer wieder an den verlorenen Partner denken mussten? Vielleicht machten Sie ihm auch lange danach noch Vorwürfe oder waren eifersüchtig auf seinen neuen Partner?
• Haben Sie nach Horrorfilmen manchmal über längere Zeit hinweg Angst, wenn Sie alleine oder im Dunkeln sind und können das nicht einfach abschalten, obwohl Ihr Verstand sagt, dass es dafür absolut keinen Grund gibt?
• Haben Sie Angst vor Tausenden Menschen frei zu sprechen oder etwas zu präsentieren oder im Fokus der Öffentlichkeit zu singen oder zu tanzen?
• Haben Sie Angst oder werden Sie nervös, wenn Sie fremde Menschen anrufen und Ihnen ein Produkt verkaufen müssen?
Nun, wenn einer dieser Punkte oder ähnliche auf Sie zutreffen, dann behaupte ich, dass Sie Ihren Emotionen unterlegen sind und keine vollständige Kontrolle darüber haben.
Die Kontrolle über seine Emotionen zu haben, bedeutet nicht, dass jemand gefühlskalt ist und nichts mehr spürt. Es bedeutet lediglich, dass derjenige bestimmt, ob und wie lange er trauert oder sich ärgert. Emotionen sind etwas sehr Gutes und Wichtiges. Wir sollten diese aber bewusst leben können und nicht unbewusst von ihnen beeinflusst werden. Der Verfall in ein Gefühl wie Ärger oder Trauer dauert oft immens lange, bis sich das Gefühl irgendwann eben wieder von selbst auflöst. Inzwischen kann es sein, dass das Gefühl durch andere Vorkommnisse noch bedeutend intensiviert und gesteigert wird. Man fühlt sich im Recht und steigert sich unter Umständen auch noch in die längst vergangene Situation hinein. Irgendwann ist es immer vorbei, doch in dieser Zeit, in der die Emotion uns beherrscht, kann vieles passieren, was uns oft erst im Nachhinein oder gar erst sehr viel später bewusstwird und leidtut. Viele uns nahestehende Menschen werden oft in diesen Zeitspannen verletzt. Außerdem haben wir dabei sinnlos Lebenszeit vergeudet, da es selten jemandem etwas bringt, wenn man sich über Minuten, Tage oder manchmal gar über Jahre hinweg über irgendetwas ärgert. Denken Sie nur an die Redewendung, dass jemand mit dem falschen Fuß aufgestanden ist. Ein unkontrollierter, ärgerlicher Gedanke, der uns einen ganzen Tag gefangen hält und uns womöglich um ein paar wunderschöne Erlebnisse bringt.
Eines sollte uns mittlerweile klar geworden sein: Glück lässt sich nicht im Außen finden, dennoch scheinen die meisten Menschen es genau dort immer und immer wieder verzweifelt zu suchen. Die Suche außerhalb unseres Körpers bezieht sich immer auf Wünsche und Ziele. Meist ist es eine Suche nach materiellen, vergänglichen Dingen oder Emotionen wie Freundschaft, Liebe und so weiter. Wenn ein Mensch sich Ziele setzt wie beispielsweise den Sieg in einem Wettbewerb, eine Olympiamedaille, Umsatzverdopplung in der eigenen Firma, finden eines Partners den man wirklich liebt, Erwerb eines tollen Hauses oder Autos usw., dann tritt nach Erreichen dieses Zieles normalerweise auch tatsächlich ein Glücksgefühl ein. Nur ist dies kein anhaltendes Gefühl. Die Ernüchterung tritt oft bereits nach sehr kurzer Zeit wieder ein und ein erneutes Streben nach weiteren Wünschen und Zielen beginnt.
Wie geht es weiter, nachdem die Olympiamedaille erreicht wurde? Was kommt nach dem Aufbau eines Multimilliarden Dollar Imperiums? Macht uns ein Partner, den wir wirklich lieben, automatisch ein Leben lang glücklich? Bei materiellen Dingen wie Häuser, Autos oder auch kleineren Dingen tritt die Ernüchterung oft sogar schon ein, bevor das Ziel noch erreicht ist. Man träumt vielleicht von einem tollen Haus oder der größeren Wohnung und setzt sich den Erwerb dieses Objektes beispielsweise als Belohnung für ein erreichtes berufliches Ziel. Ist dann nach langer Zeit das Ziel endlich erreicht, haben sich die materiellen Träume inzwischen häufig geändert und der Reiz des erträumten Hauses ist längst wieder verschwunden.
Die Wünsche werden häufig immer größer und ausgefallener. Ständig lassen wir uns etwas Neues einfallen, um bewusst oder unbewusst endlich glücklich sein zu können, bis wir irgendwann in Frustration erkennen, dass dieser Weg ein Irrweg ist.
Hier wurde erneut ein sehr entscheidender Punkt angesprochen, auf den wir später noch sehr detailliert eingehen werden: Bewusstheit. Es ist sehr hilfreich im Leben und es erleichtert vieles ungemein, wenn man bewusst lebt und erkennt, worum es einem geht.
Wir alle kennen Sportler, Filmstars, Politiker und Wirtschaftsgrößen, die nach ihrem Höhepunkt sehr rasch wieder abgestürzt sind. Warum? Weil kein Mensch sich an diesen Glücksgefühlen festhalten kann. Materielles ist vergänglich. Alles im Leben ist vergänglich und am Ende werden wir nichts von all den erworbenen Schätzen mitnehmen können. Wie sollte DAUERHAFTES Glück also je durch etwas VERGÄNGLICHES erreicht werden können?
Ist es deshalb sinnlos, sich im Leben überhaupt noch um irgendetwas zu bemühen? Nein, auf gar keinen Fall sollte man das so verstehen. Sie kennen bestimmt den Ausspruch „Der Weg ist das Ziel“. Es heißt also nicht „das Ziel ist das Ziel“. Nicht das Vergängliche, das wir am Ende als Belohnung erhalten, kann uns wirklich glücklich machen. Nur das, was wir am Weg zu unseren Zielen erleben, ist Bestandteil unseres Glücks.
Worum geht es auf diesem „Weg“? Haben Sie schon einmal ein zweijähriges Kind beobachtet, während Sie mit ihm spielten? Wenn sie gemeinsam etwas malen und die Striche am Ende deuten, dann spielt es dabei absolut keine Rolle, ob ein gezeichneter Mensch aus nur zwei gleichfarbigen Strichen besteht und völlig unkenntlich ist, oder ob daraus ein wunderschönes buntes Kunstwerk wurde. Dem Kind ist das Resultat des Werkes egal, es dreht sich alles nur um den Akt des Tuns, den Weg. Erst wenn die Kinder älter werden, sind sie plötzlich traurig, wenn der gezeichnete Baum nicht genauso schön ist, wie der, den ihre Eltern oder Freunde zeichnen können. Wenn plötzlich alles verglichen und beurteilt wird, alle Aktivität nur mit dem Blick auf zukünftige Ergebnisse ausgeführt wird, anstatt sich im Hier und Jetzt am Tun zu erfreuen, dann beginnen wir das Wesentliche aus den Augen zu verlieren. Wenn wir so handeln, dann dürfen wir uns gewiss sein, dass wir von unserem Weg abkommen.
Die vorhin erwähnte Bewusstheit während des Tuns, führt zur Bewusstwerdung unseres Selbst. Selbstbewusstsein ist eine Voraussetzung für Selbstverwirklichung und genau das ist der Sinn des Weges, dass wir uns am Weg zu unseren Zielen selbst verwirklichen und dadurch das Glück in uns finden.
3 Wer sind wir?
Eine wichtige Frage, die auch Sie sich vielleicht schon einmal gestellt haben. Wer bin ich? Woraus bestehe ich? In welchem dieser Bestandteile liegt das Problem, weshalb ich nicht glücklich sein kann? Wie viele Menschen stellen sich diese oder ähnliche Fragen? Wollen wir uns wirklich damit begnügen, alles im Leben einfach hinzunehmen und als einzige Begründung dafür zu hören: „Es ist ganz einfach so“?
Ich war – wie unzählige andere Menschen – mein ganzes Leben lang auf der Suche nach Antworten auf diese Fragen. Als mir im Alter von rund 25 Jahren, durch einen sehr prominenten und renommierten Persönlichkeits- und Motivationstrainer, das Buch „Das Leiden am sinnlosen Leben“ von Viktor E. Frankl in die Hände fiel, begann ich mich wirklich tiefgründig mit diesen Fragen zu beschäftigen. Die Antworten, die ich in all den Jahren auf diese und viele weitere Fragen des Lebens fand, gehen alle in dieselbe Richtung und sie sind alle am selben Ort zu finden. Wir werden uns im nächsten Kapitel näher mit diesem Thema auseinandersetzen, bevor wir im späteren Verlauf dieses Buches auf einige Fragen im Einzelnen eingehen werden.
3.1 Glaube/Spiritualität vs. Wissenschaft
Menschen lernen vom ersten Tag ihres Lebens täglich Neues dazu. Vieles davon lernen wir durch eigene Erfahrungen und vieles, indem uns in der Schule, im Beruf und auch durch unsere Eltern und Freunde Informationen vermittelt werden. Da niemand von uns die Zeit hat, all diese Informationen durch eigene Forschung zu überprüfen, müssen wir das meiste einfach glauben. Das ist auch bei einem Großteil der Informationen unproblematisch, denn ob beispielsweise die uns über Bücher oder Lehrer vermittelte Einwohnerzahl der Bundeshauptstadt richtig oder falsch ist, wird im Leben der meisten Menschen keinen großen Unterschied machen. Das ist aber nicht bei allen Informationen so einfach und irrelevant. Ob Inhaltsstoffe von Nahrungsmitteln gesund oder ungesund sind und wie sich diese auf unseren komplexen Organismus auswirken, können heute weitgehend nicht einmal Forscher klar beantworten. Da wir selbst es nicht wissenschaftlich prüfen können, müssen wir entscheiden, wem und was wir glauben. Wir müssen also entscheiden, wem wir unser Vertrauen schenken. Das kann eine entscheidende Rolle für unser körperliches Wohlbefinden spielen und die Ausrichtung unseres Lebenswegs maßgeblich beeinflussen. Fakt ist – wir wissen in diesem Zusammenhang nicht viel und müssen einfach an etwas glauben. Unser Gefühl zeigt uns in Bezug auf Ernährung meist sehr gut und rasch, was uns guttut und was nicht. Demnach können wir über das sprichwörtliche „Bauchgefühl“ unseren Glauben stärken und Teile der Informationen über Nahrungsmittel-Inhaltsstoffe mit der Zeit vom Glauben in Wissen überführen. Alles werden wir diesbezüglich niemals wissen, denn dafür gibt es einerseits viel zu viele mögliche Zusammensetzungen an Inhaltsstoffen und andererseits ist unser Organismus dafür viel zu komplex. Um den Glauben kommen wir also in vielen Bereichen nicht herum.
Genauso ist es auch in Bezug auf die Fragen des Lebens. Was ist Glück und wie kann man es wissenschaftlich erklären? Abläufe im Gehirn sind erklärbar und wir wissen heute bereits sehr viel, aber lückenlos werden wir die für uns wichtigsten Fragen durch die Wissenschaft noch lange nicht grundlegend beantworten können.
Wer oder was genau sind wir? Das ist auch eine Frage, welche die Wissenschaft nicht immer ausreichend gut beantworten kann. Jeder von uns wird aber für sich eine mehr oder weniger glaubhafte Antwort darauf haben. Menschen, die darüber selbst nicht viel nachdenken und -forschen, beantworten sich diese Fragen vielleicht ausschließlich durch Informationen von Eltern, Lehrern, Dokumentationssendungen im Fernsehen oder irgendwelchen Fachartikeln in Magazinen. Viele aber auch durch Informationen, die sie von Religionslehrern, Priestern und sehr gläubigen Eltern oder Freunden erhalten. Vermutlich bin ich nicht der Einzige, dem religiösen Informationen nicht zur freiwilligen Auseinandersetzung damit dargeboten wurden. Vielmehr sind sie wie ich damals dazu gezwungen worden, diese Informationen im Zuge des Schulunterrichts zu lernen.
Ich will hier nicht beurteilen, ob diese Art der Vermittlung und Einprägung von Glaubenssätzen gut oder schlecht ist. Fakt ist, dass viele Menschen Jahre ihres Lebens in Therapie, Beratung oder Coaching verbringen, um alte Glaubenssätze aufzulösen und dadurch innere Heilung zu erreichen. Es wird sich aber nicht verhindern lassen, dass Eltern bei der Erziehung von Kindern Fehler machen oder nicht immer alles optimal und zum Wohle der Kinder abläuft. Es gibt auch definitiv Schlimmeres, als die Einführung der Schulpflicht. Wenn auch das extrem veraltete Bildungssystem dringend modernisiert werden sollte, um Kinder individuell zu fördern und nicht von all den so unterschiedlichen Individuen ständig gleiche Resultate zu verlangen. Wie auch immer – das ist nicht Thema dieses Buches. Wir wollen hier einfach festhalten, dass wir als Menschen zwar teilweise selbstbestimmt entscheiden können, woran wir glauben, aber niemand von uns ohne den Glauben an sich leben kann. Jeder von uns ist also „gläubig“, ob wir das wollen oder nicht.
Wenn wir den Begriff der „Spiritualität“ betrachten, möchte ich gleich vorweg festhalten, dass die Definition des Begriffes „Spiritualität“ mit Religion nicht zwingend etwas zu tun hat. Während Spiritualität den Bereich der Religion einschließt, trifft dies umgekehrt nicht zu. Religion hat also immer mit Spiritualität zu tun, während Spiritualität auch für nicht religiöse Menschen zum Alltag gehören kann. Ebenso möchte ich noch einmal die einleitenden Worte wiederholen, dass dieses Buch nicht als Leitfaden verstanden werden soll, der Ihnen mitteilt, woran Sie zu glauben oder wie Sie zu leben haben. Es soll Ihnen lediglich eine weitere Betrachtungsmöglichkeit aufgezeigt werden, wie Sie die Suche nach Ihrem Glück erfolgreicher gestalten können. Ob Ihr Glaube dabei auf Wissenschaft, Spiritualität oder Religion aufbaut, spielt vorerst keine Rolle. Es ist also egal, ob Sie glauben, dass das Universum durch einen Urknall und der Mensch durch eine zufällige Zellmutation entstanden ist, oder ob alles durch einen Gott und beispielsweise durch Adam und Eva begann. Ob es für Sie einen Gott gibt oder Sie sich als klarer Atheist bekennen, beides darf sein.
In Bezug auf die Fragen des Lebens ist es meiner Meinung nach wichtig, dass unser Glaube uns Antworten auf alle wichtigen Fragen bieten kann. Fragen wie die zuvor gestellten. Wer bin ich? Woraus bestehe ich? Fragen zu unserem Lebenssinn sollten wir uns auch stellen. Warum sind wir hier? Warum gibt es diese scheinbare Ungerechtigkeit auf der Welt? Es gibt noch viele weitere Fragen. Glaube sollte etwas sein, das den Menschen einen Halt gibt. Etwas, woran man sich immer festhalten kann, wenn es auch sonst nichts mehr im Leben gibt. Wenn der Glaube grundlegende Fragen nicht beantworten kann, dann bietet er keinen Halt. Wie soll man sich auch an etwas festhalten, das selbst keine Standfestigkeit hat?
Bleiben einzelne Fragen unbeantwortet, weil sie mit dem Glaubensmodell nicht vereinbar sind und sich nicht integrieren lassen, ohne dadurch in anderen Themen Widersprüche zu erzeugen, so werden in uns immer wieder Zweifel und Ängste erwachen. Diese werden uns quälen und uns erneut das Gefühl geben, dass wir ja vielleicht doch alleine sind und es nichts und niemanden auf dieser Erde gibt, der für Gerechtigkeit sorgt oder sich um andere uns beschäftigende Probleme kümmert.
All jene, die an einen Gott glauben, dürften sich normalerweise nicht alleine fühlen. Wir kennen aber auch alle den berühmten Ausspruch: „Vater, warum hast du mich verlassen?“, womit offenbar die Möglichkeit eingeräumt wird, dass auch Gott-Gläubige in der Überzeugung leben, dass sie alleine sind und Gott nur dann da ist, wenn sie nach seinem Willen leben. Andersrum sind manche oder viele (ich weiß es nicht) Atheisten der Überzeugung, dass sie als Mensch sowieso alleine und auf sich gestellt sind, aber ist das tatsächlich so? Lässt sich diese Frage für alle annehmbar beantworten?
Wie bereits erwähnt, ist es zentrale Aufgabe des Glaubens, Antworten zu geben. Wenn wir mit bestem Wissen und Gewissen an diese Antworten glauben können, dann breitet sich in uns ein Gefühl der Sicherheit aus, dass uns besänftigt und uns zur Ruhe kommen lässt. Dieses in uns fest verankerte „Wissen“ fühlt sich anfangs noch nicht an wie wirkliches Wissen. Viel eher entspricht es dem Wort „Glauben“. Es kann aber zu wahrhaftigem Wissen werden, wenn wir diesen Glauben bewusst leben, uns viel damit auseinandersetzen und so durch Demut und Dankbarkeit nach und nach zur Erkenntnis kommen, was wahr ist und was nicht.
Nun ist es an der Zeit für ein paar Antworten. Bob Proctor schreibt in seinem Buch „You were born rich” in etwa Folgendes: In diesem Universum gibt es eine Kraft, die alles belebt, durchdringt und begründet … Es gibt zwei unterschiedliche Herangehensweisen, wie man diese Kraft beschreiben oder erklären kann – entweder wissenschaftlich oder theologisch.
Wissenschaftler nennen diese Kraft „Energie“. Energie ist organisiertes Wissen. Sie wurde weder erschaffen noch ist sie zerstörbar. Sie ist Ursache und Wirkung ihrer selbst. Sie ist zu 100 % in jedem Moment, an jedem Ort gegenwärtig. Sie ist unbegrenzt und unendlich. Sie ist in allem und umgibt alles. Sie ist einfach.
Ein Theologe würde diese Kraft „Gott“ nennen. Gott ist die Kraft, die alles in einer funktionierenden Ordnung hält. Gott wurde weder erschaffen noch ist er zerstörbar. Er ist Ursache und Wirkung seiner selbst. Er ist zu 100 % in jedem Moment, an jedem Ort gegenwärtig. Er ist unbegrenzt und unendlich. Er ist in allem und umgibt alles. Gott ist einfach.
Die Wissenschaft nähert sich der Erklärung unseres Ursprungs also über die Physik und Quantenphysik, und versucht diese mysteriöse Energie immer weiter zu erforschen, während die Spiritualität sich diesen Erklärungen über das Gefühl annähert. Bob Proctor schreibt weiter: „Wir Menschen sind keine physischen Wesen. Wir sind spirituelle Wesen in physischen Körpern.“
Als ich damals erste Zusammenhänge zwischen der wissenschaftlichen und spirituellen Betrachtungsweise zu erkennen begann, interessierte mich auch zunehmend, welche Rolle Religionen diesbezüglich spielen. Ich begann über die größten Weltreligionen zu lesen, wie sie entstanden sind, worauf sie basieren und was der Kern ihrer Lehren ist. Auf dieser „Forschungsreise“ entdeckte ich unglaublich viele Parallelen. Alle Religionen scheinen das gleiche Fundament zu haben und bauten darauf ein Konstrukt, anhand dessen sie ihr Glaubensmodell erklärten. Diese konstruierten Glaubensmodelle der einzelnen Weltreligionen unterscheiden sich dabei manchmal wenig und manchmal sehr. Unabhängig davon, wie enorm die Unterschiede aber auch sind, im Grunde dreht sich bei allen Göttern aller Religionen alles um Nächstenliebe und Selbstliebe, also im Kern um bedingungslose Liebe. Liebe wiederum ist wissenschaftlich ganz klar messbare Energie. Wir wissen heute einiges über die Prozesse, die im Körper ablaufen, wenn ein Mensch sich verliebt. Selbst über die Auswirkungen der Liebe auf Tiere und Pflanzen gibt es schon eine ganze Menge an messbarem Wissen.
Im Sinne der Liebe wäre es eine erste großartige Übung, wenn Menschen versuchen würden, andere einfach in ihrem Glauben zu lassen, ohne sie bekehren zu wollen. Es spielt auch weiterhin keine Rolle, ob Sie Atheist sind, spirituell oder religiös, um durch dieses Buch zu erfahren, wie Sie etwas für Ihr Glücklichsein tun können. Sie können auch am Ende noch gerne völlig unterschiedliche Ansichten darüber haben. Nur in einem Punkt sollten wir uns einig werden und diesem nähern wir uns nun langsam. Um alles besser nachvollziehen zu können, vorerst noch mal ein kleiner Exkurs.
In unserer Zeit sprechen immer mehr Menschen vom Zustand der Erleuchtung oder des Erwachens. Das Wort Erleuchtung sagt uns nichts anderes, als Licht ins Dunkel zu bringen. Unwissenheit (Finsternis) durch Wissen (Licht) ersetzen. Beim morgendlichen Erwachen gehen wir aus der Finsternis des Schlafes in den Tag über. Wir öffnen die Augen, erblicken das Licht und sehen wieder. Haben Sie schon einmal versucht, in einem stockdunklen Raum etwas zu suchen, wenn Sie nicht einmal die Hand vor Ihrem Gesicht gesehen haben? Das funktioniert eventuell noch, wenn Sie den Raum kennen, aber selbst dann nur sehr beschwerlich.
An diesem Punkt erkennen wir also einen weiteren wichtigen Faktor, den wir unbedingt berücksichtigen müssen: Geduld. Wir müssen geduldig sein bei unserer Suche und können hier nichts erzwingen. Sich in festem Glauben geduldig, auf unser Inneres zu konzentrieren, nur das wird uns irgendwann die erwünschte Belohnung bringen.
Wenn wir nach Antworten auf die Frage nach dem Sinn des Lebens suchen, ist es genau wie bei jeder anderen Suche. Solange wir im Dunkeln tappen, werden wir nicht fündig. Um Dinge, über die wir nichts wissen, umfassend zu beleuchten, bis wir etwas darüber wissen, brauchen wir Licht. Wenn Licht auf etwas fällt, werden Objekte und Umrisse klar erkennbar. Wir suchen nach dieser Klarheit, und um sie zu bekommen, müssen wir dieses mysteriöse Licht entdecken. Nun denken Sie vielleicht, dass doch alles in bester Ordnung sein müsste, da wir alle ja jeden Tag vom Sonnenlicht umgeben sind. Dieses Sonnenlicht ist außerhalb von uns und kann uns bei unserer Suche nicht behilflich sein. Stattdessen werden wir von der Vielfalt der Farben der im Lichterglanz erstrahlenden Dinge nur abgelenkt. Mit Licht ist hier also nicht das außerhalb von uns befindliche Sonnenlicht gemeint, sondern ein in uns liegendes Licht.
Gott ist Licht, heißt es oft und in der Bibel steht geschrieben (Joh 8,12 EU): „Jesus spricht: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ Die Verbindung zwischen uns und diesem Licht existiert immer und ist nicht durchtrennbar. Vom Sonnenlicht können wir uns trennen, indem wir in den Schatten gehen. Unser inneres Licht ist aber auch dann bei uns und kann uns nicht verlassen. Bei der Masse der Menschen ist, in der Hektik unserer Zeit, die Fähigkeit dieses Licht bewusst wahrzunehmen, leider eingeschlafen. Sie schlummert in uns und wartet darauf, dass wir sie wieder neu erwecken. Um noch einmal auf das oben erwähnte Bibelzitat zurückzukommen. Jesus sagte, dass jeder, der ihm folgt, das Licht des Lebens haben wird. Denken wir kurz darüber nach, wie diese Aussage zu interpretieren sein kann. Wir können ihm ja nicht mehr gut physikalisch folgen, also bleibt nur die Möglichkeit, gedanklich mit ihm in Verbindung zu bleiben. Damit wären wir wieder beim Glauben angelangt. Wer also gläubig ist, wird das Licht des Lebens haben. Nun, wie wir bereits festgestellt haben, sind wir alle gläubig. Viele streiten das aber immer wieder ab, als wäre es etwas Schlechtes. Können wir dieses Licht denn aber auch dann für uns entdecken, wenn wir zwar akzeptieren, dass wir an etwas glauben, wir aber nicht an Jesus oder Gott glauben wollen?
Unbewusst findet eine Wahrnehmung der Verbindung zu „Gott“ immer wieder statt, wie zum Beispiel in unseren Träumen. Ein erleuchteter Meister ist nichts anderes als ein Mensch, der durch intensive Meditation oder irgendwelcher anderer Praktiken dieses Licht in sich entdeckt hat, es bewusst wahrnimmt und damit das wahrhaftig erlebt, was man im Glauben als Gott bezeichnet.
Dieses Erleben erhebt diese Menschen aus dem Zustand der Dunkelheit – in dem wir nichts erkennen können und in dem sich deshalb immer nur neue Fragen auftun – in den Zustand des Lichts, in dem plötzlich alles klar erkennbar wird und wirkliches Wissen gefunden werden kann.
Wenn uns also tatsächlich etwas daran liegt, glücklich zu werden und dann auch glücklich zu bleiben, so scheint es von besonderer Bedeutung zu sein, sich mit dem eigenen Glauben auseinanderzusetzen. Ich fordere Sie auf, dies zu tun und in Ihrem eigenen Interesse beschäftigen Sie sich mit dem Thema so lange, bis ALLE Ihre Fragen auf eine Weise beantwortet sind, damit in Ihnen ein gutes, fröhliches und glückliches Gefühl ausgelöst wird!
Sie können das erreichen, indem Sie sich intensiv mit Ihrer Religion beschäftigen, bis Sie so tief verankert sind, dass Sie beginnen, den Glauben von Ihrer Religion zu separieren, denn Glaube hat mit Religion NICHTS zu tun. Sie können aber auch mehrere Religionen vergleichen oder mit einem offenen Herz direkt außerhalb aller Religionen auf das Thema Glaube zugehen. Die allem zugrunde liegende Wahrheit und Antwort auf all Ihre Fragen, können Sie durch die Auseinandersetzung mit Ihrem Glauben finden, egal ob Sie an die Schöpfung durch den Urknall oder durch Gott glauben.
Viele Wörter stoßen bei sehr vielen Menschen auf Unbehagen. Wörter wie Religion, Gott, Glaube, Spiritualität und viele mehr verunsichern Menschen. Betrachten Sie diese Wörter doch bitte einmal einfach als eine Aneinanderreihung von Buchstaben und geben Sie ihnen eine neutrale Bedeutung, die für Sie in Ordnung ist. Wenn ich sage, dass Glaube mit Religion absolut nichts zu tun hat, dann sage ich damit nicht, dass eine Religion gut oder schlecht ist. Ich sage nur, dass eine Religion nicht Glaube ist, sondern der Glaube als Fundament jeder Religion zugrunde liegt. Dies sind aber zwei zu unterscheidende Begriffe.
Bewahren Sie sich selbst davor, nur wegen eines Wortes oder einer Aussage über ein Thema vorschnell zu urteilen und damit vielleicht eine für Sie wichtige Botschaft zu übersehen. Es geht in diesem Buch nicht um irgendeinen Menschen, sondern ausschließlich um Sie selbst und darum, dass Sie persönlich glücklich werden, – dauerhaft glücklich, für alle Zeit, bis ans Ende Ihres Lebens. Seien Sie es sich wert, Wörtern, die Sie nicht so gerne hören, eine Chance zu geben. Stimmen Sie mir dabei zu?
Das Wort Spiritualität kommt von dem lateinischen Wort Spiritus, was so viel wie Geist bedeutet. Im weitesten Sinne bezieht sich Spiritualität also auf Geistiges aller Art und damit auf eine geistige Verbindung zum Jenseits. Es geht dabei also auch wieder um die bewusste Beschäftigung mit der eigenen Existenz und seiner Selbstverwirklichung im Leben.
3.2 Respekt vor allen Religionen
An diesem Punkt möchte ich einen kurzen Hinweis einbringen, der mir sehr wichtig ist. Mir ist vollkommen bewusst, dass ich in diesem Buch Behauptungen äußere, die streng gläubige Menschen durchaus auch verletzen können. Das ist aber keinesfalls meine Absicht. Unter keinen Umständen möchte ich behaupten, dass ich die allem zugrunde liegende Wahrheit kenne, irgendwelche Religionen schlecht wären bzw. besser oder schlechter als andere wären.
Ich achte und respektiere nichts mehr als den freien Willen eines jeden Menschen. Das Einzige, was ich durch die Behauptungen in diesem Buch beabsichtige, ist, dass Menschen sich fragen, ob ihr Glaube wirklich ihrem freien Willen entspricht und entsprungen ist. Denn bestimmt gibt es viele Menschen wie mich, bei denen der Glaube der Kindheit nichts weiter als ein übernommenes Konstrukt ist, welches man als Kind nie hinterfragt hat und das einem über die Jahre so vertraut wurde, dass man es auch mit wachsender Eigenverantwortung in späteren Jahren nicht mehr zu hinterfragen begonnen hat. Wenn Ihr Glaubensmodell sich für Sie absolut stimmig anfühlt und es Ihnen Antworten auf all Ihre Fragen liefern kann, dann behalten Sie es gerne bei.
Ich glaube an die Liebe, an Frieden, Gemeinschaft, Nächstenliebe, Fürsorge und all solche Dinge. Mit der mir als Kind vermittelten Religion konnte ich dies nie in Einklang bringen und je mehr ich über diese Religion erfuhr, desto weniger Halt konnte sie mir bieten. Aus diesem Grunde und aus keinem anderen stelle ich Ihnen in diesem Buch Fragen zu Ihrem Glauben, rege Sie an, über gewisse Aspekte nachzudenken und diese zu hinterfragen, damit Sie am Ende Ihre Glaubenssätze beibehalten oder anpassen.
3.3 Alles ist nichts
Bestimmt haben Sie sich gedanklich schon einmal mit der Trinität – Körper, Geist und Seele – befasst? In der Religion, in der immer alles in Gleichnissen beschrieben wird, besteht die Dreifaltigkeit aus Sohn, Vater und Heiliger Geist. Der Sohn meint dabei das Materielle/Erfahrbare – den Körper. Der Vater das Erschaffende – die Einheit. Der Heilige Geist steht als drittes Element für Geist und Seele.
Um dies deutlicher zu machen, betrachten wir uns erst einmal selbst etwas näher. Woraus besteht der Mensch? Ich meine damit nicht, dass wir aus Knochen, Sehnen, Muskeln und all diesen Dingen bestehen, sondern ich spreche von der Unterteilung in Körper, Seele und Geist. Womit identifizieren Sie sich? Was ist Ihr wahres wirkliches Selbst? Denken Sie, dass Sie Ihr Körper sind? Kennen Sie jemanden, der in seinem Leben bereits eine Organtransplantation brauchte? Wenn der Mensch sein Körper ist, welcher Teil des Körpers ist er dann? Wird ein Mensch von einem Moment zum Nächsten zu einem anderen Menschen, wenn er nach einem schweren Unfall ein Spenderorgan transplantiert bekommt?
Die moderne Medizin ist heute in der Lage, nahezu jedes unserer Körperteile auszutauschen; sogar das Herz. Was bleibt hier noch, womit wir uns identifizieren könnten? Bleibt unser Gehirn, unsere Nerven, unsere Wirbelsäule? Wenn beispielsweise Person A und Person B eine Gehirntransplantation durchführen würden, wäre A dann B in As Körper? Ich denke, auf dieser Ebene werden wir unser wahres Selbst nicht finden.
Wir haben uns bereits darüber unterhalten, dass Glück nicht in Vergänglichem zu finden ist. Der Körper ist aber nun mal vergänglich. Vielleicht behaupten Sie an dieser Stelle, dass ja auch Ihr wahres Selbst durch den Tod vergänglich ist und Sie deshalb sehr wohl Ihr Körper sein könnten.
Betrachten wir die ganze Sache noch etwas näher. Alles Leben ist Energie. Wir wissen, dass die gesamte Welt aus kleinen Teilchen besteht – Atomen, Neutronen, Protonen, Elektronen, Quarks, Materie und Antimaterie und vielen uns noch unbekannten Dingen mehr – die sich alle immerzu bewegen und niemals stillstehen. Wir wissen auch, dass Energie niemals sterben, sondern sich nur in eine andere Form umwandeln kann. Wenn alles im Leben aus diesen kleinen Teilchen besteht, dann ist das, was wir sehen, eigentlich nur eine Illusion. Wir sehen eine Form, die sich daraus ergibt, dass die sich umkreisenden Teilchen zu unterschiedlichen Lichtreflektionen führen, die uns als Formen und Umrisse erscheinen.
In Wahrheit gibt es keine Trennung zwischen Objekten, wie zum Beispiel einem Glas und dem Tisch, auf dem es steht. Beide Dinge bestehen aus den kleinen Teilchen, die sich nur in unterschiedlicher Anzahl, Anordnung und Dichte, um die Atomkerne drehen. Die Anziehungskraft dieser Teilchen zueinander oder zum Atom (ich bin kein Wissenschaftler und kann diese Dinge nicht ganz physikalisch korrekt beschreiben) verhindert, dass Teilchen des Glases abspringen und zu Teilchen des Tisches werden. Zwischen diesen kleinen Teilchen ist leerer Raum, – Vakuum oder einfach „Nichts“. Die Luft, die Glas und Tisch umgibt, besteht ebenfalls aus vielen kleinen Teilchen, zwischen denen leerer Raum ist, der wiederum untrennbar mit dem leeren Raum in Glas und Tisch verbunden ist. Dieses „Nichts“ macht aber den mit Abstand größten Teil von allem aus und dieses Nichts des Glases ist mit dem Nichts des Tisches direkt und untrennbar verbunden. All die Teilchen der unterschiedlichsten Objekte bewegen sich in diesem unendlich weiten „Nichts“, welches das gesamte Universum beinhaltet. Wir Menschen bestehen aus nichts anderem und sind durch diesen leeren Raum mit dem gesamten Universum und allem, was sich in ihm befindet, verbunden.
Stellen Sie sich nur mal vor, Sie könnten in einem so winzig kleinen Flugzeug, in diesem Nichts, diesem leeren Raum, zwischen all den Teilchen fliegen. Dann könnten sie ganz einfach durch den Tisch, das Glas, die Luft und durch einen Menschen fliegen, ohne irgendetwas dabei zu verletzten oder zu verändern. Wir geben diesem leeren Raum die Bezeichnung „Geist“. Als Seele bezeichne ich den Teil des Geistes, indem unser Bewusstsein liegt.
Wie das alles ganz genau funktioniert, ist vorerst nicht so wichtig und ich erhebe hier keinen Anspruch auf wissenschaftliche Korrektheit. Wichtig ist nur, dass wir erkennen, dass alles auf dieser Welt Energie ist, dadurch miteinander verbunden ist und dass Energie nicht vergänglich ist.
Wenn wir also nicht unser Körper sind, dann sind wir Seele und Geist, die in einem Körper wohnen. Als ich zum ersten Mal Yoga praktizierte, sprach mein damaliger Lehrmeister immer davon, dass der Körper eine Art Tempel ist. In der Bibel ist zu lesen, dass der Tempel das Haus Gottes ist. Gott wohnt also im übertragenen Sinne in uns. Es ist wichtig und unsere Aufgabe, diesen Körper zu pflegen und ihn zu respektieren, denn er ist heilig wie ein Tempel. Wir sollen uns aber nicht mit unserem Körper identifizieren.
Selbstverständlich sind wir aber auch nicht der gesamte Geist, der das ganze Universum umspannt. Wir sind nur Teil dieses Geistes und untrennbar mit ihm verbunden. Wir sind der Teil, der in unserem Körper wohnt. Wir sind die Seele, das Bewusstsein. Das ist das ICH.
Und wie nennen wir die Gesamtheit dieses Geistes, der unendlich ist, der in allem und um alles herum ist, in dem unzählige, unabhängige Seelenbewusstsein „leben“ und der somit ein mit allen Seelen verbundenes, universelles, ganzes „Gesamtseelenbewusstsein“ darstellt? Ich nenne dies die geistige Welt. Wenn Ihnen diese Bezeichnung nicht gefällt, suchen Sie sich eine andere, mit der Sie sich wohlfühlen, wie zum Beispiel „Höhere Macht“, „Universum“, „Gott“ oder wie auch immer.
