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Zucht, Anschaffung, Haltungskosten und Training stellen für die Finanzierung des Pferdeleistungssports teilweise unüberwindbare Barrieren dar. Von wem können die erheblichen finanziellen Mittel, die die Ausübung dieses Sports erfordert, aufgebracht werden? Entspricht der Pferdeleistungssport seinem negativen Dauerimage –„Sport der reichen Elite" –, kann er nur durch private Eigenmitteln finanziert werden, oder finden sich mittlerweile auch größere Unternehmen, Mäzene, Sponsoren oder gar der Staat, die diesen einmaligen Sport unterstützen wollen und können? Ingrid Ritzinger gibt anhand von Experteninterviews sowie ausgiebiger Recherchen nicht nur einen ausführlichen und zudem einmaligen Einblick in die staatliche und private Finanzierungslandschaft sowie die Organisation des Pferdeleistungssports in Österreich und deren komplexe Finanzierung, sondern stellt mithilfe eines Sportmarktmodells auch mehrere bedenkenswerte Verbesserungsvorschläge für den zukünftigen Pferdesport vor. Auf die Situation in Deutschland wird in zahlreichen kontrastierenden Querverbindungen und Vergleichen Bezug genommen.
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Veröffentlichungsjahr: 2015
ibidem-Verlag, Stuttgart
Ich binseit vielen Jahren im Voltigiersport aktiv und als Trainerin tätig und weiß, dass dieser Sport weit überwiegendprivat finanziert wird. In meinemVerein wurden schon häufig große nationale Turniere veranstaltet, wie die Staatsmeisterschaften oder die Bundesländermeisterschaften im Voltigieren. Hierbei stellte sich die Finanzierung dieser Pferdesportveranstaltungenimmer als äußerst schwierig heraus, da kaum Sponsoren für die Turniere gefunden werden konnten. Der Verein selbst hatkeinerlei Sponsoren, die Sponsoren sind meistens die Eltern.
Der halbjährliche Mitgliedsbeitrag meines Voltigiervereins beläuft sich auf mehrere hundert Euro. Somit haben nur wenige Kinder und Jugendliche das Privileg, diesen Sport anfangen zu können, nämlich dann,wenn sie von wohlhabendenElternfinanziell unterstützt werden.Vielen Kindern bleibt der Zugang zu dieser Sportart jedochverwehrt.
Diese hohen Mitgliedsbeiträge sind aber erforderlich, allein, wenn man bedenkt, wie viel die Beschaffung eines Vereinspferdes und ferner die Erhaltung und Pflege dieses Pferdes ausmacht.In meiner Familie waren anfangs meine Schwester und ichselbst im Pferdesport aktiv vertreten, da die Mitgliedsbeiträge jedoch jährlich um ein Vielfaches gestiegen sind, wurde meineSchwester gezwungen, in eine andere Sportart zuwechseln.
Ich habeschon sehr früh bemerkt, wie sehr der Sport vom Geld beeinflusst wird. Ichwollte das Salzburger Schul Sport Modell (SSM) besuchen, wurde aber mit Voltigieren nicht aufgenommen, weil es hieß, dass diese Sportart keine olympische Disziplinist. Es hat aber wohl eher Einfluss auf die Aufnahme ins SSM, wie diese einmalige Ausbildung von reichen Vereinen oder Eltern unterstützt werden kann. Da der Pferdesport finanziell äußerst aufwendig ist und von Unternehmen kaum unterstützt wird, können nur jene Pferdesportler aufgenommen werden, die entweder vermögende Eltern habenoder von wohlhabendenVerbänden gesponsertwerden.
Zusätzlich beschäftigt mich dieses Thema, weil ichdie Ursachen der unterschiedlichen Gewichtung der Finanzierungvon Sportarten aufzeigen möchte.
Nachdem meine Diplomarbeit von meinemBetreuer Dr. Minas Dimitriou angenommen wurde, kam von ihmder Vorschlag, zehn Expertendes Pferdesports mittels Experteninterviews zu erhebenund ein Sportmarktmodell mit Verbesserungsansätzenaufzustellen.Ich möchtemich an dieser Stelle bei Dr. Minas Dimitriou, der mir wichtige Anregungenund Ideen zumeinerDiplomarbeitlieferte, bedanken.Außerdembedankeich mich bei ihmfür die offizielle Betreuung meiner Diplomarbeit. Mein Dank giltbesondersden zehn interviewten undaußerdemden17befragten Experten. Ohne den Experten des österreichischen Pferdesports wäre meine Diplomarbeitnicht machbar gewesen.Ich bedankemich deshalb an dieser Stelle beiMag. Marcus Wild, Johannes Holzeder, Rastislav Pomsahar, Matthias Schmidhuber,Dr. Anna Kleissner, Mag. Christoph Mechtler, Mag. ChristianKermer, ADir Thomas Schlager, Josef Hofinger und Josef Braschel. Durch ihre Erfahrungen und Tätigkeit im Pferdesport lieferten sie die wichtigsten Daten und Fakten über den österreichischen Pferdesport, deren Finanzierung und gaben weitere Ansätze, die Problematik der Finanzierung des Pferdeleistungssports betreffend. Alle Experten waren bereit, für ein Interview Rede und Antwort zu stehen. Da die Experten in den unterschiedlichsten Institutionen und Bereichen des Pferdesports tätig sind und in diesem Bereich langjährige Erfahrungen haben, bilden sie die Grundlage für das sehr breite Themenfeld meiner Arbeit. Ich möchte mich auch bei meiner Familie, insbesondere meiner Mutter, bedanken. Ohne die Unterstützungen meiner Familie wären mein Studium und die vorliegende Diplomarbeit nicht möglich gewesen.Meine Familie spielt eine besondere Rolle, da ich ohne sie nie den Zugang zum Sport und in weiterer Folge die Möglichkeit zu studieren gehabt hätte. Es ist mir an dieser Stelle sehr wichtig, meine Mutter OStR Annegret Ritzinger zu nennen.Sie war jederzeit bereit, mir bei Problemen undSorgen weiterzuhelfen. Ohne sie hätte mir der Zugang und folglich das Interesse am Pferdesport und dieser Arbeit gefehlt.
Wieso findet z. B. ein Fußballverein viele Sponsoren und wird von staatlichen Steuern befreit, wenn er selbst genug finanzielle Mittel aufbringen kann, also als reich angesehen werden darf, während ein Reitverein keinerlei Sponsoren hat und aufgrund teurer Pferde etc. äußerst schwierig zu finanzieren ist?Dabei muss erwähnt werden, dass sichgute,für den Turniersport geeigneteVoltigier-Pferdelautehorses.at (2012),Deutschlandsführendem Pferdemarkt,in einer Bandbreite zwischen 10.000 und 15.000 Euro bewegen,währenddessenerfolgreiche Dressurpferde in Deutschlandlaut Simeoni (2012)um bis zuzehn bis15 Millionen Euro gekauft werden, wie z. B. das Pferd Totilas. Wer hat jedoch 15 Millionen Euro, um im Dressursport mithalten zu können?Dieser Betrag mag ja für den Fußballsport geringfügig erscheinen, da die UEFA bei derFußball-Europameisterschaft20121.3 Milliarden Eurodurch die Vergabe von Lizenzrechten eingenommen hat, von welchem Betragwiederum 200 Millionen Euro andie 16 teilnehmenden Fußballmannschaften ausgegeben wurde(vgl. Heß, 2012).
Ein Blick ins Fernsehprogrammzeigt jedoch, dass die Medienpräsenz beider Sportarten nicht zu vergleichen ist. Während z. B. dieFußball-Europameisterschaft2012 innerhalb von dreiWochen jeden Tag an mehreren deutschen sowie österreichischen Sendern live übertragen wurde, ist das Weltfest des Pferdesports, dasCHIOAachen,gleich nach derFußball-Europameisterschaft2012, dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen in Österreich keine einzige Sendeminute wert;und das, obwohlösterreichische Voltigierer unddie Dressurreiterin VictoriaMax-Theurerbei diesem Turnier sehr erfolgreich abgeschnitten haben. Österreich konnteim Voltigieren beiden Herren einen Sieg feiern und sich den zweiten Platz hinter Deutschland imNationenpreis sichern.Max-Theurererreichte in verschiedenen Dressurprüfungen zwei dritteund einen vierten Platz.In der gleichen Zeit wurden jedoch die Fußballeuropameisterschaft, die Österreichische Radrundfahrt undFormel1 ohne Erfolge für Österreich übertragen.Der österreichische Sender ORF SPORT+zeigtelediglichzwei eher unwichtige, in Österreich ausgerichtete Pferdesportveranstaltungen, das Österreichische Galopper Derby und denCasino Grand Prix
(Springreiten),insehrkurzen Zusammenfassungen(vgl.www.tv.orf.at,01.07.2012).
Im NEWSLETTERCHIO Aachen (2012) ist hingegen von insgesamt 19 StundenLiveübertragungenvom Weltfest des Pferdesports in Aachenim deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehen die Rede.Auch die österreichischen Printmedienmeldeten wenig über das CHIO Aachen, während sich z.B.am 8. Juliin derTageszeitung„Österreich“eineumfangreiche Meldungfand, dasssich Marcel Hirscherein schweres Geländeauto angeschafft hätte(vgl.Österreich, 2012,Nr. 2067,S. 37).Das lässt vermuten, dass der Pferdeleistungssportin Österreich wenig auf eine Finanzierungsmöglichkeit durch Medienpräsenz hoffen kann und dadurch auch Sponsoren für dieseSportart schlecht zu gewinnen sind.
Ob nun eine Erhöhung der Medienpräsenz im Pferdeleistungssport unbedingt wünschenswert scheint, ist anzuzweifeln. Es besteht nämlich die Gefahr, dass es z. B. durch Regeländerungen zu Einschränkungen der Bewegungsvielfalt, geringem Teilnehmerfeld oder unzumutbaren Kleidervorschriften einer Sportart kommt. Im Beachvolleyball war bis vor den Olympischen Spielen 2012 in London noch der Bikini die „Arbeitskleidung“. Das Reglement des Weltverbandes FIVB schrieb nämlich den Athletinnen Bikinis mit maximal sieben Zentimetern Stegbreite vor. Aufgrund dieser knappen Kleidervorschrift war eine Teilnahme an einem Beachvolleyballspiel nicht allen Frauen möglich, z. B. Frauen aus islamischen Ländern konnten nicht mit starten(vgl. Hannemann, 2012).
Der Verband hat eine neue Kleideränderung beschlossen, nun dürfen Frauen lange Oberteile mit Ärmel und weite Shorts tragen, jedoch erlaubt diese neue Kleiderordnung immer noch nicht allen Frauen eine Beachvolleyballteilnahme.Schaaf(2011, S. 10)fasst zusammen, dass eine Fokussierung auf die physische Attraktivität der Athletinnen zu einer Aufmerksamkeitszunahme bei den Rezipientenführtundessomitzu einer Steigerung der medialen Reichweite kommt.Das Sportsystemversuchtnuneinzelne Sportarten denmedialen Bedingungen anzupassenund gerade Randsportarten sehen sich gezwungen, ihre Regeln den redaktionellen Präferenzen anzugleichen, um überhaupt Beachtung und(mediale)Außenwirkung zu erhalten.Beachvolleyball ist laut Schaaf(2011, S. 11)ein bekanntes Beispiel, denn der Internationale Verband änderte 1999 deutlich die Bekleidungsvorschriften für weibliche Spielerinnen, die nur mehr in den oben erwähnten knappen Zweiteiler zu einem Spiel antreten durften.Die Medienattraktivität der Sportart wurde hierdurch jedoch deutlich gesteigert, da sienunauf das männliche Publikum, die Hauptkonsumenten sportlicher Ereignisse,abzielt. In der gesamten Aufmachung eines Sportlers, wie z. B. Kleidung und Schminke kann es somit noch stärker zu einer Anpassung an den massenmedialen Geschmack kommen, so dass innerhalb des Pferdesports besonders der Voltigiersport zu einem ordinären Zirkusspektakel degenerieren kann.
Währendder österreichische Pferdeleistungssportwenig finanzielle Mittel zur Verfügung hat, ist derEinstieg in denPferdesportleichter finanzierbar, da die Einstellungsgebühren für eigene Pferde durch das Überangebot seit Jahren zurückgehen,was mit der Veränderungin der Landwirtschaft in Verbindung steht. Viele Bauern stellten sich auf Pferdehaltung um und bieten Einstellplätze zu sehr günstigen Preisen an.Dies wird nach Deisl (2009, S.78)durch die gestiegeneAnzahl an Sportpferden in Österreich bewiesen. Hiermit wächst die Chance, aus einem größeren Talentpool angehende Leistungssportler gezielt auszuwählen und zu fördern.
Zusammenfassend ist der Pferdesport, zumindest im Leistungsbereich, eine Sportart, die einerseits teuer ist, anderseits eine geringeMedienpräsenz und somit ein geringes öffentliches Interesseaufweist. Innerhalb der einzelnen SpartendesReitsports gibt es offensichtlich noch eine Abstufung, was das Medieninteresse betrifft. Das Voltigieren reiht sich ziemlich weit hinten ein, trotz beachtlicher österreichischer Erfolge.Die österreichischen Voltigierer sicherten sichlaut Penz (2012)beispielsweisebei derJunioren EM2012zwei Goldmedaillen, zwei Silbermedaillen und eine Bronzemedaille.Das Jahr davor war das österreichische Team mitzweiBronze-unddreiSilbermedaillen bei derVoltigier-EM2011in Le Mansfastgenauso erfolgreich.BeidenVoltigier-World Equestrian Games (WEG)in Kentucky 2010holte Österreich Bronze im Gruppenvoltigieren, 2008 WM-Silber und bei der Europameisterschaft 2009 gewannÖsterreich im Gruppenvoltigierendie Goldmedaille.Im Sommer 2012 konntensich Österreichs Voltigierer im Doppelbewerb (Pas-de-deux) sogar bei der Weltmeisterschaft die Goldmedaille sichern(vgl. www.kurier.at,25.02.2013).
Untersuchungsleitend wird es für diese Arbeit sein, wesentliche Aspekte der Pferdesportfinanzierung in Österreich aufzuzeigen.Die Arbeit wird sich aufdie SpartenDressur, Springen, Voltigieren und Moderner Fünfkampf konzentrieren.Darüber hinaus ist es von Interesse, wo Defizite der Finanzierung bestehen und wie diese ausgeglichen werden können, um den Zugang zu dieser einzigartigen, jedoch finanziell aufwendigen Sportart für alle Zielgruppen zu ermöglichen. Dies rechtfertigt letztendlich die Arbeit„AusgewählteAspekte der Finanzierung des Pferdeleistungssports in Österreich“.Sie ist von Bedeutung, da bis jetzt Literatur, die sich mit der Gesamtsituation der Finanzierung des Pferdeleistungssports in Österreich beschäftigt, sehr spärlich vorhanden ist.
Helmenstein (2009) nennt für das Jahr 2009 folgende „drei Säulen“ zur Finanzierung des Sports in Europa:Die öffentliche Hand finanziert 36.2%, die Unternehmenbringen14.1%und die privaten Haushalte 49.7%auf.Die öffentliche Hand wiederum wird aufgeteilt in die Bundesebene, die 11.9%der Finanzierung ausmacht, die Gebietskörperschaft(Städte +Gemeinden), die abhängig von der politischenStruktur des Landes bis zu 96%der öffentlichen Finanzmittel ausmachen kannund das Land.Je nachEU-Landkönnen diese Zahlenvariieren.Bei den privaten Haushalten fallen 12% der Finanzierung auf das Ehrenamt. DiehiergenanntenZahlen basieren auf Durchschnittswertender 27 EU-Länder. Als Hauptfinanzierungsquelledienen demnach die privaten Haushalte, derenAusgaben(177€/Kopf/Jahr)vor allem beim Freizeitsport und bei Sportveranstaltungen durch den Ticketverkauf und durch die Mediennutzungliegen. Helmenstein (2009)kann eine Tendenz beobachten, dass jegeringer letztendlich das Pro-Kopf-Einkommen eines Landes ist, desto höherder öffentliche Finanzierungsanteil durch Sportministerienist.
Von diesen drei Säulen ausgehend, beschäftigt sich die Literatur am intensivsten mit dem Sportsponsoring durch Firmen, was wohl darauf zurückzuführenist, dass diese durch die „Kommerzialisierung“ des Sports eine wachsende Rolle spielt.
Es stellt sich hier die Frage, ob Helmensteins Durchschnittszahlenauf jede Sportart übertragen werden können. Horky (2009) unterscheidet zwischen Mediensportarten, Randsportarten und Nationalsportarten.Mediensportarten sindlautSchwier(2004, S.41),der das Verhältnis von Sport und Medien aus beiden Perspektiven beleuchtet,in einen Medien-Sport-Komplex eingebettet.
Neben diesem Beziehungsgeflechtist vor allem der wirtschaftliche Aspektvon Bedeutung, dennSportarten(und Sportler)dienennach Horky (2009, S. 299)einerseits als Werbeträger, andererseits finanzieren sie sich durch denVerkauf von Lizenzrechten, z.B.in Form von Fernsehübertragungen.Randsportarten sind hingegen Sportarten, die keine regelmäßige Aufmerksamkeit in den Medien generieren.Horky(2009, S. 301–305)teiltdie Sportarten nach folgenden Kriterien ein: Kontext (z.B. gesellschaftliche Sozialisation), Organisation (z.B. Art der Sportstätte) und Struktur (z.B. Nachvollziehbarkeit der Leistung/Bewertung).Als Mediensportwerden nach Horky (2009) Sportarten definiert, bei denen die folgenden Merkmale besonders stark bzw.gut ausgeprägt sind. Bei dem Kriterium Kontext spielt die historisch-kulturelle Verankerung einer Sportart in der Gesellschaft, der Ereigniswert einer Sportveranstaltung, der die Bedeutung symbolisiert, die Erfolgschancen der Teilnehmer innerhalb dieser Sportart, die mediale Position einer Veranstaltung, aber auch daswettkampfferne Potenzial, wie z. B. die Exotik der Teilnehmer, eine Rolle. Unter den Gesichtspunkt der Organisation fallen Merkmale wie der nationale und internationale Organisationsgrad der Sportart, die Anzahl der organisierten Mitglieder, die Verbandsstruktur, die Art der Sportstätten und der Wettkampforganisation und die Chance zur Interaktion mit den Zuschauern. Bei dem dritten Kriterium, der Struktur, sind bei einer Mediensportart die Möglichkeit zur Identifikation, die Serialität bzw. der Wettkampfrhythmus und die Wettkampfstruktur einer Sportart, die Variabilität der sportlichen Bewegung, die Nachvollziehbarkeit der Bewegung und Leistung, die Aktionsdichte, die Verlaufsformen der sportlichen Handlung, das emotionale Potenzial von Bewegungen und die Verbindung der Sportart mit der Natur von Bedeutung.
Bei der von Horky (2009) oben aufgestellten Definition für Mediensport wird unter dem Kriterium Kontext der Ereigniswert einer Sportveranstaltung erwähnt, der die Bedeutung symbolisiert, beispielsweise in Form der Vergabe von Preisgeldern oder die Art bzw. der Rang einer Veranstaltung im Rahmen eines Wettkampfsystems.Hier kann man z. B. im Tennis hochkarätige Grand-Slam-Turniere mit geringer dotierten ATP-Challengerturnieren vergleichen(vgl. Horky, 2009, S. 300–301).Neben dem Begriff desEreigniswertseiner Sportveranstaltungfälltin deraktuellerenLiteratursehr häufigder Begriff„Event“.Der Deutsche Kommunikationsverband BWD definiert bspw. Events wie folgt: „Unter`Events`werden inszenierte Ereignisse verstanden, die durch erlebnisorientierte Veranstaltungen emotionale und physische Reize darbieten und einen starken Aktivierungsprozess auslösen“(vgl. Kemper, 2001, S. 188).
Alszentraler Marketingbegriff suggeriert„Event“Einmaligkeit und Besonderheit. Eventswollen möglichstalle Sinne ansprechenund manfindet sieheute nicht nur im Verkauf und in der Präsentation, sondern auch im Sport, in der Politik und sogarin der Wissenschaft.Zum Durchbruch verholfen habenden Eventsdie neuen Medien(vgl.Pühl & Schmidbauer, 2007, S. 7–9).
Dalaut Earl A. Powell, Direktor der Nationalgalerie inWashington,der Mensch, der in einer von Konsum und Langeweile übersättigten Gesellschaft lebt,ständig„auf der Suche nach dem Einmal-im-Leben-Ereignis“und neuenAttraktivitätenist, hat es die Unterhaltungsbranchejedochschwer, den Anforderungen und Bedürfnissen gerecht zu werden(vgl. Dewald, 2008, S. 14).
Kopica (2010) und Vorwerk (2013) weisen darauf hin, dass die Eventorientierungvon Pferdesport-VeranstaltungenaußerdemzurGefährdungdessportlichen Charaktersführen kann.
Falls es einer Sportart gelingtEventcharakter anzunehmen und somitden Status einer Mediensportart zu erringen, tritt sie mit anderen Systemen in vielseitige und wechselseitige Beziehungen. Diese wechselseitigeBeeinflussung zwischen dem Sport und den Medien hat als erster Becker (1983)beschrieben.Blödorn (1988, S. 102)erweitert dieseBeziehung um einendritten, ökonomischenAspekt,die Wirtschaft.Görner (1995) hat das„MagischeDreieck“ mitdenTeilbereichen Sport, Medien und Wirtschaft graphisch dargestellt. Magisch nennt Görner sein Dreieck deshalb, da zwischen den erwähnten Subsystemen gegenseitige Abhängigkeitsverhältnisse herrschen, die er als „circulus vitiosus“ bezeichnet.Der Sport, der sich laut Görner (1995) zum Wirtschaftsfaktor entwickelte, benötigt Geld und materielle Zuwendungen zur Existenz und muss deshalb den Forderungen der Wirtschaft nachgeben. Diese wiederum ist von denMedien, vor allem demFernsehen,abhängig,um Werbe-„Botschaften“übermittelnzu können. Das Medium seinerseits sucht sich nach Görner (1995, S.34)zur Erhöhung von Programmqualität und Einschaltquoteaus dem Sportfundusdas Massenattraktivste heraus. Das Fernsehen z. B. hätte esohne große nationale und internationale Sportübertragungen wesentlich schwerer gehabt, von der Bevölkerung akzeptiert zu werden.Die Steigerungsraten bei den angemeldeten Geräten in Jahrenvon Fußballweltmeisterschaften(1954) und Olympischen Spielen belegen diese These. Aber dieMedien beeinflusstenauch den Sport.Fernsehübertragungenverursachten nicht nur Regeländerungen (z.B. Tie-Breakbeim Tennis), sondernfordertenauch Sportorganisationen und Athletenzu immer besseren,auchgefährlichen Höchstleistungenherausund weckten vor allem neue finanzielle Begehrlichkeiten.Die massenmediale Präsenz istwiederumVoraussetzung dafür, dass sich Unternehmen für den Sport interessieren.Trosien & Dinkel (1999;zit. n. Hagenah, 2004)habenspäterdas Verhältnis zwischen Sport, Medien und Publikum untersucht.
Die theoretischen Ansätzevon Blödorn (1988) und Trosien & Dinkel (1999; zit.n. Hagenah, 2004)ergeben vier Bereiche Sport, Medien,Publikum und Wirtschaft,dieHagenah(2008, S. 30) zueinem „Magischen Viereck“ zusammengeführtund die wechselseitigen Beziehungen genau beschrieben hat.
Diese„magischen Drei-und Vierecke“habenzum Ziel,einen Rahmen für einen bestimmten Bereichzu schaffen.In dieser Arbeit ist das Zielder „magischen Drei-und Vierecke“,einen Rahmenfür die Beschreibung der finanziellen AbhängigkeitdesThemengebietesdarzustellen.
Eine Beziehung zwischen denSubsystemenSport und Wirtschaft wird mit dem Begriff Sponsoring bezeichnet. Sponsoring basiert nach Freyer (2011, S.561) auf dem Grundprinzip von Leistungund Gegenleistung.Der Sponsorerwartet für seineGeld-, Sachmittelund/oderDienstleistungen vom Gesponserten als Gegenleistung, dass eine Werbebotschaft verbreitet wird, währenddessen der Gesponserte für seineSponsoring-Aktivitätenvom Sponsorfinanzielle oder materielle Gegenleistungen fordert.Da die Verbreitung der Werbebotschaft über die Medien geschieht, sind diese für ein funktionierendes Sponsoring von großer Wichtigkeit.
Gold (2010, S.121)hat anhand durchgeführter Experteninterviews gezeigt, dass neben größeren Sponsorings, denenein kommerzieller und gewinnorientierter Ansatz zugrunde liegt, auch kleinereEngagements von Firmen ohne große Medienpräsenz durchgeführt werden, bei denen gesellschaftliche Verantwortung, Good Will und oft auch räumliche Nähe eine Rolle spielen.
Literatur über die staatliche Finanzierungist eher spärlich vorhanden. Zuunterscheiden sind hauptsächlich deskriptive finanzwissenschaftliche Darstellungen, wie z. B. die Finanzierung von Vereinen, oder politikwissenschaftlich orientierte Arbeiten, die grundsätzlich die Legitimation und Verwendung staatlicher Gelder in Frage stellen.So fassen z. B. Kirsch & Kempf (2002, S. 256) zusammen: „Der Staat kann und soll dann sportpolitisch, im Zweifel auch durch die Bereitstellung von Finanzmitteln, tätig werden, wenn durch den Sport Ziele erreicht werden sollen, die von vielen, vielleicht gar allen Bürgern bejaht werden, zu deren Realisierung aber niemand im Alleingang willens ist, weil er die Kosten tragen müsste, andere aber, ohne zu zahlen, also als Trittbrettfahrer, von seiner Initiative profitieren könnten“.Außerdem erörtern die beiden Autoren, ob die staatliche Finanzierung überhaupt noch zu rechtfertigen ist oder man den Sport ganz dem Markt überlassen sollte, da die öffentlichen Mittel nicht mehr so problemlos fließen.
Der Finanzierung des organisierten Sports durch die öffentliche Hand wird aber aufgrund seiner sozialen Bedeutung und Attraktivität von den meisten Autoren, wie z. B. von Rittner & Breuer (2002) eine durchaus wichtige Rolle zugeschrieben, besonders im Bereich der Jugendarbeit und Gesundheitsförderung.
Auch Pallauf (2007)erklärt, dass das primäre Ziel der staatlichen Sportförderung die regelmäßige sportliche Betätigung einer möglichst großen Anzahl von Personen, die der Gesundheitsförderung dient, sein sollte. Der autonome selbstverwaltete Sport in Österreich wird maßgeblich von deröffentlichen Hand unterstützt.Z.B.wurdenim Jahr 2004von der BSOunter dem Namen „Fit für Österreich“ nach Pallauf (2007, S. 348)bereitsüber 2000 gesundheitsorientierte Bewegungsprogramme angeboten. Zukünftig werden die Verbindung von Sport und Gesundheit und ihr sozioökonomischer Stellenwert in der öffentlichen Sportförderung in Österreich an Bedeutung gewinnen.
Ein anderes Ziel der öffentlichen Sportförderung auf Bundesebene ist immer noch der Spitzensport. In einem von Kuske(2011) veröffentlichten Beitrag wird ein neues bundesstaatliches Förderungskonzept des Sports in Deutschland dargestellt. Das Förderkonzept besteht aus einer Grundförderung und einer Projektförderung. Mit der Projektförderung sollen vor allem Verbände mit kreativen Ansätzen belohnt werden, während die Grundförderung, die für jeweils vier Jahre gewährleistet wird, aus einem Grundbetrag sowie den Kostenfür das Leistungssportpersonalund der Trainingsstättenförderung besteht. Bereitgestellt werden die Förderungsgelder in Höhe von dreistelligen Millionenbeträgenlaut Kuske (2011, S.29)großteilsvom Bundesinnenministerium, demVerteidigungsministerium, dem Außenministerium und dem Familienministerium. Hauptsächlich gefördert werden olympische Sommer- und Wintersportarten, während die nicht olympischen Sportarten sowie Sportverbände aus dem Behindertenbereich mit einer Mindestförderung zurechtkommen müssen.
Das bundesstaatliche Sportförderungsgesetz in Österreich wird derzeit auch verändert. Nach der Kritik des Rechnungshofes am österreichischen Sportförderungssystem 2009 beauftragte Sportminister Darabos eine Expertengruppe, die die Umgestaltung der österreichischen Sportlandschaft zum Ziel hat.Hauptforderungen sind: Verringerung des derzeitigen Gießkannenprinzips,Rückbau der aufgeblähten Verwaltung, transparentere Förderungslandschaft und professionelles Controlling. Unter anderem wird die Österreichische Bundessportorganisation (BSO) kritisiert, die für die Verwaltung und Überprüfung der besonderenBundes-Sportförderungsmittelzuständig ist.
Haring (2010)wiederum untersucht mithilfe von Experteninterviews die Gründe für die unterschiedliche Höhe der Sportfinanzierungen in verschiedenen Bundesländern in Deutschland und stellt fest, dass diese Unterschiede damit zusammenhängen, ob es sich um ein neues oder ein altes Bundesland handelt. Verantwortlich sindfürdiese Unterschiede nach Haring (2010, S.277) gegensätzliche historische Entwicklungen, die eine andere Mentalität bewirkten:Da in den neuen Bundesländern der Leistungssport im Sinne eines Staatssportes eine überaus große Rolle spielte, stehen die dortigen Parlamentarier dem Sport und der öffentlichen Förderung aufgeschlossener gegenüber. Innerhalb der alten Bundesländer beobachtet Haring (2010, S. 276)eine Abhängigkeit der Höhe der Landessportförderung vom Lotteriewesen, von der Wirtschaftskraft und vom Länderfinanzausgleich. Dieser Zusammenhang zwischen der Höhe der Sportförderung und der wirtschaftlichen Lage gilt für die neuen Bundesländer nicht.
Zum großen Themenfeld der kommunalen Sportförderung gibt es sehr wenig wissenschaftliche Literatur.Kamann (2011)beschäftigt sich mit der kommunalen Sportvereinsförderung in Deutschland, wobei er die Situation in der Stadt Leipzig mittelsOnline-Fragebögenuntersucht. Er stellt fest, dass der kommunalen Sportförderung aus der Sicht der Sportvereine eine sehr hohe Bedeutung beigemessen wird und dass die Sportvereine der neuen Bundesländer im Gegensatz zu denen der alten Bundesländer im größeren Maße von der kommunalen Sportförderung abhängig sind.
Eine staatsübergreifendeFinanzierung, die manin der Literatur findet, ist die Finanzierung des Sports auf EU-Ebene.Die ZeitschriftÖsterreich Sport (2011)stellt das neue Sportförderprogrammder EUfür die Periode 2014 bis 2020 vor, das ein Budget von 200Millionen Euro für Sportprojekte beinhaltet.
Das Sportsponsoring, das eigentlich privaten Firmen zugeordnetist, von staatlichen Stellen stellt eine besondere staatliche Sportförderung dar. Niedermayr (2011, S. 3) zeigt als Beispiel ein Projekt, das Trainingslager des Deutschen Fußball Bundes 2010in Südtirol. Es handelt sich hierbei um eineSponsoring-Leistung, danach Niedermayr (2011, S. 96)eine Verbindung zwischen Südtirol und dem deutschen Markt entstehen soll.Sponsoren sind das Land Südtirol und die Gastgebergemeinde Eppan.Ziel istes, das Land Südtirol, die Gemeinde Eppan und die Bevölkerung zu präsentieren, zu einem verstärkten Interesse vor allem im deutschsprachigen Raumzu verhelfenund esvor allemfür den Tourismus, aber auch für verschiedene Produkte Südtirols imagemäßig stark zu positionieren.Als Gegenleistung werdenlaut Niedermayr (2011, S.143–144)vom Land Südtirol und der Gemeinde Eppan 660.000 Euro für das Trainingslager zur Verfügung gestellt.
Nachdemnun die staatlichen Finanzierungsquellen zusammengefasst wurden, wird im Weiteren die private Förderung des Sports dargestellt. In diesem Bereich kann man zwischen privater Eigenfinanzierung, bei der sichein SportlermitEigenmittelnfinanziertund Fremdfinanzierung unterscheiden. Innerhalbder privaten Fremdfinanzierunggibt es weitere Differenzierungsmöglichkeiten, abhängig davon, ob es sich um Mäzenatentum oder Sponsoring oder ob es sich um Einzelpersonen oder Firmen handelt, die als Unterstützer wirken. Natürlich treten in der Realität zahlreiche Mischformen auf, auch ist die genaue Unterscheidung zwischen den verschiedenen Formen, z.B. Mäzenatentum oder Sponsoring, oft schwierig.
Während das Mäzenatentum in Kunst und Kulturinder Literatur häufig behandelt wird, gibt esfast keineMonographienüber Mäzenatentum im Sport. Es finden sich allenfalls kurze Definitionen zur Abgrenzung dieses Begriffs vom Sponsoring,wobei nach Freyer (2011, S. 565) als unterscheidendes Merkmal die nicht fixierteGegenleistung und die „Diskretion“ genannt wird. Allerdings finden sich in den Medien oft Hinweise auf Mäzene, wenn diese Erwähnungdie Sensationsgier bestimmter Leserkreise zubefriedigenverspricht, z.B. die Affäre um die Scheidung des Milliardärs Glock(vgl.Bischofberger, 2011)oder das Engagement des ukrainischenErdgashändlers Onischenko im Springsport(vgl.Ludwig, 2011).Im Internet finden sich unter dem Pferdenamen oft Hinweise auf die Finanzierung des Pferdes, wobei natürlich nicht zu vergessen ist, dass es das Typische für Mäzene ist, nicht genannt zu werden.
Spendenwesen, Mäzenatentum und Sponsoring werden in der Literatur meist unter dem Begriff „Fundraising“ zusammengefasst und als Mittelbeschaffung für Non-Profit-Organisationen beschrieben.
Eine Organisation, die sich verschiedener Möglichkeiten privater Finanzierungen bedient, ist die Stiftung Deutsche Sporthilfe. Pelshenke (1999) beschreibt die Stiftung Deutsche Sporthilfe in den ersten 25 Jahren, wobei durch genaues Zahlen- und Faktenmaterial wertvolle Informationen geliefert werden, was z. B. alles finanziert werden muss, Versicherungen für Military-Pferde usw.
Die 1967 unter dem Vorsitz von Neckermann gegründete Stiftung Deutsche Sporthilfe stellt nach Pelshenke (1999) eine Spezialform der privaten Finanzierung des Sports dar und finanziert sich einerseits aus verschiedenen Spenden, wie z. B. Sportbriefmarkenzuschlag und das Organisieren von Veranstaltungen. Andererseits wurde eine Tochtergesellschaft, die Fördergesellschaft Deutsche Sporthilfe GmbH gegründet, die für die einzelnen Spitzensportler und Verbände zusätzliche Mittelvon der Wirtschaft mobilisiert.Andere Einnahmequellen sind z. B. Lotterien, wie die „Glücksspirale“. Pelshenke (1999) kommt zu dem Schluss, dass es sich bei der Deutschen Sporthilfe um eine private Institution, die mit sozialen Hilfestellungen ausschließlich den Spitzensport fördert, handelt.Die vier nationalen Großförderer der Deutschen Sporthilfe sind derzeit die Deutsche Bank AG, Lufthansa AG, Deutsche Telekom AG und die Daimler AG.Brünning und Schaaf (2011) stellenfest,dass es einer aktuellen Tendenz entspricht, für finanzielle Zuwendungen Gegenleistungen zu erwarten. So ist es nach Brünning und Schaaf (2011, S. 277) derseit 2010 laufendenKampagne„Dein Name für Deutschland“ gelungen, das Spendenvolumensowohl der Firmen als auch derEinzelpersonen deutlich zu erhöhen, weilvon der Stiftung aktive Gegenleistungen, wie die Nennung der Geldgeber inTV- Spots oder Plakatwerbung, angeboten werden. DieAutorenbetonen, dasses fürNon-Profit-Organisationen (NPOs) wichtig sei, an die Gelder des Werbe- undKommunikationsbereichs der Unternehmen heranzukommen, weil die Summe, die dort zur Verfügung stehe, um ein Vielfaches höher sei als die Mittel aus dem Corporate-Social-Responsibility-Budget (CSR). Dafür müssten allerdings laut Brünning und Schaaf (2011, S. 275) erfahrene Werbeagenturen eingeschaltet werden. Durch diese Aktion, die außerdem kostengünstig war, gelang es der Deutschen Sporthilfe, zur erfolgreichsten sportunterstützendenOrganisation in Europa zu werden.
Im Bereich der Österreichischen Sporthilfe ist eine ähnliche Aktion derzeit nicht sichtbar.
Laut Holzweber (2002, S. 236) wurde die gemeinnützige Österreichische Sporthilfe 1971 nach Muster und Beispiel Deutschlands gegründet mit demgleichen Ziel, SpitzensportleralsEinzelpersonen zu unterstützen.Neben dem Hauptförderer Österreichische Lotteriengibt esauch Aktionen, wie die WIFI Sporthilfeakademie, die den Umstieg vom Sport-ins Berufsleben für die von der Sporthilfe geförderten Sportler unterstützt,die „For winners with future“-Initiative von Wüstenrot, bei der pro Jahr 20 nationale Top-Nachwuchsathletenim Alter bis 25 Jahre gefördertwerden und denvon E.ON gestiftetenJugendsportpreis (vgl. www.sporthilfe.at, 08.07.2012).Beim E.ON Jugendsportpreis handelt es sichum den höchstdotiertenPreis für Nachwuchssportler inÖsterreich, den alle Sportler mit österreichischer Staatsbürgerschaft, die nationale und internationale Erfolge in Einzeldisziplinen erbringen undderen Fachverband ordentliches Mitgliedder Bundes-Sportorganisationist, erhalten(vgl.www.jugendsportpreis.at,08.07.2012).
Seit März 2011hat die österreichische Sporthilfe mit BP einen neuen, starken Partner an ihrer Seite.
Eine weitere wichtige private Förderung des Sports stellt das Ehrenamt dar, das die Grundsäule der Sportvereine bildet. In Österreich ist es laut Kaltenbrunner (2007) zwischen 1982 und 2000jedoch zu einem Rückgang der freiwillig engagierten Personen in Relation zur Gesamtbevölkerung von 58.9% auf 51.1% gekommen. Der Rückgang des freiwilligen Engagements in Sport- und Gesundheitsvereinenist jedoch nicht derart drastischwie in anderen Organisationen im kirchlichen, kulturellen, politischen und sozialen Bereich.
Bei den Arbeiten, die sich mit der Finanzierung spezieller Sportarten beschäftigen, liegt der Schwerpunkt, wie schon erwähnt, auf dem Bereich des Sportsponsorings.Wie sich der Erfolg von österreichischen Spitzensportlern auf die Zunahme der Medienpräsenz auswirken kann, stellt Schuldenzucker(1991) in seiner Arbeit über das Sponsoring im österreichischen Tennissport fest. In Österreich machte nämlich gerade der Tennisboom 1990 unter Tennislegende Thomas Muster den Tennissport noch bekannter und Österreich konnte zusätzlich viele internationale Erfolge verzeichnen. Proportional zu dieser Entwicklung ist in dieser Zeit auchdie Medienpräsenz des österreichischen Tennissports explosionsartigin die Höhe geschnellt unddas Interesse der Sponsorengestiegen.
Auch Wandl (2001)erklärt in seiner Arbeit, dass nationale Erfolge die Medienpräsenz einer Randsportart, nämlich des Segelsports deutlich heben. Dieser hat die Berichterstattung zwischen 1989 und 1999 untersucht, mit dem Ergebnis, dass in dieser Zeit die Pressemitteilungen um 15% zugenommen haben, was eben auf die nationalen Erfolge in Vorbereitung auf die Olympischen Spiele zurückzuführen ist. Diese Arbeit ist jedoch kritisch zu betrachten, da lediglich die Printmedien in der Untersuchung eingeschlossen waren, jedoch auf eine Analyse der Berichterstattung der neuen Medienwie Fernsehen, Radio und Internet verzichtet wurde.Konkret mit den Problemfeldernder Finanzierung einer Randsportart beschäftigt sich Kalcher (2009) in seiner Arbeit PR imösterreichischen Baseball.Als Gründe für das geringe mediale Interesse dieser Randsportart führt eru. a. diekomplizierte Regelstruktur, das
