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Dieses praxisnahe Buch bietet Pflegekräften im Akutkrankenhaus und stationären Einrichtungen das nötige Basiswissen zur sicheren und professionellen Versorgung von Erwachsenen mit Tracheostoma. In acht Modulen werden wichtige Themen wie Anatomie, Trachealkanülen, Hautpflege, Sekretmanagement, Cuff-Druck, Kanülenreinigung sowie der Wechsel von Trachealkanülen und Notfallmanagement verständlich und kompakt vermittelt. Ein zusätzliches Kapitel widmet sich dem Entlassmanagement und der Edukation zum Selbstmanagement. Der Leitfaden hilft, Unsicherheiten zu reduzieren sowie Komplikationen zu vermeiden und bietet wertvolle Tipps für den Pflegealltag. Er ist ideal für die Ausbildung, Schulung und den professionellen Einsatz in Akut- und Langzeitpflege.
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Seitenzahl: 74
Veröffentlichungsjahr: 2025
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Cover
Titelei
Einleitung
1 Modul 1: Basiswissen
1.1 Tracheotomie
1.2 Totale Laryngektomie (Kehlkopfentfernung)
1.3 Anatomie und Physiologie der oberen Atemwege
1.4 Anamnese/Assessment
1.5 Erforderliche Materialien
1.6 Körperbildstörung
1.7 Ernährung
1.8 Mundpflege
1.9 Körperpflege
1.10 Schmerzen
1.11 Körperliche Aktivität und Arbeit
1.12 Beziehung/Intimität
2 Modul 2: Trachealkanülen und ihre Funktion
2.1 Kanülen
2.1.2 Kanülen mit Cuff
2.1.3 Sprechkanülen mit Cuff
2.1.4 Sprechkanülen ohne Blockung
2.1.5 Silikonkanülen ohne Blockung
2.2 Sprechventile
2.3 Trachealkanülenbändchen
2.4 Kommunikation
2.4.1 Kommunikation nach einer Tracheotomie
2.4.2 Kommunikation nach einer Laryngektomie
3 Modul 3: Hautpflege
3.1 Reinigung der Tracheostomaumgebung
3.2 Hautschutz
3.3 Wundversorgung
3.4 Dekubitusprophylaxe
3.4.1 Unterscheidung Feuchtigkeitsassoziierte Dermatitis (FAD) und Dekubitalulzera
4 Modul 4: Sekretionsmanagement
4.1 Kontrolle des Flüssigkeitshaushaltes
4.2 Mobilisation
4.3 Atemwegsbefeuchtung
4.3.1 Passive Atemwegsbefeuchtung
4.3.2 Aktive Atemwegsbefeuchtung
4.4 Absaugen
5 Modul 5: Cuff-Druck
6 Modul 6: Kanülenreinigung
7 Modul 7: Kanülenwechsel
7.1 Indikationen
7.2 Wechselintervalle
7.3 Benötigtes Material (McGrath, 2014)
7.4 Richten der Trachealkanüle
7.5 Durchführung geblockte Trachealkanüle
7.6 Durchführung ungeblockte Trachealkanüle
8 Modul 8: Notfallmanagement und Komplikationen
8.1 Neue Trachealkanüle kann nicht eingeführt werden
8.2 Infektionen
8.3 Blutungen
8.4 Fistelbildung
8.5 Kanülen Dislokation
8.6 Atemnot
9 Edukation zur Versorgung des Tracheostomas und Entlassungsmanagement
Verzeichnisse und Register
Abkürzungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Literaturverzeichnis
Stichwortverzeichnis
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Inhaltsverzeichnis
Titelseite
Impressum
Inhaltsbeginn
Die Autorin
Lisa Keller, Gesundheits- und Krankenpflegerin, Pflegewissenschaftlerin B. Sc., Gesundheitspädagogin M. Sc., Pflegeexpertin APN Schwerpunkt Versorgung von PatientInnen mit Tracheostoma am Universitätsklinikum Freiburg.
Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwendung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechts ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und für die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
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Die grafischen Darstellungen wurden von der Autorin für das UKF erstellt(L. Keller, 2024)Bilder Referenz © Universitätsklinikum Freiburg/Lisa Keller1. Auflage 2026
Alle Rechte vorbehalten© W. Kohlhammer GmbH, StuttgartGesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Heßbrühlstr. 69, 70565 [email protected]
Print:ISBN 978-3-17-044406-5
E-Book-Formate:pdf:ISBN 978-3-17-044407-2epub:ISBN 978-3-17-044408-9
Die Tracheotomie ist eine der ältesten und am häufigsten durchgeführten Operationen in der Hals-Nasen-Ohren (HNO)-Heilkunde (Meininger et al., 2001; Zhu et al., 2012). Durch sie ist die Sterblichkeitsrate in einigen Bereichen signifikant gesunken (Rajesh & Meher, 2005). Es gibt unterschiedliche Indikationen, die eine Tracheotomie notwendig machen. Häufig sind Tumore, Traumata oder neurologische Defizite die Ursache (Dawson, 2014; McCormick et al., 2015). Die häufigsten Fachbereiche, die mit einer Versorgung in Berührung kommen sind z. B. die HNO-Heilkunde, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Neurologie/Neurochirurgie, Strahlenheilkunde, Palliativstationen und die Intensivstationen (Schneider-Stickler, 2018).
In Deutschland werden jährlich rund 45.000 Personen tracheotomiert und sind im Akutkrankenhaus vom medizinischen Personal zu betreuen (Destatis, 2022).
Die Versorgung eines Tracheostomas stellt sowohl für die Betroffenen, deren An- und Zugehörige, als auch für Pflegefachpersonen eine Herausforderung dar. Sie kann aus medizinischer Sicht als Routineeingriff bezeichnet werden und ist meist komplikationslos möglich (Spataro et al., 2017). In Bereichen abseits der Versorgungshotspots sind jedoch immer wieder Komplikationen in der Weiterversorgung zu beobachten (Wilkinson et al., 2015). Aufgrund der »seltenen« Durchführung in Kombination mit einem hohen Risikopotential an Komplikationen wird die Versorgung dieser Personen auch als eine »high risk, low incidence«-Tätigkeit bezeichnet (Paul, 2010; Smith-Miller, 2006).
Das mangelnde Wissen und die fehlende Routine in der Durchführung führen zu Unsicherheiten und Berührungsängsten. Diese führen zu Komplikationen und können im schlimmsten Fall fatale Folgen haben. Laut McGrath et al. (2020) sind viele dieser Komplikationen vermeidbar – er nennt als häufige Ursachen die fehlende Kompetenz, die mangelnde Struktur und die falsche oder nicht ausreichende Ausstattung der Einrichtung. Auf Grundlage dieser Erkenntnis wurde am Universitätsklinikum Freiburg (UKF) eine Stelle für eine Pflegeexpertin mit dem Schwerpunkt auf die Tracheostomaversorgung etabliert. Aus dieser Rolle heraus wurde ein Fortbildungskonzept entwickelt, um die Kompetenz der Pflegefachpersonen weiterzuentwickeln. In diesem Buch werden die Inhalte des Fortbildungskonzeptes zur pflegerischen Versorgung, bestehend aus acht Modulen, dargestellt. Im letzten Kapitel (▸ Kap. 9) werden Inhalte zur Edukation von Betroffenen und spezifische Themen zum Entlassungsmanagement mit Tracheostoma erläutert.
Die Inhalte in diesem Buch fokussieren hauptsächlich die Versorgung von erwachsenen Patienten und Patientinnen mit einem Tracheostoma. Die Versorgung von Kindern mit Tracheostoma ist aufgrund der anderen Krankheitsbilder und anatomischen Voraussetzungen abweichend und sollte deshalb von Pflegefachpersonen mit einem Schwerpunkt auf die Versorgung von Kindern durchgeführt werden.
Ebenfalls liegt der Schwerpunkt auf plastischen/chirurgischen Tracheotomien und Laryngektomien.
Definition
In der Literatur werden die Begriffe Tracheotomie und Tracheostomie oft synonym verwendet. Ursprünglich wurde als Tracheotomie jedoch nur die Operationstechnik bezeichnet (Rajesh & Meher, 2005). In diesem Buch wird der Begriff des Tracheostoma als eine künstliche Öffnung der Trachea, die temporär oder permanent sein kann, bezeichnet (Fissahn et al., 2017).
Ein Tracheostoma kann entweder dilatativ oder plastisch/chirurgisch angelegt werden. Eine totale Laryngektomie beinhaltet zusätzlich zu einem plastisch/chirurgisch angelegten Tracheostoma noch weitere Schritte, welche zu einer abweichenden pflegerischen Versorgung führen. Im Folgenden werden die unterschiedlichen Eingriffe grob skizziert. Hier besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit der Operationstechniken.
DilatativeTracheotomieBei der dilatativen Tracheotomie wird nach der Punktion der Trachea das prätracheale Gewebe und die vordere Trachealwand gedehnt und durch eine Trachealkanüle offen gehalten (Klemm & Nowak, 2018). Zu beachten ist, dass das entstandene Tracheostoma im Vergleich zum plastischen nicht chirurgisch gesichert ist. Dadurch besteht die Gefahr, dass sich die verschiedenen Gewebeschichten gegeneinander verschieben und das Stoma nach dem Entfernen der Kanüle verlegt wird (Fissahn et al., 2017).
Plastische/Chirurgische TracheotomieIm Gegensatz dazu wird ein plastisches Tracheostoma, auch bekannt als »stabiles« oder »chirurgisches« Tracheostoma, operativ angelegt. Dabei wird eine feste Verbindung zwischen der äußeren Haut und der Trachealwand hergestellt (mukokutane Anastomose). Dieses Tracheostoma bleibt auch nach dem Entfernen der Kanüle stabil (Klemm & Nowak, 2018).
In ▸ Abb. 1.1 ist die Anatomie in physiologischem Zustand (links) sowie der Querschnitt einer Tracheostoma-Anlage (rechts) zu sehen. Bei letzterem ist der Unterschied zwischen einer dilatativen und plastisch/chirurgischen nicht zu sehen.
Pflegehinweis
Um Notfallsituationen (z. B. Kanüle kann nicht mehr eingeführt werden) zu vermeiden, ist eine korrekte Dokumentation der Tracheostoma-Art im Dokumentationssystem dringend zu empfehlen (▸ Kap. 8).
Abb. 1.1:Querschnitt der Oberkörperanatomie in physiologischem Zustand (links) und Querschnitt mit einer Tracheostoma-Anlage (rechts)
Zu den wichtigen Funktionen des Kehlkopfes zählen (Glunz et al., 2019, S. 7):
Die AtmungBei der Einatmung werden die Stimmlippen seitlich (lateral) gestellt, um den Luftdurchfluss zu ermöglichen.
Der Schutz der unteren Atemwege beim SchluckenUnterschiedliche Mechanismen im Kehlkopf ermöglichen den Schutz vor Aspiration von Nahrung, Flüssigkeiten und Sekret.
Die Thorax-Stabilisierung (die notwendig ist z. B. zum Husten, Erbrechen und beim Stuhlgang)Erfolgt über einen Aufbau des intraabdominalen-, sowie thorakalen Druckes nach Abdichtung durch die geschlossene Glottis.
Die Stimmgebung (Phonation)Die Stimmlippen werden durch den subglottischen Anblasedruck in Schwingung versetzt und bilden so Töne.
Abb. 1.2:Querschnitt der Oberkörperanatomie mit Laryngektomie (links) und Querschnitt der Oberkörperanatomie mit Anlage einer Stimmprothese (rechts)
All diese Funktionen sind nach einer Laryngektomie stark eingeschränkt bzw. nicht mehr möglich und in der pflegerischen Versorgung zu berücksichtigen.
