Physiotherapie und Bewegungstraining für Hunde - Sabine Mai - E-Book

Physiotherapie und Bewegungstraining für Hunde E-Book

Sabine Mai

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Beschreibung

Macht müde Hunde wieder fit!

Hunde haben einen natürlichen Bewegungsdrang. Nutzen Sie ihn, um durch gezielte Aktivierung das Wohlbefinden bei Hunden in allen Lebensphasen zu verbessern. Ob für die Prävention und Therapie von Krankheiten, zur Leistungssteigerung im Hundesport, der motorischen Frühförderung oder im Hunde-Rentenalter - Sabine Mai liefert erprobte Übungen und Konzepte aus der Bewegungstherapie. Das Layout ist klar strukturiert und reich bebildert. Die vielen wissenswerten Praxistipps und Tricks animieren dazu, sofort mit dem Vierbeiner rauszugehen und mit dem Training zu starten.

Jederzeit zugreifen: Der Inhalt des Buches steht Ihnen ohne weitere Kosten digital in der Wissensplattform VetCenter zur Verfügung (Zugangscode im Buch).

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
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Seitenzahl: 282

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Physiotherapie und Bewegungstraining für Hunde

Rehabilitation, Massage und Hundesport

Sabine Mai

5., unveränderte Auflage

84 Abbildungen

Vorwort zur 4. Auflage

Wenn ich die allererste Ausgabe meines Buches, das im Jahre 2006 unter dem Titel „Bewegungstherapie für Hunde“ erstmals erschienen ist, zur Hand nehme, dann kann ich kaum verstehen wie rasch die Jahre in denen ich mich in dem Fachgebiet der Physiotherapie für Hunde bewege, verflogen sind. 

Viele neue Strömungen habe ich kommen und gehen gesehen, viel Neues gelernt und auch an meine Studenten weitergegeben, viel Unfug weiterziehen lassen.

Ich habe in den vergangenen Jahren den damals eingeschlagenen Weg mit aller Power verfolgt, viele Änderungen im Ausbildungswesen initiiert und auf der ganzen Welt unterrichtet, viele, viele Hunde in meinen Händen gehabt und mich mit Kollegen, Hundeführern und Hundebesitzern ausgetauscht.

Dieses Buch begleitet mich schon lange – und trotzdem ist und bleibt die Basis für meine physiotherapeutische Arbeit dieselbe: IMMER ist das Gewebe die Grundlage für die Wahl meiner Methode und IMMER ist die Biomechanik der Grund warum ein Bewegungsprogramm für diesen einen Hund ganz anders aussieht als für einen anderen. Das macht es nicht einfacher allgemein gültige Konzepte zu erarbeiten - aber versucht habe ich es schon vor 12 Jahren.

Ich freue mich sehr, dass Sie diese neue Auflage – nahezu unverändert – nun in Händen halten und wünsche viel Spaß beim Lesen und viel Erfolg beim Umsetzen!

Gföhl im Herbst 2018

Sabine Mai

Einleitung

Die Veterinärmedizin hat sich in den letzten Jahren sprunghaft weiterentwickelt. Die Fachgebiete werden immer enger definiert, die erbrachten Leistungen immer großartiger, die Ausbildung wird immer umfangreicher. Wir Tierärzte und Therapeuten haben das Bestreben, ja sogar die Verpflichtung, qualitativ höchste Leistung auf aktuellem wissenschaftlichem Niveau zu bieten.

Die Spezialisierung in einzelnen Teilgebieten fordert heute Folgeleistungen, die vor einigen Jahren noch gar nicht wissenschaftlich erarbeitet waren. Physiotherapie und Rehabilitationsmedizin gehören in diesen neuen wissenschaftlichen Komplex, der zunehmend wichtiger wird.

In der Humanmedizin sind Physiotherapie und Rehabilitation aus dem Therapiekonzept nicht mehr wegzudenken. In der Veterinärmedizin wurde eben dieser Standard mittlerweile schon präzise beschrieben und wird nun von den Spezialisten und letztendlich auch von den Tierhaltern angefordert.

Ich möchte mit meinem Buch viele neue, wissenschaftlich erarbeitete Erkenntnisse zum Thema Physiotherapie und Rehabilitation beim Hund wiedergeben, alte, gut bewährte Therapiekonzepte aus der Humanmedizin übernehmen, mein Wissen um traditionelle Methoden und Leistungssport des Hundes mit einbringen und aus diesen Bausteinen ein möglichst informatives Praxishandbuch zusammensetzen.

Dieses Buch wird versuchen, Bewegungsabläufe vorzustellen und einfache Übungen zeigen, die dem Tierbesitzer als „Hausübungen” beigebracht werden können. Weiterhin werde ich in meinem Buch die Grundlagen der Osteopathie und der Manualtherapie vorstellen und den Therapeuten einige „handfeste” Tipps geben.

Die Vorstellung der alten chinesischen Massagetechnik TUINA, wie sie am Hund angewendet werden kann, gibt dem erfahrenen physiotherapeutisch tätigem Therapeuten die Möglichkeit, von außen in Organfunktionen einzugreifen, Defizite zu erfühlen und auszugleichen.

Die Bewegungstherapie wird als eigenständige Therapieform vorgestellt und soll Tierärzten und Therapeuten Denkanstöße geben, warum gerade diese Bewegung geübt wird.

Inhaltsverzeichnis

Titelei

Vorwort zur 4. Auflage

Einleitung

Teil I Grundlagen

1 Grundlagen und Basiswissen

1.1 Physiotherapie

1.2 Rehabilitation

1.3 Fitness

1.4 Prävention

1.5 Prä- und postoperative Praxis

2 Anatomie

2.1 Einleitung

2.2 System der Grundregulation nach Pischinger

2.2.1 Aufbau und Funktion des Bindegewebes

2.3 Passiver Bewegungsapparat

2.4 Aktiver Bewegungsapparat

2.5 Orientierung nach anatomischen Grundlagen

2.5.1 Richtungsbezeichnungen

2.5.2 Tastbare Knochenpunkte

2.6 Funktionelle Anatomie der Wirbelsäule

2.7 Funktionelle Anatomie der Vorderextremität

2.7.1 Schultergürtel

2.7.2 Schultergelenk

2.7.3 Ellbogengelenk

2.7.4 Karpalgelenk

2.7.5 Zehengelenk

2.8 Funktionelle Anatomie der Hinterextremität

2.8.1 Beckengürtel

2.8.2 Hüftgelenk

2.8.3 Kniegelenk

2.8.4 Sprunggelenk oder Tarsalgelenk

2.8.5 Zehengelenke

2.9 Biomechanik

2.9.1 Bewegung der Wirbelsäule

2.9.2 Schwanz

3 Physiologie

3.1 Muskelarbeit

3.2 Muskelarten

3.3 Leistung

3.3.1 Langsame, konzentrierte kognitive Leistung (Obedience, Fährtenarbeit)

3.3.2 Schnelle Arbeit über kurze Distanzen (Windhunderennen, Agility)

3.3.3 Mittelschnelle Arbeit über sehr lange Distanzen (Schlittenhunde, Jagdhunde)

3.4 Fütterung

3.5 Leistungsüberwachung

3.5.1 Herzfrequenz

3.5.2 Innere Köpertemperatur

3.5.3 Blutparameter

3.6 Physiologische Fortbewegung

3.6.1 Integratives Verständnis der muskuloskelettären Anatomie

3.6.2 Tensegrity

3.6.3 Fortbewegung

3.6.4 Beurteilung des Gangbildes

3.6.5 Körperbau als Ursache für Änderungen im Gangbild

Teil II Praxis

4 Der Hund im Training und im Hundesport

4.1 Training

4.1.1 Ausdauertraining

4.1.2 Krafttraining

4.1.3 Schnelligkeitstraining

4.1.4 Beweglichkeitstraining

4.2 Immobilisation

4.3 Hundesport

4.3.1 Welpenschule

4.3.2 Gehorsamstraining

4.3.3 Junghunde

4.3.4 Alte Hunde

4.3.5 Aufwärmen

4.3.6 Abkühlen

4.3.7 Tipps und Tricks

4.3.8 Nahrungsergänzungsmittel – Nutraceuticals

5 Der Hund in der Physiotherapie

5.1 Evaluierung

5.1.1 Festellen einer Lahmheit

5.1.2 Bestimmung der Lahmheit

5.1.3 Nervale Ausfälle

5.1.4 Reflexe

5.1.5 Ausdrucksverhalten

5.1.6 Schmerzskala

5.1.7 Gewichtskontrolle

5.1.8 Goniometrie – Range of Motion

5.1.9 Muskelumfang

5.1.10 Gelenkumfang

5.1.11 Schrittlänge

5.1.12 Belastung im Stand und in der Bewegung

5.1.13 Änderungen im Gangbild

5.1.14 Wiedererlangung verlorener Fähigkeiten

5.2 Therapieplan für ausgewählte Erkrankungen

5.2.1 Postoperative Rehabilitation

5.2.2 Gelenkoperationen

5.2.3 Hüftgelenkdysplasie (HD)

5.2.4 Kniegelenk

5.2.5 Frakturen

5.2.6 Der neurologische Patient

5.2.7 Der Arthrose-Patient

5.3 Mobilisationstechniken

5.3.1 Manuelle Medizin

5.3.2 Tuina – Traditionelle chinesische Massage

5.4 Bewegungstherapie

5.4.1 Koordination

5.4.2 Propriozeption

5.4.3 Grundprinzipien des Bewegungstrainings

5.4.4 Einsatz in der Rehabilitation

5.4.5 Zusammenfassung

5.5 Übungen

5.5.1 Assistiertes Aufrichten in Brustlage

5.5.2 Assistiertes Aufsetzen

5.5.3 Assistiertes Stehen

5.5.4 Gehen an der Leine

5.5.5 Assistierte Range-of-Motion-Übungen und Stretching

5.5.6 Gewichtsverlagern

5.5.7 Laufband

5.5.8 Bergaufgehen

5.5.9 Bergabgehen

5.5.10 Ziehen

5.5.11 Stufen

5.5.12 Cavaletti

5.5.13 Slalom

5.5.14 Podest

5.5.15 Schubkarre

5.5.16 Tanzen

5.5.17 Flexion der Wirbelsäule

5.5.18 Sitz-Steh

5.5.19 Kriechen

5.5.20 Gewicht

5.5.21 Theraband

5.5.22 Physioball, Physiorolle

5.5.23 Unterschiedlicher Untergrund

5.5.24 Hydrotherapie

5.5.25 Hindernisse aus dem Hundesport

5.5.26 Fitnesstraining für den Hund

5.6 Hilfsmittel

5.6.1 Schlingen

5.6.2 Schienen

5.6.3 Boots

5.6.4 Gelenkschoner

5.6.5 Rollstuhl

5.6.6 Rampen

5.6.7 Inkontinenzbetten

Teil III Anhang

6 Kontaktadressen

6.1 Osteopathie

6.2 Manuelle Medizin

6.3 Chiropraxis

6.4 Physiotherapie

6.5 Klickertraining

7 Glossar

8 Literatur

8.1 Tagungsberichte

8.2 Wissenschaftliche Arbeiten

8.3 Bücher

Autorenvorstellung

Anschriften

Impressum/Access Code

Teil I Grundlagen

1 Grundlagen und Basiswissen

2 Anatomie

3 Physiologie

1 Grundlagen und Basiswissen

1.1 Physiotherapie

Die Physiotherapie wird definiert als allgemeine Anregung oder gezielte Behandlung gestörter physiologischer Funktionen mit physikalischen, naturgegebenen Mitteln, wie z. B.:

Wasser

Licht

Wärme, Kälte

Luft

statisch-mechanischen Kräften

dynamischen Kräften

Elektrizität

Oftmals werden die Punkte „statisch-mechanische Kräfte” und „dynamische Kräfte” übersehen. Aber nicht nur in der Humanmedizin werden Mobilisation, Manualtherapie und Bewegungstraining mit besonderer Betonung auf mehrmals täglich auszuführende Übungen den passiven Therapiemöglichkeiten immer häufiger vorgezogen. Die früher oft belächelte Heilgymnastik nimmt gerade in der Wirbelsäulenproblematik beim Menschen ein sehr großes Gebiet ein. In der Veterinärphysiotherapie ist es genauso. Wir legen großen Wert auf mehrmals täglich ausgeführte, kontrollierte, richtige Bewegungsabläufe. Dieses Buch wird versuchen, diese Bewegungsabläufe vorzustellen und einfache Übungen zeigen, die dem Tierbesitzer als „Hausübungen” beigebracht werden können. Weiterhin werde ich im Folgenden die Grundlagen der Osteopathie und der Manualtherapie vorstellen und den Therapeuten einige „handfeste” Tipps geben.

1.2 Rehabilitation

Rehabilitation wird definiert als Wiederherstellung und Wiedereingliederung. Sie umfasst alle Maßnahmen zur Vorbeugung und Linderung schwerer gesundheitlicher Störungen, aber auch zur Integration dauerhaft behinderter Tiere. Die Rehabilitationsmedizin bedient sich dabei aller physiotherapeutischen Maßnahmen und wird erweitert durch die Einführung von Hilfsmitteln wie Schlingen, Geschirren und Rollstühlen.

Propriozeptivtraining und Koordinationsschulung nehmen eine wichtige Rolle ein. Nach Erlangung der physiologischen Beweglichkeit wird an der Trainingsoptimierung gearbeitet. Der Gewinn von Ausdauer und Kraft ist nur durch sinnvolles Rehabilitationstraining mit optimaler prä- und postoperativer Betreuung möglich.

Physiotherapie und Rehabilitation finden ihren Einsatz in allen Gebieten der Orthopädie, der Neurologie, der Schmerzbehandlung, in der Betreuung von operierten Patienten, in der vorsorglichen Betreuung von Leistungssportlern sowie in der Eingliederung von behinderten Patienten.

1.3 Fitness

Das Thema Fitness beim Hund ist wissenschaftlich noch nicht befriedigend ausgearbeitet. Wir verstehen unter dem Modebegriff „Fitness” die Tatsache, dass ein Hund seiner gestellten Aufgabe ohne Schmerzen und Bewegungseinschränkungen nachkommen kann. Anders als beim Menschen haben wir beim Hund zurzeit noch wenig verlässliche Möglichkeiten, aus dem Blutbild Fitnessparameter heraus zu lesen. Muskelfunktionstests und Evaluierung der Herz-Kreislauf-Belastung, Erholungszeit und Leistungsbereitschaft geben uns bessere Vorstellungen über das Leistungspotenzial unserer Hunde.

1.4 Prävention

Der medizinische Begriff Prävention (praevenire) kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „zuvorkommen”. In der Gesundheitspflege verstehen wir unter Präventivmedizin die Ausschaltung von potenziell krank machenden Faktoren, z. B. Übergewicht, die Sicherstellung frühestmöglicher Diagnose und Therapie von drohenden Krankheiten durch Vorsorgeuntersuchungen, z. B. Geriatrieprofil, Leistungsprofil, aber auch die Begrenzung und den Ausgleich von Krankheitsfolgen.

1.5 Prä- und postoperative Praxis

Viele unserer Patienten werden vom Chirurgen überwiesen. Rehabilitationspatienten können aber nicht nur nach der Operation von unserem Leistungsangebot profitieren, sondern schon vor der Operation sind viele physiotherapeutischen Maßnahmen angezeigt, die sowohl das Wohlbefinden unserer Hunde als auch den Heilungsverlauf positiv beeinflussen können. Ein frühzeitiges Bekanntmachen der Hunde mit den späteren Rehabilitationsmaßnahmen erleichtert die nachfolgenden Therapien erheblich. Die Schmerztherapie wird traditionellerweise beim Chirurgen begonnen, oftmals wären aber entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente schon vor der OP indiziert. Auch die Ödemisierung des verletzten Gewebes erschwert sowohl den chirurgischen Eingriff als auch die nachfolgende Wundheilung. Daher liegt die Erstversorgung von orthopädischen Verletzungen bis zur nachfolgenden chirurgischen Versorgung sehr wohl im Kompetenzbereich der physiotherapeutisch ausgebildeten Tierärzte. Wir alle kennen die Tatsache, dass sekundäre Verspannungen, die durch das Einnehmen einer so genannten Schonhaltung eintreten, schmerzhaft sind. Durch sanfte Manualtherapie lassen sich diese Verspannungen oder Blockaden jedoch gut lösen und helfen dem Tier, schmerzfreier gesund zu werden und falsche Bewegungsabläufe gar nicht erst zu erlernen.

Die postoperative Praxis wird im Augenblick noch oftmals mit dem Zeitpunkt der Nahtentnahme beendet. Gerade in dieser Phase sollte jedoch die Rehabilitation einsetzen oder schon eingesetzt haben.

Fazit

Für die präoperative Praxis fordere ich gezieltes Schmerzmanagement und sofortigen Beginn der physiotherapeutischen Maßnahmen. Für die postoperative Praxis wünsche ich mir die Möglichkeit, meine Patienten durch sportmedizinische Überwachung bis zur Wiedererlangung ihrer vollen Leistung zu begleiten.