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Beschreibung

Viele Jugendliche, das zeigen Umfragen, wünschen sich mehr Know-How beim Thema Finanzen. Pocket Hazel, einzige Youtuberin mit echter Finanzexpertise, kennt die Fragen ihrer Generation aus eigener Erfahrung und zeigt, wie man es schafft, auf eigenen Beinen zu stehen. Wie finanziere ich meine Ausbildung oder mein Studium? Wie kann ich auch mit wenig Geld meinen Spaß haben? Und worauf muss ich eigentlich bei meiner Steuererklärung achten? Mit viel Hintergrundwissen und lustigen Anekdoten erklärt Hazel, was man heute als junger Mensch über das Thema Geld wissen muss.

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Veröffentlichungsjahr: 2021

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Pocket Hazel

Pocket Hazel’s Money Guide

Wie du easy deine Finanzen regelst

Über dieses Buch

Vielen jungen Menschen sind ein erfüllender Job, eine einzigartige Reise und ein bewusst gelebtes Leben heute wichtiger als viel Geld auf dem Konto. Dennoch wünschen sich viele Vertreter der Generationen Y und Z mehr Finanz-Knowhow – in der Schule lernt man das schließlich nicht. Gerade in Zeiten steigender Mieten und leerer Rentenkassen wird gute Finanzplanung immer wichtiger.

Pocket Hazel, bekannte YouTuberin und Finanzexpertin, erklärt die Themen, die uns alle beschäftigen, an die sich aber kaum jemand herantraut: Worauf kommt es bei der Eröffnung des Kontos an? Wie spare ich am einfachsten für den Traumurlaub? Und wie lege ich mein Geld sicher und nachhaltig an? Leicht verständlich und mit vielen nützlichen Beispielen und Tipps möchte Hazel dazu ermutigen, sich mit der eigenen finanziellen Situation zu befassen und die Zukunft in die eigene Hand zu nehmen.

Vita

Hazel wurde 1994 in Vietnam geboren und kam mit fünf Jahren nach Deutschland. Nach dem Abitur studierte sie zunächst BWL und arbeitete im Anschluss in einem Steuerbüro. 2014 startete sie den erfolgreichen YouTube-Kanal «Pocket Hazel» und begeistert dort über 250000 Follower mit ihren Videos aus den Bereichen Comedy und Lifestyle. Seit 2019 ist sie außerdem auf dem Channel «Pocket Money» des «Funk»-Netzwerks zu sehen mit Videos rund um das Thema Geld. Hazel lebt in Berlin.

Hallo Leute, hier ist Hazel

 

Viele von euch haben diesen Satz vielleicht schon mal gehört. Vor allem diejenigen, die öfters mal auf YouTube unterwegs sind. Denn dort begrüße ich auf meinem Kanal «Pocket Hazel» meine Zuschauer immer genau auf diese Weise. In meinen Videos geht es um alle möglichen schönen Dinge: Essen, Comedy, Alltagsgeschichten aus meinem Leben, asiatische Kultur. Was eben gerade wichtig ist, worauf ich gerade Lust habe.

Besonders intensiv beschäftige ich mich aber seit einiger Zeit mit dem Thema Geld und Steuern. Warum? Weil ich als ehemalige Steuerassistentin eine kleine Expertin auf dem Gebiet bin und ich mein Wissen weitergeben möchte. Vor allem aber wegen eurer Resonanz!

 

Denn seit ich vor zwei Jahren mein erstes Video über Steuern gedreht habe, habe ich gemerkt, dass es bei unserer Generation einen krassen Wissensdurst gibt, was das Thema Geld angeht. Und es stimmt ja, wann lernen wir in der Schule schon mal was über Finanzen? Wie wir unser Studium finanzieren sollen, wie das eigentlich mit der Rente ist, wie wir unser Geld am besten anlegen? Die Schülerin Naina twitterte 2015: «Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete und Versicherungen. Aber ich kann ’ne Gedichtanalyse schreiben. In 4 Sprachen.» Der Tweet ging viral, Tausende waren derselben Meinung, was klar zeigt: Wir wünschen uns mehr Infos zum Thema Kohle & Co. (das bedeutet ja nicht, dass wir Gedichte nicht auch mögen). Umfragen bestätigen das ebenfalls. Nach einer Jugendstudie des Bankenverbandes von 2018 wünschen sich 84 % aller jungen Menschen mehr Informationen über wirtschaftliche Zusammenhänge.

 

Euer großes Interesse hat auf jeden Fall dazu geführt, dass ich seit Mai 2019 einen weiteren Kanal habe: «Pocket Money». Dieser wird vom öffentlich-rechtlichen «Funk»-Netzwerk finanziert, dadurch kann ich nun aufwendigere Recherchen und viele Außendrehs machen. Was mich dabei immer wieder total motiviert, sind Kommentare wie «Was für einen genialen Lehrwert hatte dieses Video! Ihr macht so interessanten Content», «Ich glaub, ich hab gerade mehr gelernt als in 12 Jahren Schule» oder «So ein wunderbarer Kanal, Hazel! Ich finde klasse, wie du die Tücken und Wirren unseres Steuersystems so anschaulich und unterhaltsam an tollen Beispielen erklärst. Vielen Dank!» Wenn ich so was lese, bekomme ich immer riesige Herzchenaugen.

 

 

Genau das ist der Grund, warum ich dieses Buch, diesen Money Guide, schreiben wollte. Um einmal kompakt zusammenzufassen, was ihr meiner Meinung nach über Finanzen wissen solltet, wenn ihr gerade von der Schule abgeht oder als Student eure Zukunft plant. Anderes Medium, klar. Aber es erwartet euch das Gleiche wie bei meinen Videos: wichtige Infos, Storys aus meinem eigenen Leben, meine Sicht der Dinge und ein bisschen Comedy. Das Thema Geld muss nämlich nicht dröge sein. Ich hoffe, ihr fühlt euch auf den kommenden Seiten gut unterhalten.

Geld, wir müssen über dich reden

Mit dem Geld ist es ja so eine Sache. Einerseits ist es ein Dauerthema, wir hören ständig davon. Allein die ganzen Berichte im Fernsehen über Aktienkurse, Wirtschaftswachstum und Finanzkrise. Und geht es nicht immer darum, was gerade wieder teurer geworden ist und wo es gerade krasse Schnäppchen gibt? Über Geld spricht man nicht – das stimmt so ja gar nicht. Denn wir erzählen uns ständig, was wir gekauft haben: Das neue iPhone, die neuen Schuhe, die Tickets für das nächste Konzert und was das alles gekostet hat. Vielleicht machen wir auch mal Witze darüber, dass wir gerade voll pleite sind. Andererseits, redet ihr mit euren Freunden, eurer großen Liebe oder euren Eltern auch mal ernsthaft über eure finanzielle Zukunft? Also, so ganz grundsätzlich? Wie genau man sein Geld zusammenhalten kann, welche Investitionen sich wirklich lohnen, wo man in zehn Jahren mal stehen möchte? Ich glaube, all das ist eher selten Thema. Nehmt zum Beispiel die Frage nach dem Einkommen. Wisst ihr, was eure Eltern Monat für Monat verdienen, oder eure Freunde? Wenn ja – Glückwunsch, ihr gehört zu einer kleinen Gruppe Auserwählter. Sonst gilt nämlich eben doch noch: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.

 

Ich finde, das muss sich ändern. Wir sollten uns frühzeitig über unseren Umgang mit Geld Gedanken machen, auch im Gespräch miteinander. Sonst laufen die Dinge schnell schief. Denn vielleicht habt ihr gerade euren Ausbildungsvertrag in der Tasche und hüpft durchs Zimmer vor Freude über euren ersten Monatslohn. Schwarz auf weiß steht da die Summe X. Was man davon alles kaufen kann. All die Dinge, auf die ihr bisher verzichtet habt, weil ihr sie euch nicht leisten konntet. Neues Kleid hier, Cocktails im Club da. Und mit der Null-Prozent-Ratenfinanzierung ist doch alles eh kein Problem. Bei den Minibeträgen pro Monat kann man sich locker jedes Jahr ein neues Smartphone leisten, oder?

 

Die Wahrheit ist eben: Mit jedem besseren Job, mit jeder Gehaltserhöhung wachsen meist auch unsere Wünsche. Und gleich ist das zusätzliche Geld wieder aufgebraucht. Besonders wenn ihr gerade in euer eigenes Leben startet und erst lernen müsst, mit dem zur Verfügung stehenden Geld auszukommen, kann es schnell eng werden. Plötzlich ist das Geld für den Monat aufgebraucht, die megalustigen durchfeierten Nächte mit den neuen Homies von der Uni waren wohl doch etwas teuer oder vielleicht wird eine dicke Nebenkostennachzahlung für eure Wohnung fällig. Und nun? Woher nehmen und nicht stehlen? Am Ende müsst ihr vielleicht doch wieder bei Eltern und Verwandten anklopfen. Nervig. Da ist es besser, sich einmal hinzusetzen und das Thema Finanzen mal richtig anzugehen. Ihr werdet schnell merken: So kompliziert ist es gar nicht.

Was euch in diesem Buch erwartet

Auf den folgenden Seiten will ich euch fit machen für eure Real-Life-Finance-Challenge. Ich fange mit den Basics an: Was muss ich bei der Wahl des Kontos beachten? Was gibt es für coole Nebenjobs? Wo liegen die Tücken bei der Wohnungssuche? Und was für Versicherungen brauche ich auf jeden Fall? Für alle YouTube- und Instagram-Süchtigen da draußen beantworte ich auch die Frage, wie ihr als Influencer Geld verdienen könnt.

 

Wenn ihr die Basics draufhabt, geht es um wichtiges Knowhow. Ich erkläre, was ihr für Möglichkeiten habt, euer Studium oder eure Ausbildung zu finanzieren, damit ihr am Ende auf jeden Fall euren Traumjob findet. Ich gebe euch einen Crashkurs in Sachen Haushaltsbuch, denn es ist das absolut beste Tool, um einen Überblick über eure Finanzen zu bekommen. Damit am Ende des Monats immer genug Geld da ist statt am Ende des Geldes noch so viel Monat – ihr versteht. Und ich kundschafte aus, in welchen Bereichen ihr sparen könnt. Außerdem erkläre ich euch, was passiert, wenn ihr dummerweise doch in die Schuldenfalle geratet, und wie ihr da wieder rausfindet.

 

In den letzten Kapiteln lernt ihr dann die echten Skills. Denn meine Spezialität, das Steuerthema, kommt natürlich nicht zu kurz. Ich verrate euch, was ihr für die erste eigene Steuererklärung wissen müsst. Zum Schluss erfahrt ihr, wie ihr euer Geld nicht nur zusammenhalten, sondern vermehren könnt. Ich zeige euch, wie die Börse funktioniert und warum es schlau ist, in ETF-Indexfonds zu investieren.

 

Übrigens: Es kann natürlich sein, dass ihr manches von dem, was ich in diesem Money Guide diskutiere, schon wisst. Oder in manchen Bereichen sogar schon echte Experten seid. Dann könnt ihr die entsprechenden Kapitel einfach überspringen, die einzelnen Abschnitte versteht ihr auch so. Also, ich freue mich natürlich übertrieben, wenn ihr das ganze Buch lest, das gibt jede Menge Liebe von mir. Und ich bin zuversichtlich, dass ich hier und da auch Infos habe, von denen ihr noch nichts wusstet. Aber hey, wie es euch gefällt. Der Money Guide ist für alle da.

 

PS: Um mal zu testen, wie es bei anderen Leuten meiner Generation beim Thema Finanzen aussieht, habe ich einigen meiner YouTube-Freunde für dieses Buch Fragen gestellt. Nach dem ersten Job, der ersten Wohnung, wie sie ihre erste Steuererklärung geschafft haben und wie sie ihr Geld investieren. Freut euch auf Antworten von Annikazion, Kostas Kind, Toni Pirosa und Wailam. Ihr findet sie passend zu den einzelnen Themen im Text verteilt. Auch mein Verlobter Dirk wird im Buch immer wieder auftauchen. Ihr kennt ihn vielleicht schon aus meinen Videos, die er zugleich dreht und produziert. Auf YouTube hat er außerdem auch seinen eigenen Kanal, ihr findet ihn dort als Dirk Maiina.

Von Vietnam nach Deutschland

Vielleicht habt ihr euch schon gefragt, wie ich eigentlich zur Expertin in Sachen Finanzen geworden bin und warum mir das Ganze so wichtig ist. Das ist einfach: Geld und der Umgang damit waren für mich ein Thema, seit ich klein bin. Ich habe früh gelernt, wie man möglichst sparsam lebt, denn meine Familie war nicht reich. So ist mir bewusst geworden, wie Geld, Leistung, Vermögen und kluge Planung zusammenhängen.

 

Ich war fünf, als ich hierherkam. Mein Vater war kurz vor der Wende aus Vietnam in die DDR gekommen – beide Länder waren damals kommunistisch – und hatte als Gastarbeiter für die «Deutsche Reichsbahn» gearbeitet. Ja, so hieß die Bahn damals im Osten. Als die Mauer dann kurze Zeit später fiel und es die DDR nicht mehr gab, hieß es: Bleibt oder geht, macht, was ihr wollt. Mein Vater wollte bleiben, also betrieb er mit einem Kumpel einen Imbisswagen, wo sie das asiatische Universalgericht schlechthin zubereiteten und verkauften: «China-Pfanne». Zehn Jahre Jahre später folgten wir als Familie. Meine Mutter hatte in Vietnam als Hebamme gearbeitet. Ihre Deutschkenntnisse reichten aber leider nicht dafür, hier in diesem Job weiterzuarbeiten. Später haben die beiden zusammen einen Blumenladen aufgemacht.

 

Weil wir uns eine neue Existenz aufbauten, lautete das Motto von Anfang an: Sparen, sparen, sparen! Meine Eltern waren da mals wirklich unnormal sparsam. Sie lachen inzwischen selbst über diese Zeit, obwohl sie noch immer wenig Geld ausgeben.

 

In unserer Anfangszeit in Deutschland bedeutete für meine Mutter, «sich etwas zu gönnen», im Asiamarkt einzukaufen. Die Lebensmittel dort waren für unsere Verhältnisse ziemlich teuer. Deshalb kochte sie für unsere fünfköpfige Familie eine halbe Packung Wasserspinat anstatt die ganze – aber nicht nur für ein einziges Abendessen, nein, wir durften uns zwei Tage lang von dieser Köstlichkeit ernähren. Heute macht sie Witze darüber, aber ihre Sparsamkeit zog sich in jedem Lebensbereich durch. Mein Bruder, meine Schwester und ich bekamen zwar Spielzeug, aber nur das, was meine Mutter von anderen Leuten geschenkt bekam. Uns war es natürlich egal, woher die Spielsachen kamen – wir hatten trotzdem unseren Spaß damit. Aber eins war Grundbedingung: Die Dinge durften nichts kosten.

 

Ich habe das zum ersten Mal richtig kapiert, als es darum ging, dass ich kein Taschengeld bekam. Krass, kein Taschengeld? Ja. Meine Eltern sehen bis heute nicht ein, warum man als Kind einfach so Geld bekommen sollte, ohne etwas dafür zu tun. Was ich hatte, war eine Spardose, die ich mit sechs Jahren bekam. Meine Mutter hielt akribisch fest, wie viel Geld dort drin war, wie viel jedes Mal hinzukam. Zum Beispiel bekam ich zum vietnamesischen Neujahr immer Geld geschenkt von meinen Verwandten, denn das bringt Glück. Und weil die asiatische Glückszahl 2 ist, gab es meistens 20 Mark, heute 20 Euro. Weil meine Mutter immer alles aufschrieb, habe ich mich nie getraut, dort Geld rauszunehmen. Und so sah ich meinem gesparten Geld nur dabei zu, wie es mehr und mehr wurde. An das Gefühl habe ich mich wohl gewöhnt. Ich kann nur ruhig schlafen, wenn ich mich finanziell safe fühle und weiß, dass ich mein Geld klug angelegt habe.

 

Okay, ganz ohne Geld auszugeben, macht das Leben natürlich auch keinen Spaß. Damals in der Schule bekamen alle meine Freundinnen Taschengeld. Zwei bis fünf Euro die Woche. Und ich wollte nicht die Einzige sein, die nie Geld für Süßigkeiten hatte. Am Kiosk habe ich dann ab und zu mit Zehn-Pfennig-Stücken bezahlt. Für zehn Pfennig gab es damals schon zwei Kaugummis oder einen blauen Schlumpf. Woher ich das Geld hatte? Meine Eltern hatten durch den Imbiss ein prall gefülltes Kellnerportemonnaie mit vielen glänzenden Münzen. Und das lag regelmäßig ganz und gar unbewacht im Flur herum … Hey, seht mich nicht so an! Ich bin danach ja kein Gangster geworden.

Mein erstes eigenes Geld

Später boten mir meine Eltern eine Möglichkeit, endlich «legal» an Geld zu kommen. Für gute Noten wurde ich belohnt. Und zwar nicht nur für Zeugnisnoten, auch für kleine Tests und Schularbeiten im laufenden Schuljahr. Meist waren es ein oder zwei Euro, die ich für eine Eins bekam. Eine Eins bei einer Klassenarbeit war sogar zehn Euro wert! Da es mit den Schularbeiten und Tests meist gut funktionierte, konnten so schon zwanzig Euro zusammenkommen im Monat. Dadurch war ich tatsächlich gleichgestellt mit den meisten meiner Mitschüler, was das Thema Taschengeld anging.

 

Direkt am Tag nach meinem 15. Geburtstag begann ich dann, regelmäßig in einem Steuerbüro mitzuarbeiten. Wie es dazu kam, erzähle ich euch gleich noch im Jobkapitel. Auf diese Weise habe ich mich langsam zu meiner finanziellen Freiheit vorgearbeitet und gelernt, komplett auf eigenen Beinen zu stehen. Vor einiger Zeit habe ich mich dann entschieden, Geld mit der Sache zu verdienen, die mir am meisten Spaß macht: als Redakteurin und Moderatorin mit meinen Videos bei YouTube. Bis dahin war es ein weiter Weg. Ich möchte dieses Buch dafür nutzen, meine Erfahrungen und Erlebnisse mit euch zu teilen. Und euch so erleichtern, euren Weg zu finden und ihn so zu gehen, wie es für euch am besten ist. Ich hoffe, ich kann euch ein wenig dafür begeistern, selbst über das Thema Geld nachzudenken und vielleicht auch mit euren Freunden und eurer Familie darüber zu sprechen. Denn eins ist klar: Bei euren persönlichen Finanzen geht es auch immer um eure Zukunft. Und die soll rocken.

Basics

Zu Hause, bei den Eltern, ist es doch am schönsten. Das denke ich mir oft, wenn ich bei meinen Eltern zu Besuch bin. Genau einmal die Woche schaue ich bei ihnen vorbei, um gemütlich auf dem Sofa rumzulümmeln und den Alltag zu vergessen. Natürlich würde ich mein jetziges Leben nicht wieder eintauschen, aber wenn ihr euer eigenes Ding startet, merkt ihr schnell, was bisher alles über die Eltern lief. Auch das Thema Finanzen. Klar, ein Konto hattet ihr vielleicht schon, aber habt ihr es selbst bezahlt? Je nachdem, ob ihr noch in der Schule seid, bald eine Ausbildung anfangt oder schon fleißig studiert, habt ihr möglicherweise auch schon gejobbt. Dennoch ist es noch mal was anderes, sich mit dem Job nicht nur ein paar schöne Dinge, sondern das gesamte Leben zu finanzieren. Mit der ersten eigenen Wohnung kommen gleich eine ganze Reihe von Geldfragen auf einen zu, über die man sich vorher noch nie Gedanken machen musste. Und auch versichert ist man ab einem bestimmten Alter nicht mehr über die Eltern.

In den ersten Kapiteln soll es deshalb zuerst um die absoluten Basics gehen: das Konto, den (ersten) (Neben-)Job, die eigene Wohnung und wichtige Versicherungen. Ich zeige euch, wo Stolpersteine lauern und wo ihr bares Geld sparen könnt. Dieses Kapitel ist sozusagen euer Start-up-Kit. Und ihr erfahrt, wie es mir am Anfang ging: Wenn ihr wissen wollt, warum meine Kontoeröffnung ein halber Staatsakt war und warum ich als Schülerin nichts lieber getan habe, als Belege im Steuerbüro zu buchen, dann seid ihr hier richtig.

Augen auf bei der Kontowahl

Ich fange also mit dem Konto an. Denn schließlich kommt da das Geld vom Job drauf, nur damit es euer Vermieter gleich wieder abbuchen kann. Oh no!

Noch vor ein paar Jahren, als ich aufgewachsen bin, konnte man als Jugendlicher noch ganz gut ohne Konto leben. Münzen, Scheine, Sparschwein – mehr brauchte es nicht. Aber der Zug ist abgefahren. Wir verabschieden uns – leider, leider – immer mehr vom Bargeld; in Ländern wie Schweden oder Norwegen ist es fast schon abgeschafft. Warum «leider»? Ganz einfach: Weil es meiner Meinung nach nichts Besseres gibt, um im Blick zu behalten, was ihr ausgebt. Ob es nun um die kleinen täglichen Einkäufe oder große Anschaffungen geht. Ernsthaft, ich liebe Bargeld. Es ist wirklich so. Ihr könnt euch das so vorstellen, dass ich am liebsten direkt im Stadion säße mit Bargeldshirt, Bargeldschal und so einer extrem lauten Fanfare. Bargeld: Wooohooo. Aber okay, wahrscheinlich kann ich wenig ausrichten, die Zukunft sieht anders aus. Auf der Stadiontafel steht in riesigen Buchstaben: «Spieler ‹Bargeld› wird ausgewechselt!» Schuld ist natürlich das Internet.

Das heißt: Sogar wenn ihr noch kein Geld verdient, kommt ihr um ein eigenes Konto kaum herum. PayPal? Gibt’s nur mit Konto. Per App ein Taxi bestellen? Konto. Im Internet shoppen? Konto. Okay, ich glaube, ihr habt’s kapiert. In dem vietnamesischen Dorf, aus dem meine Eltern stammen, geht ohne Bargeld dagegen weiter fast gar nichts. Klar, in den Großstädten gibt es genauso wie hier ein normales Banken- und Kontosystem, aber auf dem Land haben vor allem die älteren Leute grundsätzlich kein eigenes Konto, nur ein paar der jüngeren. Und wenn, dann gibt es, so wie man bei uns Autos oder Räder shared, oft Konto-Sharing. Die Leute ohne Konto fragen, wenn ihnen zum Beispiel jemand Geld senden will, einfach junge Verwandte und nutzen deren Konto.

Auch mein Vater hat ultra lang ganz ohne Konto gelebt. Ja, das geht! Das Geschäftskonto hat sein Kumpel vom Imbiss geführt, und mein Vater hat alles mit Bargeld geregelt. Erst mit dem eigenen Blumenladen 2006 kam auch mein Vater nicht mehr am eigenen Geschäftskonto vorbei. Weil ihm sein Steuerberater erschienen ist wie so ein ultrafieser Dämon in einem Horrorstreifen und dann riesig groß mit krass tiefer, dunkler Stimme gesagt hat: DAMITKOMMSTDUBEIMFINANZAMTNICHTDURCH! Schweren Herzens hat mein Vater also ein Konto eröffnet und zahlt seitdem sogar meiner Mutter, die im Blumenladen angestellt ist, ihr Gehalt per Überweisung. Privat ist er sich aber treu geblieben, da läuft alles weiter in cash, und vielleicht habe ich deswegen auch so eine Vorliebe für Bargeld. Who knows!

Ihr lebt aber ziemlich wahrscheinlich nicht in einem kleinen vietnamesischen Bauerndorf und kommt deswegen nicht um ein Konto herum. Macht aber auch nichts. Alles immer unter die Matratze zu stopfen, ist schließlich auf Dauer auch nicht besonders bequem oder sicher. Und: Ihr könnt euch ja aussuchen, bei welcher Bank ihr eins eröffnet, welches am besten zu euch passt. Damit euch die Kontowahl leichter fällt, kommen hier ein paar Infos dazu, was es alles so gibt. Denn zwischen einer klassischen Sparkasse und einer Smartphone-Bank wie N26 gibt es erhebliche Unterschiede!

Der Asteroid und die Banken

Die Dinosaurier sind ausgestorben, weil? Ein riesiger Asteroid wahrscheinlich damals fast alles Leben ausgelöscht hat. Ähnlich könnte es bald den klassischen alten Banken wie Sparkasse oder Deutsche Bank ergehen (die Dresdner Bank hat der Asteroid schon erwischt). Früher gab es in jedem halbwegs großen Ort eine Bankfiliale. Die war genauso wichtig wie der Supermarkt, die Apotheke und der Bäcker. Geld oder den aktuellen Kontoauszug gab es nur am Schalter – Geldautomaten haben sich in Deutschland erst in den 80ern durchgesetzt. Außerdem hingen die Börsenkurse im Schaufenster aus.

In den neunziger Jahren gab es dann einen totalen Börsenhype, alle wollten Aktien von Technologieunternehmen kaufen. Fragt man in der Verwandtschaft rum, ist bestimmt jemand dabei, der was dazu erzählen kann. Jeder, der damals mitmischen wollte, musste Aktien zeichnen und tat das in der Filiale. Dort saß er natürlich nicht in der Malecke rum und kritzelte sich die Aktien mit einem Bleistift selbst. Zeichnen heißt einfach nur vorbestellen, wenn ein Unternehmen neu an die Börse geht. Man meldet, dass man eine Aktie, die neu auf den Markt kommt, kaufen will. Ob man sie dann bekommt, hängt davon ab, wie viele Leute sie ebenfalls haben wollen. Ist also ein bisschen ein Glücksspiel. Wie die Börse manchmal selbst: Der große Hype stellte sich nämlich kurze Zeit später als Luftschloss heraus und ging als geplatzte Dotcom-Blase in die Geschichte ein. Wenn ihr euch fragt, wie genau der Aktienmarkt funktioniert und ob man dort auch sicher Geld anlegen kann – die Antwort und meine Tipps dazu findet ihr im Investierenkapitel.

Na, jedenfalls, mit dem Internet hat sich auch für die Banken alles geändert. Genauso wie ihr heute nur noch auf den Aushang an der Bushaltestelle schaut, wenn der Smartphone-Akku alle ist, gehen immer weniger Leute in die Filiale. Zumindest die junge Generation. Wir checken online unseren Kontostand, überweisen Geld mit unseren TANs, chatten mit unserem Bankberater. Wir können sogar Kredite online abschließen (an der Stelle würde ich bei YouTube ein kleines Warning Sign einfügen). Laut einer Umfrage der Beratungsfirma Boston Consulting Group aus den Jahren 2015 und 2019 erledigt in Deutschland durchschnittlich mehr als die Hälfte der Bevölkerung die Bankgeschäfte online, höhere Zahlen in Europa findet man nur noch in Belgien (66 Prozent) und den Niederlanden (63 Pro zent).

Die Folge dieser ganzen Entwicklung: Die Banken beschäftigen sehr viele Mitarbeiter, die sie eigentlich gar nicht mehr brauchen. Der einst megasichere Job Bankkaufmann ist plötzlich gar nicht mehr sicher, allein die Deutsche Bank will bis zum Jahr 2022 rund 18000 Stellen streichen. Auch die Filialen kosten weiter viel Geld, bringen aber wenig ein. Außerdem haben sich die Leute daran gewöhnt, im Internet nichts zu bezahlen. Und wollen auch ihr Konto und die damit verbundenen Dienstleistungen für umme haben. So nach dem Motto: «Hey, Banken, ihr habt ja schon mein Geld und könnt damit etwas anfangen. Also zahle ich nicht noch Geld dafür, dass ihr mein Geld habt.» An sich nachvollziehbar. Aber da es im Moment, auch als Folge der Finanzkrise, keine Zinsen mehr für Geld gibt – über das Zinsproblem werde ich in diesem Buch öfter sprechen –, verdienen auch die Banken mit den Kundengeldern kaum noch etwas. Deswegen wird für viele Dinge wieder etwas fällig – vor allem bei den Banken mit Filialnetz. Geld abheben am Schalter kostet wieder, Überweisungen mit Beleg oder am Schalter ebenfalls, dazu kommt immer häufiger eine satte Grundgebühr für die Kontoführung. Um das zu umgehen, könnt ihr euch eine Direktbank suchen. Welche Lösung für euch die richtige ist, hängt vor allem davon ab, welche Leistungen ihr braucht.

Giro, Dispo, Tagesgeld

Bevor wir weitermachen: Habt ihr alle Begriffe drauf? Das macht es nämlich viel leichter, sich zurechtzufinden. Wenn nicht, kein Problem. Ich erkläre euch kurz die wichtigsten Sachen.

Ein Girokonto ist sozusagen eure Home Base. Hier geht es nicht um das «Parken» von Geld, sondern um den Durchgangsverkehr. Hier kommt euer Geld an, idealerweise euer Einkommen, und von hier buchen alle ab, Netflix, PayPal, das Fitnessstudio. Auch Überweisungen an den ebay-Verkäufer und Daueraufträge an euren Vermieter starten hier. Ohne Girokonto kommt ihr heute nicht weit, es ist quasi Pflicht.

Sparkonten, also Sparbuch, Tagesgeld- und Festgeldkonto, sind dafür da, Geld zur Seite zu legen und bestenfalls zu vermehren. Das Tagesgeldkonto ist total flexibel, hier könnt ihr täglich Geld abheben oder einzahlen. Das Sparbuch ist meistens etwas stärker limitiert, dort könnt ihr Geld monatlich nur bis zu einem gewissen Umfang abheben. Bei Festgeldkonten legt ihr das Geld über einen festen Zeitraum an, als Gegenleistung erhaltet ihr höhere Zinsen. Dieses Stufenmodell folgt der einfachen Logik: Je länger und verbindlicher ihr euer Geld irgendwo einlagert, desto mehr bekommt ihr dafür. Soweit zumindest die Theorie. In der Praxis sind die Unterschiede nur noch minimal. Das Problem ist nämlich: Im Moment gibt es kaum noch Zinsen, egal auf welchem Konto. Wenn es ein halbes Prozent ist, ist das schon gut! Deswegen muss man «Sparkonto» heute eigentlich in Anführungszeichen schreiben. Damit euch euer Geld nicht durch die Finger rinnt, müsst ihr euer Erspartes gut zusammenhalten (schaut mal ins Kapitel zum Sparen) und solltet es gewinnbringend anlegen (dazu mehr im Investierenkapitel)!

Kommen wir zu den Bankkarten: Die Giro- bzw. Debitcard ist, wie der Name schon sagt, direkt mit dem Girokonto verbunden, alle bezahlten Beträge werden direkt von dort abgebucht. Beide Begriffe meinen dieselbe Karte, umgangssprachlich sagen wir auch immer noch EC-Karte («electronic cash»), obwohl das nicht mehr der offizielle Name ist. Wenn ihr auf der nächsten Party übertrieben angeben wollt: Debit kommt vom lateinischen «debere», was «schulden» bedeutet. Wenn euch Latein zu blöd ist, könnt ihr auch das englische «debit» nehmen, das heißt so etwas wie «Kontobelastung». Mit der Girocard zahlt ihr eure Einkäufe bargeldlos, außerdem könnt ihr Geld am Automaten abheben. Auf den meisten Karten findet sich auch das Maestro-Logo. Es zeigt an, dass ihr eure Karte auch international als Girocard verwenden könnt. Daneben besitzen manche Karten die GeldKarte-Funktion, damit könnt ihr direkt Geld auf eure Karte laden, quasi PrePaid, und braucht für die Bezahlung euren PIN nicht mehr. So richtig durchgesetzt hat sich das Konzept aber nicht. Dafür wird das kontaktlose Bezahlen immer beliebter. Wenn sich auf eurer Karte das Funksymbol befindet, braucht ihr nur noch eure Karte ans Bezahlgerät zu halten, und die Kasse macht schon bald: Ka-Ching!

Mehr Glamour als die schnöde Standardgirocard verbreitet klar die Kreditkarte. Sie stammt ursprünglich aus den USA und ist dort auch stark verbreitet. Hierzulande besitzt jeder dritte Deutsche so eine Plastikkarte. Ganz grundlegend bekommt ihr mit der Kreditkarte Zugang zu einem kleinen Kredit (logisch, was?), jeden Monat einen bestimmten Betrag. Das Geld wird im Unterschied zur Girocard nicht sofort vom Konto abgebucht. sondern erst bei der regelmäßigen Abrechnung. Die erfolgt bei Visa und Co. in der Regel einmal im Monat. Bis dahin wird nur die Kreditkarte mit allen Einkäufen und Ausgaben belastet. Von eurem Konto wird der Betrag erst zum Stichtag der Abrechnung abgezogen. Das kann hilfreich, aber schnell auch eine kleine Falle sein. Denn mit der Kreditkarte zahlt ihr Geld, das ihr eventuell gar nicht habt. Gefährlich sind insbesondere sogenannte Revolving Credit Cards. Bei diesen müsst ihr eure Kredite nicht jeden Monat komplett ausgleichen, sondern könnt Teilzahlungen leisten. Auf die Restbeträge fallen allerdings übertrieben krasse Zinsen an, bis zu 20 Prozent! Da könnt ihr schnell dick ins Minus rutschen. Deshalb meine klare Empfehlung: Lasst es besser sein.

Wie hoch euer Kreditrahmen ist (wie viel Kredit ihr also pro Monat bekommt) und welche Kreditkarte ihr überhaupt erhalten könnt, ist dann vor allem von eurem Einkommen abhängig. Die superexklusive Centurion Card von American Express, mit der ihr euch problemlos eine Yacht in den Einkaufswagen legen könnt, wird wohl erst mal nicht drin sein. Für diese Karte werdet ihr «auserwählt», müsst bereits Kreditkartenkunde von American Express sein und mit eurer Karte mindestens 100000 Euro im Jahr ausgeben. So viel habt ihr gerade nicht? Macht ja nichts, es gibt genug Karten für Otto Normalos wie uns. Bei Direktbanken wird die Kreditkarte auch dafür verwendet, dass ihr kostenlos Bargeld an fremden Automaten abheben könnt. Auch für das Abheben im Ausland und die Zahlung im Internet wird die Kreditkarte häufig genutzt.

Der berühmte Dispo ist ebenfalls eine Art Kredit, nur direkt von eurem Konto. Mit Dispo, eine Abkürzung für Dispositionskredit, könnt ihr auch ins Minus gehen. Bei einem Kontostand von Null ist also noch nicht Schluss – was in Notlagen ganz nützlich sein kann. Die Bank richtet euch dafür eine Art Kreditlinie auf dem Girokonto ein. Voraussetzung ist auch hier ein regelmäßiges Einkommen und eine gute Bonität – die Bank muss euch also für kreditwürdig halten. Dafür wird sie bei der Schufa nachfragen, einem Unternehmen, das sich merkt, ob ihr in der Vergangenheit schon mal Probleme hattet, eure Schulden zurückzuzahlen. Falls alles okay ist, könnt ihr den Dispo nutzen und so bis zu 100 oder 200 oder 500 Euro im Minus sein, ohne dass ihr das extra melden oder beantragen müsstet. Im Gegenzug kassiert die Bank dafür aber saftige Zinsen! Im Durchschnitt etwa 9–10 %, ihr müsst also kräftig draufzahlen. Wenn ihr sogar euren Dispo ausreizt und euer Konto überzieht, werden auch noch Überziehungszinsen fällig – die sind dann richtig heftig.

Im Depot liegt kein Geld, sondern Aktien oder Fondsanteile. Also Beteiligungen an Unternehmen, die ihr gekauft habt. Mehr dazu erzähle ich euch im Investierenkapitel.

Jetzt, wo wir das geklärt haben, gucken wir mal, welche Banken euch was anbieten. Konto, here we go.

Der Klassiker: Filialbanken

Ihr mögt es irgendwie, in eine Bankfiliale gehen zu können, wenn ihr Fragen oder ein Problem habt? Ihr wollt euch vor Ort persönlich beraten lassen, weil ihr keine Lust habt, euch selbst reinzufuchsen oder weil ihr manche dieser Banksachen einfach nicht checkt? Dann könnt ihr ein Konto bei einer Filialbank wie der Deutschen Bank, der Commerzbank oder der Sparkasse eröffnen, um ein paar der Großen zu nennen.

Aber egal, bei welcher Bank ihr landet: Ein Konto könnt ihr easy online eröffnen, wenn ihr schon 18 seid. Dazu gebt ihr alle Daten ein, danach könnt ihr euch im Video-Ident-Verfahren zum Clown machen, indem ihr euren Perso über, unter oder neben euren Kopf haltet und so beweist, dass ihr for real seid, also eure Identität verifiziert. Immerhin, das ist ziemlich bequem. Und die Leute am anderen Ende der Kamera machen das täglich so oft, dass ihnen gar nicht mehr auffällt, was für einen Quatsch ihr da mit eurem Perso anstellen müsst. Bei einigen Banken könnt ihr auch zur Post gehen und euch dort bestätigen lassen, dass ihr tatsächlich ihr selbst seid. Das nennt sich Post-Ident-Verfahren.

Wenn ihr dagegen jünger als 18 seid, kommt ihr leider, Fortschritt hin oder her, nicht am Filialbesuch mit euren Eltern vorbei. Ich damals leider auch nicht. Als 15-Jährige hätte ich es eigentlich super gefunden, mein Geld einfach cash auf die Hand zu kriegen. Aber mein Nebenjob so: Träum weiter, Hazel. Und ich so: Okaaay, geh ich halt in eine Sparkassenfiliale und mach ein Konto auf. Aber die Sparkasse so: no way, José. Und ich so: Whaaat? Des Rätsels Lösung: Um als 15-Jährige ein Konto bei der Sparkasse zu eröffnen, musste ich mit beiden Eltern kommen. Mit BEIDEN. Eine Vollmacht reichte nicht. Das Problem war nur, dass die Sparkasse nur bis 18 Uhr offen hatte, meine Eltern aber jeden Tag mindestens bis 19 Uhr arbeiteten. Also Überredungskünste angewandt, mit 17:30 Uhr den allerletzten Termin gebucht und mit meinen Eltern zur Filiale gefahren. Beide sahen aus, als würden sie mich zu meiner Heirat begleiten: Kleid, Anzug, die ganze Nummer. Ein historischer Moment zwischen Topfpflanzen und ratternden Druckern. Mit dem Geruch nach Papier und Druckertinte saßen wir zu dritt vor dem Schreibtisch, meine Eltern verstanden nichts von dem, was vor sich ging, weil sie dafür nicht genug Deutsch sprachen. Und auch wenn sich die Frau uns gegenüber Mühe gab, das Ganze möglichst schnell abzuwickeln, ging das meinem Vater alles viel zu langsam, er wollte zurück zu seinem Laden. Überhaupt hat er nicht verstanden, was er alles unterschreiben musste und wieso überhaupt. Die Tinte auf den Blättern war noch nicht trocken, da waren wir schon wieder auf dem Rückweg. Aber ich hatte endlich mein Konto: yes!

Wenn ihr euch ein Konto aussucht, dann müsst ihr vor allem schauen, was ihr an Leistungen braucht. Die Banken bieten ganz verschiedene Kontomodelle an, meistens mindestens drei. Ein «Junges Konto», für Schüler, Azubis und Studenten, ein Onlinekonto, für Leute, die alles online erledigen und kaum in die Filiale gehen, und ein Premiumkonto, in dem alle klassischen Leistungen wie Belegüberweisungen und Filialleistungen und oft auch Kreditkarten inklusive sind. Manchmal gibt es natürlich auch noch mehr Modelle. Am besten checkt ihr die Produktpalette der verschiedenen Banken – Achtung, Sparkasse und Volksbank haben je nach Region unterschiedliche Angebote – und macht dann eine Aufstellung der wichtigsten Leistungen. Hier mal eine Beispieltabelle, die Konditionen ändern sich natürlich immer mal wieder:

«Junges Konto»

Onlinekonto

Premiumkonto

Deutsche Bank

• keine Kontogebühr bis einschließlich 30 Jahre

• Onlineüberweisung kostenlos

• Belegüberweisung 1,50 €

• Kontogebühr 5,90 €

• Onlineüberweisung kostenlos

• Belegüberweisung 1,50 €

• Kontogebühr 11,90 €

• bis zu zwei Kreditkarten inklusive

• Online- und Belegüberweisungen kostenlos

Commerzbank

• keine Kontogebühr bis einschließlich 30 Jahre

• Kreditkarte inklusive

• Onlineüberweisung kostenlos

• Belegüberweisung 1,50 €

• Kontogebühr 4,90 €

• Onlineüberweisung kostenlos

• Belegüberweisung 1,50 €

• Kontogebühr 12,90 €

• bis zu zwei Kreditkarten inklusive

• Online- und Belegüberweisungen kostenlos

Volksbank (Berlin)

• keine Kontogebühr bis einschließlich 30 Jahre

• Kreditkarte inklusive

• Onlineüberweisung kostenlos

• Belegüberweisung 1,50 €

• Kontogebühr 9,90 €

• günstiger für Mitglieder

• Onlineüberweisung kostenlos

• Belegüberweisung 1,50 €

• Kontogebühr 16,90 €

• günstiger für Mitglieder

• Kreditkarte inklusive

• Online- und Belegüberweisungen kostenlos

Sparkasse (Berlin)

• keine Kontogebühr bis einschließlich 25 Jahre

• Onlineüberweisung kostenlos

• Belegüberweisung 1,50 €

• Kontogebühr 3,00 €

• EC-Karte 8,50 €

• Onlineüberweisung kostenlos

• Belegüberweisung 2,00 €

• Kontogebühr 9,00 €

• Online- und Belegüberweisungen kostenlos

Stand: Januar 2020

Okay, bevor ich jetzt weiterschreibe, gehe ich mich kurz schämen …

So, da bin ich wieder. Was mir so peinlich ist, fragt ihr euch? Bei meiner Recherche bin ich auch über die Konditionen des «Giro-Individual-Kontos» der Sparkasse gestolpert. Das eure Wenigkeit hier, Hazel herself, bis jetzt hatte. Und ich dachte, ich seh nicht recht: Jede Transaktion kostet 30 Cent! Wer macht denn so was? Wer wäre so crazy, das Geld quasi direkt aus dem Fenster zu schmeißen? Ja genau … ich natürlich. Jeder kleine Dauerauftrag, jede Lastschrift, jedes Abheben kostet mich 30 Cent! Die geringen Kontoführungsgebühren von 1,00 Euro sind da auch kein Vorteil mehr. Und nach einem kurzen Blick auf meinen Kontoauszug ist klar: Ich habe letzten Monat 11,20 Euro nur für Selbstverständlichkeiten ausgegeben. Genau deshalb sollte man immer das Gesamtpaket anschauen und alle Kosten berücksichtigen.