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Andrzej Rybak

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EINLEITUNG Willkommen in Polen Die Mehrheit der Polen kennen den Kommunismus nur noch aus Geschichtsbüchern. Selbst der EU-Beitritt des Landes liegt bereits über 20 Jahre zurück und in Polen trauert kaum jemand den alten Zeiten hinterher. Seit der Wende zu Demokratie und Marktwirtschaft 1989 erlebt Polen eine unglaubliche wirtschaftliche Aufholjagd, die manche Publizisten bereits bewogen hat, von »einem goldenen Zeitalter in der polnischen Geschichte« zu sprechen. Das polnische Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, das 1990 etwa 33 Prozent des EU-Durchschnitts betrug, erreichte 2024 bereits 82 Prozent desselben – und war damit höher als in Portugal. Das Land weiht neue Autobahnen und Schnellstraßen ein, in den Großstädten schießen moderne Bürotürme und Hotels in den Himmel, die historischen Baudenkmäler bekommen einen neuen Anstrich. Obwohl Polen als Nachbar und Partner Deutschlands in der EU eine wichtige Rolle spielt, bleibt das Gebiet jenseits der Oder für viele unbekannt. Dabei gibt es in Polen viel zu entdecken, sowohl für Naturliebhaber, die ursprüngliche Landschaften schätzen, als auch für Sportfans, die reiten, segeln oder Rad fahren wollen. An der 530 Kilometer langen Küste gibt es lange, breite Sandstrände und in Masuren, dem Land der tausend Seen und ausgedehnten Waldgebiete, ist jeder dritte europäische Storch zu Hause. Die alpinen Spitzen des Tatra-Gebirges, die Koppen der Sudeten und Karpaten bieten großartige Wandermöglichkeiten. Die Polen sind stolz auf ihre Geschichte und ihren Freiheitsdrang, deshalb haben sie die meisten Städte nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs in alter Pracht mühsam wieder aufgebaut. Wer heute durch die Rechtstadt von Danzig schlendert, kann es kaum glauben, dass hier 1945 fast nur Ruinen standen. Die polnischen Großstädte blicken fast alle auf eine wechselvolle Geschichte zurück, in der sie mal zu Polen, mal zu Preußen, doch auch zu Böhmen, Österreich, Schweden oder zum Deutschen Ordensstaat gehörten. Die verschiedenen Herrscher haben zu ihrer im Mittelalter begonnenen Verschönerung mit prachtvollen Bauwerken beigetragen. Kunst und Kultur spielen eine wichtige Rolle, jede Großstadt bietet eine große Vielfalt an Theateraufführungen und Gemäldeausstellungen, an Konzerten und Folklorefesten. Krakau, die alte Hauptstadt Polens, und Breslau wurden zu Kulturhauptstädten Europas gekürt. In 2029 wird Lublin diese Ehre zuteil. Auch Warschau hat sein graues sozialistisches Gesicht abgestreift und entwickelt sich zu einer boomenden Wirtschaftsmetropole. In Danzig, Stettin, Breslau und Posen sind viele Spuren der hanseatischen und preußischen Vergangenheit zu entdecken. Witamy w Polsce!

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Seitenzahl: 202

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Polen
© Ioan Florin Cnejevici/shutterstock
DER AUTOR
Andrzej Rybak, geb. 1958, ist Journalist. Er wuchs in Warschau auf, bevor er 1981 nach Deutschland übersiedelte. Nach einem Studium der Völkerkunde an der Universität Hamburg arbeitete er als außenpolitischer Redakteur für das Hamburger Abendblatt, den Spiegel, die Woche und die Financial Times Deutschland. 1998 kehrte er als Korrespondent des Spiegels für zwei Jahre nach Warschau zurück.

Polen

Top 10 & Willkommen

Top 10: Das müssen Sie gesehen haben

Willkommen in Polen

Chronik

Daten zur Landesgeschichte

Stadttour Warschau/Warszawa

Ein Rundgang durch die polnische Hauptstadt

Service-Informationen Warschau/Warszawa

Vista Points - Sehenswertes

Reiseregionen, Orte und Sehenswürdigkeiten

Masowien und Lodsch/Mazowsze und Łódź

Białystok

Łódź/Lodsch

Łowicz

Ausflugsziele:

Płock

Pułtusk

Ausflugsziele:

Radom

Krakau, Kleinpolen und die Tatra/Kraków, Małopolska und Tatry

Krakau/Kraków

Wawel-Hügel :

Kazimierz:

Ausflugsziele:

Auschwitz/Oświęcim

Kalwaria Zebrzydowska

Kielce

Ausflugsziele:

Krynica-Zdrój

Ojców

Ausflugsziele:

Pieniński Park Narodowy/ Nationalpark Pieninen

Sandomierz

Tatry/Tatra

Ausflugsziel:

Breslau, Schlesien und Sudeten/Wrocław, Ślask und Sudety

Breslau/Wrocław

Ausflugsziele:

Częstochowa/ Tschenstochau

Gliwice/Gleiwitz

Jelenia Góra/ Hirschberg

Ausflugsziel:

Karpacz/Krummhübel

Katowice/Kattowitz

Ausflugsziele:

Kłodzko/Glatz

Ausflugsziel:

Koniaków/Koniakau

Ausflugsziele:

Kudowa-Zdrój/ Bad Kudowa

Ausflugsziel:

Lądek-Zdrój/ Bad Landeck

Legnica/Liegnitz

Nysa/Neisse

Opole/Oppeln

Ausflugsziel:

Polanica-Zdrój/ Bad Altheide

Racibórz/Ratibor

Świdnica/Schweidnitz

Ausflugsziel:

Szczawno-Zdrój/Bad Salzbrunn

Szklarska Poręba/Schreiberhau

Tarnowskie Góry/ Tarnowitz

Wałbrzych/Waldenburg

Ausflugsziel:

Wambierzyce/Albendorf

Wisła/Weichsel

Zabrze/Hindenburg

Złoty Stok/Reichenstein

Żywiec

Posen und Großpolen/ Poznań und Wielkopolska

Poznań/Posen

Biskupin

Bydgoszcz/Bromberg

Ciechocinek

Gniezno/Gnesen

Ausflugsziele:

Gorzów Wielkopolski/Landsberg an der Warthe

Inowrocław/Hohensalza

Toruń/Thorn

Zielona Góra/Grünberg

Ausflugsziel:

Stettin und die Ostseeküste/Szczecin i Wybrże Bałtyku

Szczecin/Stettin

Swinoujście/Swinemünde

Międzyzdroje/Misdroy

Ausflugsziele:

Kamień Pomorski/Cammin

Kołobrzeg/Kolberg

Ustka/Stolpmünde

Ausflugsziele:

Jastrzębia Góra/Habichtsberg

Ausflugsziele:

Gdynia/Gdingen

Zoppot/Sopot

Danzig, die Masuren und das Ermland/Gdańsk, Mazury i Warmia

Danzig/Gdańsk

Ausflugsziele:

Malbork/Marienburg

Elbląg/Elbing

Frombork/Frauenburg

Lidzbark Warmiński/Heilsberg

Olsztyn/Allenstein

Ausflugsziele:

Mrągowo/Sensburg

Ausflugsziele:

Mikołajki/Nikolaiken

Ausflugsziele:

Węgorzewo/Angerburg

Ausflugsziele:

Lublin und das Karpatenvorland/Lublin i Podkarpacie

Lublin

Ausflugsziel:

Chełm

Kazimierz Dolny

Nałęczow

Ausflugsziele:

Przemyśl

Rzeszów

Ausflugsziele:

Włodawa

Zamość

Service von A bis Z

Polen in Zahlen und Fakten

Anreise, Einreise

Auskunft

Automiete, Autofahren

Diplomatische Vertretungen

Einkaufen

Essen und Trinken

Feiertage, Feste

Nationale Feiertage:

Sehenswerte Feste und Umzüge:

Geld, Kreditkarten

Hinweise für Menschen mit Handicap

Internet

Klima, Kleidung, Reisezeit

Medizinische Versorgung

Mit Kindern in Polen

Nachtleben

Notfälle, wichtige Rufnummern

Öffnungszeiten

Post

Presse, TV

Rauchen

Sicherheit

Sport und Erholung

Agrartouristik

Angeln

Golf

Radfahren

Reiten

Segeln

Windsurfen/Kiten

Wellness

Strände

Strom

Telefonieren

Trinkgeld

Unterkunft

Verkehrsmittel

Zeitzone

Zoll

Sprachführer

Extras - Zusatzinformationen

Bildnachweis und Impressum

Top 10 & Willkommen
Top 10: Das müssen Sie gesehen haben
A Łazienki-Park in Warschau/Warszawa  südl. eF5
Inmitten des großartigen Parks steht auf einer künstlich angelegten Insel ein Palais, das ein wahrhaftiges Kleinod des polnischen Klassizismus darstellt.
B Krakau/Kraków H/J6
Von den vielen historischen Denkmälern der alten Königsstadt sind besonders sehenswert: die Marienkirche mit dem Altar von Veit Stoß, der Marktplatz mit den Tuchhallen und das Königsschloss.
C Breslau/Wrocław G3
Ein grandioser Marktplatz, sehenswerte Kirchen und die angenehme Atmosphäre verlocken zu einem ausgedehnten Besuch.
D Posen/Poznań E3
Kulturell hat Posen einiges zu bieten. Und nicht nur das: Besonders der schöne Alte Markt hat viel Flair.
EMisdroy/Międzyzdroje auf Wolin B1
Um das traditionsreiche Ostseebad auf der Insel Wolin erstrecken sich über 35 Kilometer herrliche Sandstrände.
F Die Dünen bei Łeba im Slowinski-NationalparkA4
Wüstenlandschaft an der Ostsee: Die sich bewegenden Sanddünen sind bis zu 44 Meter hoch.
G Zoppot/Sopot B5
Der einst mondäne Kurort gilt heute als die Sommerhauptstadt Polens. Restaurants, Bars und Nachtclubs sorgen für Partylaune.
H Danzig/Gdańsk B5
Das reiche Danziger Bürgertum ließ in der Langen Gasse und der Rechtstadt herrliche Renaissancebauten erschaffen. Nach dem Krieg wurde die Pracht minutiös rekonstruiert.
I Marienburg/Malbork B5
Die imposante Residenz des Deutschen Ritterordens aus dem 13. Jahrhundert liegt malerisch am Ufer des Nogat.
© Artur Bogacki/shutterstock
Die mittelalterliche Marienburg in Malbork wurde durch den Deutschen Orden errichtet
J Paddeln auf der Krutynia ab Sorquitten/Sorkwity  C7
Diese einzigartige Paddeltour führt durch Masuren, wo sich zwischen sanften Hügeln und endlosen Wäldern Tausende Seen erstrecken – immerhin 17 davon liegen auf der Strecke.
Willkommen in Polen
Die Mehrheit der Polen kennen den Kommunismus nur noch aus Geschichtsbüchern. Selbst der EU-Beitritt des Landes liegt bereits über 20 Jahre zurück und in Polen trauert kaum jemand den alten Zeiten hinterher. Seit der Wende zu Demokratie und Marktwirtschaft 1989 erlebt Polen eine unglaubliche wirtschaftliche Aufholjagd, die manche Publizisten bereits bewogen hat, von »einem goldenen Zeitalter in der polnischen Geschichte« zu sprechen. Das polnische Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, das 1990 etwa 33 Prozent des EU-Durchschnitts betrug, erreichte 2024 bereits 82 Prozent desselben – und war damit höher als in Portugal. Das Land weiht neue Autobahnen und Schnellstraßen ein, in den Großstädten schießen moderne Bürotürme und Hotels in den Himmel, die historischen Baudenkmäler bekommen einen neuen Anstrich.
Obwohl Polen als Nachbar und Partner Deutschlands in der EU eine wichtige Rolle spielt, bleibt das Gebiet jenseits der Oder für viele unbekannt. Dabei gibt es in Polen viel zu entdecken, sowohl für Naturliebhaber, die ursprüngliche Landschaften schätzen, als auch für Sportfans, die reiten, segeln oder Rad fahren wollen. An der 530 Kilometer langen Küste gibt es lange, breite Sandstrände und in Masuren, dem Land der tausend Seen und ausgedehnten Waldgebiete, ist jeder dritte europäische Storch zu Hause. Die alpinen Spitzen des Tatra-Gebirges, die Koppen der Sudeten und Karpaten bieten großartige Wandermöglichkeiten.
Die Polen sind stolz auf ihre Geschichte und ihren Freiheitsdrang, deshalb haben sie die meisten Städte nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs in alter Pracht mühsam wieder aufgebaut. Wer heute durch die Rechtstadt von Danzig schlendert, kann es kaum glauben, dass hier 1945 fast nur Ruinen standen.
Die polnischen Großstädte blicken fast alle auf eine wechselvolle Geschichte zurück, in der sie mal zu Polen, mal zu Preußen, doch auch zu Böhmen, Österreich, Schweden oder zum Deutschen Ordensstaat gehörten. Die verschiedenen Herrscher haben zu ihrer im Mittelalter begonnenen Verschönerung mit prachtvollen Bauwerken beigetragen. Kunst und Kultur spielen eine wichtige Rolle, jede Großstadt bietet eine große Vielfalt an Theateraufführungen und Gemäldeausstellungen, an Konzerten und Folklorefesten. Krakau, die alte Hauptstadt Polens, und Breslau wurden zu Kulturhauptstädten Europas gekürt. In 2029 wird Lublin diese Ehre zuteil.
Auch Warschau hat sein graues sozialistisches Gesicht abgestreift und entwickelt sich zu einer boomenden Wirtschaftsmetropole. In Danzig, Stettin, Breslau und Posen sind viele Spuren der hanseatischen und preußischen Vergangenheit zu entdecken.
Witamy w Polsce!
Chronik
Daten zur Landesgeschichte
10. Jh. v. Chr. Vorfahren der Slawen siedeln auf dem Gebiet des heutigen Polen.
966 Der Piasten-Herzog Mieszko I. begründet den polnischen Staat mit der Hauptstadt in Poznań (Posen) und tritt zum lateinischen Christentum über. Zwei Jahre später wird Posen Bischofssitz.
1000 Die Christianisierung Polens schreitet voran, Kraków (Krakau) und Wrocław (Breslau) werden zu Bistümern erklärt.
1025 Bolesław I. Chrobry (Der Tapfere) schließt Mähren, Pommern und Lausitz dem neuen Staat an und wird zum ersten König Polens gekrönt. Der deutsche Kaiser Otto III. erkennt die Krönung an.
1038 Dank seiner Lage an der Kreuzung wichtiger Handelswege gewinnt Krakau politisch und wirtschaftlich an Bedeutung. Der König verlegt seinen Hauptsitz an die Weichsel.
11.–13. Jh. Nach Erbstreitigkeiten zerfällt Polen in mehrere Fürstentümer.
1226 Konrad, der Herzog von Masowien, ruft den Deutschen Orden ins Land, um das Grenzgebiet zu den heidnischen Preußen (Pruzzen) zu sichern. Die Rittermönche besiegen die Preußen und bauen einen eigenen Staat auf, der schon bald Krieg gegen Polen führt.
1241 Mongolen verwüsten Südpolen, brennen Kraków (Krakau) nieder. Bei Legnica (Liegnitz) besiegen sie das polnisch-deutsche Heer unter dem schlesischen Herzog Heinrich (Henryk).
1333 Kazimierz Wielki (Der Große) besteigt den polnischen Thron und vereinigt wieder die meisten Fürstentümer.
1335 Böhmen erobert Wrocław (Breslau) und auch Schlesien.
1364 Kazimierz gründet die Universität in Kraków (Krakau). Sie zieht schnell viele berühmte Gelehrte aus ganz Europa an.
1386 Polens Königin Jadwiga (Hedwig) aus dem Haus Anjou heiratet den litauischen Großfürsten Jagiełło. Als Władysław II. gründet er das polnisch-litauische Doppelreich.
Ende 14. Jh.
© János Kalmár, Wien
Die »Schwarze Madonna von Tschenstochau« gilt als die heiligste Reliquie Polens
Die »Schwarze Madonna von Tschenstochau« zieht seit Ende des 14. Jahrhunderts Pilger aus dem Königreich Polen, aus Preußen, Schlesien und Ungarn nach Tschenstochau/Częstochowa.
1410 Schlacht bei Tannenberg (Grunwald). Der Deutsche Orden wird zum ersten Mal von dem polnisch-litauischen Heer besiegt.
1466 Der Thorner Frieden (Pokój Toruński) beendet den 13-jährigen Krieg. Der deutsche Orden tritt den größten Teil seines Territoriums (Ostpreußen) an Polen ab.
1493
© VISTA POINT Verlag (Archiv), Rheinbreitbach
Holzschnitt von Breslau/Wroclaw aus der Scheldelschen Weltchronik (1493)
Polen ist Adelsrepublik. In Piotrków findet die erste Sitzung des Reichstags (Sejm) statt, dem Adelsvertreter angehören. Der König behält die Exekutivgewalt.
1506 Unter der Herrschaft von Zygmunt I. Stary (Der Alte) erlebt das polnisch-litauische Doppelreich sein Goldenes Zeitalter. Es erstreckt sich von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer. Die Stadt Danzig, die das Monopol auf den Handel mit Polen genießt, erblüht.
1526 Wrocław (Breslau) wird österreichisch.
1543
© Lukasz Janyst/shutterstock
Kopernikus-Statue in Thorn
Mikołaj Kopernik (Nikolaus Kopernikus) veröffentlicht sein Werk, in dem er beweist, dass die Erde um die Sonne kreist. Später verbietet die kirchliche Inquisition das Buch wegen Ketzerei.
1569 In Lublin wird die staatliche Einheit von Polen und Litauen besiegelt.
1572 Die Jagiellonen-Dynastie stirbt aus, in Polen wird die Wahlmonarchie eingeführt. Ein Jahr später wird der erste König durch den Adel (szlachta) gewählt. Die Vollmachten des Wahlkönigs werden zunehmend eingeschränkt.
1596 König Zygmunt III. aus dem schwedischen Geschlecht Wasa verlegt die Hauptstadt Polens nach Warschau.
1610–12 Besetzung Moskaus durch polnische Truppen.
1648 Ein Kosakenaufstand in der Ukraine erschüttert das Reich und leitet den militärischen und politischen Niedergang des Landes ein.
1652 Erstes Liberum Veto. Das Veto-Recht ermöglicht den Adligen, die Entscheidungen des Reichstags zu blockieren.
1655 Schweden fallen im Dreißigjährigen Krieg in Polen ein und verwüsten das Land.
1667 Nach einem Krieg mit Russland muss Polen die Ostukraine mit Kiew an Moskau abtreten.
1683
© Wikipedia (Gemeinfrei)/Unbekannter Urheber
Porträt des Königs Jan III. Sobieski (1629–1696)
Letztes Aufbäumen: König Jan III. Sobieski schlägt die Türken bei Wien und rettet das christliche Abendland.
1697 Der Wettiner-Herrscher, August II. von Sachsen, übernimmt den polnischen Thron.
1772 Erste Teilung Polens durch Russland, Preußen und Österreich. Polen verliert mehr als ein Drittel seines Territoriums.
1791 Die Verabschiedung einer modernen Verfassung kann den Niedergang des polnischen Staates nicht mehr aufhalten.
1793 Zweite Teilung Polens.
1795 Nach der Niederschlagung des Aufstands unter Tadeusz Kościuszko wird Polen zum dritten Mal aufgeteilt und verschwindet als unabhängiger Staat von der Landkarte Europas.
1810 Geburt des Komponisten Fryderyk Chopin. Seine Polonaisen und Masurkas machen die polnische Musik in Europa bekannt.
19. Jh. Polen kämpfen an der Seite Napoleons, der zeitweilig das Herzogtum Warschau ausruft, gegen die Teilungsmächte. Nach der Niederlage gibt es mehrere erfolglose Aufstände: 1830 und 1863 gegen Russland, 1846 und 1848 gegen Preußen. Moskau und Berlin reagieren mit Repressionen.
1905 Der polnische Schriftsteller Henryk Sienkiewicz bekommt für seinen Roman »Quo Vadis« den Nobelpreis für Literatur. Der Roman handelt von der Christenverfolgung im antiken Rom.
1918 Nach 123 Jahren erlangt Polen die Unabhängigkeit wieder. Józef Piłsudski stellt sich an die Spitze des neuen Staates, der 1920 Krieg gegen die Sowjetunion führt. Der Sieg bei Warschau über die anrückende Rote Armee setzt dem Vormarsch des Kommunismus nach Westen ein vorläufiges Ende.
1939
© Wikipedia (Gemeinfrei)/Zygmunt Kamiński
Das Wappen Polens 1927–39
Am 1. September fallen deutsche Truppen in Polen ein. Am 17. September besetzt die Rote Armee den Osten des Landes. Hitler und Stalin haben sich zuvor auf die Aufteilung ihrer Einflusssphären in einem Pakt geeinigt.
1943
© Tomasz Bidermann/shutterstock
Denkmal für den jüdischen Aufstand im Warschauer Ghetto im Jahr 1943
Der Widerstand der Untergrundkämpfer nimmt zu. Die Warschauer Juden beginnen den Ghetto-Aufstand, der blutig unterdrückt wird.
1944 Der Aufstand der polnischen Untergrund-Armee in Warschau wird nach zwei Monaten von den Deutschen niedergeschlagen, die Stadt danach vollständig evakuiert und planmäßig zerstört. Die Sowjetarmee schaut dem Treiben der Deutschen vom anderen Weichsel-Ufer tatenlos zu.
1945 Sechs Millionen Tote hat Polen als Folge des Krieges zu beklagen. In Potsdam wird die Westverschiebung des Landes von den Siegermächten beschlossen. Polen muss den ganzen Osten an die Sowjetunion abtreten, bekommt dafür die ehemaligen deutschen Ostgebiete östlich von Oder und Neiße. Per Saldo verliert Polen etwa 20 Prozent des Territoriums. Die Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus den Oder-Neiße-Gebieten beginnt. Den Platz der Deutschen in Wrocław (Breslau), Gdańsk (Danzig), Poznań (Posen) und Szczecin (Stettin) nehmen die polnischen Zwangsaussiedler aus den von den Sowjets besetzten Städten Lwów, Grodno und Wilno ein.
1948 Mit tatkräftiger Hilfe aus Moskau wird in Polen ein stalinistisches Regime etabliert. Antikommunisten und Oppositionelle werden ermordet oder ins Gefängnis gesteckt.
1956 Erste Unruhen in Posen gegen die kommunistische Herrschaft.
1968 Kommunisten schüren eine antisemitische Kampagne, die zur Emigration vieler jüdischer Intellektueller führt.
1970 Arbeiterunruhen an der Ostsee. Willy Brandt besucht Warschau und kniet vor dem Ghetto-Denkmal nieder. Beginn der Aussöhnung mit Deutschland.
1976 Arbeiterunruhen in Warschau und Radom, Gründung des regimekritischen Komitees zur Verteidigung der Arbeiter (KOR).
1978 Der polnische Kardinal Karol Wojtyła wird Papst Johannes Paul II. (Jan Paweł II.). Er ermutigt seine Landsleute zum Widerstand gegen den Kommunismus.
1980
© VISTA POINT Verlag (Archiv), Rheinbreitbach
Das Wappen der »Solidarność«
Nach wochenlangen Streiks stimmt das kommunistische Regime schließlich der Gründung der ersten unabhängigen Gewerkschaft im Ostblock zu, den Vorsitz übernimmt Lech Wałęsa. »Solidarność« drängt auf die Einführung des Mehrparteiensystems und freie Wahlen.
1981 Polens KP-Chef, General Wojciech Jaruzelski, verhängt das Kriegsrecht und verbietet die »Solidarność«. Tausende Mitglieder werden interniert. Wirtschaftlich steht das Land vor dem Zusammenbruch.
1989 Die »Solidarność« wird wieder zugelassen und gewinnt die ersten teilweise freien Parlamentswahlen. Die erste nicht kommunistische Regierung nach dem Krieg wird eingeschworen, die vom »Solidarność«-Vordenker Tadeusz Mazowiecki geführt wird. Polen leitet marktwirtschaftliche Reformen ein.
1990 Das vereinte Deutschland erkennt die Oder-Neiße-Grenze als Westgrenze Polens an. Ein Jahr später wird ein Nachbarschaftsvertrag unterzeichnet.
1999 Polen tritt zusammen mit Ungarn und Tschechien der Nato bei.
2000 Krakau wird europäische Kulturhauptstadt.
2003 Polen unterstützt die USA bei ihrem Irak-Feldzug mit rund 2000 Soldaten.
2004 Mit neun anderen mittelost- und südeuropäischen Staaten tritt Polen der Europäischen Union bei. Das Ereignis wird als das Ende der europäischen Teilung gefeiert. Als Währung bleibt aber weiterhin der Złoty erhalten. Die Vor- und Nachteile der Gemeinschaftswährung werden intensiv diskutiert.
2008 Polen ist dem Schengenabkommen beigetreten, die Grenzkontrollen zwischen Deutschland und Polen werden abgeschafft. Polen zieht seine Kampftruppen aus dem Irak ab.
2009 Polens Wirtschaft ist die einzige in Europa, die in der Krise wächst – um 1,5 Prozent.
2010 Im April stürzt beim russischen Smolensk das Flugzeug des polnischen Präsidenten ab. An Bord: Lech Kaczyński mit Ehefrau sowie 94 Politiker, Armeegeneräle und führende Staatsfunktionäre. Sie waren auf dem Weg nach Katyn, um der dort 1940 ermordeten polnischen Offiziere zu gedenken. Seit dem Absturz beschuldigt Lechs Zwillingsbruder und Vorsitzender der PiS-Partei Jaroslaw Kaczynski Moskau, den Flieger in die Luft gesprengt zu haben. Der Todestag des Präsidenten wird mit einem Ritual zelebriert: Am 10. jeden Monats legen PiS-Granden einen Kranz vor dem Denkmal der angeblichen Anschlagsopfer in Warschau ab.
2011 Polen ist der größte Empfänger der EU-Finanzhilfen. Die Mitte-Rechts-Regierung der Platforma Obywatelska (Bürgerplattform) von Donald Tusk setzt sich für die Vertiefung der EU-Integration ein. Außenminister Radoslaw Sikorski ruft Deutschland auf, mehr Führung bei der Bewältigung der Wirtschaftskrise in einigen EU-Ländern zu übernehmen: »Deutsche Macht fürchte ich heute weniger als deutsche Untätigkeit.«
2012 Polen richtet gemeinsam mit der Ukraine die Fußballeuropameisterschaft aus. Tausende Kilometer Straßen und Eisenbahnlinien werden modernisiert und ausgebaut. Die Nationalmannschaft scheitert in der Gruppenphase.
2015 Mit der Unterstützung der nationalkonservativen PiS wird der konservative Politiker Andrzej Duda im Juni zum Präsidenten gewählt. Die PiS gewinnt auch die Parlamentswahl im Oktober, sie erreicht die absolute Mehrheit. Polen weigert sich, die muslimischen Flüchtlinge aufzunehmen, und lehnt Angela Merkels Immigrationspolitik ab.
2016 Die PiS-Regierung schränkt die Unabhängigkeit des Verfassungstribunals ein und führt die direkte Kontrolle der staatlichen Medien ein. Die EU zeigt sich besorgt über die »Einschränkung der Demokratie«, verzichtet aber auf Sanktionen.
2017 Die Visegrád-Staaten Polen, Ungarn, Tschechien und die Slowakei lehnen eine Vertiefung der EU-Integration ab und verweigern die Aufnahme von Flüchtlingen.
2019 Polen erlebt ein Goldenes Zeitalter, die Wirtschaft boomt, das Land holt den Entwicklungsrückstand zur EU auf. Die PiS profitiert und festigt ihre Macht.
2021 Das Regime in Moskau und seine Handlanger in Minsk beginnen einen »hybriden Krieg« gegen die EU: Sie befördern Tausende Migranten aus Asien und Afrika an die Grenze von Belarus und Polen und zwingen sie, diese illegal zu überqueren. Polen verhängt einen Notstand und errichtet einen Zaun, um die illegalen Übertritte zu stoppen.
2022 Die russischen Truppen überfallen die Ukraine. Millionen Menschen fliehen vor dem Krieg nach Westen. Polen nimmt zeitweise etwa drei Millionen Ukrainer – meist Frauen und Kinder – auf, eine unglaubliche Hilfsbereitschaft erfasst das Land. Inzwischen sind viele Kriegsflüchtlinge weiter nach Deutschland und Westeuropa gezogen, etwa eine Million Ukrainer bleiben weiterhin in Polen.
2022 Polen übernimmt die Schlüsselrolle in der militärischen und humanitären Versorgung der Ukraine. Über den Flughafen in Rzeszów, der nur etwa 100 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt ist, wird das Kriegsgerät eingeflogen und von hier mit der Eisenbahn und auf Lastwagen in die Ukraine transportiert. Polen setzt sich in der EU für schärfere Russland-Sanktionen ein.
2023 Nach acht Jahren EU-feindlicher PiS-Regierung gewinnt eine Koalition von drei pro-europäischen Parteien die Parlamentswahl. Donald Tusk, der das Land schon von 2007 bis 2014 regiert hat, wird Ministerpräsident. Viele Reformen werden von dem PiS-treuen Präsidenten Andrzej Duda blockiert.
2025 Der PiS-Kandidat Karol Nawrocki wird Präsident und kündigt Opposition zur Regierung Tusk an. Polen übernimmt die EU-Ratspräsidentschaft und schwört die EU auf eine Sicherheitsagenda ein, um der Bedrohung aus Russland etwas entgegensetzen zu können. Warschau steigert seine Verteidigungsausgaben auf 4,5 Prozent des BIP und fordert von der EU Wirtschaftsreformen, um die europäische Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.
Stadttour Warschau/Warszawa
Ein Rundgang durch die polnische Hauptstadt
Vormittag
© VISTA POINT Verlag (Archiv), Rheinbreitbach
Schlossplatz – Königsschloss – Altstadt – Kathedrale des hl. Johannes – Altstadtmarkt – Historisches Museum – Treppengasse – Barbakan – Neustadt – Königsweg – St. Anna-Kirche – Palac Namiestnikowski – Kirche der Visitantinnen – Warschauer Universität – Heiligkreuzkirche – Nowy Świat.
Mittag
Restaurant Specjaly Regionalne, Nowy Świat 44: Probieren Sie hier polnische Suppen oder Bigos.
Nachmittag
Nationalmuseum – Platz der Drei Kreuze – Parlament (Sejm) – Ujazdowski-Schloss – Lazienki-Park.
© TTstudio/shutterstock
Das moderne Gesicht von Warschaus Innenstadt
Warszawa ist eine boomende Großstadt, das politische und wirtschaftliche Zentrum des Landes. Dreieinhalb Jahrzehnte nach der demokratischen Wende 1989 hat die polnische Hauptstadt ihr hässliches, kommunistisch-graues Gesicht abgelegt. Überall wachsen gläserne Bürotürme und moderne Einkaufskomplexe in den Himmel. Es fällt schwer zu glauben, dass die Stadt im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört und danach mühsam zum Leben erweckt wurde. Der Ursprung der Stadt geht auf die Legende von Wars und Sawa zurück, eine Fischerfamilie, die in der Weichsel eine Nixe fing. Für ihre Freilassung versprach diese, die Stadt zu beschützen, die das Paar zu erbauen gedachte.
Die Besichtigung beginnt in der Regel auf dem Schlossplatz (Plac Zamkowy)eB3/4, der auch für Warschauer ein beliebter Treffpunkt ist, denn von hier sind es nur wenige Schritte zur Altstadt, in der sich Dutzende Cafés, Restaurants und Galerien befinden. Mitten auf dem Platz steht das Denkmal von König Zygmunt III. aus dem schwedischen Haus Wasa, der die Hauptstadt Polens 1596 von Krakau nach Warschau verlegte. Bis dahin war Warschau eine eher unbedeutende Kleinstadt an der Weichsel. Das Denkmal, ein Werk des Bildhauers C. Molli aus dem Jahr 1644, steht auf einer 22 Meter hohen Säule.
© Marcin-linfernum/shutterstock
Der rekonstruierte Thronsaal im Warschauer Königsschloss
An der Ostseite des Schlossplatzes erhebt sich das Königsschloss (Zamek Królewski)eB3/4, das 1526 errichtet und später mehrmals erweitert und umgebaut wurde. Hier fanden im 16. und 17. Jahrhundert die Sejm-Sitzungen des Adels statt und hier residierte nach 1918 der polnische Präsident. Während eines deutschen Bombardements im September 1939 brannte es teilweise aus, nach dem Warschauer Aufstand 1944 sprengten die deutschen Truppen die Gemäuer. Die kommunistische Regierung ließ das Schloss, das von vielen Polen als Symbol der nationalen Souveränität angesehen wird, wieder aufbauen. 1984 wurde es als Museum eröffnet. Von außen wirkt es wenig attraktiv, doch die Innenräume sind ein Meisterwerk der Rekonstruktion. In mühsamer Kleinarbeit haben Hunderte von Restauratoren die schönsten Säle detailtreu wieder entstehen lassen. Sehenswert sind vor allem die Königsgemächer und der Thronsaal, der mit weinrotem Plüsch und feinstem Blattgold ausgeschmückt ist. Gleich daneben liegt der Rittersaal, in dem sechs große Gemälde des polnisch-italienischen Malers Marcello Bacciarelli (1731–1818) hängen, die die wichtigsten Ereignisse der polnischen Geschichte darstellen.
© krivinis/shutterstock
Der Barbakan von Warschau: Im Mittelalter dienten diese Bauten als Verteidigungswerke vor den Stadtmauern
Im Marmorsaal sind die Porträts der polnischen Könige zu bewundern, darunter Stanisław August Poniatowski, der letzte polnische König. Beeindruckend ist der riesige Ballsaal. Im Sitzungssaal des Sejm hängt das berühmte Gemälde des Historienmalers Jan Matejko (1838–93), das die Verabschiedung der modernen Verfassung am 3. Mai 1791 zeigt.
© trabantos/shutterstock
Offizieller Sitz des Staatspräsidenten: Pałac Namiestnikowski
Vom Schlossplatz führt der Weg in die Altstadt (Stare miasto)eA/eB3/4, die im 14. Jahrhundert entstand und im 17. Jahrhundert nach der Verlegung des Regierungssitzes nach Warschau ihre Blüte erreichte. Damals war sie von einer doppelten Wehrmauer mit Wehrtürmen umgeben, vier Tore öffneten den Weg in die Stadt. Während und nach dem Warschauer Aufstand 1944 wurde die Altstadt, in der sich die Aufständischen verschanzt hatten, von deutschen Truppen zerstört. Die kommunistische Regierung ließ sie bis 1952 auferstehen, 1978 wurde das Areal zum Weltkulturerbe erklärt.
Die Kathedrale des heiligen Johannes (Archikatedra św. Jana)eA3, die älteste Kirche Warschaus aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, war Schauplatz wichtiger Ereignisse der polnischen Geschichte und hier wurden mehrere Könige gekrönt und vermählt. Im Dom legte der Adel am 3. Mai 1791 den Eid auf die Verfassung ab. In der Krypta befinden sich Gräber mehrerer masowischer Herzöge, Warschauer Erzbischöfe, berühmter Komponisten und Schriftsteller, darunter das des Nobelpreisträgers für Literatur Henryk Sienkiewicz. Im Sommer finden in der Kathedrale Orgelkonzerte statt.
DerAltstadtmarkteA3, wenige Schritte vom Dom entfernt, war vom 14. bis 19. Jahrhundert Mittelpunkt des öffentlichen Lebens, seine vier Seiten tragen die Namen berühmter Warschauer Bürger. Auch heute zieht er mit seinen Cafés und Restaurants, die im Sommer Tische nach draußen stellen, Warschauer wie Touristen an. An schönen Tagen verwandelt er sich in eine Open-Air-Galerie: Maler hängen ihre Bilder mit Altstadtansichten an den Häuserwänden auf, Porträtzeichner bieten ihre Dienste an, Mimen agieren auf einer kleinen Bühne, ein Leierkasten spielt und dazu rattern die Räder von Pferdekutschen auf dem Kopfsteinpflaster.
Wer mehr über Warschau erfahren will, sollte das Muzeum Warszawy (Museum von Warschau)eA3 an der Nordwestseite des Marktes besuchen. Dort werden Dokumente, Fotos, Gemälde und Gebrauchsgegenstände aus 800 Jahren gezeigt, darunter ein Film über die Zerstörung der Stadt 1944 durch die deutschen Besatzer.
Von der Altstadt kann man verschiedene Wege einschlagen. Richtung Osten fällt das Gelände relativ steil zur Weichsel ab. Hier liegt die schmale Treppengasse (Kamienne Schodki), das wohl populärste Motiv der Altstadtmaler. Die Dawna-Straße endet an der alten Müllhalde der Stadt, dort ließen sich im 16. Jahrhundert viele Leute bis zum Hals eingraben, weil man glaubte, dadurch Syphilis heilen zu können.
Die beliebteste Route führt vom Altstadtmarkt nach Norden. Über die schöne Torburg BarbakaneA3von 1548, die sich im Sommer in den Händen von Souvenirverkäufern und Malern befindet, gelangt man in die barocke Neustadt (Nove miasto). An der Freta-Straße stehen rechts die frühbarocke Hl.-Jacek-Kirche (Kościół św. Jacka), ein Werk italienischer Baumeister aus dem Jahr 1638, und links die barocke Heiliggeistkirche (Kościół św. Ducha) aus dem 18. Jahrhundert. In der sehenswerten barocken Kirche der Sakramentsschwestern (Kościół Siótr Sakramentek)eA3 von Tylman van Gameren aus dem Jahr 1688 auf dem Neustädtischen Markt befindet sich die Grabkapelle der Königsfamilie Sobieski.
Nach dem Besuch in der Alt- und der Neustadt kehrt man am besten zum Schlossplatz zurück, wo der Königsweg (Trakt Królewski) beginnt, die von Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Bars gesäumte Prachtmeile der Hauptstadt, die zur königlichen Sommerresidenz Łazienki